Die Methoden des Widersachers
bei der Verführung der Gemeinde

 

 

 

Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser Der Weg der Gemeinde in der Endzeit
 
 

Wenn wir der endzeitlichen Verführung wachsam entgegentreten wollen, müssen wir beachten, was uns die Bibel über die betrügerischen Methoden des Widersachers sagt. Wir müssen wissen, welche Listen und Schliche der Feind anwendet, um die Gläubigen irrezuführen, damit wir ihn überwinden können.

 
 

Die drei Hauptwaffen der Verführung

 

Das Wort Gottes nennt uns immer wieder drei hauptsächliche Mittel der endzeitlichen Verführung: falsche Lehre, falsche Prophetie und falsche Zeichen und Wunder. Obwohl wir bereits einiges über diese drei Mittel gehört haben, lohnt es doch, sie uns noch einmal zu vergegenwärtigen und einige Besonderheiten herauszuarbeiten, die uns die Schrift offenbart, damit wir zugerüstet sind, ihnen zu begegnen.

 

1. Falsche Lehre

So wie die gesunde Lehre das Hauptmittel zur Auferbauung der Gemeinde ist (vgl. Apg 20,32; 1Tim 4,6-16; 2Tim 3,10-17; 2Tim 4,1-4; Tit 1,9; Titus 2), so ist auch falsche Lehre die wichtigste und am weitesten verbreitete Methode der satanischen Zerstörungsarbeit gegen die Gemeinde. Wohl aus diesem Grund spricht Petrus in 2Pt 2,1 in erster Linie die falschen Lehrer an, obwohl Johannes in 1Joh 4,1 ausdrücklich auch die Existenz falscher Propheten für die Gemeindezeit feststellt.

Nicht jede Irrströmung in der Geschichte der Gemeinde hatte falsche Propheten oder falsche Zeichen und Wunder aufzuweisen, aber in ausnahmslos jeder war falsche Lehre wirksam. Ein Ziel des Dienstes der Apostel, ihrer inspirierten Lehre war es, die Gläubigen zur geistlichen Reife und Urteilsfähigkeit zu führen: “damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen” (Eph 4,14).

Ein Merkmal der betrügerischen Verfälschung des Wortes Gottes, das sich immer wieder in satanisch inspirierter Irrlehre findet, ist das Durcheinanderwerfen (Teufel = diabolos = w. der Durcheinanderwerfer) der heilsgeschichtlichen Grenzen in Gottes Wort. Wir sind dieser Taktik schon mehrfach in unserer Untersuchung begegnet.

Der Satan gaukelt den Gläubigen der Endzeit die heilsgeschichtlich abgeschafften Offenbarungs- und Zeichengaben der Anfangszeit vor oder führt sie in den Wahn, sie hätten heute schon den Auftrag und die Vollmacht, zu herrschen und Macht auszuüben (Montanus, Pfingstbewegung usw.); er verwechselt Israel mit der Gemeinde (die endzeitliche Geistesausgießung), die Gemeinde mit den Heiden (der Irrtum der “Volkskirche” und der “Bekehrung ganzer Nationen”) oder die Entrückung mit dem Gerichtstag des Herrn (das aufschlußreiche Beispiel aus 2Th 2,1-3).

Ein anderes Merkmal ist die Gesetzlosigkeit, die Mißachtung der im Wort geoffenbarten Gebote und Anleitungen Gottes für die Gläubigen. Das wird z.B. an den Versuchen deutlich, die biblische Rolle der Frau zu untergraben und im Sinne des Feminismus zu verfälschen, an der Verdrehung und Mißachtung der neutestamentlichen Lehre über Ehescheidung und Wiederverheiratung und anderen verführerischen Lehren, die die Schrift offen verdrehen oder mißachten.

Der Kampf um die Reinheit der Lehre ist darum eine lebenswichtige Aufgabe der wahren Gemeinde in der Endzeit. Es ist bezeichnend für den Niedergang und das Voranschreiten der Verführung, daß dieses Ringen um die Reinheit der Lehre zum Spottwort unter gewissen lauen Christen geworden ist, die bibeltreue Gläubige als dogmatische Prinzipienreiter und buchstabenfixierte, vertrocknete Sektierer hinstellen. Der ein für allemal den Heiligen überlieferte Glaube, für den ungezählte Märtyrer in vergangenen Jahrhunderten Folter und Tod auf sich nahmen, bedeutet solchen Spöttern nicht mehr viel.

Den Treuen der Endzeit aber muß die Lehre des Christus, das inspirierte Gotteswort ganz neu kostbar werden. Wir müssen den Kampf weiterführen, der uns aufgetragen ist, und jeden Versuch des Satans abwehren, das Gotteswort zu verdrehen, zu verkürzen oder zu korrumpieren. Uns allen sollte die ernste Ermahnung des Wortes im Herzen brennen:

“Daher ermahne ich dich ernstlich dich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung!” (2Tim 4,1-2)

 

 

2. Falsche Prophetie

Falsche Prophetie hat das Ziel, neben das inspirierte, geoffenbarte, authentische Wort Gottes der Heiligen Schrift andere, gefälschte, vergiftete, irreführende “Worte Gottes” zu setzen. In der falschen Prophetie verstellt sich Satan als Gott, als ein anderer Jesus und redet durch seinen Geist des Irrtums, den er für den Heiligen Geist ausgibt, Worte des Betrugs, listige Täuschung, fromm getarnte Irreführung.

Falsche Prophetie ist eine große Gefahr, wo Gläubige sich ihr öffnen; sie geraten dadurch unter den Einfluß des Feindes, werden “verzaubert” (Gal 3,1), sie verlieren ihr geistliches Unterscheidungsvermögen, werden verwirrt und vom rechten Weg der Nachfolge und des Glaubens abgebracht. Der Satan bringt sie dazu, auf die betrügerischen Worte der falschen Propheten zu achten, statt allein auf das Wort der Bibel. Er gebraucht die falschen Propheten, die Heiligen abzubringen “von dem Weg, auf dem zu gehen der HERR, dein Gott, dir geboten hat” (5Mo 13,6).

Das zeigt sich bei den Thessalonichern, die durch irrgeistige Prophetien in Unruhe und Desorientierung gebracht wurden, die behaupteten, der Gerichtstag des Herrn sei bereits gekommen, so daß Paulus sie mahnen muß:

Laßt euch nicht schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist [d.h. durch eine dämonische Falschprophetie], noch durch ein Wort [durch falsche Lehre], noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief [eine arglistige Fälschung der Irrlehrer!], als wäre der Tag des Christus schon da. Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen (…) (2Th 2,2-3)

Auch heute streut der Feind solche gefälschten Botschaften in das Volk Gottes, um zu verwirren, zu verführen und die Gemeinde vom rechten Weg abzubringen.

Falsche Prophetie verfälscht das Wort Gottes; sie baut es geschickt in ihre Neuoffenbarungen ein, aber entstellt seinen Sinn. Letztlich führt das Hören auf falsche Prophetie dazu, daß das wahre, inspirierte Gotteswort der Heiligen Schrift abgewertet wird und seine absolute Autorität und Verbindlichkeit verliert, während die satanisch gefälschten “Gottesworte” der Lügenpropheten ein höheres Gewicht bekommen als die Bibel.

Die große geistliche Gefahr der Falschprophetie hat den Apostel Johannes bewegt, die Gläubigen zu ermahnen: “Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen” (1Joh 4,1). Er sagte dies zu einer Zeit, wo die echte prophetische Gabe noch wirksam war, weil das Wort Gottes noch nicht vollendet und das Vollständige noch nicht gekommen war (vgl. 1Kor 13,8-12).

Heute leben wir in einer heilsgeschichtlichen Epoche, wo die echte Prophetie im Sinne von Neuoffenbarungen längst nicht mehr existiert. Die Gemeinde der nachapostolischen Zeit hat alle prophetische Offenbarung, die sie braucht, vollständig in der Heiligen Schrift. Wer heute beansprucht, als “Prophet” eine inspirierte Botschaft von Gott zu bringen, ist entweder ein vom Satan Betrogener oder aber ein Lügner und falscher Prophet.

Viele Gläubige meinen, man müsse auch heute noch zwischen “echter” und falscher Prophetie unterscheiden. Oftmals wird die eigene Überzeugung hier zum Richtmaß genommen; was beispielsweise ernst klingt und zur Buße ruft, ist “echt”. Aber die Prüfung der Geister muß heute anhand der geoffenbarten Heiligen Schrift erfolgen, und nach den Aussagen des Wortes Gottes ist heute jegliche “Prophetie” falsche Prophetie. Wer sich bei der Prüfung darauf stützt, daß eine Prophetie nicht grob der Bibel widerspricht, geht in die Irre und übersieht die Raffiniertheit, mit der der Feind seine falschen Botschaften mit Bibelworten und frommen Gedanken durchsetzt, um sein Gift mit hineinschmuggeln zu können.

 

3. Falsche Zeichen und Wunder

So wie Gott in der apostolischen Zeit Seine Offenbarung des Wortes, die Botschaft des Christus, des Evangeliums mit echten Zeichen und Wundern bekräftigte (vgl. Hebr 2,4), so wird Satan nach dem Zeugnis der Schrift in der letzten Zeit sein falsches Evangelium, die Botschaft des Antichristen mit falschen Zeichen und Wundern bekräftigen.

Der Herr Jesus sagt für die letzte Zeit voraus: “Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen” (Mt 24,24). In Mt 7,15-23 zeigt Er den Zusammenhang zwischen falschen Propheten und falschen Wunderzeichen wie Dämonenaustreibungen und Machttaten in der letzten Zeit.

So wie das Auftreten des Antichristen durch die Kraftwirkung des Satans vorbereitet und herbeigeführt wird, wobei er alle möglichen Machttaten, Zeichen und Wunder der Lüge benutzt, um den Antichristen zu beglaubigen (2Th 2,9), so müssen wir auch in der vorantichristlichen Zeit, in der wir leben, damit rechnen, daß Satans falschprophetische Botschaften durch gefälschte Zeichen und Wunder bekräftigt werden, die den echten Wunderzeichen der Bibel ähnlich sehen.

Wenn der Feind versuchen will, selbst die Auserwählten zu verführen, so muß er die Irrlehre in die Christenheit pflanzen, daß es heute noch göttliche Wunderzeichen gebe wie zur Zeit der Apostel. Wenn er will, daß auch Gläubige in den Sog der antichristlichen Verführung hineingezogen werden, muß er sie daran gewöhnen, Zeichen und Wunder als göttliches Siegel für Botschaften zu betrachten, die unbiblisch sind, und mehr auf sensationelle Machttaten zu achten als auf das inspirierte Wort Gottes. Genau das geschieht heute in der Charismatischen Bewegung.

 
 

Taktiken des Verführers bei seinem Wirken in der Gemeinde

 

Wie geht der Feind vor, wenn er seine gefälschte Botschaft in die Gemeinde hineinbringt? Die Bibel nennt uns einige typische Taktiken der Verführung:

 

1. Tarnung und Verstellung

2Kor 11,14 besagt, daß sowohl der Satan selbst als auch seine Diener sich in ihrer Gestalt verwandeln, d.h. sie ändern ihr äußeres Erscheinungsbild, so daß sie einem Boten des Lichts bzw. Dienern der Gerechtigkeit äußerlich gleichen, während ihr Wesen unverändert böse geblieben ist. So sagte es auch der Herr Jesus: “Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind” (Mt 7,15).

Wir müssen also von den Verführern erwarten, daß sie äußerlich wie ernsthafte, geisterfüllte Christen wirken, daß sie im Gegenteil sogar eine faszinierende Ausstrahlung, eine attraktive Wirkung auf ungefestigte Gläubige haben. Die Schrift sagt uns, daß wir uns von ihrer äußeren Erscheinung nicht blenden lassen dürfen: “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen” (V. 16).

Wenn wir also die Resultate ihres Wirkens nüchtern im Licht der Bibel prüfen, werden wir erkennen, ob sie echt oder falsch sind. Der Feind kann zwar das Erscheinungsbild echten geistlichen Lebens nachahmen, nicht jedoch dieses Leben selbst. An den Früchten, den Auswirkungen erkennt man den Heiligen Geist und den Geist des Irrtums (Gal 5,19-21.22). Zur Tarnung gehört auch dazu, daß der Feind und seine Diener in Lichtgestalt das Wort Gottes oft im Munde führen und fleißig benutzen. In Psalm 50 sagt Gott zu dem Frevler: “Was zählst du meine Satzungen auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund?” (Ps 50,16).

Der Frevler, der Gesetzlose oder Gottlose in der Bibel ist nicht etwa jemand, der überhaupt nichts von Gott wissen will, sondern ein äußerlich dem Volk Gottes zugehöriger Mensch, der einen Schein, eine äußere Form der Gottesfurcht hat (2Tim 3,5), aber innerlich von Gott abgefallen ist und sich gegen Ihn erhebt. In letzter Zuspitzung ist der Gottlose oder Frevler ein Bild des Antichristen (vgl. 2Th 2,4).

So sind die Verführer solche, die das Wort Gottes viel in den Mund nehmen – davon darf sich niemand irreführen lassen. Ihr Kennzeichen ist jedoch, daß sie es nicht wirklich halten und ausleben, daß sie zügellos und zuchtlos sind und im Grunde die Gebote Gottes verachten: “(…) da du doch Zucht haßt und meine Worte verwirfst [w. meine Worte hinter dich wirfst]?” (Ps 50,17; vgl. 2. Petrus 2, Judas).

Die Verstellung und Tarnung des Feindes ist also nicht perfekt; der gereifte, biblisch gefestigte Gläubige wird sie durchschauen können; der fleischliche oder schwarmgeistig benebelte Gläubige jedoch wird blind für die Verstellung; weil er nicht nüchtern prüft, fällt er auf die Verführung herein.

 

2. Heimlichkeit

Der Feind arbeitet nicht offen, im Licht; er umgeht Ehrlichkeit und die biblischen Regeln der Gemeinschaft unter Gläubigen; er liebt die Arbeit im Verborgenen. Zur Verstellung gehört die Heimlichkeit, das Wirken hinter den Kulissen, hinter dem Rücken derer, die als Aufseher und Wächter im Hause Gottes eingesetzt sind. Das wird durch die Ermahnung des Apostels Paulus aufgedeckt:

und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf; denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten! (Eph 5,11-14)

Die Verführer wirken daher oft im Verborgenen, entziehen sich dem Licht, verhüllen ihre wahren Absichten und sind doppelzüngig. Sie dringen unbemerkt, allmählich und heimlich in die Gemeinde ein. So spricht Paulus von den “heimlich eingedrungenen” falschen Brüdern, die sich “eingeschlichen” hatten, um gegen ihn zu intrigieren (Gal 2,4), und der Judasbrief warnt uns:

Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen (Jud 4; vgl. auch 2Tim 3,6).

Gerade der charismatische falsche Geist arbeitet vielfach in Heimlichkeit und benutzt einzelne Anhänger, um in biblischen Gemeinden unter den Unbefestigten zu wirken und ganze Hauskreise oder Jugendkreise zu beeinflussen und wegzuziehen. Dasselbe läßt sich auch von manchen Kommunitäten sagen, die ihre pfingstlich-charismatische Orientierung vor den Gläubigen, die sie besuchen, weitgehend verbergen.

 

3. Spaltungen und Parteiungen

Irreführende Lehre und Prophetie und alles verführerische Wirken des Feindes in der Gemeinde zielt immer wieder darauf, die gottgewollte Einheit des Geistes im Leib Christi zu zerstören und Gruppen, Strömungen, Fraktionen und Abspaltungen zu schaffen.

Nicht nur wird dadurch die Wirksamkeit und das Zeugnis der wahren Gemeinde geschwächt; die Parteiungen dienen dem Feind auch dazu, die verführten Gläubigen dem Einflußbereich der von Gott eingesetzten Ältesten, Hirten und Lehrer zu entziehen und sie in Sondergruppen umso wirksamer benebeln und für seine Zwecke gebrauchen zu können. Der griechische Schlüsselbegriff hairesis (von dem das dt. Fremdwort “Häresie” abgeleitet ist) umschreibt eine Gruppe von Menschen, die sich um eine bestimmte Irrlehre scharen und sich damit von der wahren Gemeinde abspalten.

Die zerstörerische Spur dieser Taktik des Feindes zieht sich durch die ganze Geschichte der Gemeinde. Die Pfingst- und Charismatische Bewegung ist ein typisches Beispiel dafür; sie hat vielleicht mehr Spaltung und Zerstörung in der Gemeinde angerichtet als jede verführerische Bewegung vor ihr.

Bezeichnenderweise weisen gerade irrgeistige spalterische Strömungen wie die Pfingst- und Charismatische Bewegung in sich selbst eine Tendenz zur Spaltung und Aufsplitterung auf, die ihren Anspruch, eine Erweckungsbewegung des Heiligen Geistes zu sein, Lügen straft. Daher mahnt uns das Wort Gottes:

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse [od. Anstöße zur Sünde] bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie!” (Röm 16,17) und: “Das sind die, welche Trennungen verursachen, natürliche [od. seelische – psychikos] [Menschen], die den Geist nicht haben (Jud 19).

 

4. Betrügerischer Umgang mit dem Wort

Die Taktik des Feindes besteht darin, das Wort Gottes zwar im Munde zu führen, es aber zu verdrehen und seines eigentlichen Sinnes zu berauben, um einen neuen, verfälschten Sinn hineinzudeuten. Wir haben diese Taktik schon bei der Betrachtung der Versuchung Jesu gesehen, wo der Feind eine biblische Verheißung verfälscht, um den Herrn zu einer vermessenen, eigenwilligen Handlung zu verleiten.

Hier ist das Wort wichtig, das der Apostel Paulus in Abgrenzung zu den Irrlehrern seiner Zeit von sich sagt:

Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben, sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab; wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen auch nicht das Wort Gottes, sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. (2Kor 4,1-2)

Aus der Abgrenzung erkennen wir, daß drei Dinge die falschen Lehrer kennzeichnen: Heimlichtuerei (verborgene Dinge), Arglist (panourgia, auch Verschlagenheit, Frevel) und Verfälschung des Wortes Gottes. Das hier verwendete Wort doloò hängt mit dolos (Köder, Lockspeise, Betrug, List, Tücke, Ränke) zusammen; es bedeutet hier, daß die falschen Lehrer das Wort Gottes verkehren und verfälschen, aber auch, daß sie es betrügerisch gebrauchen; sie verdrehen es in seinem Sinn, um damit Menschen zu täuschen, für sich einzufangen und zu betrügen.

Verfälschung und Betrug gehören also zu den Wesensmerkmalen satanischer Verführung. Wir finden den Begriff dolos (Betrug, List) in zahlreichen wichtigen Aussagen der Bibel erwähnt, und es lohnt sich, diese Stellen zu studieren (Mt 26,4; Mk 7,22; Mk 14,1; Joh 1,47; Apg 13,10; Röm 1,29; 2Kor 12,16; 1Th 2,3; 1Pt 2,1; 1Pt 2,22; 1Pt 3,10).

In unserem Zusammenhang ist noch 1Th 2,3-4. wichtig, wo Paulus ebenfalls in Abgrenzung gegenüber Irrlehrern von sich sagt: “Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht sie in listigem Betrug [dolos], sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch – nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft.” Dagegen heißt es von den Irrlehrern: “Durch wohlklingende Worte und schöne Reden verführen sie die Herzen der Arglosen” (Röm 16,18), und: “Aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten [od. kaufen, übervorteilen]” (2Pt 2,3).

Wir haben im Laufe dieser Untersuchung an vielen Stellen gesehen, wie der falsche Geist der Pfingst- und Charismatischen Bewegung durch falsche Lehrer Bibelworte aus dem Zusammenhang gerissen, ihren Sinn verkehrt und sie zu schwärmerischem Betrug mißbraucht hat. Wie in anderen irrgeistigen, zerstörerischen Bewegungen der Vergangenheit (Montanismus, Katholisch-apostolische Gemeinden) finden wir auch in dieser Bewegung, daß das heilige Wort Gottes in seinem klaren Sinn verdreht und ihm ein aus mystischer “Offenbarungserkenntnis” stammenden Widersinn unterschoben wird.

Die Frucht ist, daß Menschen in die Irre geleitet werden, darunter auch zahlreiche Gotteskinder. Wo solcher Betrug mit dem Wort Gottes auftritt, können wir die Handschrift des Erzbetrügers und Vaters der Lüge erkennen.

 
 

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Weiterführende Literatur:
 

 
Rudolf Ebertshäuser: Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern. Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.
 
Rudolf Ebertshäuser: Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church – Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen. Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.

Rudolf Ebertshäuser: Die Pfingst- und Charismatische Bewegung. Eine biblische Orientierung. Steffisburg (Edition Nehemia) 2012, Taschenbuch, 200 S.
 
 
Rudolf Ebertshäuser: Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das “Soziale Evangelium” erobert die Evangelikalen. Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.
 

 
 
 
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