Gesundes geistliches Leben in der Gemeinde:
Eindrücke aus dem 1. Timotheusbrief

 

 
 

Gebet und die Stellung der Frau (2,1-15)

 

Der Apostel wendet sich nun der geistlichen Situation in der Gemeinde zu, über die er durch Timotheus oder auch andere Gläubige sicher informiert war. Er spricht zwei Ermahnungen aus, die sicher ihren unmittelbaren Grund in Fehlentwicklungen in Ephesus haben, die aber auf alle biblischen Gemeinden Anwendung finden. Das Überwinden von Irrlehren und geistlichen Krisen setzt voraus, daß das geistliche Leben einer Gemeinde insgesamt gesund ist; Schieflagen und falsche Entwicklungen in gewissen Bereichen können die geistliche Abwehrkraft einer Gemeinde insgesamt schwächen.

 

a) Ermunterung zum Gebet (2,1-8)

Ein Mangel im Gebetsleben der Gemeinde war offensichtlich ein ungesundes Drehen um sich selbst und die eigenen Angelegenheiten der Gläubigen. Ist das nicht auch bei uns manchmal so? Paulus ermahnt ausdrücklich dazu, der Fürbitte für alle Menschen und für die Obrigkeit Priorität im Gemeindegebet zu geben! Er begründet das mit einem wunderbaren Blick auf die Gnadenratschlüsse Gottes. Gott möchte, daß alle Menschen gerettet werden; an alle ergeht Sein Gnadenruf, und keiner ist von der Errettung in Christus ausgeschlossen. Damit ist nicht eine „Allversöhnung“ gemeint, sondern das umfassende Angebot der Gnade aufgrund des Sühnopfers Jesu Christi, des einen Mittlers zwischen Gott und Menschen. Diesen weiten Blick sollten auch wir Gläubige im Hinblick auf das Evangelium und unser Gebet bewahren.

In V. 8 werden besonders die Männer aufgefordert, an jedem Ort zu beten. Bemerken wir nicht in den Gemeinden, daß es viele, zuviele Brüder gibt, die sich nicht eifrig am Gebet beteiligen? Die aus geistlicher Trägheit und Passivität diesen wichtigen Priesterdienst versäumen? Möchte doch diese Aufforderung noch viele von ihnen ansprechen und wachrütteln! Wo gibt es Brüder, die sich frühmorgens oder nach Feierabend zu zweit oder in kleineren Gebetstreffen versammeln und miteinander vor Gott treten?

In Verbindung mit den folgenden Ausführungen zur Frau und 1Kor 14,34-35 haben bibeltreue Ausleger geschlußfolgert, daß das gemeinsame Gebet der versammelten Gemeinde Sache der Männer ist (die sich hier leider viel zu oft träge und passiv verhalten), während das Gebet von Frauen in Hauskreisen und kleineren Gebetstreffen seinen Platz hat (vgl. 1Kor 11,5).

 

b) Ermahnung für die Frauen zur Unterordnung und stillen Zurückhaltung (2,9-15)

Es ist durchaus möglich, daß in Ephesus manche Frauen in Gefahr waren, sich mit äußerlichem Schmuck hervorzutun und eine bestimmende Rolle in der Gemeinde spielen zu wollen. Das Fleisch äußert sich immer in denselben Linien. Während der Widersacher die Männer in der Gemeinde träge und passiv macht und vom ernsten Gebet ablenkt, stachelt er die Frauen an, eine bestimmende Rolle zu spielen.

Gottes Geist zeigt hier durch Paulus die unveränderliche geistliche Ordnung in der Gemeinde Gottes auf. Hier geht es nicht um zeitbedingte Meinungsäußerungen, sondern um inspirierte Gebote des Herrn (vgl. 1Kor 14,37).

In harmonischer Übereinstimmung mit der Lehre von 1Pt 3,1-6 warnt das Wort Gottes hier vor äußerem Schmuck und aufwendiger Kleidung und zeigt, daß Gott bei gläubigen Frauen innere Schönheit und geistliche Herzenshaltung sowie praktizierte Liebe, „gute Werke“, sucht (vgl. auch Tit 2,11-15; 3,8+14). In der Gemeinde soll die Frau keine Führungsrolle anstreben und nicht das Wort führen, sondern sich still verhalten, in einer Haltung der bewußten Unterordnung, die die von Gott gegebene Aufgabe des Mannes als Haupt und als Träger der geistlichen Leiterschaft anerkennt (vgl. 1Kor 11,1-15; Eph 5,22-33). Die Frau soll in der Stille lernen, d.h. auch keine öffentlichen Fragen in der Gemeinde stellen (V. 11; vgl. 1Kor 14,35).

Konkret wird in V. 12 klar gemacht, daß der Herr den Frauen in der Gemeinde das Lehren nicht erlaubt. Das bezieht sich auf jede Form der öffentlichen Wortverkündigung und Unterweisung im Gemeinderahmen; es schließt jedoch eine Unterweisung von Kindern (vgl. 2Tim 3,15) oder von jüngeren Frauen durch ältere nicht aus (vgl. Tit 2,3-4).

Ebenso ist es einer Frau ausdrücklich untersagt, Autorität über den Mann auszuüben, über ihn in irgendeiner Form zu herrschen (gr. authentein). Das bedeutet, daß eine Frau nicht Älteste einer biblischen Gemeinde sein kann, aber auch, daß es nicht Gottes Wille ist, wenn sie Autorität in irgendeinem Hauskreis oder einer Gruppe von Gläubigen ausübt, in der auch Männer sind.

Diese klaren Aussagen werden in der heutigen Zeit immer mehr im Sinne des feministischen Zeitgeistes umgedeutet oder man versucht sie als „zeitbedingt“ außer Kraft zu setzen. Hier geht es aber um eine grundlegende geistliche Gemeindeordnung, die nicht ohne ernste Konsequenzen durchbrochen werden kann.

Für die gläubigen Frauen selbst ist diese Stellung der Zurückhaltung und Unterordnung ein ausgesprochener Segen und eine Bewahrung, wie V. 15 zeigt (vgl. die Übersetzung in der Schlachterbibel 2000). Die Schrift selbst zeigt am Beispiel von Eva (V. 14) wie auch an anderen Beispielen (vgl. 2Tim 3,6-7; Offb 2,20), daß Frauen bisweilen leichter zugänglich für Verführung sind als Männer. Dort, wo sie ihre gottgegebene Stellung verlassen und sich als Führer, Prophetinnen und Lehrerinnen aufspielen, ist schon viel Schaden entstanden (vgl. Aimee Semple McPherson, Ellen White u. a.).

 
 

Geistliche Ordnung in der Gemeinde Gottes:
Ältestendienst und Diakonendienst (3,1-13)

 

Schon in seiner Rede in Apg 20 hat Paulus betont, wie wichtig die Hirten oder Ältesten für den Schutz der Herde Gottes vor Verführung und geistlicher Verderbnis sind. Der folgende Abschnitt zeigt die Wichtigkeit dieser von Gott berufenen Brüder auf, die die Herde Gottes hüten sollen (vgl. dazu auch die Auusagen in Tit 1,5-9 und 1. Pt 5,1-4). Das ist wahrhaftig eine „vortreffliche Tätigkeit“ (3,1).

 

a) Voraussetzungen für den Dienst der Ältesten (3,1-7)

Für die so verantwortungsvolle Aufgabe eines „Aufsehers“ (gr. epi-skopos = einer, der Aufsicht führt, der die Gemeinde hütet, beschützt, auf sie achtet, sich um sie kümmert) gelten vor Gott ganz bestimmte geistliche Voraussetzungen; nicht jeder gläubige Mann kann diesen Dienst tun. Wohl aber sind die nun folgenden Eigenschaften eine wertvolle Orientierung für jeden gläubigen Mann, was Gottes Wille für ihn ist und worauf er in seinem geistlichen Leben zu achten hat. Die von Gottes Wort genannten Eigenschaften (vgl. die ähnliche Aufzählung in Tit 1,5-9) sind auch heute noch gültig und wichtig, damit die Gemeinde die von Gott bestätigten Ältesten erkennen kann (vgl. 1Th 5,12).

Es ist sehr wichtig, daß eine Grundvoraussetzung für den Aufseher ist, daß er in seiner Ehe („Mann einer Frau“) und Familie geistlich lebt und sich in diesem engsten Kreis bewährt hat: „wenn aber jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?“ (V. 5). Hier ist eine große Herausforderung für die gläubigen Männer heute, sowohl in der rechten Leiterschaft und Fürsorge seiner Frau gegenüber, als auch in der Erziehung seiner Kinder (V. 4; Tit 1,6).

Eine weitere Grundlinie dieser Aufzählung von nötigen Eigenschaften für einen Ältesten ist Selbstbeherrschung, Besonnenheit und Freiheit von Eigenmächtigkeit oder gar Herrschsucht (vgl. 1Pt 5,3), emotionaler Haltlosigkeit oder unnüchterner Schwärmerei (vgl. auch Tit 1,7-8). Ältestendienst ist herausfordernd, bisweilen recht belastend; er erfordert den Umgang auch mit schwierigen Menschen und beinhaltet immer wieder Situationen, wo die Gefahr besteht, in den Fallstrick des Feindes zu fallen. Hier braucht es geistlich reife Männer Gottes (vgl. V. 6!), die in der Abhängigkeit vom Herrn und unter der Zucht des Heiligen Geistes Dienst tun.

Eine weitere wichtige Grundeigenschaft ist moralische Untadeligkeit. Ein Hirte der Gemeinde sollte durch sein Vorbild führen (1Pt 5,3), und das setzt voraus, daß er in seinem Lebenswandel, sowohl in der Gemeinde als auch in der weltlichen Öffentlichkeit, nicht fragwürdig oder angreifbar ist (vgl. V. 2 + 7; Tit 1,6-7). Zur moralischen Untadeligkeit gehört auch die Freiheit von irgendeiner Form von Geldgier und materieller Bereicherung, die den ganzen Ältestendienst korrumpieren und verderben würde (vgl. Tit 1,7; 1Pt 5,2; 1Tim 6,5-10; 2Mo 18,21).

Heute, in den Wirrungen und dem Niedergang der letzten Zeit, brauchen wir umso dringender den Dienst nüchterner, hingegebener, geistlich reifer Männer Gottes, die die Herde Gottes recht hüten und in diesem schwierigen Dienst ihr Leben willig dem Herrn zur Verfügung stellen. Möge der Herr noch viele solche Männer erwecken und zubereiten!

 

b) Voraussetzungen für den Dienst der Diakone (3,8-13)

Der Dienst der Diakone (gr. = Diener) wird heute in den Gemeinden oft wenig beachtet und praktiziert; im NT wird ihm ein recht wichtiger Stellenwert gegeben (vgl. Apg 6,1-7). Auch für die Diakone gelten bestimmte geistliche Anforderungen. Die Frauen in V. 11 sind wahrscheinlich die Ehefrauen der Diakone; nach manchen Auslegern handelt es sich jedoch um weibliche Diakone (Phöbe in Röm 16,1 wird als Diakonin der Gemeinde von Kenchreä bezeichnet).

Der Dienst der Diakone wird nicht genauer beschrieben; er umfaßt ein weites Gebiet praktischer Hilfeleistungen im Gemeindeleben, sowohl in der Fürsorge für Gläubige, die in Not waren (Speisung der Armen und Verwaltung von Hilfsgütern in Jerusalem) als auch in anderen geistlichen Hilfeleistungen.

 
 
 

Der Auftrag der Gemeinde Gottes
und das Geheimnis der Gottesfurcht (3,14-16)

 

Nun schließt Paulus eine Begründung für den ganzen Brief an, den er Timotheus schreibt. Timotheus soll wissen, „wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.“ (V. 15) Es geht also um geistliche Dienst- und Lebensregeln in der Gemeinde Gottes, die hier als das „Haus Gottes“ gekennzeichnet wird (vgl. auch Eph 2,19-22; 1Pt 2,5). Das verweist auf den Tempel Gottes, der schon im AT meist als „Haus Gottes“ bezeichnet wurde; aber es klingt auch das Bild eines großen Haushaltes an, wo viele Knechte dem Herrn des Hauses in verschiedenartigen Aufgaben dienen (so auch 2Tim 2,20-21; 1Pt 4,10+17).

Die Gemeinde wird hier aber noch auf eine andere Weise gekennzeichnet, die mit den geistlichen Kämpfen des Timotheus gegen die anbrandenden Irrlehren in Zusammenhang steht und ihn (wie auch uns) anspornen und ermutigen soll: die Gemeinde ist der „Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit“, d.h. der Wahrheit Gottes! In der Tat, wer sollte das Zeugnis von Gottes Wahrheit in dieser finsteren, von Lügengeistern betörten Welt noch aufrechterhalten, wenn nicht die Gemeinde der Erlösten, die der Herr Jesus als Seine Zeugen bezeichnet, als das Licht der Welt!

Hierin sehen wir aber auch die Bedeutung der geistlichen Kämpfe um Gottes Wort und die gesunde Lehre der Schrift: der Widersacher versucht alles, um der Gemeinde die Wahrheit Gottes zu rauben, sie zu verdunkeln und zu verdrehen, damit er seine Lügen ungestört ausbreiten kann. Von hierher verstehen wir auch den ernsten Auftrag besser, der im 2. Timotheusbrief so eindringlich an Timotheus (und an uns) ergeht: „Halte dich ans Wort! Bewahre das Wort! Vertraue das Wort treuen Menschen an! Teile das Wort der Wahrheit recht! Bleibe im Wort! Verkündige das Wort!“

Was ist das Geheimnis wahrer, rechter Gottesverehrung? Darauf geht Paulus nun ein. Das hier in der Schlachterbibel 2000 mit „Gottesfurcht“, sonst meist mit „Gottseligkeit“ übersetzte Wort eu-sebeia bedeutet rechte Furcht und Verehrung Gottes. Der Unterschied zwischen echten und falschen Christen, zwischen Irrlehrern und biblischen Gläubigen besteht im letzten nicht in Formeln und Lehraussagen, sondern in unserer Herzensstellung zu einer Person: zu dem Sohn des lebendigen Gottes, zu dem Herrn Jesus Christus, der Gott von Ewigkeit ist und Mensch wurde, um uns zu erlösen.

Genau hier sperrten sich die Irrlehrer, die falschen Christen von damals wie auch von heute. Es ist ernst und nachdenkenswert, daß die falschen Lehrer der Gnosis aus dem 1. Jh. und die verschiedensten Irrlehrer des 19. – 21. Jahrhunderts (Liberaltheologen, Zeugen Jehovas usw.) sich darin einig sind, daß sie die Gottheit und Menschwerdung Jesu Christi leugnen (vgl. auch 1Joh 2,22; 4,1-6; 5,1-21). Und so ist diese inspirierte Aussage von V. 16 auch heute noch von großer Wichtigkeit: „Und anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottesfurcht: Gott ist geoffenbart worden im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, gesehen von den Engeln, verkündigt unter den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.“

 
 

Warnung vor Verführung und Glaubensabfall in der letzten Zeit (4,1-5)

 

Paulus schließt eine wichtige prophetische Offenbarung über die letzte Zeit an und betont, daß sie ihm vom Geist Gottes gegeben wurde: „Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden …“

Diese inspirierte Warnung vor falschgeistiger Verführung sollten auch wir sehr gut beherzigen. Sie erhellt den Hintergrund für die zahlreichen verführerischen Strömungen dieser letzten Tage. Für die Katholische Kirche wie für allerlei mystische Strömungen, für die Mormonen, die Adventisten, die Zeugen Jehovas oder die Pfingst- und Charismatische Bewegung gilt: Hinter ihnen stehen verführerische Geister und Lehren von Dämonen. Das erklärt auch ihren starken Einfluß und den Bann, den sie oft über ihre verblendeten Anhänger ausüben.

Die Wirkung dieser Verführungen wird auch klar beim Namen genannt: Letztlich sollen sie den Abfall vieler, die sich äußerlich zum Christentum bekennen, vom biblischen Glauben bewirken. Dieser Abfall ist schleichend schon lange im Gange; er wird einmal münden in dem großen endzeitlichen Glaubensabfall zur Zeit des Antichristen, der in 2Th 2,3 erwähnt wird. Die Verse 3-5 warnen vor besonderen Lehren, die wohl in erster Linie in der entstehenden katholischen Kirche Einfluß gewannen, die aber durchaus auch für die letzte Zeit noch Bedeutung haben können.

 
 

 

Ermunterung zu treuem Dienst in der Lehre und zur Gottesfurcht (4,6-16)

 
Angesichts solcher Irreführungen leitet Paulus Timotheus an, die Gläubigen zu warnen und geistlich zuzurüsten, damit sie die falschen Lehren durchschauen und ablehnen. Es ist interessant, daß Paulus ausdrücklich Timotheus ermuntert, den Gläubigen die Tatsache und die Inhalte der Verführung vor Augen zu stellen: „Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst, wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist.“

Heute gibt es manche Christen, die eine biblisch begründete Warnung vor Irrlehren und die Auseinandersetzung damit ablehnen mit der Begründung, es sei doch viel besser, wenn man die Gläubigen nur mit dem Positiven ernähre. Der Apostel Paulus jedenfalls hat es nicht so gemacht, und seine Anweisungen zum Dienst am Wort schließen die bewußte Auseinandersetzung mit Irrlehren ausdrücklich ein, so z.B. auch 2Tim 4,1-4; Tit 1,9-11.

Paulus mahnt den eher etwas zurückhaltenden Timotheus auch, im Kampf gegen falsche Lehre und falsche Frömmigkeit bestimmt und klar aufzutreten; er weist ihn an: „Die unheiligen Altweiberlegenden aber weise ab! … Dies sollst du gebieten und lehren!“ Timotheus braucht in diesem geistlichen Kampf vor allem auch Übung in der Gottesfurcht, d.h. in einem gottesfürchtigen Wandel, der alle Bereiche des Lebens umfassen soll (V. 7-8). Zur Lehre und Verkündigung des Wortes gehört auch das Ermahnen, das Korrektur, Zurechtweisung und Überführung von Sünde mit einschließt und heute wenig beliebt ist (V. 13). Zugleich aber ist der Dienst am Wort nur dann von tiefer Wirksamkeit, wenn er durch das persönliche Vorbild im Wandel des Verkündigers unterstrichen und bestätigt wird (V. 12).

Paulus ermahnt den jungen Verkündiger auch dazu, beständig auf das Lehren, Ermahnen und Vorlesen bedacht zu sein und in seinem Dienst und der Ausübung seiner Gnadengabe zu wachsen und Fortschritte zu machen. Er gibt in diesem Abschnitt viele wertvolle Hilfen für angehende Diener des Wortes, auf die hier nicht im einzelnen eingegangen werden kann; wichtig ist die Betonung: „Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei!“ (vgl. auch Apg 20,28; Lk 17,3).

Paulus stellt Timotheus in V. 16 auch eine tröstliche Verheißung vor Augen, die ihn in seinem Dienst anspornen soll: „Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten (od. bewahren) als auch die, welche auf dich hören.“ Das ist eine Ermutigung auch für heutige Verkündiger, die noch den ganzen Ratschluß Gottes verkündigen wollen. Es steckt darin aber auch eine Mahnung für die zuhörenden Gläubigen, daß sie keine automatische Bewahrung vor den endzeitlichen Verführungen und Verderbnissen erwarten können, wenn sie nicht auf die biblischen Warnungen geistlicher Verkündiger hören wollen!

 
 
 
 
Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser Jage nach der Gottesfurcht. Ein kurzer Überblick über den 1. und 2. Timotheusbrief
 
 
Hier können Sie das vollständige PDF-Dokument herunterladen und lesen:
 
 
 
 

Weiterführende Literatur

Rudolf Ebertshäuser, Bewahre das Wort! Eine Auslegung des 2. Timotheusbriefes. Steffisburg (Edition Nehemia) 2013, Hardcover, 196 S.

 
 
 
 
 
Andere Bibelauslegungen von Rudolf Ebertshäuser
 
 

Von Gott bewahrt vor der Verführung. Eine Auslegung des 2. Petrusbriefes und des Judasbriefes. Edition Nehemia Steffisburg  1. Aufl. 2015,  Gebunden, 352 S.

 

Baut mit am Haus Gottes! Was der Prophet Haggai uns heute zu sagen hat Edition Nehemia Steffisburg  1. Aufl. 2014, Taschenbuch, 120 S.

 
 
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten sie u.a. für die Schweiz bei der Edition Nehemia, für Deutschland und Österreich bei der Versandbuchhandlung Samenkorn.
Print Friendly