Der Sauerteig der Verführung in der Deutschen Evangelischen Allianz

 

 

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, auf unserer Webseite von Zeit zu Zeit Momentaufnahmen aus dem traurigen Prozeß der Irreführung und des geistlichen Niedergangs der Deutschen Evangelischen Allianz zu veröffentlichen. Das tun wir nicht, um irgendwelche Streitgefechte mit dieser Führungsorganisation der Evangelikalen auszutragen. Unser erklärtes Anliegen in dieser Aufklärungsarbeit ist es, Gläubige aus den Gemeinden und Werken dieses Verbandes aufzuklären, damit sie nicht von den in der DEA verbreiteten schlimmen Verführungen mitgerissen werden und Schaden erleiden.

Wir sehen dabei einen grundlegenden Unterschied zwischen den Überzeugungen der „Evangelikalen“ und den entschieden bibeltreuen Überzeugungen, die wir auf dieser Webseite vertreten wollen, und die auch eine Anzahl von Gläubigen aus dem Kreis der biblischen Baptisten und rußlanddeutschen Mennoniten, der konservativen Brüdergemeinden und freien Gemeinden vertreten. Der Begriff „evangelikal“ bezeichnete ursprünglich im angelsächsischen Raum einfach die erwecklichen biblischen Gläubigen, denen es um das biblische Evangelium, um Bekehrung und Wiedergeburt sowie auch die Heiligung des Lebens ging. In diesem Sinne würden wir uns auch von Herzen als „evangelikal“ bezeichnen.

Doch im 20. Jahrhundert hat dieser Begriff eine ganz andere Bedeutung angenommen. Die moderne Bewegung der „Neo-Evangelikalen“ entstand ca. 1950 aus der Abgrenzung gegen die entschieden bibeltreuen amerikanischen fundamentalists. Männer wie Billy Graham, Bill Bright und John Stott traten für eine neue Strömung ein, die biblische Standpunkte durch Wissenschaftlichkeit, Dialog mit der katholischen Kirche und ökumenischen Kreisen, durch sozialpolitisches Engagement und Öffnung zur Welt hin „modernisieren“ wollte. Das Ergebnis war eine Strömung der Vermischung und des Kompromisses in den Fundamenten des Glaubens. Man integrierte ganz bewußt Verführungslehren wie das „Soziale Evangelium“, die Bibelkritik, römischen Katholizismus und Mystik, Charismatik und Allversöhnung und wollte aus dem allem ein „offenes“, „zeitgemäßes“ und für die Welt „relevantes“ Christentum stricken.

Diese verführerische Strömung beeinflußte seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts auch zunehmend die deutschen Allianzkreise, die mit dem Modewort „evangelikal“ damals noch nicht so viel anzufangen wußten, aber in vielem ebenfalls schon durch (natürlich „gemäßigte“) Bibelkritik und ökumenische Einflüsse durchsäuert waren. Besonders Billy Graham und die „Lausanner Bewegung“ trugen dazu bei, daß die deutschen Pietisten und Freikirchler sich immer häufiger mit einem gewissen Stolz als „Evangelikale“ bezeichneten.

Nach dem Vorbild der USA öffneten sie sich seit 1974 immer deutlicher für das „Soziale Evangelium“ und auch für die Verführung der Pfingst- und Charismatischen Bewegung. Ihr Kurs ist auch durch eine unerbittliche, wenn auch verzögerte und mit lahmen Protesten garnierte, Anpassung an den gottlosen Weg der protestantischen Volkskirchen gekennzeichnet, mit denen sie besonders durch die landeskirchliche Gemeinschaftsbewegung ziemlich eng verbunden sind. So übernahm die Allianz u.a. die Öffnung für die Ökumene und die Frauenordination, und zur Zeit versuchen einflußreiche Kräfte in der Allianz, darunter der inzwischen zurückgetretene Vorsitzende Dr. Diener, auch eine Akzeptanz der „Homo-Segnung“ zu erreichen.

Wir sehen an dem Weg der Evangelischen Allianz eindrucksvoll, wie wahr und wichtig die Warnung der Bibel vor der Vermischung von Licht und Finsternis, von gesunder Lehre und Irrlehre ist. Von der Gefahr solcher Vermischung warnt unser Herr in dem bekannten Gleichnis vom Sauerteig:

Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Reich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und heimlich in drei Scheffel Mehl hineinmischte, bis das Ganze durchsäuert war. (Mt 13,33)

Solche Vermischung geht immer vom Widersacher Gottes aus, der weiß, daß das Endergebnis einer Vermischung von Licht und Finsternis notwendigerweise der Triumph der Finsternis ist – nicht, weil sie stärker wäre als das Licht, sondern weil Vermischung dem ausdrücklichen Willen Gottes widerspricht!

Euer Rühmen ist nicht gut! Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit. (1Kor 5,6-8)

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. (2Kor 6,14-18)

 

 

Charismatischer Sauerteig trägt traurige Früchte: ein Pfingstler wird DEA-Vorsitzender

 

Am 1. Juli 1996 hatte die DEA durch die „Kasseler Erklärung“ offiziell die Abgrenzung zum Bund Freier Pfingstgemeinden und damit auch zur ganzen Pfingst- und Charismatischen Bewegung aufgehoben und die Tore für eine Zusammenarbeit weit geöffnet. Damit widerrief sie effektiv, wenn auch nicht direkt, die berühmte „Berliner Erklärung“ von 1909, die über viele Jahrzehnte ein geistlicher Schutzwall war und das Vordringen des pfingstlerischen Verführungsgeistes in Allianzkreisen behindert hatte.

Etwas mehr als 20 Jahre später ist nun ein Führer des „gemäßigten“ Zweiges der deutschen Pfingstbewegung, des traditionsreichen „Mülheimer Verbandes“, zum Vorsitzenden der DEA gewählt worden: Ekkehart Vetter, 61, ev. Theologe, seit 1983 im Pastorendienst des Mühlheimer Verbandes, seit 2003 Präses des Mülheimer Verbands Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. Seine Allianz-Karriere liest sich eindrucksvoll:

Seit 2004: Mitglied im Hauptvorstand der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA)
Seit 2008: Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der DEA
2012-2016: 2. Vorsitzender der DEA
2011-2014: Mitglied im Vorstand der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF)
Seit 2017: Vorsitzender der DEA

(Quelle: http://www.ead.de/die-allianz/netzwerk/geschaeftsfuehrender-vorstand/ekkehart-vetter.html)

Das ist das Gesetz der Vermischung: der Sauerteig der Irrlehre breitet sich immer weiter aus und ist unaufhaltsam, solange die Vermischung nicht durch Absonderung beendet wird. Insofern ist es folgerichtig und „verdient“, daß nun ein Vertreter der einst zu Recht ausgeschlossenen Pfingstler diesem „religiösen Gemischtwarenladen“ vorsteht. Er wurde übrigens ohne Gegenstimmen mit nur 2 Enthaltungen fast geschlossen gewählt – so weit ist die Allianz-Führung schon umprogrammiert. Wer weiß, vielleicht wird einmal sein radikalerer Kollege und extremcharismatische Megagemeinden-Pastor Peter Wenz diesen Posten einnehmen, im Hauptvorstand sitzt er ja schon …

Übrigens hier eine kleine, vermutlich nicht vollständige Übersicht der bekennenden Pfingstler und Charismatiker im Hauptvorstand der DEA:

Richard Aidoo (New Life Church Düsseldorf), Frank Bauer (Jugend mit einer Mission Hurlach), Henning Dobers (1. Vorsitzender der Geistlichen Gemeinde-Erneuerung in der EKD), Justus Jonas (Präses Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), Ekkehart Vetter (Präses Mühlheimer Verband), Gaby Wentland, Peter Wenz (Gospel Forum Stuttgart), Matthias C. Wolff (Dozent am Theol. Seminar Beröa BFP); dazu kommt Regina Gaßmann (Pastorin der Christus-Gemeinde Barmbek-Nord (Mülheimer Verband).

(Quelle: http://www.ead.de/die-allianz/netzwerk/hauptvorstand.html, abger. 2.11.17)

 

 

Auch rußlanddeutsche Gemeinden sollen mit in die Vermischung hineingezogen werden

 

Während die Evangelische Allianz sich beständig weiter für liberaltheologische Gedanken, das Soziale Evangelium und die Charismatik öffnet, möchte sie zugleich auch nach Möglichkeit ihren Einfluß auf Kreise ausdehnen, die konservativer sind als sie. Zu Recht haben die meisten der bibeltreuen Baptisten- und Mennoniten-Brüdergemeinde rußlanddeutscher Herkunft sich bewußt von der Allianz und ihrer unbiblischen Einheitspolitik ferngehalten. Leider aber geben manche Kreise und Gemeinden, die schon viele biblische Grundsätze ihrer Vorväter verlassen haben, diese gesunde Distanz auf und lassen sich in die Allianz hineinziehen. Diesen Schritt tat vor kurzem der Leiter des „Bibelseminars Bonn“:

Dr. Heinrich Derksen, Jahrgang 1970, seit 1999 Schulleiter des Bibelseminars Bonn, ist neues Mitglied des Hauptvorstandes der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA). Die Wahlperiode ist sechs Jahre. Er ist Leiter des seit 2011 bestehenden „Forum evangelischer Freikirchen“, das mehr als 100 Gemeinden in Deutschland vernetzt, die aus der Tradition der „Aussiedlergemeinden“ kommen.

Als sein Ziel, auch der Mitarbeit im Hauptvorstand, bezeichnet Heinrich Derksen „Weil wir das Privileg haben in Gottes Reich mitzuarbeiten, will ich meine Kraft dafür einsetzen, dass die Gemeinde in das Ebenbild Jesu verwandelt wird. Dabei soll dies bei mir beginnen und in den Menschen, denen ich diene, fortgesetzt werden.“ Er habe die Berufung u.a. auch deshalb angenommen, weil er so „die Anliegen und Interessen von Gemeinden mit russlanddeutschem Hintergrund in die DEA hineintragen und dort vertreten“ könne. Sie sei „das größte Netzwerk im deutschsprachigen Raum, das evangelikale Christen verbindet und vernetzt und uns in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft eine gemeinsame Stimme für biblische Maßstäbe und Werte gibt.“

Neben Peter Dück und Dr. Johann Matthies ist er der Dritte unter den derzeit 71 Mitgliedern des Leitungsgremiums der DEA aus diesem Frömmigkeitsbereich. Der Vorsitzende der DEA, Ekkehart Vetter betonte anlässlich der Zusage von Derksen zur Mitarbeit: „Wir brauchen die Stärkung der Gemeinschaft mit Geschwistern aus den sogenannten Aussiedlergemeinden“. Sie seien eine Bereicherung der Gemeinschaft. Ihre Sicht, auch der geistlichen Entwicklungen in unserem Land, dürften nicht übersehen werden.

(Quelle: http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/dr-heinrich-derksen-schulleiter-des-bibelseminar-bonn-ist-neues-mitglied-des-hauptvorstands-der-d.html)

Heinrich Derksen hat sich mit pragmatischen Argumenten auf einen unbiblischen Weg begeben, der ihm und den rußlanddeutschen Gläubigen, die er vertreten will, nur schaden kann. Er darf nun im Allianz-Hauptvorstand mit den weiter oben erwähnten Charismatikern wie Peter Wenz oder Pfingstlern wie Justus Jonas (der übrigens auch einen rußlanddeutschen Hintergrund haben soll) „vertrauensvoll zusammenarbeiten“. Er begegnet dort den Frauen in Leitungsfunktionen „auf Augenhöhe“, die ihm beständig die Verleugnung von 1. Timotheus 2,12 vordemonstrieren. Und er führt den „brüderlichen Dialog“ mit mystisch und emergent angehauchten Vertretern aus dem „AUFATMEN“-Kreis um Ulrich Eggers, mit Astrid Eichler oder Roland Werner oder Jürgen Mette.

Es ist verständlich, daß die Evangelische Allianz selbst sehr danach trachtet, auch Vertreter konservativerer rußlanddeutscher Kreise an sich zu binden. Diese aber können dort nur verlieren und werden weiter in den ökumenischen Sumpf hineingezogen, in dem die Allianz selbst schon über beide Ohren steckt.

 

 

Allianz-Vermischung praktisch: charismatische „Holy Spirit Night“ in München

 

Wie es praktisch aussieht, wenn die Allianz sich mit Verführungsströmungen wie der Charismatischen Bewegung vermischt, zeigt eine kurze Meldung:

1.800 Jugendliche haben an der „Holy Spirit Night“ (Nacht des Heiligen Geistes) der Evangelischen Allianz München teilgenommen. Sie stand im Zeichen des diesjährigen 500. Reformationsjubiläums. So betonte der Evangelist Henrik Ermlich von der Initiative „Friends“ (Marburg) die Bedeutung der Bibel als verlässliche Quelle der Offenbarung Gottes. Die Heilige Schrift zeigt ihm zufolge über alle Generationen und Kulturen hinweg auf, dass Gott die Beziehung zum Menschen sucht. Der Leiter des „Gebetshauses Augsburg“, der katholische Theologe Johannes Hartl, rief die Jugendlichen dazu auf, den Glauben an Jesus Christus konsequent zu leben, auch wenn es mit Widerständen verbunden sei. Die diesjährige „Nacht des Heiligen Geistes“ war die dritte Veranstaltung dieser Art in München. Sie wurde von mehr als 300 ehrenamtlichen Mitarbeitern organisiert.

(Quelle: http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/nacht-des-heiligen-geistes.html)

Das Format mit dem lästerlichen Titel „Holy Spirit Night“ („Nacht des Heiligen Geistes“) ist eine typisch charismatische Einrichtung (das charismatische „Gospel Forum Stuttgart“ etwa veranstaltet solche Nächte schon lange). In solchen Veranstaltungen wirkt der Irrgeist der Charismatischen Bewegung und verführt zahlreiche junge Christen, sich seinen falschen „Gaben“ und „Manifestationen“ zu öffnen.

In der Münchner Veranstaltung wurde diese Verführung auf den Gipfel getrieben, indem man den gleichzeitig extremcharismatisch ausgerichteten und erzkatholischen Starredner Johannes Hartl einlud. Daß dies ausgerechnet bei einer Veranstaltung geschah, die auch „im Zeichen des diesjährigen 500. Reformationsjubiläums“ stehen sollte, ist besonders dreist und zeigt, wie weit die „evangelischen“ Ur-Urenkel von der Reformation schon weggedriftet sind.

Johannes Hartl verbreitet zwei endzeitliche „kräftige Irrtümer“ (2Thess 2,9-12) gleichzeitig: den falschen Geist der Charismatik und seine falschen Visionen, Stimmen und Wunderzeichen, und den falschen Geist der römischen Kirche mit seinem betrügerischen Evangelium der Rettung durch Sakramente. Daß die Verantwortlichen der Münchener Evangelischen Allianz 1.800 beindruckbare junge Leute aus allem möglichen evangelischen Gemeinden einem solchen Betrug aussetzten, ist im Grunde ein Skandal; zugleich aber ist es alltäglich und findet genauso bei sehr vielen großen und kleinen Jugendfestivals und „Events“ statt, die unter der Flagge der Evangelischen Allianz laufen (vgl. unseren kritischen Kommentar zum Christival 2016).

 

 

Zum Kurs der modernen Evangelikalen können Sie auf unserer Webseite u.a. lesen:

 

Die Auflösung der Wahrheit durch die modernen Evangelikalen und unsere Antwort darauf

 

Die Entstehung und die verkehrten Wesenszüge des modernen Evangelikalismus. Ein kurzer Überblick

 

Der moderne Evangelikalismus – Relativierung der Wahrheit und Kompromiß mit der Welt

 

„Zeit zum Aufstehen“: Der irreführende „Ruf zur Mitte“

 

 

 

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