Wir haben schon gesehen, daß hinter dem verführerischen Einfluß der Welt auf die Kinder Gottes letztlich der Erzverführer, der Satan, die listige Schlange steht. Das wird uns noch etwas deutlicher in Eph 2,1-3 gezeigt:

– auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen. (Eph 2,1-3)

Die sündigen Menschen werden gesteuert von dem Fürsten dieser Welt, dem Teufel, der in der Luft (= dem ersten Himmel, dem Lufthimmel) seine unsichtbare Herrschaft ausübt. Von ihm geht der Geist der Welt (1Kor 2,12) aus, der in allen Sündern (Söhnen des Ungehorsams) wirksam ist (es könnte auch gemeint sein, daß der Satan selbst dieser Geist ist). Auch wir Gläubige haben uns zu wehren gegen die listigen Angriffe der geistlichen Bosheitsmächte in den himmlischen Regionen:

(…) denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. (Eph 6,12)

Die Welt ist eine geistliche Macht, in ihr und durch sie wirkt der Geist der Welt; es wirken Geistesmächte der Bosheit, die vom Unsichtbaren her die Menschen beeinflussen, ihr Denken steuern, die Einfluß ausüben auf die Philosophie und Theologie, auf die Moral und Politik, auf die vorherrschenden Gedanken und ideologischen Einflüsse, die die Menschen prägen und antreiben.

Diese finsteren Geistesmächte steuern also auch das, was die Menschen als „Zeitgeist“ bezeichnen. Vorherrschende Gedanken wie etwa die Verleugnung aller absoluten Wahrheit, die humanistische Lüge vom im Kern guten Menschen, der sich immer höher entwickelt, die Lüge von der Evolution, die Lüge von der Einheit aller Religionen, die liberale Theologie, die Ideologie der Selbstliebe und Selbstverwirklichung – all das wird letztlich von den Weltbeherrschern der Finsternis her gelenkt.

Aus dieser dämonischen Quelle erklärt sich auch die manchmal unheimliche Macht und Überzeugungskraft, die solchen verdrehten und finsteren Ideologien innewohnt und die Millionen in ihren Bann schlägt. Die Geschichte des Nationalsozialismus, des Kommunismus, der antiautoritären Bewegung, des Feminismus, des Evolutionismus gibt manche Belege für diesen verzaubernden, bannenden, geistlich verblendenden Einfluß von Lehren, die letztlich bereits vom „Geist des Antichristen“, dem „Geist des Irrtums“ geprägt erscheinen (vgl. 1Joh 4,1-6).

Dieser Welt- und Zeitgeist sucht auch in die Gemeinde Gottes hineinzuwirken und örtliche Gemeinden wie auch die einzelnen Gläubigen zu benebeln und irrezuleiten. Weltliches Denken dringt über viele Kanäle in die Gemeinden hinein. Besonders wirksam sind hier die Charismatische Bewegung sowie die Gemeindewachstumsbewegung; über sie kommen Lehren aus der weltlichen Philosophie und Psychologie, Managementlehre, Politik sowie der esoterischen New-Age-Mystik unter die Gläubigen. Wie nötig haben wir heute die Warnung der Schrift:

Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß. (Kol 2,8)

Allzuviele Christen erkennen den verderblichen Einfluß des Weltgeistes überhaupt nicht, weil sie es versäumt haben, geistlich wachsam und Christus hingegeben zu leben und weil sie zuwenig in der Bibel gegründet sind, so daß sie zwischen gesunder Lehre der Bibel und den Irrlehren der Welt nicht klar unterscheiden können. Ihnen fehlt die Augensalbe; sie haben das „Schwert des Geistes“ irgendwo im Keller verrosten lassen, weil es für sie sie beim Zurücklehnen im Schaukelstuhl der Trägheit so hinderlich war.

Der Weltgeist verleitet die wahren Gläubigen dazu, sich an die Welt anzupassen und in ihr heimisch zu werden. Heute ist dieser Sog, den die Welt ausübt und der uns zur Angleichung an die Welt, zur Weltliebe verleiten soll, wahrscheinlich stärker und raffinierter denn je. Der Feind versucht die wahren Gläubigen kraftlos zu machen, indem er sie mit den vergänglichen Genüssen dieser Welt ködert. Er versucht, sie als Diener Gottes und Zeugen des Evangeliums außer Gefecht zu setzen, und er weiß, daß er das geschafft hat, wenn wir der Versuchung zur Angleichung an die Welt nachgegeben haben:

Ephraim hat sich mit den anderen Völkern vermischt; Ephraim ist wie ein Kuchen, den man nicht umgewendet hat. Fremde haben seine Kraft verzehrt, und er erkennt es nicht; sein Haupthaar ist mit Grau gesprenkelt, und er erkennt es nicht. (Hos 7,8-9)

Dieser Weg des geringsten Widerstandes verschafft uns einige Annehmlichkeiten; wir werden nicht mehr verfolgt und müssen nicht mehr die Schmach und den Spott, den Haß der Welt auf uns nehmen – aber der geistliche Verlust, den dieser Irrweg uns einbringt, ist groß: Wir verlieren unsere Kraft und Entschiedenheit in der Nachfolge, unsere innige Beziehung zu unserem Herrn, unser Zeugnis in der Welt, unsere Freude, unsere Vollmacht – und nicht zuletzt verlieren wir unsere Kinder an die Welt! Was das bedeutet, ist uns durch den traurigen Weg des Lot im Alten Testament so ernst vor Augen gestellt.

Heute kommt der verführerische Einfluß des Weltgeistes sehr massiv über die modernen Medien in die Herzen der Menschen. Besonders das Fernsehen, aber auch Rundfunk, Zeitungen und Zeitschriften, weltliche Bücher und das Internet verbreiten die Lügen des Fürsten dieser Welt unter den Menschen. Hier sollten sich die Kinder Gottes absondern und solchen Einflüssen gar keinen Raum in ihren Herzen geben; sie sollten sich möglichst weitgehend den Einflüssen dieser Welt enthalten und sich möglichst viel mit dem Wort Gottes, dem Gebet und auferbauenden Einflüssen beschäftigen. Wer hier nicht wachsam und konsequent ist, wird schleichend durch die Einflüsse des Weltgeistes geschwächt, benebelt und vom rechten Weg abgebracht.

 

 

Die verweltlichte Christenheit und ihr verführerischer Einfluß auf uns

 

Die größte Verführungsgefahr für die wahren Gläubigen in der heutigen Endzeit geht sicherlich nicht von der unbekümmert gottlosen, offen rebellischen Welt aus, sondern von der verweltlichten Christenheit – von Menschen, die sich „Christen“, „Gläubige“, auch „Evangelikale“ nennen, die aber leben wie die unbekehrten Weltmenschen, nur mit einem religiösen Mäntelchen getarnt. Eine solche „Christenheit“ von nicht wiedergeborenen Sündern, die einen äußeren Schein von Gottesfurcht haben und doch gesetzlos leben (Mt 24,12!), hat das prophetische Wort des NT als größte Not und geistliche Gefahr der letzten Zeiten vorhergesagt:

Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! (2Tim 3,1-5)

Hier sind Menschen angesprochen, die „eine äußere Form von Gottesfurcht“ haben, die sich „Christen“ nennen und womöglich auch beanspruchen, „wiedergeboren“ zu sein. Aber ihr Leben bezeugt, daß sie den Herrn nie erkannt haben. Sie leben in all den Sünden dieser gottfeindlichen Welt, und behaupten dennoch, sie kämen in den Himmel.

Die Hauptsünde dieser verweltlichten Namenschristen ist die Selbstliebe: „die Menschen werden sich selbst lieben“. Sie drehen sich um sich selbst und ihre Begierden, nicht um Christus; sie wollen sich selbst verwirklichen und wandeln nach den Lüsten des Fleisches. Sie behaupten, Gott zu lieben, aber in Wahrheit lieben sie das Vergnügen, die Befriedigung ihrer sündigen Begierden, mehr als Gott. Sie sind stolz und selbstgefällig und lassen sich von niemand etwas sagen; sie leben leichtfertig und innerlich hohl; sie kennen keine Zucht und Selbstbeherrschung und sind ihren Eltern ungehorsam – eine rebellische, eigenliebige Generation.

Finden wir nicht genau das in unseren letzten Zeiten verwirklicht? Und ist nicht dieses „zeitgemäße“, „offene“ Christentum, das voreheliches Zusammenleben, Discos, Kino, Rock- und Popmusik, Internetchats, Zuchtlosigkeit und Frechheit, Jagen nach Vergnügungen scheinbar problemlos mit einem christlichen Bekenntnis, ja sogar mit allerlei „missionarischen“ und „missionalen“ Aktivitäten verbindet, eine der schlimmsten Verführungen für zahllose Jugendliche aus bibeltreuen Gemeinden, aber auch für ältere Gläubige, von denen man meinen müßte, sie seien besonnener und „gestandener“?

Die verführerische falsche Christenheit der heutigen letzten Tage macht die Verfolgung weltlicher Begierden und ein weltliches Leben geradezu zum missionarischen Erfordernis; sie verbreitet die Lüge, man müsse sich heutzutage der Welt anpassen und wie die Welt leben – in unzüchtigen, zügellosen Verhaltensweisen, im Äußeren den antichristlichen Moden der Welt gleich, ständig berieselt mit („christlicher“ oder weltlicher) Rock- und Popmusik. Nur so könne man „die Welt“ für Christus gewinnen. An ihnen erfüllt sich derselbe Irrweg wie am abtrünnigen Volk Israel, von dem wir lesen:

Sie vertilgten die Völker nicht, wie ihnen der HERR geboten hatte; sondern sie vermischten sich mit den Heidenvölkern und lernten ihre Werke. (Ps 106, 34-35)

Auch die Gemeinden werden im Zuge dieser Verweltlichung unter „christlichem“ Vorzeichen umgekrempelt und mit dem unheiligen Schund dieser Welt gefüllt. Wo eigentlich lautere Wortverkündigung, geistliche Gesänge und geisterfülltes Gebet das Gemeindeleben prägen sollten, finden sich heute Theater und Clowns, Discotanz und Rock- und Pop-„Anbetung“, witzereißende Pastoren und unterhaltsame 20-Minuten-„Inputs“ fast ohne biblischen Bezug und sicherlich ohne klare Wortauslegung und Bußbotschaft. Eine Vorreiterrolle in dieser Verführung hat die Pfingst- und Charismatische Bewegung inne; viele weltförmige Elemente wurden durch diese Irrströmung, die ein heidnisches falsches Christentum darstellt, in die Gemeinde geschleust.

Die Welt wird in die Gemeinde einbezogen und prägt die falschen Gemeinden von heute. Diese lauen, verweltlichten Gemeinden haben kein göttliches Zeugnis für die dem Verderben geweihte Welt; sie sind längst ein Teil von ihr geworden und haben auch Teil an ihrem Schicksal der ewigen Verdammnis.

Durch die verführerische Freiheit für das Fleisch (Gal 5,13; 1Pt 2,16), die diese gesetzlosen Scheinchristen verkünden und ausleben, sollen auch echte Gläubige irregeführt und eingefangen werden. „Du kannst sündigen, wie du willst, du kannst deine Begierden ausleben wie du willst – Gott ist tolerant und segnet alle deine Wege ab. Du brauchst dich nicht an die Gebote der Bibel zu halten und brauchst Gott nicht zu fürchten. Lebe, wie es dir gefällt, und am Ende kommst du auch in den Himmel“ – so ähnlich lautet die schreckliche Verführungsbotschaft der falschen Weltchristen. Doch die Wahrheit der Schrift bleibt ewig bestehen:

Wißt ihr denn nicht, daß Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht: Weder Unzüchtige noch Götzendiener, weder Ehebrecher noch Weichlinge, noch Knabenschänder, weder Diebe noch Habsüchtige, noch Trunkenbolde, noch Lästerer, noch Räuber werden das Reich Gottes erben. Und solche sind etliche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerechtfertigt worden in dem Namen des Herrn Jesus und in dem Geist unseres Gottes! (1Kor 6,9-11)

Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes. Laßt euch von niemand mit leeren Worten verführen! Denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. So werdet nun nicht ihre Mitteilhaber! Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! (Eph 5,5-8)

Wer die Gnade Gottes in Wahrheit erfahren hat, der kann nicht mehr im Sündenschmutz der Welt mitschwimmen – das ist die ganz klare, immer wieder betonte Lehre der Heiligen Schrift (vgl. 1Pt 4,1-5).

Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes.

Denn es ist für uns genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst. Das befremdet sie, daß ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm (…) (1Pt 4,1-5)

So gehört zum echten Christusnachfolge in der Endzeit dazu, daß die wahren Jünger des Herrn Jesus sich von der gesetzlosen, weltförmigen „Christenheit“ absondern („Von solchen wende dich ab!“ – 2Tim 3,1-5) und in einem heiligen Lebenswandel bezeugen, daß sie der Welt gekreuzigt und gestorben sind und die Welt für sie (Gal 6,14).

 
 
 
 
Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser „Habt nicht lieb die Welt!“ In einer gottfernen Welt ein Zeugnis für Christus sein
 
 

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Weiterführende Literatur

Rudolf Ebertshäuser, Christus – unsere Heiligung. Eine biblische Ermutigung zu einem geheiligten Leben für Gott. Steffisburg (Edition Nehemia)  2011BB##@ S.

Rudolf Ebertshäuser, Auf dem Weg zur geistlichen Reife. Biblische Hilfen für unser geistliches Wachstum. Steffisburg (Edition Nehemia)  2010BB S.

 

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