Die Bedeutung der Heiligen Schrift für uns Gläubige

 

 

Wenn wir das Thema „Bibelübersetzungen“ behandeln, dann sollten wir uns als erstes noch einmal vor Augen führen, wie entscheidend wichtig die Bibel, die Heilige Schrift, eigentlich für uns gläubige Christen ist. Heutzutage sind viele Gläubige in Gefahr, die Heiligkeit und Herrlichkeit des Wortes Gottes geringzuschätzen und menschlich-oberflächlich von der Bibel zu denken. Wir sind uns viel zu wenig dessen bewußt, welch ein Wunder die Bibel in Wahrheit ist und was für einen kostbaren Schatz sie für jedes Kind Gottes darstellt.

Wir sollten mit Ehrfurcht und großer Hochachtung von der Heiligen Schrift denken und reden. Wir sollten sie ganz besonders lieben, denn sie ist die Botschaft unseres Gottes an uns Menschen, ohne die wir keine Rettung, kein Leben empfangen könnten und unser Leben als Gläubige auch nicht richtig führen könnten. Das wird uns in den wunderbaren Aussagen des 19. und des 119. Psalms ganz besonders nahegebracht. Wenn dort vom „Gesetz“ oder der Weisung (hebr. thorah) des Herrn die Rede ist, so gilt das sinngemäß für die ganze Heilige Schrift, die für uns göttliches Gesetz, Weisung und Lehre des Herrn, unseres Gottes ist:

„8  Das Gesetz des Herrn ist vollkommen,
es erquickt die Seele;
das Zeugnis des Herrn ist zuverlässig,
es macht die Unverständigen weise.
9  Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie erfreuen das Herz;
das Gebot des Herrn ist lauter,
es erleuchtet die Augen.
10  Die Furcht des Herrn ist rein,
sie bleibt in Ewigkeit;
die Bestimmungen des Herrn sind Wahrheit,
sie sind allesamt gerecht.
11  Sie sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold,
süßer als Honig und Honigseim.
12  Auch dein Knecht wird durch sie belehrt,
und wer sie befolgt, empfängt reichen Lohn.“   (Psalm 19)

 

„18  Öffne mir die Augen, damit ich sehe
die Wunder in deinem Gesetz! (…)
89  Auf ewig, o Herr,
steht dein Wort fest in den Himmeln; (…)
97  Wie habe ich dein Gesetz so lieb!
Ich sinne darüber nach den ganzen Tag. (…)
111  Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe,
denn sie sind die Wonne meines Herzens. (…)
120  Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir,
und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen! (…)
129  Wunderbar sind deine Zeugnisse;
darum bewahrt sie meine Seele. (…)
140  Dein Wort ist wohlgeläutert,
und dein Knecht hat es lieb.“   (Psalm 119)

 

a) Die Bibel ist Gottes inspiriertes Offenbarungswort

 

Ohne Gottes Wort wären wir Menschen ganz in der Finsternis und wüßten nichts Zuverlässiges über den lebendigen Gott und Sein Heil. Die Bibel ist so herrlich und kostbar, so wunderbar und vollkommen, weil sie die Selbstoffenbarung des unsichtbaren, ewigen, heiligen Gottes ist, der Himmel und Erde geschaffen hat. Durch die Heilige Schrift redet der lebendige Gott zu sterblichen Menschengeschöpfen; die Bibel ist Gottes Wort, nicht Menschenwort.

Gott gebrauchte zwar Menschen, um Sein Wort für uns niederschreiben zu lassen, aber was sie schrieben, war dennoch kein normales Menschenwort, sondern es waren die von Gottes Geist gegebenen Worte Gottes selbst. So bezeugt es uns die Heilige Schrift selbst in 2Pt 1,19-21:

„Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, daß keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“

In 2Tim 3,16 heißt es: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ (gr. theopneustos = „gottgehaucht“, von Gott durch Seinen Geist gewirkt, „inspiriert“). So bezeugt es David, der Prophet und Schreiber der meisten Psalmen: „Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und sein Wort war auf meiner Zunge“ (2Sam 23,2). So bezeugt es auch Paulus: „und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind“ (1Kor 2,13). So ist es ein Kennzeichen für alle wahren Gläubigen, was Paulus über die Thessalonicher schreibt: „daß ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirkt in euch, die ihr gläubig seid“ (1Th 2,13).

Glauben wir das wirklich von Herzen? Unser aufrichtiger und uneingeschränkter Glaube an die Inspiration der Schrift gehört zum innersten Kern unseres Glaubenslebens. Ob wir wirklich die Bibel als das irrtumslose, vollkommene Offenbarungswort Gottes anerkennen oder nicht, ob wir uns ehrfürchtig vor diesem Wort beugen oder es kritisch-überheblich und eigenwillig in Frage stellen – daran entscheidet sich unser ganzes geistliches Leben. Das hat Konsequenzen bis in die Ewigkeit!

 

b) Die Bibel ist das Wort des Lebens

 

Das Wort Gottes ist nichts Totes, Lebloses, Antiquiertes, kein „toter Buchstabe“, sondern es ist „lebendig und kräftig“ (Hebr 4,12 – Luther); es ist „Geist und Leben“ (Joh 6,63); was wir in der Bibel lesen dürfen, sind „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68-69). Das von Gott selbst eingegebene Wort ist nach Gottes Ratschluß das entscheidende Mittel, um sündige, verfinsterte, verlorene Menschen zu erretten und zur Wiedergeburt, zum ewigen Leben zu führen: „Demnach kommt der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch Gottes Wort“ (Röm 10,17).

Petrus bezeugt auch uns: „Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt“ (1Pt 1,23-25; vgl. Jak 1,18). Das in der Bibel geoffenbarte Wort von Christus ist „Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt“ (Röm 1,16; vgl. 1Kor 1,18). Nur das Wort Gottes in der von Gott gegebenen Form, in den Worten, die vom Geist Gottes eingegeben wurden, hat diese lebensschaffende Kraft. Diese Eigenschaft ist bloßen Menschenworten nicht eigen. Wenn Menschen in ihren eigenen Worten über Gott reden, dann ist das ein relatives, begrenztes, fehlbares Reden. Wenn Gott sich selbst in Seinem Wort offenbart, dann hat dieses Wort göttliche Kraft, und allein dieses kraftvolle Gotteswort schafft neues Leben.

Ist die Bibel auch für uns persönlich das Wort des Lebens? Lieben wir das Wort Gottes? Nehmen wir uns täglich Zeit, darüber nachzusinnen, darin zu forschen?

 

c) Die Bibel ist die verbindliche Leitlinie für Leben und Dienst der Gläubigen

 

Die Bibel als das geoffenbarte Wort Gottes ist auch die oberste, einzig und völlig verbindliche Leitlinie für das Denken und Handeln jedes wahren Gläubigen. Auch das verleiht ihr ein ganz besonderes Gewicht, eine überragende Bedeutung.

Die Bibel ist das vollkommene Lehrbuch für den Gläubigen, durch das der lebendige Gott und der Herr Jesus Christus, unser großer Meister, uns unterweist und belehrt, wie wir als Kinder Gottes leben sollen.

„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“ (2Tim 3,16-17; vgl. Röm 15,4; 1Tim 4,6; Tit 1,9)

Bei einem Lehrbuch kommt es auf jedes Wort an, auf jede Feinheit der Bedeutung, auf die genaue Wiedergabe der Gedanken, auf den exakten Sinn, den der göttliche Lehrer für uns Menschen in die Worte hineingelegt hat, die Er niederschreiben ließ.

Gott hat uns Sein Wort geoffenbart, damit wir es im Glauben annehmen und im Gehorsam ausleben! (Vgl. auch Röm 1,5.) „Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer“, sagt uns Jakobus (Jak 1,22). Hier dürfen wir uns an die Worte unseres Herrn Jesus Christus erinnern: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“ (Joh 8,31-32). „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich nicht liebt, der befolgt meine Worte nicht.“ (Joh 14,23-24; vgl. Mt 7,24-25; Joh 14,21).

Das Wort Gottes ist die Richtschnur für jeden geistlichen Dienst für den Herrn, für alle Bereiche des Lebens einer neutestamentlichen Gemeinde. Dies ersehen wir u.a. aus dem Vorbild der Jerusalemer Gemeinde, die beständig in der Lehre der Apostel blieb (Apg 2,42). Der Apostel Paulus zeigt uns das in seinem 1. Brief an die Korinther, wo er schreibt: „Ich lobe euch, Brüder, daß ihr in allem an mich gedenkt und an den Überlieferungen festhaltet, so wie ich sie euch übergeben habe“ (1Kor 11,2). Später betont er: „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich auch euch überliefert habe“ (1Kor 11,23) und zeigt die Verbindlichkeit seiner Anweisungen für alle Gemeinden in 1Kor 14,37: „Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, daß die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind.“

Auch hier gilt wieder: Wenn es Gottes Wille ist, daß wir die Lehre und die Gebote der Apostelbriefe genau und verbindlich einhalten und in unserem Dienst und Gemeindeleben umsetzen, dann ist es dazu unerläßlich, daß wir eine zuverlässige, genaue Übersetzung dieser inspirierten Anweisungen in Händen haben, eine Übersetzung, die uns den genauen Sinn und auch feine Einzelheiten des göttlichen Gebotes erkennen läßt.

Ist das so in unserem Leben? Lassen wir uns von dem Wort Gottes leiten, bestimmen, auch korrigieren? Oder schieben wir es beiseite, wenn es uns Dinge sagt, die uns nicht gefallen? Leben wir im Glaubensgehorsam? Streben wir – bei allem Versagen und allem Mangel – aufrichtig danach, die Gebote unseres Herrn und Meisters zu befolgen? Nehmen wir es genau mit Gottes Anweisungen, oder genügt es uns, sie nur so obenhin und ungefähr zu befolgen?

 

 

Auszug aus der Broschüre  Moderne Bibelübersetzungen unter der Lupe

 

Hier können Sie das vollständige PDF-Dokument herunterladen

 

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