Der Weg der biblischen Gemeinde
angesichts der endzeitlichen Ökumene-Bestrebungen

 

 

Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser Ökumene – wohin führt die Einheit aller Namenschristen?
 
 

Für die wahre Gemeinde sind die verführerischen Einheitsbestrebungen der Ökumene eine ernste Gefahr, aber auch eine Herausforderung zur Treue und zum mutigen Bekenntnis für den wahren Herrn Jesus Christus und Seine Wahrheit, die eben nicht alle eint, sondern die trennt zwischen echten und falschen Christen, zwischen bloßen Bekennern und wiedergeborenen Kindern Gottes.

Die wahren Gläubigen wissen um die biblische Einheit, die ihnen gegeben ist und die sie zu bewahren suchen. Diese Einheit besteht allein und ausschließlich unter echten Kindern Gottes. Für die Verwirklichung dieser echten Einheit zu beten und zu arbeiten sollte das Anliegen jedes Gläubigen sein.

 
 

Wir sollten die biblische Einheit unter wahren Gläubigen bewahren und stärken

 

Die biblische Einheit unter den echten Gläubigen hat zwei Seiten, die wir sorgfältig auseinanderhalten müssen, damit wir nicht verführt werden.

 

1. Die objektive Einheit in Christus

Alle wiedergeborenen Gläubigen sind ihrer Stellung nach eins in Christus (Gal 3,28). Diese Einheit ist von Gott gewirkt; sie ist unsichtbar und bezieht sich auf die Stellung der Gemeinde vor Gott. Diese Einheit ist vollkommen, im Gegensatz zu jeder Form von praktischer Einheit unter Gotteskindern hier auf Erden, die immer unvollkommen ist. Diese objektive Einheit ist auch nicht zerstörbar, sie kann nicht beeinträchtigt werden durch das Versagen der Menschen.

Von dieser vollkommenen Einheit, nicht von irgendeiner irdischen Einheitsbestrebung von Christen, redet der Herr Jesus in Johannes 17. Das sollte jedem Bibelleser deutlich sein, wenn der Herr diese Einheit so beschreibt:

„… auf daß sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; auf daß auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast. Und ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie eins seien, gleichwie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen, und damit die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, gleichwie du mich liebst“ (Joh 17,21-23).

Wenn wir uns vor Augen führen, daß unsere Einheit untereinander von dem Herrn als von derselben Qualität beschrieben wird, wie die geheimnisvolle, vollkommene Einheit des Vaters und des Sohnes, dann wird rasch klar, daß eine solche vollkommene Einheit erst praktisch verwirklicht werden kann, wenn die Gläubigen völlig vom Fleisch los sind, d. h. nach ihrer Verherrlichung und Vereinigung mit Christus.

Wenn dann Christus mit Seiner Gemeinde in Herrlichkeit auf der Erde offenbar wird, dann wird die Welt Christus und seine Heiligen erkennen, die heute verachtet und verkannt sind. Heute aber ist diese vollkommene Einheit nur im Geist und in Christus vorhanden, noch nicht sichtbar auf Erden.

Diese objektive, vollendete geistliche Einheit der Kinder Gottes wird in der Schrift auch beschrieben als die Einheit des Leibes des Christus, dem alle wiedergeborenen Gläubigen angehören (1Kor 12,13; Röm 12,5).

Der Leib ist eins durch das Wirken des Geistes Gottes (deshalb wird auch von der „Einheit des Geistes“ gesprochen – Eph 4,3), und niemand kann diese Einheit des Leibes beeinträchtigen, so wie sie auch niemand „herstellen“ oder „heilen“ kann. Zu dem Leib des Christus gehört weder die katholische Kirche noch irgendeine der abgefallenen protestantischen Kirchen, die sich in der Ökumene „vereinen“ wollen.

Wir möchten es nochmals betonen: Die vollkommene Einheit der Gemeinde wird erst vor der Welt offenbar, wenn die Gemeinde verherrlicht mit Christus auf die Erde zurückkommt. Dann wird diese vorher unsichtbare, geistgewirkte Einheit vollkommen sein, nicht mehr durch das Wirken des Fleisches getrübt.

Dann erst wird die Welt auch glauben – nicht in der heutigen Heilszeit, wo die Welt Christus verworfen hat und nur eine Auswahl errettet wird. Jeder Versuch, diese vollkommene Einheit heute äußerlich und mit menschlichen Mitteln herzustellen, ist trügerisch, anmaßend und zum Scheitern verurteilt.

 

2. Die praktische Einheit unter den wahren Gläubigen

Diese Einheit ist relativ und unvollkommen und in der Praxis eingeschränkt durch die Wirkung des Fleisches. Der Geist Gottes führt alle wahren Gläubigen zu einer Einheit der Gesinnung, des Glaubens und Dienens auf der Grundlage der Wahrheit und Lehre des Wortes Gottes.

Das Fleisch und die Einflüsse der Verführung, Erkenntnisunterschiede und Traditionsprägungen sind jedoch Quellen der Uneinigkeit, die erst überwunden sein werden, wenn die Gemeinde verherrlicht ist. Deshalb können auch Trennungen und Parteiungen in der heutigen Zeit nicht durch menschliches Bemühen vermieden oder überwunden werden; sie sind von Gott zugelassen (1Kor 11,19), wenn auch nicht von Gott gewollt.

Die praktische Einheit zu verwirklichen bedeutet, „die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“ (Eph 4,2) und nach der „Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes“ zu streben (Eph 4,13) – auch das ist hier in dieser Welt nur annäherungsweise und nur unter geistlich reifen Gläubigen zu erreichen.

Allerdings sollten alle Gläubige energisch danach streben und alles tun, um die bestehenden unbiblischen Trennungen zwischen echten Gläubigen abzubauen und die Einmütigkeit und liebevolle Gemeinschaft sowie auch das Zusammenwirken im Dienst für den Herrn zu fördern.

Hierbei geht es auch um die Einheit der Gesinnung, wie sie im Philipperbrief beschrieben wird:

„Nur führt euer Leben würdig des Evangeliums von Christus, damit ich, ob ich komme und euch sehe oder abwesend bin, von euch höre, daß ihr fest steht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums … so macht meine Freude völlig, indem ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und auf das Eine bedacht seid.“ (Phil 1,27; 2,2)

„Ich ermahne Euodia und ich ermahne Syntyche, eines Sinnes zu sein im Herrn.“ (Phil 4,2)

Schließlich geht es um die Einheit eines liebevollen, versöhnten Zusammenlebens unter den wiedergeborenen Gläubigen (vgl. Eph 4,32-5,2; Kol 3,12-15).

Eine solche Einheit kann nur auf der Grundlage der biblischen Wahrheit angestrebt werden. Gegenüber allen, die falsche Lehre annehmen und verbreiten, gilt das klare biblische Gebot der Absonderung (vgl. auch 1Tim 6,5; 2Tim 3,5; Tit 3,10-11):

„Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen. Denn euer Gehorsam ist überall bekanntgeworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, daß ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen.“ (Röm 16,17-19)

 
 
 

Wir sollten die unbiblische Einheit der Ökumene durchschauen und ablehnen

 

Für die wahren Gläubigen ist es in der heutigen Zeit besonders wichtig, daß sie die irreführenden Anwendungen von kostbaren Aussagen der Bibel auf die falsche ökumenische Einheit durchschauen und ablehnen. Die heutigen Befürworter der großen ökumenischen Vermischung berufen sich gerne auf das Gebot der Liebe unter Gläubigen, wie es unser Herr uns gegeben hat (vgl. Joh 13,34; Joh 15,12; 1Joh 4,7-21).

Doch wir wollen festhalten, daß sich dieses Gebot nur auf die wahren, aus dem Geist Gottes geborenen Gotteskinder bezieht und niemals auf Namenschristen, die nie dem biblischen Evangelium geglaubt haben. Solche nicht wiedergeborenen Scheinchristen zu „lieben“, indem man sich mit ihnen eins macht, bedeutet einen zweifachen Verstoß gegen die echte, biblische Liebe:

* Zum einen ist es Lieblosigkeit gegen diese Scheinchristen selbst, denen man vormacht, sie seien gerettet, während sie in Wahrheit verlorengehen, wenn sie nicht Buße tun und das wahre, biblische Evangelium von Jesus Christus annehmen. Sie zu lieben bedeutet, sie liebevoll zu warnen und ihnen den Weg zu wahrer Errettung zu bezeugen. Gerade daran wollen uns jedoch die Befürworter der ökumenischen „Einheit“ hindern!

* Zum anderen wäre eine solche falsche „Liebe“ ein Verstoß gegen die Liebe zu unserem Herrn und Heiland, der uns mit Seinem Blut erkauft hat. Ihn zu lieben bedeutet an Seinem Wort unbeirrbar festzuhalten, die Schmach der Absonderung und die Feindschaft der Welt (auch der religiösen Welt) standhaft zu ertragen und das Böse zu hassen. Wie können wir den Herrn lieben, wenn wir uns mit denen eins machen, die Ihn verworfen haben und Seine Wahrheit verachten?

Das zweite große Verführungsargument der Ökumeniker liegt in der mißbräuchlichen Berufung auf das Wort unseres Herrn von der Einheit aus Johannes 17. Wir haben schon unter Punkt a) gesehen, daß diese vollkommene Einheit, von der der Herr spricht, durch das Wirken des Geistes unsichtbar schon besteht – aber nur zwischen allen wahren, wiedergeborenen Gläubigen. In diesem Sinn kann kein Mensch etwas für diese Einheit tun, sie fördern oder bewirken – sie ist längst von Gott gewirkt und Realität im geistlichen Sinn.

Diese geistgewirkte Einheit schließt aber alle Irrlehrer und Verführer, alle falschen Propheten und Apostel aus, die nach dem Zeugnis der Schrift nicht wiedergeboren, sondern Werkzeuge des Widersachers sind (vgl. u. a. Mt 7,15-23; 2Kor 11,13-15; Röm 16,17-18; Gal 5,7-12; Phil 3,18-19; Kol 2,16-19; 2Th 2,9-12; 1Tim 6,3-5; 2Tim 3,1-13; Tit 1,10-16; 2Pt 2,1-22; 1Joh 2,19-26; 1Joh 4,1-6; 2Joh 7-10; Judas 4-19). Damit sind auch alle Päpste und Patriarchen, Kardinäle und katholische sowie liberal-protestantische Bischöfe, alle bibelkritischen Theologieprofessoren und charismatischen Falschpropheten, und damit auch alle Führer der ökumenischen Bewegung ausgeschlossen!

Die wahre, geistgewirkte Einheit der Gläubigen schließt auch alle Namenschristen aus, die nie das biblische Evangelium angenommen haben und sich nie zu dem biblischen Herrn Jesus Christus bekehrt haben. Nicht das äußerliche Bekenntnis zu irgendeinem „Jesus“ oder „Christus“ zählt hier – die Bibel selbst warnt uns ja, daß es in der letzten Zeit viele falsche „Jesus“gestalten und Christusse geben wird! – sondern allein der echte Glaube an den wahren Herrn Jesus Christus, so wie ihn uns das Wort der Heiligen Schrift offenbart. Und dazu gehören auch die Maßstäbe für echte Christen, wie sie uns die Schrift gibt (vgl. u. a. Röm 8,5-9; 1Kor 6,9-10; 2Kor 4,3-6; Gal 3,10; Eph 5,1-14; 1Joh 2,3-6; 1Joh 3,1-10; 1Joh 5,10-13).

Wenn wir die Maßstäbe der Bibel anlegen, dann erkennen wir die Einheitsbestrebungen der Ökumene als unbiblisch und betrügerisch. Wir erkennen, daß sie im Grunde die biblisch gebotene Einheit unter den Gläubigen beeinträchtigen und dem wirklichen Sinn der Gebote und Gebete des Herrn zuwiderlaufen. Diese falsche Einheit anzustreben bedeutet im Grunde, unseren Herrn und Sein Wort zu verraten und den Abfall von Ihm zu fördern.

Deshalb können wir als Gläubige, die dem Herrn und seinem Wort wirklich treu sein wollen, jede solche unbiblische Einheit nur entschieden verwerfen und dürfen nichts mit den ökumenischen Bestrebungen zu tun haben.

 

 

Wir sollten entschlossen festhalten am Wort der Wahrheit

 

Ein wichtiger Überlebensgrundsatz für die wahre Gemeinde in dieser Zeit ist das unbedingte, unbeirrte, entschlossene Festhalten am Wort Gottes, an der Heiligen Schrift und ihrer gesunden Lehre. Allein das Wort Gottes kann den wahren Gläubigen in dieser an Verführungen reichen Zeit noch klare Orientierung und Wegweisung geben.

Dieses irrtumslose, inspirierte Wort zu verteidigen, zu studieren und im Glaubensgehorsam auszuleben ist wesentlich für die Gemeinde der Endzeit. Der erhöhte Herr lobt die Gemeinde von Philadelphia, die ein prophetisches Bild für den treuen Überrest der Gläubigen in der Endzeit ist, gerade deshalb:

„Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen.“ (Offb 3,8+10)

Gerade angesichts zunehmender Verführungen in der Endzeit, die in Zukunft sicherlich auch mit Verfolgung einhergehen werden, ist es so wichtig, daß wir ganz bewußt den Weg der Treue erwählen und uns gegenseitig zur Treue und Liebe unserem Herrn gegenüber anspornen.

Wir brauchen die „Einfalt Christus gegenüber“ (2Kor 11,3), um all den raffinierten Argumenten der Verführer standzuhalten, die von der pseudowissenschaftlichen „Bibelkritik“ bis hin zu emotionalen Aufrufen zu einer falschen Einheit und schwärmerischen Visionen und Ekstaseerlebnissen alle Register ziehen, um die Heiligen und Auserwählten zu verführen.

 
 

Wir sollten die Absonderung von allem Widergöttlichen
als ein Lebensgesetz der wahren Gemeinde beachten und praktizieren

 

Wie muß die Stellung der wahren Gläubigen zu den Ökumenebestrebungen aussehen? Die Antwort finden wir in einer grundlegenden Aussage des Apostels Paulus, die von großer Wichtigkeit für jeden Gläubigen und jede biblische Gemeinde ist:

„Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?

Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“ (2Kor 6,14-18)

Hier ist ein göttlicher Grundsatz ausgesprochen, der die Voraussetzung für das geistliche Überleben der wahren Gemeinde Gottes ist. Die wahre Gemeinde kann nur dann in der Endzeit geistlich bestehen, wenn sie sich konsequent und klar trennt von der Hure, von der heidnischen Namenschristenheit, von Irrlehre und gefälschtem Christentum, wie es heute überhandnimmt.

Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! (Offb 18,4)

Die Gemeinde steht hier in einem geistlichen Kampf auf Leben und Tod, der von dem Fürsten dieser Welt mit allen Waffen seiner List geführt wird, und in dem wir die ganze Waffenrüstung Gottes brauchen, um überleben zu können. Das Ziel des Teufels ist es, die keusche Jungfrau, die Braut zu verderben und in die geistliche Hurerei der großen Hure Babylon mit hineinzuziehen (vgl. 2Kor 11,2-3).

Die wahre Gemeinde hat eine herrliche Berufung und einen überaus wichtigen Auftrag von Gott empfangen. Sie ist das Licht der Welt mitten in schlimmster Finsternis, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit in dieser von Lügenfluten überschwemmten Welt, der einzige Herold des wahren Evangeliums der Gnade Gottes in Christus, das heilige Priestertum, das inmitten der Scharen von blinden Götzendienern den wahren Gott anbetet und Ihm dient; die reine Braut, die ihrem himmlischen Bräutigam erwartet und sich in der Hoffnung auf Ihn von der Welt unbefleckt erhält.

All dies und noch viel mehr steht auf dem Spiel, wenn es dem Verderber und Verführer gelingt, die Gemeinde in die Irrlehren und Greuelsünden der Ökumene zu verstricken. Die wahre Gemeinde, bzw. der treue Überrest der Gläubigen, der die Berufung der wahren Gemeinde noch ernst nimmt, muß deshalb alles daransetzen, sich klar und vollständig von den verführerischen Irrströmungen dieser letzten Zeit abzusondern.

Dazu gehören neben der Ökumene vor allem auch die falschprophetische Pfingst- und Charismatische Bewegung sowie die Bibelkritik in jeder Form und Spielart. Alle diese verführerischen Strömungen verderben die Gemeinde und ziehen sie in den großen Strom der babylonischen Hurerei mit hinein (vgl. dazu meine Schrift „Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde!“ Die Bedeutung des geistlichen Wächterdienstes für die endzeitliche Gemeinde).

Gerade diesen Strömungen haben wichtige Führer der evangelikalen Christenheit in den letzten Jahren Tür und Tor geöffnet! Die wahren Gläubigen, die dem Herrn konsequent nachfolgen wollen, können auch nicht in solchen vermischten und verführten „evangelikalen“ Kreisen bleiben; das Gebot der Absonderung von allem Sauerteig des Bösen führt sie außerhalb des „evangelikalen“ Lagers in biblischen Gemeinden und Hausversammlungen zusammen.

 
 

Die Wichtigkeit unabhängiger biblischer Gemeinden und Hausversammlungen heute

 

Zu den überlebenswichtigen Grundsätzen für die wahre Gemeinde in der Endzeit gehört die Sammlung der treuen Gläubigen in biblischen örtlichen Gemeinden und Hausversammlungen, die unabhängig von jeder Verstrickung in die Ökumene sind und die biblische Lehre des NT klar festhalten und praktizieren.

Es wird zunehmend zu einer geistlichen Gefahr für treue Gläubige, wenn sie in den immer weltförmiger und verderbter werdenden evangelikalen Gemeinden bleiben, die sich für die Ökumene, Charismatik und Bibelkritik öffnen. Im Hinblick auf die Vereinnahmung in die Hure Babylon gilt der ernste Aufruf Gottes im Buch der Offenbarung:

„Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht.“ (Offb 18,4-5)

In dieser Stunde gilt es, vor Gott heilige Entschlüsse zu treffen und im Glaubensgehorsam wirklich den Weg der Absonderung auch praktisch zu gehen. Das bedeutet, hinauszugehen aus allen Gemeinden und Kirchengebilden, die Irrlehre dulden oder gar fördern, die der charismatischen und ökumenischen Verführung Raum gewähren oder gar direkt in die Ökumene einbezogen sind (z. B. Mitgliedschaft in der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ – ACK).

„Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit!

In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherrn nützlich, zu jedem guten Werk zubereitet.

So fliehe nun die jugendlichen Lüste, jage aber der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden nach zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen!“ (2Tim 2,19-22).

Das gilt ganz besonders für die wahren Gläubigen, die trotz vieler Bedenken immer noch in den protestantischen Volkskirchen ausharren, weil sie von den Führern der Gemeinschaftsbewegung und anderen verleitet wurden, Gottes klar geoffenbarten Willen in bezug auf biblische Gemeinde zu ignorieren und das ungleiche Joch mit Ungläubigen, Irrlehrern und Gottlosen auf sich zu nehmen.

Es gilt aber zunehmend auch für Gläubige aus früher klar bibeltreuen freien Gemeinden, die sich vielfach immer mehr dem modernistischen ökumenisch-charismatischen Verführungskurs annähern.

Die Absonderung von Babylon in allen seinen Ausfächerungen muß begleitet sein von einer treuen, opferbereiten Mitarbeit an dem wichtigen Werk des Aufbaus und der Stärkung konsequent biblischer freier Gemeinden, die sich nicht in menschliche Dachorganisationen und Kirchen verstricken lassen, sondern nach dem apostolischen Muster des NT allein dem Herrn und Seinem Wort verpflichtet sind.

Wir brauchen ganz dringend solche Gemeinden – und wenn sie auch vielleicht zunehmend nur noch den elementaren Charakter kleinerer Hausversammlungen tragen, weil die Schar der treuen Gläubigen vielerorts nur klein ist oder auch zukünftige Verfolgung heutige Gemeindeformen nicht mehr zuläßt.

Wir brauchen die Gemeinschaft und Ermutigung von solchen teuren Kindern Gottes, die „den Herrn aus reinem Herzen anrufen“, und der treue Herr will sie uns auch schenken.

Laßt uns viel und ernstlich für die Entstehung solcher Gemeinden beten, besonders auch, daß der Herr noch viele klarstehende, treue, opferbereite Brüder als Hirten und Verkündiger in solchen Gemeinden beruft und ausrüstet! Laßt uns selbst dem Herrn vertrauen, daß Er auch uns gebrauchen möchte, solche Gemeinden zu unterstützen, je nach der Gnadengabe, die wir von Ihm empfangen haben!

 

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Weiterführende Literatur:
 
 
Rudolf Ebertshäuser: Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern. Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.
 

Rudolf Ebertshäuser: Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das “Soziale Evangelium” erobert die Evangelikalen. Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.
 

 
 
 
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