Wir leben in den letzten Tagen der Endzeit, und das Wort Gottes zeigt uns, daß diese besondere Zeit gekennzeichnet ist durch außergewöhnliche geistliche Kämpfe, durch ein immer stärker werdendes Wirken des Widersachers, der die Menschen durch verführerische Geister in die Irre führen und auf den kommenden Antichristen vorbereiten will (vgl. Offenbarung 12 und 13). Gerade in der äußerlichen Christenheit, aber auch in der wahren Gemeinde Gottes sind diese Verführungsgeister wirksam; der Feind versucht alles, um den Dienst der wahren Gemeinde, ihr Zeugnis für Christus zu hemmen und zu lähmen.

Aber der Widersacher versucht auch auf andere Weise die Kinder Gottes, die Gemeinde Gottes in dieser Welt anzugreifen, zu schwächen und außer Gefecht zu setzen – durch verschiedene geistliche Angriffsmethoden und „listige Kunstgriffe“ (Eph 6,11). Wenn wir dem Herrn wirksam und ausdauernd dienen wollen, müssen wir uns mit diese Wirklichkeit des geistlichen Kampfes auseinandersetzen und lernen, darin zu bestehen, wobei das Gebet eine Schlüsselrolle spielt. Darum soll es in unserem ersten Kapitel gehen.

 

 

1.  Die Realität des geistlichen Kampfes im Dienst für den Herrn

 

Wenn wir uns dem Herrn zum Dienst zur Verfügung gestellt haben, sollten wir uns beständig dessen bewußt sein: dieser Dienst zur Ausbreitung des Evangeliums, zur Erbauung biblischer Gemeinde, zur Zurüstung der Heiligen ist seinem Wesen nach immer auch ein ernster geistlicher Kampf, ein Frontkampf gegen Widerstände des Satans und seiner Finsternismächte, ganz genauso, wie dies auch bei der Evangeliumsverkündigung und Gemeindegründung auf den weltweiten Missionsfeldern der Fall ist.

Wir wollen unsere Hinweise besonders auf das Werk des Gemeindebaus bei uns im Europa ausrichten. Darunter möchte ich hier alle drei Ebenen verstanden wissen – das Zeugnis des Evangeliums, die Auferbauung der Gläubigen im Rahmen biblischer Gemeinde und die Anbetung Gottes als heiliger Priesterdienst der Gemeinde. Alle an diesem Dienst Beteiligten sind aufgerufen, diesen „guten Kampf“ auszufechten – geduldig und standhaft, wachsam und gerüstet mit der geistlichen Waffenrüstung in Christus.

Dieser geistliche Kampf ist natürlich nur ein Aspekt unseres geistlichen Lebens und Dienstes, aber er wird vielfach zuwenig beachtet und beleuchtet, deshalb wollen wir dies hier ausführlicher tun. Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, als müßten Diener Gottes[1] ständig nur gegen den Bösen kämpfen; nein, in der Praxis ist die positive Aufbauarbeit, Gott sei Dank, unsere Hauptaufgabe. Der Herr schenkt Seinen Dienern oftmals Zeiten relativer Ruhe, wo wir im Dienst Frieden und Gelingen haben.

Andererseits stehen wir in gewisser Weise beständig in diesem Kampf und können seine Realität nicht einfach ausblenden oder uns aus fleischlichem Ruhebedürfnis daraus zurückziehen. Es gibt immer wieder in unserem Dienst „böse, üble, notvolle, gefährliche Tage“ (Eph 6,13), an denen wir Widerstände und Angriffe der Finsternis relativ konzentriert erleben. Gerade für solche Tage möchte ich versuchen, Zurüstung weiterzugeben.

Es ist heute besonders wichtig, daß sich alle Gläubigen, die dem Herrn dienen wollen, auf der Grundlage des Wortes Gottes auf diesen geistlichen Kampf einstellen, und die Konsequenz ziehen, die unser Herr uns lehrt: „Habt acht, wacht und betet!“ (Mk 13,33). Gerade dem Gebet kommt heute eine besondere Bedeutung zu; leider ist es aber so, daß wir Diener des Herrn dies oftmals unterschätzen oder zumindest in der Praxis vernachlässigen.

 

Wir stehen im Geschützfeuer des Widersachers

Jeder Gläubige, der das Evangelium weitergibt und Menschen zu dem Herrn Jesus Christus führen will, ist ein Kämpfer Jesu Christi, der in das Reich der Finsternis eindringt, in dem die unerretteten Menschen unter der Herrschaft des Satans leben (vgl. u.a. Eph 2,1-3; Kol 1,13).

Geistlich gesehen ist Evangelisation ein Vorstoß der Armee des Herrn gegen die Bollwerke der Finsternis, „gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]“ (Eph 6,12). Wir sehen das immer wieder im Dienst des Apostels Paulus, wenn wir etwa die Apostelgeschichte oder seine Briefe studieren (vgl. u.a. 2Kor 7,5; Röm 15,30-31; 2Thess 3,1-3): denn eine Tür hat sich mir aufgetan, weit und vielversprechend; und es gibt viele Widersacher“ (1Kor 16,9). Dasselbe gilt auch für biblischen Gemeindebau, der ja sozusagen Brückenköpfe des Evangeliums im Feindesland errichtet. Jeder Gläubige, der dem Herrn geistlich dient, ist auch ein Soldat, ein Kämpfer in Gottes Armee (vgl. 2Tim 2,4).

Es muß uns klar sein, daß jede echte, geistgewirkte Aktivität im Dienst für unseren herrlichen Herrn Jesus Christus bedeutet, daß dem Reich der Finsternis Schaden zugefügt wird. Dienst am Evangelium, Dienst in der Gemeinde Gottes bewirkt, daß viele Machenschaften des Fürsten dieser Welt und der ihm dienstbaren Geister gestört oder zerstört werden, daß Menschengeschöpfe, die einst von dem Widersacher beherrscht und benutzt wurden, „abtrünnig“ werden und auf die Seite des Sohnes Gottes treten und nunmehr dem lebendigen und wahren Gott dienen. Das ist dem Bösen ein Dorn im Auge und ruft seinen Widerstand hervor.

Jede biblische Gemeinde, und das gilt auch schon für deren Keimformen, also auch jede Hausversammlung mit zwei, drei oder fünf Kindern Gottes, jede kleine Pioniergemeinde ist gewissermaßen ein Militärstützpunkt des Herrn Jesus mitten im Feindesland. Sie ist eine Zitadelle des Lichts im Territorium des Widersachers, von dem aus die Werke der Finsternis gestört und zerstört werden und Menschen aus der Finsternis zum Licht gebracht werden.

Eine bibeltreue Gemeinde, in der lauter geistlich gesinnte, von neuem geborene Christen einträchtig zusammenwirken, ist für den Feind wie eine von Gott umhüllte Festung, uneinnehmbar, unangreifbar unter dem Schutz des Siegers Jesus Christus, vergleichbar mit Israel, wie es Bileam sah:

Siehe, zu segnen habe ich empfangen; Er hat gesegnet, und ich kann es nicht abwenden! Er schaut kein Unrecht in Jakob, und er sieht kein Unheil in Israel. Der HERR, sein Gott, ist mit ihm, und man jubelt dem König zu in seiner Mitte. Gott hat sie aus Ägypten geführt; seine Kraft ist wie die eines Büffels. So hilft denn keine Zauberei gegen Jakob und keine Wahrsagerei gegen Israel. Zu seiner Zeit wird man von Jakob sagen und von Israel: Was hat Gott [Großes] getan! Siehe, welch ein Volk! Wie eine Löwin wird es aufstehen und wie ein Löwe sich erheben. Es wird sich nicht legen, bis es den Raub verzehrt und das Blut der Erschlagenen getrunken hat!« (4Mo 23,20-24)

Von einer solchen Gemeinde können Segensströme ausgehen; Menschen bekehren sich aus der Finsternis zu Gott, Gläubige werden unterwiesen, gefestigt und zum Dienst zugerüstet, aus ihr steigt lautere Anbetung zu Gott auf, und ihr Glaubenszeugnis verherrlicht Gott. Solange sie in Lauterkeit und Einmütigkeit so wandeln vor Gott in Christus und ihre Gebete sie wie eine Schutzmauer einhüllen, kann der Feind nichts gegen solch einen Stützpunkt des Lichts unternehmen; solch eine Gemeinde ist unangreifbar in Christus.

Doch der Widersacher ist sehr verschlagen und listig, und er kennt aus langer Erfahrung die Schwachpunkte der Kinder Gottes und auch der Gemeinden. Er wird immer wieder versuchen, eine solche Gemeinde anzugreifen, um sie zu blockieren oder zu schwächen und wenn möglich zu zerstören. Es ist gut, wenn wir uns einige seiner Taktiken genauer ansehen, damit wir im Werk des Gemeindeaufbaus wachsam sind und dagegen Vorkehrungen treffen.

 

 

2.  Die Taktik des Widersachers
im Kampf gegen die Gemeinden und Diener des Herrn

 

Der Widersacher wird alles versuchen, um eine bibeltreue Gemeinde unter Beschuß zu nehmen und unwirksam zu machen. Er wird versuchen, sie durch Verfolgung einzuschüchtern oder durch Intrigen und Spaltungen zu zerstören. Wenn ihm das nicht gelingt, sucht er sie durch Einschleusen von Verführern und Irrlehren innerlich zu verderben. Er versucht die Diener am Werk des Gemeindebaus zu schwächen, zu entmutigen, gegeneinander auszuspielen oder durch Hochmut unbrauchbar zu machen. Am liebsten würde er sie so verwunden, daß sie geschlagen vom Wirkungsort ihres Dienstes abziehen müssen.

Dabei benutzt er leider auch fleischliche Gläubige, die nicht mit dem Herrn leben und dem Feind über unbereinigte Sünden und verkehrte Herzenshaltungen (Stolz, Verbitterung) eine offene Tür bieten. Der Feind kann solche Christen beeinflussen, bei ihnen Bindungen und geistliche Blockaden bewirken und ihre Sicht trüben. Er kann sogar Gedankenfestungen bei ihnen errichten (2Kor 10,4-5) und sie durch seine Einflüsse, durch Vernunftschlüsse, falsche Lehren und trügerische Botschaften (falschgeistige Prophetien, Mystik) verführen.

Aus solcher Verführung oder verdeckter Beeinflussung heraus können solche Christen u.U. das Werk des Gemeindebaus schwächen oder gar angreifen. Über solche unklaren Christen kann der Widersacher manchmal hartnäckige Widerstände gegen das Wirken des Geistes Gottes und gegen den Dienst der Gemeindemitarbeiter aufbauen, die nur durch Gebet und die vollmächtige Verkündigung des Wortes zu überwinden sind (vgl. 2Kor 10,1-6). Dasselbe gilt für die Taktik des Widersachers, Mißverständnisse und Konflikte zu schüren und böse Gedanken und Worte zu benutzen, um Gläubige gegeneinander aufzubringen, Mißtrauen zu säen und die kostbare Gemeinschaft der Heiligen so zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören.

 

Der Widerstand des Feindes aus der unsichtbaren Welt und unser Sieg darüber

Die Angriffe des Widersachers können leider gelingen, wenn die Arbeiter am Bau der Gemeinde nicht wachsam sind und nicht nahe beim Herrn, in Seiner Gemeinschaft, bleiben. Es gibt manche Gemeinden oder Gemeindegründungsprojekte, die gescheitert sind wegen hartnäckiger Schwierigkeiten und Widerstände, die „zufällig“ und unzusammenhängend scheinen, geistlich gesehen aber das Werk des Satans darstellen.

Aber eigentlich sollte das nicht so sein. Denn unser Herr Jesus Christus hat mit Seinem Kreuzesopfer und Seiner Auferstehung den Satan für immer besiegt und entwaffnet und im Triumphzug umhergeführt (Kol 2,13-15). In Christus und durch Ihn haben wir den Sieg über den Teufel und alle seine bösen Mächte und Werke. Wir dürfen triumphierend ausrufen und im Gebet verkünden, daß der Sohn Gottes erschienen ist, um die Werke des Teufels völlig zu zerstören (1Joh 3,8). Wir haben die Aufforderung in Epheser 6: Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels (Eph 6,10-11).

Eigentlich ist der Diener Gottes geschützt durch die Vollrüstung des römischen Kriegers, die er in Geist anziehen darf. Diese Vollrüstung hat er von Seinem wunderbaren, siegreichen Herrn, ja, Christus selbst ist unser Schirm und Schild. Der Feind kann uns also eigentlich gar nicht angreifen, denn dazu müßte er Christus antasten, und das ist ihm völlig unmöglich. So bleibt ihm nur, die Kämpfer des Herrn durch List dazu zu bringen, daß sie ihre Stellung und Deckung in Christus verlassen, ihre Waffenrüstung vernachlässigen und sich damit verwundbar machen.

Der Feind kann dann siegen, wenn die Arbeiter im Werk des Herrn nicht durchschauen, daß ihr Kampf nicht gehen Fleisch und Blut geht, nicht gegen Menschen, die sie angreifen und ihnen Hindernisse in den Weg legen, noch gegen äußere Umstände, die ihnen entgegenstehen, sondern gegen den Fürst dieser Welt und seine bösen Geister. Dann kämpfen sie unter Umständen mit Menschen und hadern mit Umständen, sie werden verletzt und bitter oder entmutigt.

Der Widersacher kann dann Siege erringen, wenn es ihm gelingt, den Diener Gottes aus seiner geistlichen Haltung herauszulocken und dazu zu provozieren, daß er im Fleisch handelt. Dann kämpft er in eigener Kraft und mit menschlichen Mitteln, und die Niederlage ist vorprogrammiert. Wenn wir vergessen, daß unser Kampf geistlich ist und nicht fleischlich, wenn wir seelisch reagieren, mit Enttäuschung und Resignation, mit Selbstrechtfertigung und Selbstbehauptung, dann werden wir nicht standhalten können.

 

Das Waffenarsenal des Widersachers kennen

Wenn eine Armee gegen ein feindliches Heer Krieg führt, dann gehört es zu den ganz wichtigen Grundlagen für einen siegreichen Feldzug, die Taktik und die Waffen des Feindes zu kennen. Wir müssen wissen, wie er operiert und wie wir seinen Schachzügen begegnen können. Zu den Waffen des Satans gegen die Heiligen, insbesondere auch gegen biblische Gemeinden, gehören folgende listigen Kunstgriffe:

* Aufhetzung der Massen oder einzelner Gruppen gegen die Christen, Anstachelung von Verleumdungen, politischer Feindschaft und religiösem Fanatismus (Apg 16,19-22; 19,23-41; 1Pt 4,12-16). Das kann in der Zukunft auch bei uns im nunmehr antichristlich gewordenen „Abendland“ wieder vermehrt geschehen.

* Verfolgung durch antichristliche Obrigkeiten (Lk 21,12-19; 2Tim 3,12; 1Pt 5,8-9). Auch diese Erfahrung dürften wir westliche Christen in Zukunft tendenziell mehr machen.

* Widergöttliche weltliche Ideologien (Marxismus, Feminismus, Humanismus, Philosophie, Psychologie, Evolutionslehre), die das Denken der Gläubigen vergiften sollen (Eph 2,2; 1Kor 3,18-20; Kol 2,8!). Der Widersacher versucht durch die nichtige Weisheit dieser Welt die Gläubigen von der Herrlichkeit des Christus abzulenken.

* Verführerische scheinchristliche Lehren (Irrlehren, Häresien), die den Glauben zersetzen, hinter denen Dämonen stehen: Pfingst- und Charismatische Bewegung, Bibelkritik, Ökumene, Gemeindewachstumsbewegung, Mystik, Allversöhnung usw. (2Pt 2,1-3; 1Tim 4,1)

* Falsche Apostel, falsche Propheten, falsche Lehrer, falsche Hirten, falsche Arbeiter, die der Teufel in die Gemeinde einschleust (2Kor 11,2-4 u. 13-15; Mt 24,5.11.24; 1Joh 4,1; 2Pt 2,1; 2Joh 1,7-11; 3Joh 1,9; Phil 3,2)

* Einführung von dämonischer Rock- und Popmusik, falschem charismatischem „Lobpreis“ in die Gemeinden als verdorbene, falsche „Anbetung“, die Gottes Gericht zur Folge hat (Am 5,21-23).

* Streit und Spaltungen durch eingeschleuste sektiererische Menschen (Tit 3,10; 1Tim 6,3-5). Immer wieder erleben Gemeinden, daß der Feind falsche Christen, betrügerische Arbeiter (2Kor 11,13) mit einer bitteren Wurzel (Hebr 12,15) einschleust, die dann Streit in die Gemeinden tragen, gegen die Gemeindeleitung aufwiegeln und Irrlehren und Spaltung schüren.

* Erzeugung von geistlichen Bindungen und Blockaden sowie geistliche Blindheit bei anfälligen Gläubigen, die dann Widerstand gegen die Diener Gottes leisten, die menschliche statt geistliche Wege fordern und den Dienst hindern.

* Anklagen und Verleumdungen gegen Diener Gottes (2Kor 12,20; Jak 4,11; Röm 3,8; 3Joh 1,10). Der Widersacher benutzt bisweilen unzufriedene, fleischliche Christen, um gegen Diener Gottes böse Gerüchte und Anklagen auszustreuen.

* Verführung der Diener zu moralischen Sünden z.B. in bezug auf Sexualität, Unwahrhaftigkeit, Zorn, Verleumdung (2Kor 11,3; 1Kor 7,5; 1Thess 4,1-8; Eph 4,25-31), wobei der Feind hier oft gerade die Verantwortlichen angreift.

* Korruption der Diener durch Habgier, Reichtum und Macht (vgl. 1Tim 6,6-10). Geld- und Machtmißbrauch kann für Diener Gottes eine geistliche Gefahr werden; der Feind wird versuchen, solche Diener darüber zu Fall zu bringen.

* Krankheiten, Schwächezustände: Manchmal können solche Dinge Angriffe des Teufels sein, und sie verschwinden, wenn wir dem Feind fest im Glauben widerstehen (vgl. 1Pt 5,9; Jak 4,7).

* Anklagegedanken, böse Gedanken, Verdammnisgefühle, die die Knechte Gottes anfliegen wie feurige Pfeile aus dem Nichts (Eph 6,16).

* Entmutigung, Depression, Hoffnungslosigkeit: Solche Empfindungen können aus unserer Seele kommen, aber bisweilen sind sie auch dämonische Angriffe auf dem Schlachtfeld, die den Diener Gottes lahmlegen und außer Gefecht setzen sollen (vgl. Elia, 1Kön 19,4).

Damit wollen wir nicht sagen, daß jedes dieser Dinge automatisch auf das Wirken des Feindes zurückzuführen sei. Ob das der Fall ist, muß jeder Gläubige selbst geistlich beurteilen. Aber Tatsache ist: Der Widersacher benutzt Menschen und äußere Umstände, um gegen die Gläubigen Krieg zu führen; hinter diesen Menschen stehen finstere Geistesmächte, und der geistliche Kampf der Gläubigen richtet sich gegen diese Mächte, nicht gegen Fleisch und Blut.

 

 

3.  Wie die Diener Gottes
gegen die Angriffe des Feindes siegen können

 

Es ist, wenn wir die geistliche Dimension unseres Dienstes im Auge haben, ganz logisch, daß der Widersacher und seine gefallenen Engel ihr ganzes Repertoire an geistlichen Angriffen und Fallstricken gegen jeden Kämpfer des Herrn, gegen jedes Heerlager des Lichts richten werden und nichts unversucht lassen, um diese bedrohlichen Eindringlinge in das Reich der Finsternis lahmzulegen und die gegnerischen Streiter zum Rückzug oder gar zur hastigen Flucht zu zwingen.

Wir sind daher als Diener des Herrn, als Seine berufenen Knechte und Mägde, herausgefordert, diesen Angriffen des Feindes geistlich zu begegnen, und zwar nüchtern und ohne Furcht, zielklar und entschlossen (1Kor 16,13). Hierbei ist es entscheidend, die Belehrung des Epheserbriefes über unseren geistlichen Kampf zu beherzigen:

Im Übrigen, meine Brüder, seid stark (od. laßt euch stärken) in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. (Eph 6,10-12)

Bei diesem geistlichen Kampf gegen die Finsternismächte geht es nicht darum, diese namentlich anzusprechen, zu „binden“ oder zu vertreiben, wie dies die Charismatiker mit ihrer „geistlichen Kriegsführung“ propagieren. Ein solches Ansprechen und Beeinflussen dieser Geistesmächte ist im Grunde christlich getarnter Spiritismus, das „Bannen von Geistern“ (vgl. 5Mo 18,11) und damit eine Zaubereisünde, die die „Kämpfer“ erst recht unter den Einfluß des Feindes bringt.[2]

Nein, es geht darum, dem Teufel und seinen Anschlägen „fest im Glauben“ zu „widerstehen“ (1Pt 5,9). Dazu berufen wir uns auf das Wort Gottes und stützen uns auf die Verheißung des vollbrachten Sieges und der Allmacht unseres Herrn Jesus Christus und rufen Ihn im Gebet an, den Widersacher zu schlagen und Siege für Seinen Namen zu erringen, Siege und Gelingen für die Evangeliumsverkündigung, für die Erbauung von Gemeinden, für die Sache des Herrn auf allen Gebieten.

In diesem Krieg können wir manchmal auch hart bedrängt werden oder gewisse Niederlagen erleiden, obwohl der Herr ja unser Schutz und im Letzten immer der Sieger ist. Solche Niederlagen üben uns im Glaubenskampf, und Gott zeigt uns durch sie auch Fehler und Schwachpunkte in unserem Glaubensleben, gewissermaßen Lücken in unserer geistlichen Waffenrüstung, die wir dann schließen sollten. Wir dürfen aus jeder Bedrängnis und zeitweiligen Niederlage lernen, um immer mehr zu Überwindern zu werden!

Unser geistlicher Siegesboden im Kampf gegen die Anläufe des Feindes ist das Bleiben in Christus. Wir überwinden weit, wenn und solange wir bewußt in unserer Stellung als mit Christus gekreuzigt, gestorben, auferweckt und in die Himmelswelt versetzt, verharren – und das in allen turbulenten Kampfsituationen, wo die Pfeile fliegen, wo Menschen uns verleumden, wo wir in Gefahr sind, verletzt oder wütend zu reagieren. Solange wir in der Kraft des Geistes in Christus bleiben, ist Er unser Schutz und unsere Stärke, und wir erleben, was David in Psalm 18 rühmend bezeugt.

Ich will dich von Herzen lieben, o HERR, meine Stärke! Der HERR ist mein Fels, meine Burg und mein Retter; mein Gott ist mein Fels, in dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Heils, meine sichere Festung. Den HERRN, den Hochgelobten, rief ich an — und ich wurde von meinen Feinden errettet! (Ps 18,2-4)

 

Zieht an die Waffenrüstung Gottes!

Gegen die Mächte des Feindeskönnen wir nur standhalten, wenn wir, angetan mit der Waffenrüstung Gottes, den vollendeten Sieg des Herrn Jesus über allen Machenschaften der Finsternis ausrufen und den Herrn anrufen, daß Er die Werke des Teufels zerstören möge, wie Er verheißen hat. Deshalb finden wir zunächst in Epheser 6 die Ermahnung, wie ein guter Soldat nicht in den Kampf zu ziehen, ohne die komplette Waffenrüstung angelegt zu haben, die uns den Sieg in der Schlacht ermöglicht.

Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist … (Eph 6,13-17)

Ohne diese Waffenrüstung kann der Feind uns an unseren empfindlichen Stellen, den geistlichen und seelischen und körperlichen Schwachstellen, angreifen und zu Fall bringen. Seine Pfeile können uns durchbohren und verwunden, sodaß wir nicht weiterkämpfen können. Aber wenn wir diese Vollrüstung bewußt tragen und regelgerecht kämpfen (vgl. 2Tim 2,5), dann ist uns der letztliche Sieg garantiert, und wir können die Werke ausrichten, die Gott für uns bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen (Eph 2,10).

Christus selbst und Seine vollkommene Erlösung ist in gewisser Weise die Grundlage für die einzelnen Elemente dieser geistlichen Waffenrüstung. Er ist die Wahrheit (Joh 14,6), und nur durch die göttliche Wahrheit Seines Wortes und durch eine wahrhaftige Haltung können wir den Vater der Lüge überwinden. Christus ist unsere Gerechtigkeit, und diese vollkommene Gerechtigkeit in Christus ist der sichere Schutz vor den Schlägen des Feindes, wobei wir selbst auch in Gerechtigkeit wandeln müssen, sonst hat der Feind einen Angriffspunkt an uns, wenn wir Sünde in unserem Leben zulassen und nicht bereinigen.

Christus ist der Retter, und Er hat uns ausgesandt, Sein Heil zu bezeugen. Wenn wir Seinem Befehl gehorsam sind und das tun, dann stärkt und bewahrt Er uns auf dem Weg. Wenn wir schuldhaft das Zeugnis des Evangeliums verweigern, ist unser Schutz unvollkommen. Christus ist der Fels unseres Glaubens; Sein vollkommenes Werk, Sein herrlicher Sieg sind die Verheißungen, auf die wir unseren Glauben stützen, unser unbedingtes Vertrauen auf die Treue und Macht unseres wunderbaren Erlösers.

Er ist der Sohn des lebendigen Gottes; Er hat uns völlig erlöst durch Sein Blut; Er tut alles, was wir in Seinem Namen bitten (Joh 14,12-14; Joh 15,7.16; Joh 16,23-28); Er erfüllt alle Verheißungen Gottes an uns, in Ihm sind sie Ja und Amen (2Kor 1,19-20). Dieser einfältige, feste, sieghafte Glaube läßt alle Angriffe des Feindes, sei es durch böse Menschen, Verleumdungen oder vergiftete Gedanken, völlig abprallen und scheitern.

Die feste Gewißheit unserer ewigen und vollkommenen Errettung in Christus bedeutet den Helm des Heils; diese Gewißheit bewahrt unsere Gedanken in Christus und Seinem Frieden (Phil 4,7). So gerüstet, können wir auch das „Schwert des Geistes“ gut führen, „welches das Wort Gottes ist“. Hier geht es darum, im Kampf des Glaubens uns auf die Verheißungen zu stützen, auf das Zeugnis des vollbrachten Siegens und der Allmacht des Herrn Jesus, dem wir dienen. Was sind solche Verheißungen, die wir wie Schwertstreiche gegen das Wirken des Feindes setzen dürfen?

Er hat uns errettet aus der Herrschaft der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe, in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Sünden. (Kol 1,13-14)

Er hat auch euch, die ihr tot wart in den Übertretungen und dem unbeschnittenen Zustand eures Fleisches, mit ihm lebendig gemacht, indem er euch alle Übertretungen vergab; und er hat die gegen uns gerichtete Schuldschrift ausgelöscht, die durch Satzungen uns entgegenstand, und hat sie aus dem Weg geschafft, indem er sie ans Kreuz heftete. Als er so die Herrschaften und Gewalten entwaffnet hatte, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben. (Kol 2,13-15)

Dieser (Christus) ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen. (1Pt 3,22)

Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, daß er die Werke des Teufels zerstöre. (1Joh 3,8)

Kinder, ihr seid aus Gott und habt jene überwunden, weil der, welcher in euch ist, größer ist als der, welcher in der Welt ist. (1Joh 4,4)

… auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreichs sollen sie nicht überwältigen. (Mt 16,18)

Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen. (Mt 28,18-20)

 

Der Herr wird für uns kämpfen!

Es ist von großer Bedeutung, daß wir uns immer wieder bewußt machen: Im geistlichen Kampf sind nicht wir diejenigen, die in erster Linie kämpfen! Der Kampf ist Sache unseres allmächtigen, vollkommen weisen Herrn, des Herrn Jesus Christus, welcher der HERR der himmlischen Heerscharen ist (Jes 6,3; Joh 12,41), der Fürst über das Heer des HERRN (Jos 5,13-15). Er hat den Sieg für uns grundsätzlich längst errungen (vgl. Kol 2,13-15)! „Gott aber sei Dank, der uns [beständig] den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus!“ (1Kor 15,57).

In Christus haben wir also den Sieg über alle Machenschaften des Bösen, denn unser Herr hat den Feind längst völlig und endgültig besiegt. Gegen unseren Herrn ist der Widersacher letztlich machtlos, auch wenn er in der jetzigen Weltzeit immer noch eine gewisse begrenzte Macht über die unbekehrten Sünder ausüben darf.

Von daher geht es uns ähnlich wie dem Volk Israel im Kampf gegen seine mächtigen und listigen Feinde. Immer wieder lehrt sie der Herr, daß der Kampf Seine Sache ist und das Volk Gottes glaubensvoll auf den Herrn vertrauen soll (vgl. auch 5Mo 20,2-4; 2Kön 6,15-17) :

Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht! Steht fest und seht die Rettung des HERRN, die er euch heute bereiten wird; denn diese Ägypter, die ihr heute seht, die werdet ihr nicht wiedersehen in Ewigkeit! Der HERR wird für euch kämpfen, und ihr sollt still sein! (2Mo 14,13-14)

Ich aber sprach zu euch: Entsetzt euch nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn der HERR, euer Gott, zieht vor euch her und wird für euch kämpfen, ganz so, wie er es für euch in Ägypten getan hat vor euren Augen, und in der Wüste, wo du gesehen hast, wie der HERR, dein Gott, dich getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr zurückgelegt habt, bis ihr an diesen Ort gekommen seid. (5Mo 1,29-31)

In der Geschichte Israels sehen wir, daß, obwohl der Kampf die Sache des Herrn ist, auch Sein Volk dabei mitwirken soll, aber in der Abhängigkeit vom Herrn und im Vertrauen auf Sein mächtiges Wirken. Unsere Aufgabe ist es, im Glauben voranzugehen, so wie der Herr uns leitet, und Ihn dabei im Gebet zu suchen. Der Auftrag des Volkes Israel war bisweilen einfach der, glaubensvoll den Herrn zu preisen, wie dies bei der Eroberung von Jericho so eindrücklich gezeigt wird, aber auch beim Kampf von Josaphat gegen das feindliche Heer bei En-Gedi.

Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen diesen großen Haufen, der gegen uns herangerückt ist, und wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern auf dich sind unsere Augen gerichtet! Und ganz Juda stand vor dem HERRN, samt ihren Kindern, Frauen und Söhnen. Da kam der Geist des HERRN auf Jehasiel (…), mitten in der Gemeinde, und er sprach: Horcht auf, ganz Juda und ihr Einwohner von Jerusalem und du, König Josaphat: So spricht der HERR zu euch: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor diesem großen Haufen; denn nicht eure, sondern Gottes Sache ist der Kampf! (…)

Aber es ist nicht an euch, dort zu kämpfen. Tretet nur hin und bleibt stehen und seht die Rettung des HERRN, der mit euch ist! O Juda und Jerusalem, fürchtet euch nicht und verzagt nicht! Zieht morgen aus gegen sie, und der HERR ist mit euch! Da beugte sich Josaphat mit seinem Angesicht zur Erde, und ganz Juda und die Einwohner von Jerusalem fielen vor dem HERRN nieder und beteten den HERRN an. Und die Leviten von den Söhnen der Kahatiter und von den Söhnen der Korahiter machten sich auf, um den HERRN, den Gott Israels, zu loben mit laut schallender Stimme. (2Chr 20,12-19)

Für unseren Sieg entscheidend ist der vertrauensvolle, gläubige Blick auf unseren verherrlichten Herrn, der den Sieg bereits errungen hat und alle Macht besitzt, auch über alle Fürstentümer und Gewalten in der Himmelswelt (vgl. Eph 1,20-23; Kol 1,16; 1Pt 3,22). Wir dürfen im Glauben festhalten und verkünden, daß der Sohn Gottes erschienen ist, um die Werke des Teufels zu zerstören (1Joh 3,8). Aber abhängig von der Kampflage erwartet der Herr auch, daß wir glaubend gewisse Schritte tun, damit der Feind besiegt werden kann.

 

Das Gebet als Hauptwaffe in unserem geistlichen Kampf

Die geistliche Waffenrüstung des Gläubigen ist kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, ein wertvolles Hilfsmittel. Sie schützt uns vor den Schlägen des Feindes, aber ihr defensiver Teil gibt uns nicht den Sieg. Sie dient dazu, daß wir den guten Kampf des Glaubens, den geistlichen Kampf gegen den Widersacher siegreich hinausführen, und die wichtigste Waffe, die uns den Sieg verleiht, ist das Gebet – das Gebet, das sich auf Gottes Wort stützt! Verbunden mit dem Gebet ist das Schwert des Geistes, welches Gottes Wort ist, und die durch Gebet unterstützte Verkündigung des Wortes Gottes ist ebenfalls eine den Feind überwindende Waffe. Doch in dieser Abhandlung wollen wir uns vor allem mit der entscheidenden Rolle des Gebets beschäftigen.

Es ist wichtig, daß wir verstehen, daß die Verse 18 bis 20 direkt in diesen Abschnitt von Epheser 6 mit hineingehören und aufzeigen, wie wir gegen den Feind kämpfen und bestehen sollen: „indem ihr zu jeder Zeit betet“. Gebet ist der Schlüssel zum Sieg! Gebet überwindet die Widerstände des Feindes und bewirkt, daß er geschlagen abziehen muß und wir ungehindert die Werke Gottes ausführen können!

indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen, auch für mich, damit mir das Wort gegeben werde, sooft ich meinen Mund auftue, freimütig das Geheimnis des Evangeliums bekannt zu machen, für das ich ein Botschafter in Ketten bin, damit ich darin freimütig rede, wie ich reden soll. (Eph 6,18-20)

Das ist auch ganz klar und einsichtig, wenn wir uns bewußt machen, daß wir als bloße Menschen gegen diese mächtigen und listigen Geister der Bosheit keine Chance haben. Aber durch das Gebet veranlassen wir den allmächtigen Gott, Seinen starken Arm in Bewegung zu setzen!

Durch das Gebet, das sich auf die Verheißungen des Wortes Gottes stützt und zum Gnadenthron Gottes vordringt (Hebr 4,16), bewirken wir, daß der Herr Jesus, der Allmächtige, der Sieger, der Herrn aller Herren, eingreift und handelt, und dann hat der Feind verloren. Wie kostbar und unfaßbar stark sind die Verheißungen, die unser Herr uns für das Gebet des Glaubens in Seinem herrlichen Namen gegeben hat!

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zu meinem Vater gehe. Und alles, was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht wird in dem Sohn. Wenn ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde ich es tun. (Joh 14,12-14)

 

Wir wollen in der Kraft des Herrn das Feld behaupten

In unserem geistlichen Kampf dient auch unser Gebet dazu, dem Feind im Glauben zu widerstehen (Jak 4,7; 1Pt 5,9). Dem Feind zu widerstehen bedeutet auch, gegen seine listigen Anschläge stehen zu bleiben, standzuhalten, den vom Herrn zugewiesenen Dienstplatz und Dienstauftrag unbeirrbar festzuhalten und treu voranzugehen, auch wenn die Geschosse des Feindes fliegen.

Wir kämpfen in unseren Gebeten gegen die listigen Anläufe des Bösen, indem wir den Herrn Jesus Christus, dem allem Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, anrufen und bitten, daß Er den Widersacher und seine Anschläge zunichtemacht und Seinen Knechten beisteht, sodaß sie ihren Dienst unbeeinträchtigt ausführen können.

Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben, in dem Wissen, daß sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist. (1Pt 5,8-9)

Der gute Kampf des Glaubens bedeutet, allezeit am Sieg des Herrn Jesus festzuhalten und mit Seinem mächtigen, gnädigen Eingreifen zu rechnen, und so können wir, nachdem wir unseren Auftrag wohl ausgerichtet haben, uns „behaupten“, oder, militärisch ausgedrückt, „das Feld behaupten“ (Menge).

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! (1Kor 15,57-58)

Durch unsere geistgeleiteten, in der Kraft des Heiligen Geistes dargebrachten Gebete (vgl. Jud 1,20: „betet im Heiligen Geist“) bewirken wir, daß unser mächtiger Herr zu unseren Gunsten eingreift in diesen geistlichen Kampf und uns Siege, Durchbrüche, Befreiungen, Herzensveränderungen schenkt bei uns selbst und bei den Menschen, für die wir im Gebet einstehen – seien es Kinder Gottes oder Ungläubige.

Wichtig ist auch, daß wir wo immer möglich neben dem persönlichen Gebet auch in der Gemeinschaft mit anderen gleichgesinnten Kindern Gottes beten, denn auf dem gemeinschaftlichen Gebet liegen besondere Verheißungen, und wir haben oft mehr Kraft im geistlichen Ringen, wenn wir vereint beten (vgl. Mt 18,19-20).

Einerseits sollte solches kraftvolle Gebet immer auch die Beugung vor dem Herrn und das Bekenntnis eigenen Versagens umfassen, wo dies nötig ist (vgl. die Gebete von Daniel, Esra und Nehemia); andererseits ist es sehr wichtig, daß unser Gebet immer das oberste Ziel hat, daß unser Herr verherrlicht wird und triumphiert; demgegenüber sind unsere Anliegen untergeordnet bzw. darauf hin ausgerichtet. „… damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (1Pt 4,11).

Weil dem Gebet solch eine entscheidende Rolle zukommt, wollen wir uns im jetzt folgenden Teil II unserer Abhandlung ausführlich aufgrund vieler Bibelstellen mit dem Gebet als unserer Waffe im geistlichen Kampf beschäftigen.

 

 

[1] Ich verwende in meinen Ausführungen in der Regel die männliche Form in ihrer generischen Bedeutung, das heißt, wenn ich von Gläubigen oder Dienern spreche, sind die gläubigen Frauen überall mit gemeint, wo der Textzusammenhang nicht die männliche Bedeutung verlangt. Nach dem Vorbild der Bibel selbst halte ich es nicht für angebracht, der Genderisierung der Sprache nachzugeben. Unsere lieben Schwestern im Herrn haben eine große Bedeutung im Dienst für den Herrn, sowohl in der Evangelisation als auch im Gemeindebau, auch wenn ihre Aufgabenstellung eine etwas andere ist als die der Männer. Vgl. dazu mein Buch Als Frau zur Ehre Gottes leben.

[2] Vgl. dazu meinen Aufsatz: Die falsche „geistliche Kriegsführung“ bei den Charismatikern. (Quelle: https://das-wort-der-wahrheit.de/download/die-falsche-geistliche-kriegsfuehrung-bei-den-charismatikern/)

 

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus der ESRA-Schrift: Gebet und geistlicher Kampf. Hinweise für Gläubige, die dem Herrn dienen wollen; diese Schrift kann hier als PDF heruntergeladen werden.

 

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