Kommende Christenverfolgungen im Westen?
Die Bedrängnisse für treue Gläubige nehmen zu

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

 

Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! (Mt 5,10-11)

Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen … (Joh 15,20)

Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. (2Tim 3,12)

 

 

Verfolgung gehört zur Nachfolge Jesu Christi dazu

 

Unser Herr Jesus Christus hat immer wieder Seinen Jüngern gegenüber betont, daß die Welt sie, die Erlösten und Herausgerufenen, ablehnen und sogar hassen würde, so wie sie Ihn, den von Gott gesandten Erlöser, ablehnte und haßte (vgl. Joh 7,7; Joh 17,14). Das ist in der tiefen Feindseligkeit alles unbekehrten sündigen Menschen gegen Gott und Seine Wahrheit begründet (vgl. u.a. Röm 8,7; Joh 8,37-47). In dem Maß, wie die Nachfolger des Herrn Jesus das Wesen ihres Herrn und Meisters an sich tragen und Seine Wahrheit durch Leben und Wort bezeugen, trifft auch sie der Haß der Welt.

So hat es zu allen Zeiten eine tiefe Ablehnung der Welt gegenüber den wahren Kindern Gottes gegeben. Sie haben immer verspürt, daß sie Außenseiter sind, verachtete und ausgegrenzte Fremdlinge ohne Bürgerrecht in dieser Welt, von den ungläubigen Menschen mißtrauisch und verächtlich behandelt, verspottet und verleumdet. In diesem Sinn erfährt tatsächlich jeder, der gottesfürchtig leben will in Christus Jesus, ein Stückweit Verfolgung vonseiten seiner ungläubigen Umgebung.

Doch gab es immer wieder in der Geschichte der wahren Gemeinde Zeiten besonders intensiver Verfolgung, Zeiten, in denen die Christusgläubigen vom weltlichen Staat oder von aufgehetzten Massen der heidnischen Bevölkerung aktiv und oft brutal verfolgt wurden. Solche Verfolgung traf sie, weil sie als frevelhafte Verweigerer des allgemeinen Götzendienstes, als Urheber aller möglichen Unglücke und sogar als Ausbund der Unmoral und Abschaum der Menschheit angesehen wurden.

Solche schweren Verfolgungswellen kamen über die jüdische Urgemeinde in Jerusalem und über die ersten Christen im heidnischen römischen Reich. Sie ereilten die wahren Gläubigen (z.B. die Waldenser und die Täufer) später, in der Zeit des scheinchristlichen römischen Reiches nach Konstantin, durch die Führung der katholischen Kirche, durch Päpste, Inquisitoren und „christliche“ Könige und Fürsten. In der heutigen Zeit haben wir in weiten Teilen der Welt eine schlimme Verfolgung von Christen um ihres Glaubens willen, besonders durch fanatische Muslime in den Ländern, in denen der Islam Macht hat, durch fanatische Hindus in Indien, aber auch durch fanatische marxistische Atheisten in Ländern wie China und Nordkorea.

Hinter diesen teils grausamen Verfolgungen sehen wir den Haß des Teufels, des Fürsten dieser Welt, der die Gläubigen einschüchtern und vertilgen will: „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben, in dem Wissen, daß sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist“ (1Pt 5,8-9).

 

 

Die Zeit der scheinbaren Toleranz im „christlichen Abendland“ geht zu Ende

 

Über einen langen Zeitraum gab es im formal christlich geprägten „Abendland“, in Europa und den USA, nur relativ wenig massive Verfolgung gegen bibeltreue Gläubige. In diesen Ländern äußerte sich die Feindschaft der Welt eher in Spott und Verachtung, in verdeckter Ausgrenzung und Anfeindung, aber nicht in offener Unterdrückung. Stattdessen arbeitete der Fürst dieser Welt in diesen Ländern mit einer trügerischen „Toleranz“, die manche Gläubige zu falschen Kompromissen mit der Welt verleitete und sie anfällig machte für Verführungen, die gerade in diesen Ländern mächtig wurden. Der Feind suchte als listige Schlange die Gläubigen zu verführen und sie als „Engel des Lichts“ vom rechten Weg abzubringen (2Kor 11,3.14).

In den letzten Jahren gibt es aber deutliche Anzeichen dafür, daß diese Jahre der trügerischen Duldung der wahren Gläubigen im Westen bald vorbei sein könnten. Weltweit macht sich seit Jahren ein militanter, neomarxistisch und feministisch geprägter „Neuhumanismus“ breit. Er benutzt die Homo- und Transsexuellenbewegung als Waffe, um gegen jahrhundertealte biblische Ordnungen aufzubegehren. Dahinter steht letztlich das antichristliche Geheimnis der Gesetzlosigkeit (Ps 2,1-3; 2Thess 2,7), das in dem Auftreten des Antichristen gipfeln wird.

Diese auf Betreiben der UN und anderer internationaler Institutionen von oben nach unten verordnete neue Ideologie macht Homosexualität und „Transsexualität“ zum neuen ethischen Ideal und zielt ganz konkret auf die Untergrabung der Ehe und Familie. Diese von Gott eingesetzten grundlegenden Einheiten jeder normalen Gesellschaft müssen nach den Vorstellungen der antichristlichen Weltveränderer zunächst geschwächt und letztlich abgeschafft werden.

Die listige Waffe dieser Leute sind heutzutage scheinbar humane „Antidiskriminierungsgesetze“, nach denen niemand wegen seiner „sexuellen Orientierung“ benachteiligt oder herabsetzt werden dürfe. In der Praxis werden jedoch solche Gesetze, die einer winzigen Minderheit einen beispiellosen Status verschaffen, dazu verwendet, um Menschen zu verfolgen, die aus Überzeugung und Gewissensgründen Homosexualität als verkehrt und widergöttlich ablehnen und an der biblisch begründeten Überzeugung festhalten, daß Gott den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat und daß die Ehe als lebenslange Verbindung eines Mannes und einer Frau von Gott eingerichtet wurde.

Wir erleben im ehemals christlich geprägten Abendland inzwischen immer mehr Fälle, wo eine „gendergerecht“ umgepolte Gesellschaft beginnt, unter dem Vorwand von „Antidiskriminierungsgesetzen“ bibeltreue Christen auszugrenzen und letztendlich zu kriminalisieren. Einige Beispiele seien genannt:

* In den USA gab es jahrelange erbitterte Prozesse gegen einen christlichen Bäcker, der sich geweigert hatte, eine Hochzeitstorte mit homoverherrlichenden Sprüchen für eine Homo-Hochzeit zu backen. Dieser Mann wurde beinahe geschäftlich ruiniert; sein Geschäftskonto wurde beschlagnahmt, und er sollte eine sehr hohe Geldstrafe bezahlen. Erst in letzter Instanz wurde die Klage abgewiesen.

* In England wurde kürzlich ein gläubiger Mediziner aus einer staatlichen Behörde entlassen. Sein Vorgesetzter hatte ihn gefragt, ob er bereit wäre, einen großen bärtigen Mann, der zu ihm käme und als „Frau Soundso“ angeredet werden wollte, auch als Frau anzureden, worauf der Christ sagte, daß er dies nicht tun würde. Die Folge war, daß er wegen „Diskriminierung“ gekündigt wurde.

* Immer wieder werden in verschiedenen Ländern Prediger, insbesondere Straßenprediger, die aufgrund von Bibelworten Homosexualität als Sünde bezeichnen, deswegen verhaftet und angeklagt; einzelnen wurde schon gerichtlich verboten, gewisse eindeutige Bibelworte überhaupt noch öffentlich zu zitieren.

* Immer häufiger werden von Vertretern der Homo- und Genderbewegung veranstaltete Unterrichtseinheiten und Kurse zur „gendergerechten Aufklärung“ auch an Schulen oder sogar Kindergärten veranstaltet, und Kinder werden gezwungen, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen; christlichen Eltern, die ihre Kinder aus Glaubensgründen von solchen Veranstaltungen fernhalten wollen, wird das Recht abgesprochen, ihre Kinder zu schützen; sie werden mit Geldstrafen und Schlimmerem bedroht – letztlich mit der Wegnahme ihrer Kinder.

Das bedeutet eine erschreckende Auflösung rechtsstaatlicher Prinzipien. Immer noch ist das Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder, das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Recht auf Religionsfreiheit in der Verfassung der westlichen Länder verankert. Es widerspricht dem Rechtsstaat, wenn nun angebliche „Rechte“ kleinster Minderheiten als Werkzeug benutzt werden, um solche Grundrechte auszuhebeln und massiv einzuschränken. Doch genau das geschieht heute immer häufiger; weitere, ähnliche Gesetze können noch dazukommen.

 

 

Wir sollten uns innerlich auf Verfolgung vorbereiten

 

Wir gläubigen Christen sollten uns auf zunehmende Anfeindungen und Verfolgungen einstellen. Wir sollten uns darauf innerlich vorbereiten, daß irgendwann auch bei uns bibeltreue Gläubige wegen ihres Glaubens aus ihrer Berufsstellung entlassen, verklagt und vielleicht auch ins Gefängnis geworfen werden.

Es könnte auch wieder sein, daß treue Christen zur Zielscheibe eines antichristlich aufgehetzten Mobs werden. Es könnte sein, daß christliche Webseiten, Buchverlage oder Zeitschriften mit bibeltreuem Inhalt irgendwann nicht mehr erscheinen dürfen und daß auch christliche Gemeinden, die noch an biblischen Grundsätzen festhalten, verfolgt und verboten werden, wie einst unter den Nazis oder in der Sowjetunion. Je näher das Auftreten des Antichristen kommt, desto mehr werden solche Bedrängnisse höchstwahrscheinlich zunehmen. Von dieser Zeit sagt unser Herr voraus: „Dann wird man euch der Drangsal (od. Bedrängnis) preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehaßt sein von allen Heidenvölkern um meines Namens willen“ (Mt 24,9).

Nun ist der Verfasser der Überzeugung, daß die Gemeinde vor dem Eintreten der „großen Drangsal“, wie sie in Offenbarung 13 geschildert wird, entrückt wird und dann beim Herrn in Sicherheit sein wird. Dennoch sollten wir nüchtern damit rechnen, daß in den zunehmenden Wehen der Endzeit (vgl. Mt 24,8) auch Bedrängnisse für die treuen Gläubigen tendenziell zunehmen. Diese Verfolgungen werden dann die zahlreich vorhandene Spreu falscher, bloß äußerlicher Christen (vgl. Mk 4,17) vom Weizen der echten Gläubigen trennen, die bereit sind, auch um ihres Herrn willen zu leiden (vgl. Röm 8,17-18).

Diese Zeilen wurden nicht geschrieben, um irgendjemand zu beunruhigen oder in Angst zu versetzen. Wir wollen nicht spekulieren, wie schnell und wie massiv solche kommenden Verfolgungen ausbrechen werden; bisher gibt es nur einzelne Anzeichen, die uns warnen sollten. Doch es ist wichtig, daß wir uns rechtzeitig auf solche Bedrängnisse vorbereiten, damit wir von ihnen nicht überrascht werden und ins Wanken kommen.

… und sandten Timotheus, (…) damit er euch stärke und euch tröste in eurem Glauben, damit niemand wankend werde in diesen Bedrängnissen; denn ihr wißt selbst, daß wir dazu bestimmt sind. Als wir nämlich bei euch waren, sagten wir euch voraus, daß wir Bedrängnisse erleiden müßten, und so ist es auch gekommen, wie ihr wißt. (1Thess 3,2-4)

Wenn die Verfolgungen wirklich zunehmen sollten, dann werden wir auch wieder vermehrt den Beistand unseres barmherzigen Herrn und die Kraft des Heiligen Geistes erfahren. Nicht wenige von uns sind leider schläfrig und lau geworden in der Atmosphäre des trügerischen Friedens und Wohlergehens. Nur ist es wichtig, daß wir uns nicht einschüchtern und verunsichern lassen.

Stattdessen sollen wir uns vom Herrn zurüsten lassen, daß wir uns in der Prüfung treu zu unserem Herrn Jesus Christus und Seinem ewig wahren Wort bekennen (vgl. Phil 1,27-30). Und wir sollten viel ernster und häufiger für die Obrigkeit und alle Menschen beten – dieses Gebet vermag viel mehr, als wir denken (vgl. 1Tim 2,1-8; Jak 5,16-17).

Unser wunderbarer Herr Jesus Christus wird uns treu beistehen, wenn wir auf Ihn vertrauen. Seine Verheißung ist nicht, daß Er uns immer VOR Verfolgung und Bedrängnissen bewahren will, sondern daß Er, wenn Leiden kommen, uns IN diesen Bedrängnissen Seine Kraft und Seine Hilfe zuteil werden lassen wird.

Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, [der Geist] Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! (1Pt 4,12-16)

 

 

Wir verweisen auch auf den bedenkenswerten Artikel „Die letzte ‚christliche‘ Generation?“, den René Malgo in der Zeitschrift Mitternachtsruf 08.2019 veröffentlicht hat.

 

Weiterführende Gedanken zum Thema finden sich auch in meinem Buch Paßt euch nicht der Welt an!, besonders S. 38-57 und 246-313.

 

 

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