Der Zeitgeist des Feminismus
und sein Einfluß auf uns Christen

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

Ein ganz herausforderndes Thema ist der unaufhaltsam stärker werdende Einfluß des weltlichen Feminismus (von lateinisch femina = die Frau) in der endzeitlichen Weltszene und in abgeschwächter Form auch unter den Gläubigen. Hinter dem Feminismus stehen ebenfalls Geistesmächte, welche die Menschen in eine bestimmte, gegen Gottes Ordnungen aufbegehrende Richtung drängen.

 

 

1. Was Feminismus bedeutet und wie er entstand

 

Unter Feminismus verstehen wir hier die weltliche Bewegung zur „Befreiung“ („Emanzipation“) der Frau aus ihrer „Unterdrückung durch das Patriarchat“ (die Männervorherrschaft, oder wörtlich: „die Herrschaft des Vaters“). Diese Fremdwörter drücken ein politisch-gesellschaftliches Programm aus: „Feminismus“ bedeutet „Frauenbewegung“; „Emanzipation“ bedeutet Befreiung aus Sklaverei und knechtender Abhängigkeit.

Die Grundannahme des Feminismus ist eine bewußt antichristliche ideologische Behauptung, nämlich daß die Frau durch ihre gesellschaftliche Stellung in der christlich-abendländischen Zivilisation unterdrückt werde und der „Befreiung“ bedürfe.

Das ist eine verwunderliche Behauptung, da frühere Generationen noch wußten, daß im Gegenteil der christliche Glaube den Frauen aus der Heidenwelt enorme und tiefgreifende Verbesserungen gebracht hat und ihre Würde und geschützte Stellung innerhalb der Gesellschaft sicherstellte. Er betonte, daß Männer und Frauen in ihrer Beziehung zu Gott völlig gleichgestellt (Gal 3,28) und gemeinsam Erben der Gnade waren (vgl. 1Pt 3,7), während heidnische Kulturen fast überall von einer Minderwertigkeit der Frau ausgingen. Allerdings hat der christliche Glaube nie eine formale Gleichstellung betrieben, sondern die Führungsverantwortung des Mannes in Ehe und Familie festgehalten.

 

Die geistigen Wurzeln der feministischen Bewegung

Die feministische Bewegung ist eng verbunden mit der Entwicklung eines radikal-revolutionären Humanismus, wie er erstmals in der Französischen Revolution zum Tragen kam und danach in verschiedenen Geistesströmungen weiterwirkte, vor allem in Anarchismus, Marxismus und Sozialismus, aber auch in weltlichen „bürgerlichen“ Strömungen.

Diese Geistesströmungen waren samt und sonders offen oder verdeckt antichristlich und agitierten gegen die Lehre der Bibel, welche unzweideutig lehrt, daß den Männern in der Familie wie in der Gesellschaft die Rolle der Verantwortung, der Führung und Autorität zukommt. Das Ziel der Revolutionäre war der Umsturz aller gesellschaftlichen Ordnungen und die völlige Gleichmacherei aller Menschen. Das feministische Ideengut knüpfte an den revolutionär-humanistischen Grundsatz von der angeblichen „Gleichheit aller Menschen“ an und forderte zunächst diese völlige Gleichstellung auch für die Frauen, so wie der Sozialismus sie für die Arbeiterklasse forderte.

Der radikalere Feminismus dagegen forderte weitergehend die Auflösung der auf biblischen Fundamenten beruhenden Ordnung von Ehe und Familie, weil sie angeblich „unterdrückend“ für die Frau seien und deren Selbstentfaltung hindere. Das wurde früh mit dem „Recht auf sexuelle Selbstbestimmung“ und dem „Recht auf Abtreibung“ sowie der Forderung nach vermehrter Frauenarbeit verknüpft, damit die Frauen ihre „Emanzipation“ auch wirklich ohne alle hinderlichen wirtschaftlichen Abhängigkeiten und sonstigen „Zwänge“ ausleben könnten.

Der radikale Feminismus kämpfte von Anfang an gegen das „traditionelle“, „unterdrückende“ Frauenbild und die traditionelle Ehe und griff dabei die Bibel und den christlichen Glauben unverhohlen als „patriarchalisch“ und „reaktionär“ an. Damit soll nicht gesagt werden, daß das herkömmliche weltlich-bürgerliche Familienideal mit dem biblischen gleichgesetzt werden kann; die biblische Ordnung geht weit tiefer und kann eigentlich nur von wiedergeborenen Christen verwirklicht werden. Dennoch waren die Normen der Gesellschaft bis ins frühe 20. Jahrhundert weithin an biblischen Ordnungen ausgerichtet, und der Feminismus bekämpfte beide scharf und radikal.

Das ging bis ins Gebiet der Religion selbst; man griff aus feministischem Fanatismus die biblische Offenbarung Gottes an. Man rebellierte offen gegen den Gott der Bibel, der sich als „Vater“ geoffenbart hat, und setzte dem entweder den Atheismus oder aber die Verehrung von „Muttergottheiten“, verbunden mit dem Lob für „matriarchale Gesellschaften“ primitiver Götzenanbeter entgegen („matriarchal“ bedeutet: „die Mütter/Frauen herrschen“).

 

Das neue Selbstverständnis der Frau

Das biblische Ideal der treuen Ehefrau, die sich aufopfernd um die Erziehung der Kinder kümmert und einen liebevollen, Geborgenheit vermittelnden Haushalt führt, wurde mit der polemischen Verspottung von „Kinder, Küche, Kirche“ abgewertet und verdammt. Das Ideal war die innerlich und ökonomisch unabhängige Frau, die sich selbst ihre (wechselnden) Liebespartner sucht, auf Kinder weitgehend verzichtet und eine dem Mann gleichwertige Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft spielt. Wie weit dieses Rollenverständnis heute schon gediehen ist, zeigt ein Auszug aus einer weltlichen Meinungsumfrage:

Ganz generell ist der Tenor der Studie, für die mehr als 2000 Frauen und Männer zwischen 18 und 69 Jahren befragt wurden, daß sich die Lebensentwürfe von Frauen und Männern immer stärker ähneln. Demnach haben Frauen heutzutage fast genauso starke berufliche Ambitionen wie Männer. Karriere zu machen sei für 48 Prozent der weiblichen Befragten sehr wichtig gegenüber 53 Prozent der männlichen Befragten, hieß es. Auch bei der Bedeutung von Arbeit gebe es kaum noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, sagte Huber. Zwar fänden es Frauen (82 Prozent) wichtiger als Männer (74 Prozent), im Beruf mit Menschen in Kontakt zu kommen. Doch für beide sei die Berufstätigkeit vor allem gleichbedeutend mit finanzieller Flexibilität (Frauen 92 Prozent, Männer 91 Prozent) und mit der Verrichtung einer sinnvollen Tätigkeit (Frauen 80 Prozent, Männer 81 Prozent).

Noch radikalere Formen des Feminismus aber wollen nicht die „Gleichberechtigung“ von Mann und Frau, sondern schieben der „patriarchalen Gesellschaftsstruktur“ die Verantwortung für alle Übel der Welt zu und träumen von einer „matriarchalen“, von Frauen dominierten Gesellschaft, in der die Männer höchstens noch als Drohnen, als Hilfskräfte zur Erfüllung geschlechtlicher Wünsche geduldet und ansonsten ausgegrenzt werden. Solche radikal-feministischen Strömungen propagieren ganz offen lesbische Beziehungen von Frauen als wünschenswerte Norm und sind z.T. mit einer Wiederbelebung des Hexenkultes verbunden.

 

Die Auflösung von Ehe und Familie

Die feministische Offensive ging einher mit bewußten Bestrebungen, die „traditionelle“ Ehe und Familienordnung zu zerstören. Dabei ist man im öffentlichen Bewußtsein heute schon sehr weit gekommen, wenn es auch immer noch eine erstaunlich große Anzahl „traditioneller“ Ehen und Familien gibt. Die neuen Trends sollen durch ein Zitat schlaglichtartig veranschaulicht werden:

Die bürgerliche Kleinfamilie ist schon lange passé. Heute sind Frauen Vorstandsvorsitzende und Bundeskanzlerinnen, Scheidungen normal, Patchwork-Familien auch, und wer es mag, liebt viele. Und seit Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen und die Möglichkeiten der künstlichen Befruchtung entwickelt wurden, gibt es auch Regenbogen- und Inseminationsfamilien, wie es in der Familienforschung heißt. Neu ist ein Begriff, der ganze Internetseiten füllt: Co-Parenting. Manche nutzen ihn, wenn Mann und Frau sich zusammentun, um ein Kind zu bekommen, ohne daß sie sich lieben oder Sex miteinander haben wollen. Andere meinen damit, daß mehr Menschen für die Kinder verantwortlich sind als nur die beiden leiblichen Eltern. Es ist ein Oberbegriff für alle möglichen Arten, Kinder zu haben – jenseits der Kleinfamilie, jenseits von Vater, Mutter, Kind.

In der Wissenschaft wurde Co-Parenting in den Vereinigten Staaten schon in den späten sechziger Jahren verwendet, um die Unabhängigkeit der Elternschaft von der Ehe zu beschreiben. Wikipedia versteht darunter heute eine postmoderne Art, Kinder zu bekommen. Die Postmoderne war auch immer das Versprechen auf die Befreiung von allen Begrenzungen, gesellschaftlich und biologisch. Daß die Menschen den Begriff nun wählen für das, was sie ohnehin schon machen, und das mal Patchwork hieß, mal Regenbogenfamilie, zeigt die neue Lust auf diese Formen. Co-Parenting steht für ein neues Selbstverständnis: Die alternativen Familienmodelle gelten nicht mehr als Notlösung, sondern als selbstbestimmte, aus Überzeugung gewählte und gewünschte Lebensmodelle. Auch die Politik paßt sich an: In den Niederlanden, wo sich Menschen mit Kinderwunsch seit ein paar Jahren auf Co-Parenting-Seiten im Internet treffen, sollen bald bis zu vier Menschen für ein Kind juristisch verantwortlich sein können, auch vier Männer etwa.

(Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/zukunft-des-zusammenseins-neue-familienbande-15218791.html)

 

 

2. Die „Gender-Ideologie“
als Höhepunkt feministischer Irreführung

 

Inzwischen sind die feministischen Ideologien in ihrem Streben nach Auflösung aller biblischen Ordnungen bis zum Gipfelpunkt aller denkbaren Rebellion gegen Gott vorgestoßen: mit der Gender-Ideologie erklären sie alle Unterschiede zwischen Mann und Frau zu einem Produkt „gesellschaftlicher Einflüsse und Zwänge“ und behaupten, jeder Mensch könne und solle sich seine eigene Geschlechterrolle irgendwo zwischen Mann und Frau frei heraussuchen.

Mit einem wirklichkeitsverleugnenden Fanatismus werden alle biologischen, von Gott als Schöpfer vorgegebenen und genetisch verankerten Unterschiede von Mann und Frau einfach verleugnet. Das geht so weit, daß fanatische „Gender-Ideologen“ bestrebt sind, die Sprache so abzuändern, daß das männliche und weibliche Geschlecht durch „gender-neutrale“ Neuschöpfungen und lächerliche Wort*ungetüme ersetzt werden.

Durch die Manipulation der Sprache und massive Propaganda will man das Denken der Menschen so umprogrammieren, daß die widersinnigen Gedankengebilde des Genderismus wie selbstverständlich erscheinen. Sogar die Nationalhymne („Heimatland“ statt „Vaterland“) und die Bibel müssen angeblich deshalb umgeschrieben werden (vgl. die lästerliche „Bibel in gerechter Sprache“).

Doch es geht noch weiter. In einer gezielten Propaganda-Aktion, in der die Medien willig mitspielen, werden „normale“ Beziehungen zwischen Mann und Frau herabgesetzt, und man versucht sie aus dem Bewußtsein der Menschen zu verdrängen. Vielfach darf man schon gar nicht mehr „Vater“ und „Mutter“ sagen, sondern man muß sagen „Elter 1“ und „Elter 2“.

Homosexuell lebende Menschen sowie „Transsexuelle“, die ihre Identität jenseits der göttlichen Ordnung und gegen ihre biologische Identität suchen, werden zu den neuen Helden der Gesellschaft erklärt. Indem man dieser verschwindenden Minderheit zentrale Bedeutung zuschreibt und für sie eigene Toiletten einrichtet und ihnen Zugang zu Umkleideräumen des gewünschten Geschlechts verschafft, sucht man im allgemeinen Bewußtsein zu verankern: das Perverse ist die neue Norm.

Damit ist der Satan, der biblisch gesehen ganz eindeutig hinter diesen Geistesbewegungen steckt, an seinem Ziel angekommen. Das Ziel des Teufels ist die völlige Umdeutung und Auflösung der göttlichen Ordnungen, und das bedeutet in bezug auf die schöpfungsgemäßen Unterschiede von Mann und Frau, die Auflösung aller dieser Unterschiede und der „androgyne Mensch“, d.h. der männlich-weibliche Mensch, bei dem die charakteristischen Züge von Mann und Frau völlig verwischt und vermischt sind.

Am extremsten verwirklichen dieses völlig widergöttliche Ideal die „Trans“menschen, die heute in einer geradezu unheimlichen Weise ans Licht gezerrt und zu Vorreitern der „neuen Menschheit“ stilisiert werden.

Dem kommen breite gesellschaftliche Trends schon weit entgegen, die vermännlichte, dominante Frauen in Führungspositionen fördern, mit kurzen Haaren und in Hosen, und auf der anderen Seite verweiblichte, passive, gefühlsselige Männer, z.T. mit langen Haaren, die auch schon mal zuhause den Haushalt versorgen, während die Frau ihrem Managementjob nachgeht.

Ähnlich wie mit den antiautoritären Ideologien der Gesetzlosigkeit kann man auch bei den feministischen Geistesströmungen feststellen, daß sie heute die nachchristliche weltliche Gesellschaft fast vollständig bestimmen und zur neuen gesellschaftlichen Norm geworden sind, die für die jüngere Generation schon selbstverständlich ist.

Ein eher pragmatischer, aber durchaus für Radikales offener Feminismus ist im Rahmen des allgegenwärtigen Humanismus fester Bestandteil des heutigen Gesellschaftsbildes und des „Zeitgeistes“. Das erweist sich z.B. an der heutigen Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel, die konsequent jeden auch nur ansatzweise eigenständigen Mann aus ihrem Umfeld entfernen ließ und es für die Bundesregierung 2018 dafür sorgte, daß 50% der CDU-Ministerposten von Frauen besetzt wurden.

 

 

3. Feminismus aus biblischer Perspektive

 

Für bibeltreue Gläubige ist der Feminismus eine fremde, zerstörerische Geistesmacht. Wir leben in dem festen Glauben, daß die Ordnungen Gottes gute, segensreiche Ordnungen sind, die uns Menschen nicht „bedrücken“ oder „einengen“, sondern die uns ein erfülltes Leben entsprechend den guten Gedanken unseres Schöpfers ermöglichen. Der biblische Glaube ist davon überzeugt, daß jede Auflehnung gegen Gottes Ordnungen, wie sie der Feminismus predigt, letztlich immer in neuer Unterdrückung, in Leid, Zerstörung und Orientierungslosigkeit endet.

Hinter dem Feminismus steht, geistlich-biblisch gesehen, der rebellische Geist des Satans, der die Menschen haßt, ihre Gottesebenbildlichkeit zerstören und sie nach seinem perversen Ebenbild umformen will. Der feministische Kampf gegen das „Patriarchat“ geht von Satan aus und richtet sich letztlich gegen den heiligen, ewigen Gott, den Vater, „von dem jede Vaterschaft im Himmel und auf Erden den Namen erhält“ (Eph 3,15 Grundtext). Hinter dem Haß gegen die Männer und besonders die Väter steht der Haß gegen den gütigen Vatergott, der die Ordnung der Ehe und Familie gegeben hat.

Es ist ohne Zweifel so, daß unter den sündigen Menschen dieser Welt, die äußerlich nach Gottes Eheordnung leben, es zu zahlreichen Situationen kommt, wo Frauen tatsächlich schlecht behandelt, betrogen und ausgenutzt werden (was allerdings auch immer wieder umgekehrt vorkommt, je nachdem, wer der schwächere und verletzlichere Teil ist).

Doch das liegt an der Sündhaftigkeit des Menschen und nicht etwa daran, daß Gottes Schöpfungs- und Eheordnung „unterdrückend“ oder „falsch“ wäre. Solche Sünden gibt es übrigens massenhaft auch in „modernen“, „aufgeklärten“ Mann-Frau-Beziehungen sowie in lesbischen und homosexuellen Beziehungen. Auflehnung und das Streben nach Zerstörung der göttlichen Ordnungen macht letztlich alles nur noch schlimmer.

Die dämonische Geistesmacht, die hinter dem Feminismus steht, hat die Würde der Frau als Geschöpf Gottes zerstört und die von ihr geprägten Frauen aller schönen, lieblichen und segensreichen Eigenschaften der Frau beraubt – ihrer Wärme und Fürsorge, ihrer Mütterlichkeit und sittlichen Reinheit.

Stattdessen hat sie Kälte und Härte, Machtspiel und rücksichtslose Selbstverwirklichung, knallharte Ablehnung gegen Mann und Kinder gesät. Die schreckliche Ernte davon besteht in der Entfremdung von Mann und Frau, in einer Masse abgelehnter und abgeschobener Kinder, die seelisch verstört sind und mit Haß, Wut, Perversion und Orientierungslosigkeit zu kämpfen haben und immer öfter „Amok laufen“.

Die feministische Bewegung hat Leid und Zerstörung über ungezählte Ehen und Familien gebracht, indem sie die Frauen verführt hat, aus ihrer biblischen Rolle als Gehilfin und liebevoller Beistand des Mannes auszubrechen. Der Aufstand gegen die „Männerherrschaft“ hat zu zahllosen geschiedenen Ehen, zu Ehebrüchen und Hurerei, zur Not alleinerziehender Mütter, zu einer Menge von durch Scheidung geschädigten Kindern und auch zu unzähligen durch Abtreibung ermordeten Kindern geführt. Er hat die durch diese Ideologie vergifteten Frauen auch nicht glücklicher gemacht; viele sind im Gegenteil ruhelos und verbittert, aggressiv und selbstmitleidig, depressiv und gefühlskalt geworden.

Dagegen ist es genau der von den Feministinnen so angegriffene Weg der Bibel, auf dem erlöste und an Christus gläubige Frauen echte Lebenserfüllung empfangen und das Vorrecht bekommen, das Leben zu leben, zu dem sie ihr Gott und Schöpfer geschaffen und bestimmt hat. Ein solches Leben in Harmonie mit Gottes Ordnungen ist die Quelle von Frieden und Freude.

Wenn die Frau ihren Platz in Gottes Ordnung einnimmt, gerade auch den Platz der liebenden Unterordnung unter den Mann, der seine Leitungsverantwortung ebenfalls in Liebe und Rücksichtnahme ausübt, dann lebt sie im Kraftfeld des Segens Gottes. Die Frucht sind dann auch gesunde, gottesfürchtige Kinder, die liebes- und lebensfähig sind.

Eine gläubige Frau erfährt Erfüllung und den Segen des Herrn, wenn sie sich bewußt nach Gottes Wort ausrichtet und es in der Kraft des Heiligen Geistes auslebt. „… damit sie die jungen Frauen dazu anleiten, ihre Männer und ihre Kinder zu lieben, besonnen zu sein, keusch, häuslich, gütig, und sich ihren Männern unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert wird“ (Tit 2,4-5).

Ein bewußtes Ja zu diesen Ordnungen bringt Frieden und innere Kraft, Freude und Glück in das Leben der christlichen Frau. Es bringt der Frau die Würde und das innere Ruhen in Gott zurück, das die Welt ihr nicht geben kann, und das der Feminismus ihr stehlen will. Die Frau nach den Gedanken Gottes ist keineswegs ein verhärmtes, unterdrücktes, frustriertes Wesen, sondern eine freudige Dienerin und Zeugin ihres Herrn.

Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht angesichts des kommenden Tages. Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit, und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge. Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und ißt nie das Brot der Faulheit. Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich; ihr Mann rühmt sie ebenfalls: »Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, du aber übertriffst sie alle!« Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht, aber eine Frau, die den HERRN fürchtet, die wird gelobt werden. Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände, und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren! (Spr 31,25-31)

 

 

 

4. Der Feminismus beeinflußt das Verhältnis von Mann und Frau auch unter Christen

 

 

Der nun schon 50 Jahre währende Dauereinfluß von Feminismus und Humanismus führt unter den heutigen Christen dazu, daß das früher relativ klare, an der Bibel orientierte Selbstverständnis von christlichen Männern und Frauen immer stärker untergraben wird. Stattdessen wird das moderne Rollenverständnis des feministisch-humanistischen weltlichen Zeitgeists immer stärker auch unter Christen prägend, besonders in der jüngeren, aber auch schon in der mittleren Generation der 40-50jährigen. Auf dieses notvolle Thema wollen wir etwas ausführlicher eingehen, weil es viele belastende Auswirkungen hat.

 

 

Der unterschwellige Einfluß des Feminismus unter Christen

 

Wir haben im letzten Kapitel gesehen, daß der Feminismus eigentlich eine ausgesprochen antichristliche Geistesströmung ist. Man sollte meinen, daß bewußte, gläubige Christen sich entschieden gegen dieses Gedankengut wehren. Aber aufgrund der allgemeinen Ausbreitung feministischer Haltungen in der ganzen Gesellschaft übernehmen zahlreiche Gläubige diese unbiblischen Vorstellungen, ohne sich dessen wirklich bewußt zu sein.

 

Feministische Einflüsse bei evangelikalen Christen

Die allgegenwärtige Ideologie des Feminismus wirkt sich heute auch auf die Denkweise evangelikaler sowie konservativ-bibeltreuer Christen aus. Wer heute noch einen klar biblischen Standpunkt in bezug auf die schöpfungsgemäße Stellung und die Aufgabe der Frau in Familie und Gesellschaft äußert, wird von der Welt schnell ausgegrenzt und sogar zum Gegenstand von Spott und Haß. Da ist der Druck groß, Zugeständnisse an den Zeitgeist zu machen, um nicht anzuecken.

Die schon Jahrzehnte währende geistige Beeinflussung der Kinder christlicher Familien durch die weltlichen Schulen (in denen die Mehrzahl der Lehrkräfte weiblich und zunehmend feministisch geprägt ist) führt dazu, daß ein feministisches Gedankengut und „Lebensgefühl“ häufig ganz unbewußt die jüngeren Generationen von Christen prägt. Das Ergebnis ist zwar meist „nur“ eine gemäßigte Spielart feministischen Denkens, aber der Gegensatz zur Lehre der Bibel ist dennoch deutlich.

Ganz gewiß trägt auch ein vielfältiges Versagen der gläubigen Männer mit zu diesen Entwicklungen bei. Viele passen sich heute dem feministischen Zeitgeist an und verzichten auf ihre Stellung und Aufgabe als Haupt und Verantwortlicher in Ehe, Familie und Gemeinde. Das verstärkt die Verunsicherung und Unzufriedenheit bei den Frauen noch und hat auch sehr negative Auswirkungen auf die Erziehung der Kinder. Aber auch ein rücksichtslos und ungeistlich durchgesetzter Autoritätsanspruch des Mannes hilft der Frau nicht, die feministische Verführung zu überwinden.

 

Auswirkungen feministischer Gedanken im Lebensstil moderner Christen

Was sich in unseren Gedanken festgesetzt hat, das verändert und prägt auch unser Leben. Das gilt auch vom Feminismus; er beeinflußt den Lebensstil von immer mehr evangelikalen Christen und sogar von bibeltreuen Gläubigen, die dem Herrn nachfolgen wollen. Es ist wichtig, daß wir uns diese Einflüsse bewußt machen, damit wir sie überwinden können.

* Ein dumpfes Gefühl bei christlichen Frauen, gegenüber den Männern „benachteiligt“ zu sein, zunehmende Mühe mit der Aufgabe als Hausfrau und Mutter, zunehmende unbiblische Ansprüche in Ehe und Familie sind Symptome eines schleichenden feministischen Zeitgeisteinflusses. Das „Rollenverständnis“ junger christlicher Frauen in christlichen Familien wird tendenziell immer mehr von weltlich-emanzipiertem Gedankengut statt von Gottes Wort bestimmt. Man achtet auf die eigene „Selbstverwirklichung“ und fordert vom Mann, die nicht mehr von Herzen akzeptierten Pflichten in Haushalt und Kindererziehung weitgehend mit zu übernehmen. Dabei ist offenkundig, daß dies, wenn der Mann der alleinige Verdiener ist, so nicht geht – wenn auch andererseits klar sein muß, daß der Mann sehr wohl auch nach seinen Möglichkeiten Aufgaben im Haushalt und vor allem der Kindererziehung mit übernehmen sollte und sich da nicht völlig herausziehen darf.

* Der vor Gott kostbare Schmuck des „sanften und stillen Geistes“ (1Pt 3,4) ist heute leider eher selten geworden und wird nicht selten mit spöttischen Bemerkungen abgetan. Die Weichheit, emotionale Wärme und Anpassungsfähigkeit, die zum biblischen Frauenbild gehören, ebenso Sanftmut und Güte und innere Zurückhaltung sind dem heutigen Zeitgeist völlig zuwider. Nicht wenige christliche Frauen sind heute eher selbstbewußt, kritisch und herausfordernd, manche treten ziemlich dominant und bisweilen aggressiv auf und spielen ihre eventuelle Überlegenheit den Männern gegenüber auch aus.

* Die Unterordnung der Frau unter den Mann, die die Bibel ganz klar lehrt (u.a. Eph 5,22-33; Kol 3,18; Tit 2,5; 1Pt 3,1-6), wird vielfach relativiert und in der Praxis oft wenig ernstgenommen; dagegen findet oftmals verdeckter oder offener Widerstand gegen die Autorität des Mannes statt; der Mann wird oft ausgetrickst oder abgewertet. Dieser erfolgt manchmal auch durch emotionalen Druck wie Nörgeln, Schmollen, Entzug der Zuwendung, Spott usw. Es fehlt vielen modernen Frauen an dem von Gott gewollten Respekt vor dem Mann als Haupt (1Kor 11,3; vgl. Eph 5,33: „die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht!“). Oftmals hat in auch in christlichen Ehen und Familien die Frau „die Hosen an“.

* Viele christliche Frauen sind immer weniger bereit, die Versorgung der Kinder alleine und verantwortlich zu übernehmen, bis diese groß sind. Die biblische Lehre, die sie zu Häuslichkeit, Fürsorge für Mann und Kinder, Unterordnung und Keuschheit auffordert (vgl. Tit 2,4-5), wird vernachlässigt oder sogar offen als veraltetes Gedankengut abgelehnt. Dagegen sind immer mehr gut ausgebildete christliche Frauen bestrebt, ihre Kinder frühzeitig in Krippe oder Kindergarten zu geben, um sich schnellstmöglich wieder dem einträglichen und das Selbstbewußtsein fördernden Beruf widmen zu können. Es ist zu befürchten, daß die solchermaßen aus der Familie „abgeschobenen“ Kinder darunter leiden und eher geneigt sind, den Glauben abzulehnen.

* Im Verhalten und in der Kleidung ist auch unter vielen Christinnen eine zunehmende Angleichung an den Mann zu beobachten: kurze Haare, welche die Bibel als schändlich bezeichnet (1Kor 11,6.15), sind bei vielen kein Problem mehr; das Tragen von Hosen, das eine Gleichstellung gegenüber dem Mann signalisiert, ist sehr weitverbreitet; die Kopfbedeckung als Zeichen der Unterordnung (1Kor 11,10) wird nicht mehr getragen.

Insgesamt ist es eine ernster Mißstand, daß unter gläubigen Christen kaum noch jemand wagt, den Geisteseinfluß des Feminismus als das zu kennzeichnen, was er ist: ein teuflischer, antichristlicher Geist, der direkt gegen die Autorität der Bibel und des Herrn Jesus Christus gerichtet ist. Wir müßten unsere Schwestern, besonders schon unsere jungen Töchter klar lehren, welch eine Verderbnis dieser Geist im Leben der Menschen, insbesondere der Christen, anrichtet, und ihn von der Bibel her klar widerlegen.

 

Alttestamentliche Vorbilder für feministische Einflüsse

Es ist interessant, daß wir ein geistliches Bild des letztlich aus dem Geist Satans stammenden feministischen Geisteseinflusses im Volk Gottes schon im Alten Testament finden: zum einen in der dominanten Macht der gottlosen Baalsanhängerin Isebel in Israel; diese Tochter eines den Baal anbetenden heidnischen Königs Et-Baal („Mit ihm ist Baal“), des Herrschers der heidnischen Zidonier, war selbst eine fanatische Anhängerin des Baalskultes, der ja auch die Verehrung des finsteren weiblichen Götzen Astarot/Aschera mit einschloß.

Isebel, die man durchaus als Vorläuferin der Feministinnen ansehen kann, beherrschte ihren launischen, schwachen Mann, den König Ahab, und beeinflußte ihn darin, einen Baalstempel in Israel zu errichten (vgl. 1Kön 21,25: „wozu seine Frau Isebel ihn anstachelte“) und sorgte selbst für den Unterhalt der vielen Baalspriester (1Kön 18,19).

Isebel tadelte die Schwäche und die Skrupel Ahabs, als er den Weinberg Nabots begehrte, und trieb ihn an, Nabot umzubringen, um sein Erbteil zu erlangen. Als er es nicht selbst tat, arrangierte sie eiskalt den Mord in seinem Namen (1Kön 21,1-16). Sie haßte die Diener Gottes und hatte zahllose Propheten des HERRN auf dem Gewissen (2Kön 9,7); ihre dämonische Macht war so groß, daß selbst der gottesfürchtige Prophet Elia für kurze Zeit davor zurückwich und entmutigt in die Wüste floh.

Interessant ist, daß die gegen die Autorität Gottes und die Stellung des Mannes aufbegehrende „feministische“ Fehlhaltung prophetisch noch einmal im Sendschreiben des Herrn an Thyatira aufgegriffen wird, wo eine falsche Prophetin mit dem symbolträchtigen Namen „Isebel“ gezeigt wird, die sich gegen Gottes Ordnung auflehnt (vgl. 1Tim 2,12) und die Diener Gottes irreführt:

Aber ich habe ein weniges gegen dich, daß du es zuläßt, daß die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. (Offb 2,20-21)

Eine ähnlich aufschlußreiche Parallele bietet die blutige Herrschaft Athaljas, der vom Baalskult verseuchten Tochter von Ahab und Isebel (vgl. 2Kön 8,18; 9,22), die von dem halbherzigen König Josaphat als Ehefrau seines Sohnes Joram nach Juda geholt worden war. Ihr gottloser Sohn Ahasja wurde nach dem Tod Jorams zunächst König von Juda, aber er kam im Gericht ums Leben, das Jehu am Haus Ahabs in Israel verübte (vgl. 2Kön 8,16 – 11,3; 2Chr 21 u. 22). Als Athalja sah, daß ihr Sohn umgekommen war, da ermordete sie alle männlichen Nachkommen aus dem Haus Davids in Juda, um danach selbst die Herrschaft über das Land zu übernehmen.

Diese dämonische Mordtat sollte wohl verhindern, daß ein gottesfürchtiger Nachkomme Davids auf den Thron kam; hinter ihr steckte erkennbar der Teufel, der die Linie des verheißenen Messias in Israel ausrotten wollte. Dann richtete diese vom Götzendienst geprägte Frau ihre eigene blutige und listige Herrschaft im Lande auf, obwohl sie nicht aus dem Samen Davids war und die Ordnung Gottes keine Herrschaft von Frauen vorsah, sondern dies vielmehr als göttliches Gericht angesehen wurde (vgl. Jes 3,12: „Mein Volk wird von Mutwilligen bedrückt, und Frauen beherrschen es. Mein Volk, deine Führer verführen [dich] und haben den Weg verwüstet, den du wandeln sollst.“).

Doch ein Nachkomme Davids, Joas, überlebte und wurde durch den mutigen Widerstand des Hohenpriesters Jojada zum König eingesetzt; die mörderische Athalja fiel dem Schwert zum Opfer, und der Baalskult wurde für eine Zeit aus Juda ausgetilgt (vgl. 2. Chronik 23). Geistlich gesehen zeigt uns Athalja, wie das Streben nach Vorherrschaft der Frau sich lähmend und zerstörerisch auf das Volk Gottes auswirkt und, wenn ihm Raum gegeben wird, das Heranwachsen von Männern, die Gott dienen können, verhindert. Genauso wirken sich feministische Tendenzen auch in der Christenheit aus.

 

Die Verunsicherung und Abwertung des Mannes im Zeitalter des Feminismus

Die feministische Umwertung der biblischen Werte hat natürlich auch massive Auswirkungen auf die Männer und ihr Selbstverständnis. Sie hat nicht nur in der Gesellschaft die von Gott gewollte Ausübung von Autorität durch den Mann immer schärfer angegriffen und mit Aggression und Verachtung gestraft. In der Welt wird heute der umerzogene „neue Mann“ als Vorbild hingestellt, der seine Verantwortung nur gebremst und entschuldigend, mithilfe von Tricks und Manipulation wahrnehmen kann, und nur dann, wenn er dem feministischen Dogma seine Ehrerbietung erweist.

Doch die Abwertung der Autoritätsstellung des Mannes, die vergifteten und beständigen polemischen Angriffe des Zeitgeistes gegen den Mann haben sich auch auf viele gläubige Männer ausgewirkt – bei weitem nicht mehr nur auf jüngere. Sie sind in Gefahr, sich eher für die biblischen Ordnungen zu entschuldigen und sie preiszugeben, anstatt sie auch gegen den heutigen Zeitgeiststrom auszuleben und ihre Frauen dazu zu ermutigen.

Heute finden wir auch in vielen Gemeinden zahlreiche Männer, die ihren gottgewollten Auftrag, das Oberhaupt und der verantwortliche Haushalter ihrer Familie vor Gott zu sein, nicht mehr oder zumindest nicht mehr konsequent nachkommen. Das ist sein sehr trauriger Zustand, der unseren Herrn betrübt und entehrt. Wenn Seine Ordnungen nicht mehr eingehalten und Seine Aufträge nicht mehr ausgeführt werden, dann leidet das ganze Volk Gottes darunter – die Familien, die Gemeinden, und auch die Männer selbst, die sich ihrer Verantwortung entziehen.

Viele Männer ziehen sich zurück, überlassen die Verantwortung ihren Frauen oder beschränken sich auf eine moderne „gleichberechtigte“ Führung der Familie. Sie haben Probleme, geistliche Autorität auszuüben und in Auseinandersetzungen die Führung zu behalten. Sie scheuen zunehmend Konflikte mit Frau und Kindern, die in der heutigen antiautoritär geprägten Atmosphäre nicht ausbleiben, und kultivieren einen „Laissez-faire“-Führungsstil, um das einmal weltlich auszudrücken.

Das wirkt sich auch in den Gemeinden und im Dienst für das Reich Gottes aus. Es herrscht heute ein ernster und trauriger Mangel an geistlich reifen und stabilen Männern, die sich von Gott in Seinem Dienst gebrauchen lassen, die als Älteste und Leiter, als Prediger und Diakone Verantwortung übernehmen und besonnene geistliche Führung ausüben.

Das erinnert uns an die Klage der Prophetin Deborah: „Es fehlten Führer in Israel, sie fehlten, bis ich, Debora, aufstand, bis ich aufstand, eine Mutter in Israel“ (Ri 5,7). Sie wollte als Frau nicht führen; sie beklagte den Mangel an Führern im Volk Gottes und wünschte sich sehnlichst Männer, die aufwachten und ihre Verantwortung als Führer wieder wahrnähmen. „Mein Herz gehört den Anführern Israels, den Freiwilligen unter dem Volk“ (Ri 5,9). Als Barak das tut, wenn auch in beschämender Schwachheit, freut sie sich: „Daß Führer anführten in Israel, daß sich das Volk willig zeigte, dafür preist den HERRN!“ (Ri 5,2). Die Zeit der Richter läßt sich in vielem mit den heutigen geistlichen Zuständen im Volk Gottes vergleichen, auch in diesem Punkt.

Mit Leiterschaft des Mannes ist wohlgemerkt nicht ein fleischlicher, polternder Autoritarismus gemeint, der hart und herrschsüchtig regiert. Solche fleischlichen Fehlhaltungen hat es immer wieder im Reich Gottes gegeben, und das ist auch nicht der Weg Gottes, Autorität auszuüben. Der biblische Mann als Leiter wird mit einem fürsorglichen Hirten und einem demütigen Haushalter verglichen (1Pt 5,1-3; Tit 1,7); er darf kein Autokrat sein, nicht willkürlich oder machtgierig handeln.

Und dennoch ist der Mann gerufen, in Liebe und Fürsorge Autorität auszuüben; ihm hat Gott die Leitungsverantwortung in der Ehe und Familie, in Seiner Gemeinde und auch in der Gesellschaft anvertraut. Solche geistliche Leiterschaft, demütig, sanftmütig, gütig und doch fest, klar und unbeirrbar, ist heutzutage schwierig verwirklichbar, aber in der Kraft des Herrn und durch Sein umgestaltendes Wirken können auch heute noch wiedergeborene Männer zu gesunden geistlichen Leitern heranwachsen.

Wir brauchen dringend eine geistgewirkte Erweckung unter den gläubigen Männern, eine Neubesinnung auf den heiligen Auftrag, den Gott ihnen gegeben hat, in der Hingabe an den Herrn, in Selbstverleugnung, Zucht und geistlicher Vollmacht voranzugehen, in Demut die Stellung als Haupt und Hirte wieder einzunehmen und darin in Familie und gemeinde dem Herrn zu dienen und Ihn zu ehren durch biblisches Mannsein und biblische Führung.

 

 

Geschlechtervermischung und Götzendienst:
Die diabolische Umprogrammierung der Sitten

 

Inzwischen kommen selbst Verunstaltungen des Körpers wie Tätowierungen oder Piercings in gewissen sich christlich nennenden Kreisen „in Mode“. Wenn man sich genauer ansieht, aus welchen Quellen solche weltliche Modetrends kommen, dann stößt man immer wieder auf den Dämonendienst götzenanbetender Primitivvölker als Ursprung dessen, was heute als „cool“ gilt. Sie wurden alle von kriminellen und antichristlichen Subkulturen praktiziert, bevor sie im Gefolge der 68er-Revolte in den „Mainstream“ befördert wurden.

Diese Welt wird immer mehr zum Götzendienst verführt und verläßt die vom Christentum geprägten Sitten, um begierig die okkult geprägten Unsitten degenerierter Heidenvölker zu ergreifen – aber die Christen? Sollten sie nicht Gottes Gebote kennen (vgl. z.B. 3Mo 19,28; 5Mo 12,2-8; 29-31; 14,1-2; ) und sich fernhalten?

Wenn der HERR, dein Gott, die Heidenvölker vor dir her ausrottet, da, wo du hinkommst, um sie aus ihrem Besitz zu vertreiben, und wenn du sie aus ihrem Besitz vertrieben hast und in ihrem Land wohnst, so hüte dich, daß du dich nicht verführen läßt, sie nachzuahmen, nachdem sie doch vor dir her vertilgt worden sind, und daß du nicht nach ihren Göttern fragst und sagst: Wie dienten diese Heiden ihren Göttern? Ich will es ebenso tun! Du sollst dem HERRN, deinem Gott, nicht auf diese Weise dienen, denn alles, was ein Greuel ist für den HERRN, was er haßt, haben sie für ihre Götter getan; ja, sogar ihre Söhne und ihre Töchter haben sie für ihre Götter im Feuer verbrannt! (5Mo 12,29-31)

Doch wenn es um die Anpassung an die Trends der Welt geht, wollen allzuviele Christen gar nicht mehr so genau auf Gottes Wort hören.

Zum neuen Zeitgeisttrend unter manchen Christen gehört auch, daß „emanzipierte“ junge Christinnen sich die Haare kurzschneiden, sich schminken und schmücken wie die Welt. Manche sind recht stolz darauf, sich diese „kostbaren Freiheiten“ erobert zu haben; sie schlagen warnende Bibelaussagen wie die aus Jesaja 3 (vgl. auch Hes 23,40; 1Pt 3,2-3; 1Kor 11,1-16) in den Wind.

Auch die Frauenhose als Symbol der Vermännlichung und „Gleichberechtigung“ der Frau hat einen traurigen Siegeszug in vielen christlichen Kreisen gehalten. Umgekehrt gilt es bei manchen männlichen Christen als „cool“ und ganz akzeptabel, sich lange Haare wachsen zu lassen, in bewußter Mißachtung dessen, was Gott in 1Kor 11,14 niederschreiben ließ.

Diese „modernen“, „emanzipierten“ Christen merken gar nicht, daß sie dem Plan Satans auf den Leim gegangen sind, der das Ziel verfolgt, die von Gott gesetzten Grenzen zwischen den Geschlechtern aufzulösen und den „androgynen“ (männlich-weiblichen) Mischmenschen zu schaffen.

Die systematische Auflösung der gottgewollten Gegensätze und Besonderheiten der Geschlechter ist eine Agenda des Teufels. Immer mehr Menschen, die sich Christen nennen, fallen auf diesen widergöttlichen Zeitgeisttrend herein, der in der Gender-Irrlehre gipfelt, welche dem Menschen einredet, er könne sein Geschlecht unabhängig von Gottes Schöpfungsvorgaben selbst bestimmen.

In ihrem Drang, sich der Welt anzupassen, verwerfen immer mehr Christen bewußt die wichtige Lehre der Bibel, daß es Gott ein Greuel ist, wenn Frauen Männerkleidung tragen und Männer Frauenkleidung. „Eine Frau soll keine Männersachen auf sich haben, und ein Mann soll keine Frauenkleider anziehen; denn jeder, der dies tut, ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel“ (5Mo 22,5).

Man behauptet, diese Aussage sei heute nicht mehr gültig, weil sie im mosaischen Gesetz stehe, das doch für uns „nicht mehr gelte“. Das ist schon ein großes Mißverständnis. Natürlich sind wir nicht mehr „unter dem Gesetz“, d.h. wir stehen nicht in der Verpflichtung, alle 613 Bestimmungen des mosaischen Gesetzes zu halten. Aber sehr wohl ist auch das mosaische Gesetz, einschließlich 5. Mose 22,5, uns gegeben „zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit“ (2Tim 3,16). Und in diesem Vers geht es um das Wesen Gottes, nicht um Vorschriften aus dem Zeremonialgesetz, die für uns tatsächlich nicht mehr gelten.

Aus dieser umstrittenen Schriftstelle dürfen wir lernen, daß unser Gott möchte, daß Männer und Frauen klar und eindeutig in ihrer Kleidung und ihrem Äußeren voneinander unterscheidbar sind. Heute sehen wir die weltweite Gender-Offensive, in welcher die Geistesmächte der Finsternis alle Unterschiede zwischen Mann und Frau auflösen wollen.

 

Christen sind gerufen, ein klares Zeugnis für Gott abzulegen!

Gerade angesichts dieser Entwicklungen sollten gläubigen Frauen aus diesem Schriftwort erkennen, daß sie nur dann ein klares, Gott wohlgefälliges Zeugnis für Gottes Schöpfungsordnung ablegen können, wenn sie auf die Frauenhose verzichten. Sie ehren Gottes Schöpfungsordnung dadurch, daß sie bewußt lange, anständige Röcke und Kleider tragen, in denen sie auf den ersten Blick vom Mann unterscheidbar sind. Auch langes Haar und ein züchtiges, keusches Betragen gehören zu dem Zeugnis der christlichen Frau dazu, das heute wichtiger ist denn je.

In unserer immer verdorbener werdenden Endzeit ist es ganz besonders wichtig, daß es noch mutige Männer und Frauen Gottes gibt, die sich den weltlichen Zeitgeistströmungen bewußt entgegenstellen und an Gottes Wort und Schöpfungsordnung festhalten. Das kostet besonders die Frauen einen Preis; sie werden oftmals verachtet und giftig angesehen nicht nur von weltlichen Frauen, sondern auch von verweltlichten Christinnen. Aber dieses mutige Eintreten für Gottes Ordnungen und für die Keuschheit der Brautgemeinde, für die unsere Schwestern ein Zeugnis ablegen dürfen und sollen, ist vor Gott sehr wertvoll und wohlgefällig.

Es ist auch eine ernste Abweichung von Gottes Willen, wenn christliche Männer nicht mehr durch ihr Verhalten und ihre Kleidung die Würde und Heiligkeit des Herrn Jesus Christus widerspiegeln, wie sie es sollten, und wenn christliche Frauen nicht mehr durch Schamhaftigkeit, Anstand und Reinheit Zeugnis ablegen von der reinen Brautgemeinde. Das ist nach den Gedanken Gottes ihr Auftrag (vgl. Eph 5,22-32; 1Kor 11,1-9); der Mann ist ein Abbild des Christus und sollte dessen Ehre und Herrlichkeit widerspiegeln und bezeugen, und die Frau ist ein Abbild der Gemeinde als der keuschen Braut des Christus und sollte die Keuschheit und Unterordnung der Gemeinde widerspiegeln und bezeugen.

Diese geistlichen Einsichten sind uns verlorengegangen; es ist wichtiger als wir denken, sie neu auf den Leuchter zu stellen und auszuleben. Unser Zeugnis für Christus ist keine bloße „Äußerlichkeit“, die angeblich unwichtig und in das Belieben des Einzelnen gestellt wäre. Es ist unsere Pflicht und unser Vorrecht in einer immer dunkler werdenden Welt.

 

In Christus gibt es Befreiung von der feministischen Fehlprägung!

Auf jeden Fall wollen wir alle gläubigen Frauen, jüngere oder ältere, ermutigen, die vielleicht feststellen müssen, daß sie manchen Schaden von den feministischen Zeitgeisteinflüssen genommen haben. Bei unserem Herrn Jesus Christus gibt es Vergebung dafür, wenn wir diese Dinge Ihm bekennen und bei Ihm ablegen. Und es gibt Befreiung, Erneuerung des Denkens und der Gesinnung, durch die Kraft des Heiligen Geistes!

Wir dürfen falsches Denken ablegen, Gedankenfestungen des Feindes in unserem Leben niederreißen (2Kor 10,4-5), und uns durch betendes Erforschen der Heiligen Schrift neue Maßstäbe, eine erneuerte Denkweise und eine geistliche Gesinnung schenken lassen. Unser himmlischer Vater will, daß wir ein von Herzen kommendes „Ja“ zu unserer Berufung als Frau oder als Mann bekommen und in der Kraft des Geistes unseren Platz so ausfüllen, wie Er es in Seiner Schöpfungsordnung vorgesehen hat.

Solche Umgestaltungsprozesse sind vielleicht nicht immer rasch und einfach; aber unser Gott will uns dem Ebenbild Seines Sohnes gleichgestalten. Er selbst will das vor Ihm Wohlgefällige in uns wirken, damit Er durch unser Leben verherrlicht wird.

Der Gott des Friedens aber, der unseren Herrn Jesus aus den Toten heraufgeführt hat, den großen Hirten der Schafe durch das Blut eines ewigen Bundes, er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist, durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (Hebr 13,20-21)

 

 

Bearbeiteter Auszug aus dem Buch Paßt euch nicht der Welt an! Ermutigung zu einem entschiedenen Leben für Christus im Widerstand gegen den Zeitgeist

 

 

 

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