Christen und das Internet –
Digitale Medien als Herausforderung für unser Glaubensleben (Teil 1)

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

Vorbemerkung

 

Diese Schrift will eine kurzgefaßte Orientierung geben, wie gläubige Christen mit dem Internet und den digitalen Medien umgehen können und sollen. Dabei wird bewußt darauf verzichtet, die vielfältigen Fragen und Probleme, die damit verbunden sind, ausführlicher oder gar erschöpfend darzustellen.

Es geht dem Verfasser vielmehr darum, neben einigen Überblicksinformationen vor allem eine geistliche Beurteilung der digitalen Medien und biblische Maßstäbe für den Umgang mit ihnen zu vermitteln. Unter digitalen Medien wollen wir hier sowohl das Internet selbst und die damit verbundenen technischen Geräte (PCs, Smartphones usw.) verstehen, als auch die im Netz entstandenen Informationszugänge bzw. digitalen Plattformen (Webseiten, soziale Netzwerke, Blogs, Chatforen usw.).

Aus Platzgründen unterbleiben hier auch Nachweise der zitierten Informationen und Belege für die gemachten Aussagen. Für eine ausführlichere Beschäftigung mit dem Thema und Literaturnachweise verweise ich auf mein Buch Als Christ in der Welt des Internets und die am Schluß aufgelistete Literatur.

Es ist mein Gebet und meine Hoffnung, daß diese Schrift noch viele, vor allem auch jüngere gläubige Christen erreicht und ihnen eine Hilfe gibt, so mit den digitalen Medien umzugehen, daß ihr Glaubensleben keinen Schaden erleidet.

 

I. Internet und digitale Medien heute – ein kurzer Überblick

 

Das Internet als weltweites elektronisches Datennetzwerk ist, obwohl es erst seit etwa 1990 in weiterem Maß genutzt wird, aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Es hat unseren Umgang mit Informationen ebenso gründlich verändert wie unsere Freizeitgewohnheiten und unsere Arbeitswelt. Milliarden Menschen auf dem ganzen Erdball nutzen es täglich.

Zusammen mit seinen örtlichen Endgeräten, dem Computer und seinen Abwandlungen (v.a. PC, Laptop, Tablet und Smartphone), hat das Internet eine technische Revolution der Digitalisierung ausgelöst, die laufend weitergeht und immer neue Möglichkeiten eröffnet – allerdings auch immer neue Gefahren und Probleme für seine Nutzer.

Einerseits sind die Möglichkeiten der sofortigen Beschaffung von unterschiedlichsten Informationen beachtlich und oft hilfreich und arbeitserleichternd. In wenigen Sekunden erfahren wir Dinge, die wir früher nur in aufwendigen Suchaktionen herausgefunden hätten – wenn überhaupt. Ob es die Öffnungszeiten eines Museums sind, die Stausituation auf einer Autobahn, die aktuellen Benzinpreise der nächstliegenden Tankstellen oder der Titelbestand einer amerikanischen Bibliothek – über das Netz werden wir rasch und in vielen Fällen auch zuverlässig informiert.

Auch in der Weitergabe von Informationen hat das Netz eine umfassende Erweiterung unserer Möglichkeiten gebracht. War anfangs die elektronische Post (E-Mail) das revolutionäre neue Medium, durch das man in fast Echtzeit Texte, Dokumente oder Bilder rund um die Welt schicken konnte, so kamen später soziale Netzwerke mit ihren verbesserten multimedialen Möglichkeiten hinzu und lassen die Mail bei jüngeren Nutzern schon als veraltet erscheinen.

Das Internet mit seinen digitalen Medien hat sich inzwischen im Berufsleben und in öffentlichen Einrichtungen fest etabliert und ist zum unentbehrlichen Arbeitsmittel geworden, das beträchtliche Einsparungen an Arbeitszeit und Aufwand ermöglicht – aber andererseits auch beträchtliche zusätzliche Fehler- und Gefahrenquellen mit sich gebracht hat. In den allermeisten Berufen kommt man heute gar nicht mehr um die Nutzung der digitalen Medien herum.

Waren zu Beginn nur gewisse Einrichtungen und einige eingeweihte Insider in der Lage, selbst im Netz öffentlich aufzutreten, so steht heute diese Möglichkeit praktisch allen Nutzern des Netzes offen. Anfangs mußte man eine statische „Webseite“ als Informationsquelle programmieren (oder programmieren lassen). Später eröffnete der Ausbau des Netzes einer Vielzahl von Nutzern die Möglichkeit, selbst auf digitalen Plattformen wie Blogs, Chats oder Foren sowie in sozialen Netzwerken wie Facebook oder YouTube Texte und Meinungen sowie auch Tonaufnahmen, Bilder oder Filme zu veröffentlichen.

Das schuf eine ganz neue Dimension der persönlichen Nutzung des Netzes, die nun vorwiegend der persönlichen Unterhaltung und Freizeitgestaltung dient. Man will „Spaß haben“, sich amüsieren, will „sehen und gesehen werden“. Rasch stellten sich die verschiedenen Online-Dienste auf die Wünsche und Bedürfnisse ihres Publikums ein oder schufen diese neu. Es entstand ein scharfer Wettbewerb zwischen verschiedenen Plattformen um die Gunst der Nutzer, die ihrerseits ihre persönlichen Daten preisgeben müssen, aufgrund derer man ihnen personalisierte Werbung zukommen läßt. Heute sind neben „Facebook“ unter anderem „WhatsApp“ und „Instagram“ besonders „in“; morgen werden es vielleicht ganz andere Medien sein.

Besonders die großen sozialen Netzwerke wie Facebook, YouTube, Twitter, Instagram oder WhatsApp verbinden heute hunderte von Millionen Nutzern auf der ganzen Welt miteinander und schaffen die Möglichkeit, für die eigene Selbstdarstellung ein potentiell riesiges Publikum zu finden. Man kann dort Fotos von sich selbst oder von Urlaubsorten posten, seinen Kommentar zu allen möglichen Themen abgeben, Freunden Nachrichten senden, die Beiträge anderer emotional kommentieren („liken“) und weiterempfehlen („teilen“) usw. Und das Angebot wird von vielen angenommen:

Youtube           1,9 Mrd. monatliche Nutzer  Weltrang 2

facebook          2,3 Mrd. monatliche Nutzer (12-2018)  Weltrang 3

Twitter            321 Mio Nutzer (2-2019)  Weltrang 10

Instagram         800 Mio Nutzer (9-2017)  Weltrang 13

WhatsApp        1,5 Mrd. Nutzer (2-2018)  Weltrang 53

Das Netz hat auch die traditionellen Medien beeinflußt; die Film- und Musikbranche wie auch das Zeitungswesen und das Fernsehen weiteten ihre Dienste auf das Internet aus, das ihnen zugleich durch kostenlose oder kostengünstige Alternativen teilweise einige Einbußen bescherte. Das Internet ist heute auch eine zunehmend wichtige Quelle aller Arten von Unterhaltung, u.a. durch verschiedene Streamingdienste (Musik u.a.: Amazon Music, Apple Music, Spotify, Filme u.a.: Maxdome, Amazon Prime Video, Netflix, iTunes).

Vordergründig schaffen die digitalen Medien den Nutzern also beträchtliche Vorteile. Sie geben ihnen das Gefühl, besser informiert zu sein und Zugang zu allen möglichen Quellen der Unterhaltung zu bekommen. Sie geben ihnen vor allem auch das Gefühl, weltweit Beziehungen knüpfen zu können und ihre persönliche Meinung, ihr Aussehen usw. einer breiten Netzöffentlichkeit mitteilen zu können und so Zustimmung zu sammeln, die in Form von symbolischen „Likes“, „Freundes“-Statusmeldungen oder Klickzahlen ausgedrückt wird.

Auf der anderen Seite werden auch unter den nichtchristlichen Internetbesuchern, gerade auch bei manchen Experten und Insidern, zunehmend Bedenken und kritische Stimmen laut. Manche Fans des Netzes mußten nach einigen Jahren erkennen, daß ihr intensives Eintauchen ins Netz ihnen auch Schaden zugefügt hat, daß sie Depressionen und Süchte erlebten, beunruhigende Veränderungen ihrer Persönlichkeit, ihres Umganges mit realen Menschen, ja ihrer Fähigkeit, die normale, nicht-digitale Wirklichkeit noch zu bewältigen. Es macht doch nachdenklich, wenn digitale Gurus wie Steve Jobs, der Gründer von Apple, und Bill Gates von Microsoft ihren Kindern strenge Beschränkungen in bezug auf ihren Netzkonsum auferlegen und ihnen z. B. Smartphones gar nicht erlaubt haben.

 

 

II. Die digitalen Medien im Licht der Bibel –
wie Christen das Internet geistlich beurteilen können

 

Als gläubige Christen leben wir zwar in dieser von sündigen, gottfernen Menschen geprägten Welt, aber wir gehören wesensmäßig nicht zu ihr. Wir leben in dieser Welt, die den ewigen Gott, ihren Schöpfer, nicht anerkennt, sondern sich beständig gegen Ihn auflehnt, als Fremdlinge und Außenseiter, als Himmelsbürger, die ganz andere Lebensgrundsätze haben als die Menschen um uns herum. Das zeigt uns die Bibel in sehr vielen Aussagen, von denen wir nur einige hier anführen wollen:

Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern daß du sie bewahrst vor dem Bösen. Sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin. Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Gleichwie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt. Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit. (Joh 17,14-19)

Denn viele wandeln, wie ich euch oft gesagt habe und jetzt auch weinend sage, als Feinde des Kreuzes des Christus; ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott ist der Bauch, sie rühmen sich ihrer Schande, sie sind irdisch gesinnt (od. ihre Gedanken sind auf das Irdische gerichtet). Unser Bürgerrecht (od. unsere Heimat) aber ist im Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus erwarten als den Retter … (Phil 3,18-20)

Als gehorsame Kinder paßt euch nicht den Begierden an, denen ihr früher in eurer Unwissenheit dientet, sondern wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: »Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig!« Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.

Denn ihr wißt ja, daß ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes. (1Pt 1,14-19)

Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als nur des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. (Gal 6,14)

 

 

1. Eine biblische Sicht des Internets und der digitalen Medien

 

Das sollte auch unsere Haltung zum Internet prägen. Das weltweite Netz (www = World Wide Web) ist seinem ganzen Wesen nach Teil dieser Welt. Das heißt: es ist Teil dieser gottfeindlichen, von sündigen Menschen geschaffenen Kultur und Zivilisation, die im Bösen liegt (1Joh 5,19) und unter der Herrschaft des Widersachers steht, den die Bibel als „Fürst dieser Welt“ und als „Gott dieser Welt“ bezeichnet (Joh 12,31, 2Kor 4,4).

Einerseits können und sollen wir nicht dieser Welt zu entfliehen suchen oder uns mönchisch von ihr absondern (vgl. 1Kor 5,10; Joh 17,15-18). Obwohl die ganze weltliche Zivilisation einschließlich der Technik von der Sünde und der Überhebung, den bösen Begierden und der gefallenen Intelligenz der gottlosen Menschheit geprägt ist, können wir viele Dinge dieser Welt für unser Leben und auch für den geistlichen Dienst gebrauchen, aber mit Vorsicht und innerer Distanz (vgl. 1Kor 7,31: „und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht“).

 


Wie Christen die digitalen Medien beurteilen können

In einem gewissen Sinn sind die Medien wie auch viele Bereiche der Technik moralisch neutral. Der Mensch kann ein Auto oder ein Flugzeug zum Bösen gebrauchen, etwa für ein Verbrechen, oder aber auch zum Guten, um Menschen zu retten; Christen können beides gebrauchen für die Ausbreitung des Evangeliums. Auch die Medien als Mittel zur Weitergabe von Informationen sind in gewissem Sinn moralisch neutral; man kann durch ein Buch Gottes Wahrheit verbreiten oder teuflische Verführung, hilfreiche Sachinformationen oder verdorbenen Schmutz.

Mit dem Voranschreiten der menschlichen Zivilisation haben Menschen immer neue Medien erfunden, die in der Tendenz bewirkten, daß Informationen immer schneller und umfassender zu einem immer größeren Kreis von Menschen gelangen können. Diese Medien beschränkten sich jahrhundertelang vorwiegend auf mühsam erstellte Einzelmedien wie geritzte Tontafeln oder beschriebene Tierfelle.

Zu Beginn der Neuzeit entstanden dann die ersten Massenmedien durch die Drucktechnik, insbesondere Flugblätter, Zeitungen und das gedruckte Buch. Mit fortschreitender Technik kamen ab dem 19. Jahrhundert weitere Massenmedien mit immer größerem Verbreitungspotential dazu: die Schallplatte und das Grammophon, der drahtlose Rundfunk mit dem Radio als reine Hörmedien, das funkbasierte Fernsehen mit dem Fernsehgerät und schließlich die digitalen Medien wie PC, Tablet und Smartphone (die zugleich Bild- und Hörmedien sind) in Verbindung mit dem weltweiten digitalen Informationsnetz.

Diese Entwicklung ist durchaus zwiespältig und nicht nur gut. Geistlich gesehen bereitet dadurch der Fürst dieser Welt das Endstadium seines „Projektes Babylon“ vor, an dem er durch ein Wundermedium (das „sprechende Bild“) die ganze Menschheit verzaubert und zur Anbetung seiner selbst und des Antichristen verleitet (vgl. Offenbarung 13).

Auch das Internet mit seinen elektronisch-digitalen Massenmedien von bisher ungekannter Reichweite ist Teil der endzeitlichen Entwicklungen, mit denen der Satan die Menschheit auf eine gigantische Neuinszenierung des Turmbaus von Babel hinsteuert (vgl. 1Mo 11,1-9). Er will die Menschheit durch sein Werkzeug, den Antichristen, zu einem großen Aufstand gegen Gott und Seinen Messias-König anstacheln (vgl. Ps 2,1-9) und sucht zu diesem Zweck die von Gott geschaffenen Grenzen der Völker, Sprachen und Nationen (vgl. 5Mo 32,8; Apg 17,26) zu überwinden.

Deshalb sind wir Christen berufen, alle Bestrebungen zur Internationalisierung von Kultur, Wirtschaft und Politik mit Distanz und Zurückhaltung zu verfolgen. Wohl können wir diese Entwicklungen weise nutzen, um das Evangelium auszubreiten. Gewiß sind wir keine Nationalisten und sollten auch nicht blind irgendwelchen nationalen Kulturen von Heidenvölkern anhängen.

Aber die Internationalisierungsbestrebungen dieser Welt, insbesondere der Vereinten Nationen, der EU und anderer Staatenbünde, tragen einen immer stärker hervortretenden antichristlichen Charakter. Sie stehen unter dem Motto des alten Babel: „Wohlan, laßt uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht, daß wir uns einen Namen machen, damit wir ja nicht über die ganze Erde zerstreut werden!“ (1Mo 11,4).

Aus diesem Blickwinkel sollten wir auch nüchtern beachten, daß die angestrebte Vereinigung der Welt durch das weltweite Netz ebenfalls schleichend und immer offener einen antichristlichen Charakter trägt. Man will Sprachgrenzen (auch durch Übersetzungsprogramme) und Nationengrenzen überwinden; die Menschheit soll zu einem einzigen Organismus werden.

Davon versprechen sich humanistische Ideologen und Utopisten eine Höherentwicklung der Menschheit und eine Überwindung aller ihrer Übel und Plagen. Die Zusammenschaltung alles Wissens und aller Weisheit der Welt soll angeblich diese rettende Höherentwicklung der Menschheit bewirken. Das aber ist teuflischer Betrug und Wasser auf die Mühlen des kommenden Antichristen.


Christen können die digitalen Medien für die Sache des Herrn nutzen

Dennoch wäre es falsch, das Internet und die digitalen Medien zu verteufeln und pauschal abzulehnen. In der heutigen Zeit, da die Bestrebungen der antichristlichen Kräfte noch aufgehalten werden, können wir das weltweite Netz sehr wohl für die Ausbreitung des Reiches Gottes nutzen, und wir sollten dies auch entschlossen, gezielt und weise tun.

Wir brauchen keine abergläubische Furcht vor diesen Medien zu haben. Stattdessen brauchen wir geistliches Unterscheidungsvermögen, welche Art der Mediennutzung für die Sache des Herrn und unser geistliches Leben förderlich oder zumindest unschädlich ist, und welche Nutzungsarten uns geistlich schaden und uns verstricken können.

Christen können die verschiedenen Wege der digitalen Kommunikation nutzen, um miteinander und mit anderen zu kommunizieren: über E-Mail oder Skype, über Messengerprogramme und Datenübertragungsdienste. Dabei ist jedoch zunehmend wichtig, auf eine gute Verschlüsselung und Sicherheit zu achten, je mehr antichristliche Verfolgungsgefahren real werden.

Man muß immer damit rechnen, daß alle solche Kommunikation aufgezeichnet, im Netz gespeichert und irgendwann von Geheimdiensten und anderen staatlichen Stellen sowie von Hackern und antichristlichen Organisationen ausgewertet werden kann.

Christen können Webseiten und andere digitale Medien sehr gut nutzen, um Gottes Wort und die Botschaft des Evangeliums in allen Sprachen unter alle Völker auszubreiten. Hier bringt die Grenzenlosigkeit und prinzipiell weltweite Zugänglichkeit des Internets klare Vorteile. Allerdings müssen wir das Wie unserer Präsentation sehr gut bedenken; die göttliche Botschaft sollte würdig und seriös, ohne Tricks und billige Effekthascherei vorgestellt werden (vgl. Tit 2,7-8; 1Thess 2,8-12; 1Kor 2,4-5).

Soziale Medien wie Blogs, Chats oder Netzwerke wie Facebook, YouTube oder Instagram können zu oberflächlichen und fragwürdigen Präsentationen des Evangeliums verleiten; hier müssen wir gut prüfen und geistliches Unterscheidungsvermögen beweisen. Einerseits ist es gut, wenn die Evangeliumsbotschaft auch auf diesen virtuellen „Marktplätzen“ und „Foren“ der modernen Welt verkündet wird, so wie der Apostel Paulus es auch auf den öffentlichen Plätzen z.B. der Athener tat (vgl. Apg 17,17 u. 19); wir sollten hier keine falsche Zurückhaltung üben, solange diese Möglichkeit noch gegeben ist.

Doch wir müssen darauf achten, daß wir uns nicht an die widergöttlichen „Spielregeln“ der Welt in diesen Foren anpassen, daß wir nicht marktschreierische Methoden anwenden, um Aufmerksamkeit zu bekommen, daß unser Zeugnis nicht auf eine Weise erscheint, die unseren Herrn und Seinen heiligen Namen verunehrt.

Auch zur Auferbauung und geistlichen Stärkung von Gläubigen können Internetmedien in begrenztem Maße und unter Vorsichtsmaßnahmen genutzt werden. Hier ist immer darauf zu achten, daß eine solche Nutzung nicht Christen fördert, die aus fragwürdigen Gründen keiner verbindlichen Gemeinde mehr angehören, sondern sich als „digitale Nomaden“ durchs Leben schlagen wollen. Es muß auch beachtet werden, daß es im Netz viele ungesunde, irreführende Angebote unter christlichem Namen gibt. Man findet dort weitaus mehr Irrlehrer und falsche Prediger als gesunde Wortverkündigung!

Andererseits haben schon manche verführte Christen durch aufklärende Webseiten aus der Endzeitverführung herausgefunden, und im Internet veröffentlichte Predigten haben manche verstreuten Christen ohne gesunde geistliche Heimat eine Hilfe sein können. Christen können im Internet auch Zugang zu ansonsten unauffindbaren Bibelkommentaren und zu seltener geistlicher Literatur finden und durch gute Bibelprogramme ihr Bibelstudium ergänzen. All das dürfen wir dankbar und weise nutzen.

 

 

2. Schattenseiten und Gefahren der digitalen Medien für Christen

 

Die digitalen Medien haben also aus weltlicher und besonders auch aus christlicher Sicht nicht nur Vorteile, sondern auch kräftige Schattenseiten, und diese negativen Aspekte werden mit jedem Durchbruch des technischen Fortschritts im Prinzip schwerwiegender. Diese dunklen Seiten sind vielen Nutzern nur am Rande bewußt; man verdrängt sie häufig angesichts des „Spaßes“ und der Annehmlichkeiten, die man nur zu gerne nutzt. Wir wollen hier einige Gefahren des Internets und der digitalen Medien kurz erwähnen; dabei können wir längst nicht auf alles eingehen und müssen das meiste nur kurz anreißen.

Das Prinzip des universal möglichen und gleichberechtigten Zugangs aller Nutzer zu allen Informationen im Netz (das heute ohnehin immer mehr eingeschränkt wird) beinhaltet in einer Welt, in der viele sündige Menschen Böses und Widergöttliches denken, schreiben und tun, auch eine Vielzahl von Mißbrauchsmöglichkeiten.

Das humanistische Ideal der Väter und Vordenker des Internets geht davon aus, daß alle Informationsanbieter und -nutzer das Gute wollen und zum weltweiten Besten der Menschheit friedlich und konstruktiv zusammenwirken. Man träumte davon, daß die Vernetzung von Gehirnen und Informationen zu einer überlegenen „Schwarm-Intelligenz“ führen und damit wesentlich zur Verbesserung der Welt beitragen könne. Doch dies ist eine Utopie, die durch zahlreiche negative Realitäten widerlegt wird.

Aus christlicher Sicht wird uns deutlich, daß das Internet als frei zugängliche Quelle von Informationen und Meinungsäußerungen, von Unterhaltung und optischer Darstellung, die zu mindestens 95% von ungläubigen Sündern stammt, für uns keine freundliche, angenehme, hilfreiche Umgebung darstellen kann. Das Netz ist für uns Feindesland; wir gehen dorthin, wenn es notwendig ist, dann aber auch gerüstet mit der geistlichen Waffenrüstung, die Christus uns schenkt.

Im Übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt.

So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, und die Füße gestiefelt mit der Bereitschaft [zum Zeugnis] für das Evangelium des Friedens. Vor allem aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt, und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist, indem ihr zu jeder Zeit betet mit allem Gebet und Flehen im Geist, und wacht zu diesem Zweck in aller Ausdauer und Fürbitte für alle Heiligen …  (Eph 6,10-18)

Wir können das Internet mit einer amerikanischen Großstadt vergleichen, die wir besuchen – dort gibt es einige freundliche, ziemlich sichere Bereiche, wo wir spazierengehen, Museen besichtigen und uns in Parks erholen können. Dort gibt es aber auch zahlreiche gewaltbelastete Stadtviertel, wo ein Tourist besser nicht hingehen sollte, wo er Gefahr läuft, ausgeraubt, bedroht, betrogen oder vergewaltigt zu werden. Solche „no-go-areas“ gibt es auch in größerer Zahl im Internet. Hier können wir gut zahlreiche Ratschläge aus dem Wort Gottes anwenden; nur einige seien genannt:

Denn der HERR gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Er hält für die Aufrichtigen Gelingen bereit und beschirmt, die in Lauterkeit wandeln; er bewahrt die Pfade des Rechts, und er behütet den Weg seiner Getreuen. Dann wirst du Gerechtigkeit und Recht verstehen, Aufrichtigkeit und jeden guten Weg. Wenn die Weisheit in dein Herz kommen wird und die Erkenntnis deiner Seele gefällt, dann wird Besonnenheit dich beschirmen, Einsicht wird dich behüten, um dich zu erretten von dem Weg des Bösen, von dem Menschen, der Verkehrtes spricht; von denen, welche die geraden Pfade verlassen, um auf den Wegen der Finsternis zu wandeln; die sich freuen, Böses zu tun, und frohlocken über boshafte Verkehrtheit; deren Pfade krumm sind, und die auf Abwege geraten … (Spr 2,6-15)

Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf; denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. Das alles aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, so wird Christus dich erleuchten! Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. (Eph 5,10-16)

Geistlich gesehen sollten wir uns also nicht naiv, locker und vergnügungssüchtig im Netz bewegen, obwohl genau das das Ziel vieler Netzangebote ist. Wir sollten uns schützen, auch durch Familien-Schutzprogramme mit Filtern, die viele (aber leider nicht alle!) gefährliche Angebote im Netz blockieren; vor allem aber durch Besonnenheit, Zucht und geistliche Wachsamkeit.

Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann … (1Pt 5,8)

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit … (Tit 2,11-12)

In diesem Sinn wollen wir uns einige Gefahrenbereiche im Netz ansehen, wobei wir hier manche Gefahren nicht berücksichtigen konnten, zum Beispiel die Kaufsucht im Netz, die durch die leichte, „virtuelle“ Art des Ansehens und auch des Bezahlens von begehrenswerten Gütern entstehen kann.

 

a. Desinformation und Manipulation im Netz

 

Das weltweite Netz, so hat sich gezeigt, ist eben nicht nur eine Quelle von vieler wahrer und nützlicher Information. Es ist leider auch ein Instrument der Desinformation, der Täuschung bis hin zur gezielten Manipulation von Informationen. Das heute überall populäre Schlagwort von den „fake news“ (gefälschten Nachrichten) ist nur ein Symptom dieser gefährlichen Krankheit. Das Problem ist, daß viele Nutzer wahre, gut erforschte Informationen nicht von verfälschten Botschaften unterscheiden können. Das gilt nicht nur für Texte, sondern auch für Audio- und Bildaufnahmen, die heute so raffiniert bearbeitet werden können, daß man bei keinem Foto mehr sicher sein kann, ob es wirklich „echt“ ist.

Längst nutzen das raffinierte Meinungsmacher und Agitatoren, aber auch Regierungen und Geheimdienste, Terrorgruppen und politische Bewegungen, religiöse Sekten und kriminelle Hackergruppen für ihre finsteren Zwecke aus. Heute werden Wahlen in demokratischen westlichen Staaten durch digitale Manipulationen verschiedenster Art beeinflußt, junge Menschen werden für politische Extremistengruppen rekrutiert, und manche „Fake News“ breiten sich über soziale Netzwerke in Windeseile über alle Kontinente aus. Hier wollen wir nur einige Problempunkte benennen:

* Informationen im Netz unterliegen bisher keinen durchsetzbaren Standards der Wahrhaftigkeit, Nachprüfbarkeit oder verantwortungsbewußten Vermittlung. Im Gegensatz z.B. zu Verlagen oder Zeitschriftenredaktionen, die juristisch festgelegten Regeln folgen, können die Menschen im Netz im Prinzip alles schreiben und veröffentlichen, auch bewußte Falschinformation und parteilich gefärbte Hetze. Zwar gelten auch im Netz theoretisch allgemeine gesetzliche Grenzen z.B. bei Verleumdung oder Volksverhetzung, aber die weitgehende Anonymität bzw. die undurchsichtige internationale Herkunft vieler Netzangebote macht eine Durchsetzung solcher Gesetze oft unmöglich. So gibt es im Netz neben seriösen, verläßlichen Webseiten auch ausgesprochen betrügerische, parteiliche oder hetzerische Webseiten, und dasselbe gilt von den Beiträgen einzelner Nutzer in Blogs oder Netzwerken. Nicht jeder durchschaut solche bösartigen Desinformationsquellen; die Manipulierbarkeit von Massen von Lesern ist durch das Internet stark gestiegen.

* Ohne Informationsvermittler wie die berühmte Suchmaschine Google wären die Netznutzer angesichts der Millionen von Webseiten und Milliarden von Beiträgen orientierungslos. Wer im Netz nach Informationen sucht, ist darauf angewiesen, daß die Suchmaschine die wichtigen und seriösen Informationen weit vorne anzeigt. Immer wieder hat sich jedoch gezeigt, daß mächtige Suchmaschinen ihre Suchergebnisse durch die Gestaltung ihres Algorithmus oder auch durch bewußte Eingriffe manipulieren können, so daß unerwünschte Inhalte nicht oder erst ganz weit hinten angezeigt werden, wo sie niemand mehr wahrnimmt. Das dürfte in Zukunft gerade auch nicht „gendergerechte“ christlich-bibeltreue Inhalte betreffen. Auch die beliebte Informationsquelle Wikipedia hat qualitativ sehr unterschiedliche Beiträge, und es kam schon in vielen Fällen zu gezielten Manipulationen und Desinformationen.

* Die zunehmend gepflegten subjektiven Meinungsäußerungen, die in den sozialen Netzwerken besonders starke Aufmerksamkeit und emotionale Reaktionen wecken, haben zu einer erschreckenden Verrohung und Primitivisierung vieler Beiträge geführt. Das gilt besonders für Plattformen wie Facebook oder Twitter, wo man dann am meisten punktet, wenn Beiträge zugespitzt, gefärbt und subjektiv formuliert und inhaltlich voll auf der Linie der anvisierten Gefolgschaft sind. Der Zwang zur Verkürzung und Übertreibung, damit man überhaupt Aufmerksamkeit bekommt, trägt dazu ebenfalls bei; differenzierte, ausgewogene Standpunkte lassen sich so kaum ausdrücken.

* Diese Neigung zur Verrohung hat zum einen das Phänomen der „Shitstorms“ hervorgebracht, d.h. massenhafter beleidigender, herabwürdigender Kommentare als Reaktion auf eine nicht genehme Meinungsäußerung oder Nachricht. Diese Kommentare schaukeln sich oft gegenseitig immer weiter auf. So können innerhalb von Stunden Karrieren zerstört und ein guter Ruf dauerhaft geschädigt werden. Auf einer ähnlichen Ebene liegen die immer häufigeren Fälle von „Cybermobbing“, d.h. bösartigen Angriffen gegen einzelne, meist jugendliche, Personen durch Klassenkameraden, Bekannte oder aber anonyme Leute aus dem Netz. Solches Mobbing über WhatsApp, Facebook oder andere Plattformen hat schon zahlreiche psychische Krisen bis hin zu Selbstmorden ausgelöst. Hier spielen böse Masseninstinkte eine Rolle, die im Internet angesichts der Anonymität und der unpersönlichen Kontakte sehr leicht zur Wirkung kommen.

Gläubige Christen sollten dem Informationsangebot im Netz nüchtern und wachsam gegenüberstehen, auch hier gilt im übertragenen Sinn: „Prüft alles, das Gute behaltet!“ (1Thess 5,21).

Der Kluge tut alles mit Vernunft, aber der Tor verbreitet Dummheiten. Ein gottloser Bote stürzt ins Unglück, aber ein treuer Gesandter bringt Heilung. (Spr 13,16-17)

Der Unverständige glaubt jedem Wort, aber der Kluge gibt auf seine Schritte acht. Der Weise fürchtet sich und weicht vom Bösen, aber der Tor ist übermütig und sorglos. Ein Jähzorniger handelt töricht, und ein Mensch, der Böses plant, macht sich verhaßt. Torheit ist das Erbteil der Unverständigen, Erkenntnis (od. Unterscheidungsvermögen) die Krone der Klugen. (…) Ein Zeuge der Wahrheit rettet Seelen; wer aber Lügen vorbringt, der ist ein Betrüger. (Spr 14,15-18.25)

Wir sollten im Zweifelsfall kleinere, unabhängige Suchmaschinendienste nutzen, die keine Daten sammeln, und weltliche Informationsquellen mit Vorsicht behandeln. Aber auch die christlichen Webseiten, die wir nutzen, müssen wir sorgfältig prüfen, ob sie wirklich geistlich gesund sind. Viele Verführer im christlichen Bereich nutzen die Anonymität und Reichweite des Netzes geschickt aus, um ihre Irrtümer auszubreiten und unbefestigte Menschen einzufangen, ohne daß Eltern, Freunde oder Gemeindeälteste das überhaupt mitbekommen. Im Zweifelsfall sollte man deshalb bei geistlich reiferen Geschwistern nachfragen, ob eine bestimmte Informationsquelle wirklich vertrauenswürdig ist oder nicht. Hier sollten uns die Mahnungen aus Gottes Wort leiten:

Ich ermahne euch aber, ihr Brüder: Gebt acht auf die, welche Trennungen und Ärgernisse bewirken im Widerspruch zu der Lehre, die ihr gelernt habt, und meidet sie! Denn solche dienen nicht unserem Herrn Jesus Christus, sondern ihrem eigenen Bauch, und durch wohlklingende Reden und schöne Worte verführen sie die Herzen der Arglosen. Denn euer Gehorsam ist überall bekannt geworden. Darum freue ich mich euretwegen, möchte aber, daß ihr weise seid zum Guten und unvermischt bleibt mit dem Bösen. (Röm 16,17-19)

Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide; denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frißt um sich wie ein Krebsgeschwür. (2Tim 2,15-17)

O Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, meide das unheilige, nichtige Geschwätz und die Widersprüche der fälschlich so genannten »Erkenntnis«! Zu dieser haben sich etliche bekannt und haben darüber das Glaubensziel verfehlt. Die Gnade sei mit dir! (1Tim 6,20-21)

 

b. Soziale Netzwerke als fragwürdiges Werkzeug der Selbstdarstellung

 

Mit Entstehung des „Internets 2.0“ und besonders der „Sozialen Netzwerke“ bekam erstmals jeder Netznutzer, unabhängig von besonderen technischen oder finanziellen Hilfsmitteln, die Möglichkeit, seine Meinung zu irgendwelchen Dingen in Blogs, Foren und als Kommentar zu den Veröffentlichungen anderer zu publizieren, sowie auch eine kostenlose Selbstdarstellung durch ein eigenes Konto auf Facebook, Instagram, Twitter oder ähnlichen „Netzwerken im Netzwerk“ öffentlich zu machen.

Mit dem Ausbau des Netzes und dementsprechend verbesserten Kapazitäten zum Hoch- und Herunterladen von Daten ergaben sich mehr Möglichkeiten – Texte, Fotos, Audioaufnahmen und schließlich Videos konnten in großer Zahl hochgeladen werden und damit für alle Nutzer oder für einen ausgewählten Personenkreis von „Freunden“ sichtbar gemacht werden.

Damit eröffnet sich scheinbar für „Jedermann“ die faszinierende Chance, vor einem Millionenpublikum aufzutreten und dadurch bekannt, beliebt und berühmt zu werden. Scheinbar können nun auch unbeachtete Nobodys über Nacht zu einem „Star“ aufsteigen – ein Vorrecht, das zuvor nur ausgewählten Persönlichkeiten der Elite bzw. des Unterhaltungsbetriebs vorbehalten war. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine gekonnte Selbstdarstellung, die den Erwartungen und dem Geschmack des Publikums entgegenkommt und oftmals an die fragwürdigen Vorbilder berühmter Filmschauspieler oder Schlagersängerinnen angepaßt ist.

Solche erfolgreiche Selbstdarstellung muß zum einen radikal geschönt und „gestylt“ sein und dabei alle Zeichen von Schwäche, Minderwertigkeit, Mißerfolg oder negativer Gefühle (Angst, Niedergeschlagenheit, Sorgen) ausblenden. Zum anderen kommt man in der riesigen Masse von Möchtegern-Berühmtheiten nur an die Spitze, wenn man etwas Krasses, Ausgefallenes, Schrilles anbietet. Nichts ist in der künstlichen Welt der Sozialen Netzwerke schlimmer, als vom Publikum als „Langweiler“ oder „uncool“ abgewertet zu werden.

Das führt zu zahlreichen Problemen. Viele junge Nutzer fühlen sich durch den Vergleich ihrer realen Situation mit den künstlich geschönten Selbstdarstellungen anderer minderwertig; Facebook und andere Netzwerke fördern nach einigen Untersuchungen depressive Neigungen bei vielen Nutzern. Viele treten in einen krankhaften Wettbewerb, wer die witzigsten, schrägsten oder gewagtesten Dinge postet. „Facebook Challenges“, bei denen Teilnehmer riskante Dinge tun (z.B. sich mit Benzin übergießen, anzünden und dann rasch unter der Dusche wieder löschen und das alles zu filmen), haben schon zu einigen Todesfällen geführt.

Manche stellen anzügliche Fotos von sich ins Netz, andere werden Opfer von Mobbing. Daß solche Beiträge für viele sichtbar sind, hat teilweise schon Leute ihre Arbeitsstelle gekostet, weil der Chef sich bei Facebook umgeschaut hat; andere erlebten einen Wohnungseinbruch, als sie auf Facebook mitteilten, daß sie an einem bestimmten Abend die Oper besuchen würden.

Gläubige Christen sollten soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram im Zweifelsfall lieber meiden. Das gilt besonders für junge Christen, die unter dem Druck zur Selbstdarstellung leicht in Versuchung kommen können, oder aber geistlichen und seelischen Schaden durch falsche „Freundschaften“, aber auch durch unbedachte Äußerungen und Bilder im Netz nehmen können.

Es sollte uns nachdenklich machen, daß ein älterer Polizist, der viel Erfahrung mit Jugendlichen in sozialen Medien hat, den Ausspruch tat: „Wer auf Facebook ist, der verkauft seine Seele“. Das Wort Gottes mahnt uns:

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. (Ps 1,1-3)

Laßt euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten! (1Kor 15,33)

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? (…) Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! (2Kor 6,14-18)

Was die Versuchung zur Selbstdarstellung angeht, so sollten wir uns an das Vorbild des Apostels Paulus halten: „Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen“ (2Kor 4,5). Was verkünden wir auf Facebook oder Instagram? Christus und Seine Gnade? Oder unser eigenes Fleisch mit seinen Nichtigkeiten? Sind wir dort „ein Brief des Christus“ (2Kor 3,3), ein „Wohlgeruch des Christus“ (2Kor 2,15)? Oder bekommen die Menschen eher unsere ichhaften, selbstverliebten und sündigen Seiten mit, die wir eigentlich in den Tod Christi geben sollten, anstatt sie stolz vor anderen auszubreiten?

Wenn reife und entschiedene Christen meinen, sie könnten solche Netzwerke für geistliche Zwecke nutzen, dann müssen sie sehr wachsam sein, daß ihre Beiträge wirklich zur Ehre des Herrn und zum Nutzen der Menschen sind und dem Erfolgsdruck dieser fragwürdigen Medien widerstehen.

Man muß z.B. bedenken, daß unter Umständen, wenn gute christliche Beiträge auf speziellen „christlichen“ Youtube-Kanälen veröffentlicht werden, alle möglichen Gläubigen in den Irrgarten dieses Netzwerkes geführt werden, wo sie dann neben guten Beiträgen auch verführerische und schmutzige angeboten bekommen. Man muß vielleicht mehr über geistlich saubere christliche Plattformen nachdenken, auf denen auferbauende Beiträge so veröffentlicht werden können, daß junge Christen nicht durch Werbung und vorgeschlagenes zweifelhaftes Material in Versuchung gebracht werden.

 

c. Permanente Unterhaltung: Filme, Musik und Computerspiele

 

Das Netz bietet eine unüberschaubare Fülle an Angeboten zur Unterhaltung und Zerstreuung. Allein auf YouTube werden täglich 1 Milliarde Stunden Videomaterial angesehen. Die Bandbreite ist riesig – von nützlichen Reparaturanleitungen über Zufallsaufnahmen lustiger oder absurder Begebenheiten bis hin zu islamistischer Propaganda und live gesendeten Videos von Gewalttaten.

Zunehmenden Raum nehmen beliebte Videos von YouTubern ein, die über alle möglichen Themen kurze Filme machen und dabei oft mit Werbung für Markenprodukte kräftig verdienen, sogenannten „Influencern“ (Beeinflussern). Solche meist kurzlebigen Stars und Werbeträger sind bei ihren Anhängern sehr beliebt; „Influencer“ ist ein neuer Berufswunsch vieler Jugendlicher geworden.

Zugleich bietet das Netz auch Inhalte von Künstlern und Filmemachern an, die nicht direkt aus der Netzwelt kommen, sondern für die klassische Unterhaltungsindustrie arbeiten. Auf zahlreichen Streamingportalen kann man rund um die Uhr Musik hören oder Filme ansehen, wenn man Abonnent ist. So wird das Netz zu einer unerschöpflichen Quelle von Belustigung, Ablenkung und mehr oder weniger seichtem Entertainment. Dazu kommt, daß zu einem großen Anteil üble, zur Rebellion und Sünde und zu bösen Begierden anstachelnde Rock- und Popmusik angeboten wird.

Diese Dauerberieselung mit weltlichen Unterhaltungsangeboten führt in eine problematische Passivität, bei vielen Nutzern verstärkt sie die Neigung zur Realitätsflucht. All das war schon ein Problem der vordigitalen Medien, aber insbesondere durch das Smartphone als ständigen Begleiter werden diese Tendenzen heute noch verstärkt.

Eine besonders problematische Parallelwelt bilden die zahlreichen Computerspiele, die von einer großen Fangemeinde vor allem jüngerer männlicher Nutzer gespielt werden. Das Angebot reicht von relativ wenig belastenden Sparten wie Flugsimulator oder Landwirtschaftssimulator über historische Strategiespiele („Anno“), Fifa-Fußballspiele, Autorennspiele bis hin zu brutalen Egoshooterspielen („Doom“, „Counterstrike“) und mit Magie und Horror aufgeladenen Fantasyspielen („Diablo“, „World of Warcraft“).

Auch Rollenspiele wie Second Life, bei denen man in eine künstliche andere Identität schlüpfen und seine Phantasien ausleben kann, sind hochproblematisch. Viele populäre Spiele können von übers Internet miteinander vernetzten Spielerteams gespielt werden und führen zahlreiche jugendlichen Spieler in Spielesucht, Realitätsflucht und Vereinsamung.

Immer wieder wird deutlich, daß das Eintauchen in die Phantasiewelt solcher Spiele, die oft von Brutalität, Blutgier, Okkultismus und Horror geprägt sind, nicht ohne schwerwiegende Folgen bleibt, vor allem für manche dafür anfällige Spieler. Es ist kein Zufall, daß fast alle bekannten Amokläufer vor ihrer Tat intensiv Egoshooter-Spiele gespielt haben. Die scheinbar folgenlose, „nur“ im Kopf vollzogene virtuelle Handlung des Mordens und Schlachtens hat zersetzende, enthemmende Auswirkungen auf die Seele des Menschen und fördert vielfach auch Haß, Verrohung und Brutalität in der Wirklichkeit.

Für gläubige Christen sollten Computerspiele eigentlich überhaupt nicht in Frage kommen. Das Eintauchen in irgendwelche irrealen Pixelwelten, um dort die unterschiedlichsten Aufgaben zu bewältigen, fördert weder unsere Nachfolge des Herrn Jesus noch wirkt es sich positiv auf den christlichen Charakter aus.

Selbst relativ „harmlose“ Computerspiele lenken von Wichtigerem ab und verführen zur passiven Wirklichkeitsflucht. Die „härteren“ Spiele sind absolut schädlich für das geistliche Leben; sie beflecken und belasten den Geist des Spielers mit lauter okkultem und dämonischem Schmutz, mit Schrecken und Grausamkeit. Kein Christ, der seine Bibel ernst nimmt, kann sich einreden, solch ein Mitschwimmen in brutalen Fantasywelten schade seiner Seele nicht (vgl. u.a. Mt 5,21-22; 28-30).

Das gilt so ähnlich auch für die allermeisten Unterhaltungsangebote im Netz. Die meisten YouTube-Videos sind zumindest nichtig, oft aber auch dann geistlich schädlich, wenn sie „lustige“ oder „coole“ Weltmenschen bei nichtigen weltlichen Beschäftigungen zeigen. Das Mindeste ist, daß sie vom Ernst der Ewigkeit und der Realität Gottes auf vielfältigste Weise ablenken und die Seele mit Nichtigem füttern. Es steht aber geschrieben: „Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen; belebe mich in deinen Wegen!“ (Ps 119,37).

Es gibt nur wenige „saubere“ Musikangebote im Netz; das meiste besteht aus Rock- und Popmusik, die in verschiedenen Abstufungen unrein, antichristlich und dämonisch ist. Diese Musik reizt Christen zur Sünde an und verstärkt die unreinen Impulse ihres Fleisches. Noch schlimmer ist auf einer anderen Ebene das Angebot von „christlicher“ Rockmusik und von charismatischem „Lobpreis“ im Netz, das Christen verführt und eine falsche Ekstasefrömmigkeit fördert (vgl. mein Buch Charismatischer „Lobpreis“ – Fremdes Feuer im Heiligtum Gottes). Wer sich aus dem Netz mit solchen verführerischen Sirenenklängen berieseln läßt, dessen geistliches Leben wird unvermeidlich schweren Schaden leiden.

In diesen Sumpf weltlicher Belustigungen sollten wir gar nicht eintauchen; wir beschmutzen uns unweigerlich mit seinem Schlamm.

Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes. Denn es ist für uns genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst. Das befremdet sie, daß ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm … (1Pt 4,1-4)

Wie weit die Gesinnung eines wahren Christen von dieser finsteren Welt der Vergnügungen getrennt sein sollte, erkennen wir, wenn wir die Lehre des Apostels Paulus über sündige Gedanken lesen, die noch gar nicht so tief und drastisch in die Abgründe des Bösen eintauchen und doch als ganz verwerflich und zu meiden charakterisiert werden:

Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe, gleichwie auch Christus uns geliebt und sich selbst für uns gegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, zu einem lieblichen Geruch für Gott. Unzucht aber und alle Unreinheit oder Habsucht soll nicht einmal bei euch erwähnt werden, wie es Heiligen geziemt; auch nicht Schändlichkeit und albernes Geschwätz oder Witzeleien, die sich nicht gehören, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger (der ein Götzendiener ist), ein Erbteil hat im Reich des Christus und Gottes. Laßt euch von niemand mit leeren Worten verführen! Denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams.

So werdet nun nicht ihre Mitteilhaber! Denn ihr wart einst Finsternis; jetzt aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts! Die Frucht des Geistes besteht nämlich in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft also, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie vielmehr auf; denn was heimlich von ihnen getan wird, ist schändlich auch nur zu sagen. (Eph 5,1-12)

Von den falschen Christen der Endzeit sagt uns das Wort Gottes im 2. Timotheusbrief warnend voraus:

Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! (2Tim 3,1-5)

Muß Gott etwa auch von uns einmal sagen: „Sie lieben das Vergnügen mehr als Gott“? Wir wollen uns wirklich für unseren Herrn heiligen und Ihm zur Verfügung stellen und auf alle fragwürdigen Vergnügungen und verführerischen Reize, die das Netz uns anbietet, ganz bewußt verzichten!

 

d. Zerstörerisches im Netz:
Pornographie, Propaganda, Terror und Kriminalität

 

Schließlich muß man festhalten, daß das Internet als Spiegel und Bestandteil der realen Welt auch die schlimmen Seiten dieser Welt widerspiegelt und ein Transportmittel des Bösen in vielerlei Gestalt darstellt. Das Netz, das von seinen humanistisch verblendeten Begründern als ein Mittel zur Verbesserung der Welt gerühmt wurde, sät tagtäglich eine gewaltige, furchtbare Saat des Bösen und Perversen aus.

Einen erschreckend hohen Anteil am Datenverkehr im Netz macht Pornographie aus, die dort in allen Spielarten frei zugänglich angeboten wird. Jeder Nutzer, der sich hier nicht bewußt abgrenzt und davor hütet, kann mit wenigen Klicks auf Seiten kommen, auf denen Schmutz jeder Art bis hin zu den verkommensten Perversionen angeboten wird. Das ist sicherlich eine der schlimmsten Plagen der heutigen Welt. Ungezählte Menschen, vor allem Männer und Jungen, werden durch diese bösen und perversen Bilder beschmutzt und verdorben.

Die Ewigkeit wird einmal zeigen, wieviel Not und Leid diese Pest angerichtet hat, wieviele Menschen durch diesen Schmutz zu Hurerei und Ehebruch, zu Belästigungen und Vergewaltigungen verleitet wurden, wieviele Millionen schweren Schaden an ihrer Seele genommen haben – oft beziehungsgestört, bindungsunfähig, süchtig und moralisch heruntergekommen. Aber auch die zahlreichen Angebote für Seitensprünge oder anonymen Sex sind zerstörerisch für das Leben vieler Menschen. Viele Datingportale sind ebenso wie Chats der Tummelplatz übler Sexualverbrecher, die sich dort ihre Opfer suchen.

Daneben wirken sich auch zahllose Bilder von verstörender Gewalt verderblich und pervertierend aus. Im Netz finden sich Enthauptungsvideos des IS, aber auch andere Aufnahmen von meist real geschehenen Gewalthandlungen. Diese Szenen anzusehen hat eine verrohende und verstörende Wirkung auf die Nutzer, besonders auf solche in jugendlichem Alter. In einer Schulklasse von damals Elfjährigen schickte ein Schüler ein IS-Enthauptungsvideo über WhatsApp an alle Mitschüler des Klassenchats!

Ebenso finden sich im Netz eine Unzahl von Beiträgen, die links- oder rechtsradikale Propaganda enthalten, die bewußt gefälschte Nachrichten in Umlauf bringen oder Werbung für islamistische Gruppen machen. Das geht bis hin zur Verbreitung konkreter Anleitungen, wie Terroristen eine Rucksackbombe bauen oder Giftanschläge ausführen können.

Im weitgehend spurensicher abgeschirmten „Darknet“ tummeln sich Kriminelle aller Schattierungen und bieten ihre fragwürdigen Dienstleistungen an – vom Ankauf gestohlener Daten und Identitäten oder gestohlener Ausweispapiere bis zu der Möglichkeit, einen Hackerangriff oder einen Auftragsmord zu ordern. Aber darüberhinaus ist das gesamte weltweite Netz das Operationsfeld von zahlreichen, immer gewiefter auftretenden Kriminellen, die sich durch illegale Operationen („Hacking“) Zugang zu PCs, Computernetzwerken und Smartphones, zu Daten und Paßwörtern verschaffen und dadurch jährlich Schäden im Milliardenbereich anrichten.

Die Methoden sind vielfältig – von Phishingmails über betrügerische Webseiten und präparierte Smartphone-Apps bis zum raffinierten Einbruch in die Datenbanken großer Internetkonzerne. Man kauft ein mit gestohlenen Identitäten oder leitet damit Geld in die eigene Tasche, man erpreßt Firmen mit Verschlüsselungssoftware oder Einzelpersonen mit gestohlenen sensiblen Daten. Jeder technische Fortschritt der digitalen Welt bedeutet auch erweiterte Möglichkeiten der kriminellen Bereicherung, und die Kriminellen im Netz sind der Polizei und den Datenschutzexperten meistens mehrere Schritte voraus.

Für Christen sollte es eigentlich klar sein, daß sie sich aus den „Rotlichtvierteln“ des Netzes fernhalten. Das Wort Gottes mahnt uns: „Haltet euch fern von dem Bösen in jeglicher Gestalt!“ (1Thess 5,22). Dennoch hat die leichte Zugänglichkeit von Pornographie aller Spielarten auch schon viele junge und auch ältere Christen zum Straucheln gebracht und schwer belastet und befleckt.

Flieht die Unzucht (od. Hurerei)! Jede Sünde, die ein Mensch [sonst] begeht, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib. Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören! (1Kor 6,18-20)

Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, daß ihr euch der Unzucht (od. Hurerei) enthaltet; daß es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen, nicht mit leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen (…) denn der Herr ist ein Rächer für alle diese Dinge, wie wir euch zuvor gesagt und ernstlich bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung. Deshalb — wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat. (1Thess 4,3-8)

Es braucht Wachsamkeit, Selbstbeherrschung und ein bewußtes, beständiges Leben in der Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus, um diesen allgegenwärtigen Gefahren zu entgehen. Auch entsprechende Schutzfilter können eine zusätzliche Hilfe sein; wenn aber jemand sehr versuchbar ist, sollte er auf das Smartphone bzw. einen Netzzugang lieber ganz verzichten, bevor er Schaden nimmt an seiner Seele. Durch die Gnade Gottes können wir unbefleckt durch das Netz gehen – aber nur, wenn wir auch wachsam sind und schon im Vorfeld alles Zweideutige und Erotische, alles Böse und Perverse entschlossen abweisen.

 

e. Zerstreuung, Vereinsamung, Sucht –
Gefahren eines falschen Umgangs mit digitalen Medien

 

Auch weltliche Experten erkennen in immer größerer Zahl, daß die digitalen Medien keineswegs nur Fortschritt und Verbesserungen für ihre Nutzer bieten. Gehirnforscher, Ärzte, Pädagogen, Soziologen und Psychologen erforschen die Auswirkungen des modernen Mediengebrauchs immer genauer, und die Ergebnisse bringen auch beunruhigende Folgen eines intensiven digitalen Medienkonsums ans Tageslicht.

Das menschliche Gehirn und die menschliche Psyche kommen mit verschiedenen Eigenschaften der digitalen Medien nur begrenzt zurecht. Die digitale Welt hat etwas Unwirkliches, Entfremdetes; sie ist „virtuell“ und damit nicht im selben Sinn für das Gehirn real wie die dreidimensional erfahrbare Wirklichkeit um uns herum. Sie reproduziert Realität oder Pseudorealität nur auf einem zweidimensionalen Bildschirm, und diese Bildschirmsignale werden anders verarbeitet als reale Eindrücke z.B. in der Begegnung mit einer echten Person oder auch dem Leseerlebnis mit einem echten Buch. Die Kommunikation mit anderen Menschen wird entpersönlicht; selbst ein herkömmlicher Brief hat noch mehr Persönliches an sich als eine E-Mail.

So hat man durch Experimente festgestellt, daß Menschen die Information eines Texts deutlich besser aufnehmen und verarbeiten, wenn sie den Text gedruckt auf Papier vor sich haben, als wenn sie ihn auf einem Bildschirm als digitales Dokument lesen. Menschen schreiben anderen leichter schlimme Beleidigungen per Mail oder WhatsApp, als daß sie dies der Person im direkten Gegenüber oder am Telefon sagen würden.

Andererseits führt die Vielzahl der Informationen und Signale im Netz dazu, daß viele intensive Netznutzer in ihrer Informationsverarbeitung und ihrem Nachdenken, in ihrer Konzentration und Gedächtnisleistung beeinträchtigt werden. Sie neigen zu kurzer, oberflächlicher Informationsaufnahme und klicken dann immer weiter, auf der Suche nach starken Reizen. Die Folge sind Aufmerksamkeitsstörungen und nachlassende Denk- und Reflektionsfähigkeit.

Auf der anderen Seite gibt es immer mehr beunruhigende Meldungen darüber, daß bestimmte Persönlichkeitstypen eine regelrechte Sucht nach Erlebnissen oder Betätigungen im Netz entwickeln und vom Computer oder dem Smartphone in vielerlei Hinsicht abhängig werden können. Bekannt ist die Computerspielsucht, die Betroffene oft 24 Stunden vor dem Bildschirm fesselt und zum Absturz in Schule und Beruf führen kann. Wir werden an eine Passage aus dem Buch Hiob erinnert:

Jawohl, das Licht des Gottlosen wird erlöschen, und die Flamme seines Feuers nicht mehr leuchten. Das Licht verfinstert sich schon in seinem Zelt, und seine Leuchte erlischt über ihm. Seine kräftigen Schritte werden eingeengt, und sein eigener Ratschlag wird ihn zu Fall bringen. Denn er wird mit seinen eigenen Füßen im Netz verstrickt und wandelt über Fallgruben dahin. Eine Schlinge wird ihn an der Ferse ergreifen, und ein Fallstrick hält ihn fest. Ein Strick ist für ihn auf dem Boden versteckt und seine Falle auf dem Pfad. (Hi 18,5-10)

Es gibt aber auch Suchtverhalten in bezug auf WhatsApp oder Facebook oder YouTube-Videos und allgemein die Sucht nach dem Surfen im Netz. Immer mehr vor allem jugendliche Nutzer sind von solchen Süchten betroffen; sie können nicht aufhören, sie setzen sich keine Grenzen mehr und werden aggressiv, wenn sie keinen Zugang zu Smartphone oder PC haben.

Das sind nur einige Folgen, die man festgestellt hat. Zu der immer längeren Liste von psychischen Problemen bei intensiver Internetnutzung gehören u.a.:

* Verarmung des differenzierten Denkens, der Verknüpfungsfähigkeit, der Konzentration und Gedächtnisleistung („Digitale Demenz“)

* Starke Beeinträchtigung der Fähigkeit, Bücher und längere Texte zu lesen bzw. zu verstehen

* Leichte Ablenkbarkeit, Zerstreutheit, Verringerung der Aufmerksamkeitsspanne

* Neigung zu emotionaler Verarmung, Einsamkeit und Depressionen

* Verstärkung von Neid und Minderwertigkeitsgefühlen

* Erhöhte Manipulierbarkeit und Neigung, bei viralen Massenreaktionen und Mobbing mitzumachen

* Verringerung der Hemmschwelle gegen Haß und Angriffe auf Andersdenkende

* Verarmung der Kommunikation mit realen Personen aus der Lebensumgebung

* Neigung zu Passivität, Konsumsucht, Realitätsflucht

Alle diese negativen Einflüsse können auch gläubige Christen treffen, wenn sie sich zu einem überzogenen, falschen Umgang mit digitalen Medien verleiten lassen. Man darf sich ruhig immer wieder einmal prüfen: Wieviele dieser Merkmale treffen bei mir zu?

Das gilt sicherlich nicht für den normalen, disziplinierten Umgang mit diesen Medien, der von vielen im Berufsleben gefordert ist. Da wird unser Herr dafür sorgen, daß uns das nicht wirklich schadet. Aber wenn wir eigenmächtig zu viel im Netz herumsurfen, zuviel chatten und posten und das Falsche im Netz konsumieren, dann müssen wir auch die negativen Folgen tragen: „Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal 6,7).

Ein undiszipliniertes Umherschweifen in den Netzwelten schadet unserem geistlichen Leben und verändert unsere Persönlichkeit zum Schlechten. Es prägt und formt uns im Sinne dieser sündigen, gottfeindlichen Welt; es prägt unser Denken und Empfinden, unser Gewissen und moralisches Urteil zum Schlechten. Es betrübt den Geist Gottes und vermindert unsere Tauglichkeit und Einsatzbereitschaft im Dienst für unseren wunderbaren Herrn, der uns doch mit Seinem Blut für sich erkauft hat! Gott will, daß wir Christus immer ähnlicher werden, nicht der Welt!

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes (od. Denkens), damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Röm 12,1-2)

Wenn wir wollen, daß das Wort des Christus reichlich in uns wohnt (Kol 3,16) und reiche Frucht bringt, dann müssen wir uns bewußt den Zerstreuungen und Befleckungen der Netzwelt entziehen und diszipliniert und enthaltsam leben. Wir sollten besonders auch unsere Augen und Ohren bewußt dem Herrn zur Verfügung stellen, damit sie nicht bei Nichtigem umherschweifen, sondern auf Sein Wort ausgerichtet sind. „Dem Verständigen liegt die Weisheit vor Augen, die Augen des Toren aber schweifen am Ende der Erde umher“ (Spr 17,24). Dann werden wir erneuert im Geist unserer Gesinnung und unseres Denkens (Eph 4,23).

 

f. Das Smartphone – unser ständiger Lebensbegleiter?

 

Die ganzen Probleme der modernen Internetmedien haben sich in gewisser Weise gebündelt und potenziert durch die Entwicklung der Smartphones. Erstmals ist es durch diese Kreuzung von Computer und Telefon, kombiniert mit Fortschritten in der Schaffung drahtloser Verbindungen ins Internet, gelungen, die Errungenschaften und Gefahren des Netzes rund um die Uhr überall zu erleben.

Dazu hat auch die rasante Entwicklung zahlreicher Programme mit mehr oder weniger nützlichen Funktionen („Apps“) beigetragen. Smartphones können heute auch als Navigationsgeräte, als Herzfrequenzmesser, als Fitnesstrainer oder als Lebensberater bei Schwangerschaft oder Diätversuchen benutzt werden.

Das Smartphone hat in den letzten zehn Jahren einen rasanten Siegeszug bei Milliarden Konsumenten auf der ganzen Welt erlebt und dürfte inzwischen längst zum dominierenden Internetmedium zumindest der jüngeren Nutzer geworden sein. Dazu trug auch bei, daß es mit immer besseren Digitalkameras und MP3-Playern ausgerüstet wurde und so alle wichtigen Unterhaltungsmöglichkeiten zusammenfaßt und überall zugänglich macht, wo eine drahtlose Internetverbindung besteht.

Mit dem Smartphone wurden auch die Messenger wie WhatsApp aufgewertet und haben mit ihrer Vielseitigkeit und Mühelosigkeit bei der raschen Übermittlung von Tonaufnahmen, Bildern und Videos die „alten“ Medien SMS und E-Mail bei vielen Nutzern verdrängt. Auch die häufige Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook oder YouTube ist durch das Smartphone erheblich erleichtert worden, was wiederum Probleme für das konzentrierte Arbeiten in Schule, Studium und Arbeitsplatz mit sich bringt.

 

Ein scheinbar unentbehrliches Kommunikationsmedium

Das Smartphone hat das Kommunikationsverhalten der meisten seiner Nutzer tiefgreifend verändert. Selbst die Experten können noch nicht absehen, was das für Folgen haben wird. Auf jeden Fall setzen Netzwerke wie Instagram und WhatsApp wie auch Facebook die Nutzer unter einen Druck, jederzeit erreichbar zu sein und auf Nachrichten möglichst rasch zu antworten. Je nach Vernetzung der Nutzer bedeutet das, auf zig oder gar Hunderte von Impulsen täglich zu reagieren, zumindest ihren Wert und ihre Dringlichkeit zu prüfen.

Zugleich vermittelt die weitläufige digitale Vernetztheit und Kommunikation den Nutzern, besonders Jugendlichen, ein fragwürdiges Gefühl von Wichtigkeit. Sie messen sich unbewußt an der Zahl der „Likes“, der „Freunde“ oder „Follower“, die sie ergattern konnten, und tun vieles (auch Unbedachtes und Schädliches), um ihre „Beliebtheit“ zu erhöhen.

Das führt jedoch oft zu einer Verarmung in realen zwischenmenschlichen Kontakten, die leicht aus „komplizierter“ erlebt werden, und zu einem Untertauchen in einer Blase von Gleichaltrigen und/oder Gleichgesinnten. Autoritäten und mögliche Vorbilder wie Eltern, Lehrer, Ausbilder rücken immer mehr an den Rand der erlebten Wirklichkeit; das digitale geschehen wird leicht als das „eigentliche Leben“ empfunden, wo man sich leichter behaupten kann als in der nichtdigitalen Wirklichkeit – zumindest bis man Opfer eines Mobbingangriffs wird.

Auch weltliche Experten sehen das Problem ständiger Vernetzung, ständiger Benachrichtigungen und WhatsApp-Dialoge für die Nutzer, besonders für jüngere Menschen. Der durchschnittliche Smartphone-Nutzer schaut über hundert Mal am Tag auf sein Gerät, um neue Benachrichtigungen zu suchen oder etwas anzusehen – manche kommen auf über 300 Mal. Manche Nutzer sind Stunden mit diesem Gerät beschäftigt – zusätzlich und teils parallel zu der Zeit, die sie vor dem Fernseher, vor dem PC oder dem CD-Player verbringen.

Diese ständige Ablenkung und der Streß, unbewußt auf eine Nachricht zu warten, die man womöglich verpassen könnte (Fachausdruck: Fomo – Fear of missing out), wirken sich erwiesenermaßen schädlich auf die Aufmerksamkeit, die Denkfähigkeit und Aufnahmekapazität der Nutzer aus. Sie verschlechtern auch den Nachtschlaf, so daß Experten dringend raten, das Handy wenigstens aus dem Schlafzimmer zu verbannen, weil schon seine bloße Anwesenheit beeinträchtigend wirkt.

 

Schädliche Auswirkungen auf Jugendliche

Am schädlichsten sind Smartphones zweifellos für Kinder und jugendliche Nutzer, die am wenigsten bewußt und kontrolliert mit der Fülle an Informationen und Reizen umgehen können. Wie auch die Nutzung von Spielekonsolen, PCs und Tablets führt die Smartphonenutzung bei ihnen in der Regel zu deutlichem Abfallen der schulischen Leistungen und wirkt sich oft auch negativ auf das Sozialverhalten aus.

Dazu kommt, daß Kinder und Jugendliche auch in besonderem Maße Opfer von Pornographie, Gewaltdarstellungen und Mobbing werden und in ihrem Kommunikationsverhalten besonders unvorsichtig sind und leicht dazu verleitet werden, Belastendes über sich selbst mitzuteilen oder über andere zu schreiben.

Das Smartphone erweckt die Illusion, viele digitale Beziehungen zu allen möglichen Leuten aufzubauen – aber es beeinträchtigt und zerstört oft sogar wirkliche Beziehungen zu wirklichen Menschen in unserer Lebensumgebung. Die ständige Aufmerksamkeit für dieses Gerät und seine elektronischen Impulse stiehlt uns wertvolle Zeit mit unserem Ehepartner, mit unseren Kindern, mit Freunden und Glaubensgeschwistern.

Natürlich kann man über ein Smartphone auch gute, schöne Beziehungen zu anderen aufrechterhalten, zumeist aber, wenn man sie auch real schon kennt. Aber zuviele virtuelle Beziehungen untergraben das reale Beziehungsnetz, das wir für unser Leben dringend brauchen.

Kinder werden geschädigt, weil ihre Eltern genervt ins Smartphone starren, statt sich ihnen geduldig zuzuwenden und mit ihnen freundlich zu reden. Jugendliche können immer weniger reale Beziehungen mit Menschen in ihrer realen Umgebung aufbauen, weil sie von digitalen Scheinbeziehungen beschlagnahmt werden. Sie werden verschlossen und aggressiv gegen ihre Eltern und gegen alle, die reale Anforderungen an sie stellen und sie damit aus ihrer digitalen Scheinwelt reißen. Das gilt aber auch für manche Erwachsene.

Smartphones sind nicht nur potentielle Beziehungskiller, sondern auch ständig arbeitende Spione im Dienst milliardenschwerer Tech-Konzerne. Die meistens kostenlosen Dienstleistungen der Apps und sozialen Netzwerke haben eben doch ihren Preis. Der Nutzer bezahlt mit seinen Daten, die vom Smartphone in sonst nicht gekannter Dichte und Fülle an die Verwerter fließen.

Wenn der Smartphone-Nutzer ein Einkaufszentrum besucht, wird ihm u.U. Werbung für verschiedene Läden in diesem Zentrum zugesandt. Über GPS kann sein Standort permanent überwacht werden. Die Smartphones sammeln über verschiedene Apps auch ständig alle möglichen Informationen über ihn, und er hat keine Kontrolle darüber, wer diese Informationen wofür verwendet.

 

Gefahren des Smartphones für Christen

Für viele gläubige Christen hat sich der richtige Umgang mit dem Smartphone zu einer großen Herausforderung für ihr geistliches Leben entwickelt. Einerseits kann man durchaus mit Recht sagen, daß diese Geräte auch in manchem nützlich sein können, und es gibt sicherlich reifere Christen, die mit dem Smartphone vernünftig umgehen und es sinnvoll nutzen, ohne Schaden davon zu nehmen.

Andererseits hat sich das Smartphone für allzu viele Gläubige als große Versuchung und Quelle geistlicher Verflachung, Zerstreuung und auch Verunreinigung erwiesen. Das gilt vor allem für jüngere Christen, aber bei weitem nicht nur für sie. Durch den permanenten Internetzugang multipliziert das Smartphone eben auch die negativen Wirkungen sozialer Netzwerke, des unkontrollierten Surfens im Netz, der Belastung durch Pornographie.

Viele Christen können nicht gut damit umgehen, wenn sie „die ganze Welt“ ständig verfügbar bei sich tragen. Zum Konsum unguter Inhalte kommt noch die ständige Ablenkung und das zeitfressende Engagement in sozialen Netzwerken, bei dem man sich immer wieder verpflichtet fühlt, rasch auf eingehende Nachrichten zu reagieren.

Das alles geht sehr oft auf Kosten des Gebetslebens, des Bibellesens, des ruhigen Nachdenkens über Gott, die Bibel und geistliche Themen. Es geht definitiv auf Kosten der Lektüre guter geistlicher Bücher. Das ist eine ernstzunehmende Gefahr, denn Christen, die kaum noch ihre Bibel lesen und noch weniger aufklärende und lehrmäßig und geistlich stärkende Bücher lesen, werden immer flacher und oberflächlicher in ihrem Glauben; sie können leichter verführt werden, „hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen“ (Eph 4,14).

Ein unbedachter Umgang mit dem Smartphone geht aber auch spürbar auf Kosten des aufmerksamen Austausches und der erbauenden Gemeinschaft mit anderen Gläubigen, sei es in der Familie oder in der Gemeinde. Man kann kaum noch ein ruhiges, tieferes Gespräch miteinander führen, ohne daß der eine oder andere Gesprächspartner nicht zwischendrin nervös auf sein Handy starrt und schnell eine Nachricht beantwortet.

Es steht zu fürchten, daß das Smartphone seine Nutzer auch innerlich unruhiger und unbeständiger macht. Wir werden oberflächlicher in unserem geistlichen Leben; wir werden hektisch und flatterhaft, getrieben von einem kleinen rechteckigen Bildschirm, der ständig irgendwelche Signale von sich gibt und uns auffordert, ihm Aufmerksamkeit zu widmen. Dieses Gerät gibt uns das trügerische Gefühl. allezeit in unseren „Freundeskreisen“ „dabei“ und „connected“ zu sein – aber was macht es mit unserer Beziehung zu unserem Herrn?

Wieviele Gebete und Zeiten der innigen Gemeinschaft mit Gott hat dieses listig ersonnene „Spielzeug“ manchen Gläubigen schon geraubt! Die Stunde der Rechenschaft vor dem Richterstuhl des Christus wird es einmal offenbar machen! Dann wird auch offenbar werden, wieviel Segen uns und anderen dadurch entgangen ist, daß wir uns mehr den nichtigen Impulsen des Internets zugewandt haben als den erbauenden und himmelwärts gerichteten Impulsen des Heiligen Geistes!

Das Smartphone kann, wenn wir nicht wachsam werden, zu einem Götzen werden, der uns wertvolle Zeit mit unserem Gott stiehlt. Wo Christen früher bewußt den Herrn als ihren ständigen Begleiter um sich wußten und die Gebetsbeziehung zu Ihm einen wichtigen Platz in ihrem Leben einnahm, stiehlt sich nun das Smartphone in die Rolle des ständigen Begleiters, der scheinbar alle unsere Probleme lösen kann und uns die Illusion vermittelt, daß es uns irgendwie fast allwissend und allmächtig machen kann.

Die dadurch entstehende Entfremdung von unserem Herrn und Heiland wird sich einmal als großer geistlicher Verlust erweisen und als die Quelle vieler trauriger geistlicher Niederlagen bei vielen Christen. Geistliche Kraft und feste Gründung im Wort Gottes, geistliche Weisheit und ein inniges Gebetsleben vertragen sich nicht mit einem ständigen Gebrauch des Smartphones.

Für viele Christen wäre es eindeutig das Beste, wenn sie überhaupt auf ein solches Gerät verzichten würden (der Verfasser hat bis zu diesem Zeitpunkt bewußt noch ein altmodisches Klapphandy). Zumindest sollten wir das Smartphone sehr bewußt begrenzt und diszipliniert gebrauchen und es immer wieder ausschalten und beiseitelegen und stattdessen intensiv die Gemeinschaft mit unserem Herrn pflegen – nicht nur für gewisse Stunden der Andacht, sondern auch immer wieder einmal für einen halben Tag oder länger. Die meisten von uns müssen nicht ständig für Menschen erreichbar sein – aber wir sollten ständig für unseren Herrn erreichbar und Ihm zur Verfügung sein, wenn Er das wünscht!

Die gottesfürchtigen Gläubigen können bekennen: „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, wanke ich nicht“ (Ps 16,8). Wenn wir den Herrn allezeit vor Augen haben wollen, können wir nicht „allezeit“ unser Smartphone vor Augen haben, das uns mit tausend Ablenkungen von der Gemeinschaft mit Christus abziehen will.

Der Apostel Paulus riet den Gläubigen der ersten Gemeinde, auf einen Ehepartner zu verzichten, „damit ihr ohne Ablenkung beständig beim Herrn bleiben könnt“ (1Kor 7,35). Was würde er zu der heutigen Generation von „Smartphone-Christen“ sagen? Können wir wenigstens für ausgewählte Zeiten auf unser Smartphone (bzw. seine ständige Nutzung) verzichten, damit wir ohne Ablenkung beständig bei unserem wunderbaren Herrn bleiben können? Der Herr wird uns die Kraft dazu geben, und wir werden den Segen davon erfahren!

 

g. Big Brother: Datensammlung, Überwachung, Steuerung

 

Ausgesprochen beunruhigend ist ein anderer Aspekt, der von den meisten Internetnutzern bisher verdrängt wird, obwohl immer häufigere Meldungen ihn bestätigen. Die großen Tech-Konzerne, die meist kostenlose Dienstleistungen im Netz anbieten, verdienen ihr Geld mit dem Abgreifen und teilweise geradezu kriminell anmutenden Ausspionieren von persönlichen Daten ihrer Kunden.

Das Geschäftsmodell gestaltet sich etwa so: Der Konzern (z.B. Google oder Facebook) bietet den Nutzern zahlreiche attraktive Dienstleistungen umsonst an, so etwa Speicherplatz für ein eigenes Profil und Datenverkehr mit anderen oder die Bereitstellung von Suchergebnissen. Als Gegenleistung muß der Nutzer zustimmen, daß eine für ihn nicht übersehbare Anzahl an Informationen über ihn gespeichert, zusammengetragen und ausgewertet werden darf. Diese Informationen verwendet der Konzern, um dem Nutzer zielgenaue Werbung anzubieten. Immer mehr Firmen verlagern ihre Werbeaktivitäten von den klassischen Medien hin zu Internetmedien, weil Werbung dort gezielter und erfolgreicher plaziert werden kann.

Zu den gesammelten Informationen gehören z.B. alle Suchanfragen, die ein Nutzer je über Google gestellt hat, Klicks auf Inserate oder bestimmte Webseiten, aber auch (wenn man ein Android-Smartphone nutzt) der jeweilige Standort und das Bewegungsprofil des Nutzers, seine Kontakte mit Adresse und Telefonnummer, der Inhalt seiner Mails über Googlemail, der Inhalt von SMS.

Amazon sammelt alle Anfragen und angeklickten Waren, die auf der Webseite angeboten werden, Facebook verwertet alle Posts und Kontaktdaten, aber auch weitere Informationen z.B. über den Standort. Manchem kann der Nutzer widersprechen, ob das jedoch respektiert wird, kann er nicht nachprüfen.

Diese Daten werden über Großcomputer und automatisierte Programmabläufe immer weiter zusammengetragen und untereinander verknüpft (Big Data), sodaß ein erschreckend genaues Persönlichkeitsprofil des Nutzers entsteht. Das wird eingesetzt, um mögliche Konsumentscheidungen vorauszusagen und vorbeugend entsprechende Werbung zu plazieren.

Zugleich werden aber auch zahllose Informationen gesammelt, die potentiell problematisch sein können, zum Beispiel ob jemand Christ ist oder AFD-Anhänger, ob jemand verheiratet ist, eine heimliche Nebenbeziehung unterhält, wohin jemand reist, mit wem er kommuniziert, welche Bücher er liest, welche Elektrogerätemarke er bevorzugt, welche Hobbies er pflegt usw.

Alle diese Daten sind potentiell auch für staatliche Geheimdienste und Polizeibehörden verfügbar, aber auch für beliebige Kriminelle, die sie durch Hacks erbeuten und dann mißbrauchen können. Was es bedeutet, wenn solche detaillierten Informationen, kombiniert mit Gesichtserkennung und zentraler Datenauswertung, von einem autoritären Staat mißbraucht werden, können wir jetzt an China studieren, wo die Kommunisten die gesamte Bevölkerung mittels digitaler Daten überwachen und steuern wollen. Ein automatisiertes Punktesystem sozialer Belohnungen und Strafen soll alle Bürger zu einem staatskonformen Verhalten erziehen.

Die schlimmsten Horrorvisionen der utopischen Romane 1984 und Schöne neue Welt erscheinen heute schon harmlos gegen das, was mithilfe digitaler Überwachung möglich wäre: Big Brother is watching you! Wir ahnen, daß der kommende skrupellose Weltbeherrscher, der Antichrist, solche Mittel wahrscheinlich benutzen wird, um seine absolute Kontrolle über die Menschen auszuüben (vgl. Offenbarung 13).

Wie schon erwähnt, sollten gläubige Christen sich möglichst weitgehend diesen gierigen Datenkraken verweigern und nur so viele Informationen ins Netz eingeben, wie unbedingt nötig sind. Wir sollten auf gute Paßwörter und verschlüsselte Kommunikation achten, die großen Datensammler meiden und, wenn nötig, lieber kleinere alternative Kommunikationsmittel nutzen, die mit unseren Daten diskret umgehen.

Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung. Und das Tier, das ich sah, glich einem Panther, und seine Füße waren wie die eines Bären und sein Rachen wie ein Löwenrachen; und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht. Und ich sah einen seiner Köpfe wie zu Tode verwundet, und seine Todeswunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah verwundert dem Tier nach. Und sie beteten den Drachen an, der dem Tier Vollmacht gegeben hatte, und sie beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich? Wer vermag mit ihm zu kämpfen? Und es wurde ihm ein Maul gegeben, das große Worte und Lästerungen redete; und es wurde ihm Macht gegeben, 42 Monate lang zu wirken.

Und es tat sein Maul auf zur Lästerung gegen Gott, um seinen Namen zu lästern und sein Zelt und die, welche im Himmel wohnen. Und es wurde ihm gegeben, Krieg zu führen mit den Heiligen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Vollmacht gegeben über jeden Volksstamm und jede Sprache und jede Nation. Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes, das geschlachtet worden ist, von Grundlegung der Welt an. Wenn jemand ein Ohr hat, der höre! Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die Gefangenschaft; wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden. Hier ist das standhafte Ausharren und der Glaube der Heiligen!

Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm und redete wie ein Drache. Und es übt alle Vollmacht des ersten Tieres aus vor dessen Augen und bringt die Erde und die auf ihr wohnen dazu, daß sie das erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt wurde. Und es tut große Zeichen, sodaß es sogar Feuer vom Himmel auf die Erde herabfallen läßt vor den Menschen. Und es verführt die, welche auf der Erde wohnen, durch die Zeichen, die vor dem Tier zu tun ihm gegeben sind, und es sagt denen, die auf der Erde wohnen, daß sie dem Tier, das die Wunde von dem Schwert hat und am Leben geblieben ist, ein Bild machen sollen.

Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres einen Geist zu verleihen, sodaß das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, daß alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. Und es bewirkt, daß allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, und daß niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit! Wer das Verständnis hat, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist die Zahl eines Menschen, und seine Zahl ist 666. (Offb 13,1-18)

 

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Veröffentlicht im Juni 2019 auf Das-Wort-der-Wahrheit.de   © Rudolf Ebertshäuser 2019

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