Wie „Christliche“ Rock- und Popmusik die Gläubigen verführt

 

 

Wir haben in unserem Beitrag Wesenszüge der weltlichen Rock- und Popmusik im Licht der Bibel versucht, herauszuarbeiten, daß die Rock- und Popmusik, die einen beispiellosen Siegeszug in der nachchristlichen Welt des 20. Jahrhunderts erlebte, letztlich auf die Musik des Götzendienstes und der Dämonenanbetung verschiedener Heidenvölker, vor allem aus Schwarzafrika, zurückgeht. Diese Musik führt in Ekstaseerfahrungen und reizt ihre Hörer dazu an, ihre Begierden zügellos auszuleben. Die Rock- und Popmusik hat wesentlich dazu beigetragen, die Rückführung des ehemals christlich geprägten „Abendlandes“ in ein Neuheidentum voranzutreiben.

Man muß es geistlich schon als einen Triumph der listigen Kunstgriffe des Satans (vgl. Eph 6,11) bezeichnen, daß die rebellische, zerstörerische, gesetzlose Musik der antichristlichen Jugendrevolte Schritt für Schritt in die Gemeinde Jesu Christi eingeschleust wurde. Man hätte annehmen müssen, daß jedem von neuem geborenen Christen glasklar ist, daß diese zügellose, zur Befriedigung sündiger Begierden anstachelnde Musik niemals für heilige Zwecke, für die Verehrung Gottes und die Erbauung von Kindern Gottes eingesetzt werden kann.

Im Grunde lehrt es die Bibel, lehren es besonders die Briefe des Neuen Testaments so klar und unzweideutig:

Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat, so wappnet auch ihr euch mit derselben Gesinnung; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat mit der Sünde abgeschlossen, um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes. Denn es ist für uns genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigungen, Trinkgelagen und frevelhaftem Götzendienst. Das befremdet sie, daß ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm, und darum lästern sie … (1Pt 4,1-4)

Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht! (2Kor 6,14 –7,1)

 

Götzenmusik ist für Gott ein Greuel

Für jeden geheiligten, biblisch denkenden Gläubigen ist es sehr deutlich, daß eine aufwühlende, gesetzlose, alle möglichen bösen Lüste aufreizende Musik, die erkennbar aus heidnischen und dämonischen Quellen stammt, völlig unpassend für jemanden ist, der durch seine Bekehrung und seinen Glauben doch eben dieser Welt und den zerstörerischen Begierden entflohen ist (vgl. 2Pt 1,4; 2,18-20).

Eine solche Musik muß ja den Gläubigen ständig beflecken und schädigen, seine Beziehung zu dem reinen, heiligen, gerechten Gott untergraben. Sie fördert genau das, wogegen der Geist Gottes in ihm streitet, nämlich die mannigfachen Lüste des Fleisches – Unreinheit, Hurerei, geschlechtliche Zügellosigkeit, Auflehnung gegen gottgegebene Autoritäten und Ordnungen, Trägheit, Ichhaftigkeit, Vernachlässigung der Pflichten gegenüber der Umwelt, Flucht in eine sinnliche Traumwelt usw.

Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so daß ihr nicht das tut, was ihr wollt. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. (Gal 5,16-21)

Wenn wir uns die „Auswirkungen des Fleisches“ ansehen, die Gottes Wort hier so ernst verurteilt, so sind das ausnahmslos Dinge, die durch die Rock- und Popmusik ausdrücklich propagiert und gefördert werden. Wenn aber diese Dinge unter dem Zorngericht Gottes stehen und alle, die sie tun, vom Reich Gottes ausschließen – müßte da nicht jeder wahre Christ vor der Musik, die zu diesen Dingen anstachelt, in heiliger Ehrfurcht zurückschrecken? Ist es nicht offenkundig, daß das Anhören solcher unreiner Musik das „Wandeln im Geist“ geradezu ausschließt? Ist es nicht deutlich, daß es für ein Kind Gottes Sünde und Befleckung ist, solche Musik zu hören?

Genauso unpassend ist diese Art von Musik für die Gemeinde Gottes, die ein heiliger Tempel ist, in dem Gott durch Seinen Geist gegenwärtig ist. Wie kann man es wagen, die schmutzige, sinnliche, rebellische Musik der Götzendiener in die Gegenwart des heiligen, reinen, gerechten Gottes zu bringen? Dadurch versucht man Christus mit Belial und Licht mit Finsternis zu vermischen, und das Ergebnis kann nur Gericht und geistlicher Niedergang sein.

Die Christen in der Apostelzeit haben sich jedenfalls radikal und entschieden vom heidnischen Götzendienst abgewandt, von allem, was damit zu tun hatte, einschließlich Pantomime, Theater, und nicht zuletzt auch von dessen Musik, so daß in den ersten Gemeinden nach allem, was wir wissen, nur ein zuchtvoller, von der Synagoge beeinflußter Gesang ohne jede Instrumentalbegleitung praktiziert wurde. Das Wort stand im Mittelpunkt; alles die Seele Aufwühlende wurde vermieden.

Alles, was mit dem Götzendienst zu tun hat, ist dem heiligen Gott ein Greuel, und wir müssen es von uns wegtun, uns konsequent davon fernhalten, wie uns der Apostel Paulus dringlich auffordert:

Werdet auch nicht Götzendiener, so wie etliche von ihnen, wie geschrieben steht: »Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und stand auf, um sich zu vergnügen«. (1Kor 10,7)

Darum, meine Geliebten, flieht vor dem Götzendienst! (…) Was sage ich nun? Daß ein Götze etwas sei, oder daß ein Götzenopfer etwas sei? Nein, sondern daß die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott! Ich will aber nicht, daß ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid. Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen! (1Kor 10,14.19-21)

Auch das Alte Testament zeigt, daß wir nichts mit den Gebräuchen und Ritualen der Götzendiener zu tun haben dürfen: „Ihr sollt dem HERRN, eurem Gott nicht auf diese Weise dienen“ (5Mo 12,4). Die Götzendiener Kanaans sollten vertilgt werden, „damit sie euch nicht lehren. alle ihre Greuel zu verüben, die sie für ihre Götter verübt haben, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott“ (5Mo 20,18).

Das können und müssen wir auch auf die Musik jedes heidnischen Götzendienstes anwenden! Diese ekstatische, die Geister anrufende Musik gehörte untrennbar zu den abartigen Praktiken aller götzendienerischen Völker. Es ist eine schwerwiegende Sünde gegen den wahren Gott, solche Elemente des Götzendienstes in Verbindung mit dem Gottesdienst vor Ihn zu bringen:

… denn sie würden deine Söhne von mir abwendig machen, daß sie anderen Göttern dienen; und dann wird der Zorn des HERRN über euch entbrennen und euch bald vertilgen. Vielmehr sollt ihr so mit ihnen verfahren: Ihre Altäre sollt ihr niederreißen, ihre Gedenksteine zerbrechen, ihre Aschera-Standbilder zerschlagen und ihre Götzenbildnisse mit Feuer verbrennen. Denn ein heiliges Volk bist du für den HERRN, deinen Gott; dich hat der HERR, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist. (5 Mo 7,4-6)

Die Bildnisse ihrer Götter sollst du mit Feuer verbrennen; und du sollst das Silber oder Gold nicht begehren, das daran ist, und es nicht an dich nehmen, damit du nicht dadurch verstrickt wirst; denn dies ist dem HERRN, deinem Gott, ein Greuel. Darum sollst du den Greuel nicht in dein Haus bringen, daß du nicht dem gleichen Bann anheimfällst wie er; als Scheusal und als Greuel sollst du es verabscheuen, denn es ist dem Bann verfallen! (5Mo 7,25-26)

 

Ein „neues Lied“ – aber kein fremdartiges Götzenlied!

Diese Musik kann auch nicht dadurch gerechtfertigt werden, daß man von der Notwendigkeit spricht, „dem Herrn ein neues Lied“ zu singen, oder mit Hinweisen darauf, daß frühere Liederdichter wie Charles Wesley oder Luther auf Melodien aus der damals populären Volksmusik zurückgegriffen hätten. Ohnehin verzerren solche Aussagen oft das wirkliche Maß an Anleihen bei alter Volksmusik. Sie verschweigen aber auch einen wichtigen Umstand, den wir bedenken müssen.

Alle diese Melodien, die damals für Glaubenslieder verwendet wurden, waren immer noch im Rahmen der damals vorherrschenden christlich geprägten Auffassung von Harmonie und Rhythmus. Sie waren meilenweit entfernt von der zügellosen Ekstasemusik, die heute benutzt wird, um die Endzeitchristenheit zu verführen. Das heute propagierte „neue Lied“ ist ein fremdartiges Lied aus den Abgründen des Götzendienstes, das dem Herrn gewiß ein Greuel ist!

Wir können als Gläubige sehr wohl dem Herrn auch neue Lieder singen, aber wir müssen uns fernhalten von jeglichem verführerischen charismatischen Einfluß und auch von der heidnischen Rock- und Popmusik, die geistliches Gift ist. Es wäre wünschenswert, neue wirklich geistliche Lieder zu haben – aber bevor wir die falschen „neuen Lieder“ aus dem Abgrund der Endzeitverführung singen, sollten wir lieber die bewährten geistlichen Lieder früherer Generationen singen! Gott kann uns neue Lieder schenken, aber das ist in der heutigen Zeit des geistlichen Niedergangs schwierig und eher selten. Gute geistliche Lieder kamen meist aus Erweckungen und Leiden hervor.

Viele nüchterne Kinder Gottes haben die Unvereinbarkeit und Gefährlichkeit der Rock- und Popmusik in bezug auf den Glauben klar erkannt und diesen Stand auch eingenommen, als die Rock- und Popmusik in der Welt immer populärer wurde. Andere aber ließen sich verführen, sie zu hören, weil es eine raffiniert gemachte Lockspeise ist, die unserem Fleisch sehr wohl gefällt und es anzieht.

Vor allem die Jugendlichen aus christlichen Kreisen wurden von dieser Verführungsmusik gefangengenommen und irregeleitet. Das aber lähmte dann oft auch die Haltung der Älteren, weil sie ihre eigenen Kinder und „die Jugend“ nicht verlieren wollten. So kam es dazu, daß die klaren Grenzen, die Wälle der Abwehr, die anfangs gegen diese Musik durchaus noch existierten, immer mehr einbrachen und schließlich bewußt niedergerissen wurden.

Die Infiltration christlicher Kreise durch die Rock- und Popmusik geschah zunächst indirekt, sozusagen über den Hintereingang, indem der Feind zunächst unklare Christen in ihrem Alltagsleben mit dieser Musik infizierte. Später drang diese Musik dann auch in die Gottesdienste ein. Wir wollen versuchen, diese Entwicklung etwas geschichtlich nachzuvollziehen, wobei wir hier auf eigene Beobachtungen und Erfahrungen anderer angewiesen sind; unseres Wissens wurde dieses Thema für den deutschsprachigen Bereich noch nicht umfassend untersucht oder dargestellt.

 

 

a) Die Musik Belials in der Gemeinde des Christus: Zur Entstehung von „christlicher Rockmusik“

 

Wie kam es dazu, daß die offen antichristliche, rebellische und okkult verseuchte Rock- und Popmusik weite Teile der evangelikalen Christenheit erobern konnte? Eigentlich hätte man doch vermuten müssen, daß Christen, die die Bibel als Maßstab ihres Lebens ernstnahmen, diese Musik hätten ablehnen müssen. Das war auch eine Zeitlang durchaus der Fall, aber mit der 68er-Kulturrevolution kam es auch auf musikalischem Gebiet zu einem weitreichenden Dammbruch.

Gewiß kam dieser Dammbruch nicht aus heiterem Himmel, sondern schon zuvor gab es geistliche Erosionen, Abweichungen von Gott und Seinem Wort, und musikalisch gesehen waren gewisse Entwicklungen in der christlichen Folk- und Gospelmusikszene vorbereitend für den Einbruch „christlicher Rockmusik“.

Der Zeitzeuge und gründliche Sachkenner der amerikanischen evangelikalen Szene Larry Eskridge beschreibt in seiner sehr aufschlußreichen Geschichte der amerikanischen Jesus-People-Bewegung, daß bis in die frühen siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts weite Kreise der Evangelikalen der Rockmusik sehr kritisch, ja entschieden ablehnend gegenüberstanden. Der Einbruch der Rock- und Popmusik in die Kreise der Evangelikalen erfolgte hauptsächlich durch die charismatische „Erweckungsbewegung“ der „Jesus People“. Diese Bewegung müssen wir im nüchternen geistlichen Urteil als eine Scheinerweckung kennzeichnen, die Rebellion, Esoterik, weltlichen Lebensstil und Rock- und Popmusik in die evangelikale Gemeinde hineingeschmuggelt hat.

Ein Wesensmerkmal dieser nur halb bekehrten Jesus People war es, daß sie den Hippie-Lebensstil einschließlich der Fixierung auf Rockmusik nach ihrer „Bekehrung“ beibehielten und von okkulten esoterischen Praktiken und Drogen nahtlos zu pfingstlerisch-charismatischen „Visionen“, „Geisteswirkungen“ und „Wundern“ überwechselten. Damit wurden sie zu einem trojanischen Pferd, durch das der Feind finstere Einflüsse, vor allem die dämonisch geprägte Rock- und Popmusik, in früher konservative christliche Kreise einschleuste.

Führende Evangelikale, allen voran Billy Graham, öffneten sich nach anfänglicher Skepsis der Jesus-People-Bewegung und stellten sie als göttliche Erweckung hin. Damit wurde bald auch ihre „christlich“ umgefärbte Musik geduldet, die man in lästerlicher Weise als „Jesus Rock“ bezeichnete. Eskridge schreibt:

Eine der überraschendsten Auswirkungen der Jesus People betraf den Umgang des amerikanischen Evangelikalismus mit der allgemeinen Jugendkultur. Vor der Ankunft der Jesus People waren die Evangelikalen äußerst mißtrauisch gegenüber der Jugendkultur gewesen und hatten versucht, ihre Kinder von deren Lebensweise, Moden und Musik fernzuhalten. Die Aufnahme der Jesus-People-Bewegung in den frühen und mittleren Siebzigern veränderte diese Dynamik für immer. Das hauptsächliche Merkmal dieser neuen Beziehung der Evangelikalen zur Jugendkultur war der Friede, den viele Evangelikale mit der Welt des Rock’n’Roll geschlossen hatten.

Das Ergebnis dieser Infiltration mit „christlicher“ Rock- und Popmusik waren zwei große musikalische Bewegungen, die eng miteinander verbunden waren und sich gegenseitig verstärkten: die Bewegung der modernen christlichen Rock- und Popmusik (englisch „Contemporary Christian Music“ – CCM) und die charismatische Lobpreismusik. Beide spielen heute eine wesentliche, prägende Rolle für evangelikale Christen.

 

Die weltliche Rockmusik infiltriert das Leben halbherziger Christen

Viele halbbekehrte oder inkonsequente junge Christen aus der damaligen Zeit wurden vom Fieber der zeitgenössischen weltlichen Rock- und Popmusik angesteckt und ließen sich verleiten, diese Musik zu hören, zu ihr zu tanzen und mit ihr zu leben, wobei sie parallel dazu aufgrund der Zeitgeisteinflüsse auch den rebellischen Lebensstil der weltlichen Jugend annahmen – wenn auch mit gewissen Abschwächungen.

Das bedeutete natürlich auch, daß sie wie ihre weltlichen Altersgenossen den Rat und die Ermahnungen ihrer Eltern beiseiteschoben und bald schon ihre eigene „christlich“ angestrichene rebellische Jugendkultur formten – Mädchen in Jeans und freizügigen Oberteilen, Jungen ebenfalls in Jeans und mit langen Haaren. Die unreine Rockmusik gehörte selbstverständlich auch mit zu dieser „christlichen Gegenkultur“ und verstärkte die auflehnenden Tendenzen noch.

Natürlich waren die biblischen Regeln der Keuschheit für solche rebellierenden Jugendlichen „uncool“, und so wurden „Freundschaften“ und Liebschaften, Händchenhalten, Küßchen, gemeinsamer Discotanz und Weitergehendes unter jugendlichen „Christen“ immer mehr üblich. Auch Alkohol- und Drogenkonsum war kein Tabu mehr, und wieviele junge Leute in dieser „Kultur“ in Hurerei gefallen sind, d.h. in vorehelichen Geschlechtsverkehr, wird wohl der Tag des Gerichts erst zeigen.

Dieser gegen Gottes Gebote eingeführte eigene Jugend-Lebensstil und die systematische Mißachtung der Eltern und Gemeindeältesten nach dem Vorbild der gottlosen Welt wurde die Quelle ungezählter notvoller Konflikte zwischen Jung und Alt, bei denen sich in der Regel die Jungen durchsetzten – notfalls mit der Drohung, „abzuhauen“.

Und das Wort Gottes? „Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn; denn das ist recht. »Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren«, das ist das erste Gebot mit einer Verheißung: »damit es dir gut geht und du lange lebst auf Erden«“ (Eph 6,1-3). „Ja, solche altmodischen Gesetze kann man doch nicht wörtlich nehmen; das ist doch eng und gesetzlich; uns hat Christus doch frei gemacht“ – so müssen wohl viele christliche Jugendliche reagiert haben, wenn sie versehentlich einmal auf solche Bibelworte aus längst vergangenen Zeiten stießen.

Die unreine Musik der Jugendrevolte feuerte diese Tendenz zur Rebellion maßgeblich mit an. Sie vermittelte den jungen, zumeist noch gar nicht wirklich bekehrten „Christen“ den Wertekanon der sterbenden Welt, das Gift der Gesetzlosigkeit, und die unreifen, törichten Jungen fielen voll darauf herein.

Immer mehr Jugendliche, die sich zu Christus bekannten, wurden innerlich süchtig nach der Musik der Rebellion und des Teufels. Sie rechtfertigten sich damit, daß die Musik ja „harmlos und neutral“ sei und nur „Spaß machen“ brauche. Sie meinten, sie könnten die Musik genießen und die antichristlichen Texte ignorieren, mit denen sie bombardiert wurden. Die Musik war für sie aufregend, reizvoll, faszinierend; sie brachte ihnen einen gewissen „Kick“, den man immer wieder neu erleben wollte … und mußte.

 

Das Aufkommen einer „christlichen“ Rockmusikszene

Auf den persönlichen Konsum von weltlicher Rock- und Popmusik folgte bald die Entstehung von „christlichen“ Bands, die Rock- und Popmusik spielten und auf „christlichen“ Events auftraten, später vielfach auch auf sogenannten „Jugendevangelisationen“. Es wurde zu einem ungeschriebenen Gesetz unter den modernen Evangelikalen (d.h. den Christen aus den Kreisen der „Evangelischen Allianz“), daß man „die Jugend“ nur noch mit „moderner Musik“, d.h. der Pop- und Rockmusik, erreichen könne.

So machte man die Verkündigung des Evangeliums, dieser ernsten, zwischen Himmel und Hölle entscheidenden Rettungsbotschaft, zu einer Unterhaltungsveranstaltung, bei der die „tolle Musik“ der „Köder“ sein sollte, um die jungen Leute anzulocken. Doch Gott stellt sich nicht zu dem perversen Vorhaben, Sein Wort mithilfe von Tricks und billigen Ködern zu „verkaufen“:

Denn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfälschen, sondern aus Lauterkeit, von Gott aus reden wir vor dem Angesicht Gottes in Christus. (2Kor 2,17)

… denn Christus hat mich nicht gesandt zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen, [und zwar] nicht in Redeweisheit, damit nicht das Kreuz des Christus entkräftet wird. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; denn es steht geschrieben: »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen«. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch [ihre] Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu retten, die glauben. (1Kor 1,17-21)

Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht sie in listigem Betrug (od. mithilfe von Ködern); sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch – nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. (1Thess 2,3-4)

Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben, sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab; wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen auch nicht das Wort Gottes; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. (2Kor 4,1-2)

Die bittere Frucht dieser betrügerischen Taktik, die auch noch einherging mit einer Verwässerung und „menschengerechten“ Umdeutung der Botschaft selbst, waren zahllose unechte Bekehrungen – eine erschreckend große Zahl von Scheinchristen, die meinten, sie seien auf dem Weg in den Himmel, und doch in Wahrheit auf dem breiten Weg zur Hölle waren. Zusätzlich gab es sicher manche Christen, die zum echten Glauben kamen, aber die durch die verführerischen Einflüsse der Popmusik und der „Jugendkultur“ in ihrem Glaubensleben schweren Schaden nahmen.

T. Spence hat darauf aufmerksam gemacht, daß der Satan in der Endzeit die Ausbreitung des unverfälschten Lichts des Evangeliums und der Bibellehre dadurch zu verhindern sucht, daß er eine verdrehte, gefälschte Spielart von „Licht“ verbreitet. „Die zeitgenössische christliche Musik ist ein starkes Medium verfälschten Lichts geworden, um die christliche Gemeinde wegzuziehen von der Wahrheit, die sie in diesem Abschnitt der Geschichte so dringend braucht, um die Welt, das Fleisch und den Teufel zu besiegen.“

Der heilige Gott stellt sich nicht dazu, wenn Sein Wort verfälscht und Sein Name mit billigen weltlichen Ködern entehrt wird. Der Geist Gottes wird von solchem Taktieren betrübt, und es entsteht ein mit der Welt vermischtes Scheinchristentum, wie es in 2Tim 3,1-5 beschrieben wird. Doch für viele junge Christen war der Einsatz von Rock- und Popmusik in „evangelistischen“ Events ohnehin eher ein willkommener Anlaß, selbst in einem „erlaubten“ und „frommen“ Rahmen den eigenen Lüsten und Vorlieben nachzugehen.

Die „christliche Rock- und Popmusik“ (CCM) entwickelte daher durchaus konsequenterweise bald eine Eigendynamik und etablierte sich unabhängig von fragwürdigen „Evangelisationen“ als Teil einer wachsenden „christlichen Unterhaltungsbranche“, wobei die Darsteller und Bands mehr oder weniger offen und weitgehend ihre weltlichen Vorbilder nachahmten und oft auch davon träumten, einmal ein „Star“ in der weltlichen Pop-Unterhaltungsindustrie zu werden.

Inzwischen ist diese „christliche Popmusik“ einschließlich der „Lobpreismusik“ eine millionenschwere kommerzielle Branche und oftmals in der Hand weltlicher Konzerne, und der weltliche „Starkult“, die Jagd nach Ruhm, Hits und Geld sind weitverbreitet. Das gilt besonders für die USA, aber auch im deutschsprachigen Raum gibt es dementsprechende Tendenzen.

Die wachsende Verweltlichung der evangelikalen Bewegung und besonders die „besucherfreundliche“ Strategie der Gemeindewachstumsbewegung haben dazu geführt, daß eine seichte, unterhaltsam gestrickte Version „christlicher“ Rock- und Popmusik nicht nur den privaten Musikkonsum der meisten Evangelikalen prägt, sondern zunehmend auch die Gemeindegottesdienste. Diese Musik ist eine treibende Kraft der Leichtfertigkeit, Verweltlichung und Lauheit für viele Evangelikale geworden, und das bei weitem nicht nur in der jüngeren Generation.

Die Wurzeln dieser schlimmen Entwicklung lagen, wie wir oben schon erwähnten, in der verunreinigten Scheinerweckung der Jesus People. Ihr Historiker Eskridge stellt fest: „Die sichtbarste Auswirkung der Jesus-People-Bewegung war die christliche Popmusik-Industrie [engl. Contemporary Christian Music (CCM) industry]. Von ihren bescheidenen Anfängen in den Kaffeehäusern und Kommunen dieser Bewegung an war die Jesus-Musik ab der Mitte der siebziger Jahre eine geheiligte Version der großen Musik- und Plattenindustrien.“

 

 

b) Die schlechten Früchte der „christlichen“ Rock- und Popmusik

 

Musik ist nicht neutral, sie hat Auswirkungen auf den, der sie hört. Jede Musik hat ihre eigene Botschaft, die sie an die Seele des Menschen vermittelt, auch wenn dies dem Hörer meist gar nicht bewußt wird. Auch die „christliche“ Rock- und Popmusik (auf englisch Contemporary Christian Music, kurz CCM genannt) hat ihre Auswirkungen, ihre geistlichen Früchte offenbart.

Diese Musik hat die jungen Menschen, die sie begeistert hörten, innerlich an die Welt und ihre gesetzlose Moral gebunden; sie hat sie schleichend und in unterschiedlichem Ausmaß lässig und ichbezogen gemacht, auflehnend gegen Autorität und aufgeblasen, zuchtlos und lustbetont, emotional labil und steuerbar, zynisch und trotzig. Diese Musik spornte sie dazu an, die Werke des Fleisches zu tun, und hielt sie davon ab, nach der Frucht des Geistes zu streben:

Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind: Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. (Gal 5,19-22)

 

Halbherzige Abkehr von der Welt

Diese Musik und die von ihr bestimmte rebellische „christliche Jugendkultur“ hat zusammen mit einer verwässerten Evangeliumsbotschaft wesentlich dazu beigetragen, daß immer mehr junge Menschen nur noch eine emotional-seelisch bestimmte, im Grunde halbherzige „Entscheidung für Christus“ getroffen haben und gar nicht mehr zu einer echten Bekehrung und Wiedergeburt durchdrangen.

Ein wesentlicher Grund ist, daß sie nicht mehr zu einer klaren, ernsthaften Buße und Herzensumkehr, zu einem Bruch mit ihrem alten Sündenleben geführt wurden, sondern dieses Sündenleben, einschließlich des geliebten Pop- und Rock-Lebensstils in ihr „neues“ Christsein mitnehmen wollten.

So ginge sie an der entscheidenden inneren Erneuerung vorbei, die die Bibel als Frucht echter Wiedergeburt beschreibt:

Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, daß ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens; die, nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit unersättlicher Gier.

Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt; wenn ihr wirklich auf Ihn gehört habt und in ihm gelehrt worden seid – wie es auch Wahrheit ist in Jesus -, daß ihr, was den früheren Wandel betrifft, den alten Menschen abgelegt habt, der sich wegen der betrügerischen Begierden verderbte, dagegen erneuert werdet im Geist eurer Gesinnung und den neuen Menschen angezogen habt, der Gott entsprechend geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Heiligkeit. (Eph 4,17-24)

Eine echte, vom Geist Gottes gewirkte Bekehrung beinhaltet eben immer auch einen entschiedenen Bruch mit dem weltlichen Lebensstil, mit aller Sünde und heidnischen Unreinheit. Das bedeutet auch, daß die neue Kreatur in Christus die rebellische, finstere Rock- und Popmusik verabscheut und sich davon radikal abwendet, ebenso wie von Unzucht, Lüge, Drogen, verführerischer Kleidung oder rebellischen Gedanken.

Die katastrophale Frucht des „Rock&Pop“-Christentums sind Tausende halbbekehrter, oberflächlicher, labiler junger „Christen“, die Christus nie wirklich erkannt haben, die Ihm auch nicht wirklich nachfolgen; obwohl sie mit emotionalen Appellen zur „radikalen Nachfolge“ immer wieder berieselt werden. Hier werden Laodicea-Christen herangezüchtet, die meinen, sie hätten alles, und doch arm, blind und bloß sind (vgl. Offb 3,14-22).

Sie führen einen im Grunde weltförmigen Lebensstil; sie lassen sich treiben von ihrem Fleisch und den Eingebungen des Satans; sie hungern nach „spirituellen Erfahrungen“ und werden deshalb leichte Beute für charismatische und mystische Seelenverführer. Sie sind nicht gegründet in Christus und Seinem Wort; sie fallen immer wieder in Sünde und merken es kaum; sie haben den Heiligen Geist nicht und sind deshalb offen für alle möglichen Irrgeister.

Die Frucht der „christlichen Rockmusik“ und der „christlichen Jugendkultur“ entspricht im Grunde genau der Schilderung der abgefallenen Endzeit-Christenheit durch den Geist Gottes, die wir im 2. Timotheusbrief finden:

Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben, geldgierig sein, prahlerisch, überheblich, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, dem Guten feind, Verräter, leichtsinnig, aufgeblasen; sie lieben das Vergnügen mehr als Gott; dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! (2Tim 3,1-5)

Sicherlich gibt es darüber hinaus auch zahlreiche – viel zu viele! – wirklich bekehrte junge Christen, wiedergeborene Kinder Gottes, die sich von der „christlichen“ oder auch der weltlichen Rock- und Popmusik verleiten lassen und versuchen, diese weltliche, sinnliche Musik mit einem Leben in der Christusnachfolge zu verbinden. Doch auch bei ihnen kann das keine guten Früchte hervorbringen.

Ihr Glaubensleben wird beeinträchtigt, wird kraftlos, subjektiv-seelisch, schwankend. Sie haben größere Probleme mit Sünde und Unreinheit, mit Auflehnung gegen Autoritäten und Disziplin in ihrem Leben. Sie leiden, ohne daß ihnen das bewußt ist, unter einer Befleckung des Fleisches und des Geistes, wie sie zwangsläufig durch das Hören solcher heidnisch-rebellischen Musik zustandekommt, und sie können in ihrem Heiligungs- und Glaubensleben keine wirklichen Fortschritte machen (vgl. 2Kor 7,1; 1Kor 6,20).

 

 

c) Das Eindringen der Rock- und Popmusik ins Heiligtum der Gemeinde

 

Die „private“ Vergiftung christlicher Jugendlicher (und inzwischen vieler Erwachsener) durch die antichristliche, gesetzlose Rock- und Popmusik war noch nicht der letzte Schachzug des Satans. Eines seiner Ziele ist es, Gott Anbetung zu rauben und für sich selbst Anbetung zu erlisten.

Deshalb sorgte der Widersacher dafür, daß diese verführerische, zersetzende Musik nicht nur sozusagen in den „Vorhof“ der Gemeinde Jesu Christi eindrang, nämlich durch persönlichen Konsum und die „christliche Jugendkultur“, sondern auch ins „Heiligtum“, nämlich in den Gesang und die Anbetung der Gemeinden. Die bibeltreuen Gemeinden sind ja, was vielen Gläubigen leider kaum bewußt ist, der heilige Tempel Gottes, eine Wohnstätte Gottes und der Ort priesterlicher Anbetung (vgl. u.a. Eph 2,20-22; 2Kor 6,14-18; 1Kor 3,9-17).

Diese heilige, Gott geweihte Anbetung im Geist und in der Wahrheit, welche die höchste Berufung der gläubigen Gemeinde darstellt, ist dem Widersacher ein furchtbarer Dorn im Auge. Er tut alles, um Gott diese Anbetung zu rauben. Die wirksamste Methode dazu ist nicht etwa die Verfolgung, die er auch immer wieder einsetzte (vgl. 1Pt 5,8-9), sondern die Verführung, in der der Feind als „Engel des Lichts“ auftritt und die Gläubigen durch seine Werkzeuge dazu verleiten will, einen anderen Jesus, ein anderes Evangelium und einen anderen Geist zu akzeptieren (vgl. 2Kor 11,2-4 u. 13-15).

So war es einer der gefährlichsten und bösartigsten Angriffe des Widersachers auf die Gemeinde Jesu Christi, daß es ihm gelang, seine unreine, perverse Rockmusik in die Anbetung der Gemeinden zu schmuggeln. Das ist kaum vorstellbar, denn jahrhundertelang war es allen gläubigen Christen bewußt, daß die geistlichen Lieder der Gemeinde durch Ehrfurcht und Harmonie, durch würdigen Ernst, Zucht und Ordnung gekennzeichnet sein mußten. Doch im endzeitlichen 20. Jahrhundert waren die geistlichen Mauern Jerusalems schon längst zerbrochen, und es gab nur noch wenige Wächter auf ihnen; die Festung war durch den geistlichen Niedergang schon sturmreif geschossen.

Ein wichtiges Werkzeug dieses raffinierten Angriffs war, wie schon erwähnt, die Jesus-People-Bewegung in den USA, in der in den 1960er Jahren ehemalige Hippies, Drogensüchtige und Aussteiger sich zum Christentum wandten, ohne in der Regel eine wirkliche Bekehrung und Wiedergeburt zu erfahren. So nahmen sie viele Züge ihres verkehrten, widergöttlichen Lebensstils mit in ihr halbherziges „neues Leben“ – unter anderem die Rock- und Popmusik, nach der sie süchtig waren und an die sie gebunden waren.

Sie waren immer noch okkult beeinflußt und offen für Dämonie und Übersinnliches; es verwundert daher nicht, daß sie sich zumeist der geistesverwandten Pfingstbewegung bzw. neuen charismatischen Strömungen anschlossen, unter denen die Calvary Chapels (Chuck Smith, Maranatha Music) und die Vineyard-Gemeinden besonders bekannt wurden. Larry Eskridge schreibt in seiner Geschichte der Jesus-People-Bewegung aufschlußreiche Sätze:

Die Jesus People waren auch die hauptsächliche Kraft hinter einer musikalischen Revolution, die sich ihren Weg direkt ins Herz des amerikanischen Gemeindelebens bahnte. Man bezeichnete sie als zeitgenössische Anbetungsmusik, „praise and worship“-Musik, oder einfach als Lobpreismusik, und tausende und abertausende von amerikanischen Gemeinden führten musikalische Stile in ihren Gemeindegottesdiensten ein, die ihren Ursprung in der Jesus-People-Bewegung hatten.

Der charismatische Lobpreisleiter Arne Kopfermann bestätigt diesen Zusammenhang ganz offen:

Die Entstehung dessen, was wir heute im Speziellen als ›Praise & Worship‹ bezeichnen, geht auf die Jesus People-Bewegung zurück. (…) Dieser geistliche Aufbruch in der kalifornischen Jugendkultur rief in den bestehenden kirchlichen Denominationen der USA unterschiedliche Reaktionen hervor (…) Sein bleibendes Erbe ist die christliche Popularmusik – quasi eine geistlich getaufte Version der Popmusik Amerikas.

Durch die neocharismatischen Gemeinden, die u.a. im Zuge der Jesus-People entstanden, wurden „neue“ Gemeinde- und Lobpreislieder entwickelt, die auf der Rock- und Popmusik beruhten und diese in das Heiligtum Gottes, in die Gemeinde, brachten.

In den 70er-Jahren eroberte diese Variante der „christlichen“ Rock- und Popmusik rasch die Herzen der jüngeren Christen quer durch alle Denominationen. Vermittelt durch große „christliche“ Festivals und Jugend-Events wurden die charismatischen Praise&Worship-Lieder immer populärer, und viele Gemeinden gerieten unter Druck, sie einzuführen, bzw. entschieden sich selbst dafür, um Leute anzulocken.

Das aber war eine geistliche Katastrophe, ein Einbruch der Welt und der Finsternis in das Heiligtum der Gemeinde. Diese unreine heidnische Götzenmusik kann der heilige Gott niemals als Lobopfer für sich akzeptieren, das weiß der Widersacher ganz genau. Wenn solche Musik in gläubigen Gemeinden gespielt wird, dann wird der heilige Tempel Gottes entweiht, dann wird Belial mit Christus zusammengebracht, und das Ergebnis ist Verwirrung und Verführung, geistlicher Niedergang und Verwüstung des geistlichen Tempelheiligtums der Gemeinde.

Durch solche Musik kommt Unreinheit, Sinnlichkeit, Auflehnung und Götzendienst in das Christus geweihte Heiligtum, das die Gemeinde vor Gott darstellt. Dadurch wird der Geist Gottes betrübt; die Gegenwart Gottes zieht sich zurück, und die Gemeinde, die solches bewußt duldet, kommt unter ein Gericht Gottes; sie wird dahingegeben, und ihr Leuchter wird umgestoßen, d.h. Gott kann sich nicht mehr zu ihr bekennen (vgl. Offb 2,5).

Die unreine, rebellische, okkult wirksame Musik der Götzenanbetung mit Gottesdienst vermischen bedeutet, ein fremdes, falsches Feuer vor Gott zu bringen; es bedeutet Götzendienst und Gemeinschaft mit den Dämonen. Im Vorbild warnt uns davor das Gericht über Nadab und Abihu (vgl. 1Kor 10,6-11):

Aber die Söhne Aarons, Nadab und Abihu, nahmen jeder seine Räucherpfanne und taten Feuer hinein und legten Räucherwerk darauf und brachten fremdes Feuer dar vor den HERRN, das er ihnen nicht geboten hatte. Da ging Feuer aus von dem HERRN und verzehrte sie, so daß sie starben vor dem HERRN. Und Mose sprach zu Aaron: Das hat der HERR gemeint, als er sprach: »Ich will geheiligt werden durch die, welche zu mir nahen, und geehrt werden vor dem ganzen Volk!« Und Aaron schwieg still. (3Mo 10,1-3)

Da nahm jeder seine Räucherpfanne und tat Feuer hinein und legte Räucherwerk darauf, und sie standen vor dem Eingang der Stiftshütte, auch Mose und Aaron. Und Korah versammelte gegen sie die ganze Gemeinde vor dem Eingang der Stiftshütte. Da erschien die Herrlichkeit des HERRN vor der ganzen Gemeinde. (…) Da redete der HERR zu Mose und sprach: Rede zu der Gemeinde und sprich: Entfernt euch ringsum von der Wohnung Korahs, Dathans und Abirams!

Da stand Mose auf und ging zu Dathan und Abiram, und die Ältesten Israels folgten ihm. Und er redete zu der Gemeinde und sprach: Weicht doch von den Zelten dieser gottlosen Menschen und rührt nichts an von allem, was ihnen gehört, damit ihr nicht weggerafft werdet wegen aller ihrer Sünden! Da entfernten sie sich ringsum von der Wohnung Korahs, Dathans und Abirams. Dathan aber und Abiram kamen heraus und traten an den Eingang ihrer Zelte mit ihren Frauen und Söhnen und Kindern. Und Mose sprach: Daran sollt ihr erkennen, daß der HERR mich gesandt hat, alle diese Werke zu tun, und daß ich nicht aus meinem eigenen Herzen gehandelt habe: Wenn diese sterben werden, wie alle Menschen sterben, und gestraft werden mit einer Strafe, wie sie alle Menschen trifft, so hat der HERR mich nicht gesandt. Wenn aber der HERR etwas Neues schaffen wird, so daß der Erdboden seinen Mund auftut und sie verschlingt mit allem, was sie haben, daß sie lebendig hinunterfahren ins Totenreich, so werdet ihr erkennen, daß diese Leute den HERRN gelästert haben!

Und es geschah, als er alle diese Worte ausgeredet hatte, da zerriß der Erdboden unter ihnen; und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang sie samt ihren Familien und alle Menschen, die Korah anhingen, und all [ihre] Habe. Und sie fuhren lebendig hinunter ins Totenreich mit allem, was sie hatten, und die Erde deckte sie zu. So wurden sie mitten aus der Gemeinde vertilgt. Ganz Israel aber, das rings um sie her war, floh bei ihrem Geschrei; denn sie sprachen: Daß uns die Erde nicht auch verschlingt! Und Feuer ging aus von dem HERRN und verzehrte die 250 Männer, die das Räucherwerk darbrachten. (4Mo 16,18-35)

 

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch: Charismatischer „Lobpreis“: Fremdes Feuer im Heiligtum Gottes. Die echte Anbetung der Gemeinde und ihre Verfälschung durch Rockmusik und “Worship”-Lieder. Steffisburg: Edition Nehemia 2017.

 

Literaturangaben und weitere Informationen sind diesem Buch zu entnehmen, das eine völlig überarbeitete und wesentlich erweiterte Neuausgabe eines 2004 erschienenen Titels ist.

 

 

 

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