Die „Frauenfrage“ im Spannungsfeld
zwischen dem Wort Gottes und dem Zeitgeist

 

 
 

Die Stellung und der Weg der gläubigen Frauen ist heute Gegenstand einer großangelegten und folgenschweren Auseinandersetzung. Auf der einen Seite hat die Gemeinde Jesu Christi den Willen Gottes in bezug auf die Rolle und die Lebensweise der Frau, besonders der christlichen Frau, ein für allemal geoffenbart bekommen. Die Bibel, das Wort des lebendigen Gottes, gibt ihr klare und deutliche Lehren und Anweisungen, welche Berufung die gläubige Frau in ihrer persönlichen Christusnachfolge und in der Gemeinde hat. Diese Grundsätze sind von Gott gegeben und daher ewig und unveränderlich.

Dennoch erlebt die Gemeinde, erleben die gläubigen Frauen und Männer heute immer stärker den Sog und das Wirken des Zeitgeistes, der die Frauen auf einen ganz anderen, angeblich aufgeklärteren und besseren Weg führen will – auf den Weg der „Emanzipation“ (lateinisch für „Freilassung“).

 
 
 

Die Auswirkungen der feministischen “Frauenemanzipation”

 

Die Frauen, so wird uns immer wieder eingeredet, sollen sich befreien von den angeblich einengenden, männerorientierten, überholten Bindungen der Vergangenheit, sie sollen eintreten für ihre Selbstentfaltung, für bestimmenden Einfluß und Führungsaufgaben in allen Bereichen der Gesellschaft, für die „Gleichberechtigung“ mit dem Mann. Diese Einflüsse reichen bis hinein in die Gemeinde Gottes.

Der „Zeitgeist“ jedoch – das sollte uns immer bewußt sein – ist der Geist dieser Weltzeit, ist der Geist des Fürsten dieser Welt, des Teufels, der alles daransetzt, die Menschengeschöpfe zur Auflehnung gegen Gott und Seinen Willen anzustacheln, sie zur Selbstentfaltung und Unabhängigkeit von Gottes Ordnungen und Geboten zu verleiten.

Geschickt macht sich der Widersacher zum Anwalt der Menschen gegen Gott und redet ihnen ein, daß Gottes Ordnungen für sie einengend und „autoritär“ seien, sie in ihrer Selbstverwirklichung behinderten und nur versklavten, während sie auf dem Weg der Auflehnung gegen Gott Glück, schrankenlose Bedürfnisbefriedigung und Persönlichkeitsentfaltung erreichen könnten (vgl. dazu Röm 6,15-23).

Wie das Wort Gottes einen solchen Weg beurteilt, zeigt uns Eph 2,1-3:

„(…) auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt; unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen.“

Von diesem Weg der gottfeindlichen Welt, von diesem Weg der Selbstentfaltung und der Freiheit des gefallenen Menschen gegenüber den Geboten Gottes haben wir uns ja abgekehrt, wenn wir wahrhaft Kinder Gottes sind. Wir durften durch Gottes Gnade erkennen, daß der Weg der Sünde ins Verderben führt, daß wir dem Gericht Gottes verfallen sind, wenn wir trotzig unser Eigenleben gegen Ihn aufrichten und gegen Seine Gebote und Ordnungen leben.

 
 
 

Gläubige Frauen sind zu einem Leben gegen den Strom des Zeitgeistes berufen

 

Durch den Glauben an unseren Herrn und Heiland Jesus Christus wurden wir herausgerettet aus dieser Welt und ihrer Versklavung unter die Sünde. Wir sind nun berufen, als „Sklaven der Gerechtigkeit“ (Römer 6) ganz für Gott, nach Seinem Willen, zu Seiner Ehre und Verherrlichung zu leben.

Für das Leben der durch die Gnade Gottes erretteten Männer und Frauen gibt es einen biblischen Grundsatz, der uns in Röm 12,1-2 gezeigt wird:

„Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch in eurem Wesen verändern durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“

Für den biblischen Weg der christlichen Frau bedeutet das: Wenn sie den Willen Gottes tun will, dann muß sie mit den Werten und Verhaltensweisen dieser Welt klar und entschieden brechen. Sie darf sich nicht diesem Weltlauf anpassen oder „dieser Weltzeit gleichförmig werden“, wie man auch übersetzen kann. Sie kann nicht einfach in dem Lebensstil mitschwimmen, den sie bei ihren ungläubigen Geschlechtsgenossinnen sieht. Sie ist berufen, anders zu leben, nach den Maßstäben und dem Willen Gottes, auch wenn das bei weltlichen Frauen und Männern (und verweltlichten Christen!) Kopfschütteln und Spott hervorruft.

Diesen Weg kann sie nur gehen, wenn sie sich in ihrem Wesen verändern läßt durch die Erneuerung ihres Sinnes (oder ihrer Gesinnung, ihres Denkens). Diese Wesensveränderung oder Umgestaltung geschieht durch das Wort Gottes und den Heiligen Geist, der in ihr wohnt. Ohne dieses erneuerte Denken kann die gläubige Frau nicht klar erkennen, was der Wille Gottes für sie ist – das, was für ihr Leben von Gott vorgesehen ist, was Gott wohlgefällt. Aber wenn sie von innen heraus, in ihrer Gesinnung, von ganzem Herzen den Willen Gottes bejaht und tut, dann wird ihr Leben von Gott gebraucht und gesegnet werden.

Dieser biblische Weg der Gottesfurcht und des Gehorsams, des Glaubens und der Hingabe an unseren wunderbaren Herrn ist dem Widersacher ein Dorn im Auge. Er sucht die Gläubigen vom Weg des Glaubensgehorsams abzuziehen und durch vielerlei Einwirkungen und Schliche auf einen Weg des Ungehorsams, der Weltförmigkeit und des Auslebens der fleischlichen Begierden zu verleiten. So wird dem Herrn Ehre geraubt und den irregeführten Gläubigen großer Schaden zugefügt; sie werden kraftlos und untauglich, was den Dienst und das Zeugnis für Gott betrifft, und in ihrem inneren Leben sind sie gelähmt und fern vom Herrn.

Deshalb stehen wir als Gläubige in einem beständigen geistlichen Kampf, den gottgewollten Weg des Glaubensgehorsams und der Treue zu bewahren gegen die Einflüsse des Feindes, der uns vom rechten Weg abbringen will. Dieser Kampf wird uns aufgetragen in Judas 3, wo der Herr uns ermahnt, „daß ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist“. Das schließt unseren entschlossenen Widerstand gegen die listigen Kunstgriffe des Teufels ein, wie uns Eph 6,10-12 lehrt.

 
 
 

Der geistliche Ringkampf um den Weg der gläubigen Frauen

 

Im Rahmen dieses Kampfes tobt heute eine erbitterte, ernste Schlacht um die Frauenfrage, ein Ringen um den Weg der gläubigen Frauen in dieser von Gesetzlosigkeit und Verführung geprägten letzten Zeit vor der Wiederkunft des Herrn. Viele Gläubige sind sich dieses Kampfes gar nicht recht bewußt; sie bemerken auch nicht, daß die biblische Position zur Frauenfrage in der Gemeinde – gerade auch in „evangelikalen“, sich zur Bibeltreue bekennenden Kreisen – immer mehr an Einfluß verloren hat und durch andere, unbiblische Lehren ersetzt worden ist.

Jahrhundertelang von praktisch allen gläubigen Christen gelehrte und gelebte Wahrheiten werden heute kühn als „veraltet“, als „nur zeitbedingt und im Rahmen der damaligen Kultur gültig“, wenn nicht gar als „frauenfeindliche Entgleisungen des Paulus“ bezeichnet und durch „moderne“, vom feministisch-humanistischen Zeitgeist getränkte Lehren ersetzt.

Diese schleichende Verführung und Abweichung von der biblischen Wahrheit in der Frauenfrage wird von einem verhängnisvollen Grundsatz geprägt: Die Bibel, das inspirierte, von Gott gegebene Wort der Heiligen Schrift, wird nicht mehr als höchste und einzig entscheidende Autorität für das Leben der Gemeinde und des einzelnen Gläubigen anerkannt.

Hier geht es um eine ganz grundlegende Frage, um den wesensmäßigen Unterschied zwischen echtem, biblischem Glauben und wahrer Jüngerschaft einerseits und der modernen Verfälschung von Glauben und Jüngerschaft, die heute so weit verbreitet ist. Wahrer Glaube nimmt die Bibel als das Wort des lebendigen Gottes an und lebt das Wort Gottes nach Kräften im Glaubensgehorsam aus (vgl. u.a. 1Th 2,13; 4,1-2; 2Th 3,6.14; Röm 16,26). Wahre Jüngerschaft richtet sich nach dem Wort unseres Herrn: „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger“ (Joh 8,31) und „Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt“ (Joh 14, 21).

Der „moderne“ Christ dagegen entscheidet selbst nach eigenem Ermessen, was er von der Bibel noch für sich annehmen will und was nicht, was er als „veraltet“ abhakt und was er noch befolgen möchte. Klare biblische Aussagen werden ohne Scheu umgedeutet oder verworfen, damit am Ende das herauskommt, was man möchte: eine Linie zur Frauenfrage, die dem Zeitgeist entspricht und der Frau in der Gemeinde eine Rolle zugesteht, die ihr die Heilige Schrift selbst ausdrücklich verwehrt.

Diese Entwicklung geht weder an den einzelnen Gläubigen noch an den Gemeinden spurlos vorüber. Die Einflüsse des Zeitgeistes und der neuen „evangelikalen“ Linie zur Frauenfrage haben ihre Wirkung auf uns alle. Die Frage ist: Wie stehen wir dazu? Woran wollen wir uns orientieren? An dem, was das Wort Gottes uns sagt – auch wenn es heute unpopulär ist und jeglicher fleischlichen Selbstverwirklichung entgegensteht? Oder an der modernen Umdeutung der Bibel, die dem Eigenleben Raum läßt und einen Weg für die christliche Frau vorzeichnet, der in unsere heutige Zeit paßt und für die Welt akzeptabel ist?

Diese Frage ist keineswegs nur für die gläubigen Frauen wichtig. Sie betrifft die gläubigen Männer gleichermaßen. Die Schrift zeigt uns, daß wir als Männer vor Gott die Verantwortung für den geistlichen Wandel unserer Frauen haben und unserem Herrn einmal Rechenschaft geben müssen, inwiefern wir unsere Frauen angeleitet und ermutigt haben, den biblischen Weg als Frau zu gehen.

Das ergibt sich aus der Verantwortung des Mannes als Haupt, die immer auch eine geistliche Fürsorge für die Frau mit einschließt, wie uns Eph 5,22-29 am deutlichsten zeigt. Nur allzu viele christliche Männer sind heute durch ihre eigene Passivität und Weltförmigkeit eher ein Anstoß und Hindernis für den geistlichen Weg ihrer Ehefrauen, statt sie zu ermutigen und zu fördern!

So haben auch die leitenden Brüder einer örtlichen Gemeinde besondere Verantwortung dafür, ob sie die Geschwister, die ihnen anvertraut sind, klar und unmißverständlich in den Lehren der Bibel zur Frauenfrage unterwiesen haben oder nicht.

Auch die liebevolle geistliche Ermahnung, in den Wegen Gottes zu bleiben, und nötigenfalls Korrektur und Zurechtweisung gehören zu den Aufgaben der Hirten einer biblischen Gemeinde. Dieser geistliche Dienst (1Th 5,12-13) ist heute vielleicht schwerer, aber auch nötiger denn je. Dabei geht es darum, die Herzen und Gewissen der Gläubigen anzusprechen und sie zum einsichtigen, bewußten Gehorsam gegen Gottes Wort anzuspornen.

Diese Broschüre will die biblische Lehre über die Stellung und den Wandel der gläubigen Frau deutlich machen und dazu ermuntern, auch heute, angesichts so vieler verwirrender Stimmen, gläubig und einfältig auf das Wort Gottes zu hören und das persönliche Leben bewußt auf die Bibel auszurichten. Dies ist der einzige Weg zu einem erfüllten, gesegneten Leben als Christ. Möge der Herr selbst uns Sein Wort groß machen und aufschließen und unsere Herzenshaltung durchleuchten und verändern!

Wir wollen zuerst Gottes Schöpfungsordnung für Mann und Frau betrachten, wie sie uns in den ersten zwei Kapiteln des 1. Buches Mose gezeigt wird und wie sie in der neutestamentlichen Offenbarung gelehrt wird. Dann wollen wir versuchen, die tiefere Bedeutung der unterschiedlichen Stellung von Mann und Frau zu ergründen und dabei die Lehre des Epheserbriefs betrachten, daß das Verhältnis von Mann und Frau auf das Verhältnis von Christus und der Gemeinde gedeutet werden muß.

Ein zweiter Abschnitt beschäftigt sich ausführlich mit Gottes Gemeindeordnungen für die Frauen, insbesondere mit dem Schweigegebot (1. Korinther 14) und dem Gebot der Kopfbedeckung (1. Korinther 11). Wir wollen versuchen, ihren Sinn und ihre geistliche Bedeutung zu beleuchten und auch die konkrete praktische Verwirklichung im Gemeindeleben behandeln. In einem dritten, kürzeren Abschnitt wollen wir dann auf einige Fragen der Umsetzung der biblischen Anweisungen im Leben der Frau eingehen.

Ich bin mir dessen bewußt, daß es noch viele Gesichtspunkte unseres Themas gibt, die ich in diesem Rahmen nicht oder nur kurz behandeln kann. Auch ist es mir bewußt, daß einige bibeltreue Gläubige manchen Auslegungen, die ich vertrete, nicht in allem zustimmen werden. Aber diese Broschüre soll nicht mehr als eine geistliche Hilfe für die gläubigen Frauen und Männer von heute sein, die klaren Grundlinien der Schrift zu erkennen und auszuleben. Sie ist ein Appell an das Gewissen der Gläubigen und eine Anregung dazu, selbst unter Gebet die Heilige Schrift zu erforschen, ob es sich so verhält. Sie will keine erschöpfende oder gar gelehrte Abhandlung unseres Themas bieten, sondern zu treuer Christusnachfolge ermuntern.

 
 
 
Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser Der biblische Weg für die gläubige Frau
 
 

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Bücher von Rudolf Ebertshäuser über Mann und Frau aus biblischer Sicht

Als Mann zur Ehre Gottes leben. Eine Ermutigung zu biblischem Mannsein. Edition Nehemia Steffisburg  3. Auflage 2015, Paperback, 187 S.

Als Frau zur Ehre Gottes leben. Eine Ermutigung zu biblischem Frausein. Edition Nehemia Steffisburg  2. Aufl. 2014, Paperback, 224 S.

 

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