Popmusik und charismatischer „Lobpreis“

 

 

Jeder Anhänger der charismatischen „Lobpreislieder“ wird bestätigen, daß das eigentlich Besondere dieser Lieder nicht hauptsächlich im Text liegt, sondern in der musikalischen Darbietung. Würde man charismatisch gefärbte Texte mit den Melodien alter Gemeindelieder verbinden und sie ohne „Lobpreisband“ singen, so wäre ihre Wirkung gebrochen und ihre Faszination dahin. Sie wären für den eigentlichen charismatischen „Lobpreis“ untauglich.

Das Geheimnis des charismatischen „Lobpreises“ liegt also darin begründet, daß er einen ganz bestimmten Musikstil einsetzt, und zwar die moderne weltliche Rock- und Popmusik. Das wird von ihren Befürwortern vielfach offen und ungeschminkt zugegeben. So sagte etwa Martin Bühlmann von „Basileia Bern“ in einem Interview: „Und so sehr er auch verteufelt wurde: Der Rock n’ Roll hat der Welt eine Sprache gegeben, die alle verstehen. Gott wird diese Sprache nehmen, um den Völkern das Heil zu vermitteln.“ Der „Lobpreisleiter“ Arne Kopfermann schreibt: „(…) heute kann man, einmal abgesehen vom Text, Lobpreismusik und sonstige Popularmusik stilistisch oft kaum unterscheiden“. (Geistliche Erneuerung 47/93, S. 13; Arne Kopfermann, Das Geheimnis von Lobpreis und Anbetung, S. 108.)

Die Melodien und der Stil der charismatischen „Lobpreis“lieder sind fast ausschließlich dem Repertoire der modernen weltlichen Popmusik in ihren vielfältigen Varianten entnommen – meist eher der „weichen“, psychedelischen Richtung, die aber genauso gefährlich und unterschwellig beeinflussend ist wie die eher härteren Rockmelodien. Es gibt einige wenige charismatische Lieder, etwa der ökumenischen „Jesus-Bruderschaft Gnadenthal“ und der „Kreuzbruderschaft“, die eher an meditativ-katholische Kirchengesänge und „Taizé“-Lieder angelehnt sind, aber auch diese sind auf ihre Art verführerisch.

 

Die geistlichen Wurzeln und Wirkungen der modernen Popmusik

 

Viele besonnene und biblisch gegründete Wächter und Lehrer in der Gemeinde haben schon seit Jahren darauf hingewiesen, daß die immer mehr um sich greifende Rock- und Popmusik eine große geistliche Gefahr für die Gemeinde darstellt. Sie ist keineswegs harmlos oder „neutral“, sondern sie bewirkt eine letztlich antichristliche Verführung und Beeinflussung derer, die sie hören. Was ist der Hintergrund ihrer starken Wirkung gerade auf junge Menschen?

Hierzu müssen wir untersuchen, aus welchen Quellen diese Musik schöpft. Rein musikgeschichtlich lassen sich natürlich sehr verschiedene Einflüsse feststellen, aber eine wesentliche Rolle spielt (auch nach dem Urteil weltlicher Experten) der Einfluß der afro-amerikanischen Musik, die sich über Jazz, Blues u.a. Richtungen auf die Voodoo-Musik und auf afrikanische Trommelriten zurückführen läßt. Andere Einflüsse, vor allem psychedelische Elemente, sind auf die hinduistische und buddhistische Musik zurückzuführen, von der die Beatles und andere Popgruppen stark beeinflußt waren.

Geistlich gesehen bedeutet dies aber: die entscheidenden Elemente der modernen Popmusik entstammen dem Götzendienst verschiedener Form – sei es den afrikanischen Ritualen der Götzenanbetung, die zu Ekstase, Trance und Besessenheit führen, oder der asiatisch-meditativen Verführungsmusik, die im hinduistischen oder buddhistischen Götzendienst eingesetzt wird und ebenfalls zu Trance und Ekstase führt. Durch beide heidnischen Musikarten wurden und werden im Endeffekt Geister angerufen und zum Wirken an den Singenden und Spielenden eingeladen. Diese Musik ist ihrem Wesen nach magisch. Sie ist dämonisch inspiriert, was viele Rockmusiker auch offen zugeben, die bezeugen, wie ihnen bestimmte Lieder von Geistern eingegeben wurden oder wie sie beim Spielen ihrer Musik von einer Macht ergriffen werden, die durch sie spielt.

Das ist das Geheimnis der starken Macht dieser Musik, die im „christlich“ geprägten Westen eine beispiellose Auflösung und Verkehrung gerade der biblisch-christlichen Werte bewirkte und seit den 60er Jahren eine rebellische, auf hemmungslose Lustbefriedigung und Selbstverwirklichung ausgerichtete Gegen-Jugendkultur schuf. Ihr Ziel war „Befreiung“ – Befreiung vom „Joch“ biblischer Gebote und Werte, die tödliche Freiheit, alles zu tun, was man wollte, auch wenn es – wie der „freie Geschlechtsverkehr“ und die Drogen – zur Selbstzerstörung führte.

Für uns ist es nun sehr wichtig zu wissen, daß bestimmte Bestandteile dieser Musik eine magische und hypnotisierende Wirkung haben. Besonders der „beat“, die Betonung und Gestaltung des Rhythmus mit Schlagzeug, Baßgitarre u.a. bewirkt, wenn man sich ihm öffnet, eine Herabsetzung des normalen, wachen Bewußtseins auf eine tranceähnliche Ebene. Ähnlich wirken auch andere Elemente dieser Musik. Diese unterschwellig beeinflussende Wirkung der Rockmusik, die die Hörer unkritisch und lenkbar macht und sie öffnet für ekstatische Erlebnisse, ist im medizinischen Experiment nachweisbar und von der Musikpsychologie anerkannt. Das ist auch den weltlichen Rockmusikern und Musikexperten großenteils voll bewußt. Sie reden ganz offen von der „magischen“, „verzaubernden“ Wirkung dieser Musik, während christliche Verteidiger des Rock und Pop dies entschieden abstreiten.

Der Popmusiker Jimmy Hendrix sagte z.B. ganz offen: „Bestimmte Stimmungen [‚atmospheres’] werden durch Musik erzeugt, denn Musik hat eine nur ihr eigene Spiritualität. Du kannst die Leute mit Musik hypnotisieren, und wenn du sie an ihrem schwächsten Punkt erwischst, kannst du ihnen in das Unterbewußtsein predigen, was wir ihnen sagen wollen.“ Timothy Leary, einer der Sprecher der antichristlichen Drogen- und Jugendkultur, sagt in bezug auf die Popmusik: „Hör nicht auf die Worte, die Musik selbst hat ihre eigene Botschaft (…) ich bin schon sehr oft von der Musik high [= berauscht] geworden (…) die Musik ist’s, die dich treiben wird“. (zit. n. M. Heide, Musik um jeden Preis?, S. 71; 68; Hervorh. RE).

Der Musiker Peter Michael Hamel sagt über die bewußtseinsverändernden Wirkungen monotoner Rhythmen: „Durch Rhythmus erwacht das magische Bewußtsein“. Jim Page von der Rockgruppe „Led Zeppelin“ beschreibt die Wirkung der Rock- und Popmusik sehr offen: „Ein Rockkonzert ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein Ritual, bei dem psychische Kraft freigesetzt und umgesetzt wird. Konzerte von Led Zeppelin beruhen im wesentlichen auf Lautstärke, Wiederholung und Rhythmus. Sie haben viel Ähnlichkeit mit der Trance-Musik Marokkos, die in ihrem Ursprung und Zweck magischen Charakters ist.“ (zit. n. Adolf Graul, Rock-, Pop- und Technomusik, S. 43; 44; Hervorh. RE).

Diese trancefördernde, auf die Begegnung und Erfüllung mit Geistern zielende Wirkung der Popmusik macht es auch verständlich, weshalb sie wie eine Droge wirkt und diejenigen, die sich ihr ergeben, regelrecht süchtig macht. Viele Menschen können gar nicht mehr arbeiten oder ihre Freizeit gestalten, ohne daß diese Musik nicht wenigstens im Hintergrund spielt. Sie vermittelt ein Berauscht- und Ergriffensein, das sich zum ekstatischen Erlebnis steigern kann, einen „Kick“, den ihre Anhänger suchen und immer wieder brauchen. Letztlich ist sie auch eine Art Religionsersatz, ein heidnisches religiöses Ritual, das dem seiner musikalischen Ursprünge durchaus verwandt ist. Ekstasefördernde Musik als Ritual ist in so gut wie allen heidnischen Götzenreligionen bekannt. Die Teilnehmer geben sich den monotonen Rhythmen und den Gesängen hin, bis sie in einen Zustand der Trance fallen und, von den Götzengeistern besessen, Ekstase und „Vereinigung mit der Gottheit“ erleben.

 

Der Einsatz der Popmusik im charismatischen „Lobpreis“

 

Der charismatische „Lobpreis“ hat im Grunde als ein religiöses Ritual ganz ähnliche Wirkungen wie die oben beschriebenen heidnischen Rituale. Die Beteiligten werden durch das gemeinsame Singen verführerischer Lieder in einen Zustand leichter Trance versetzt, in dem ihnen ein gefälschtes, heidnisch-ekstatisches „Gotteserlebnis“ vermittelt wird. Dazu taugen keine alten, wirklich geistlichen Lieder, sondern nur die speziell dafür geschriebenen „Lobpreis- und Anbetungs“-Lieder mit ihrer dem heidnischen Götzendienst entstammenden Musik.

Die charismatischen Lieder haben unabhängig von ihrem Text allein durch ihre magisch wirksame Popmusik eine eigenständige verführerische Wirkung auf die Seele derer, die sie singen. Das läßt sich auch daran nachweisen, daß sie im „Lobpreis“ gerne rein instrumental eingesetzt werden, um die Menschen „in Stimmung zu bringen“ und „Geisteswirkungen“ hervorzurufen. So sagt der bekannte charismatische „Lobpreisleiter“ Kevin Prosch: „Ich habe gemerkt, daß bestimmte Wirkungen des Heiligen Geistes nur eintreten, wenn ich mit dem Schlagzeuger zusammen spiele, also nicht singe. Oft wirkt das wie eine Prophetie, die die Herzen der Menschen berührt (…) In England erleben wir immer wieder, daß in dem Moment, wo wir anfangen zu spielen, Menschen aufschreien, weil sie von Dämonen befreit werden (…) Bestimmte Noten und Harmonien bringen den Geist Gottes in Bewegung.“ (Geistliche Erneuerung 47/93, S. 13; Hervorh. RE.)

Die charismatischen Lieder bewirken also allein schon durch ihre musikalische Eigenart eine allmähliche, unterschwellige Öffnung für Ekstase und den Irrgeist der Charismatik, eine Unnüchternheit und falsche Gefühlsorientierung. Sie sind sehr eingängig und schön, Sirenenklänge, die verführen und verlocken und vom Herrn und seinem Wort ablenken – gerade auch da, wo der Text fast nur aus Bibelworten besteht.

Damit entspricht die charismatische „Anbetung“ genau dem Muster des heidnischen Götzendienstes, vor dem uns die Schrift in 1Kor 12,2 warnt: „Ihr wißt, daß ihr einst Heiden wart und euch fortreißen ließt [od. weggezogen / hingerissen / irregeleitet wurdet] zu den stummen Götzen, so wie ihr geführt wurdet.“ Alles Faszinierende, die Menschen über unterschwellige Beeinflussung Anziehende gehört zu den Geisteswirkungen der Finsternis. Es kennzeichnet die heidnische Götzenanbetung und steht im scharfen Gegensatz zu der bewußten, einsichtigen, lauteren biblischen Anbetung des wahren Gottes.

Viele Gläubige sehen leider die Gefährlichkeit und Verdorbenheit der christlich gefärbten Rock- und Popmusik nicht mehr, weil sie persönlich in den Konsum weltlicher Popmusik verstrickt waren und sind und keine klare Buße darüber getan haben. Für sie ist das Hören und Genießen weltlicher Rock- und Popmusik keine Sünde – um so weniger können sie die Verdorbenheit der „christlichen“ Popmusik erkennen. Sie haben auf musikalischem Gebiet das geistliche Unterscheidungsvermögen verloren, das der Heilige Geist eigentlich den Kindern Gottes schenkt, damit sie Heiliges von Unheiligem unterscheiden können.

So fürchte ich, daß hauptsächlich eine verbreitete Weltförmigkeit der Grund dafür ist, daß heute manche Christen, die ansonsten noch bibeltreue Standpunkte vertreten, die große geistliche Gefahr nicht erkennen, die aus den weltlich-babylonischen Popmelodien der charismatischen Lieder entspringt. Sie sehen keinen Grund, solche Lieder abzulehnen, obwohl diese sinnlich-gefühlsbetonte Musik, die die Seele in widergöttlich-ekstatische Erregung und Hochgestimmtheit versetzt, dem Herrn ein Greuel ist und den Geist Gottes betrübt und dämpft, so daß Raum geschaffen wird für das Wirken des Irrgeistes.

 

Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser Der charismatische „Lobpreis“ und die biblische Anbetung.

 

 

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