Dieser Beitrag soll sich mit einigen wichtigen Entwicklungstrends in die Zukunft beschäftigen, die der Beobachter der Pfingst- und Charismatischen Bewegung feststellen kann. Diese Bewegung hat eine enorme Dynamik, sie ist wirklich „Bewegung“ im vollen Sinn dieses Wortes – aber wohin bewegt sie sich? Sie ist ausgesprochen vielgestaltig und in alle möglichen Unterströmungen aufgesplittert – aber kann man eine Richtung beschreiben, in die zumindest die wichtigsten Strömungen unterwegs sind?

Nach meiner Überzeugung weisen viele Entwicklungen innerhalb dieser Bewegung darauf hin, daß sie eine wichtige Kraft in der sich entfaltenden Welteinheitsreligion darstellt – sie ist auf dem Weg zur endzeitlichen Hure Babylon, deren Kern nach Überzeugung vieler bibeltreuer Christen die römische Kirche ist, zu der aber auch alle anderen Strömungen der Welt-Christenheit gehören (Protestantische Kirchen, Orthodoxe Kirchen, Evangelikale, Pfingstler, Neocharismatiker usw.).

Hierbei ist wichtig, zu erkennen, daß wichtige geistliche Wurzeln der Pfingst- und Charismatischen Bewegung in der römisch-katholischen Mystik liegen, deren Irrlehren über Wesley und den Pietismus in die evangelikale Heiligungsbewegung und von dort in die Pfingstbewegung eingedrungen waren. Deshalb führt die Entwicklung dieser falschprophetischen Bewegung am Ende zurück zu den Anfängen, zu einer bemerkenswerten und erschreckend offenen Annäherung an die katholische Kirche und ihre magischen Irrlehren und mystischen Verführungen.[1]

Es ist bezeichnend, daß die Führer des ökumenischen Weltkirchenrats wie auch der römischen Kirche ganz offen und bewußt an die mystisch-ekstatischen Wurzeln der Pfingst- und Charismatischen Bewegung appellieren und sie daran erinnern, daß gewisse bibeltreu-fundamentalistische Züge, die die Bewegung in ihren Anfängen mitbekam (etwa die Lehren des Dispensationalismus), eigentlich ihrem schwärmerischen Wesen fremd seien und überwunden werden müßten, damit der Dialog mit den ökumenischen Kräften der Weltchristenheit fruchtbar wird. Diesem Appell sind inzwischen viele Pfingstler und Charismatiker gefolgt; sie haben die früher bewahrte Absonderung von Bibelkritik und Katholizismus immer weiter aufgegeben und kooperieren inzwischen immer offener mit diesen abgefallenen Vertretern der Namenschristenheit.

 

 

„Ökumene des Geistes“: Die römische Kirche und die pfingstlich-charismatischen Bewegungen

 

Durch die ersten 50 Jahre der weltweiten Pfingstbewegung gab es fast durchgängig eine scharfe Abgrenzung zwischen dieser neu aufkommenden ekstatischen Bewegung und der römischen Kirche. Die meisten frühen Pfingstler waren von ihrer Überzeugung her protestantische „Fundamentalisten“ und damit ausgesprochen kritisch gegenüber der römischen Kirche. Diese ihrerseits sah die aufsprießenden Pfingstgemeinden und Missionen als Bedrohung für ihre Herrschaft über ihre Schafe an, ganz besonders in den Ländern, wo sie dominierte, etwa in Lateinamerika oder den romanischen Ländern Europas.

 

Das Zweite Vatikanische Konzil und seine ökumenische Öffnung

Das änderte sich in erster Linie durch das Zweite Vatikanische Konzil, das 1962-1965 in Rom tagte. Diese weltweite Beratung katholischer Bischöfe und Würdenträger legte das Fundament für eine Öffnung der römischen Kirche hin zu einer Welteinheitsreligion. Es nahm einige anstößige Alleinvertretungsansprüche taktisch zurück und bahnte den Weg für einen ökumenischen Dialog mit anderen christlichen Strömungen[2] wie auch für einen Dialog mit anderen Religionen.[3]

Nach diesem Konzil ging die römische Kirche offensiver auf andere religiöse Richtungen zu und führte intensive Dialoggespräche. Um die Zurückholung der abgetrennten christlichen Strömungen in den Einflußbereich der katholischen Kirche zu fördern, wurde das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen gegründet.[4]

Diese Entwicklungen bewirkten, daß der Aufbruch charismatischer Geistesbewegungen in katholischen Kreisen von der römischen Kirche ziemlich offen aufgenommen und bald erfolgreich integriert wurde.[5] Das betrifft sogar rückwirkend auch die Entstehung der Pfingstbewegung. Der katholische Theologieprofessor Willibald Sandler erwähnt die Anfänge der Pfingstbewegung in Topeka, die auf den 1. Januar 1901 datiert sind, und kommentiert: „Diese ‚Gründungserzählung‘ ist vor allem für charismatische Katholiken reizvoll, denn genau am 1. Jänner 1901, einige Stunden vor dem Durchbruch in Topeka, weihte Papst Leo XIII. das neue Jahrhundert dem Heiligen Geist“. Es mag durchaus sein, daß dieses okkulte Ritual des Oberhauptes der Hure Babylon einen unsichtbaren geistlichen Zusammenhang mit der Ausgießung eines falschen Geistes in Topeka hat, auch wenn dies natürlich nicht beweisbar ist.

In bezug auf die pfingstlerische „Geistesausgießung“ auf Katholiken nach 1967 schreibt Sandler: „Die katholische Kirche empfing sie 1967 als letzte aller großen Konfessionen. Aber in keinen von ihnen wurde sie so rasch, positiv und mit einem solchen Wachstum aufgenommen als von ihr.“ Sandler erwähnt dann auch, daß Papst Johannes XXIII. bei seiner Ankündigung des 2. Vatikanischen Konzils ein neues Pfingsten erbeten hatte.[6] Er hatte gebetet: „Erneuere in unseren Tagen deine Wunder wie bei einem zweiten Pfingsten!“ Also hat dieser Führer der römischen Kirche einen Verführungsgeist angerufen, auf sie zu kommen, und das ist dann auch geschehen – wobei natürlich auch die ganzen Lehren und Praktiken der römischen Kirche das Werk verführerischer Geister sind (vgl. 1Tim 4,1-3!).

 

 

Der falsche Geist bestärkt die unbiblischen „Sakramente“ Roms

 

Am Anfang der „Geistesausgießung“ auf römische Katholiken in den USA geschahen Dinge, die den verführerischen Charakter des Geistes unterstreichen, der sich so perfekt an die Irrtümer der römischen Kirche anpaßt. W. Sandler berichtet von der charismatischen „Erweckung“ an der katholischen Duquesne-Universität in Pittsburgh/Pennsylvania:

Die Studentinnen hatten sich mit der Lektüre der Apostelgeschichte sowie Wilkersons „Das Kreuz und die Messerhelden“ vorzubereiten. Auf dem Wochenende beteten sie wiederholt den Heilig-Geist-Hymnus „Veni Creator spiritus“ und wandten sich an Maria an die Braut des Heiligen Geistes. Zur Geistesausgießung kam es am letzten Abend in der Kapelle ungeplant (…) Alle wurden von einer um sich greifenden Kraft Gottes überrascht.

Eine beteiligte Studentin bezeugte, sie hätte die Herrlichkeit Jesu Christi und dessen reale Gegenwart im „Sakrament“ der ausgesetzten Hostie gespürt. Sandler kommentiert dann:

Bemerkenswert ist die Plastizität dieser Geisterfahrung. Obwohl sie in einem pfingstlichen und freikirchlichen Milieu gewachsen und geformt worden war, konnte sie sich nun mühelos in einem katholischen Umfeld entfalten. Dort ließ sie sich von Anfang an mit einer marianischen Spiritualität verbinden und bewirkt nicht nur eine Freude am Lobpreis und am Lesen der Bibel, sondern auch eine vertiefte Liebe zur Feier der Sakramente. Keine/r aus der Gruppe wechselte die Konfession oder verließ sie, trotz der Kirchenaustrittsgedanken, die einige von ihnen zuvor gehabt hatten.“[7]

Sandler berichtet dann von einem bemerkenswerten ökumenischen Ereignis in den USA:

Ausgehend von Duquesne und der Nachbaruniversität Notre Dame, verbreitete sich die Charismatische Erneuerung rasant. (…) Zugleich wuchs die ökumenische Zusammenarbeit mit Pfingstlern und protestantischen Charismatikern. Der Höhepunkt war 1977 eine ökumenische charismatische Konferenz in Kansas City mit 50.000 TeilnehmerInnen, von denen die Hälfte KatholikInnen waren. Unter den Sprechern war auch Kardinal Suenens. Das erschütterndste Ereignis auf dieser Konferenz war eine Prophetie von Ralph Martin, einem Cursillisten und Mann der ersten Stunde beim Duquesne-Aufbruch: „Komm zu mir mit gebrochenem Herzen und zerknirschtem Geist, denn der Körper meines Sohnes ist gebrochen. (…) Kehre zum Ziel deines Gottes zurück, denn der Körper meines Sohnes ist gebrochen. Der Herr sagt euch: Steht in Einheit miteinander, und trennt euch in keinem Fall voneinander durch eure Eifersucht und Bitterkeit und eure persönlichen Vorlieben, sondern haltet aneinander fest. Denn ich werde euch durch eine Zeit schwerer Erprobungen und Prüfungen führen. Ihr müßt miteinander in Einheit bleiben.“[8]

Hier zeigt sich die ökumenische Verführungsbotschaft des falschen Geistes ganz deutlich. Und dieser Geisteseinfluß zieht sich durch die ganze charismatische Erneuerungsbewegung durch; ihre „protestantischen“ Teilnehmer haben sich durchgängig für eine ökumenische Annäherung an die römische Kirche ausgesprochen, und immer mehr pfingstlerische und neocharismatische Kreise folgen nach. Die klassische charismatische „Erneuerung“ in den Großkirchen ist eine bewußte und aktive Triebkraft für die ökumenischen Einheitsbestrebungen; ihre Führer und Sprecher betonen diese ökumenische Ausrichtung immer wieder.[9]

 

 

Immer mehr Pfingstler und Neocharismatiker öffnen sich für den Dialog mit Rom

 

Ausgehend von den positiven Erfahrungen mit den katholischen Charismatikern wurde die römische Kirche auch gegenüber den Pfingstgruppierungen offener und war zunehmend an einem Dialog interessiert.[10]

Seit den 1970er Jahren wurde erkennbar, daß auch die früher zurückhaltenderen Kräfte aus der Pfingstbewegung und den neocharismatischen Gemeindeströmungen wie etwa der Neuen Apostolischen Reformation sich immer mehr an die römische Kirche annähern und den Dialog mit Vertretern der katholischen Kirche ebenso suchen wie das gemeinsame Auftreten bei Veranstaltungen oder Aktionen wie „Miteinander für Europa“. Das wird u.a. an ökumenischen Kongressen wie UNUM24 deutlich, bei denen Extremcharismatiker wie Bill Johnson sich die Bühne mit katholischen und protestantischen Bischöfen teilen.[11]

Der Pionier des Dialogs zwischen Vertretern der Pfingstbewegung und der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) war der südafrikanische Pfingstler David J. du Plessis, der auch den Dialog mit dem ökumenischen Weltrat der Kirchen (ÖRK) einfädelte.[12] 1972 nahm er Kontakt mit Vertretern der RKK auf und regte einen ökumenischen Dialog mit Pfingstlern an (xxiii). Dieser Dialog wurde dann auch in mehreren Runden geführt (1972-1976; 1977-1982; 1985-1989; 1990-1997) wobei das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen und der katholische Charismatiker Kilian McDonnell OSB von katholischer Seite federführend waren, von pfingstlerischer Seite zunächst David J. du Plessis, später u.a. Cecil M. Robeck, Jr.

Im Abschlußbericht der dritten Runde (1985-1989) stellten die Teilnehmer befriedigt fest, daß der Dialog immer mehr Zustimmung in der weltweiten Pfingstbewegung finde, und daß erstmals einige Pfingstkirchen offizielle Vertreter zu diesem Dialog entsandt hatten.[13] Die raffinierte Taktik dieser Dialoge besteht darin, durch entspannte persönliche Gemeinschaft und Konzentration auf angebliche Gemeinsamkeiten eine prinzipienlose Annäherung zu ermöglichen, die die grundlegenden Gegensätze im Lehrverständnis ausblendet und einebnet. In dem erwähnten Bericht heißt es: „Diese Diskussionen sollten ein Klima des gegenseitigen Verstehens in Angelegenheiten des Glaubens und der Praxis entwickeln und Punkte finden, in denen man wirklich übereinstimmt, sowie auch Bereiche anzeigen, in denen weiterer Dialog erforderlich ist“ (134).

Parallel gab es auch Bemühungen neocharismatischer Gruppierungen, mit der römischen Kirche ins Gespräch zu kommen und eine Anerkennung aus Rom zu erhalten. Das mag auch damit zusammenhängen, daß diese Gruppen in vielen Ländern als „Sekten“ angefeindet wurden und es ihrem Wachstumszielen wie auch ihrem zunehmenden Anspruch, die Gesellschaft christlich zu reformieren, zuträglich war, eine Annäherung an die katholische Kirche zu suchen. In einem von charismatischer Seite verfaßten Selbstdarstellung für diesen Dialog mit dem Titel The Characteristics of the New Charismatik Churches („Die Kennzeichen der neuen charismatischen Gemeinden“) heißt es:

Seit 2001 haben Führer der Neuen Charismatischen Gemeinden und katholische Charismatiker sich bei den Konferenzen Gathering in the Holy Spirit („Versammlung im Heiligen Geist“), einem zweijährlich in Rom abgehaltenen Treffen, zu einem fortlaufenden Dialog getroffen. Die offene Diskussion und die sich vertiefende Beziehung zwischen den 60 bis 80 eingeladenen Teilnehmern haben ein zunehmendes starkes Gefühl der Einheit in diesen Treffen erzeugt.[14]

Auf Wunsch der charismatischen Gesprächsteilnehmer (!), die teilweise deutliche Beziehung zur Neuen Apostolischen Reformation zu haben scheinen, kam es ab 2014 zu direkten Gesprächen mit dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen. Die erwähnte Selbstdarstellung ist sehr aufschlußreich und enthält zahlreiche biblisch unhaltbare Annährungsversuche an die römische Kirche. So heißt es in bezug auf die Frömmigkeit:

Bei vielen NCG (Neuen Charismatischen Gemeinden) gibt es eine wachsende Haltung der Einheitsbereitschaft (inclusivity) anderen Kirchen gegenüber. Das beinhaltet noch mehr Zusammenarbeit bei sozialen Projekten, aber auch ein aktives Verlangen, auf Spiritualitäten außerhalb der evangelikalen Tradition zurückzugreifen. Es gibt eine wachsende Offenheit gegenüber uralten spirituellen Praktiken, eine Art Rückkehr zu den Quellen, indem man die Vergangenheit nutzt, um dem heutigen Glauben frischen Ausdruck zu verleihen. Retraitezeiten werden von Leuten in NCGs mehr genutzt; diese können von Benediktinerabteien oder franziskanischen Klöstern veranstaltet werden. Kontemplative Herangehensweisen an die Bibel sind zunehmend beliebt geworden, einschließlich der Ignatianischen Exerzitien und der lectio divina. (…) Glaubensbekenntnisse werden nicht selten im Gottesdienst eingesetzt. Die spirituelle Formung der Gläubigen stützt sich zunehmend auf eine weitere Auswahl von Ansätzen jenseits derer, die traditionell mit dem Evangelikalismus in Verbindung gebracht werden; die Vineyard-Bewegung hat ihre eigene Schule der spirituellen Unterweisung begonnen.[15]

Es ist entlarvend, wie diese Extremcharismatiker sich hier der römischen Kirche anbiedern. Sie machen deutlich, daß sie dabei sind, wesentliche Konzepte der mit ihnen verwandten emergenten Bewegung und der „neuen Spiritualität“ zu übernehmen, die sie rasch weiter in die Einheit mit Rom führen werden. Manche Charismatiker wie Kim Collins oder der schwedische WDG-Pastor Ulf Ekman, haben den weiteren Schritt zum Übergang in die römische Kirche auf „Führung des Geistes“ hin schon getan.

Es ist auch interessant, daß diese charismatischen Führer sich nicht als „evangelikal“ bezeichnen wollen und auch das Etikett „pfingstlerisch“ ablehnen und sich stattdessen als Teil einer „neuen Bewegung“ verstehen, die sich durch das „Charismatische“ definiert und den „Fünffältigen Dienst“ – sprich: die Führung durch Apostel und Propheten – als eigentümliches Kennzeichen versteht – was genau der Ideologie der NAR entspricht.[16]

Gerade die Irrlehren der NAR und verwandter Strömungen bereiten eine unbiblische Einheit mit der römischen Hurenkirche vor. Das gilt für den Dominionismus, der eine unbiblische Machtausübung über die Welt anstrebt, ganz verwandt mit den Irrtümern der römischen Kirche. Das gilt auch für die Leiterschaftsstruktur. Die römische Kirche lehrt die Fortsetzung des Apostelamts im Bischofsamt der katholischen Kirche und insbesondere im Papstamt – eine schlimme Verkehrung der Lehre der Bibel. Aber die Irrlehre der NAR über das wiederhergestellte Leitungsamt des Apostels führt ganz nahe an diese römische Verführung heran.

Viele Gemeindeverbände innerhalb der Charismatischen Bewegung haben heute „Bischöfe“ und „Kollegien von Bischöfen“ als oberste Leitung. Damit sind sie der unbiblischen Herrschaftsstruktur der römischen Kirche schon sehr nahe gekommen, welche den „Bischöfen“ als angeblichen Nachfolgern der Apostel eine Schlüsselrolle einräumt. Die unbiblische Macht ihrer „Apostel“ gleicht der der römischen Bischöfe, und es mag durchaus sein, daß eine beträchtliche Zahl jener charismatischen Super-Apostel schon die heimliche Weihe eines katholischen Priesters und Bischofs empfangen hat – es wurde bezeugt, daß dies nichtkatholischen Leitern in verschiedenen Fällen schon angeboten wurde. Nachdem etliche Charismatiker auch schon „Vorsitzende Bischöfe“ und „Erzbischöfe“ als oberste Autorität anerkannt haben, ist der Schritt nicht mehr weit, den Papst als weltweiten „obersten Bischof und Apostel“ anzuerkennen.

Der kritische Charismatiker Steven Lambert sieht diese Annäherung an Rom klar als gegeben an:

Die weltweite universale Hurenkirche wird sich von diesem Weg nicht abkehren, sondern ihn bis zum Ende verfolgen; sie wird sich im Namen des Ökumenismus mit allen „Religionen“ der Welt verbünden (das echte Christentum ist keine Religion und ist der einzige Glauben, der von diesem Bündnis ausgeschlossen sein wird) und wird sich dem römischen Papstsystem unterstellen, indem sie den Papst als den obersten spirituellen Machthaber und eine Transsubstantiation des Christus anerkennen.

Steven Lambert sieht es kommen, „daß riesige Blöcke selbst der pfingstlichen und neopfingstlichen Kirche, geführt von ihren falschen, selbsternannten ‚Bischöfen‘, letztlich von der wahren Gemeinde abweichen werden, die Jesus Christus baut, und sich mit der abgefallenen antichristlichen Weltkirche verbünden, wobei sie Massen ihrer Anhänger mit sich abziehen und so die Voraussage erfüllen, die der Geist in 1. Timotheus 4,1-2 macht.“[17] Damit hat er durchaus recht, nur daß diese ganze Bewegung schon jetzt von der wahren Gemeinde und dem biblischen Glauben weit abgewichen ist.

 

[1] Das erkennt auch der ehemalige Pfingstler und liberal-ökumenische Theologe Walter Hollenweger, der schreibt, daß „die Pfingstbewegung nicht nur auf mündliche, schwarze, sondern ebenso sehr auf katholische Wurzeln zurückgeht. (…) Es war John Wesley, der diese katholischen Elemente an die amerikanische Heiligungs- und Pfingstbewegung vermittelte.“ Hollenweger, Charismatisch-pfingstliches Christentum, S. 165. An anderer Stelle sagt er: „Die Katholiken haben richtig erkannt, daß die Pfingstler – im Gegensatz zu ihrem Selbstverständnis – nicht typisch protestantisch sind.“ (ebd., S. 181).

[2] Dies geschah hauptsächlich durch das Dekret über den Ökumenismus (Unitatis redintegratio), das vom Zweiten Vatikanischen Konzil beschlossen und am 21. November 1964 von Papst Paul VI. verkündet wurde. Vgl. dazu   https://de.wikipedia.org/wiki/Zweites_Vatikanisches_Konzil;  https://de.wikipedia.org/wiki/Unitatis_redintegratio  (abgerufen 10.5.25).

[3] „Nostra aetate (lat. für ‚In unserer Zeit‘) heißt nach ihren Anfangsworten die Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, die das Zweite Vatikanische Konzil am 26. Oktober 1965 verabschiedete und die Papst Paul VI. am 28. Oktober 1965 promulgierte. Sie erkennt Wahres und Heiliges in den anderen Religionen an und bestätigt die bleibende Erwählung des Judentums, in dem das Christentum wurzelt. Die Erklärung bedeutete, daß der bislang exklusiv verstandene Wahrheitsanspruch der römisch-katholischen Kirche Extra ecclesiam nulla salus („außerhalb der Kirche kein Heil“) relativiert wurde: Auch in Religionen außerhalb der Kirche gebe es Wahrheiten.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Nostra_aetate   (abgerufen 10.5.25).

[4] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Dikasterium_zur_F%C3%B6rderung_der_Einheit_der_Christen    (abgerufen 10.5.25).

[5] Vgl. dazu u.a. Michael Platow, „Katholizismus und charismatisch-pfingstlerische Bewegung“, in A. F. Gemeinhardt (Hg.), Die Pfingstbewegung als ökumenische Herausforderung, S. 45-57; P. Hocken, The Catholic Charismatic Renewal“, in V. Synan (Hg.), The Century of the Holy Spirit, S. 209-232.

[6] Sandler, aaO, S. 113-114.

[7] Sandler, aaO, S. 191-192.

[8] Sandler, aaO, S. 192.

[9] Umgekehrt bekräftigte der ökumenische Weltrat der Kirchen auf seiner Versammlung in Nairobi 1975, daß die charismatische Erneuerung „ein bedeutender Vorstoß des Ökumenismus in unserer Zeit“ ist. W. Vondey (Hg.), Pentecostalism and Christian Unity, S. 21.

[10] Einen aufschlußreichen Einblick in die katholische Sicht der Pfingstbewegung gibt der Sammelband T. Keßler / A.-P. Rethmann (Hg.), Pentekostalismus. Die Pfingstbewegung als Anfrage an Theologie und Kirche.

[11] Vgl. dazu  https://das-wort-der-wahrheit.de/2024/07/unum24-rueckblick-auf-ein-oekumenisch-charismatisches-verfuehrungsspektakel/   (abgerufen 10.5.25).

[12] Dieser Dialog ist ziemlich umfassend dokumentiert in dem Buch W. Vondey (Hg.), Pentecostalism and Christian Unity. Ecumenical Documemts and Critical Assessments. In Klammern im Text erscheinende Seitenverweise in den folgenden Abschnitten beziehen sich auf dieses Buch. Zu du Plessis vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/David_du_Plessis   (abgerufen 14.5.25) sowie dessen Buch The Spirit Bade Me Go. The Astounding Move of God in the Denominational Churches. Einen Überblick vermittelt W. Hollenweger, „Pfingstler und Katholiken“, in ders., Charismatisch-pfingstliches Christentum, S. 176-206.

[13] Das waren u.a. die bedeutende Church of God (Cleveland), die Church of God of Prophecy, die Independent Assemblies of God International, die International Church of the Foursquare Gospel und die International Communion of Charismatic Churches. Ebd., S. 134.

[14] The Characteristics of the New Charismatik Churches, S. 2.

[15] Ebd., S. 24-25. Retraites (= „Rückzug in die Stille“), die Exerzitien des Jesuiten Ignatius von Loyola und die lectio divina sind traditionelle katholische Spiritualitätsübungen im Sinne der römischen Mystik. Vgl. dazu meine Schrift Meditation und Mystik für Christen?

[16] Nur am Rande verweise ich auf die bemerkenswerte Begebenheit, als Papst Franziskus 2014 über einen Gesandten eine Videobotschaft an versammelte Vertreter der Wort des Glaubens-Bewegung (Kenneth Copeland Minstries minister’s conference) richtet und Copeland begeistert den Papst segnet (auch mit Zungenreden) und das Anliegen der falschen „Einheit“ enthusiastisch unterstützt. Vgl. das YouTube-Video https://www.youtube.com/watch?v=uA4EPOfic5A  (abger. 14.5.25).

[17] S. Lambert, Charismatic Captivation, S. 56. Eine Bekannte Lamberts erzählte, eine Freundin hätte „eine große Abordnung von charismatischen ‚Bischöfen‘ auf einer ‚missionarischen‘ Reise begleitet, deren Hauptzweck eine vorher arrangierte offizielle Audienz beim Papst im Vatikan war, während der jeder Bischof sich hinkniete und den Ring des Papstes küßte, worauf er seinerseits jeden segnete.“

 

 

Dieser Beitrag ist ein bearbeiteter Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser: Falsche Propheten der Endzeit. Pfingstbewegung und Charismatische Bewegung im Licht der Bibel (Band 2, S. 328-335)

 

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