Das Wort „Corona“ ist seit einigen Wochen in aller Mund; es beherrscht plötzlich die Schlagzeilen, beeinflußt zunehmend unsere Gedanken und inzwischen auch unser Alltagsleben: Vorratskäufe, Schulschließungen, Stillegung des öffentlichen Lebens, Verbot aller Gottesdienste. Das wohlklingende lateinische Wort bedeutet eigentlich „Kranz, Krone“. Die schlimmen Viren, die zur Zeit um die ganze Welt reisen und uns in Atem halten, haben diese Bezeichnung wohl wegen der strahlen- oder kronenförmigen Stielfortsätze auf ihrer Hülle erhalten. Ähnliche Corona-Viren haben 2002/03 die SARS-Seuche ausgelöst und 2012 die MERS-Epidemie.

Fachleute erklären uns, daß das jetzige Seuchenvirus SARS-CoV2 eng verwandt ist mit Virusarten, die Fledermäuse befallen – Fledermäuse werden in China als Lebendtiere auf Märkten angeboten; diese nach der Bibel unreinen Tiere sind der Gegenstand zahlreicher abergläubischer Vorstellungen, sie werden u.a. als Glücksbringer verehrt und zu Heilzwecken genutzt. Man vermutet den Ursprung der Epidemie auf einem Lebendtiermarkt der chinesischen Großstadt Wuhan; manche meinen allerdings, das Virus entstamme einem Labor für biologische Kampfstoffe. In jedem Fall ist dieses Virus der Auslöser einer rasch um sich greifenden Seuche geworden, die schon jetzt weltweite Auswirkungen hat.

Was bedeutet die Corona-Krise für uns gläubige Christen? In diesem Artikel möchte ich versuchen, einige biblische Gedanken zu diesem einschneidenden Ereignis niederzuschreiben, in der Hoffnung, daß dies eine Hilfe für beunruhigte und fragende Kinder Gottes sein kann.

 

 

 

1. Weltweite Seuchen in der Endzeit

 

 

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören;
habt acht, erschreckt nicht; denn dies alles muß geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.
Denn ein Heidenvolk wird sich gegen das andere erheben
und ein Königreich gegen das andere;
und es werden hier und dort Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben geschehen.
Dies alles ist der Anfang der Wehen.
(Mt 24,6-8)

 

Unser Herr Jesus Christus lehrt in Matthäus 24 Seine Jünger, was die Zeichen Seiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sind (Mt 24,3). Er zeigt ihnen in einem prophetischen Überblick in den Versen 4 bis 14 zunächst, was die Kennzeichen der vor-antichristlichen Zeiten sind, um dann in den Versen 14 bis 31 die Zeit der großen Drangsal für Jakob zu schildern.

Der erste Abschnitt umfaßt all die Jahrhunderte seit der Apostelzeit und nennt Kennzeichen, die über diese ganze Zeit verteilt auftraten, die sich aber heute, gegen Ende dieser letzten Tage, immer mehr zuspitzen. Unser Herr gebraucht dafür das sehr sprechende Bild von den Wehen einer Frau, die anfangs eher schwach und in größeren Abständen auftreten, um dann immer stärker zu werden und immer schneller nacheinander aufzutreten – bis hin zu dem brachialen Höhepunkt der Preßwehen, die zur eigentlichen Geburt führen. So können wir feststellen, daß alle die hier genannten Kennzeichen immer wieder in den vergangenen Zeiten auftraten, daß sie sich aber seit dem 20. Jahrhundert deutlich häufen und zunehmend schwere Folgen haben.

Zu den Gerichten Gottes, die sich gegen Ende der Endzeit häufen, gehören neben Kriegen auch Hungersnöte, Erdbeben und eben Seuchen, verderbliche Krankheiten, die sich schnell und weit ausbreiten. Ja, alle diese Dinge sind, im Licht der Bibel gesehen, göttliche Gerichte; der heilige, allmächtige Gott sendet sie als warnende Botschaften über die immer gesetzloser werdende Welt, um die Völker noch zur Umkehr zu mahnen.

Ich bin der HERR und sonst ist keiner; denn außer mir gibt es keinen Gott. Ich habe dich gegürtet, ohne daß du mich kanntest, damit vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang erkannt werde, daß gar keiner ist außer mir. Ich bin der HERR, und sonst ist keiner, der ich das Licht mache und die Finsternis schaffe; der ich Frieden gebe und Unheil schaffe. Ich, der HERR, vollbringe dies alles. (Jes 45,5-7)

Was die Seuchen angeht, so wurde Europa lange Zeit immer wieder von der Pest heimgesucht, die übrigens auch von unreinen Tieren her übertragen wurde. Die Entwicklungen der modernen Medizin haben inzwischen viele bakterielle Krankheiten stark eingedämmt, wofür wir dankbar sein können. Doch gegen Seuchen, die durch Viren verursacht werden, hat die moderne Medizin zumeist keine wirksame Therapie, man kann nur versuchen, ihre Ausbreitung durch Impfungen zu bekämpfen.

Heute wird wieder an die schlimmste Seuche in unserer Zeit erinnert, an die verheerende Spanische Grippe, die 1918-1920 weltweit zwischen 25 und 50 Millionen Menschenleben forderte. Ansonsten blieben wir in Europa lange Zeit weitgehend von schweren Seuchen verschont; solche Katastrophen ereigneten sich überwiegend in Afrika oder Asien. Doch nun trifft es auch uns, und wir sollten uns fragen, was uns das zu sagen hat.

Ganz gewiß ist die Ausbreitung der Corona-Epidemie ein warnender Ruf Gottes auch an die Menschen in Europa, die überwiegend von der Botschaft der Bibel einiges wissen, sich aber immer mehr von Gott und Christus abwenden und gegen die Ordnungen Gottes rebellieren. Wir hatten nach dem Ende des schrecklichen Zweiten Weltkriegs viele Jahrzehnte erstaunlichen Frieden und Wohlfahrt; Gott hat uns im Vergleich zu vielen anderen Regionen der Welt sehr gesegnet und vor vielem bewahrt.

Zum Dank dafür haben die meisten Länder Europas in den letzten Jahren immer mehr widergöttliche Gesetze erlassen und Gottes Schöpfungs- und Eheordnung offen angegriffen. Die falsche heidnische Religion des Humanismus regiert in Europa; Gott wird verdrängt, und der Mensch wird zum Maß aller Dinge erhoben. So hat der ewige, allmächtige Gott, der Himmel und Erde regiert, Seine Hand von unserem Kontinent zurückgezogen, und wir haben vermehrt Anteil an Gerichten und krisenhaften Entwicklungen, die in anderen Kontinenten viel häufiger auftreten.

Für uns Kinder Gottes ist das ein Ansporn, jetzt mit erhöhter Dringlichkeit die Menschen um uns herum zur Umkehr zu mahnen, ihnen die Rettungsbotschaft von dem ewigen Heil in dem Herrn Jesus Christus zu verkündigen. Noch ist Zeit zur Umkehr – aber die jetzigen Katastrophen sind nur ein schwaches Vorspiel im Vergleich zu den schlimmen Gerichten, die über diese Welt kommen, wenn Gott Seinen großen Gerichtstag anbrechen läßt.

Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, daß ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag! Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, daß jemand verlorengehe, sondern daß jedermann Raum zur Buße habe. Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. (2Pt 3,7-10)

 

 

 

2. Die Botschaft der Seuche an den modernen Menschen

 

 

Sobald deine Gerichte die Erde treffen,
lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.
(Jes 26,9)

 

Was solche Seuchen so schlimm für die Menschen macht, ist die Tatsache, daß sie unsichtbar zuschlagen und es sehr schwierig ist, sich wirksam gegen sie zu schützen. Sie treffen meist Reich und Arm, Jung und Alt ohne Unterschied; sie schlagen plötzlich, ohne Vorwarnung zu, und ohne wirksames Medikament ist der Mensch der Krankheit ziemlich ausgeliefert, weiß nicht, ob er davonkommt oder an ihr sterben muß. Die Bibel drückt das im Psalm 91 sehr treffend aus, wenn sie von der „verderblichen Pest“ spricht und das Heimtückische und Unbeherrschbare dieser Bedrohung beschreibt: „Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt (Ps 91,5-6).

Solche heimtückischen Krankheiten machen die zerstörerische Macht des Bösen offenbar; oft ruinieren sie in kürzester Zeit die körperliche Gesundheit und führen zu einem schlimmen Tod. Rasch breiten sie sich aus und strecken manchmal große Scharen von Menschen nieder. Der Mensch wird dadurch an seine Vergänglichkeit erinnert, und daran, daß er dem Gericht Gottes nicht entfliehen kann, wenn Gott es über ihn verhängt. Das drückt Mose so ergreifend im 90. Psalm aus:

Ehe die Berge wurden und du die Erde und den Erdkreis hervorbrachtest, ja, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du Gott! Du läßt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der gestrige Tag, der vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du läßt sie dahinfahren wie eine Wasserflut, sie sind wie ein Schlaf, wie das Gras, das am Morgen aufsprießt; am Morgen blüht es und sprießt, am Abend welkt es und verdorrt.

Denn wir werden aufgerieben durch deinen Zorn und schnell hinweggerafft durch deinen Grimm. Du hast unsere Missetaten vor dich hingestellt, unser geheimstes Tun in das Licht deines Angesichts. Denn alle unsere Tage schwinden dahin durch deinen Zorn; wir verbringen unsere Jahre wie ein Geschwätz.

Unser Leben währt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre; und worauf man stolz ist, das war Mühsal und Nichtigkeit, denn schnell enteilt es, und wir fliegen dahin. Wer erkennt aber die Stärke deines Zorns, deinen Grimm, so wie es der Furcht vor dir entspricht? Lehre uns unsere Tage richtig zählen, damit wir ein weises Herz erlangen! (Ps 90,2-12)

Die heutigen Menschen haben das alles mehr oder weniger erfolgreich verdrängt – wenn nicht der Tod durch schwere Krankheiten wie Krebs oder durch andere Nöte plötzlich in ihr Leben tritt, denken sie nicht daran und fühlen sich sehr selbstsicher, vertrauen auf die moderne Medizin, halten jeden Gedanken an ihre Vergänglichkeit weit fern. Was für ein Selbstbetrug!

Ihr Trachten ist, daß ihre Häuser ewig bestehen sollen, ihre Wohnungen auf alle Geschlechter hin; sie nennen Ländereien nach ihrem Namen. Aber der Mensch in seiner Pracht bleibt nicht; er gleicht dem Vieh, das umgebracht wird. Dieser ihr Weg ist ihre Torheit, und doch haben ihre Nachkommen Wohlgefallen an ihren Worten. (Sela.)

Herdenweise sinken sie ins Totenreich hinab; der Tod weidet sie, und die Redlichen werden am Morgen über sie herrschen. Das Totenreich verzehrt ihre Gestalt fern von ihrer Wohnung. Aber Gott wird meine Seele aus der Gewalt des Totenreichs erlösen; denn er wird mich aufnehmen! (Ps 49,12-16)

Der Mensch hat mit Recht Angst vor solchen Seuchen – aber viel schlimmer ist die tödliche Krankheit der Sünde, der zerstörerischen Begierde und der Auflehnung des Menschen gegen seinen Schöpfergott. Diese schreckliche Gefahr verdrängen leider so viele Menschen, obwohl sie noch vage wissen, daß die Bibel ernstlich vor der tödlichen Gefahr unserer Sündenkrankheit warnt. Wenn schwere Krankheiten sie treffen, dann klagen sie auch noch Gott an: „Wie kann Gott das zulassen?“, anstatt zu erkennen, daß sie durch ihre Auflehnung gegen Gott und ihre Übertretungen unter dem gerechten Gericht Gottes stehen.

Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung, zu verüben, was sich nicht geziemt, als solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke, solche, die Gerüchte verbreiten, Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam; unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig.

Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, daß die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben, tun sie diese Dinge nicht nur selbst, sondern haben auch Gefallen an denen, die sie verüben. (…) Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes der Wahrheit entsprechend über die ergeht, welche so etwas verüben. (Röm 1,28-32 u. 2,2)

Jeder Mensch – gerade auch jeder äußerliche Christ, der keine echte Glaubensbeziehung zu Jesus Christus und keinen Frieden mit Gott hat -, sollte in dieser Stunde aufwachen und Ernst machen mit der Bekehrung zu Gott und mit der Auslieferung seines ganzen Lebens an den Herrn Jesus Christus! Im gläubigen Vertrauen auf den Sohn Gottes, der sich zu unserer Rettung ans Kreuz schlagen ließ und unsere Strafe trug, damit wir Vergebung finden könnten, liegt die einzige Rettung aus den kommenden Gerichten! „Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden!“ (Apg 16,31).

Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. (Jes 53,4-5)

 

 

 

3. In Christus haben wir Schutz und Geborgenheit angesichts von Gefahr und Krankheit

 

 

Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns,
wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern ihn für uns alle dahingegeben hat,
wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? (…)
Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?
Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger
oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? (…)
Aber in dem allem überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben,
weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten,
weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch irgendein anderes Geschöpf
uns zu scheiden vermag von der Liebe Gottes,
die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
(Röm 8,31-39)

 

Für alle Kinder Gottes, für alle die, welche ihr Leben dem treuen, gnädigen Sohn Gottes, Jesus Christus, anvertraut haben, gilt der wunderbare Trost, daß wir mitten in allen endzeitlichen Krisen und Verwerfungen in unserem Herrn geborgen sein dürfen und auf den Schutz des allmächtigen Gottes, unseres himmlischen Vaters, fest vertrauen dürfen.

Mitten in allen Krisen und Erschütterungen, die in der Endzeit auf uns Gläubige zukommen, dürfen wir uns an unseren Gott und Seine Verheißungen halten. Er wird Seine Gemeinde, Seine Kinder, die auf Ihn vertrauen, nicht im Stich lassen. Das bringt der Psalm 46 so schön zum Ausdruck, der prophetisch auf die Umwälzungen der großen Drangsal für Israel hinweist, den wir aber auch auf unsere Situation als endzeitliche Gemeinde beziehen dürfen:

Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer, bewährt in Nöten. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde umgekehrt wird und die Berge mitten ins Meer sinken, wenn auch seine Wasser wüten und schäumen und die Berge zittern vor seinem Ungestüm. (Sela.) Ein Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, das Heiligtum der Wohnungen des Höchsten. Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; Gott wird ihr helfen, wenn der Morgen anbricht.  Die Völker toben, die Königreiche wanken; wenn Er seine Stimme erschallen läßt, dann zerschmilzt die Erde. Der HERR der Heerscharen ist mit uns; der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg! (Sela.) (Ps 46,2-8)

Wir, die Gemeinde Gottes, sind heute der Tempel Gottes, die Wohnung Gottes im Geist (vgl. 2Kor 6,16; Eph 2,21-22). Gott ist auch in unserer Mitte, und deshalb werden wir nicht wanken, auch wenn es durch manche Prüfungen und Leiden geht.

Und jeder Gläubige ganz persönlich darf den tröstlichen Zuspruch für sich annehmen, den uns der bekannte Psalm 91 gibt.

Wer unter dem Schirm (w. im Verborgenen) des Höchsten sitzt, der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen. Ich sage zu dem HERRN: Meine Zuflucht und meine Burg, mein Gott, auf den ich traue! Ja, er wird dich retten vor der Schlinge des Vogelstellers und vor der verderblichen Pest; er wird dich mit seinen Fittichen decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der bei Tag fliegt, vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen … (Ps 91,1-7)

Der Herr vermag uns zu bewahren, daß die schlimmen Seuchen, die in der letzten Zeit als Gericht über diese Erde kommen, uns nicht hinwegraffen dürfen. Auf solche allgemeinen Seuchen wie Corona bezogen dürfen wir dem Herrn vertrauen, daß wir, wenn wir angesteckt werden, einen leichteren und keinen ganz schweren Verlauf haben dürfen. Gott macht einen Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen (vgl. Mal 3,17-18). Davon dürfen wir vertrauensvoll ausgehen, auch wenn Gott manchmal auch Seinen Kindern Prüfungen und schwere Führungen sendet (vgl. Epaphroditus, Phil 2,25-27).

In jedem Fall dürfen wir darauf vertrauen, daß das zerstörerische und quälende Leid, das der Satan oftmals in das Leben von gottfernen Menschen sendet, weil er Lust daran hat, Menschen zu quälen, uns nicht treffen darf. Wenn unser Gott uns Schweres zu tragen gibt, dann gibt Er auch Gnade, Trost und Linderung, damit wir das Schwere erdulden können.

Denn du [sprichst]: Der HERR ist meine Zuversicht! Den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht; kein Unglück wird dir zustoßen und keine Plage zu deinem Zelt sich nahen. Denn er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt. Auf den Löwen und die Otter wirst du den Fuß setzen, wirst den Junglöwen und den Drachen zertreten. »Weil er sich an mich klammert, darum will ich ihn erretten; ich will ihn beschützen, weil er meinen Namen kennt. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören; ich bin bei ihm in der Not, ich will ihn befreien und zu Ehren bringen (od. verherrlichen). Ich will ihn sättigen mit langem Leben und ihn schauen lassen mein Heil!« (Ps 91,9-16)

Unser Gott hat uns auf ewig erlöst durch das vollkommene Sühnopfer Jesu Christi. Er trägt uns durch alle Leiden dieser Zeit hindurch und bereitet uns für die kommende Herrlichkeit, wo es keinerlei Sünde und Tod, kein Leid und keine Krankheit, keinen Schmerz und keine Traurigkeit mehr geben wird. Diese Hoffnung dürfen wir festhalten; sie darf uns trösten in allen Bedrängnissen, die wir hier erleiden.

 

 

 

4. Lektionen aus der Corona-Krise für die endzeitliche Gemeinde

 

 

Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden;
und die Gottlosen werden gottlos bleiben,
und kein Gottloser wird es verstehen;
aber die Verständigen werden es verstehen.
(Dan 12,10)

 

Wir wollen abschließend noch einige Punkte ansprechen, die wir als bewußte Kinder Gottes in der Endzeit aus der Corona-Krise lernen sollten. Es ist noch nicht ganz absehbar, aber die weltweite Ausbreitung des Virus und die Rolle der globalen Austausches an Waren und Menschen wird vermutlich die Bestrebungen nach einer Weltregierung mit starken politischen Vollmachten fördern. Die Befürworter der globalen Wirtschafts- und Politikeinheit („Globalisierer“) nutzen praktisch jede weltweite Krise, ob Finanzkrise, Weltarmut, kriegerische Konflikte oder auch die Klimaentwicklung, um auf die Schaffung einer Weltregierung zu drängen.

Das sehen wir Christen im Licht des prophetischen Wortes als Vorstufe zur Herrschaft des Antichristen, und hier sollten wir beten, daß diese Bestrebungen noch aufgehalten werden und sich nicht verwirklichen lassen. Dasselbe gilt für regionale Staatenzusammenschlüsse wie die EU, die immer mehr zu autoritär regierten Staatenblocks umgebaut werden sollen, welche wahrscheinlich eine Vorstufe der widergöttlichen Weltregierung darstellen und die Grundfreiheiten ihrer Bürger immer weiter einschränken.

Die in der jetzigen Krise erstmals in Friedenszeiten von oben verfügte massive Einschränkung bzw. Aufhebung wichtiger Grundrechte wie der Versammlungsfreiheit und der Religionsfreiheit (Verbot aller gottesdienstlichen Versammlungen!) müssen wir ebenfalls sehr wachsam beobachten. Einerseits scheint das für eine wirklich begrenzte Zeit von einigen Wochen hinnehmbar und vermutlich wirklich hilfreich zu sein, um die Geschwindigkeit der Ausbreitung des Virus zu reduzieren und damit Menschenleben zu retten und das Gemeinwesen von einer Überlastung zu bewahren.

Andererseits müssen wir wachsam sein, wenn eine zunehmend antichristlich-säkular gesinnte Obrigkeit hier tiefe Eingriffe in das Leben christlicher Gemeinden verfügt. Biblisch gesehen ist die Versammlung der Gläubigen zum Zweck der Anbetung Gottes, der Fürbitte und der Erbauung aus Gottes Wort etwas, das von dem allmächtigen Gott selbst verordnet und geboten ist (vgl. u.a. Hebr 10,24-25; 1Pt 2,5; Hebr 13,15; 1Thess 5,11; 1Kor 11,23-24;  2Tim 4,1-2 usw.). Sollte die Obrigkeit aber diese Verbote willkürlich ausdehnen, würde u.U. eine Situation eintreten, wo die Gläubigen Gott mehr gehorchen müßten als den Menschen (vgl. Apg 4,19-20; 5,29).

Auch in der Zeit des Verbots allgemeiner Gottesdienste und Versammlungen sollten Kinder Gottes bestrebt sein, in kleinen häuslichen Zusammenkünften den Herrn anzubeten und sich gegenseitig zu erbauen. Die teilweise sich ergebende zwangsweise arbeitsfreie Zeit sollten wir geistlich gewinnbringend nutzen, z.B. durch vermehrte Gebetszeiten, gegenseitige Ermunterung im kleinen Kreis und nicht zuletzt auch durch vertieftes Bibelstudium und das Lesen guter biblischer Literatur.

In gewisser Weise ist das Zusammenkommen in kleineren häuslichen Versammlungen vielleicht eine gute Übung, denn es mag sein, daß Zeiten kommen, wo durch eine Christenverfolgung auch bei uns im Westen ohnehin größere, öffentliche Gemeindezusammenkünfte nicht mehr möglich sind. Es ist gut, wenn wir darauf achten, daß es in biblischen Gemeinden genügend Brüder gibt, die das Wort verkünden und in kleinen Hauskreisen oder notfalls Hausgemeinden Hirtenverantwortung übernehmen können.

Deshalb können von geistlich gesinnten Gläubigen getragene Hauskreise m.E. eine gute und wichtige Ergänzung des biblischen Gemeindelebens sein (und waren dies ganz sicher auch in der Urgemeinde, vgl. Apg 2,46; 5,42). Natürlich wäre darauf zu achten, daß dadurch nicht andere Gemeindeversammlungen wie die Bibelstunde vernachlässigt werden und auch keine Grüppchen und Parteiungen in den Gemeinden entstehen. Ohne Zweifel ist jedenfalls die gegenseitige Erbauung und Fürbitte in diesen kleinen Hauskreisen besonders gut möglich; man lernt sich besser kennen und kann sich mehr helfen und fördern, und mehr Brüder und Schwestern werden zum opferbereiten geistlichen Dienst und zur Mitarbeit ermutigt.

Insgesamt dürfen wir erkennen, daß die zunehmenden Krisen und Bedrängnisse für uns Christen in Europa auch eine Führung Gottes sind, damit unser Glaube geläutert und gestärkt wird und wir wieder neu lernen, daß Leiden und Bedrängnisse zur Existenz der wahren Gemeinde Jesu Christi dazugehören. Wir sind leider angesichts unseres Wohlstandes und der Ruhe, in der wir leben durften, im allgemeinen ziemlich bequem, selbstzufrieden und leidensscheu geworden. Wir können uns nun neu unserer Abhängigkeit von Gott bewußt werden und lernen, Ihn ernstlich im Gebet zu suchen – das ist sicherlich eine positive Auswirkung solcher Krisen. Möge der Herr es uns schenken!

Nicht zuletzt zeigt uns die Corona-Krise deutlich, wie wichtig unser Gebet für alle Menschen, für unser Volk und Land, in dem wir leben, und besonders für die Regierungen weltweit und bei uns und die ganze Obrigkeit (Bund, Länder, Städte, einschließlich Unternehmensführer und andere Verantwortliche im gesellschaftlichen Leben) ist. Erfahrungsgemäß wird das von vielen Christen vernachlässigt, obwohl doch Gottes Wort diesem Gebet hohe Priorität zuweist:

So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle, die in hoher Stellung sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit; denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, daß alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1Tim 2,1-4)

Gerade in der Endzeit ist es besonders wichtig, daß wir treu und anhaltend für diese Anliegen beten, auch, damit wir in Europa künftig als Christen „ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Gottesfurcht und Ehrbarkeit“. Dieses Gebet wird in den kommenden, turbulenteren Zeiten immer mehr Bedeutung gewinnen. Durch unsere ernstlichen, anhaltenden Gebete (auch mit Fasten verbunden) können wir mehr bewirken als durch politische Aktionen. Zu den Anliegen, die m.E. heute besonders wichtig für unsere Fürbitte sind, zählen u.a. folgende Punkte:

* Für alle Menschen in Autorität um Weisheit und Gottesfurcht, Orientierung an Gottes Geboten und Ordnungen bei allen Gesetzen und politischen Entscheidungen;

* Daß die antichristlichen, gesetzlosen Tendenzen in der Politik noch aufgehalten und zurückgedämmt werden (vgl. 2Thess 2,6-7);

* Für Frieden und gute Ordnung unter den Völkern; für weise und besonnene Entscheidungen bei den Großen der Welt wie Trump, Putin, Xi und anderen;

* Für Weisheit und gute Entscheidungen der Politiker aller Ebenen bei der Eindämmung der Corona-Krise; für einen gnädigen, gemäßigten Verlauf der Epidemie, für eine baldige Wiederherstellung der Versammlungsrechte für christliche Gemeinden;

* Daß die Obrigkeit uns bibeltreuen Christen noch Freiräume gewährt für die biblische Erziehung und Ausbildung unserer Kinder (einschließlich Recht auf Heimschule und kleine selbstorganisierte Schulen auf Familien- oder Gemeindebasis);

* Daß Gott in Seiner Gnade noch viele fernstehende Menschen durch diese Krise und andere Nöte noch aufwachen läßt und zur Annahme des Evangeliums führt, und daß Er uns Kraft und Mut gibt, unseren Herrn weithin unter den Menschen zu bezeugen.

Wir leben in herausfordernden Zeiten, aber diese Zeiten sind auch eine Chance für uns, dem Herrn zu dienen und Menschen für Ihn zu gewinnen!

Wenn aber dies anfängt zu geschehen, so richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil eure Erlösung naht. (Lk 21,28)

 

 

Veröffentlicht auf das-wort-der-wahrheit.de  19. 3. 2020   © Rudolf Ebertshäuser

 

 

 

 

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