Da besprachen sich die miteinander,
welche den HERRN fürchteten,
und der HERR achtete darauf und hörte es,
und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die,
welche den HERRN fürchten und seinen Namen hochachten.
Und sie werden von mir, spricht der HERR der Heerscharen,
als mein auserwähltes Eigentum behandelt werden
an dem Tag, den ich bereite;
und ich will sie verschonen,
wie ein Mann seinen Sohn verschont, der ihm dient.
Dann werdet ihr wieder sehen,
was für ein Unterschied besteht
zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen,
zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

(Mal 3,16-18)

 

Mitten in diese letzte Zeit zunehmender Verführung und Verderbnis sind die wahren, gottesfürchtigen Gläubigen gestellt, von Gott berufen, ein treues Zeugnis für Ihn abzulegen. Wir sind nicht zufällig, sondern nach Gottes Plan und Vorherbestimmung in solchen schweren Zeiten berufen worden. Gott weiß um die enormen Herausforderungen, vor die wir gestellt sind. Er will uns beistehen und durchhelfen. Aber wir sollten auch verstehen, welchen Weg uns das Wort Gottes in dieser letzten Zeit weist, und wir sollten diesen Weg in aller Klarheit und Treue gehen.

Wir sollen nicht mitschwimmen in dem breiten, verführerischen Strom; wir sind berufen, mit aller Kraft gegen den Strom zu schwimmen. Wir sollen die Gottlosigkeit und Lauheit der christlichen Verführungsströmungen meiden und mit aller Kraft bestrebt sein, ein Leben in der Gottesfurcht zu führen, in praktischer Gerechtigkeit, in mutigem Glauben, der sich an den Unsichtbaren hält, als sähe er Ihn, in geduldiger Liebe, in Liebe zum Herrn und in Liebe zu den Heiligen, aber auch in Liebe zu den Verlorenen; in Sanftmut, ohne hart oder bitter zu werden.

 

 

1. Gott beruft einen treuen Überrest
inmitten der allgemeinen Abkehr von Ihm

 

Immer wieder in der Heilsgeschichte hat Gott Einzelne, eine kleine Schar von Getreuen, einen treuen Überrest berufen, wenn die große Masse der Menschen von Ihm abgewichen war. Als die Menschheit vor der Flut in Okkultismus und Perversion versank, berief Gott Noah und seine Söhne. Als die gottesfürchtige Linie Sems in Ur in den Götzendienst verstrickt war, berief Gott den Abram. Als die Israeliten zur Richterzeit vom Herrn gewichen waren, berief Gott die Richter und bewahrte eine kleine Schar von Getreuen, die wir u.a. im Buch Ruth kennenlernen.

Als später die zehn Nordstämme dem Götzendienst verfallen waren, erweckte Gott den Propheten Elia und offenbarte Ihm: „Ich aber habe in Israel siebentausend übrigbleiben lassen, nämlich alle, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor Baal und deren Mund ihn nicht geküßt hat!“ (1Kön 19,18). Als die meisten Juden in Babylon reich und lau geworden waren, berief Gott Daniel, Serubbabel, Esra, Nehemia und den Überrest derer, die den Tempel und Jerusalem wieder aufbauten.

Auch in der Zukunft, wenn die große Masse dem Antichristen nachläuft, wird es in Israel einen treuen Überrest geben, von dem der Prophet Zephanja schreibt:

Und ich will in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übriglassen; das wird auf den Namen des HERRN vertrauen. Der Überrest von Israel wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden; man wird auch in ihrem Mund keine trügerische Zunge finden; ja, sie werden weiden und ruhen, ohne daß sie jemand aufschreckt. (Zeph 3,12-13)

 

 

Der treue Überrest in der Christenheit

 

Einen solchen Überrest beruft der Herr auch in Seiner Gemeinde. Diesen Überrest finden wir schon ganz am Anfang der Entartung, die nach der Apostelzeit begann – treue Gläubige, die sich ab dem 2. Jahrhundert außerhalb der entstehenden römischen Kirche versammelten und in aller Schwachheit an den Lehren des Neuen Testaments festhielten, als die große Masse der Namenschristen von den Irrlehren des römischen Klerus verführt wurde. Wir finden ihn bei den Waldensern, Hussiten und Lollarden. Und wir finden ihn in der Reformationszeit in den biblisch gesunden Täufergemeinden und später dann in ihren geistlichen Nachkommen, den bibeltreuen Baptisten und Mennoniten und vielen anderen.

Wie auch im Alten Bund wird dieser Überrest von der Furcht des Herrn gekennzeichnet. Die treuen Gläubigen fürchten Gott und halten deshalb an Seinen Lehren und Geboten fest, auch wenn die Masse längst von diesen abgewichen ist. Sie halten fest an der Heiligung und Absonderung von der Welt, auch wenn so viele, die sich Christen nennen, sich längst an die Welt angepaßt haben. Deshalb spielt der Gedanke der Gottesfurcht gerade in solchen Briefen des NT eine große Rolle, die sich prophetisch mit den treuen Gläubigen in der letzten Zeit beschäftigen und ihnen Wegweisung geben (1. und 2. Timotheusbrief, Titusbrief, 2. Petrusbrief).

Der ehrfürchtige Gehorsam gegenüber den inspirierten Weisungen und Lehren der Bibel ist in der letzten Zeit besonders wichtig, in einer Zeit des Abfalls, wo die Namenschristen die heiligen Gebote und Lehren der Bibel immer offener verdrehen oder sogar verwerfen. Der gottesfürchtige Überrest ist dadurch gekennzeichnet, daß er das Wort des Herrn bewahrt, darüber wacht, es verteidigt und gehorsam umsetzt, auch wenn ihm das Leiden und Verfolgung einbringt.

Dieser treue Überrest der Gemeinde Jesu Christi wird prophetisch gekennzeichnet im Sendschreiben des erhöhten Herrn an die Gemeinde von Philadelphia:

Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. (…) Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen. Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit [dir] niemand deine Krone nehme! (Offb 3,8-11)

 Auch an vielen anderen Stellen des Neuen Testaments wird die Bedeutung des Festhaltens am inspirierten Wort Gottes für die endzeitliche Gemeinde betont.

Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt! (2Tim 1,13-14)

Daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. (2Tim 4,1-4)

Das ist ein wesentlicher Prüfstein für unsere Gottesfurcht – wenn wir den lebendigen Gott fürchten, werden wir uns auch Seinem heiligen Wort ehrfürchtig unterwerfen, anstatt es zu kritisieren, umzudeuten oder offen davon abzuweichen. „Hört das Wort des HERRN, ihr, die ihr erzittert vor seinem Wort“ (Jes 66,5). „Mein Fleisch schaudert aus Furcht vor dir, und ich habe Ehrfurcht vor deinen Bestimmungen!“ (Ps 119,120).

Vielfach ist uns heute – auch durch den schleichenden Einfluß der Bibelkritik in gläubigen Kreisen – diese Ehrfurcht vor dem heiligen, lebendigen und kräftigen Wort Gottes abhanden gekommen, oder sie ist zumindest bedenklich geschwächt. Wenn wir das feststellen, sollten wir uns vor Gott demütigen und Ihn um Erneuerung unserer Gottesfurcht und unserer Ehrfurcht vor Seinem Wort bitten!

 

Absonderung vom Bösen als Lebensgesetz des Überrests

 

Eine Schlüsselrolle im Leben des treuen Überrestes der Gläubigen, der sich in einer Umgebung der Gottlosigkeit, des Abfalls von Christus und der Gesetzlosigkeit behaupten muß, spielt die Trennung vom Bösen. Im 1. Timotheusbrief haben wir vorher gelesen: „Du aber, o Mensch Gottes, fliehe diese Dinge, jage aber nach Gerechtigkeit, Gottesfurcht, Glauben, Liebe, Geduld, Sanftmut!“ Fliehen bedeutet, sich abzusondern, nichts zu tun zu haben mit dem Sauerteig des Bösen, der sich in der Christenheit ausbreitet. Fliehen bedeutet, sich zu reinigen von den Gefäßen zur Unehre, die auch in dem großen Haus der Christenheit sind:

Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen! und: Jeder, der den Namen des Christus nennt, wende sich ab von der Ungerechtigkeit! In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherrn nützlich, zu jedem guten Werk zubereitet. So fliehe nun die jugendlichen Lüste, jage aber der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden nach zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen! (2Tim 2,19-22)

Absonderung von der Verderbnis ist ein Lebensgesetz des treuen Überrestes, den sich der Herr in der Endzeit noch als Zeugnis bewahrt, so wie die Vermischung von Heiligem und Unheiligem, von Wahrheit und Lüge, von Licht und Finsternis eine Lieblingsmethode des Teufels ist. Diese Wahrheit finden wir schon bei den Gottesfürchtigen des Alten Testaments ausgedrückt:

Ich hasse die Versammlung der Übeltäter und sitze nicht zusammen mit den Gottlosen. (Ps 26,5)

Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. (Ps 1,1-3)

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend; ich will lieber an der Schwelle im Haus meines Gottes stehen, als wohnen in den Zelten der Gottlosen! (Ps 84,11)

Wir können nur innige Gemeinschaft mit dem heiligen Gott der Bibel haben, wenn wir uns von aller Gottlosigkeit und Bosheit radikal trennen und absondern. Lassen wir uns anstecken und verunreinigen, verlieren wir die Gemeinschaft und den Segen des Herrn. Deshalb ist die gottgemäße Absonderung von allem Bösen ein so wichtiger Grundsatz aller wahren, gottesfürchtigen Gläubigen:

Wie stimmt Christus mit Belial überein? Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein? Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: »Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein«.

Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euch ein Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht! (2Kor 6,15 – 7,1)

Diese Gott wohlgefällige Trennung vom Bösen umfaßt sowohl moralische Sünde als auch Irrlehre (Verführungslehren); beides wird von der Schrift als „Sauerteig“ und damit als etwas Verderbliches bezeichnet, von dem wir uns trennen müssen (vgl. auch Gal 5,7-10). Moralische Sünde in der Gemeinde beinhaltet etwa Hurerei (Unzucht) oder Ehebruch, aber auch Unversöhnlichkeit oder finanziellen Betrug.

Irrlehre beinhaltet heute u.a. die Lehren der Bibelkritik, des „Sozialen Evangeliums“, der Ökumene, der Pfingst- und Charismatischen Bewegung, der Allversöhnung. Entweder kann ich dafür sorgen, daß der Sauerteig aus der Gemeinde weggetan wird, wie wir das in 1. Korinther 5 am Beispiel der Unzucht finden, oder ich muß mich von einer Gruppierung, in der das Böse sich festgesetzt hat und nicht beseitigt werden kann, trennen und absondern:

Euer Rühmen ist nicht gut! Wißt ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit ihr ein neuer Teig seid, da ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für uns geschlachtet worden: Christus. So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig Fest feiern, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.

Ich habe euch in dem Brief geschrieben, daß ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt; und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müßtet ihr ja aus der Welt hinausgehen. Jetzt aber habe ich euch geschrieben, daß ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen läßt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt ihr nicht einmal essen. Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind, daß ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind? Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer Mitte hinweg! (1Kor 5,6-13)

 

 

2. Gottesfürchtig leben in einer gottlosen Welt

 

Der treue Überrest der Christusgläubigen wird sich bewähren müssen in einer endzeitlichen Umwelt, die immer offener gegen Gottes Gebot aufbegehrt und sich eine trügerische „Freiheit“ anmaßt, ihren eigenen Lüsten und Begierden zu leben.

 

Die Gottesfürchtigen leben zuchtvoll und gehorsam
mitten unter den Gesetzlosen und „Freien“

 

Eine ernste Herausforderung und Prüfung für die Gottesfürchtigen entsteht durch den zunehmenden Geist der Gesetzlosigkeit, der alle Gebote und Ordnungen Gottes verleugnet und im weltlichen oder im „christlichen“ Gewand ein zügelloses Leben nach den eigenen „Bedürfnissen“ und Lüsten predigt und praktiziert. Die Gesetzlosen wollen nicht, daß Christus über sie herrscht (vgl. Lk 19,14); sie wollen die „Fesseln“ der Ordnungen Gottes abwerfen, wie es prophetisch der Psalm 2 schildert:

Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten: »Laßt uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!« (Ps 2,1-3)

Die heutige Gottlosigkeit tarnt sich mit der verführerischen Parole der „Freiheit“. Das gilt für die heutige, nachchristliche Welt, die gerade dabei ist, ihr Gemeinwesen von allen segensreichen Einflüssen der biblischen Gebote und Ordnungen Gottes zu „säubern“ und eine rein humanistisch begründete Rechtsordnung zu schaffen, in der alles erlaubt ist, was den Begierden der Menschen gefällt. Punkt für Punkt werden die Gebote gekippt, die sich auf Gottes Offenbarung beziehen; nur noch der Mensch wird als Maßstab für das Recht zugelassen, und erlaubt ist, was gefällt.

Hinter der auffälligen, weltweit gesteuerten Propaganda für homosexuelle und „transsexuelle“ Lebensweisen steht eine antichristliche Kampagne gegen Gottes Ordnungen, die auch Werkzeuge zur Verfolgung der wahren Christen bereitstellt. Zugleich werden die Reste der abendländischen Zivilisation zerstört, und man steuert entschlossen in Richtung einer neuheidnischen Barbarei. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann Vielehe, Inzest, Kindesmißbrauch, Abtreibung und Euthanasie zu „Menschenrechten“ erhoben werden. Das zügellose Ausleben perverser Lüste und Begierden wird zur moralischen Norm der neuen, nachchristlichen Welt erklärt.

Der endzeitliche Geist der Gesetzlosigkeit prägt aber auch die gottlosen Namenschristen; das wird besonders bei den protestantischen Großkirchen deutlich. Solche Leute verkünden ihre „Freiheit“, die Gebote Gottes beiseitezusetzen, umzudeuten oder als „kulturell bedingt“ und „nicht mehr zeitgemäß“ zu mißachten. Sie haben die Ordnungen Gottes für die Frau in der Gemeinde verworfen und Frauen als Prediger und Leiter eingesetzt. Sie verwerfen nunmehr die Ordnungen Gottes für die Ehe und machen Werbung für praktizierende Homosexuelle in den Kirchen.

In der jüngeren Generation nimmt man sich zunehmend die „Freiheit“, sich unzüchtig zu kleiden, Pornographie zu konsumieren, unverheiratet zusammenzuleben, Haschisch zu rauchen und fast jede Torheit und Sünde dieser sterbenden Welt mitzumachen und fragen dann noch: „Was ist denn dabei?“, „Wo steht denn, daß das verboten ist?“

Solches gesetzlose Gedankengut dringt leider auch in früher bibeltreue Kreise von Gläubigen ein und richtet dort großen Schaden an. Man gibt dem Fleisch immer mehr Raum im persönlichen wie im Gemeindeleben; der Mensch tritt in den Mittelpunkt, und die Wahrheit Gottes verblaßt immer mehr in den Herzen. Dadurch schwindet leider auch die Gottesfurcht, und die Liebe zu Christus erkaltet immer mehr. Der Verlust der Gottesfurcht ist eben auch eine Not unter echten Kindern Gottes, die nicht mehr hingegeben und einfältig ihrem Herrn nachfolgen. So wird die Schar der wahrhaft Gottesfürchtigen allmählich kleiner, und ihr Weg wird einsamer und steiler.

Die weltoffenen „modernen Christen“ lästern frech über diese „rückständigen“ Gottesfürchtigen, die noch an der Bibel als verbindlicher Autorität für ihr Leben festhalten, und beschimpfen sie als „eng“ und „gesetzlich“, als „Pharisäer“. Sie feiern einen falschen „Jesus“, der alles „absegnet“, was sie gerne tun möchten, und knirschen mit den Zähnen, wenn sie einen der verhaßten „bigotten Frömmler“ erblicken, die heute noch an den „verstaubten Geboten des Mittelalters“ festhalten wollen. Inmitten einer solchen Umgebung sind wir herausgefordert, besonnen, gerecht und gottesfürchtig zu leben, wie uns das schon gelesene Wort aus dem Titusbrief bezeugt:

Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen; sie nimmt uns in Zucht [oder: unterweist uns], damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus, der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2, 11-14)

Die Gnade Gottes ist für die Gottesfürchtigen eben kein Freifahrtschein für das Fleisch, für ihre bösen Lüste und Begierden. Die Tatsache, daß der große, heilige Gott sich über uns erbarmt hat und uns um des Herrn Jesus Christus willen alle Schuld und Sünde vergeben hat, ist uns ein gewaltiger Ansporn, nunmehr aus Dankbarkeit und Liebe ganz für unseren Herrn zu leben und Ihm in allem zu gehorchen: „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort befolgen“ (Joh 14,23).

Die Gnade Gottes nimmt uns also in Zucht. Sie diszipliniert uns, weil wir unseren himmlischen Vater und unseren liebenden Herrn nicht durch Sünde und Weltförmigkeit, durch ein fleischliches Leben in Begierden betrüben wollen, sondern wir wollen Ihn lieben und Ihm wohlgefallen. Wir wollen auch ein Leben führen, das Gott ehrt und ein Zeugnis für Seine Heiligkeit, Gerechtigkeit und Gnade ablegt, anstatt Ihm Schande zu machen und Seinen Namen zu verunehren.

Deshalb leben wir in dieser zügellosen Welt besonnen, d.h. wir sind zuchtvoll und selbstbeherrscht, anständig und handeln bewußt nach dem Wort Gottes statt nach unseren Bauchimpulsen. Wir leben auch gerecht, d.h. wir leben nach den heiligen, gerechten und guten Geboten und Anordnungen Gottes, die Er uns in Seinem Wort, besonders im neuen Testament, gegeben hat. Unser Bestreben ist es, in allem den Willen unseres Gottes zu tun, nicht unseren Eigenwillen. Und schließlich leben wir gottesfürchtig, d.h. wir hüten uns vor allem, was Gott verunehrt und uns verunreinigt, wir ehren Gott mit unserem Lebenswandel und hüten uns vor allem Bösen, das uns umgibt.

Unsere Hoffnung ist nicht das Wohlleben in dieser Welt, der irdische Genuß, sondern die kommende Herrlichkeit, wenn unser Herr kommt, um uns in den Himmel zu entrücken, wo wir dann die Früchte unseres zuchtvollen und gottesfürchtigen Lebens genießen werden. Bis dieser glückselige Moment kommt, wollen wir unserem Gott dienen durch gute Werke und durch unser Leben bezeugen, daß wir Sein auserwähltes, heiliges Eigentumsvolk sind.

 

Die Gottesfürchtigen ertragen willig die Verfolgung
vonseiten der Welt und der verweltlichten Christen

 

Das Zeugnis des treuen Überrests der Gottesfürchtigen in einer Welt, die von religiös gefärbtem Abfall und Gesetzlosigkeit gekennzeichnet ist, wird zwangsläufig Widerstand und Verfolgung in der einen oder anderen Weise hervorrufen. Es steht nicht umsonst geschrieben: „Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden“ (2Tim 3,12). Wenn die Gottesfürchtigen heute noch offen nach den Maßstäben Gottes, d.h. der Bibel, leben, überführen sie die sündigen Menschen in ihrer Umgebung von ihrer Sünde, und das reizt und ärgert diese.

Der Herr Jesus konnte von sich bezeugen, daß die Welt Ihn haßte und verabscheute, als Er zu Seinen ungläubigen Brüdern sprach: „Die Welt kann euch nicht hassen, mich aber haßt sie; denn ich bezeuge von ihr, daß ihre Werke böse sind“ (Joh 7,7). Später sagte Er von Seinen Jüngern: „Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt haßt sie; denn sie sind nicht von der Welt, gleichwie auch ich nicht von der Welt bin“ (Joh 17,14).

Es gehört zu den Glaubensprüfungen dieser letzten Zeit, daß wir herausgefordert sind, ruhig und klar den Weg Gottes zu gehen und die biblischen Ordnungen zu halten, auch wenn das die Welt wütend macht und die weltförmigen Namenschristen gegen uns spotten und uns anfeinden. Dieser Umstand wird in den Psalmen von den jüdischen Gottesfürchtigen immer wieder bezeugt:

Denn siehe, die Gottlosen spannen ihren Bogen; sie haben ihre Pfeile auf die Sehne gelegt, um im Verborgenen auf die zu schießen, welche aufrichtigen Herzens sind. (Ps 11,2)

Erweise deine wunderbare Gnade, du Retter derer, die vor den Widersachern Zuflucht suchen bei deiner Rechten! Behüte mich wie den Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel vor den Gottlosen, die mir Gewalt antun wollen, vor meinen Todfeinden, die mich umringen! Ihr fettes [Herz] verschließen sie; mit ihrem Mund reden sie übermütig. Auf Schritt und Tritt umringen sie uns jetzt; sie haben es darauf abgesehen, uns zu Boden zu strecken. Sie gleichen dem Löwen, der zerreißen will, dem Junglöwen, der lauert im Versteck. (Ps 17,7-12)

Auch der wunderbare Psalm 119, der so viel von der Herrlichkeit des Wortes Gottes spricht, bezeugt, wie die Gottesfürchtigen von den Gottlosen verfolgt werden und sich zu bewähren haben:

Die Frechen haben mich arg verspottet; dennoch bin ich von deinem Gesetz nicht abgewichen. Wenn ich an deine ewigen Ordnungen denke, o HERR, so werde ich getröstet. Zornglut hat mich ergriffen wegen der Gottlosen, die dein Gesetz verlassen. (Ps 119,51-53)

Die Hochmütigen haben Lügen gegen mich erdichtet; ich [aber] befolge von ganzem Herzen deine Befehle. Ihr Herz ist stumpf wie von Fett; doch ich habe meine Wonne an deinem Gesetz. (Ps 119,69-70)

Die Frechen haben mir Gruben gegraben, sie, die sich nicht nach deinem Gesetz richten. Alle deine Gebote sind Wahrheit; sie aber verfolgen mich mit Lügen; hilf mir! Sie hätten mich fast vertilgt auf Erden; ich aber verlasse deine Befehle nicht. (Ps 119,85-87)

Die Gottlosen lauern mir auf, um mich zu verderben; aber ich richte meinen Sinn auf deine Zeugnisse. (Ps 119,95)

Wenn wir heute gottesfürchtig leben wollen, dann rechnen wir mit dem Haß der abgefallenen Namenschristen, mit dem Spott und der Verfolgung der zügellosen Heiden um uns her. Wir wissen, daß dies unser Los ist, unser Vorrecht, für den herrlichen Namen des Herrn Jesus Schmach und Verfolgung zu erleiden.

Geliebte, laßt euch durch die unter euch entstandene Feuerprobe nicht befremden, als widerführe euch etwas Fremdartiges; sondern in dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Glückselig seid ihr, wenn ihr geschmäht werdet um des Namens des Christus willen! Denn der Geist der Herrlichkeit, [der Geist] Gottes ruht auf euch; bei ihnen ist er verlästert, bei euch aber verherrlicht. Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt; wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache! (1Pt 4,12-16)

 

 

3. Der Weg der Gottesfürchtigen in der letzten Zeit

 

 

Die Zuspitzung von Verführungen, Gesetzlosigkeit, Gottlosigkeit und antichristlichen Entwicklungen in unseren letzten Tagen erlegt uns ganz besondere Prüfungen auf. Die kleine Schar der gottesfürchtigen Gläubigen wird in dieser letzten Zeit in mancherlei Weise angegriffen und gebeutelt, doch unser treuer Herr steht uns bei, und Gottes Gnade gibt uns den Sieg über alle Anfechtungen, denen wir ausgesetzt sind.

 

Glaubensprüfungen in Anfeindung und Verfolgung

 

Unser Glaube, unsere Treue und unsere Gottesfurcht werden in dieser Zeit auf den Prüfstand gestellt, sie werden in allerlei Bedrängnissen und Prüfungen erprobt und auf ihre Belastungsfähigkeit und Echtheit getestet. Diese Prüfungen werden uns von feindseligen Menschen zugefügt; aber der Glaubende nimmt sie aus der Hand seines Gottes und weiß, daß Gott auch den Ausgang schon bereitet hat (1Kor 10,13).

Man wird bibeltreue, gottesfürchtige Christen bald als engstirnige Fundamentalisten ausgrenzen und bedrohen, als Störer des Religionsfriedens, als Hindernis für den spirituellen Fortschritt der Menschheit, als homophobe, islamophobe, lustfeindliche Reaktionäre, als „Abschaum der Menschheit“, wie es schon dem Apostel Paulus widerfuhr („zum Kehricht der Welt sind wir geworden, zum Abschaum aller bis jetzt“ – 1Kor 4,13).

Schon heute hat im Zeichen der „Antidiskriminierungsgesetze“ und anderer „fortschrittlicher Maßnahmen“ eine Verfolgung treuer Christen eingesetzt, die in „christlichen“ Ländern (in den USA und Kanada wie auch z.B. in Großbritannien) entlassen oder gar verhaftet werden, wenn sie von ihrem Glauben Zeugnis geben oder „politisch unkorrekte“ Worte Gottes öffentlich anführen. Es ist zu erwarten, daß solche Anfeindungen zunehmen werden.

Wir finden ein prophetisches Vorbild für die Anfechtungen der treuen Gläubigen heute in den Prüfungen des treuen Überrestes der Juden, die ihnen in der Zeit der großen Drangsal widerfahren werden. Was über sie geschrieben steht, darf auch uns ermuntern und trösten (vgl. Röm 15,4; 1Kor 10,11):

Und er wird die, welche gegen den Bund freveln, durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten; die Leute aber, die ihren Gott kennen, werden fest bleiben und handeln. Und die Verständigen im Volk werden die Vielen unterweisen; sie werden aber eine Zeitlang dem Schwert, dem Feuer, der Gefangenschaft und der Plünderung unterliegen. Und im Unterliegen werden sie ein wenig Hilfe erlangen; und es werden sich viele heuchlerisch an sie hängen. Auch von den Verständigen werden etliche unterliegen, damit unter ihnen eine Läuterung geschehe, eine Sichtung und Reinigung, bis zur Zeit des Endes; denn es währt bis zur bestimmten Zeit. (Dan 11,32-35)

Viele sollen gesichtet, gereinigt und geläutert werden; und die Gottlosen werden gottlos bleiben, und kein Gottloser wird es verstehen; aber die Verständigen werden es verstehen. (Dan 12,10)

Wenn wir uns nahe bei unserem Herrn Jesus Christus halten, der uns so geliebt hat, der unser guter Hirte, unser Zufluchtsort, unser Schirm und Schild ist, dann werden wir in allen diesen Prüfungen überwinden und geläutert und gereinigt daraus hervorgehen. Ja, wir dürfen diese Prüfungen bewußt bejahen und uns sogar in ihnen freuen, weil wir wissen, daß sie eine kostbare Frucht in unserem Leben bewirken werden:

Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen (od. Prüfungen) geratet, da ihr ja wißt, daß die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt. Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt. (…) Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung (od. Prüfung) erduldet; denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. (Jak 1,2-4.12)

Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muß, traurig seid in mancherlei Anfechtungen (od. Prüfungen), damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen! (1Pt 1,6-9)

 

 

Heiliger Priesterdienst für den wahren Gott inmitten des heidnischen Götzendienstes

 

Wir sind berufen, mitten unter den modernen Baalspriestern unbeirrt dem allein wahren Gott der Bibel priesterlich zu dienen und Ihn zu ehren und anzubeten, so wie Er es verordnet hat. Das wird uns zunehmend einen Preis kosten – aber wie kostbar und wichtig ist solche heilige priesterliche Anbetung vor Gott! Wie wichtig ist es, Ihm inmitten so vieler fehlgeleiteter Götzendiener treu die geistlichen Opfer darzubringen, nach denen Er verlangt!

Aber die Stunde kommt und ist schon da, wo die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden; denn der Vater sucht solche Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Joh 4,23-24)

 … so laßt auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus. (1Pt 2,5)

Durch ihn laßt uns nun Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen! (Hebr 13,15)

Solche Anbetung im Geist und in der Wahrheit ist nur wohlgefällig, wenn wir sie in der nötigen Absonderung von allem Bösen darbringen, in gottesfürchtiger Beachtung all der heiligen Ordnungen, die in Seinem Wort für diesen Dienst festgelegt sind. Deshalb ist es so wichtig, unsere Anbetung von weltlichen Beimischungen (Rockmusik, Videos, Theater) und verführerischem charismatischem „Lobpreis“ frei zu halten und auch Ordnungen wie die Kopfbedeckung der Frau einzuhalten, die heute fast überall mißachtet werden.

 

 

Treues Zeugnis für Gottes Wort unter denen, die nicht mehr hören wollen

 

Eine weitere Prüfung für die Gottesfürchtigen besteht darin, daß sie berufen sind, für die ewige Wahrheit des Wortes Gottes, der Heiligen Schrift, Zeugnis abzulegen vor einem gottlosen Geschlecht, das keine Ehrfurcht mehr vor der Bibel hat, sondern über sie zunehmend spottet und feindselig herzieht.

Es ist Zeit für den HERRN, zu handeln; sie haben dein Gesetz gebrochen! Darum liebe ich deine Gebote mehr als Gold und feines Gold; darum halte ich alle deine Befehle in allem für recht und hasse jeden Pfad der Lüge. (Ps 119,126-128)

Zahlreich sind meine Verfolger und Widersacher; dennoch habe ich mich nicht abgewandt von deinen Zeugnissen. Wenn ich die Abtrünnigen ansehe, empfinde ich Abscheu, weil sie dein Wort nicht bewahren. (Ps 119,157-158)

Dabei handelt es sich nicht nur um die neuheidnisch werdenden ehemaligen Namenschristen des Abendlandes, sondern zunehmend auch um Evangelikale, die sich vom biblischen Glauben abgewandt haben und sich nun rasch der babylonischen Welteinheitskirche zuwenden. Immer mehr „Christen“ weigern sich, die gesunde Lehre der Bibel überhaupt noch anzuhören, und meutern offen, wenn man sie verkündet. Genau in diese endzeitliche Situation hinein spricht das prophetische Wort aus dem 2. Timotheusbrief:

Daher ermahne ich dich ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen; überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung! Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus! (2Tim 4,1-5)

Wir leben in den Zeiten, in denen dieses Wort sich immer dramatischer bewahrheitet. Erschreckend viele Menschen, die sich Christen nennen, sind so fixiert auf ihren fleischlichen Eigenwillen und ihr weltliches Leben, daß sie sich weigern, biblische Lehren zu akzeptieren, die sie zu einer Umkehr und Aufgabe ihres unbiblischen Lebensstils bringen würden.

Lieber besorgen sie sich smarte Prediger, die ihnen genau das erzählen, wonach ihnen die Ohren jucken. Und davon gibt es heutzutage ein beachtliches Überangebot, während die treuen Verkündiger des Wortes, die noch die Ermahnung des Wortes Gottes aus 2. Timotheus 4,2 beherzigen, immer seltener werden und nur in seltenen Fällen noch eine zahlreiche Zuhörerschaft haben. Und doch gilt jedem gläubigen Verkündiger auch heute noch die eindringliche Ermahnung:

Ich gebiete dir vor Gott, der alles lebendig macht, und vor Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis bezeugt hat, daß du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, welche zu seiner Zeit zeigen wird der Glückselige und allein Gewaltige, der König der Könige und der Herr der Herrschenden, der allein Unsterblichkeit hat, der in einem unzugänglichen Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann; ihm sei Ehre und ewige Macht! Amen. (1Tim 6,13-16)

Jeder gottesfürchtige Diener am Wort Gottes ist heute mehr denn je herausgefordert, kompromißlos und klar das unverfälschte Wort Gottes zu verkündigen – den ganzen Ratschluß Gottes, ohne irgend etwas „Unbequemes“ zu verschweigen (vgl. Apg 20,26-27). Jeder Diener des Wortes ist herausgefordert, gerade heute das Wort klar und deutlich zu verkündigen, wie es geschrieben steht, ohne Abstriche und Zugeständnisse an den Zeitgeist. Er soll mit Geduld lehren – aber er ist auch verpflichtet, zu überführen, zu tadeln und zu ermahnen, auch wenn das manchen Hörern nicht gefällt. Er sollte in allem die Lehre und das Vorbild des Apostels Paulus nachahmen, der von sich bezeugte:

Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus. (Gal 1,9-10)

Darum lassen wir uns nicht entmutigen, weil wir diesen Dienst haben gemäß der Barmherzigkeit, die wir empfangen haben, sondern wir lehnen die schändlichen Heimlichkeiten ab; wir gehen nicht mit Hinterlist um und fälschen auch nicht das Wort Gottes; sondern indem wir die Wahrheit offenbar machen, empfehlen wir uns jedem menschlichen Gewissen vor dem Angesicht Gottes. (2Kor 4,1-2) 

Denn unsere Verkündigung entspringt nicht dem Irrtum, noch unlauteren Absichten, noch geschieht sie in listigem Betrug; sondern so wie wir von Gott für tauglich befunden wurden, mit dem Evangelium betraut zu werden, so reden wir auch – nicht als solche, die den Menschen gefallen wollen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. (1Thess 2,3-4)

Solche Verkündiger, Bibellehrer und Evangelisten brauchen wir heute dringend. Wir alle, die wir ihren Dienst benötigen, sollten Gott ernstlich bitten, daß Er uns in dieser schweren Zeit noch solche Verkündiger erwecken und erhalten möge. Wir sollten für die Brüder bitten, die den Dienst am Wort heute tun, daß Gott ihnen Mut und Gnade geben möge, Weisheit und Kraft von oben, damit sie ihren schweren und verantwortungsvollen Dienst ganz ausführen können, damit der treue Überrest in der Endzeit noch Erbauung, Glaubensstärkung und klare Orientierung durch die gesunde Lehre empfangen kann.

 

 

Männlicher Mut in den endzeitlichen Glaubenskämpfen

 

Wir alle brauchen in diesen Zeiten viel geistliche Kraft, göttliche Gnade und geistgewirkten Mut, damit wir uns nicht einschüchtern lassen durch die endzeitlichen Widerstände. Heute benötigen wir besonders die Ermunterung des Apostels Paulus: „Wacht, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark!“ (1Kor 16,13). In diesen Kämpfen werden wir bestehen, wenn wir uns eng an unseren verherrlichten Herrn halten und innige, ungetrübte Gemeinschaft mit Ihm pflegen. Dann werden wir die Realität des Wortes von Paulus erfahren:

Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus! Darum, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, nehmt immer zu in dem Werk des Herrn, weil ihr wißt, daß eure Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn! (1Kor 15,57-58)

Wir sind zum Kämpfen berufen und dürfen nicht feige abseits stehen. Wenn wir bereit sind, uns dem Herrn Jesus zur Verfügung zu stellen, dann wird Er uns die Kraft zu diesem geistlichen Kampf geben. Wir stehen dabei nicht allein, sondern der Herr stellt uns andere Geschwister zur Seite, die mit uns diesen guten Kampf des Glaubens führen:

 Du hast denen, die dich fürchten, ein Banner gegeben, daß sie sich erheben um der Wahrheit willen. (Ps 60,6)

 Ich bin verbunden mit allen, die dich fürchten, und die deine Befehle befolgen. (Ps 119,63)

Wir wollen uns mit Gottes Hilfe erheben um der Wahrheit willen. Unser Banner ist der Herr Jesus Christus; die Waffen unseres Kampfes sind geistlich, nicht fleischlich – es sind das Gebet und das Wort Gottes. Es geht darum, die Wahrheit Gottes und die Heilsbotschaft von Jesus Christus zu bezeugen in einer christusfeindlichen Welt, damit Gott geehrt wird und noch Menschenseelen für den Herrn gewonnen werden. Wenn wir uns dem Herrn in diesem Kampf zur Verfügung stellen, dann wird Er uns beistehen und stärken, und die Feinde Gottes werden zuschanden werden, wie es das Wort bezeugt:

Siehe, GOTT, der Herr, steht mir bei – wer will mich für schuldig erklären? Siehe, sie werden alle zerfallen wie ein Kleid; die Motte wird sie fressen. Wer unter euch fürchtet den HERRN? Wer gehorcht der Stimme seines Knechtes? Wenn er im Finstern wandelt und ihm kein Licht scheint, so vertraue er auf den Namen des HERRN und halte sich an seinen Gott! (Jes 50,9-10)

 

 

Ermutigung für die Gottesfürchtigen: die Botschaft des Propheten Maleachi

 

Die Gottesfurcht wird ein entscheidendes Merkmal des treuen Überrestes in der Endzeit sein, und diese Gottesfurcht wird auch ihr Schutz sein in den schweren Verführungszeiten, die heute schon sind und die noch kommen werden. Deshalb dürfen die Worte des Propheten Maleachi an den gottesfürchtigen Überrest Israels auch für uns ein Trost und eine Ermunterung sein:

Da besprachen sich die miteinander, welche den HERRN fürchteten, und der HERR achtete darauf und hörte es, und ein Gedenkbuch wurde vor ihm geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und seinen Namen hochachten. Und sie werden von mir, spricht der HERR der Heerscharen, als mein auserwähltes Eigentum behandelt werden an dem Tag, den ich bereite; und ich will sie verschonen, wie ein Mann seinen Sohn verschont, der ihm dient. Dann werdet ihr wieder sehen, was für ein Unterschied besteht zwischen dem Gerechten und dem Gesetzlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

Denn siehe, der Tag kommt, brennend wie ein Ofen! Da werden alle Übermütigen und alle, die gesetzlos handeln, wie Stoppeln sein, und der kommende Tag wird sie verbrennen, spricht der HERR der Heerscharen, so daß ihnen weder Wurzel noch Zweig übrigbleibt. Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung [wird] unter ihren Flügeln [sein] … (Mal 3,16-20)

Unsere glückselige Hoffnung ist der wiederkommende Herr. Er, unser treuer, guter Hirte, wird die Seinen, die, welche wahrhaft Sein sind, durch diese notvollen Zeiten hindurch stärken und bewahren und uns zu Seiner Zeit in die himmlische Herrlichkeit holen. Wohl uns, wenn wir dann mit dem Apostel Paulus bekennen können:

Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung liebgewonnen haben. (2Tim 4,7-8)

Wenn der Herr Jesus Christus dann mit Seiner geläuterten und verherrlichten Brautgemeinde wieder auf die Erde kommt, um die Bösen zu richten, dann werden die Gottlosen entsetzt sein und erkennen, daß sie töricht und blind waren, als sie die Gottesfürchtigen verachteten und verfolgten. Dann wird jeder erkennen, daß die Gottesfurcht einen herrlichen, ewigen Lohn hat – und daß die Gottlosigkeit mit einem schrecklichen Strafgericht vergolten wird. Nur wird es dann zu spät sein zur Umkehr; heute noch ist der Tag, da der Gottlose sich bekehren kann und Begnadigung empfängt um des Herrn Jesus willen.

 

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser Gottesfurcht – eine lebenswichtige Tugend in der Endzeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Print Friendly, PDF & Email