Kauft die Zeit aus!

Gedanken über eine fruchtbare Nutzung unserer kostbaren Zeit

 

Rudolf Ebertshäuser

 

 

Seht nun darauf, wie ihr mit Sorgfalt wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise; und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern seid verständig, was der Wille des Herrn ist! (Eph 5,15-17)

Dieses Bibelwort hat nach meiner Überzeugung eine besondere Botschaft für uns Kinder Gottes von heute. Viele Gläubige leben heute leider unweise und unbesonnen. Sie erkennen nicht, daß unsere Tage böse sind, und verschwenden ihre kostbare Zeit, anstatt sie für den Herrn zu nutzen. Ja, man muß sagen: Sie lassen zu, daß der Teufel ihnen die Zeit stiehlt und ihre Wirksamkeit im Dienst für den Herrn Jesus Christus stark beeinträchtigt.

 

 

Der geistliche Kampf um unsere Zeit

 

Wir leben in den letzten Tagen der Endzeit, in einer sehr ernsten und herausfordernden Zeit, in der der Widersacher alles tut, um echte Christen zu lähmen und daran zu hindern, dem Herrn zu dienen und für Ihn Frucht zu bringen – Frucht, die den Feind schädigt und seinen Einfluß verringert.

Deshalb ist der Teufel beständig und mit großer List dabei, uns die Zeit zu rauben, ohne daß wir es merken. Er nutzt es aus, daß wir mehr oder weniger unaufmerksam und nachlässig leben und uns in vielem von unseren fleischlichen Impulsen leiten lassen statt vom Geist Gottes.

Wir lassen uns bequem treiben, anstatt sorgfältig, gewissenhaft und zuverlässig zu wandeln, wie uns Gottes Wort auffordert. Wir folgen oftmals gerade in unserer „Freizeit“, wo wir keine beruflichen oder familiären Verpflichtungen haben, dem, was uns „Spaß macht“, was wir als „entspannend“ empfinden, anstatt über unserer kostbaren Lebenszeit zu wachen und sie für unseren Herrn einzusetzen.

Dabei ist nicht gesagt, daß unser Gott nicht wüßte, daß wir auch Zeiten der Ruhe und Erquickung bräuchten. Er will uns das gewiß geben, so wie der Herr fürsorglich zu Seinen Jüngern sagte: „Ruht ein wenig“ (Mk 6,31). Doch Gott möchte, daß wir diese notwendigen Zeiten der Erquickung geistlich nutzen statt fleischlich, daß wir sie mit Gebet und Nachsinnen über Sein Wort füllen anstatt mit Zeitungslektüre oder Herumklicken im Internet.

Gott will uns mit diesem Bibelwort bewußt machen, daß wir viele Stunden unsrer kostbaren Lebenszeit mit nichtigen oder gar sündigen Aktivitäten verbringen, die uns einmal reuen werden, wenn wir vor dem Richterstuhl des Christus stehen, ja, die dann ziemlich sicher brennen werden (vgl. 1Kor 3,11-15).

Der Gedanke, daß wir einmal Rechenschaft über die Verwendung unserer Lebenszeit abgeben müssen, wird von vielen Christen eher verdrängt und kaum ernstgenommen. Doch Gottes Wort sagt das immer wieder klar und deutlich.

Darum suchen wir auch unsere Ehre darin, daß wir ihm wohlgefallen, sei es daheim oder nicht daheim. Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse. (2Kor 5,9-10)

Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen; denn es steht geschrieben: »So wahr ich lebe, spricht der Herr: Mir soll sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen«. So wird also jeder von uns für sich selbst Gott Rechenschaft geben. (Röm 14,10-12)

Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe acht, wie er darauf aufbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben. Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen; wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch. (1Kor 3,10-15)

 

 

Die Zeit auskaufen

 

Unsere Lebenszeit ist, wenn wir sie einmal vergeudet haben, unwiederbringlich verloren. Wir müssen sie rechtzeitig auskaufen, vor dem Verlorengehen retten und bewahren, solange sie uns noch zur Verfügung steht. Wir wichtig dieses Gebot „Kauft die Zeit aus!“ ist, wird dadurch unterstrichen, daß es in Kol 4,5 noch einmal wiederholt wird: „Wandelt in Weisheit denen gegenüber, die außerhalb [der Gemeinde] sind, und kauft die Zeit aus!“ Wir sollen verständig sein, was der Wille des Herrn für uns ist. Das finden wir im Wort Gottes geoffenbart.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und euch dazu bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit der Vater euch gibt, was auch immer ihr ihn bitten werdet in meinem Namen. (Joh 15,16)

Gott will also, daß wir für Ihn Frucht bringen, daß wir für unseren Herrn Jesus Christus leben statt für uns selbst.

Denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind: Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben; und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. (2Kor 5,14-15)

Die Zeit auskaufen bedeutet in diesem Sinn, daß wir sie soweit wie möglich nutzen zur Gemeinschaft mit unserem Herrn und zum Dienst für Ihn, ganz besonders zum Zeugnis für das Evangelium, diese kostbare Rettungsbotschaft, die uns anvertraut ist, damit wir sie nicht für uns behalten, sondern immer wieder weitergeben und bezeugen an Menschen, die Gott noch nicht kennen. Unser erneuerter Geist verlangt genau danach – Zeit zu nehmen für Gebet und Bibellesen, Zeit zu nehmen für den Dienst an Gläubigen oder das Zeugnis für Ungläubige.

 

 

Fleischliche Zeitvergeudung

 

Aber das Problem ist: Unser Fleisch verlangt in unserer „Freizeit“ nach ganz anderen Dingen – nach einer „Entspannung“, die zumeist darin besteht, daß wir uns passiv zurücklehnen und irgendwelche Bilder (Videos, Filme) ansehen, oder leicht lesbare Romane, Erzählungen oder Zeitschriftenberichte aufnehmen (pseudo-christlich oder offen weltlich), die uns bestenfalls ablenken und seicht sind, wenn sie uns nicht durch Zweideutigkeiten oder Eindeutigkeiten beschmutzen.

Nur allzuoft folgen heute gläubige Christen ihrem Fleisch statt ihrem Geist. Sie verbringen Stunden vor dem Fernsehgerät oder am Computer, sehen sich Fußballspiele an oder Unterhaltungsfilme, Youtube-Videos oder charismatische Verführungsprediger auf „Bibel-TV“ oder ähnlichen Kanälen.

Wenn sie überhaupt noch lesen, dann erfundene Liebesgeschichten oder Abenteuerromane, gerne auch mit „christlicher“ Einfärbung. Bibelauslegungen oder anspruchsvolle christliche Sachbücher dagegen sind „zu schwer zu lesen“ und verstauben im Buchregal, oder sie werden gar nicht mehr gekauft.

Diese Trägheit hilft mit, daß viele Christen mitten in der ernstesten Endzeit einem angenehmen Dämmerschlaf verfallen. Sie erforschen ihre Bibel nicht mehr tiefgründig, sondern lesen nur noch rasch ein paar Verse pro Tag. Sie informieren sich nicht über die Gefahren der Endzeitverführung, sie lesen hauptsächlich noch „Whatsapp“-Nachrichten und werden viele Stunden von ihrem Smartphone gesteuert statt vom Geist Gottes.

So verlieren sie die geistliche Orientierung und Wachsamkeit, die doch heute so dringend nötig ist, und leben beschaulich vor sich hin, drehen sich immer mehr um sich selbst, werden immer lauer und weltförmiger. Dann kann der Feind sie einlullen und irgendwann durch eine raffinierte Verführung umstricken. Sie verbringen immer weniger Zeit im Gebet und der Gemeinschaft mit dem Herrn; sie opfern immer weniger Zeit für den Dienst des Herrn und leben stattdessen ihr „Privatleben“.

 

 

Kauft die Zeit aus! – ein Ruf für unsere Zeit

 

Wenn es so ähnlich bei uns aussieht – und ich habe zugegebenermaßen etwas überspitzt formuliert, um meine Leser aufzuwecken -, dann ist dieses Bibelwort für uns ein dringend nötiger Weckruf.

Und dieses [sollen wir tun] als solche, die die Zeit verstehen, daß nämlich die Stunde schon da ist, daß wir vom Schlaf aufwachen sollten; denn jetzt ist unsere Errettung näher, als da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe. So laßt uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts! Laßt uns anständig wandeln wie am Tag, nicht in Schlemmereien und Trinkgelagen, nicht in Unzucht und Ausschweifungen, nicht in Streit und Neid; sondern zieht den Herrn Jesus Christus an und pflegt das Fleisch nicht bis zur Erregung von Begierden! (Röm 13,11-14)

Wir sollten uns neu in Erinnerung rufen, daß „unsere“ Zeit nicht unsere Zeit ist, sondern eine kostbare Leihgabe von unserem Gott, ein Talent, über dessen Einsatz wir dem Herrn einmal Rechenschaft geben werden. Wir sollten danach trachten, diese Zeit fruchtbringend für den Herrn zu verbringen, anstatt sie in nichtigen Vergnügungen und Tändeleien zu verschwenden. Wie geschrieben steht: „um die noch verbleibende Zeit im Fleisch nicht mehr den Lüsten der Menschen zu leben, sondern dem Willen Gottes“ (1Pt 4,2). Machen wir doch ernst mit dem Wort der Schrift: „In deiner Hand steht meine Zeit“ (Ps 31,16)!

 

 

Was wir brauchen: Disziplinierter Umgang mit der Zeit

 

Für uns alle bedeutet das: Wir müssen unsere Zeit einerseits unter der Leitung des Heiligen Geistes gestalten, uns vom Herrn Tag für Tag leiten lassen, wie wir Ihm heute dienen können, welche Werke Er heute für uns zuvor bereitet hat. Nicht wir sollten die uns verfügbare Zeit nach eigenem Gutdünken verplanen und verbringen, sondern wir sollten uns bewußt der Führung des Herrn durch das Zeugnis Seines Geistes in unserem Geist unterordnen.

Andererseits sollten wir diszipliniert dafür sorgen, daß wir – möglichst zu Beginn des Tages – genügend Zeit der Gemeinschaft mit unserem Gott haben. Das erfordert für die meisten von uns, daß wir bewußt früher aufstehen als bisher und andere Dinge zurückstellen, um nicht nur 5 Minuten, sondern mehr Zeit, vielleicht eine halbe Stunde, besser noch eine Stunde oder mehr Zeit zu haben für Gebet und Bibellesen.

Da geht es nicht um „gesetzliche Vorschriften“, wie manche Christen ganz schnelle einwenden mögen. Sondern gerade wenn wir aus Liebe und Hingabe für unseren Herrn handeln, werden wir das Bedürfnis haben, Ihm die erste und beste, ungestörte Zeit der Morgenwache zur Verfügung zu stellen, um Gemeinschaft mit Ihm zu haben. Das erfordert oftmals wiederum die Disziplin, früher ins Bett zu gehen.

Zur Disziplin eines Jüngers des Herrn Jesus gehört es auch, daß wir uns regelmäßig Zeit nehmen, um vertieft Gottes Wort zu studieren. Die bloße Bibellese am Morgen reicht normalerweise nicht aus, um tiefer ins das Wort Gottes einzudringen. Bibelstudium, das Erforschen der Schrift mit Konkordanz und Kommentaren ist eine wichtige Ergänzung dazu, besonders für Brüder, die dem Herrn am Wort dienen sollen. Dazu müssen wir uns bewußt Zeit nehmen, sie anderswo abziehen, vorzugsweise bei Hobbies oder leerer Vergnügungszeit.

Dasselbe gilt auch für die Lektüre guter geistlicher Bücher, die der Aufklärung vor Verführungen der der Vertiefung des geistlichen Lebens dienen. Auch eine solche Orientierung und Ausrichtung des geistlichen Lebens ist gerade in unserer Endzeit notwendig, um gesund wachsen zu können und schmerzhafte Irrwege zu vermeiden.

Jeder bewußte Christ sollte sich vor dem Herrn auch fragen, wo und wie er Zeit im Dienst für Christus verbringen kann.

 

 

Wir sollten uns Zeit nehmen für den geistlichen Dienst in der Gemeinde

 

In vielen Gemeinden wird der Dienst nur von wenigen treuen Geschwistern getan, während allzu viele Christen nur konsumieren und gegebenenfalls kritisieren. Wir sollten uns bewußt dem Herrn zur Verfügung stellen und Ihn bitten, uns zu zeigen, wo wir in unserer örtlichen Gemeinde oder in Seinem weltweiten Werk einen Dienst tun dürfen. Das ist ein Vorrecht, ein Gewinn für uns, wenn wir es geistlich sehen, nicht etwa ein „Zeitverlust“.

Das gilt ebenso von dem wichtigen Dienst der Ausbreitung des Evangeliums.  Jeder Christ sollte in irgendeiner Weise zusehen, daß er sich daran beteiligt – je nach seinen Kräften, seinen Möglichkeiten, seiner Lebenssituation. Aber evangelistische Schriften oder Kalender unter Nachbarn und Bekannten oder auch Unbekannten weiterzugeben, das kann fast jeder tun.

Auch Gespräche über den Glauben zu führen, kann man unter der Leitung des Herrn lernen, und es ist sehr glaubensstärkend und ermutigend für uns selbst, wenn wir das tun – vor allem aber ist es ein Gewinn für andere Menschen, ein Gewinn für die Ewigkeit!

Für eine wachsende Zahl von Gläubigen ist es auch eine Frage der bewußten Zeitgestaltung in der Nachfolge Jesu Christi, daß sie regelmäßig die Versammlungen einer bibeltreuen Gemeinde besuchen. Nicht nur verschwenden allzu viele Kinder Gottes ihre Zeit in Gemeinden, die charismatisch, ökumenisch oder bibelkritisch unterwandert sind und in denen sie keine gesunde geistliche Nahrung finden.

Leider nimmt es auch eine wachsende Zahl von Gläubigen, die noch bibeltreue Gemeinden besuchen, mit dem treuen Besuch der Versammlungen nicht mehr sehr genau. Besonders Anlässe unter der Woche wie die Bibelstunde oder die Gebetsversammlung werden vielfach als entbehrlich angesehen, aber auch die Sonntagsversammlungen werden manchmal für einen Familienausflug oder ähnliche Dinge versäumt.

Dagegen sollten wir uns neu bewußt machen, daß die Versammlungen bibeltreuer Gemeinden eine besondere Zeit bedeuten, in denen der Herr in der Mitte der Gläubigen anwesend sein und jeden einzelnen segnen und stärken will: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte“ (Mt 18,20). Wir sollten wenn immer möglich in den Gemeindestunden anwesend sein, um Gemeinschaft mit dem Herrn zu haben. Wir sollten aber auch treu dort sein, um teilzuhaben an der Auferbauung Seiner Gemeinde und den anderen Gläubigen zu dienen, entweder durch unsere Beteiligung an Wort und Gebet oder durch ein Wort der Ermutigung an Einzelne vor oder nach der Versammlungsstunde.

Es gibt gewiß Situationen, zum Beispiel für Mütter von sehr kleinen Kindern, wo ein Besuch der Wochen-Versammlungsstunden nicht möglich ist – allzu oft aber lassen sich Gotteskinder durch bloße „Unpäßlichkeiten“ und „ungelegene“ Zwischenfälle vom Versammlungsbesuch abhalten, und solche Anlässe ist der Feind gerne bereit, immer wieder zu liefern.

 

 

Bewußte Zeitgestaltung ist auch besonders wichtig für Jugendliche und Rentner

 

Besondere Bedeutung hat das Wort „Kauft die Zeit aus!“ aus meiner Sicht für junge Menschen und für Ältere, die bereits Rentner sein dürfen. In beiden Lebenssituationen haben bewußte Christen besonders viel freie Zeit zur Verfügung, und in beiden Fällen wird die Chance dieser verfügbaren Zeit oftmals nicht konsequent geistlich genutzt, sondern fleischlich verschwendet.

Das gilt zum einen für viele junge Christen. Es ist ein Vorrecht, wenn man den Herrn Jesus schon früh kennen darf und die Jugendzeit wirklich schon in der Nachfolge Jesu Christi leben darf, anstatt seine Lebenszeit mit Torheiten und Sünden zu vergeuden. Leider sehen das manche junge Christen nicht so klar. Sie bringen Stunden zu mit irgendwelchen Hobbies, mit dem Smartphone, mit Filmchenschauen oder fragwürdiger Lektüre, anstatt die wertvolle freie Zeit für den Herrn und das geistliche Wachstum in Christus zu nutzen.

Gerade in der Jugendzeit, in der noch keine Verpflichtungen in Ehe und Familie bestehen, könnte ein junger Gläubiger sich eine Gründung in Gottes Wort verschaffen, indem er eifrig die Bibel erforscht und sich auch reichlich Zeit nimmt zum Gebet – z.B. um Führung für das künftige Leben, für den künftigen Ehepartner, aber auch für die Anliegen des Reiches Gottes, für die Mission usw.

Der junge Bruder oder die junge Schwester könnte im fortgeschrittenen Jugendalter wertvolle Erfahrungen bei missionarischen Einsätzen oder Arbeitseinsätzen sammeln. Stattdessen wird gerade in diesem wichtigen Lebensabschnitt viel wertvolle Zeit mit „Gammeln und Bummeln“ (heute heißt das eher „Chillen“) verschwendet.

Traurig stimmt es auch, zu sehen, daß viele gesunde und mit Erfahrung und geistlichen Begabungen beschenkte Senioren als Rentner mit der wertvollen Zeit, die sie nun zur Verfügung haben, nicht so umgehen, wie man sich das wünschen würde. Gerade solche oftmals geistlich reife Geschwister könnten wertvolle Dienste in Gemeinden, in der Mission, in verschiedenen geistlichen Aufgaben, nicht zuletzt auch in der persönlichen Evangelisation übernehmen.

Doch diese Chancen werden zu wenig wahrgenommen. Stattdessen hat man den Eindruck, daß allzuviele einsatzbereite Brüder und Schwestern sich im Klein-Klein von Hausrenovierungen und Familienverpflichtungen verlieren. Nicht daß solche Aufgaben geringzuschätzen oder zu vernachlässigen wären  – gewiß nicht.

Letztlich muß sich jedes Gotteskind vom Herrn persönlich leiten lassen, und es gibt manche Lebensabschnitte, in denen durch Krankheit oder Pflege von betagten Eltern im Endeffekt viel Zeit in Anspruch genommen wird. Dennoch muß man unter dem Strich sagen, daß hier viel ungenutztes Potential brachliegt.

Jeder Bruder und jede Schwester, die frei von beruflichen Verpflichtungen sind, sollten sich vom Herrn führen lassen, auf welchen Gebieten sie Ihm dienen können. Viele solche Geschwister haben zahlreiche natürliche Gaben und berufliche Erfahrungen, die im Reich Gottes nützlich sein könnten. Und sie haben auch geistliche Gaben, die fruchtbringend eingesetzt werden können.

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, daß ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst! Und paßt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern laßt euch [in eurem Wesen] verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist. (Röm 12,1-2)

Im Eifer laßt nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn! (Röm 12,11)

Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes: Wenn jemand redet, so [rede er es] als Aussprüche Gottes; wenn jemand dient, so [tue er es] aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. (1Pt 4,10-11)

 

 

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