Jesus Christus ist der Herr!
Weshalb wir in unserem Reden von Jesus Christus den Titel „Herr“ verwenden sollten

 

Rudolf Ebertshäuser  November 2017

 

 

Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters. (Philipper 2,5-11)

Und sie steinigten den Stephanus, der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! (Apostelgeschichte 7,59)

Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus! (Apostelgeschichte 16,31)

Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. (Apostelgeschichte 19,5)

Viele evangelikal geprägte Christen reden ganz unbefangen von „Jesus“, wenn sie den auferstandenen und verherrlichten Sohn Gottes meinen, und viele sprechen Ihn auch im Gebet mit „Jesus“ an. Auch in vielen Predigten von evangelikal oder kirchlich geprägten Verkündigern ist zuallermeist nur von „Jesus“ die Rede. Das gilt auch für die Anhänger der Pfingst- und Charismatischen Bewegung. Und die meisten verwenden diese Anrede sicherlich ganz unbewußt und arglos, haben sie doch wahrscheinlich kaum je jemanden gehört, der den Sohn Gottes mit „unser Herr Jesus Christus“ ansprach oder Ihn in der Verkündigung so bezeichnete.

Dennoch sollten wir über diese Bezeichnung für unseren Herrn in Ruhe auf der Grundlage von Gottes Wort nachdenken. Es ist wahr: in den Evangelien wird der Sohn Gottes, der ein geringer Mensch wurde, ganz überwiegend einfach mit Seinem irdischen Namen „Jesus“ bezeichnet, und das ist auch völlig richtig und übereinstimmend damit, daß der Sohn Gottes sich Seiner göttlichen Herrlichkeit entäußert hatte und als der Dienende auf der Erde wandelte.

Wir wollen betonen, daß der Name JESUS ein überaus schöner, herrlicher, kostbarer Name ist, weil er den großartigen Retterauftrag des Herrn enthält. JESUS ist die latinisierte Form des griechischen Iesous, das für den hebräischen Namen Jeschua steht, und der bedeutet: „Der HERR/Jahweh ist Rettung“. Deshalb sagt ja auch der Engel zu Joseph von der Jungfrau Maria: „Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden“ (Matthäus 1,21).

Doch es ist eine bemerkenswerte Tatsache, daß schon in den Evangelien keiner der gläubigen Jünger den Herrn Jesus einfach mit Seinem irdischen Namen anspricht. Überall verwenden die Jünger entweder „Herr“ oder „Meister“ o.ä. respektvolle Anreden, wenn sie den Messias ansprechen. Nur die Dämonen sprechen Ihn mit „Jesus“ an, allerdings mit dem Zusatz „du Sohn Gottes“ (Mt 8,29) bzw. „du Nazarener“ (Mk 1,24). Einzelne ungläubige Menschen taten Ähnliches (vgl. Lk 17,13). Aber die Gläubigen redeten ehrfürchtig über den Herrn. Sollten wir das nicht auch tun?

Wenn wir in die Apostelgeschichte gehen, dann finden wir dort kaum noch Passagen, in denen allein der Name „Jesus“ erwähnt wird; noch weniger finden wir dies in den Briefen, wo fast überall von dem „Herrn Jesus Christus“ oder zumindest von dem „Herrn Jesus“ oder von „Jesus Christus“ die Rede ist, wo also der menschliche Name verbunden wird mit einem Seiner Hoheitstitel: „Herr“ (gr. kyrios) ist der Ehrenname, der Seine Machtstellung und Herrlichkeit im Himmel betont, „Christus“ (der Gesalbte, der Messias) ist der Herrlichkeitstitel des Herrn in bezug auf Seine Rolle als gesalbter König und Richter auf der Erde.

So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewißheit erkennen, daß Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt! (Apostelgeschichte 2,36)

Das alles ist kein Zufall. Gottes Geist hat den Auftrag, Christus zu verherrlichen (Johannes 16,14). Seit der Auferstehung und Himmelfahrt des Herrn Jesus Christus ist Er nicht mehr der demütige, niedrige Knecht des HERRN, sondern Er ist erhöht und von Gott mit Herrlichkeit angetan und sitzt zur Rechten der Majestät in der Höhe!

Hier ist der oben angeführte Abschnitt aus Philipper 2,5-11 wichtig. Der Apostel Paulus lehrt uns in diesem überaus wichtigen Text, daß Gott Seinen Sohn nach Seiner freiwilligen Erniedrigung und Selbstaufopferung erhöht und verherrlicht hat und daß Er Ihm seither einen wichtigen Ehrennamen gegeben hat, der die Herrlichkeit des Sohnes und Seine Erhöhung bezeugt, und dieser Ehrenname, so dürfen wir aus Vers 11 schließen, ist der Herrlichkeitstitel „Herr“.

Seit Seiner Aufnahme in den Himmel gilt so in besonderer Weise: Jesus Christus ist der Herr, und die Apostel lassen keine Gelegenheit aus, Ihn auch als den Herrn zu verkündigen und den Hoheitstitel „Herr“ Seinem Namen Jesus beizufügen. Wo der Name „Jesus“ in den Briefen ohne diesen Zusatz erwähnt wird, geschieht dies meist, wenn der geistliche Inhalt des Namens: „Jahweh ist Rettung“ – betont werden soll.

Wenn wir über Jesus Christus sprechen, dann reden wir von dem auferstandenen und verherrlichten Sohn Gottes, der in strahlender Machtfülle, Lichtglanz und Majestät in den Himmeln thront, dem alle Ehre, dem Ehrfurcht und Anbetung gebührt. Die Apostel nennen Ihn fast durchgängig „Herr“ in ihren Briefen. Sie betonen Seine Herrlichkeit als des Auferstandenen, die durch den Titel „Herr“ besonders hervorgehoben und unterstrichen wird. Und sie fordern uns auf, Jesus als den Herrn zu bekennen:

Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als den Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, daß Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. (Römer 10,9)

Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, daß er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen. (2. Korinther 4,5)

Dieser ist seit seiner Himmelfahrt zur Rechten Gottes; und Engel und Gewalten und Mächte sind ihm unterworfen. (1Petrus 3,22)

Meine Brüder, verbindet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, [den Herrn] der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person! (Jakobus 2,1)

Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. (2Petrus 3,18)

Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. — Ja, komm, Herr Jesus! (Offenbarung 22,20)

Von daher ist es nur angemessen, wenn wir dem Vorbild der Apostel und des Wortes Gottes folgen und von unserem Retter als dem HERRN JESUS bzw. HERRN JESUS CHRISTUS sprechen, und das sowohl in unserem Zeugnis von Ihm als auch vor allem in aller Wortverkündigung und auch in unseren Gebeten.

Das sollten wir umso entschiedener und bewußter in der heutigen Zeit tun, wo das Reden von „Jesus“ oftmals verbunden ist mit einem unehrfürchtigen, kumpelhaften Verhältnis, das sich viele moderne Evangelikale und Charismatiker gegenüber dem Herrn der Herren anmaßen. Sie reden von „Jesus“ als „meinem Freund“, obwohl Er dies niemals gelehrt oder auch nur gebilligt hat, und umgekehrt den Ehrentitel „meine Freunde“ an eine herausfordernde Bedingung geknüpft hat: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was immer ich euch gebiete (Johannes 15,14). Es ist sehr fraglich, ob viele der Christen, die heute sagen: „Jesus ist mein Freund“, diese Bedingung auch nur annähernd erfüllen; wir fürchten, daß dies nicht der Fall ist.

Was uns auch anspornen sollte, den Sohn Gottes „HERR Jesus“ zu nennen, ist die nachdenkenswerte Aussage des Apostels Paulus im 1. Korintherbrief:

Darum lasse ich euch wissen, daß niemand, der im Geist Gottes redet, Jesus verflucht nennt; es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist. (1. Korinther 12,3)

Der Geist Gottes treibt uns an, Jesus Christus zu verherrlichen, und Er leitet uns, Ihn „Herr“ zu nennen. Das sollte uns ermuntern, diese biblische Bezeichnung auch konsequent zu verwenden. Nur unser Fleisch kann darauf verfallen, die Herrlichkeit des Herrn zu schmälern, indem es Ihn bloß mit Seinem menschlichen Namen anspricht oder über den verherrlichten Herrn redet, als sei Er immer noch der niedrige Gottesknecht auf der Erde. Nein, Er ist auferstanden und in den Himmel aufgefahren – jetzt ist Er der HERR!

Die Dämonen haben, als sie den Herrn baten, sie nicht in den Abgrund zu schicken, es immer vermieden, Ihn „Herr“ zu nennen – das ist klar, weil sie sich ja in Aufruhr und Rebellion gegen Ihn befinden. Unter den Charismatikern, die von einem falschen Geist verführt werden, einen falschen „Jesus“ zu verehren, ist die Anrede „Herr Jesus“ erschreckend selten; fast immer hört man nur „Jesus“ (wobei sich dann fragt: welcher Jesus?), oder aber „Herr“ (wobei sich ebenfalls fragt: welcher Herr?). Das gilt für die Predigten in diesen Kreisen wie für die „Lobpreis“lieder, die an einen anderen Jesus gerichtet sind als den biblischen HERRN JESUS CHRISTUS(vgl. dazu 2. Korinther 11,3-4).

Nun, wir sind sicher, daß viele Gläubige aus evangelikalen Kreisen die Anrede „Jesus“ ohne böse Absicht und unwissend benutzen. Wir wollen sie deswegen keinesfalls verurteilen oder mit Verführern in einen Topf werfen. Es gibt auch manche alte Lieder, in denen dies ohne böse Absicht geschieht und sicher nicht verwerflich ist.

Dennoch sollten wir gerade in dieser letzten Zeit der Verführung und Gesetzlosigkeit, wo so viele einen falschen Jesus meinen, ganz bewußt und wo immer möglich von dem HERRN JESUS reden und Ihn auch im Gebet so anrufen. Und wir bitten alle Gläubigen, die wirklich Jesus Christus als ihren Herrn angenommen haben und Ihm nachfolgen und Ihn ehren wollen, die hier angeführten Gedanken betend zu prüfen und den Herrn selbst zu bitten, daß Er ihnen Seine Gedanken zu diesem wichtigen Punkt offenbar macht.

Laßt uns unseren wunderbaren Herrn und Erlöser, den verherrlichten Gottessohn, in all unserem Reden so ehren, wie es Ihm gebührt! Laßt uns mit Ehrfurcht von Ihm sprechen, der unser wunderbarer Erretter ist, aber auch der höchste Herr, dem alles im Himmel und auf Erden unterworfen ist!

 

 

Print Friendly