In der Gemeinde, dem neutestamentlichen Volk Gottes, hat Gott Seine Ratschlüsse, sich ein Volk von wahren Anbetern zu bereiten, auf einer weitaus höheren Stufe verwirklicht als im Volk Israel. Die Gemeinde ist, wie wir im Teil I. schon sahen, durch die Innewohnung des Heiligen Geistes ein heiliger Tempel für den Herrn, eine Wohnstätte Gottes. Sie ist ein heiliges Priestertum, das Gott wahre Anbetung nach Seinem Herzen, Anbetung im Geist und in der Wahrheit, darbringen kann.

Es verwundert daher nicht, daß der Satan alles tat und tut, um diesen Dienst der wahren Gemeinde, den er haßt, nach Möglichkeit auszuschalten oder zu verderben. Auch bei der Gemeinde setzt der Feind dazu immer wieder blutige Verfolgung, Einschüchterung und allerlei Druck ein, wie wir lesen:

Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben, in dem Wissen, daß sich die gleichen Leiden erfüllen an eurer Bruderschaft, die in der Welt ist. (1Pt 5,8-9)

Über all die Jahrhunderte der Gemeindegeschichte gab es diese Zeiten schlimmer Verfolgung; die schrecklichen Gewalttaten Neros gehören dazu, die brutale Verfolgung durch die Inquisition, die Ausrottungsfeldzüge der Kommunisten und der Islamisten gehören dazu. Doch die Geschichte zeigt, daß diese Taktik nur kurzfristig und begrenzt Erfolg hat. Angesichts der Verfolgung wurde die Gemeinde immer wieder gereinigt und erstarkte im Glauben; der Böse konnte sie nicht überwinden.

 

Verführung als die Hauptwaffe des Feindes gegen den Priesterdienst der Gemeinde

Weitaus wirksamer war zu verschiedenen Zeiten die Waffe der Verführung, die wir schon in der Geschichte Israels kennenlernten. Falschreligiöse Irreführung, die listige Verlockung der Gläubigen weg von der schlichten Christusnachfolge und von der lauteren Anbetung Gottes, erwies sich immer wieder als eine furchtbare, überaus wirksame Waffe des Feindes. Auch hiermit konnte und kann er die Gemeinde Gottes nicht wirklich besiegen und auslöschen, wie er es gerne täte; nein, unser Herr Jesus bleibt der Sieger, und Er hat verheißen:

… auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten des Totenreiches sollen sie nicht überwältigen. (Mt 16,18)

So bleibt die wahre Gemeinde um ihres herrlichen Herrn und Erlösers willen unbesiegbar, aber der Feind konnte zu manchen Zeiten schlimme Schäden in ihren Reihen anrichten und viele vom rechten Weg weglocken, so wie der Apostel Paulus uns gewarnt hat:

Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen. Ich fürchte aber, es könnte womöglich, so wie die Schlange Eva verführte mit ihrer List, auch eure Gesinnung verdorben [und abgewandt] werden von der Einfalt gegenüber Christus. Denn wenn der, welcher [zu euch] kommt, einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen anderen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so habt ihr das gut ertragen. (2Kor 11,2-4)

Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. Es ist also nichts Besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken entsprechend sein. (2Kor 11,13-15)

Durch falsche Christen hat es der Feind immer wieder verstanden, Fälschungen des wahren Glaubens und der gesunden Lehre in die Reihen der Gemeinde zu tragen (vgl. Mt 13,24-30; 13,38-39; Jud 1,19). Er hat damit viele verwirrt und verführt, hat großen Schaden angerichtet, Spaltungen unter den Kindern Gottes hervorgerufen und den Priesterdienst der Gemeinde behindert und beeinträchtigt, ohne ihn jemals zerstören zu können. Einige besonders wichtige verführerische Strömungen, die der Widersacher angezettelt hat, wollen wir kurz kennzeichnen, weil sie auch heute noch eine Gefahr darstellen.

 

 

1. Das betrügerische Priestertum der katholischen Kirche

 

Es war schon immer eine sehr wirksame Taktik des Widersachers, die von Gott ausgehenden geistlichen Handlungen und göttlichen Einrichtungen der wahren Gemeinde dadurch zu bekämpfen, daß er eine raffinierte Fälschung schuf, die das Echte allmählich verdrängen sollte. Dazu muß die Fälschung dem göttlich-biblischen Original in manchem ähnlich sein; doch ihr Wesen ist grundlegend anders; das vom Satan Geschaffene ist fleischlich-menschlich, heidnisch und widergöttlich („irdisch, seelisch, dämonisch“ – vgl. Jak 3,15), auch wenn es einen „frommen“ Anschein hat.

Diesen Grundsatz finden wir eindrücklich bestätigt und verwirklicht in der Entstehung der römisch-katholischen Kirche aus der ursprünglichen apostolischen Urgemeinde. Der Feind konnte schon zur Apostelzeit gewisse Elemente verführerischer Lehren und heidnisch-philosophischer Einflüsse in die Gemeinde schmuggeln, vor allem waren dies die Irrlehren der „Gnosis“ („Erkenntnis“, vgl. 1Tim 6,20), gegen die z.B. der Kolosserbrief und die Johannesbriefe geschrieben wurden. Diese Verführungslehren waren geistlich gesehen dämonischen Ursprungs, wie uns der Apostel Paulus lehrt:

Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden durch die Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind. Sie verbieten zu heiraten und Speisen zu genießen, die doch Gott geschaffen hat, damit sie mit Danksagung gebraucht werden von denen, die gläubig sind und die Wahrheit erkennen. (1Tim 4,1-3)

Der Apostel Paulus warnte vor der griechischen Philosophie, welche die Gnosis inspirierte, als einer großen verführerischen Gefahr:

Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid zur Fülle gebracht in ihm, der das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist. (Kol 2,8-10)

 

Von der apostolischen Urgemeinde zur falschen Kirche Roms

Aufgrund von Fleischlichkeit, Untreue und Verlust der ersten Liebe wichen die Gläubigen der Gemeinde immer mehr ab von der Vollerkenntnis des Christus und den geistlichen Grundsätzen, welche die Apostel sie gelehrt hatten. Zugleich drangen mehr und mehr unbekehrte Scheinchristen in die Gemeinden und stiegen dort zu Ansehen und Macht auf.

Besonders gefährlich waren Heiden mit philosophischer Bildung und rhetorischen Fähigkeiten, die oftmals aus den heidnisch-okkulten Mysterienkulten kamen, welche damals im römischen Reich blühten. Gegen Ende der Apostelzeit hatten die Apostel vor einer solchen Infiltration durch Verführer ernst gewarnt:

So habt nun acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch zu Aufsehern gesetzt hat, um die Gemeinde Gottes zu hüten, die er durch sein eigenes Blut erworben hat! Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen; und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. (Apg 20,28-30)

Es gab aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; und sie werden ein schnelles Verderben über sich selbst bringen. Und viele werden ihren verderblichen Wegen nachfolgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und aus Habsucht werden sie euch mit betrügerischen Worten ausbeuten; aber das Gericht über sie ist längst vorbereitet, und ihr Verderben schlummert nicht. (2Pt 2,1-3)

Geliebte, da es mir ein großes Anliegen ist, euch von dem gemeinsamen Heil zu schreiben, hielt ich es für notwendig, euch mit der Ermahnung zu schreiben, daß ihr für den Glauben kämpft, der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist. Es haben sich nämlich etliche Menschen unbemerkt eingeschlichen, die schon längst zu diesem Gericht aufgeschrieben worden sind, Gottlose, welche die Gnade unseres Gottes in Zügellosigkeit verkehren und Gott, den einzigen Herrscher, und unseren Herrn Jesus Christus verleugnen. (Jud 1,3-4)

… dabei haben sie den äußeren Schein von Gottesfurcht, deren Kraft aber verleugnen sie. Von solchen wende dich ab! Denn zu diesen gehören die, welche sich in die Häuser einschleichen und die leichtfertigen Frauen einfangen, welche mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben werden, die immerzu lernen und doch nie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen können. Auf dieselbe Weise aber wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, so widerstehen auch diese [Leute] der Wahrheit; es sind Menschen mit völlig verdorbener Gesinnung, untüchtig zum Glauben. (…) Böse Menschen aber und Betrüger werden es immer schlimmer treiben, indem sie verführen und sich verführen lassen. (2Tim 3,5-8.13)

Zwischen dem 2. und 5. Jh. entstand durch Untreue und Entartung die scheinchristliche römische Kirche, die in Wahrheit eine heidnische Mysterienreligion hinter einer „christlichen“ Fassade war und ist. Im Gegensatz zur armen und verfolgten Urgemeinde wurde sie rasch durch das Bündnis mit dem römischen Weltreich („konstantinische Wende“) zu einer vom Satan beherrschten finsteren religiösen Macht. Sie regierte über Nationen und Reiche und setzte ihren Machtanspruch mit blutiger Gewalt durch, besonders gegen die kleine Schar von wahren Gläubigen und biblischen Gemeinden, die sich unabhängig von Rom überall verstreut fanden.

 

Wesenszüge des verführerischen Katholizismus

Die Grundzüge und Wesenselemente dieser Falschreligion waren heidnisch und widersprachen der biblischen Lehre grundlegend:[1]

* Während die Bibel lehrt, daß die Errettung allein durch den Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus kommt, lehrt die römische Kirche eine falsche „Rettung“ durch magisch-rituelle Sakramente und durch fromme Werke.

* Während die Bibel lehrt, daß jeder Gläubige ein Priester Gottes ist und wir alle Brüder sind unter dem einen Meister Jesus Christus, lehrt die römische Kirche ein abgehobenes, heidnisches „Priestertum“, das die magisch wirksamen „Sakramente“ verwaltet und als Vermittler des Heils tätig ist.

* Während die Bibel lehrt, daß wir niemand unseren Vater nennen sollen als nur den himmlischen, lehrt die römische Kirche die Machtstellung des Papstes (des angeblich unfehlbaren „heiligen Vaters“) als „Stellvertreter Jesu Christi“ über alle Christen und die ganze Welt.

* Während die Bibel lehrt, daß Christus durch sein einmaliges Opfer am Kreuz, das für immer gilt, ein vollkommenes Heil und völlige Sündenvergebung für alle Glaubenden erwirkt hat, lehrt die römische Kirche, daß die Priester täglich den falschen „Jesus“ in Gestalt einer verwandelten Hostie wieder opfern müssen, um für Sünden Sühnung zu leisten, und daß allein die Priester Vollmacht haben, Sünden zu vergeben.

* Während die Bibel lehrt, daß Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und dem Menschen ist, lehrt die römische Kirche, daß ihre Priester und die ganze Kirche eine Mittlerfunktion haben („außerhalb der Kirche kein Heil“), aber auch die verstorbenen „Heiligen“ und die „Mutter Gottes“, zu denen zahllose Gebete gerichtet werden.

* Während die Bibel lehrt, daß die wahren Gläubigen arme und rechtlose Fremdlinge ohne Bürgerrecht in der Welt sind, die auf Gewalt, Macht und Ansehen bewußt verzichten und auf den wiederkommenden Herrn und Sein Reich warten, lehrt die römische Kirche, daß ihren Repräsentanten Macht und Ansehen und letztlich die Weltherrschaft zustehe, daß sie angeblich das Reich Gottes im Auftrag des Christus auf Erden verwirklichen müsse.

 

Das falsche Priestertum und die falsche Anbetung Roms

In der römischen Kirche hat sich der Satan eine für das Fleisch eindrucksvolle heidnische Fälschung des biblischen Priestertums geschaffen, in der die schlichte Anbetung der Gläubigen im Geist und in der Wahrheit ersetzt wurde durch eine ritualistische (auf dem Glauben an magisch wirksame Rituale beruhende) Fälschung, die auf die Seele wirkt und diese religiös einfängt. Die falschen Priester zelebrieren ihre „Messen“ nach genau vorgeschriebenen, symbolisch bedeutsamen Ritualen und setzen dabei sinnenbetörende Mittel ein, die der neutestamentlichen Anbetung völlig fremd sind, aber Anleihen bei den jüdischen und heidnischen Priestern nehmen.

Dazu gehört der Einsatz von Kerzenlicht und goldgewirkten Prachtgewändern, von Gold und Edelsteinen, von imposanten Kirchenbauten und vergoldeten Altären, von Kultbildern („Maria mit dem Jesuskind“) und Statuen, von Weihrauchduft und farbigen Fenstern, von kostbaren rituellen Gegenständen (Monstranz) und geheimnisvoll-mystischen Mönchschören.

All das bedeutet eine gründliche Verfälschung der biblischen Anbetung und des biblischen Priesterdienstes, der durch heidnischen Götzendienst und allerlei Greuel ersetzt wird. Das haben die Reformatoren und die Täufer, die diesem Götzendienst entronnen waren, noch klar und deutlich gesagt; heute wagt es kaum noch jemand auszusprechen, und die meisten „Protestanten“ und „Evangelikalen“ sind längst von den Listen Roms geblendet und auf dem Weg der Wiedervereinigung mit der von Christus abgefallenen römischen Kirche.

Das falsche Priestertum Roms hat sich als eine überaus mächtige und einflußreiche List des Satans erwiesen, durch die unzählige Millionen vom Heil abgehalten und in die Verdammnis gerissen wurden und werden. Die Irrlehren Roms beeinflussen heute auch Millionen von protestantischen Christen, die durch die Liberaltheologie und die ökumenische Bewegung geblendet wurden und eine falsche „Einheit“ mit der römischen Kirche anstreben.

 

 

2. Der fromme Betrug der römischen Mystik

 

Eine besonders raffinierte Verführung des Widersachers war seit den Anfängen die katholische Mystik, in der „besonders hingegebene“ scheinbar „fromme“ Seelen nach ekstatischen „Gotteserlebnissen“ und einer Vereinigung mit der Gottheit strebten (vgl. die Warnungen in Kol 2,8-23).

Die Mystik ist eine zutiefst heidnische Form von Religiosität, in der der Satan wohl am konsequentesten seine religiöse Verführung verwirklicht hat, nämlich das betrügerische Angebot an die ersten Menschen: „Ihr werdet sein wie Gott“ (1Mo 3,5). Das Bestreben der Mystik ist es, durch asketische Abtötung des Ichs und Auslöschung des Bewußtseins zu einem Erlebnis der Verschmelzung mit dem falschen Gott der Mystik zu kommen, der letztlich immer der finstere „Gott dieser Welt“ ist.

Dabei gibt es verschiedene „Wege“, zu diesem Ziel zu gelangen, und sie alle sind geprägt von fleischlichem Selbstreinigungsstreben einerseits und dämonisch-okkulten Geisterwirkungen andererseits. Zu diesen Wegen der heidnischen Mystik (z.B. Taoismus, Yoga / Hinduismus, Buddhismus) gehören Askese (Fasten, Vegetarismus, Zölibat, Entzug von Schlaf, Selbstkasteiung, Geißelung), verschiedene Techniken zur Ausschaltung des Normalbewußtseins (Mantras, „Gebete“, Meditationsübungen) und magische Praktiken (Kundalini-Yoga, Tai Chi, Verkehr mit „Engeln“, Visualisierung, ekstatische Visionen).

Alle diese zutiefst götzendienerischen und magischen Elemente der heidnischen Mystik wurden in die römische Kirche hineingebracht und dort unter einer scheinbar „christlichen“ Fassade von den falschen römischen Priestern und von ehelos lebenden Mönchen und Nonnen praktiziert, wobei später auch „Laien“ als Mystiker auftraten. Die katholische Mystik ist ein gefährliches Werk des Satans, der dort besonders als „Engel des Lichts“ in Erscheinung tritt und Menschen verführt (vgl. 2Kor 11,14).

Die römischen Mystiker und Mystikerinnen erscheinen als überirdisch hingegebene, erleuchtete, christusliebende Seelen. Doch wenn man ihre „Frömmigkeit“ biblisch prüft, dann wird offenbar, daß sie einen „anderen Jesus“, eine raffinierte Fälschung „lieben“ und verehren, und daß ihre beeindruckenden mystischen Erlebnisse nichts als dämonisches Trugwerk sind.

Die römische Mystik und die von ihr geprägte allgemeine „christliche“ Mystik schufen sich auch ihr gefälschtes Zerrbild von „Priesterdienst“ und „Anbetung“, und zwar in der Form von esoterischen Meditations- und Versenkungsübungen (z. B. die Exerzitien der Jesuiten), in denen der Einzelne versucht, zu einer ekstatischen „Gottesschau“ und einem mystischen „Vereinigungserlebnis“ zu kommen.

Diese vermessenen Versuche, Gott auf eine unbiblische Weise besonders nahe zu kommen, führen in Wahrheit zu dämonischen Trugerfahrungen. Die Bibel lehrt uns ganz klar, daß wir jetzt, solange wir im Fleisch sind, Gott nicht schauen können, sondern im Glauben an den unsichtbaren Gott wandeln, im Vertrauen auf Sein WORT. Wir haben zwar durch den Geist Gottes Gemeinschaft mit Gott, aber eine „Vereinigung“ mit Gott anzustreben ist widergöttliche Vermessenheit und eine böse Frucht der satanischen Verführungsparole „Ihr werdet sein wie Gott“.

Auch gemeinschaftliche Meditationen und mystische Rituale wurden in der falschen „christlichen Mystik“ entwickelt; die falsche „Anbetung“ der Eucharistie wurde mystisch ausgedeutet, und im Mönchtum gab es auch mystische Gesänge, etwa die „gregorianischen Gesänge“ des Mönchtums, die später z.B. in der ökumenischen Mönchsgemeinschaft Taizé aufgegriffen und wiederbelebt wurden. Heute erlebt die Mystik gerade in der „Taizé-Bewegung“, die Hunderttausende junger Menschen anspricht, sowie in der Emerging Church eine gefährliche Renaissance.[2]

 

3. Die falsche Anbetung der Pfingst- und Charismatischen Bewegung

 

In der ausreifenden endzeitlichen Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstärkten sich die Angriffe des Widersachers auf die wahre Gemeinde beträchtlich. Um die sich ausbreitenden protestantischen Gemeinden und Bewegungen irrezuführen und geistlich vom rechten Weg abzubringen, griff der Widersacher an zwei Fronten massiv an: zum einen vermischte er sie mit dem von ihm entwickelten Gift der bibelkritischen Theologie und führte die ökumenische Weltbewegung zu großem Einfluß, die das wahre Evangelium und den echten Glauben verleugnet und durch ein blutloses „soziales“ Falschevangelium ersetzt.[3]

Zum anderen aber brachte der Widersacher eine evangelisch und „biblisch“ erscheinende falsche „Erweckungsbewegung“ in Gang, indem er einen betrügerischen, andersartigen Geist auf einige Gruppierungen der extremen Heiligungsbewegung kommen ließ und so die „Pfingstbewegung“ ins Leben rief, die in vielem der römischen Mystik sehr ähnlich war.

In ihr wirkten nach 1Tim 4,1 betrügerische Geister und Lehren der Dämonen; der falsche Geist dieser Bewegung bewirkte ganz ähnliche Symptome wie bei den katholischen Mystikern: Verzückungen und Visionen, Trancezustände und falsche „Wunder“ (Schweben, Heilungen), Wahrsagerei und falsche Prophetenbotschaften. Schon in der Pfingstbewegung wurde die biblische Anbetung mit ekstatisch-schwarmgeistigen Verführungseinflüssen durchmischt und vielfach durch eine schwarmgeistige Fälschung ersetzt, auch wenn diese „Pfingstjubel“-Lieder oft noch Anklänge an geistliche Glaubenslieder bewahrten.

Dieser verführerische schwarmgeistige Einfluß wurde noch einmal massiv verstärkt und vervielfältigt durch die ab ca. 1960 sich ausbreitende Charismatische Bewegung, welche dieselben schwarmgeistigen Verführungslehren vertritt wie die ältere Pfingstbewegung, aber zugleich stark weltförmig und gesetzlos geprägt ist und viele Kreise erfaßt hat, die durch die Pfingstbewegung nicht erreicht wurden. Insbesondere hat die Charismatische Bewegung seit den siebziger Jahren des 20. Jh. zunehmend auch evangelikale Gemeinden unterwandert („Dritte Welle“).

 

Verführung durch Rock- und Pop-„Anbetung“

In Verbindung mit der Charismatischen Bewegung entstand eine neue schwärmerisch-mystische falsche „Anbetung“ und eine raffinierte Verfälschung des neutestamentlichen Priesterdienstes, die weitesten Einfluß hat und sich katastrophal auf die Anbetung biblischer Gemeinden ausgewirkt hat. Das Besondere dieser „Lobpreis“lieder ist der bewußte Einsatz von weltlicher Rock- und Popmusik in den Gemeinden.

Die Rock- und Popmusik ihrerseits hat aber ihren Ursprung in der Dämonenanbetung afrikanischer Stämme, die sich durch Tanzen zu Trommelrhythmen und magischen Gesängen in einen Zustand der Ekstase brachten, in der dann die „Vereinigung mit den Geistern“ stattfand. Auch die magische Dämonenverehrung hinduistischer Gurus hatte ihren Anteil an dieser Musik, die wie keine andere den christlichen Glauben zersetzt und untergraben hat und Millionen in ein Leben der Hurerei, Gesetzlosigkeit und des Götzendienstes geführt hat. Ausgerechnet diese Musik setzten die falschen „Priester“ der Charismatik ein, um ihre gefälschte „Anbetung“ attraktiv für die Massen zu machen.

Diese Entweihung des Gottesdienstes durch eine dämonisch inspirierte weltliche Musik hatte ihren Ursprung bei den ehemaligen Hippies der „Jesus People“, die von New Age und Esoterik in die eng verwandte Charismatik überwechselten und erstmals die Rock- und Popmusik, von der sie abhängig waren und mit der sie nicht brechen wollten, in die „Anbetung“ der Charismatiker einschleusten. Daraus entwickelte sich ein millionenschwerer Wirtschaftszweig, der heute unzählige Lieder von Charismatikern vermarktet, die vorgeblich der „Anbetung Gottes“ dienen.

In Wahrheit sind diese Lieder nicht an den biblischen Herrn Jesus Christus und den wahren Vater im Himmel gerichtet. Sie entspringen dämonischer Inspiration und richten sich an einen anderen Jesus; in ihnen wirkt ein anderer Geist (2Kor 11,4), der durch ein ausgefeiltes Ritual des „Lobpreises“ seine Anhänger regelmäßig in Ekstase- und Trancezustände führt. Dabei werden heute alle Elemente der Manipulation eingesetzt, die auch die weltliche Popmusik kennt: ständige Wiederholungen, Einsatz von Schlagzeug und E-Gitarre, hohe Lautstärke, Lichtorgeln, Nebelwerfer, Discoatmosphäre und zunehmend auch ekstatischer Tanz, ergänzt durch „Zungengesänge“ und „prophetische Botschaften“.

Im Grunde gleicht das charismatische „Lobpreis“ritual immer offener und ungeschminkter den Geisterbeschwörungs-Zeremonien der Götzenvölker. Diese Lieder, deren Texte zumeist den Irrlehren der Charismatiker angepaßt sind und deren Melodien heidnisch und tranceauslösend sind, stellen ein Greuel im Tempel Gottes dar, eine Entweihung und Verfälschung der wahren Anbetung, die Gott völlig zuwider ist.[4]

Ich hasse, ich verachte eure Feste und mag eure Festversammlungen nicht riechen! Wenn ihr mir auch euer Brandopfer und Speisopfer darbringt, so habe ich doch kein Wohlgefallen daran, und das Dankopfer von euren Mastkälbern schaue ich gar nicht an. Tue nur hinweg von mir den Lärm deiner Lieder, und dein Harfenspiel mag ich nicht hören! (Am 5,21-23)

Die Führer der charismatischen Gruppierungen – Pastoren, Lobpreisleiter, Propheten, „Wunderheiler“, „Seelsorger“ – sind zu einem verführerischen Schlag von falschen Priestern geworden, die eine magische, zutiefst heidnische Spielart von „Priesterschaft“ ausüben. Sie gleichen in vielem den Schamanen der götzenanbetenden Völker; sie praktizieren Wahrsagerei und Hellsehen, Geistheilungen und „Bannen von Geistern“, sie rühmen sich des Besitzes von Wunderkräften und verteilen eifrig durch magische Handauflegung mit spürbarem Kraftdurchfluß ihren „Segen“. Ihre Ziele sind die aller heidnischen Religionen: Gesundheit, Wohlstand, Erfolg.

Sie binden die Menschen durch geschickte Manipulation an sich selbst und bereichern sich vielfach ohne Hemmungen an ihnen. Sie führen sie nicht zu dem wahren Herrn Jesus Christus, sondern verleiten sie zum Götzendienst und zur Öffnung für endzeitliche betrügerische Geister. So erweist sich die Charismatische Bewegung durch ihre Früchte als ein geschicktes und hochwirksames Verführungswerkzeug des Widersachers, durch das er zunehmend weitere Kreise der Evangelischen und Evangelikalen von ihrem ursprünglichen Glauben abzieht und hinführt nach Rom.

Heute tritt besonders in der Charismatischen Bewegung immer deutlicher eine offen ökumenische Ausrichtung und eine Neigung zur römischen Pseudofrömmigkeit zutage. Der falsche, ungesunde Glaube der Pfingstler und Charismatiker ist über die Brücke der Mystik sehr gut vereinbar mit der trügerischen Frömmigkeit der römischen Kirche, und dank der verstärkten Bemühungen der katholischen Kirche kommt es zu einer immer offensichtlicheren Annäherung der beiden Verführungsströmungen.

 

 

4. Endzeitliche Einflüsse, die heute unseren Priesterauftrag gefährden

 

Wir haben das Thema „Der heilige Priesterdienst der Gläubigen“ auch deshalb ausführlicher untersucht, weil es für jeden nachdenklichen Beobachter offenkundig ist, daß diese biblische Lehre, dieser göttliche Auftrag heute durch verschiedene Einflüsse besonders massiv verfälscht und untergraben wird und in vielen Gemeinden unterzugehen droht.

So wie der Feind zur Zeit Israels dem lebendigen Gott die Anbetung rauben wollte durch raffinierte Verführung und Vermischung mit den götzendienerischen Heidenvölkern, so versucht er es auch heute. Er versucht, die Gemeinde Gottes mit heidnischem Götzendienst zu unterwandern; er versucht, die wahre, schriftgemäße Anbetung im Geist zu ersetzen durch eine gefälschte „Anbetung“ im Stil heidnischer Götzenkulte; er betreibt die Vermischung von Licht und Finsternis, von römischem Sauerteig und biblischer Gemeinde, von scheinchristlicher Ökumene und wahren Gläubigen. Damit hat er erschreckenden Erfolg in weiten Kreisen derer, die als „Evangelikale“ einmal für ihren Bibelglauben und ihren Eifer für Christus bekannt waren.

 

Endzeitliche Entwicklungen bringen zunehmende Verführung mit sich

Wir leben in der Endzeit, der Zeit kurz vor der Wiederkunft Jesu Christi auf die Erde. Nach den Voraussagen der neutestamentlichen Schriften ist das eine Zeit zunehmender falschprophetischer Verführung und Gesetzlosigkeit (Mt 24,11-12), eine Zeit des Verfalls und der Ausbreitung eines nur noch äußerlichen Christentums ohne wahre Gottesfurcht (2Tim 3,1-5), eine Zeit der juckenden Ohren, in der die gesunde Lehre verworfen wird (2Tim 4,3-4), eine Zeit, in der viele vom Glauben abfallen, weil sie von irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen dazu verleitet werden (1Tim 4,1).

All das sehen wir in der heutigen Gemeinde in erschreckendem Ausmaß verwirklicht. Der Widersacher greift die endzeitliche Gemeinde massiv an und versucht, ihren geistlichen Charakter zu zerstören und sie in die weltliche und weltweite Einheitsreligion mit hineinzuziehen, die er parallel mit starken Kräften fördert und aufbaut. Es ist naheliegend, daß dabei auch die Berufung der Gemeinde als heiliges Priestertum für Gott unter Beschuß kommt und der Feind alles daransetzt, diese Berufung in Vergessenheit geraten zu lassen.

Der priesterliche Charakter der Gemeinde als Tempel Gottes setzt voraus, daß in unserem Gemeindeleben der heilige Gott absolut im Mittelpunkt steht, daß alle Aktivitäten auf Ihn ausgerichtet sind und sich nach Seinem Wort, nach Seinen inspirierten Anweisungen ausrichten. Das Wirken des Heiligen Geistes, Ehrfurcht vor Gott, Zucht und geheiligter Gottesdienst kennzeichnen eine solche Gemeinde. Sie sollte geprägt sein von geistlichen Liedern zum Lob und zur Anbetung Gottes, ehrfürchtigen Gebeten, sowie einem bewußten Verzicht auf menschliche Selbstdarstellung oder weltliche Einflüsse.

Doch solche Gemeinden findet man zunehmend weniger. Heute geht der allgemeine Trend unter den Evangelikalen zu einem vom Welt- und Zeitgeist geprägten „Gottesdienst“, bei dem in Wirklichkeit der Mensch und nicht Gott im Mittelpunkt steht, bei dem weltliche Rock- und Popmusik, weltliche Disco- und Showatmosphäre, oberflächliche Kurzpredigten, ekstatischer „Lobpreis“ und manchmal auch Rockdisco-Einlagen dazu dienen, ungläubige Besucher anzulocken und zu belustigen.

Diese Ausrichtung auf die Bedürfnisse unbekehrter Besucher und scheinbekehrter Gemeindeglieder auf Kosten der Gottesfurcht und Heiligkeit zerstört den Charakter der Gemeinde als Tempel Gottes und heilige Priesterschaft. Das inspirierte und verbindliche Wort Gottes wird dabei außer Kraft gesetzt und aufgelöst, nicht zuletzt auch durch den bewußten Einsatz von Frauen als Leiterinnen und Predigerinnen, in dreister Mißachtung der göttlichen Anweisungen in 1Tim 2,11-12.

 

Die Verführung trifft auch konservative bibeltreue Gemeinden

Jeder Gläubige, dem die Berufung zu einem heiligen Priestertum noch am Herzen liegt, sieht die heutigen Entwicklungen mit Besorgnis. Sie betreffen nicht nur die ohnehin schon weit von biblischen Maßstäben abgedrifteten modernen Evangelikalen in den Kreisen der „Evangelischen Allianz“, sondern zunehmend auch konservativere bibelgläubige Gemeinden. Es ist offenkundig, daß verschiedene zerstörerische Einflüsse auch unter solchen Gemeinden wirksam sind, denen früher wahre Anbetung und Priesterdienst im Sinne des Neuen Testaments sehr wichtig waren.

Wir können solchen Entwicklungen nur entgegentreten, wenn wir sie geistlich beurteilen und ihr Wesen, ihre Herkunft aus den irreführenden Taktiken des Widersachers erkennen. Vordergründig sind diese Entwicklungen von Menschen in Gang gebracht worden, die sicherlich meinen, Gott einen Dienst damit zu erweisen, daß sie „moderne“, „zeitgemäße“ Formen der Anbetung in die Gemeinde einführen und sie für Ungläubige „attraktiv“ machen.

Vordergründig meinen die charismatischen „Lobpreisleiter“ und „Lobpreisteams“ ganz sicherlich, sie würden Gott auf besonders innige und wohlgefällige Weise anbeten und seien viel „geistlicher“ als die altmodischen Bibelchristen. Wir sind nicht berufen, ihre Motive zu ergründen oder gar über sie zu Gericht zu sitzen.

Aber wir haben sehr wohl den Auftrag vom Herrn, alles zu prüfen und zu beurteilen (vgl. 1Joh 4,1) und alles abzuweisen, was nicht mit der gesunden Lehre des Wortes Gottes übereinstimmt (vgl. u.a. 1Tim 6,3-5; Tit 1,9-14). Dabei müssen wir auch die geistlichen Hintergründe aller Entwicklungen beurteilen und die Geister unterscheiden. Einige Fehlentwicklungen kommen sicherlich einfach aus dem Fleisch und der mangelnden Treue von Kindern Gottes; anderes ist durch weltliche Namenschristen verursacht, die nicht von neuem geboren sind (vgl. 2Tim 3,1-5).

Aber angesichts solcher zerstörerischer Entwicklungen dürfen wir auch das Wirken des Widersachers nicht ignorieren, von dem uns die Schrift lehrt:

Im übrigen, meine Brüder, seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr standhalten könnt gegenüber den listigen Kunstgriffen des Teufels; denn unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Herrschaften, gegen die Gewalten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen [Mächte] der Bosheit in den himmlischen [Regionen]. Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr am bösen Tag widerstehen und, nachdem ihr alles wohl ausgerichtet habt, euch behaupten könnt. (Eph 6,10-13)

Der Feind gebraucht Menschen für seine bösen Pläne und Anschläge gegen die wahre Gemeinde; er benutzt vorzugsweise seine Werkzeuge, die falschen Lehrer, Propheten und Apostel (vgl. 1Joh 4,1; 2Pt 2,1-3; 2Kor 11,13-15); aber er gebraucht manchmal auch irregeleitete, fleischliche Gläubige, ohne daß sie dies wüßten oder wollten (siehe Petrus, Mt 16,23).

Wir wollen nachfolgend versuchen, einige wichtige endzeitliche Einflüsse zu kennzeichnen, die heute zusammenwirken, um den heiligen Priesterauftrag der Gemeinde zu gefährden. Wir wollen diese Einflüsse etwas vereinfacht gewissen Bewegungen und Trends unter den Gläubigen zuordnen, obwohl sie in der Wirklichkeit zumeist überall vermischt auftreten und zusammenwirken. Dem liegen nach unserer Überzeugung verschiedene Strategien des Widersachers zugrunde, die natürlich den Menschen, die in diesen Bewegungen handeln, nicht bewußt sind, die aber dem bibellesenden Beobachter deutlich werden.

Vereinfacht kann man sagen, daß der Widersacher den wahren Priesterdienst und die Anbetung entweder durch massive Weltanpassung erstickt oder aber durch eine pseudofromme Fälschung zerstört; in vielen Fällen wirken heute beide Taktiken zusammen.

 

a. Gefahr Nr. 1: Verfälschung der Anbetung und des Priesterdienstes durch charismatischen „Lobpreis“ und katholische Mystik

 

Die bei weitem auffälligste und überall erkennbare Entwicklung in bezug auf die Anbetung der Gemeinde ist die scheinbar unaufhaltsame Ausbreitung charismatischer „Lobpreis“lieder auch in konservativen oder sogar in ansonsten bibeltreuen Gemeinden. Diese Entwicklung wird von vielen Christen als normal bewertet, als unvermeidliche Anpassung des Liedgutes an einen zeitgemäßen Musikgeschmack. Und doch ist sie mit Sicherheit der folgenschwerste Angriff des Widersachers auf das heilige Priestertum der Gemeinde, ein raffinierter Schachzug, um die Anbetung der Gemeinde zu entweihen und zu verderben.

 

Der zersetzende Einfluß der charismatischen Lieder

In vielen Gemeinden kommt dieser Einfluß schleichend und verdeckt auf; zuerst singt man diese Lieder vielleicht „nur“ in der Jugendgruppe; dann werden Wünsche laut, doch um der Jugend willen auch im Gottesdienst solche Lieder zu singen. Am Anfang ist es vielleicht nur ein Lied pro Sonntag, aber bald werden es mehr und mehr, und schließlich stellt die Gemeindeleitung (oder die Jugend) ein Schlagzeug in den Gottesdienstraum, die Lieder werden mit einer „Band“ begleitet und vom Beamer an die Wand projiziert, und die ersten fangen vielleicht bald an, sich in den Klängen des Pop-„Lobpreises“ zu wiegen, die Hände zu heben und zu tanzen.

Durch das alles hindurch wirkt der subtile Geisteseinfluß des charismatischen Irrgeistes auf das früher vielleicht bibeltreu denkende Publikum ein. Die Texte sind vielfach geprägt von Irrlehren der Charismatiker, und die ekstasefördernde Musik bewirkt eine geistliche Befleckung und Eintrübung, ja, eine Benebelung der Singenden.

Allmählich wächst das Bedürfnis nach stärkeren Trance- und Ekstaseerfahrungen, denn diese Musik wirkt wie eine Droge. Sie vermittelt eine gewisse irrgeistig erzeugte Euphorie, ein künstliches Hochgefühl, das prickelnde Empfinden einer gewissen „Geistesgegenwart“ im Raum, die aber nicht von Gott kommt. Danach werden immer mehr Zuhörer latent süchtig, was schließlich oft dazu führt, daß sie in eine offen charismatische Gemeinde abwandern, wo sie die volle Dosis der Droge bekommen.

Dann erschrecken die halbherzigen und kompromißliebenden Gemeindeverantwortlichen und jammern; sie fragen sich, wie das passieren konnte, nachdem man der Jugend doch so viele Zugeständnisse gemacht hat. Doch gerade diese pragmatisch begründete Duldung der charismatischen Lieder ist eine wesentliche Wurzel dafür, daß schließlich viele ungefestigte Leute in die Extremcharismatik abwandern.

Die Verantwortlichen haben nicht verstanden, daß der charismatische „Lobpreis“ ein dämonisch inspiriertes fremdes Feuer im Heiligtum Gottes ist. Diese Lieder stellen geistlich gesehen Sauerteig dar, und ein wenig Sauerteig wird, wenn man ihn duldet, schließlich den ganzen Teig durchsäuern (vgl. 1Kor 5,6-8; Gal 5,9; Mt 13,33).

Die Wurzel solchen Übels ist zumeist, daß man die Frage der charismatischen Lieder nicht geistlich, sondern fleischlich-menschlich beurteilt hat. Viele Verantwortliche aus bibeltreu geprägten Gemeinden haben eine gewisse Distanz zur Charismatischen Bewegung und ihren Lehren, aber sie meinen, die Lieder dieser Bewegung könne man dennoch singen, wenn sie im Text keine groben Abweichungen von der Bibel erkennen lassen. Doch das greift viel zu kurz.

Zum einen wird oft nicht klar erkannt, daß diese Bewegung aus dem Wirken eines verführerischen falschen Geistes entstanden ist, der sie auch beherrscht und auch ihr Liedgut prägt und erfüllt. Das Ritual des charismatischen „Lobpreises“ ist im Grunde ein heidnisches Ritual, bei dem die Menschen in Ekstase geführt und dann in Verbindung mit dem irreführenden Geist dieser Bewegung gebracht werden, den sie als „Heiligen Geist“ anbeten. Dieser Geist gaukelt ihnen auch einen anderen Jesus vor, an den sich auch die Lieder richten (vgl. 2Kor 11,4).

Es wird auch nicht verstanden, daß diese Lieder, die vordergründig oft sehr attraktiv sind und einen biblisch-frommen Schein tragen, aus der Inspiration dieses verführerischen charismatischen Geistes entstanden sind. Die durchweg hochgradig von diesem Verführungsgeist geprägten „Lobpreisleiter“, die zumeist diese Lieder verfassen, lassen sich bewußt von diesem Geist sowohl Text als auch Melodie eingeben; diese Lieder sind dann gut und erfolgreich, wenn sie in der Lage sind, Tausende beim Singen in Ekstase und unter diesen falschen Geist und seine Wirkungen (Visionen, Eingebungen, „Heilungen“, „Dämonenaustreibungen“) zu bringen.

Sehr viele Evangelikale und auch konservativere Brüder verstehen schlicht nicht, was hinter diesen Liedern steht; sie urteilen fleischlich-menschlich und pragmatisch und erkennen die verführerischen Geisteswirkungen nicht. Leider lassen sich solche Verantwortliche zumeist auch nicht von ehemaligen Charismatikern warnen, die diese Geistesmächte selbst erlebt und ihre bösen Früchte durchlitten haben. Solche werden schnell als überspannte und extreme Störenfriede abgetan und ihre berechtigten Warnungen mißachtet.

Diese Lieder zerstören mit ihrem schleichenden Einfluß eine noch biblisch orientierte Gemeinde, die sie immer wieder singt. Sie breiten den Nebel des dämonischen Verführungsgeistes über der Gemeinde aus, wodurch der Heilige Geist betrübt wird und sich immer weiter zurückzieht. Sie zerstören die Gottesfurcht, die Heiligung und Nüchternheit bei den Gläubigen und bewirken subtil eine Ausbreitung von Mystik und Schwärmerei, von Ichhaftigkeit und Zuchtlosigkeit, von Sich-Gehenlassen und sogar Unzucht in Gedanken, Worten und Taten. Längerfristig bewirken sie eine Aufgabe von klaren bibeltreuen Überzeugungen und eine Öffnung für das evangelikal-ökumenisch-charismatische Lager.

 

Anbetung im Geist ist unvereinbar mit Ekstase und Rockmusik

Wenn die Gläubigen die ganze Frage der charismatischen Lieder wirklich geistlich untersuchen würden, dann könnte sich die heute vielfach geäußerte Meinung nicht mehr halten, die behauptet, die Frage des Liedgutes sei eine einfache Frage des persönlichen Geschmackes und des wechselnden Musikstils verschiedener Generationen; Gott sei jede Musik willkommen, in der Er gelobt werde. Die Not, die viele geistlich konservative Geschwister mit dem „Lobpreis“ hätten, sei auf menschlich-traditionelle Verengung zurückzuführen. Im Grunde benutzt der Widersacher solche Meinungen, um den unterschwelligen zerstörerischen Einfluß der charismatischen Lieder ungestört weiter fördern zu können.

Neben dem Wirken des charismatischen Verführungsgeistes in diesen Liedern muß hier auch die bewußtseinsverändernde, trancefördernde Wirkung der fast durchgängig im „Lobpreis“ eingesetzten Pop- und Rockmusik nüchtern und geistlich geprüft werden. Diese Musik ist keineswegs „neutral“ und unbedenklich, sondern sie hat, wie oben schon angedeutet, ihre geistlichen Wurzeln in der Götzenanbetung der Heidenvölker, sowohl Afrikas wie auch Asiens.

Der Mischmasch aus den Trommelrhythmen afrikanischer Götzenanbeter und den Sirenenklängen psychedelischer hinduistischer Meditationsmusik kann dem heiligen Gott niemals wohlgefällig sein; im Gegenteil, er ist Ihm ein Greuel, wie jede Vermischung von Gottesdienst und Götzendienst. So etwas führt zum Gericht Gottes über die Priester, die solches fremde Feuer vor Gott zu bringen wagen (vgl. das warnende Vorbild von Nadab und Abihu in 3Mo 10,1-3).

Die Pop- und Rockmusik hat einen ausgeprägt endzeitlichen und gesetzlosen Charakter.[5] Sie ist weit davon entfernt, neutral oder Gott wohlgefällig zu sein. Wenn wir ihre Geschichte untersuchen, so erweist sie sich als die schärfste Waffe des Teufels bei der Irreführung und Verderbnis einer ganzen Generation, der „68er“, wie auch aller nachfolgenden Generationen.

Die Botschaft dieser Musik ist rücksichtslose Selbstverwirklichung, Ablehnung des Verstandes und der Selbstbeherrschung, Auflehnung gegen Gott und Seine Ordnungen und Autoritäten, Verherrlichung von Chaos, Anarchie, Zynismus und moralischer Nihilismus, Lustbefriedigung um jeden Preis, das zügellose Ausleben geschlechtlicher Begierden, die Suche nach Ekstase im Drogenrausch, Lust an Mord und Selbstmord, an Gewalt und Quälerei, Magie und Aberglaube, letztlich die Verehrung des Teufels und seiner Dämonen.

Diese Musik war wahrscheinlich der stärkste Einflußfaktor, der die 68er-Generation des Abendlandes in Rebellion gegen Gott und Seine Gebote führte, in zügellose Hurerei und Drogenrausch, in Aufruhr gegen Eltern, den Staat und jede Autorität. Diese Musik förderte die Ausbreitung von Okkultismus und New Age genauso wie von Neomarxismus und fernöstlichen Sekten.

Die Rock- und Popmusik ist raffiniert gemacht und kommt bei den endzeitlichen Menschen gut an, wie ein geschickt gemixter Drogencocktail, durch den das Opfer gefügig gemacht werden soll. Sie bewirkt ganz unabhängig von irgendeinem Text meßbare Bewußtseinsveränderungen bei den Hörern, eine gewisse Form von Trance und Ekstase, die sie öffnet für Geisteswirkungen böser Geister.

Daß diese teuflische Musik von irregeleiteten Leuten benutzt wird, um damit den heiligen Gott der Bibel „anzubeten“, gehört zu den folgenschwersten Verirrungen der Christenheit des 20. Jahrhunderts. Die Einführung dieser Musik in den heiligen Tempel Gottes bedeutet eine gründliche Entweihung dieses Tempels und eine Entartung des dort praktizierten Priesterdienstes.

Wo diese Musik in Gestalt „moderner christlicher Musik“ (engl. CCM – „Contemporary Christian Music“) oder des charismatischen Lobpreises von Gemeinden eingesetzt wird, da zieht sich der Herr mitsamt Seinem Geist zurück; solche Gemeinden werden unweigerlich früher oder später dahingegeben in den Sog des ökumenisch-charismatischen Abfalls vom Glauben, der vor unseren Augen mit erschreckender Geschwindigkeit voranschreitet.

Echte Anbetung im Geist und in der Wahrheit, wie sie das NT lehrt, ist zutiefst unvereinbar mit dieser unreinen Ekstasemusik. Sie erfordert eine reine, zurückhaltende, harmonische Musikbegleitung, die auf jede aufputschende und manipulierende Wirkung verzichtet, die den Inhalt des Gesungenen in den Vordergrund stellt und unterstreicht.

Geistliche Lieder müssen durchaus nicht immer alte Lieder sein, obwohl es einen bewährten Schatz alter geistlicher Lieder gibt, den wir keinesfalls preisgeben sollten. Es kann und sollte durchaus auch neue geistliche Lieder, neue Anbetungslieder geben, die Gott wohlgefällig sind, aber dazu müssen sie sorgfältig frei gehalten werden von den Einflüssen der Charismatik und der Popmusik.

Der Vormarsch der Charismatiker und ihrer „Lobpreismusik“ hat unabsehbare geistliche Verwüstungen in dem unsichtbaren Tempelheiligtum der Gemeinde angerichtet, sodaß wir erinnert werden an die Klage der alttestamentlichen Gläubigen:

Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben, an den Stamm deines Erbteils, den du erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem du Wohnung genommen hast! Erhebe deine Schritte zu dem Ort, der so lange in Trümmern liegt! Alles hat der Feind verderbt im Heiligtum! Deine Widersacher brüllen in deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Banner als Zeichen aufgestellt. (…) Sie stecken dein Heiligtum in Brand, sie entweihen die Wohnung deines Namens bis auf den Grund! (Ps 74,2-4.7)

Der Feind hat seine Hand ausgestreckt nach allen ihren Kostbarkeiten; ja, sie hat sehen müssen, wie Heiden in ihr Heiligtum eindrangen, von denen du doch geboten hattest, daß sie nicht in deine Gemeinde kommen sollten! (Klagel 1,10)

 

Römische Mystik als Ersatz für echte Gottesverehrung

Ein bisher noch untergeordneter Trend sollte noch Erwähnung finden, weil er in Zukunft durchaus mehr Bedeutung gewinnen könnte. Die geistlich eng mit der Charismatik verwandte Strömung der katholisch-christlichen Mystik wird in verschiedenen evangelikalen Kreisen immer populärer, und erfahrungsgemäß dringen solche Einflüsse etwas zeitverzögert auch in bibeltreue Gemeinden ein.

Allgemein äußern sich solche mystische Einflüsse etwa in dem „Hören auf Gott“, bei dem die Meditierenden ihren Verstand ausschalten, sich auf ihren Atem konzentrieren und dann die aufkommenden Gedanken als „Gottes Botschaften“ akzeptieren und z.T. niederschreiben sollen. Die auf diese Weise entstandenen verführerischen „Jesus-Botschaften“ von Sarah Young („Ich bin bei dir“) haben vor allem unter Christinnen große Popularität erlangt.

Verführerische Prediger wie Rick Warren und Bill Hybels empfehlen die mystischen Praktiken des katholischen Mönchs „Bruder Lorenz“, die zu einer „Verwirklichung der Gegenwart Gottes“ im Alltag anleiten wollen, als wertvolle Vertiefung des geistlichen Lebens.

Die mystische Verfälschung wahrer Anbetung wird zur Zeit vor allem in verschiedenen emergenten Gruppen praktiziert; dort gibt es z.T. ausgeschmückte „Meditationsräume“, wo die Menschen vor Kerzen und Ikonenbildern meditieren können. Meditative Rituale und Lieder, z.B. aus der Taizé-Bewegung, werden in postmodernen Jugendkirchen aufgegriffen. Allgemein ist eine Annäherung an die verführerische falsche Anbetung der römischen Kirche unverkennbar.

 

b. Gefahr Nr. 2: Erstickung des Priesterdienstes durch Anpassung der Gemeinden an die Welt

 

Eine zweite große Entwicklungslinie ist mit der vorgenannten vielfach verbunden, aber wir wollen sie dennoch gesondert behandeln. Vor allem die moderne Gemeindewachstumsbewegung hat dazu geführt, daß viele evangelikale Gemeinden noch übriggebliebene Elemente geistlichen Lebens und priesterlicher Anbetung abgeschafft und sich radikal der Welt angepaßt haben.

Dazu haben auch das in diesen Kreisen überwiegend verbreitete falsche „Soziale Evangelium“ und die unbiblische Ausrichtung auf sozialpolitisches Engagement der Christen beigetragen; eine Gemeinde, die sich in die Geschäfte und politischen Machenschaften der Welt einmischt, verliert ihren priesterlichen Charakter und ihre Vollmacht, auf die Ewigkeit hinzuweisen. Nach innen verliert sie ihre Ausrichtung auf den wahren Gott und auf echte Anbetung; all das wird erstickt durch den Geist dieser Welt, der dort vorherrscht.

Diese schlimme Entartung des biblischen Gemeindelebens wird u.a. auch mit dem Konzept der „besucherfreundlichen Gottesdienste“ begründet: eine moderne, „missionarisch attraktive“ Gemeinde müsse alle Elemente ihrer Gottesdienste und ihres Gemeindelebens so gestalten, daß sich ungläubige Besucher dabei wohlfühlen könnten.[6]

In der Praxis bedeutet das zumeist: die meisten alten, geistlichen Gemeindelieder werden durch moderne Pop- und Rocksongs und charismatischen „Lobpreis“ ersetzt; die Predigten werden auf 20 Minuten verkürzt und enthalten fast nur noch „positive Botschaften“ mit minimalem geistlichem Gehalt und Tiefgang; die ganze Atmosphäre wird im Stil von „Pro Christ“ an weltliche Fernsehshows und Unterhaltungsveranstaltungen angepaßt.

Der Mensch muß in diesem modernen Konzept im Mittelpunkt stehen; alles wird daran gemessen, daß moderne Menschen sich wohlfühlen, sich wiederfinden, Bestätigung und Annahme erfahren und sich selbst verwirklichen können. Damit wird aber die biblische Lehre von der Gemeinde völlig verfälscht und verlassen, nach der alles in der Gemeinde sich um Gott, um den Herrn Jesus drehen soll, der doch in der Mitte der Heiligen gegenwärtig ist, der redet und die Gemeinde erbaut.

 

Die systematische Entheiligung des Heiligtums der Gemeinde

Nach Gottes Gedanken, das haben wir im Teil I. ausführlich betrachtet, ist die Gemeinde ein Heiligtum für Gott, in dem der ewige Gott durch Seinen Geist gegenwärtig ist und Anbetung empfängt. Die Gemeindeversammlungen sind ausdrücklich nur für von neuem geborene Gläubige gedacht, die darin Erbauung empfangen und Gott geistliche Opfer darbringen sollen. Alle Vorgänge in der Gemeinde Gottes sollen nach Gottes inspirierten Anweisungen im Neuen Testament geschehen; der Geist Gottes soll den Dienst der Gläubigen leiten, damit in allem Gott verherrlicht wird durch Christus Jesus (1Pt 4,11).

Der Satan hat es verstanden, viele unklare und oft nicht wirklich wiedergeborene Christen in evangelikalen Kreisen so irrezuführen, daß sie diese klare und einfache biblische Ordnung für die Gemeinde vollständig über Bord geworfen haben, weil sie angeblich nicht mehr „zeitgemäß“ sei. Schon das ist ein gefährlicher Irrtum; die wahre Gemeinde Gottes paßt sich in ihrem Wesen und ihrem Leben niemals dem Zeitgeist und der Welt an; ihr Gottesdienst sieht im 21. Jahrhundert im Wesentlichen nicht anders aus als im 1. Jahrhundert!

O Gott, es sind Heiden in dein Erbteil eingedrungen! Sie haben deinen heiligen Tempel verunreinigt und Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht! (Ps 79,1)

Durch die Verführungslehren der Gemeindewachstumsbewegung flüsterte der Widersacher vielen Gemeindehirten ein, sie könnten gewaltiges Mengenwachstum erreichen und viele Menschen „für Jesus gewinnen“, wenn sie ihre Gemeinden für den Geist dieser Welt öffneten und alles Geheiligte aus ihnen ausmerzten: die Verkündigung vom Kreuz, von der Buße, von der Heiligung und Selbstverleugnung, die bewährten geistlichen Lieder, grundlegende Ordnungen wie die Kopfbedeckung und das Schweigen der Frau, hinderliche „alte Zöpfe“ wie Gemeindezucht und ehrfürchtiger Ernst im Verhalten.

All das wurde auf dem Götzenaltar des „Gemeindewachstums“ geopfert und stattdessen die Gemeinde so umgepolt, daß ihre Zusammenkünfte eher weltlichen Unterhaltungsshows und Vergnügungsveranstaltungen gleichen: weltliche Rock- und Popmusik wird gespielt und womöglich mit Discotanz verbunden, Videos und Theaterszenen werden gespielt; charismatischer „Lobpreis“ soll ekstatische Stimmungen hervorrufen; die „Inputs“ betonen einseitig nur Gottes Gnade und Güte und verschweigen Seine Heiligkeit und Sein Gericht; es geht um Lebenshilfe und positives Denken, um Menschengefälligkeit, Schmeichelei und Selbstverwirklichung.

All das mag durchaus von gewissen äußerlichen Erfolgen begleitet sein: vielleicht (durchaus nicht immer) kommen mehr Leute in die Gottesdienste, der Betrieb läuft rund … Nur: mit all dem wurde der heilige Tempel der Gemeinde in einen heidnischen Götzentempel verwandelt, den der heilige Gott nicht mehr als Seine Wohnstätte und Sein Zeugnis anerkennen kann. Wir werden besonders auch angesichts des frommen Theaters vieler Charismatiker (brüllendes Zungengebet, Bannerschwingen, Rockmusik und Discotanz in den „Gottesdiensten“) an die Klage des Psalmisten erinnert:

Gedenke an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben, an den Stamm deines Erbteils, den du erlöst hast, an den Berg Zion, auf dem du Wohnung genommen hast! Erhebe deine Schritte zu dem Ort, der so lange in Trümmern liegt! Alles hat der Feind verderbt im Heiligtum! Deine Widersacher brüllen in deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Banner als Zeichen aufgestellt. Es sieht aus, als schwänge man oben im Dickicht des Waldes die Axt; und jetzt zerschlagen sie all ihr Schnitzwerk mit Beilen und mit Hämmern. Sie stecken dein Heiligtum in Brand, sie entweihen die Wohnung deines Namens bis auf den Grund! (Ps 74,2-7)

Aus diesem verweltlichten, von heidnischen Greueln verunreinigten Tempelbau ist die Herrlichkeit, die geistliche Gegenwart des Herrn längst gewichen. Der Geist Gottes wirkt nicht mehr; der Herr Jesus ist nicht mehr in der Mitte, und betrübt müssen die gottesfürchtigen Gläubigen aus solchen Gemeinden hinausgehen.

In Wahrheit wird in den modernen, „weltoffenen“ evangelikalen und charismatischen Gemeinden nicht mehr biblischer Gottesdienst und wahre priesterliche Anbetung gefunden, sondern letztendlich und immer offensichtlicher der Götzendienst und die falsche Anbetung der Hure Babylon, der christuslosen Welteinheitskirche, die in der Endzeit immer mehr heranreift.

 

c. Gefahr Nr. 3: Die zunehmende Fleischlichkeit und Lauheit der Gläubigen

 

Ein weiterer Einfluß ist vielleicht der wichtigste und zugleich der am wenigsten faßbare. Es ist die weitverbreitete Lauheit und Fleischlichkeit vieler echter Kinder Gottes in den Ländern des reichen Westens, des ehemals „christlichen Abendlandes“, zu denen auch wir Christen in Deutschland, der Schweiz und Österreich zählen.

Jahrzehnte in einer weltlichen Umgebung, in der eine trügerische Toleranz gegenüber dem christlichen Glauben gepaart war mit üppigem Wohlstand und umfassender sozialer Absicherung, haben viele Kinder Gottes träge und lau werden lassen. Scheinbar mußten wir nicht für unseren Glauben kämpfen und leiden; man konnte das Leben genießen, sich vieles leisten, das Ego aufpäppeln, etwas Selbstverwirklichung pflegen …

In einem solchen geistlichen Klima ist es schwierig, in Selbstverleugnung und Treue dem Herrn nachzufolgen. Es ist nicht unmöglich, gewiß nicht – denn Gottes Gnade gibt uns in jeder Situation die Möglichkeit, geistlich zu leben und treu zu sein. Aber es ist in gewisser Weise schwieriger; es erfordert mehr Wachsamkeit, mehr geistliche Kraft, um gegen den mächtigen Strom des Weltgeistes zu schwimmen.

Es ist leicht, wenn der äußere Druck fehlt, dem fleischlichen Selbstleben mehr Raum zu geben, es ein wenig „locker“ zu nehmen – aber die Folgen sind traurig. Wir verlieren das geistliche Gespür und die erste Liebe zu unserem Herrn; wir vernachlässigen das Gebet und erst recht das Fasten und ernstliche Flehen zu Gott; wir werden nachlässig in geistlichen Dingen, womöglich sogar nachlässig in bezug auf Sünden. Wir erlauben uns ein wenig Weltförmigkeit, und dann noch ein wenig mehr Weltförmigkeit … und unser geistlicher Pegelstand sinkt allmählich immer weiter ab.

So müssen wir uns im Licht des Sendschreibens an Laodizea immer wieder prüfen, auch wenn dieses Sendschreiben unmittelbar die ungläubigen Namenschristen der Endzeit anspricht. Der Geisteseinfluß von Laodizea ist für uns heute eine beständige Gefahr, gegenüber der wir wachsam sein müssen.

Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes: Ich kenne deine Werke, daß du weder kalt noch heiß bist. Ach, daß du kalt oder heiß wärst! So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluß, und mir mangelt es an nichts! – und du erkennst nicht, daß du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst! Alle, die ich liebhabe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! (Offb 3,14-19)

Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit, das Sich-Ausruhen auf dem angeblichen geistlichen Reichtum, den wir manchmal nur von den Vorvätern übernommen haben, ohne ihn uns innerlich wirklich angeeignet zu haben – wenn solche Dinge bei uns zu finden sind, dann muß uns das warnen und aufwecken.

 

Die schleichende Verweltlichung im persönlichen Leben

Eine schlimme Frucht der heutigen geistlichen Situation im ehemals „christlichen“ Westen ist die allmähliche, unmerkliche Angleichung vieler Kinder Gottes an die ungläubige Welt, ihr Denken und ihren Lebensstil. Es ist so einfach, seinem Fleisch mehr „Freiheiten“ zuzugestehen, sich ein wenig gehen zu lassen, immer mehr von den fragwürdigen, ungöttlichen Genüssen und Bequemlichkeiten der ungläubigen Menschen um uns herum zu übernehmen.

Insbesondere macht es vielen Gläubigen Mühe, daß sie mit einem geheiligten, ihrem Priesterauftrag angemessenen Lebensstil den Spott und die Verachtung ihrer ungläubigen Umwelt auf sich ziehen. Es scheint so viel leichter und bequemer, sich in Kleidung und Sprache, in den Umgangsformen und Lebensgewohnheiten den Ungläubigen anzugleichen; dann fällt man nicht mehr auf, sondern wird in Ruhe gelassen.

Die Not dabei ist, daß damit unser geistliches Leben, unsere Gemeinschaft mit unserem auferstandenen und verherrlichten Herrn immer schwächer wird und kränkelt. Man merkt das selbst wahrscheinlich gar nicht so deutlich, aber der Geist Gottes wird betrübt, wenn wir uns immer mehr dem sündigen, ichhaften, unreinen Lebensstil der Weltmenschen anpassen.

Man hört die unreine, dämonisch verseuchte Rock- und Popmusik; man schaut weltliche Fernsehfilme oder Youtube-Videos, in denen die Sünde verharmlost und gefeiert wird; man liest weltliche Romane und pflegt Gemeinschaft mit Sündern, ohne ihnen vom Herrn Zeugnis zu geben. Man versteckt sein Christsein so gut wie möglich.

Zumeist beruhigt der Christ sein Gewissen mit leeren Sprüchen: „Da ist doch nichts dabei, das ist doch harmlos. Ich bin doch nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade. Ich habe doch Freiheit im Herrn!“ Doch die Folgen einer solchen Angleichung an diese verdorbene, gottfeindliche Welt und ihre Wege sind schwerwiegend.

Die Kraft des Heiligen Geistes wirkt nicht mehr so stark in unserem Leben; wir werden versuchlicher und geben der Versuchung zur Sünde öfters nach. Unsere Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus Christus im Gebet und Nachsinnen über Seinem Wort wird oberflächlicher und nimmt ab.

Das alles führt aber auch dazu, daß unser Verlangen, den Herrn anzubeten und Gott priesterlich zu dienen, immer mehr zurückgeht. Wir verlieren allmählich immer mehr die Gesinnung eines heiligen Priesters und die Fähigkeit zur Anbetung im Geist und in der Wahrheit. Es ist nicht mehr ein inneres Bedürfnis, den Herrn zu preisen und zu loben, sondern es wird mühevolle Pflicht und Routineübung.

 

d. Der allmähliche Niedergang des Priesterdienstes in früher bibeltreu geprägten Gemeinden

 

Die oben beschriebene Weltförmigkeit und Lauheit der Gläubigen in ihrem persönlichen geistlichen Leben hat auch verhängnisvolle Auswirkungen auf den Priesterdienst der Gemeinde. Wir wollen das einmal in etwas zugespitzter Form schildern, damit uns diese oft langsamen und unmerklich wirksamen Entwicklungen bewußter werden.

 

Verhängnisvolle Schritte zum geistlichen Niedergang einer Gemeinde

Wenn die von Lauheit und Verweltlichung beeinträchtigten Gläubigen in der Gemeinde zusammenkommen, um Gott anzubeten, kann Gottes Geist nicht mehr so kraftvoll und frei wirken wie früher. Es kommt zu geistlicher Müdigkeit und Erlahmung in den Gemeindeversammlungen; das geistliche Niveau der Gebete und des Gesangs nimmt immer mehr ab, je mehr Gläubige weltförmig und lau geworden sind. Leerlauf und hohle Tradition ersetzen das geistgewirkte Leben.

Das wiederum führt dazu, daß immer mehr Gläubige Anstoß an der schlichten, auf das Wort Gottes und das Wirken des Geistes ausgerichteten priesterlichen Anbetung nehmen. Wenn sie zuhause schon weltliche und pseudochristliche Rock- und Popmusik hören, dann wünschen sie sich solche weltliche, die Seele erregende Musik auch in der Gemeinde. Das geistliche Unterscheidungsvermögen wird eingetrübt, einstmals fest verankerte geistliche und lehrmäßige Überzeugungen werden unterspült und geraten ins Wanken.

Weil die geistliche Kraft zum Gehorsam und zur Christusnachfolge nicht mehr da ist, schwächt man das einfältige Verständnis der biblischen Lehre und der Gebote des Herrn für Seine Gemeinde ab. Man beginnt, Gottes Weisungen umzudeuten und zu lockern, damit sie dem eigenen fleischlichen Niveau angeglichen werden. Das geistliche Verständnis für die gesunde Lehre nimmt immer mehr ab; wo einstmals Licht war, zieht nun Zwielicht, Dämmerung und dann Finsternis ein.

Man erträgt die gesunde Lehre immer weniger und wehrt sich gegen Prediger und Älteste, die sie noch verkündigen. Man sucht sich moderne Prediger und Bestseller-Buchautoren, die einem das erzählen, was man gerne hören will. Inzwischen erscheinen einem die alten Lieder und die ernsten Gebete von einst unerträglich, zu eng, aus einer anderen Welt. Man sehnt sich nach einer moderneren, weniger geistlichen, „authentischeren“ Art des Gottesdienstes.

 

Der Einbruch moderner Verführungstendenzen und der Verlust des Segens des Herrn

Irgendwann ist die Gemeinde oder zumindest ein verweltlichter „liberaler Flügel“ davon reif für die Irrtümer der modernen evangelikalen Verfälschung des Priesterdienstes mit charismatischem „Lobpreis“ und weltlichen Show-Elementen. Man stellt womöglich irgendwann einen modern-theologisch ausgebildeten „Pastor“ ein und überläßt den Lobgesang einem Lobpreisleiter mit „Lobpreischor“. Und wieder ist es dem Satan gelungen, Gott echte Anbetung zu rauben und Gläubige von der Ausübung ihrer heiligen Priesterberufung wegzulocken.

Ähnliche schlimme Folgen entstehen natürlich auch wenn Gläubige es versäumen, sich von begangenen Sünden zu reinigen, oder wenn sie in Stolz und Selbstgerechtigkeit, in Eigensucht und Streitsucht, Unversöhnlichkeit und Intrigen gegeneinander leben. Auch das führt leider häufig zu Verflachung und geistlichem Verfall. Aber die Verweltlichung ist sicherlich eine der am weitesten verbreiteten Ursachen für geistlichen Niedergang in den Gemeinden.

Diese Darstellung ist natürlich etwas verkürzt und drastisch, aber leider sind ähnliche Vorgänge traurige Wirklichkeit in vielen ursprünglich bibeltreuen Gemeinden. Verweltlichte, oberflächlich gewordene Gläubige haben nicht mehr die geistliche Kraft zu wahrer priesterlicher Anbetung. Ihr Denken wird so getrübt, daß sie wahren Priesterdienst nicht mehr von seiner babylonischen Fälschung unterscheiden können.

Der Herr muß feststellen, daß die Gemeinde ihre erste Liebe zu Ihm verlassen hat und dabei ist, lau zu werden. Er kann eine solche Gemeinde nicht mehr als Seinen heiligen Tempel anerkennen; die Gemeinde verliert erst den Segen der kraftvollen Geisteswirkung des Herrn, und irgendwann weicht der Herr ganz aus ihrer Mitte; sie wird dahingegeben in die endzeitlichen Irrtümer, die sie in Richtung Babylon ziehen. Treu gebliebene Geschwister können sich nur noch von einer solchen Gemeinde absondern und einen Neuanfang versuchen.

Solche traurigen Entwicklungen finden wir heute vielfältig in Gemeinden, die einstmals klar bibeltreu waren und einen relativ guten geistlichen Stand hatten. Das gilt für Brüdergemeinden ebenso wie für rußlanddeutsche Gemeinden, für unabhängige Baptisten ebenso wie für Gemeinden aus pietistisch-erwecklichem Hintergrund.

 

Was für die Gemeinden auf dem Spiel steht

Diese Entwicklungen sollten alle bibeltreuen Gläubigen alarmieren und zu höchster Wachsamkeit, Besorgnis und Einsatz für die Sache des Herrn anspornen. Ganz besonders brauchen wir heute viel Gebet für alle noch übriggebliebenen biblischen Gemeinden.

Wir müssen nüchtern erkennen, daß der Satan dabei ist, viele einzelne Gläubige und ganze Gemeinden zu umgarnen, zu verführen und von ihrer priesterlichen Berufung abzulenken. Damit raubt er Gott Anbetung und Ehre und richtet riesigen Schaden an. Auch die Gläubigen, die er verführen kann, werden großen Schaden erleiden; sie werden einmal erschrocken feststellen, was der Feind ihnen rauben konnte, weil sie nicht treu und wachsam waren.

Wenn wir als Einzelne und als Gemeinden nicht über unserem Priesterdienst für Gott wachen und alles tun, um ihn rein und lauter, heilig und Gott wohlgefällig zu erhalten, dann besteht die große Gefahr, daß der Herr sich nicht mehr zu uns bekennen kann und unsere Gemeinden den geistlichen Segen der Gegenwart des Herrn verlieren.

Diese Gemeinden werden dann irgendwann dahingegeben in die immer kräftiger wirkenden endzeitlichen Irrtümer; sie driften von ihren einstigen biblischen Überzeugungen ab und entarten zu modernen verweltlichten evangelikalen Freikirchen, die von der Verführungsmacht der Ökumene durchsäuert und schließlich aufgesogen werden.

In diesem erschreckenden Zustand sind heute schon allzu viele ehemals biblisch ausgerichtete Baptistengemeinden, FEGs, Brüdergemeinden (Bundesbrüder, freie Brüder und „blockfreie“ Gemeinden), und weitere werden diesem verderblichen Weg folgen, wenn sie sich nicht ganz bewußt davon absondern und den Weg der Buße, der Erneuerung und der Heiligung einschlagen.

 

[1] Weiteren Aufschluß über die katholische Kirche geben u.a. folgende Titel: W. Bühne: Ich bin auch katholisch. Die Heilige Schrift und die Dogmen der Kirche (Bielefeld: CLV, 5. erw. Aufl. 2006); J. M. McCarthy: Das Evangelium nach Rom. Eine Gegenüberstellung der katholischen Lehre und der Heiligen Schrift (Bielefeld: CLV 1996); D. Hunt, Die Frau und das Tier (Bielefeld: CLV 2. Aufl. 1998); L. Gassmann: Was kennzeichnet die katholische Kirche? (Lage: Logos 1998); O. Markmann: Irrtümer der katholischen Kirche (Berlin: Lutherischer Gemeinschaftsdienst o.J.); R. Ebertshäuser: Ökumene – wohin führt die Einheit aller Namenschristen? (Leonberg: ESRA-Schriftendienst 2007).

[2] Mehr Informationen zu diesem wichtigen Thema, das wir hier nur kurz anschneiden können, findet der Leser in meiner ausführlicheren Schrift Meditation und Mystik für Christen? Die „neue Spiritualität“ verführt die Evangelikalen (Leonberg: ESRA-Schriftendienst 2014). Ebenfalls wertvolle Orientierung bieten die Bücher von Rudi Holzhauer: Verführungsprinzipien (Wuppertal: Artos-Verlag 2016) und Georg Walter: Evangelikale und die Mystik (Oerlinghausen: Betanien Verlag 2013).

[3] Näheres zur Pfingst- und Charismatischen Bewegung kann der Leser u.a. in folgenden Broschüren und Büchern nachlesen: R. Ebertshäuser: Die Pfingst- und Charismatische Bewegung. Eine biblische Orientierung (Steffisburg: Edition Nehemia 2012); R. Ebertshäuser: Die Charismatische Bewegung im Licht der Bibel (Bielefeld: CLV 3. Aufl. 2003); W. Bühne: Spiel mit dem Feuer. Die „drei Wellen des Heiligen Geistes“ (Bielefeld: CLV 2. erw. Aufl. 1991); R. Wagner: Auf der Suche nach Erweckung. Geistliche Entwicklungen verstehen – 100 Jahre Berliner Erklärung (1909-2009) (Dillenburg: Christliche Verlagsgesellschaft 2009); in englischer Sprache sei empfohlen: D. W. Cloud: The Pentecostal-Charismatic Movements: The History and the Error (Port Huron, MI: Way of Life 2006).

[4] Zum charismatischen „Lobpreis“ vgl. u.a. folgende Schriften: R. Ebertshäuser: Fremdes Feuer im Heiligtum Gottes. Der charismatische „Lobpreis“ aus biblischer Sicht (Oerlinghausen: Betanien 2. Aufl. 2005); G. Walter: Lobpreis, Anbetung, Worship (Wuppertal: Artos 2014); R. Ebertshäuser: „Tue hinweg von mir den Lärm deiner Lieder!“. Ein Aufruf zur Reinigung vom geistlichen Gift der Rock- und Popmusik und der „Lobpreis“-Lieder (Leonberg: Esra-Schriftendienst 2016); J. Rosenthal: Popmusik im Gottesdienst? Eine kritische Auseinandersetzung mit Jazz, Rock und Pop in christlichen Gemeinden. (Schwäbisch Gmünd: doulos diakonia 2014); Dan Lucarini: Worship bis zum Abwinken. Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters. (Bielefeld: Betanien Verlag 2002); auf Englisch: P. Masters: Worship in the Melting Pot, London: The Wakeman Trust 2002.

[5] Grundlegenderes zur Rock- und Popmusik aus christlicher Sicht findet sich in folgenden Buchtiteln: R. Liebi: Rockmusik – Daten, Fakten, Hintergründe. (Zürich: Beröa-Verlag 4. Auflage 1995); J. Rosenthal: Popmusik im Gottesdienst? Eine kritische Auseinandersetzung mit Jazz, Rock und Pop in christlichen Gemeinden. (Schwäbisch Gmünd: doulos diakonia 2014); A. Graul: Rock-, Pop- und Technomusik und ihre Wirkungen. (Bielefeld: CLV 2. Aufl. 2010) [vergriffen; Download unter http://clv-server.de/pdf/256227.pdf]; U. Bäumer: Wir wollen nur deine Seele. Hardrock: Daten, Fakten, Hintergründe. (Bielefeld: CLV, 2. Aufl. 1985) [vergriffen; Download unter http://clv-server.de/pdf/255103.pdf]; M. Steup: Gute Musik! Böse Musik? Eine Bewertung aus biblischer Sicht. (Oerlinghausen: Betanien Verlag 2015); M. Heide: Musik um jeden Preis? (Bielefeld: CLV 2. überarb. Aufl. 1989) [vergriffen; Download unter http://clv-server.de/pdf/255130.pdf].

[6] Weiterführende Informationen zu den neueren Trends in evangelikalen Gemeinden bieten u.a. die Bücher von R. Ebertshäuser: Gemeindewachstum oder Gemeindeverführung? „Leben mit Vision“, „Willow Creek“ und was dahinter steckt. Steffisburg (Edition Nehemia) 2007; Kulturrelevante / Missionale Gemeinde (überblick + durchblick 3) Steffisburg (Edition Nehemia) 2014; Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das „Soziale Evangelium“ erobert die Evangelikalen. Steffisburg (Edition Nehemia) 2014; Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern. Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015, sowie G. A. Pritchard: Willow Creek – die Kirche der Zukunft? (Bielefeld: CLV 1997 [engl. Original Willow Creek Seeker Services. Evaluating a New Way of Doing Church. Grand Rapids, MI (Baker Books) 3. Aufl. 2000].

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser: Der priesterliche Auftrag der Gemeinde und seine endzeitliche Gefährdung.