<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Willow Creek &amp; Emerging Church Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
	<atom:link href="https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/evangelikale/willow-creek-und-emerging-church/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/evangelikale/willow-creek-und-emerging-church/</link>
	<description>Biblische Aufklärung über endzeitliche Irreführungen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Oct 2019 13:58:06 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.0</generator>

<image>
	<url>https://das-wort-der-wahrheit.de/wp-content/uploads/2019/12/favicon-dwdw-45x45.png</url>
	<title>Willow Creek &amp; Emerging Church Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
	<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/evangelikale/willow-creek-und-emerging-church/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Die Emerging-Church-Strömung im deutschsprachigen Raum</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-stroemung-im-deutschsprachigen-raum/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 09:12:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2131</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Auch im deutschsprachigen Raum gab es schon vor mehreren Jahren Ansätze zu alternativen „postmodernen“ Gemeinschaften im Sinne der Emerging Church. Es ist schwierig, diese Ansätze richtig zu beschreiben, weil es darüber noch wenig zugängliches Material von Beteiligten oder gar Studien von Außenstehenden gibt. &#160; Die „Jesus Freaks“ &#160; Eine besondere Rolle spielen sicherlich die [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-stroemung-im-deutschsprachigen-raum/">Die Emerging-Church-Strömung im deutschsprachigen Raum</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p>Auch im deutschsprachigen Raum gab es schon vor mehreren Jahren Ansätze zu alternativen „postmodernen“ Gemeinschaften im Sinne der Emerging Church. Es ist schwierig, diese Ansätze richtig zu beschreiben, weil es darüber noch wenig zugängliches Material von Beteiligten oder gar Studien von Außenstehenden gibt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Die „Jesus Freaks“</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine besondere Rolle spielen sicherlich die „Jesus Freaks“, die 1991 von Martin Dreyer gegründet wurden und bei denen Elemente der Emerging-Church-Bewegung deutlich erkennbar sind. Dreyer selbst kommt aus der „evangelikal-charismatischen“ Anskar-Kirche in Hamburg, wo er nach einer Ausbildung 1993 zum Pastor ordiniert wurde.</p>
<p>Charakteristisch für die „Jesus Freaks“ ist die ungebrochene Einbeziehung der unreinen und sündigen weltlichen „Jugendkultur“, der weltlichen Rockmusik und des dazugehörigen „ausgeflippten“ Lebensstils in ihr verbogenes Verständnis von „Christsein“, das sich deutlich an der „Jesus People“-Hippiebewegung nach 1967 orientiert. Dazu gehört z. B. auch, daß Abendmahlsliturgien „gerappt“ werden (ein dämonisierter, getrieben-unnatürlicher Sprechgesang) oder daß „Trash-Metal-Lobpreislieder“ gesungen werden. Die gotteslästerliche Sprache der „Freaks“ und ihr übler Umgang mit dem Namen des Herrn der Herren sind weithin bekannt geworden durch die berüchtigte „Volxbibel“, die vor allem von Martin Dreyer verantwortet wird. Unter diesen irregeführten jungen Leuten wirkt ein Geist aus dem Abgrund, der sich in Lichtsgestalt verstellt.</p>
<p>Den Einfluß dieser inzwischen international auftretenden Bewegung zeigt das jährliche „Freakstock“-Festival, das mit über 8.000 Besuchern zu den größten „christlichen“ Festivals in Europa zählt. Es soll schon um die 100 Freaks-Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum geben. Einige Beteiligte der neu formierten Emerging-Church-Bewegung in Deutschland kommen von den „Jesus Freaks“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Die Emerging Church gewinnt an Einfluß</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Andere Ansätze, die sich zumindest für die Emerging Church öffnen bzw. ihr nahestehen, sind in den Büchern von Schäfer und Faix/Weißenborn (3) beschrieben: teils landeskirchliche und freikirchliche „Jugendkirchen“, teils kommunitär lebende Gruppen wie die <em>„Convers“-Gemeinschaft</em> in Dresden. Die <em>Kubik-Gemeinschaft</em> in Karlsruhe (Daniel Ehniß (4); Mark Reichmann) entspricht ziemlich genau dem Emerging-Church-Konzept, und es gibt sicherlich schon manche anderen Ansätze, die in diese Richtung gehen (z. B. <em>EPIC Münster</em>, Stefan Lingott). Dazu gehören (den Beiträgen in<em> „ZeitGeist“</em> und anderen Quellen nach zu schließen) auch die Jugendarbeit des <em>„Christus-Treffs“ Marburg</em>, Projekte im <em>CVJM Essen</em> (<em>e/motion</em>; Christa Brudereck), gewisse Hausgemeinden, Hauszellengemeinden (etwa die <em>Zellgemeinde Bremen</em>; Pastor Jens Stangenberg; Tobias Künkel) oder „organische Gemeinden“.</p>
<p>Zum weiteren Kreis der Emerging Church können sicherlich auch Gemeinden wie <em>Kraftwerk Dresden</em> (Dierk Müller, Karsten Wolff) oder die (landeskirchliche) <em>Elia-Gemeinschaft</em> in Erlangen (Peter Aschoff) und die <em>FeG Rebland</em> (Detlef Kühlein) gerechnet werden. „Emergentes Gedankengut“ wird auch von der <em>Akademie für Leiterschaft Ditzingen</em> (<em>Werkstatt für Gemeindeaufbau</em>) im Internet verbreitet.(8) Verwandte Lehren werden z. B. von <em>DAWN Europe</em> und vom<em> Institut für Gemeindebau und Weltmission</em> vertreten.</p>
<p>Ein einflußreicher Befürworter der Emerging Church ist der Missionswissenschaftler<strong> Prof. Johannes Reimer</strong> (Bibelschule Wiedenest), der selbst eine Gemeinde nach dem Vorbild der Emerging Church gegründet hat (<em>Evangelische Freie Gemeinde Brüchermühle</em>) und durch Vorträge diese Lehren verbreitet. <strong>Tobias Faix</strong>, Dozent am Marburger Bibelseminar, gehört ebenfalls zu den bekannten Befürwortern der Emerging Church. Der Theologe <strong>Fabian Vogt</strong> hat einige Grundlehren dieser Bewegung in Anlehnung an Kester Brewins Buch bekannt gemacht. Bekannte Sprecher der Emerging Church wurden und werden in der auch sonst für die Verbreitung von Irrlehren (neue Spiritualität) bekannten Zeitschrift<em> „aufatmen“</em> des Redakteurs und Pastors Ulrich Eggers vorgestellt. Ein Forum für die deutsche Emerging Church-Bewegung ist der Blog <em>Emergent Deutschland</em>.</p>
<p>Bücher mit Lehren der Emerging Church erschienen vor allem in dem aus der Gemeindewachstumsbewegung bekannten <em>C&amp;P Verlag Emmelsbüll</em> (teilweise in Kooperation mit <em>Gerth Medien Asslar</em>), aber auch in angesehenen evangelikalen Verlagen wie <em>Brunnen</em> (Rob Bell) und <em>Brockhaus</em> (David Schäfer). Im Herbst 2007 wurden Brian McLaren und Jason Clark nach Deutschland eingeladen und konnten dort das verführerische Gedankengut der Emerging Church auf zwei Tagungen ausbreiten.</p>
<p>Es ist bezeichnend, daß die Tagungen nicht nur von <em>Emergent Deutschland</em> veranstaltet wurden, sondern auch von der<em> „Koalition für Evangelisation“</em>, einer evangelikalen Organisation, der führende Vertreter der deutschen Evangelikalen angehören. Außerdem wurde die Tagung in Hamburg von der <em>Charismatischen Gemeindeerneuerung in der Evangelischen Kirche</em> und dem <em>Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Universität Greifswald</em> (Prof. Michael Herbst) mit ausgerichtet; die Tagung in Marburg trugen das <em>Theologische Seminar Tabor</em> und das <em>Marburger Bibelseminar</em> mit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;"><em>„ZeitGeist“:</em> Eine Selbstdarstellung der deutschen Emerging Church</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die erste größere deutschsprachige Buchveröffentlichung aus den Reihen der Emerging-Church-Strömung ist das Buch <em>ZeitGeist</em>, herausgegeben von den beiden Marburger Theologen Tobias Faix und Thomas Weißenborn (15). Dort werden manche „emergente“ Gemeindeinitiativen vorgestellt und die verführerischen „postmodernen“ Denkmuster vertreten.(16) Das tritt z. B. bei Tobias Faix hervor, wenn er die Bedeutung der biblischen Lehre relativiert und für „gegenseitige Toleranz“ plädiert, sowohl im „interreligiösen Dialog“ als auch unter Christen, im Dialog „der verschiedenen Meinungen und Gottesvorstellungen“ (78).</p>
<p>Tobias Künkler empfiehlt die Einführung postmoderner Denkweisen in die Gemeinde, die letztlich dem New Age entsprechen: Er redet von ganzheitlichem und systemischem Denken; man soll „in Netzwerken“ denken, „organisch und vernetzt“; man erprobt „nicht-lineares, zirkuläres und systemisches Denken“. Er plädiert für „die Wiederentdeckung des Symbolischen und des Geheimnisvollen (…) (z. B. des kosmischen Christus)“ (22) – der „kosmische Christus“ ist aber eine antichristliche New-Age-Gestalt, die u. a. von Matthew Fox propagiert wird.</p>
<p>Ganz ähnlich sieht Christina Brudereck in der postmodernen Suche ungläubiger Menschen nach nichtchristlicher „Spiritualität“ etwas Positives, womöglich von Gott Gegebenes und fragt: „(…) was wäre eigentlich, wenn wir annehmen würden, daß auch der Zeitgeist weht, wie Gott will? (…) Was wäre, wenn das, was manche für einen spleenigen, ‚esomäßigen’ [d. h. esoterischen, RE] Vogel halten, der Heilige Geist wäre? Und die spirituellen Zeichen Vorboten einer Verwandlung? Einer Gottesbewegung?“ (30). Das sind, biblisch-geistlich gesehen, Vorzeichen des kommenden Antichristen, und Brudereck selbst vertritt offenkundig nicht das biblische Evangelium, sondern ein verfälschtes „Evangelium des Neuen Zeitalters“.</p>
<p>
Mike Bischoff wirbt für die „kontemplative“ Frömmigkeit von Richard Foster und Renovare (114) und vertritt den postmodernen Relativismus im Bibelverständnis, eine „Theologie der offenen Systeme“: „Viele postmodernen Denker haben nun die Idee einer sogenannten ‚Metaerzählung’, also eines übergeordneten geschlossenen Rahmens abgelehnt. Dieser Gedanke kann Furcht und Unsicherheit auslösen, trifft aber meines Erachtens den Kern des biblischen Selbstverständnisses“ (115).</p>
<p>In dem Buch finden wir auch Werbung für die „Micha-Initiative“, mit der die <em>Weltweite Evangelische Allianz</em> sich in ein völlig verkehrtes Bündnis mit den antichristlichen Vereinten Nationen begibt und sich im Sinne des liberalen „sozialen Evangeliums“ für „Gerechtigkeit in dieser Welt“ einsetzt (229-233). Schwerwiegend ist, daß das von New-Age-Irrlehren durchsetzte Buch von Kester Brewin (&#8230;) von einigen Autoren ohne Einschränkung empfohlen wird (z. B. von Faix, Ehniß, Künkler, „Storch“, Sikinger). Lediglich Thomas Weißenborn setzt sich kritisch mit gewissen Lehren von McLaren und Brewin auseinander (162-167); er scheint ähnlich wie Mark Driscoll eher eine „gemäßigt-reformierte“ Fassung der Emerging Church zu vertreten (die allerdings aus bibeltreuer Sicht ebenfalls nicht akzeptabel ist).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Die Emerging-Church-Bewegung in der Schweiz</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Schweiz wurde am 18./19. November 2006 der Emerging-Church-Sprecher Erwin R. McManus zu einem Jugendleiterkongreß newleaders.ch in die Schweiz eingeladen. Veranstalter waren der Bund Evangelischer Schweizer Jungscharen (BESJ), Young Leaders.ch, die Jugend der Schweizerischen Evangelischen Allianz, die Bewegung Plus, die Evangelischen Täufergemeinden und die Chrischona-Gemeinden CH.</p>
<p>Wenn man die bibeltreue Vergangenheit des Chrischonawerkes kennt, ist es erschreckend und traurig, daß die jetzige Führung des Werkes ganz offensichtlich das verführerische Gedankengut der Emerging-Church-Bewegung in vielem übernommen hat. Das ist aus der Tatsache ersichtlich, daß von der Chrischona Schweiz das von Irrlehren durchsetzte Buch von Rob Bell, <em>Jesus unplugged</em>, 2006 als Weihnachtsgabe an alle Prediger des Werkes versandt wurde. Auch in der Schweiz gilt, daß viele charismatische und evangelikale Gemeinden und Werke, besonders solche, die durch jüngere intellektuelle Leiter geführt werden, anfällig für die vordringenden emergenten Irrlehren sind, deren zerstörerisches Werk erst begonnen hat.</p>
<p>Einer der aktivsten Förderer der Emerging Church in der Schweiz, der ehemalige FEG-Prediger Reinhold Scharnowski,(18) meint dazu auf seinem englischen Webtagebuch (Blog): „Die kleine Schweiz, die viele als zurückhaltend gegenüber Veränderungen und als traditionell beurteilen, hat in den letzten Jahren viele innovative Bewegungen und Ideen hervorgebracht. Sie ist sozusagen zum Testland geworden [bezüglich Akzeptanz der Emerging-Lehren, RE]“.</p>
<p>Scharnowski macht auf seinem Blog klar, daß er seinen „ererbten evangelikalen Glauben mit charismatischer Verzierung“ abgestreift habe, das „fundamentalistisch-evangelikale Kleid“ sei ihm zu eng geworden. Er baut an Netzwerken zur Gründung von „missionalen und inkarnatorischen“ Gemeinden und ist der europäische Leiter von <em>DAWN (Discipling A Whole Nation)</em>, einem weltweiten Netzwerk zur Entwicklung evangelistischer Strategien und zur Transformation ganzer Nationen. In der Schweiz arbeitet DAWN unter dem Namen FOCUSUISSE. Die Zielsetzung besteht in der „evangelistischen Durchdringung der Schweiz und Anregung zur Gründung und zum Bau von Gemeinden, die für die postmoderne Gesellschaft relevant sind“. Nach über 20 Jahren als Prediger in Freikirchen baue er heute an einem Hauskirchen-Netzwerk in der Region Thun.</p>
<p>Scharnowski hat 2006 den „ersten Kongreß für Gemeinde-Innovation“ organisiert und durchgeführt „mit dem Ziel, missionaler und innovativer Gemeinde eine Plattform und einen Diskussionsrahmen zu geben“. Hauptreferent war der Emerging-Church-Sprecher Alan Hirsch (Australien). In seinem Webblog kommen viele der führenden Vertreter der EMC zur Sprache, u. a. Leonard Sweet, Brian McLaren und Andrew Jones. Als „wahren Augenöffner“ bezeichnet er ein Buch des katholischen Mystikers Anselm Grün. Mit Begeisterung berichtet er von Rainero Cantalamessa, den er anläßlich eines London-Besuches in der Kirche von Nicky Gumbel (Alpha-Kurs) predigen hörte. Der katholische Priester ist ein Leiter der katholischen charismatischen Erneuerung und Prediger des päpstlichen Haushaltes im Vatikan.</p>
<p>Aus der FEG Steffisburg (ehemalige Gemeinde von Pfr. Scharnowski) entstand die Jugendbewegung <em>X-Stream</em>. Seit Herbst 2007 werden gottesdienstähnliche Veranstaltungen im Emerging-Stil gehalten: „Sunday Plaza“. Diese finden in einem gemieteten Gebäude mit Restaurant und Bar statt. Bestandteile dieser „Gottesdienste“ sind Workshops (nach dem Muster von Hirsch und Frost), Art Gallery (Plattform für junge Künstler und für Kreativität), Bar / Lounge (immer geöffnet), Stilleraum (von Kerzen und rotem Licht erfüllter Raum mit Liegematten zur Meditation), im Nebenraum bietet ein Team prophetisches Gebet und Gebet für Heilung an, Game Corner (diverse Spiele, Playstation). Der letzte Teil ist das gemeinsame Plenum (ca. 30 min.) mit den Bestandteilen x-porter (neue Gesichter werden porträtiert, Ferienfotos gezeigt, Erlebnisberichte weitergegeben) und Contemplatio (Konzentration auf Gott, stiller meditativer Abschluß z. B. mit einem Gedicht eines Mitarbeiters, mit Videoclips oder gemeinsam gesprochenem Segensgebet aus dem 5. Jahrhundert).</p>
<p>Eine zentrale Persönlichkeit von X-Stream ist Mike Bischoff. Laut seinem Blog war er als Studienleiter beim IGW tätig und ist auch weiterhin dort engagiert. 2005 war er am ersten Seminar in der Schweiz über „Emerging Church“ (IGW Basel) beteiligt. Seine Vorstellungen der Emerging-Spiritualität werden offensichtlich bei X-Stream umgesetzt. Das Netzwerk der Jugendarbeit verschiedener Schweizer Freikirchen nennt sich young-people.ch. Dazu gehören die FEG (Freie evangelische Gemeinden), Chrischona, VFMG (Vereinigung Freier Missions-Gemeinden), ETG (Evangelische Täufer-Gemeinden), Mennoniten, „inAktion“ Wiedenest, Youth Alliance (Schweizerische Evangelische Allianz). Auf dieser Internetseite werden diverse Emerging-Leiter und ihre Bücher weiterempfohlen. Die ISTL-Leiterschulung, gegründet von Heinz Strupler, organisierte im September 2007 einen zweitägigen Kongreß mit Erwin McManus in einem Saal der Heilsarmee in Zürich. Über 250 vornehmlich junge Leiter (Jungpastoren) und Leiterinnen nahmen teil.</p>
<p>Insgesamt steht die Entwicklung der Emerging-Church-Bewegung im deutschsprachigen Raum erst am Anfang, aber es ist zu befürchten, daß ihr Einfluß rasch größer werden wird, nicht zuletzt weil auch bei uns in der Gemeindewachstumsbewegung und der Charismatische Bewegung sowie den Großkirchen ein großes Potential von möglichen Interessenten für diesen falschen „Dritten Weg“ vorhanden ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser: <em><strong>&#8222;Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church – Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen&#8220;</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/aufbruch-in-ein-neues-christsein-emerging-church-der-irrweg-der-postmodernen-evangelikalen-vollstaendiger-text/"><strong>Hier können Sie das ganze Buch als PDF-Dokument herunterladen und lesen.</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-stroemung-im-deutschsprachigen-raum/">Die Emerging-Church-Strömung im deutschsprachigen Raum</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Verfälschung der biblischen Lehre vom Königreich Gottes</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-verfaelschung-der-biblischen-lehre-vom-koenigreich-gottes/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 09:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geistliche Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2127</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Die im folgenden beschriebenen Lehren vom Reich Gottes sind nicht auf die Emerging Church beschränkt. Sie finden sich auch bei einigen Charismatikern und Evangelikalen. Bedenklich und in manchem verwandt ist auch die Lehre gewisser calvinistischer Kreise, die die Irrlehren des &#8222;Kirchenvaters&#8220; Augustinus übernommen haben, nach denen die Kirche angeblich an die Stelle Israels getreten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-verfaelschung-der-biblischen-lehre-vom-koenigreich-gottes/">Die Verfälschung der biblischen Lehre vom Königreich Gottes</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Die im folgenden beschriebenen Lehren vom Reich Gottes sind nicht auf die Emerging Church beschränkt. Sie finden sich auch bei einigen Charismatikern und Evangelikalen. Bedenklich und in manchem verwandt ist auch die Lehre gewisser calvinistischer Kreise, die die Irrlehren des &#8222;Kirchenvaters&#8220; Augustinus übernommen haben, nach denen die Kirche angeblich an die Stelle Israels getreten sei und das Reich Gottes auf Erden verwirklichen solle. Es ist daher heute besonders wichtig, die biblische Lehre vom Reich Gottes, so wie sie in der dispensationalistischen Sicht zutreffend herausgearbeitet wurde, auf den Leuchter zu stellen. R. E.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">Die Emerging Church und das falsche &#8222;Reich Gottes&#8220;</span></h2>
<p>
Eng verbunden mit der oben beschriebenen üblen Verfälschung des biblischen Evangeliums ist eine verkehrte Lehre vom „Königreich Gottes“. Sie gehört zu den grundlegenden Kennzeichen der ganzen Emerging-Church-Bewegung und begegnet fast überall in ihren Verlautbarungen. Dabei spielen Einflüsse des in der Charismatischen Bewegung verbreiteten Dominionismus eine Rolle, aber auch die Lehren gewisser Theologen wie Dallas Willard und N. T. Wright. Gibbs und Bolger schreiben:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Die Emerging Churches machen sich, gestützt auf das Werk von N. T. Wright, das Evangelium des Königreiches zu eigen, wie es in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+1%2C15-16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 1,15-16</a> offenbart wird. Zu Beginn der Erzählung des Evangeliums war die gute Nachricht nicht, daß Jesus am Kreuz sterben würde, um unsere Sünden zu vergeben, sondern daß Gott zurückgekehrt war und alle eingeladen waren, mit ihm an diesem neuen Lebensstil teilzuhaben, dieser Erlösung der Welt. Dieses Evangelium sucht die Emerging Church wiederzugewinnen. Ein Führer vertraute uns an: ‚Wir haben uns vollkommen neu programmiert, um die gute Nachricht als ein Mittel zu einem Zweck anzuerkennen – daß das Königreich Gottes hier ist. (…) Wir verabschieden das Kreuz nicht; es ist immer noch ein zentraler Bestandteil. Aber die gute Nachricht ist nicht, daß er starb, sondern daß das Königreich gekommen ist’“ (54).</p>
<p>Sehr deutlich sagt Dan Kimball, worum es der Emerging Church geht: „Evangelisation bietet eine Einladung in das Königreich anstatt einen Weg, in den Himmel zu kommen“ (203). McLaren hat ein ganzes Buch, The Secret Message of Jesus, geschrieben, um diese „Botschaft vom gegenwärtigen Königreich“ zu propagieren, und Chalkes Buch The Lost Message of Jesus hat denselben Schwerpunkt. Nach McLaren war es das Ziel Jesu Christi, „eine politische, soziale, religiöse, künstlerische, wirtschaftliche, intellektuelle und spirituelle Revolution anzufangen, die zur Geburt einer neuen Welt führen würde“ (3).</p>
<p>„Der König ist im Königreich, und das Königreich ist hier und jetzt unter uns – für diejenigen, die Augen haben, um zu sehen, und Ohren, um zu hören. Der König ist gegenwärtig in der Unordnung und dem Chaos des Alltagslebens auf der Erde und bringt Heilung, Sehvermögen, Wahrnehmung, Befreiung, Ganzheit, Wohlbefinden, Bewegung, Gesundheit, Erfüllung, Nahrung, gesunden Verstand und Ausgeglichenheit. Der Einfall des Königreiches Gottes hat begonnen. Wir erleben einen sanften, mitfühlenden Angriff von seiten eines Königreiches des Friedens und der Heilung und der Vergebung und des Lebens“ (60). Rob Bell schreibt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Für Jesus waren Himmel und Hölle Realitäten im Hier und Jetzt – genau wie sie es heute noch sind. Er sprach sehr wenig über das Leben jenseits von diesem Leben, denn er verstand das jenseitige Leben als Fortsetzung der Entscheidungen, die wir hier und jetzt treffen. Für Jesus lautete die Frage nicht: Wie kommt man in den Himmel? Die Frage lautete: Wie bringt man den Himmel hierher? (…) Als Christ will ich tun, was in meinen Kräften steht, damit sich die Hölle auf Erden nicht ausbreitet. Armut, Ungerechtigkeit, Leid – alles Hölle auf Erden. (…) Für Jesus geht es bei dem neuen Leben, das er bringt, nicht um eine Flucht aus dieser Welt, sondern es geht um eine Verbesserung dieser Welt, hier und jetzt. Jesu Ziel ist nicht, in den Himmel zu kommen. Sein Ziel ist es, den Himmel hierher zu holen.“ (139/140)</p>
<p>Im Verständnis der Emerging Church umfaßt das „gegenwärtige Königreich Gottes“ grundsätzlich die ganze Welt, auch die Ungläubigen, die anderen Religionen. Gott sei angeblich gegenwärtig „erlösend“ und „befreiend“ tätig, wirke in der Kultur und Gesellschaft, um Sein Königreich zu verwirklichen. Die Gemeinde sei berufen, bei diesem erlösenden Werk mitzuarbeiten durch erlösendes Handeln, d. h. in erster Linie durch Eintreten für Kunst und Kultur, für die Selbstverwirklichung der Menschen, für sozialpolitische Anliegen, für den Weltfrieden und für den Umweltschutz. Die Gemeinde müsse dem Königreich Gottes dienen und sich so umgestalten, daß sie ganz für das Königreich Gottes da sei. Es gehe um soziale Gerechtigkeit und eine „Transformation“ der Welt. Das wird auch als „Identifikation mit dem Leben von Jesus“ bezeichnet.</p>
<p>Gibbs/Bolger schreiben: „Das Beispiel von Jesus, als er seine Kultur mit dem Königreich konfrontierte, ist vorbildhaft für Emerging Churches. Das Evangelium, das er verkündete, bedeutete, mit Gott zusammen teilzunehmen an der Erlösung der Welt. Dieses Evangelium machen sich Emerging Churches zu eigen. (…) Emerging Churches demontieren alle Vorstellungen von Gemeinde, die das Werk des Königreiches hindern“ (235/236).</p>
<p>„Zuerst und vor allem anderen kommt das Königreich, und die Gemeinde folgt dem. (…) Emerging Churches stellen diese Sichtweise dar, daß das Königreich vor der Gemeinde kommt. Sie sind auf die Annahme gebaut, daß die Mission, die Gott seiner Gemeinde anvertraut hat, darauf ausgerichtet ist, das Königreich zu verwirklichen, indem sie für Gott verfügbar ist und auf die Führung des Heiligen Geistes antwortet. Die Betonung des ‚Evangeliums des Reiches’ im Unterschied zum ‚Evangelium der Errettung’ durch die Emerging Churches hat eine neue Lehre von der Kirche hervorgebracht“ (91).</p>
<p>Diese verführerische Lehre ist im Grunde eine aufgewärmte und etwas postmodern ausstaffierte Fassung des uralten liberaltheologischen „sozialen Evangeliums“, dem es ebenfalls um die „gegenwärtige Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden“ durch soziale und politische Aktivitäten ging &#8211; ganz im Gegensatz zu dem Wort des Herrn Jesus, der sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+18%2C36&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 18,36</a>). Dementsprechend werden als Vorbilder dieses falschen „gegenwärtigen Königreiches“, manchmal im selben Atemzug wie Jesus Christus, solche gar nicht wirklich gläubigen politischen Aktivisten wie Martin Luther King, Nelson Mandela, Desmond Tutu – und Mahatma Gandhi genannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Die biblische Lehre vom Königreich Gottes</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Bibel finden wir verschiedene Ebenen und Formen der Königsherrschaft Gottes erwähnt. Wir müssen diese Formen gut auseinanderhalten, sonst geraten wir in Verwirrung und unter Umständen sogar in Verführung hinein; wir wollen deshalb in aller Kürze die biblische Lehre skizzieren. Zunächst einmal können wir von einer allgemeinen und überzeitlichen Königsherrschaft Gottes sprechen. <strong>„Der HERR ist König immer und ewig“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+10%2C16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 10,16</a>); <strong>„Der HERR thront als König in Ewigkeit“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+29%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 29,10</a>); <strong>„Der HERR hat seinen Thron im Himmel gegründet, und seine Königsherrschaft regiert über alles“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+103%2C19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 103,19</a>); <strong>„Aber der HERR ist in Wahrheit Gott; er ist der lebendige Gott und ein ewiger König“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jer+10%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jer 10,10</a>). Gott ist der Allerhöchste, der über allem thront und herrscht, von Beginn der Schöpfung bis in Ewigkeit.</p>
<p>Diese allgemeine Königsherrschaft Gottes schließt jedoch ein, daß Gott für gewisse Zeiten anderen Macht auf der Erde gibt. So ist der Satan im gegenwärtigen Zeitalter noch der <strong>„Fürst dieser Welt“</strong> im unsichtbaren Bereich; er übt Macht aus in dieser Welt und beherrscht die Ungläubigen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+12%2C31%3B+Eph+2%2C2%3B+6%2C12%3B+1Joh+5%2C19&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 12,31; Eph 2,2; 6,12; 1Joh 5,19</a>). Das ist von Gott so geordnet und zugelassen, der in allem die Oberherrschaft behält. Genauso hat Gott in diesem Zeitalter Menschen, in der Regel gottlosen Menschen, Macht auf Erden gegeben (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+13%2C1-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 13,1-4</a>). In dieser Zeit herrscht Gott nur indirekt, im Verborgenen; Er läßt es zu, daß die Menschen die Folgen ihres Abfalls von Ihm ernten und seufzen müssen unter der Macht des Satans und gottloser Herrscher. Die Welt ist in dieser Zeit erfüllt von Ungerechtigkeit und Willkürherrschaft, Leid und Armut, Not und Krankheit, Tod und Verderben. Die Sünde regiert; die Welt ist im Bösen.</p>
<p>Sodann spricht die Bibel an sehr vielen Stellen von einem <em>zukünftigen unmittelbaren Königreich Gottes auf Erden</em>, das am Ende der Zeiten durch den HERRN selbst aufgerichtet wird. Dieses Königreich wird dadurch gekennzeichnet sein, daß Gott selbst durch Seinen gesalbten König, den <em>Messias (Christus)</em>, auf der Erde unmittelbar herrschen wird; der Satan wird gebunden und entmachtet sein, und die gottlosen Herrscher auf Erden werden gestürzt sein. Zu Beginn dieses Reiches werden ernste und schreckliche Gerichte über die gottlosen Menschen ergehen. Gott wird abrechnen mit all denen, die dem Antichristen gefolgt sind und nicht Buße getan haben über ihre Sünden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Th+1+u.+2&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Th 1 u. 2</a>; <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 6</a> – 20).</p>
<p>Die dann folgende Königsherrschaft Gottes auf Erden wird eine Zeit des wahren Friedens und der Gerechtigkeit sein. Die ganze Erde und besonders das Land Israel wird sich wunderbarer Segnungen erfreuen. Gott regiert sichtbar und mit unmittelbarer Autorität. Er bestraft die Sünder sofort und belohnt die Gottesfürchtigen. Er schenkt Heil und Heilung, auch eine gewisse Erneuerung der Schöpfung, umfassendes Wohlergehen und reiche Ernten. So finden wir das Königreich Gottes in den Schriften des AT angekündigt, besonders natürlich in den Propheten, aber auch in den Psalmen und an vielen anderen Stellen.</p>
<p>Dieses Reich Gottes war es auch, das der Herr Jesus als der gekommene Messias in Israel ankündigte: <strong>„Nachdem aber Johannes gefangengenommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+1%2C15-16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 1,15-16</a>). Wohlgemerkt: Er sagte nicht, daß dieses Königreich, das die Propheten angekündigt hatten und das Israel erhoffte, <em>bereits gekommen sei</em>. Es war<em> nahe herbeigekommen</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+10%2C9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 10,9</a>), für das Volk in greifbare Nähe gerückt, aber eben noch nicht angebrochen. Es war in einem gewissen Sinn in dem Messias selbst und Seinen Wunderzeichen zu ihnen gekommen (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+12%2C28%3B+Lk+17%2C21&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 12,28; Lk 17,21</a>), aber sie sahen den wirklichen Anbruch dieses Königreiches eben nicht; denn das hätte das Eingreifen des Messias vom Himmel her, das Gericht über alles Böse und den Beginn der realen Friedensherrschaft auf Erden bedeutet.</p>
<p>Der Herr Jesus selbst sprach von diesem Königreich als einem zukünftigen Ereignis (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+13%2C28-29%3B+Lk+19%2C11-15&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 13,28-29; Lk 19,11-15</a>), das erst nach Seinem Kreuzestod und Seiner Auferstehung kommen würde (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+21%2C25-33%3B+Lk+22%2C16-18&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 21,25-33; Lk 22,16-18</a>). Dennoch war allen gläubigen, gottesfürchtigen Israeliten verheißen, daß sie nach ihrer Auferstehung Anteil an dem zukünftigen Reich des Messias haben würden (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+13%2C28&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 13,28</a>); das war für sie eine wichtige Hoffnung, und in diesem Sinne trifft der Herr auch verschiedene Aussagen, die sich auch auf das zukünftige Reich beziehen (z. B. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+19%2C24%3B+21%2C31%3B+Joh+3%2C3&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 19,24; 21,31; Joh 3,3</a>).</p>
<p>Das <strong>„Evangelium vom Reich Gottes“</strong>, das der Herr und Seine Apostel in Israel verkündigten, war die Heilsbotschaft von dem nahen, bevorstehenden messianischen Königreich, das dem Volk Israel durch den Messias selbst angeboten wurde. Dieses Evangelium kündigte also dem Volk Israel und nur diesem Volk an, daß es bald in die verheißenen Segnungen der unmittelbaren, in Jerusalem verwirklichten Königsherrschaft des Messias eintreten könne, wenn es Buße tue und glaube. Man beachte, daß der Herr ausdrücklich Seinen Gesandten gebot, diese Botschaft<em> nur dem Haus Israel</em> zu verkündigen, nicht den Heidenvölkern (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+10%2C5-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 10,5-8</a>).</p>
<p>Wir finden diesen Begriff <strong>„Evangelium vom Reich Gottes“</strong> nur im Zusammenhang mit Israel (bis auf die Ausnahme von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C14%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,14,</a> auf die wir unten noch eingehen). Wenn das Volk Buße getan und den Messias angenommen hätte, dann hätten sie in dieses Königreich eingehen können (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+3%2C19-21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 3,19-21</a>). Nun aber verwarf das Volk als ganzes seinen Messias. Deshalb wurde das Reich Gottes von ihnen genommen und einem anderen Volk, dem Volk Gottes des Neuen Bundes, gegeben (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+21%2C43%3B+1Pt+2%2C10%3B+Tit+2%2C14&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 21,43; 1Pt 2,10; Tit 2,14</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Das Königreich Gottes und das Evangelium der Gnade in der Heilszeit der Gemeinde</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nachdem das Volk Israel als Ganzes seinen Messias und das Angebot des Reiches verworfen hatte, setzte Gott Israel für eine Zeit beiseite und verbannte es in die Zerstreuung; nun wurde die Gemeinde als das Volk Gottes unter dem neuen Bund eingesetzt. In der Heilszeit der Gnade ruft Gott Einzelne aus den Juden und Heiden heraus, um sie in Christus zu erretten und zu einem königlichen, heiligen Priestertum für sich zu machen. Das geschieht durch die Verkündigung des <em>Evangeliums der Gnade Gottes</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+20%2C24&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 20,24</a>), das auch <strong>„Evangelium Gottes“</strong> oder<strong> „Evangelium von Christus“</strong> genannt wird und insbesondere dem Apostel Paulus geoffenbart wurde (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+16%2C25%3B+1Kor+15%2C1%3B+Gal+1%2C6-16&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 16,25; 1Kor 15,1; Gal 1,6-16</a>). Dieses Evangelium hatte der Herr vor Seiner Himmelfahrt den Jüngern schon aufgetragen:<strong> „So steht es geschrieben, und so mußte der Christus leiden und am dritten Tag aus den Toten auferstehen, und in seinem Namen soll Buße und Vergebung der Sünden verkündigt werden unter allen Völkern, beginnend in Jerusalem“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+24%2C46-47&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 24,46-47</a>).</p>
<p>Hier geht es nicht mehr um das kommende Gottesreich (obgleich dieses als Zukunftsverheißung immer Bestandteil der Verkündigung ist), sondern um die Errettung von Menschen aus allen Völkern durch Buße und Glauben aufgrund des vollkommenen Sühnopfers Jesu Christi (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+26%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 26,18</a>). Dieses Evangelium umfaßt die Gottheit und Menschwerdung Jesu Christi, Seinen stellvertretenden Opfertod für uns am Kreuz, Seine Auferstehung (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+15%2C1-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 15,1-4</a>) und Seine Verherrlichung und Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit; es verkündigt diese in der Schrift bezeugten Tatsachen und fordert die Menschen zu Buße, Bekehrung und Glauben an den Herrn Jesus Christus auf. Es handelt von der ewigen Errettung des sündigen Menschen aus dem gerechten Zorngericht Gottes aus lauter Gnade.</p>
<p>Es gibt kein anderes Evangelium, solange die Zeit der Gemeinde währt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal+1%2C6-7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal 1,6-7</a>). Das den Juden einst verkündigte „Evangelium vom Reich“ ist heute weder für Juden noch für Heiden gültig; es ist in der heutigen Zeit nicht zur Verkündigung bestimmt, sondern wird erst nach der Entrückung der Gemeinde, kurz vor dem Anbrechen des messianischen Reiches, noch einmal unter allen Völkern verkündet werden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,14</a>).</p>
<p>In der Heilszeit der Gnade ist die wahre Königsherrschaft Gottes identisch mit der wahren Gemeinde der Wiedergeborenen (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+3%2C5%3B+R%C3%B6m+14%2C17&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 3,5; Röm 14,17</a>). Das heißt, Gottes Königsherrschaft erstreckt sich im unmittelbaren und völligen Sinn nur auf diejenigen, die sich durch Buße und Bekehrung freiwillig Christus und Seiner Herrschaft unterworfen haben und die durch die Neugeburt Kinder Gottes wurden.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es noch ein „Reich Gottes“ im weiteren Sinn, von dem uns die Gleichnisse in Matthäus 13 Zeugnis geben. Hier ist jeder mit einbezogen, der sich zu Christus bekennt, also auch die große Masse der unbekehrten, nicht wiedergeborenen Namenschristenheit. Sie gehören äußerlich in den weiteren Kreis des Reiches Gottes, was sie nicht errettet, sondern im Gegenteil ihre Sünde und Verantwortung vor Gott größer macht. Ihrem Wesen nach gehören sie nicht in das Reich Gottes, was die Bilder der Gleichnisse (unfruchtbare Saat, Unkraut, großer Baum, Sauerteig) sehr deutlich machen. Die gottfeindliche Welt der Nichtchristen und Angehörigen anderer, götzendienerischer Religionen aber kann in keinem Sinn als Teil des „Königreiches Gottes“ bezeichnet werden; sie ist Teil des Machtbereiches der Finsternis und des Fürsten dieser Welt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">Das verführerische „Evangelium des Reiches“ heute</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn die Führer der Emerging Church ausdrücklich das von Paulus verkündigte Evangelium der Gnade geringschätzen oder sogar als „einseitig“ oder „verkürzt“ verwerfen, so begehen sie damit die Sünde der Häresie – sie verbreiten eine verderbenbringende Irrlehre und ein falsches Evangelium, das niemanden erretten kann und sie unter einen Fluch bringt. Sie behaupten, ihr „Evangelium vom Reich“ sei dasselbe wie das von dem Herrn auf Erden unter dem Volk Israel verkündigte; das ist jedoch nicht wahr.</p>
<p>Der Herr Jesus verkündigte, daß das messianische Friedensreich für die Juden nahe herbeigekommen war, und forderte sie auf, Buße zu tun und an Ihn als den Messias zu glauben, damit sie in dieses Reich eingehen konnten. Er verkündigte diese Botschaft auch den Sündern, den Huren und Zöllnern und hatte zu diesem Zweck auch Umgang mit ihnen – aber die falschen Lehrer der Emerging Church verschweigen, daß der Herr immer klar sagte, daß Buße, klarer Bruch mit der Sünde, und Glaube an Ihn die Vorbedingung für den Eingang in das kommende Reich waren. Dieses Reich war überhaupt nicht so „inklusiv“, wie behauptet wird – immer wieder droht der Herr damit, daß diejenigen, die nicht Buße tun, draußen sein werden, und das war die große Mehrheit des damaligen Volkes. Der Herr sagt klar, daß Seine wahren Nachfolger, die das Reich erben, nur eine „kleine Herde“ sein würden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+12%2C32&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 12,32</a>).</p>
<p>Das emergente Falschevangelium vom „gegenwärtigen Königreich“ verfälscht die biblische Wahrheit in mehreren entscheidenden Punkten:</p>
<p>1. Es erstreckt sich angeblich auf die ganze Welt, ausdrücklich auch auf die gottlose Kultur (z. B. die Pop- und Rockmusik, die Künste, die Discotheken), auf die Ungläubigen, die New-Age-Bewegung und die anderen Religionen, auf Politik und Wirtschaft; überall dort ist angeblich Gott am Wirken und „erlöst“, „befreit“ und „heilt“ schon jetzt die ganze Welt – und zwar ohne biblische Buße und Glauben an Jesus Christus. Die Bibel unterscheidet aber ganz klar zwischen der gottlosen Welt, die in der Finsternis ist, und den Menschen, die durch Buße und Glauben zum Reich des Lichts, zum Reich Gottes durchgedrungen sind.</p>
<p>2. Es verleugnet die klare biblische Botschaft, daß am Ende dieser Heilszeit ein ernstes und gewaltiges Gericht über diese böse, gottlose Welt gehen wird:</p>
<p>„Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Pt+3%2C10-13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Pt 3,10-13</a>)</p>
<p>Stattdessen wird eine völlig unbiblische rosige Perspektive gezeichnet. Tony Jones sagt über die Zukunftssicht der Emerging Church: „Wenn es eine zentrale Überzeugung gibt, die deutlich greifbar ist, so ist das eine Eschatologie [= Lehre von den zukünftigen, letzten Dingen, RE] der Hoffnung. Damit meine ich, daß die Leute, die bei der Emerging Church rumhängen, dazu neigen, in Gottes Zukunft Gutes und Licht zu sehen, nicht Finsternis und Zähneknirschen. (…) Gottes verheißene Zukunft ist gut, und sie erwartet uns und lockt uns vorwärts. Wir sind gefangen in dem Traktorstrahl [ein magischer Transportstrahl in der Science Fiction, RE] von Erlösung und Neuschöpfung, und es hat keinen Sinn, dagegen zu kämpfen, deshalb können wir auch gleich mitarbeiten“ (130).</p>
<p>3. An diesem „inklusiven Reich“, das oft als „alternativer, jesusähnlicher“ Lebensstil im Sinne der Bergpredigt dargestellt wird, kann jeder sich beteiligen, auch ohne Buße und rettenden Glauben an Christus. Ungläubige sind ausdrücklich aufgefordert, mitzumachen und sich an der „alternativen Anbetung“ sowie an „erlösenden Handlungen“ zur „Verbesserung der Welt“ zu beteiligen. Ein „Reich Gottes“, in dem der verpönte „Dualismus“ (Gegensatz zweier Grundsätze) von Licht und Finsternis ausgeblendet ist (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+6%2C14-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 6,14-18</a>!), ist aber in Wahrheit das Reich des Gottes dieser Welt, nicht die biblische Königsherrschaft des heiligen Gottes.</p>
<p>4. Die Emerging Church stellt dieses Reich auch als eine politisch-gesellschaftliche Revolution dar, als Verwirklichung von Friede und Gerechtigkeit in dieser Welt schon jetzt. Dabei sind sie offen für Zusammenarbeit mit allen möglichen weltlichen gesellschaftlich-politischen Gruppen – z. B. mit Buddhisten, Marxisten, New Agern. Charakteristisch ist die offene Bewunderung von Martin Luther King, der sozialistisch gesinnt war und das biblische Evangelium verleugnete, sowie des Hinduisten Gandhi und seiner „jesusähnlichen“ gewaltlosen Widerstandsbewegung.</p>
<p>5. Jedes „Reich“, das nicht der wiederkommende Herr Jesus Christus persönlich nach der Schrift (d. h. mit Gericht in Feuerflammen) aufrichtet, sondern das von Menschen anstatt von Christus hier und heute verwirklicht werden soll, ist nicht das echte Reich Gottes, sondern eine heidnische Fälschung. Wir dürfen nicht vergessen, daß, bevor unser Herr vom Himmel her in Macht und Herrlichkeit Sein Reich aufrichtet, zuerst ein anderes Reich aufgerichtet werden muß, das Reich des Antichristen, der sich „christlich“ und „menschenfreundlich“ geben wird, aber sein Reich in Rebellion gegen den wahren Gott baut. Dieses pseudochristliche Reich tritt wahrhaft „hier und jetzt“ schon in Erscheinung, und man braucht weder Glaube an Christus noch Erlösung von seinen Sünden, um dort „mitzumachen“. Letztlich ist das „Königreich Gottes“ der Emerging Church eine Spielart des „neuen Zeitalters“ der New-Age-Bewegung und führt Menschen in das Reich des Antichristen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein bearbeiteter Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser: <em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church – der Irrweg der postmodernen Evangelikalen</strong></em>, S. 86-98. Alle Fußnoten und Zitatverweise sind hier getilgt und können dort nachgelesen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/aufbruch-in-ein-neues-christsein-emerging-church-der-irrweg-der-postmodernen-evangelikalen-vollstaendiger-text/"><strong>Hier können Sie das ganze Buch als PDF herunterladen, aus dem dieser Beitrag stammt</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten sie u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-verfaelschung-der-biblischen-lehre-vom-koenigreich-gottes/">Die Verfälschung der biblischen Lehre vom Königreich Gottes</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Mystische Spiritualität als Brücke zum New Age und zum Katholizismus</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/mystische-spiritualitaet-als-bruecke-zum-new-age-und-zum-katholizismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:49:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökumenische Verstrickungen]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2123</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Wie das für 2010 ausgerufene &#8222;Jahr der Stille&#8220; beweist, ist die Vorliebe für Meditation und katholische Mystik nicht auf die eigentlichen Kreise der Emerging Church beschränkt, sondern haben bei vielen modernen Evangelikalen Fuß gefaßt. Besonders die Strömung der &#8222;neuen Spiritualität&#8220; mit ihren Sprechern Henri Nouwen, Richard Foster und Dallas Willard ist auch bei uns [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/mystische-spiritualitaet-als-bruecke-zum-new-age-und-zum-katholizismus/">Mystische Spiritualität als Brücke zum New Age und zum Katholizismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Wie das für 2010 ausgerufene &#8222;Jahr der Stille&#8220; beweist, ist die Vorliebe für Meditation und katholische Mystik nicht auf die eigentlichen Kreise der Emerging Church beschränkt, sondern haben bei vielen modernen Evangelikalen Fuß gefaßt. Besonders die Strömung der &#8222;neuen Spiritualität&#8220; mit ihren Sprechern Henri Nouwen, Richard Foster und Dallas Willard ist auch bei uns sehr einflußreich. Daher ist der folgende gekürzte und bearbeitete Auszug von allgemeinem Interesse; einige speziell auf die Emerging Church bezogene Zitate und Aussagen wurden hier gekürzt. </em><em>Zitate m</em><em>it Seitenangaben beziehen sich auf das Buch Gibbs/Bolger: <strong>Emerging Churches</strong>. – R. E.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">1. Der postmoderne Hunger nach „Spiritualität“ und die Emerging Church</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Spiritualität“ ist ein häufig zu findendes Schlüsselwort in den Äußerungen der Sprecher der Emerging Church. „Authentische [= „echte“], holistische [= „ganzheitliche“] Spiritualität“ gehört zu den wichtigen Zielen dieser Bewegung. Das wird zunächst oft mit dem Hinweis auf das veränderte Bewußtsein der Menschen in der Postmoderne begründet.</p>
<p>Die Emerging Church bewertet die unbestreitbare „spirituelle Offenheit“ vieler heutiger Menschen, die sich ja hauptsächlich in der typisch postmodernen New-Age-Bewegung äußert, im wesentlichen positiv. Dabei wird die biblische Wahrheit völlig ausgeblendet, daß jede weltliche „Spiritualität“ sich mit der Geisterwelt der Finsternis beschäftigt und ein und dasselbe ist wie der heidnische Götzendienst, den die Bibel im AT und im NT so deutlich und ernst verurteilt. Der Satan und das Reich der Finsternis kommen in den Träumereien der Emerging-Church-Sprecher von „neuer Spiritualität“ gar nicht vor; für die verblendeten, nicht wiedergeborenen Theoretiker der Emerging Church ist „spirituelle Suche“ etwas Gutes, und Gott ist nach ihrer völlig irrigen Auffassung auch in den anderen Religionen am Wirken.</p>
<p>Die Bibel aber zeigt sehr deutlich, daß jeder sündige Mensch, solange er nicht durch Bekehrung und Glauben an den Herrn Jesus Christus aus dem Machtbereich des Satans herausgerettet wurde, dem Gott dieser Welt und seinen Dämonen dient: <strong>„(…) auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+2%2C1-2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 2,1-2</a>); <strong>„Was sage ich nun? Daß ein Götze etwas sei, oder daß ein Götzenopfer etwas sei? Nein, sondern daß die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott! Ich will aber nicht, daß ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+10%2C19-20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 10,19-20</a>).</p>
<p>Das Tragische und Ernste ist, daß die allermeisten Anhänger und gewiß die Führer der Emerging Church niemals das wahre Leben in Christus empfangen und geschmeckt haben, das dem geistlichen Hunger wirkliche Erfüllung gibt. Sie hatten nur die falsche Frömmigkeit des Namenschristentums und der charismatischen Verführung kennengelernt, das ihren nicht erneuerten Hunger nach heidnischer Spiritualität nicht stillen konnte, und so wenden sie sich jetzt den kräftigen Irrtümern der uralten babylonischen Mysterienreligion zu. Was die Emerging-Church-Sprecher unter „Spiritualität“ verstehen, ist nämlich im wesentlichen eine Mischung aus okkulten Techniken und Irrlehren des New Age (Yoga, Taoismus, Zen, Meditation, ekstatische Musik und Tanz) und den nicht weniger okkulten Ritualen und Übungen der katholischen Mysterienreligion („christliche“ Mystik, Labyrinthe, Ikonenverehrung, „Herzensgebet“, die Exerzitien des Ignatius).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">2. „Ganzheitliche“ Spiritualität – Brücke zum New Age</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders anziehend ist für die Emerging Church das „ganzheitliche“ Denken der postmodernen Spiritualität: „Anhänger postmoderner Religionen (…) verwirklichen meist einen ganzheitlichen Lebensstil. Sie erkennen, daß alle Wirklichkeit heilig ist und daß alle Dualismen einfach Metaerzählungen sind, die von den Mächtigen verbreitet werden. (…) Spiritualität (…) stellt eine Sehnsucht dar, sowohl das Transzendente als auch das Immanente in allen Bereichen zu erfahren und dem Einzelnen ein Empfinden des Wertes um seiner selbst willen und der kosmischen Bedeutung zu geben. Sie dient auch dazu, Körper und Seele, die innere und die äußere Welt zu integrieren“ (218). Die Anhänger der Emerging Church „eignen sich alte Praktiken wieder an, die das ganze All heilig machen und ein Hören auf vormoderne Zeiten wiedergeben, als das ganze Leben heilig war“ (219).</p>
<p>Dabei erkennen die Anhänger der Emerging Church nicht, daß diese „Ganzheitlichkeit“ die klare, elementare Lehre der Bibel verleugnet, daß diese Welt im Bösen ist, gefallen und von Sünde gekennzeichnet, unter der Herrschaft böser, irreführender Geister, die die Menschen in ihr Täuschungsspiel verstricken. Sie erkennen nicht, daß die „vormoderne Weltsicht“, in der angeblich „alles Leben heilig war“, die magisch-mythische Weltsicht verblendeter Heiden war, die umgekehrt auch eine tödliche Versklavung an die Fülle der „Naturgeister“ mit sich brachte, denen man diente, sowie Finsternis, Ängste und moralische Entartungen aller Art. Während heute noch mutige Boten des Evangeliums vielen in der „holistischen Weltsicht“ des Götzendienstes gefangenen Völkern das befreiende Evangelium von Christus bringen, wenden sich übersättigte, hohle Scheinchristen der westlichen Welt wieder neu den Mächten und religiösen Irrtümern zu, die ihre Vorfahren gebunden hielten.</p>
<p>Die angebliche „Heiligkeit der Natur“ wird durch eine heidnische „Schöpfungsspiritualität“ propagiert, die verbunden ist mit einer ans New Age angelehnten Mystifizierung der „Kreativität“, des „erlösenden Handelns“ durch Kunst, die auch in allen weltlichen Spielarten bis hin zu antichristlichen Läster-Machwerken als „spirituell“ und „heilig“ gedeutet wird. Die Verbindung mit dem New Age ist jetzt schon ziemlich stark und offen und wird mit Sicherheit noch stärker werden. <em>Sanctus 1</em> (Manchester) nahm an einer Mind/Body/Spirit-Ausstellung von New Agern teil. <em>Thursday PM</em> (Seattle) beteiligte sich an einer neuheidnischen Sonnwendfeier, und <em>Tribe</em> (Hollywood) an dem wild-heidnischen New-Age-Festival „Burning Man“.</p>
<p>Lieder können wir im Rahmen dieses Buches nur sehr knapp auf die New-Age-Bewegung eingehen. Sie erwartet, wie auch ihr Name sagt, eine große Wende zu einem „Neuen Zeitalter“, dem des „Wassermanns“, das das christliche „Fische“-Zeitalter ablösen soll und eine sprunghafte Höherentwicklung der „Spiritualität“ der Menschheit bewirken soll. Das Christentum und die anderen Religionen werden entweder auf die neue Stufe mutieren oder untergehen. Diese neuheidnische Bewegung schöpft aus der Theosophie, aus dem Hinduismus, Taoismus und Buddhismus; für sie gibt es keinen persönlichen Gott.</p>
<p>Die ganze Natur wird als göttlich und eins mit Gott gesehen; Gott sei in allem und auch im Menschen, der durch ein höheres spirituelles Bewußtsein zum Gott werden bzw. sein Einssein mit Gott verwirklichen könne. Sünde ist für diese heidnisch-gnostische Religion nur eine Illusion; einen persönlichen Erlöser kennt das New Age natürlich nicht; Christus wird als einer unter vielen „Erleuchteten“ dargestellt. Für das neue Zeitalter erwarten die New Ager eine neue Verkörperung ihres „kosmischen Geistchristus“, der der Welt Frieden bringen werde – das ist biblisch gesehen der Antichrist.</p>
<p>Die New-Age-Bewegung ist zutiefst mystisch; ein wesentliches Mittel zur Erlangung der höheren Bewußtseinsstufe, die sie erstreben, ist Meditation und Mystik. Daneben integriert sie auch alle Spielarten heidnischer Magie und okkulten Götzendienstes in ihr „spirituelles“ Weltbild. Auch wenn manche New-Age-Gruppen ein christliches Vokabular pflegen, so ist diese Bewegung doch wesenhaft antichristlich und bezeichnet bibeltreue Christen als das größte Hindernis für die Erlangung des neuen Bewußstseins.</p>
<p>Die Emerging-Church-Bewegung weist in einigen Zügen starke Verwandtschaft mit der New-Age-Bewegung auf, und durch das Praktizieren der heidnischen Mystik verstärken sich diese Züge zunehmend. Hier ist der Einfluß des ehemaligen katholischen Priesters und jetzigen Episkopalpfarrers Matthew Fox zu nennen, der pseudochristliche New-Age-Lehren verbreitet, eine völlig unbiblische „Schöpfungsspiritualität“ verkündet und das „Kommen des kosmischen Christus“ erwartet – das ist der Antichrist! Auch der Theologieprofessor Leonard Sweet ist unter den Mentoren, die New-Age-Einflüsse verbreiten.</p>
<p>Ihnen geht es darum, Christen aus dem „alten Paradigma“, das sie mit dem Begriffspaar „Sündenfall/Erlösung“ kennzeichnen, herauszuführen in das „neue Paradigma“, das mit „Schöpfung/Segen“ umschrieben wird. Das sind zwar vordergründig biblische Begriffe, aber dahinter steht eine satanisch inspirierte Verführung, die die Realität der Sünde leugnet, ebenso die Heiligkeit und den Zorn Gottes, und davon ausgeht, daß die Schöpfung wie der Mensch im Kern gut und göttlich sind, angenommen und eins mit dem Schöpfer. Das macht biblische Buße ebenso unnötig wie das Sühnopfer Jesu Christi, was auch die lästerlichen Angriffe der Emerging-Leute auf dieses Sühnopfer erklärt.</p>
<p>Letztlich läuft dieses „neue Paradigma“ auf die Vergöttlichung des Menschen und der Natur hinaus, wie sie auch das New Age lehrt. In diesem Sinn ist die Emerging Church eine raffinierte Verführungsbrücke, die Reste evangelikaler Lehren äußerlich beibehält, um Evangelikale einzufangen, sie aber so aushöhlt und umdeutet, daß ihre Anhänger unbemerkt in die satanischen Lehren des New Age hinübergeführt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">3. Der Rückgriff auf katholische Mystik und Rituale</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf der anderen Seite führen die fast überall eingeführten katholischen Riten, Liturgien und mystischen Übungen die Emerging Church auch immer weiter in den Schoß der babylonischen römischen Kirche. Leider kann diese so einflußreiche religiöse Macht hier auch nur sehr kurz gekennzeichnet werden.</p>
<p>Bevor der neue Evangelikalismus die katholische Kirche verharmloste und reinwusch, waren sich alle biblisch orientierten evangelischen Christen darin einig, daß die römische Kirche eine Entartung der wahren Gemeinde darstellt, ein unbiblisches Gebilde, das zwar nach außen noch christliche Lehren und Überzeugungen vertritt, das echte Evangelium und die biblische Lehre jedoch verleugnet und unterdrückt.</p>
<p>Die römische Kirche vertritt ein falsches Evangelium, in dem die Errettung des Menschen nicht allein durch Gnade und Glauben an Christus, sondern im wesentlichen durch Werke und Sakramente geschieht. Sie verehrt einen falschen, andersartigen Jesus, der immer wieder neu durch das „Sakrament der Eucharistie“ geopfert wird, was schon die Reformatoren als abscheulichen heidnischen Götzendienst brandmarkten. Sie verkörpert ein falsches, heidnisches Priestertum, das über das „Kirchenvolk“ herrscht, und eine finstere Macht, die beansprucht, anstelle von Christus über die Welt zu herrschen.</p>
<p>Praktisch alle bibeltreuen Evangelischen waren sich darin einig, daß sie gemeint ist, wenn in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+17+und+18&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 17 und 18</a> von der Hure Babylon“ gesprochen wird. Doch heute ist es in modern-evangelikalen Kreisen verpönt, solche Wahrheiten noch zu äußern. Die römische Kirche wird als „wahrhaft christlich“ gesehen und der „ökumenische Dialog“ mit ihr gesucht, dessen Ziel die Wiedervereinigung mit Rom ist. Diese Blindheit gegenüber dem antichristlichen Charakter der katholischen Kirche bereitete den Weg für die Übernahme heidnischer Mystik und Rituale durch einflußreiche Evangelikale, nicht zuletzt durch die Emerging Church.</p>
<p>Das geschieht in vielen Kreisen durch den Rückgriff auf die „keltische Spiritualität“, die eine Vermischung von Katholizismus und heidnischer Religion ist; andere praktizieren ausgerechnet die Übungen eines Ignatius von Loyola, eines der fanatischsten Feinde des wahren Glaubens. Oft werden Elemente aus katholischen Liturgien in die „Gottesdienste“ eingebaut, auch gregorianische Gesänge oder Ikonen (ähnlich wie in Taizé), um ein feierliches religiöses Gefühl zu erzeugen. „Gebetswege“ in Labyrinthform mit symbolischen Stationen werden mit esoterischen Ritualhandlungen verknüpft. In Gottesdiensten werden meditative „Gebetsstationen“ eingerichtet, oft mit Kreuzen, Ikonen, Kerzen und Symbolen dekoriert. Manche Gemeinschaften feiern eine liturgische „Eucharistie“.</p>
<p>Dadurch wird das biblische, auf den Umgang mit dem klaren Wort Gottes und dem geistgewirkten Gebet ausgerichtete geistliche Leben ersetzt durch das mystische Streben nach einem Hören, Erleben, Spüren Gottes, nach einer „Vereinigung mit der Gottheit“ durch Meditation und Entleerung der Gedanken, durch Mantras, die immer wieder gesprochen werden (Atemgebete, <em>Centering Prayer</em>), durch Labyrinthe und Symbolhandlungen, durch Köperübungen (z.T. auch Yoga). Diese Praktiken führen in den Bereich des Okkulten und bringen die Menschen unter die Leitung finsterer Geister, denen sie sich, begierig nach „Erlebnissen“, willig öffnen.</p>
<p>Eine wichtige Rolle spielen die von Richard Foster, Dallas Willard u. a. propagierten „geistlichen Übungen / Disziplinen“ (<em>spiritual disciplines</em>), die ebenfalls hauptsächlich dem katholischen Mönchtum entlehnt sind und zur „spirituellen Formung“ der einzelnen „Nachfolger von Jesus“ empfohlen werden. Zu ihnen gehören nach Foster (der zu den extrem mystischen Quäkern gehört):</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Meditation (Entleerung des Bewußtseins, Hören der Stimme Gottes im mystischen Sinn; „Praktizieren der Gegenwart Gottes“, Thomas Merton, Madame de Guyon u. a.);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Gebet (mystisches „Hören auf Gott“; Einsetzen der Vorstellungskraft; magische Techniken);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Einsamkeit (mystisch, einschließlich der „dunklen Nacht der Seele“; Wüstenväter als Vorbild);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Bekenntnis (Beichte – im katholischen Sinn);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Anbetung (stark charismatisch gefärbte gefälschte „Anbetung“);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Führung (kollektive Führung und „spirituelle Führer“)</p>
<p>Gibbs/Bolger stellen fest: „Emerging Churches ermutigen ihre Mitglieder in der Praxis der spirituellen Disziplinen“ (230). Viele Emerging-Church-Leiter sehen sich nach diesem System als „Spirituelle Führer“. All das führt zum einen in eine größere Nähe zu der katholischen Kirche; Brian McLaren etwa sagt: „In vieler Hinsicht habe ich mehr mit Katholiken gemeinsam als mit Protestanten“.</p>
<p>Zum anderen aber führen die mystischen Übungen die Menschen unter die irreführende Wirkung finsterer Geister. Denn die „christliche“ Mystik mit ihrem Streben nach Begegnung und „Vereinigung mit der Gottheit“ ist eng verwandt mit der heidnischen Mystik (etwa der Zen-Meditation, dem Hinduismus oder Sufismus). Wie diese führt das Sich-Öffnen und Entleeren des Bewußtseins wie auch seelische und körperliche Techniken wie „Atemgebete“, „gelenkte Vorstellungen/Visualisierungen“, mantraähnliche Formeln usw. zum Kontakt mit irreführenden Geistern und nicht mit Gott.</p>
<p>Was die „evangelikalen“ Befürworter der Mystik zumeist nicht offen ansprechen, ist die religiös-weltanschauliche Grundlage aller Mystik: Jede Mystik, auch die „christliche“, beruht letztlich auf dem heidnisch-trügerischen Gedanken, daß alles – Menschen, Natur, Kosmos – eins sei, und daß Gott in allem sei. Der Mystik liegt die Lüge zugrunde, daß Gott im tiefsten Grund jedes Menschen wohne und jeder Mensch eins mit Gott sei und dies durch das mystische Erlebnis erfahren könne. Das ist nichts anderes als die verführerische Falschreligion der Schlange: „Ihr werdet sein wie Gott“.</p>
<p>Deshalb führt auch die Mystik unweigerlich zu der Irrlehre, daß alle religiösen Wege zu Gott führen, daß alle Religionen Zugänge zu Gott sind. Der verstorbene Mönch Thomas Merton, einer der Schlüsselfiguren in der „neuen Spiritualität“, befürwortete und praktizierte buddhistische Meditation und bekannte, daß er tief mit Sufismus (islamischer Mystik) getränkt war; er behauptete, „die reine Herrlichkeit Gottes“ sei in uns. „Sie ist in jedermann.“</p>
<p>Henri Nouwen, ein anderer katholischer Mönch und Wegbereiter der „kontemplativen Spiritualität“, bekannte: „Der Gott, der in unserem inneren Heiligtum wohnt, ist auch der Gott, der im inneren Heiligtum jedes menschlichen Wesens wohnt.“ Das ist im Licht der biblischen Offenbarung schlimmer religiöser Betrug, der Menschen davon abhält, die alleinige Errettung in Christus zu finden. Dieses „Licht“ ist in Wahrheit Finsternis, und der Betrug der Mystik dürfte in der Endzeit noch weit um sich greifen und vom Satan dazu benutzt werden, die antichristliche Welteinheitsreligion zu formieren.</p>
<p>Die Mystik ist das ganze Gegenteil echten geistlichen Lebens, wie es der Glaube an den Herrn Jesus Christus schenkt. Deshalb warnt uns das Wort Gottes: „Laßt nicht zu, daß euch irgend jemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einläßt, die er nicht gesehen hat, wobei er ohne Grund aufgeblasen ist von seiner fleischlichen Gesinnung, und nicht festhält an dem Haupt, von dem aus der ganze Leib, durch die Gelenke und Bänder unterstützt und zusammengehalten, heranwächst in dem von Gott gewirkten Wachstum“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+2%2C18-19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 2,18-19</a>).</p>
<p>Jeder, der durch echte Bekehrung und Wiedergeburt ein Kind Gottes werden durfte (alle diese biblischen Begriffe werden von den falschen „Christen“ in der Emerging Church bewußt vermieden), ist dadurch in eine wunderbare Gemeinschaft mit seinem Herrn und Erlöser gekommen. Er hat den Heiligen Geist empfangen, der ihm das Wort Gottes aufschließt und zu einer lebendigen geistlichen Speise macht, der ihn ins Gebet leitet und ihm Gott, den Vater, und den Sohn Gottes immer tiefer erkennen läßt. Er hat in Christus die Fülle. Er braucht keine künstlichen „spirituellen Disziplinen“; er braucht weder mystische Versenkung noch magische Gebetstechniken als Krücken für eine Pseudo-Geistlichkeit; er hat das Echte.</p>
<p>Aber die unzufriedenen, noch im Fleisch befindlichen und an die Welt gebundenen Namenschristen brauchen solche „Spiritualität“, die, wie der Name sagt, eine Beziehung zu Geistern ist, weil sie den Heiligen Geist nicht haben. „Wenn im Leben eines Menschen eine echte Beziehung zu Jesus Christus nicht besteht, dann scheinen mystische Erlebnisse diese Leere auszufüllen.“ Die heidnische Spiritualität führt zur Gemeinschaft mit Dämonen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+10%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 10,20</a>), sie bringt ihre Anhänger unter einen furchtbaren verführerischen Einfluß, ein scheinbares Licht, das von dem Satan kommt, der sich als Engel des Lichts verstellt, nach der prophetischen Warnung aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+1%2C4%3A+&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 1,4: </a><strong>„Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden.“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein bearbeiteter Auszug aus dem Buch <strong><em>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church – der Irrweg der postmodernen Evangelikalen</em></strong>, S. 110-121. Alle Fußnoten und Zitatverweise sind hier getilgt und können dort nachgelesen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/aufbruch-in-ein-neues-christsein-emerging-church-der-irrweg-der-postmodernen-evangelikalen-vollstaendiger-text/"><strong>Hier können Sie das ganze Buch als PDF herunterladen, aus dem dieser Beitrag stammt</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/mystische-spiritualitaet-als-bruecke-zum-new-age-und-zum-katholizismus/">Mystische Spiritualität als Brücke zum New Age und zum Katholizismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die neuen Lehren der Emerging-Church-Bewegung</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-neuen-lehren-der-emerging-church-bewegung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:42:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2120</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Die Emerging Church beansprucht, einen „dritten Weg“ jenseits von konservativem Evangelikalismus und klassischem Liberalismus zu suchen; letztlich läuft das aber auf eine zeitgemäßere Spielart des Liberalismus hinaus. &#160; Geprägt von bibelkritischen Verführungslehren Das Grundübel liegt in der Haltung zur Wahrheit der Heiligen Schrift: In der Emerging Church wird eine massive Relativierung und Verfälschung der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-neuen-lehren-der-emerging-church-bewegung/">Die neuen Lehren der Emerging-Church-Bewegung</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p>Die Emerging Church beansprucht, einen „dritten Weg“ jenseits von konservativem Evangelikalismus und klassischem Liberalismus zu suchen; letztlich läuft das aber auf eine zeitgemäßere Spielart des Liberalismus hinaus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Geprägt von bibelkritischen Verführungslehren</strong></em></p>
<p>Das Grundübel liegt in <em>der Haltung zur Wahrheit der Heiligen Schrift:</em> In der Emerging Church wird eine massive Relativierung und Verfälschung der Wahrheit der Bibel gelehrt, die nur noch als eine große „Erzählung“ angesehen wird, nicht mehr als absolut wahres, feststehendes Offenbarungswort Gottes. Diese Verwerfung der Bibel als verbindliche Offenbarung Gottes wird unter dem Deckmantel der (liberal-bibelkritischen) „narrativen Theologie“ betrieben.</p>
<p>Die Emerging Church ist entscheidend geprägt von liberalen und neo-orthodoxen Irrlehrern. Dazu gehören Karl Barth und Jürgen Moltmann, zeitgenössische bibelkritische Theologen wie Norman T. Wright (anglikanischer Bischof von Durham) und Walter Brueggemann, sowie „postmoderne“ Theologen wie Stanley Grenz, John Franke, Robert Webber und Leonard Sweet.</p>
<p>Die Emerging Church baut ihre Lehren vom „gegenwärtigen Reich Gottes“ auf eine Umdeutung der Evangelien, die nicht mehr im Licht der Apostellehre gedeutet werden. Ihr „Evangelium“ ist nicht das von Paulus verkündigte Evangelium der Gnade, sondern ein verfälschtes „Evangelium vom Reich“, nachdem das „Reich Gottes“ jetzt schon gegenwärtig sei und auch Ungläubige und Angehörige anderer Religionen mit umfasse. Die biblische Lehre von der Sündenverderbnis des Menschen und vom stellvertretenden Sühnopfer wird verfälscht und eine Errettung von Menschen unabhängig von deren Umkehr und Glaube gelehrt. Unbekehrte seien schon in die Errettung einbezogen (Inklusivismus) und werden daher auch in die „Glaubensgemeinschaften“ (<em>communities of faith</em>) der Emerging Church mit aufgenommen.</p>
<p>Die meisten Sprecher der Emerging Church sehen ihr Ziel nicht darin, Menschen zur Bekehrung und zur ewigen Errettung zu rufen, sondern zu einem „Leben für Gott im Reich Gottes hier und jetzt“. Das umfaßt für sie auch das Eintreten für soziale Gerechtigkeit und die Armen und Randgruppen, für Umweltschutz und gegen alle Arten von Kolonialismus, für Feminismus, Homosexuelle und Immigranten. Dabei sind linksliberale Autoren wie Tony Campolo, Ron Sider, Jim Wallis und Howard Yoder prägend; letztlich wird damit nur das liberaltheologische „Soziale Evangelium“ neu aufgewärmt. Viele Emerging-Church-Gruppen engagieren sich in Sozialprojekten in den Städten, in denen sie leben, wobei sie z. T. auch für enge Zusammenarbeit und Verschmelzung mit weltlichen Organisationen offen sind und eine Evangeliumsverkündigung meiden. Sie wollen bewußt Teil der weltlichen Gemeinschaft sein und ihr dienen.</p>
<p>Damit verbunden ist eine Ausrichtung auf die weltliche Kultur und ein völlig verfälschtes Missionsverständnis, das von den liberal-ökumenischen Theologen Lesslie Newbigin und David Bosch übernommen wurde. Die Emerging Church spricht viel von „missionaler Gemeinde“ und „missionalem Leben“; dahinter steckt der Verzicht auf die biblisch gebotene Verkündigung des Evangeliums zugunsten eines der Welt dienenden Lebensstils. Man will einseitig durch ein „Vorleben“ und sozial nützliches Helfen und Beseitigen gesellschaftlicher Mißstände die Menschen gewinnen, obwohl die Bibel klar lehrt, daß wir das Wort des Evangeliums verkündigen müssen, damit Menschen zum Glauben kommen können (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+10%2C13-17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 10,13-17</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Der Einfluß charismatischer Irreführung</strong></em></p>
<p>Die allermeisten Führer der Emerging Church sind durch die verführerische Schule der Charismatischen Bewegung gegangen und wurden mit dem falschen Geist dieser Bewegung „getauft“; viele waren zuvor in Berührung mit John Wimber, „Vineyard“ und dem „Toronto-Segen“ gewesen, und charismatische Irrlehren und Praktiken finden sich auch in der Emerging Church wieder.</p>
<p>Eine wichtige Vorläuferbewegung für die heutige postmoderne Szene war ohne Zweifel die Jesus-People-Bewegung in Amerika in den 70er Jahren des 20. Jh. (<em>Jesus movement</em>), deren verführerische und zersetzende Einflüsse über Wimber und die Vineyard-Bewegung ziemlich direkt in die Emerging Church münden. Zwar bezeichnen sich die allermeisten Führer als „postcharismatisch“ und lehnen manche Praktiken und Lehren charismatischer Gemeinden ab, aber sie haben sich weder von der falschen „Geistestaufe“ noch von den falschen Gaben dieser Bewegung getrennt. Der unterschwellige Einfluß des charismatischen Verführungsgeistes ist vielfältig zu sehen.</p>
<p>Ein ganz entscheidender Einfluß geht von der <em>katholischen Mystik</em> aus. Man folgt hier den Tendenzen postmoderner weltlicher „Spiritualität“, die das Mystische und Geheimnisvolle, die Erfahrung des (angeblich) Göttlichen, das Ritual, die Bilder und Symbole sucht. So wird als Ersatz für das biblisch gesunde Leben des Glaubens, der Nachfolge und Hingabe an Christus eine letztlich heidnische „Spiritualität“ angeboten, die aus den vergifteten Quellen des Mönchtums und der mittelalterlichen Kirche schöpft.</p>
<p>Hier werden die auch im allgemeinen Evangelikalismus verbreiteten Einflüsse der <em>„neuen Spiritualität“</em> wirksam. Diese Strömung, die eindeutige Bezüge zum New Age und der heidnischen Mystik hat, geht u. a. auf die Irrlehren des Mönches „Bruder Laurentius/Lorenz“ sowie auf Thomas Merton zurück, einen katholischen Mönch, der Zen-Meditation studierte und sich ebenso als Buddhist wie als Christ sah. Nach ihm hat besonders der katholische Mystiker Henri Nouwen großen Einfluß bei Evangelikalen gehabt, ebenso der Mystiker und Quäker Richard Foster mit seiner <em>Renovare-Bewegung</em> sowie der Philosoph Dallas Willard.</p>
<p>Ein ebenfalls prägender Einfluß kommt von den Schriften von C. S. Lewis, die immer wieder zitiert werden. Die ökumenische, religionsvermischende Haltung von Lewis, seine unklare Haltung zur Bibel, zu Buße, Bekehrung und dem Sühnopfer Christi kommt der Einstellung der postmodernen Christen sehr entgegen. Aber auch katholische Theologen und Denker wie Küng, Chesterton, Guardini werden immer wieder angeführt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Radikale Verweltlichung des Lebens und der Gemeinde</strong></em></p>
<p>Ein weiterer Grundzug der Emerging Church ist die radikale Verweltlichung. Man redet davon, daß die „moderne Aufspaltung in Heiliges und Säkulares überwunden werden“ müsse und beteuert laut: „Alles ist heilig!“ Man verkündet, daß die Kirche im Dialog mit der weltlichen Kultur stehen müsse und sich von dieser Kultur nicht abspalten dürfe, wenn sie „relevant“ bleiben wolle. Was aber in der Praxis geschieht, ist die hemmungslose Einführung unheiliger Weltelemente in das Leben der verfälschten „Kirche“.</p>
<p>Besonders gilt das auf dem Gebiet der <em>Musik</em>, wo alle möglichen neuen Spielarten der dämonischen Rock- und Popmusik (Techno, Hiphop, Rap) in die „Gottesdienste“ eingebaut werden, oft ohne Band, sondern nach Disco-Art durch „DJs“ (Disc-Jockeys) elektronisch gemixt und aufbereitet. Aber auch Filme und Videoclips, die weltliche oder pseudospirituelle darstellende Kunst, Gedichte auch ungläubiger „Künstler“ werden mit einbezogen. Viele Anhänger „emergenter Gemeinschaften“ führen ein völlig weltförmiges Leben mit dämonischer Pop- und Rockmusik, ungläubigen Freunden, mit Alkohol und z. T. auch Drogen und vorehelichem Zusammenleben.</p>
<p>Das wird gerechtfertigt damit, daß die Gemeinde „inkarnatorisch“ leben und sich mit der umgebenden Welt eng verbinden müsse. Ganz praktisch streben die größtenteils unbekehrten Anhänger dieser Strömung danach, „authentisch“ ihr sündiges, weltförmiges Leben weiterleben zu können und keinen „künstlichen Gegensatz“ zwischen ihrem Disco-Alltag und dem Gemeindeleben aushalten zu müssen. Auch in Gemeindeveranstaltungen wird z. T. Alkohol ausgeschenkt und geraucht; ja, manche besonders „inkarnatorischen“ Gemeinden treffen sich bewußt in Bars und Nachtclubs zu ihren verkehrten „Gottesdiensten“.</p>
<p>Ungläubige werden aufgefordert, bei den „Aktionen“ und der „Anbetung“ dieser Gemeinschaften mitzumachen und Gott auch das zu bringen, was sie gerne möchten. Man will Ungläubige bewußt in die Gemeinschaft aufnehmen und erwartet, daß sie durch die Erfahrung des gemeinsamen Lebens allmählich zu „Jüngern“ bzw. „Nachfolgern von Jesus“ werden; so lauten die Begriffe in der Emerging Church, wo man den biblischen Begriff „Gläubige“ auffallend vermeidet.</p>
<p>Ein wichtiges Element der neuen Kirchenbewegung kommt schon in ihrem Namen zum Ausdruck: Die meisten ihrer Sprecher stützen sich bei ihrer Strategie auf die weltliche <em>Systemtheorie</em> und <em>Emergenzlehre</em>, die eine geheimnisvolle Höherentwicklung komplexer Systeme unter bestimmten Bedingungen behauptet.</p>
<p>Diese Lehre ist pseudowissenschaftlich und steht in enger Verbindung mit dem Denken der New-Age-Bewegung, des Taoismus und der buddhistischen und hinduistischen Mystik. Sie setzt das antigöttliche Weltbild der Evolutionslehre voraus, zu der sich auch viele Emerging-Church-Sprecher offen bekennen. In völlig unbiblischer Weise sehen sie die Gemeinde als ein selbstorganisierendes spontanes System, das sich unter den neuen Umweltbedingungen (Postmoderne, „neues Zeitalter“) in einem kritischen Zustand befinde und auf einen evolutionären „Sprung“ zusteuere, auf die Emergenz einer neuen, höheren Stufe von Kirche. Diese Lehre ist, wie wir im nächsten Abschnitt noch zeigen werden, das Einfallstor für antichristliches, esoterisches Gedankengut.</p>
<p>In ihrer Gemeindestruktur geht die Emerging Church größtenteils Wege, die den Megagemeinden à la Willow Creek direkt entgegengesetzt sind. Es gibt zwar in den USA auch einige große Gemeinden mit Pastoren, aber überwiegend sind die Gemeinschaften sehr dezentral, oft ohne Pastor; man zieht organische Kleingruppen vor, die sich je nach Bedürfnis treffen, manche mehrmals wöchentlich, andere nur einmal im Monat. Zahlenmäßiges Wachstum wird nicht unbedingt angestrebt. Diese Betonung der Kleingruppen entspricht den New-Age-Lehren, wie man eine „Transformation“ in ein „neues Paradigma“ am besten zustande bringt. Dasselbe gilt für das neue Konzept von Leitern, die betont unautoritär aus dem Hintergrund führen sollen und als dienende Helfer (<em>„servant leaders“</em>) auftreten, die den anderen „Lernprozesse ermöglichen“ (<em>„facilitators“</em>) und sie „befähigen“ sollen (<em>„empowering“</em>).</p>
<p>Lehre und Verkündigung werden in vielen Gruppen sehr klein geschrieben, an die Stelle der Verkündigung treten oft der Austausch oder Zeugnisse. Manche solche Gruppen haben einmal in der Woche oder im Monat ein gemeinsames größeres Treffen. Oberflächlich betrachtet klingen manche Aussagen der Emerging-Church-Sprecher über Gemeindestruktur biblischer als die Modelle der Megagemeinden – aber im Grunde sind sie weit von biblischer Gemeinde entfernt, weil sie wesentliche Elemente mißachten, so die Gemeindezucht und Absonderung von Ungläubigen, die zentrale Rolle von Lehre und Wortverkündigung, und die biblische Aufseherschaft durch Älteste. Dagegen gewinnen unbiblische Strukturen wie klosterähnliche Lebensgemeinschaften an Anziehungskraft.</p>
<p>(…)</p>
<p>Mehr als viele Analysen mag vielleicht das Bekenntnis eines jungen Mannes aus der deutschen Emerging-Church-Szene zeigen, was die jungen Anhänger dieser Strömung bewegt und wo sie innerlich stehen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unser Denken ist anders</em><br />
Pluralismus ist normal und nicht angstbesetzt. Traditionen werden radikal in Frage gestellt, nach ihrer Relevanz bewertet und aussortiert, was nicht paßt. Bibel, Kirche, Theologie, Wahrheit und Ethik gehören dazu. Alles ist relativ. Wahr ist nur, was ich erleben und anfassen kann. Es gibt viele Religionen, die ihren Platz in der Welt haben. Wir können zwar alles wissen, aber irgendwann hat Wissen keinen Reiz mehr. Dann beginnt die neue Suche nach dem, was relevant ist, nach Leben, Sinn, Erfüllung, Transzendenz, denn wir haben gerade keine Werte mehr. Wir wollen gute – zur Not auch alte – Werte zurückerobern und frisch leben.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unser Lifestyle ist anders</em><br />
Wir fühlen uns zugehörig, wenn etwas relevant ist. Verbindlichkeit gegenüber Institutionen und Ideologien ist vorbei. Greenpeace hat mehr Autorität als der Papst. Ökoaktivismus erscheint uns geistlicher und wichtiger als viele Gottesdienste. (…) Wir leben exzessiv und gleichzeitig bewusst: totale Party, Grenzerfahrungen und Müsli nach dem Joggen. Wir sind pragmatisch und sehnen uns gleichzeitig nach Erfüllung, die den Pragmatismus überwindet: Sinn, Ganzheitlichkeit, Klarheit, Überzeugungen. Pragmatismus kann nicht alles sein, aber klare Überzeugungen gibts auch keine mehr. (…)</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unser Gottesbild ist anders</em><br />
Wir haben keine Angst mehr. Wir brauchen nicht von einem negativen Gottesbild befreit zu werden. Gott ist für uns. Gott ist gut, positiv, manchmal harmlos. Wir sehen Gott als Partner und Gegenüber. Der Heilige Geist wird nicht mehr übersehen. Gott ist trinitarisch und damit voll multitaskingfähig. Er ist da, real, nah und fern.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unser Selbstbild ist anders</em><br />
Wir stehen im Mittelpunkt. Alle finden uns wichtig – zumindest als Konsumenten. Wir sind egoistisch &#8211; frech geht vor. Wir nehmen unser Schicksal selbst in die Hand. Wir sind selbstbewusst und wollen gesehen werden. Wir fühlen uns von Gott geliebt.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unsere Weltsicht ist anders</em><br />
Da draußen ist nicht die böse Welt &#8211; es ist einfach die Welt um uns herum. Wir sind gerne Teil dieser Welt und nicht von ihr getrennt. Wir gehören zur globalen Jugendkultur, sind zeitgeistkompatibel.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unsere Art Bibel zu lesen ist anders</em><br />
Sie ist die große Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie legt mich aus &#8211; und weniger ich sie. Sie ist kein Steinbruch für theologische Akrobatiken und keine ethische Gebrauchsanweisung für das Leben.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unsere Spiritualität ist anders</em><br />
Wir wollen Spiritualität. In neuen Formen. Wir wollen unser Leben mit anderen gemeinsam leben und gleichzeitig unserer Individualität Ausdruck verleihen. Wir haben keine Berührungsängste gegenüber anderen geistlichen Traditionen. Wir integrieren Spiritualität von außerhalb des Christentums in Formen von Meditation, Sinnlichkeit, Ästhetik, Lifestyle.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unsere Vorstellung von Kirche ist anders</em><br />
Wir wollen Kirche gemeinsam gestalten, weiterentwickeln und relevant leben. Diese Kirche ist zeitgemäß, inkarnatorisch, missionarisch, in der Welt, flexibel, gabenorientiert, pragmatisch, ehrlich, ganzheitlich, sinnlich, gastfreundlich, spirituell, neoliturgisch, politisch, diakonisch. Sie braucht keine Hierarchie und auch keine Konfession.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Unsere Glaubensüberzeugungen sind anders</em><br />
Wir glauben an die Schöpfung und die Evolution. Wir glauben, dass Menschen durch Jesus zu Gott kommen &#8211; und manche auch anders. Wir brauchen keine Hölle, um an den Himmel zu glauben. Und wir brauchen sie auch nicht, um Menschen für Jesus zu begeistern. Wir sind nicht mehr konfessionell. Wer glaubt, wird an seinem Herzen erkannt, nicht an seinem Dogma. Wir denken nicht in Konfessionen, sondern in Bewegungen und Netzwerken. Eine wissenschaftliche, apologetische, verwaltende Theologie ist uns suspekt und wir verzichten auf den Kampf um absolute Wahrheiten.</p>
<p style="padding-left: 30px;"> </p>
<p>Wir sehen in diesen offenen Worten, daß hier der Abfall vom biblischen Glauben in einer Offenheit und Schärfe vollzogen wurde, die erschrecken läßt, die uns aber angesichts der vorrückenden Endzeit nicht verwundern darf. Solche verblendeten jungen Menschen sind nicht nur nicht wiedergeboren; sie haben sich von der einzigen Quelle der Wahrheit und des Heils abgewandt und sind in die heidnische Religiosität zurückgegangen. Sie schwimmen in dem mächtigen Sog mit, der in die Welteinheitsreligion der Hure Babylon führt. Und es steht zu fürchten, daß viele – nicht nur jüngere – Evangelikale ihnen in absehbarer Zukunft nachfolgen werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser <em><strong>&#8222;Emerging Church&#8220;: Die postmoderne Kirche verführt die Evangelikalen</strong></em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/emerging-church-die-postmoderne-kirche-verfuehrt-die-evangelikalen/">Hier können Sie das vollständige PDF-Dokument herunterladen</a> <br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-neuen-lehren-der-emerging-church-bewegung/">Die neuen Lehren der Emerging-Church-Bewegung</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die „Emerging Church“: Postmoderne Evangelikale auf der Suche nach neuen Wegen</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-postmoderne-evangelikale-auf-der-suche-nach-neuen-wegen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:33:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2117</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Aus der modernen „Gemeindewachstumsbewegung“, die vor allem durch „Willow Creek“ und „Leben mit Vision“ bekannt wurde, hat sich eine neue Strömung entwickelt, die besonders jüngere Christen auch im deutschsprachigen Raum anspricht und eine radikale Veränderung bzw. „Neuerfindung“ des christlichen Gemeindelebens anstrebt: die sog. Emerging Church (imördsching tschörtsch ausgesprochen; bedeutet: „die neu aufkommende Kirche“). Diese [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-postmoderne-evangelikale-auf-der-suche-nach-neuen-wegen/">Die „Emerging Church“: Postmoderne Evangelikale auf der Suche nach neuen Wegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p>Aus der modernen „Gemeindewachstumsbewegung“, die vor allem durch „Willow Creek“ und „Leben mit Vision“ bekannt wurde, hat sich eine neue Strömung entwickelt, die besonders jüngere Christen auch im deutschsprachigen Raum anspricht und eine radikale Veränderung bzw. „Neuerfindung“ des christlichen Gemeindelebens anstrebt: die sog. <em>Emerging Church</em> (<em>imördsching tschörtsch</em> ausgesprochen; bedeutet: „die neu aufkommende Kirche“).</p>
<p>Diese Strömung versteht sich als Vorhut der „auftauchenden“ oder „sich neu herausbildenden“ (engl. <em>emerging</em>) Kirche des 21. Jahrhunderts. Sie wird hauptsächlich getragen von jüngeren Leuten Mitte zwanzig bis Anfang vierzig, die zumeist aus einem evangelikal-charismatischen Hintergrund kommen und oftmals intellektuell angehaucht sind. Viele sind Absolventen von theologischen Seminaren und in neuen, der „postmodernen Zeit“ angepaßten Gemeindeaktivitäten engagiert.</p>
<p>Diese neue Bewegung ist sehr vielfältig, schillernd und ohne feste Organisationsformen, und doch hat sie einige Grundmerkmale, die allen oder fast allen Unterströmungen gemeinsam ist. Sie will die herkömmlichen Lehren und Gemeindeformen des 20. Jahrhunderts überwinden, die in ihren Augen zum „Zeitalter der Moderne“ gehören. Sie beansprucht, Kirche für die neue Generation der „postmodernen“ Menschen zu sein, d. h. derjenigen, die die Denk- und Lebensweise der Moderne hinter sich gelassen haben. Sie wollen „eine neue Art von Christsein“ leben, das sich von dem herkömmlichen radikal unterscheidet. Als Ableger der „evangelikalen“ Bewegung strebt sie einen „dritten Weg“ zwischen konservativen Evangelikalen und klassischen Liberalen an.</p>
<p>Die Anhänger der „Emerging Church“ suchen in Abgrenzung zum „modernen“ Christentum nach einer „alten“, „ursprünglichen“, „aufs Wesentliche zurückgeführten“ Spiritualität, aber ohne die Bindung an die Bibel landen sie nur bei Anleihen an die katholische heidnische Falschreligion oder an die heidnische Spiritualität des New Age.</p>
<p>Die postmodernen „Jesus-Nachfolger“ reden noch von „Glauben“, von „Leidenschaft für Jesus“, von Opfer und brennendem Einsatz für „das Evangelium“ – aber sie haben die Grundlage des echten, biblischen Christentums bewußt verlassen, sie haben dem ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jud+3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jud 3</a>) abgesagt. Sie basteln sich einen falschen „Jesus“ aus den Evangelien zurecht, verwerfen aber das Wort des erhöhten Herrn in der Lehre der Apostel.</p>
<p>Ihre Abneigung gegen jede Art von Lehre überdeckt die Tatsache, daß sie die gesunde Lehre und das wahre apostolische Evangelium verlassen haben. Die „mutigeren“ unter ihnen haben bereits die Lehre des stellvertretenden Sühnopfers Jesu Christi, des erlösenden Blutes, der realen Hölle und ewigen Verdammnis für alle Ungläubigen offen verworfen; andere, wie McManus, die noch unter konservativen Evangelikalen wirken wollen, begnügen sich mit in Frage stellenden Bemerkungen (s. u.). Weit verbreitet ist die Irrlehre, daß auch Angehörige anderer Religionen ohne Glauben an Jesus Christus gerettet werden könnten (so hat es neuerdings auch Billy Graham geäußert). Manche Sprecher der „Emerging Church“, wie z. B. Brian McLaren, halten verschiedene Wege zu Gott für legitim.</p>
<p>Eine Gemeinsamkeit der „Emerging-Church“-Leute besteht darin, daß sie eine konsequente Anpassung an die Kultur und Denkweise ihrer postmodernen Zielgruppe für wichtig halten. Das bedeutet Übernahme der weltlichen, gottlosen Pop- und Rockkultur, Einsatz von Videos, Tanz, Theater, moderner Kunst und Internet. Sie sind stark auf „Erfahrung“ und „Erlebnis“ ausgerichtet und meinen, Fernstehende vor allem durch das Erlebnis „authentischer Gemeinschaft“ erreichen zu können.</p>
<p>Sie sind meist stark mystisch orientiert, d. h. sie suchen eine heidnisch geprägte religiöse Erfahrung der „Gegenwart Gottes“, die u. a. in Meditation und Stille erfahrbar sei. Sie greift in ihrer Praxis viele verführerische katholische Praktiken auf, so z. B. die Benutzung von Weihrauch, Kerzen und Bildern in den „Gottesdiensten“, bis hin zur Meditation und „Anbetung“ vor Ikonen. Es ist durchaus folgerichtig, daß diese Strömung offen ökumenisch ist und die Vermischung verschiedener christlicher und teilweise auch nichtchristlicher religiöser Ansätze befürwortet.</p>
<p>Diese Abhandlung soll eine erste Aufklärung über den verführerischen Einfluß dieser Bewegung geben. Mein im Mai 2008 erschienenes Buch <strong><em>„Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church – Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen“</em></strong> (Edition Nehemia Steffisburg) gibt ausführlicher Auskunft über die Lehren und das Wesen der Emerging Church.</p>
<p>Der erste Teil dieser Schrift informiert allgemein über die Emerging Church-Bewegung; es handelt sich dabei um gekürzte Auszüge aus meinem oben erwähnten Buch; die Fußnotennachweise wurden aus Platzgründen gestrichen und können im Buch nachgelesen werden. Im zweiten Teil wird ein wichtiges Buch eines bekannten amerikanischen Sprechers dieser Bewegung kritisch untersucht, um einen Eindruck von den verführerischen Lehren zu geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">1. Die Emerging Church als „postmoderne Kirche“ und das Gedankengut der weltlichen Postmoderne</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Emerging-Church-Bewegung versteht sich ja als Vorhut der postmodernen Kirche oder Gemeinde des 21. Jahrhunderts. Ihre Anhänger haben sich das Ziel gesetzt, die „postmodernen“ Menschen, insbesondere die Generation der 16-30jährigen, anzusprechen.</p>
<p>Das ist an sich ja ein lobenswertes Ziel; das Gefährliche dabei ist, daß sie selbst von der postmodernen weltlichen Philosophie und Lebenshaltung geprägt sind, die ihr Lebensgefühl widerspiegelt – das Lebensgefühl von skeptischen jungen Menschen aus christlichen Elternhäusern, die selbst nie eine radikale Lebenswende und Wiedergeburt aus dem Heiligen Geist erlebt haben. Ihnen erscheint es so, als brächten die biblischen Lehren, der biblische Weg der Heiligung und Kreuzesnachfolge unerträgliche Enge und dogmatische Erstarrung mit sich; sie sind oberflächlich christianisierte Heiden, und daher fühlen sie sich zu der skeptischen, zweifelnden heidnischen Philosophie dieser Endzeit mehr hingezogen als zu der gesunden Lehre der Heiligen Schrift.</p>
<p>Was kennzeichnet das Denken der nachmodernen weltlichen Philosophen und Intellektuellen? Darüber sind dicke Bücher geschrieben worden; wir können hier nur einige Grundzüge dieser Strömung skizzieren. Die Postmoderne versteht sich als eine kritische Überwindung der „Moderne“. Darunter wird vor allem eine Denkweise verstanden, die von Vernunft- und Wissenschaftsgläubigkeit geprägt wurde, von der Überzeugung, der Mensch könne alles mit seinem Verstand erkennen und auf allen Gebieten zu objektiven Feststellungen der Wahrheit kommen und so auch einen unbegrenzten Fortschritt des Wissens und der Zivilisation erreichen. Dieses Denken ist vor allem von der Aufklärung des 18. Jh. geformt worden und war bis in die zweite Hälfte des 20. Jh. hinein die vorherrschende Sicht der westlichen Intellektuellen. Es ist aus biblisch-geistlicher Sicht eine anmaßend Selbstüberschätzung der Menschenweisheit.</p>
<p>Doch was setzt dem das Denken der „Postmoderne“ entgegen? Den methodischen Zweifel, die systematische Leugnung jeglicher objektiv feststehenden und absoluten Wahrheit. In verschiedenen Schattierungen behaupten die Vordenker der Postmoderne, der Mensch sei so geprägt von seinen kulturellen Werten und Begrenzungen, daß jede Sicht der Wirklichkeit immer nur relativ sein müsse und keine objektiv feststellbare Wahrheit gefunden werden könne. Alles menschliche Denken entwickle sich in Form von „Geschichten“ bzw. „Erzählungen“ (stories/narratives), die alle subjektiv seien und immer auf ihre Begrenztheiten hinterfragt werden müßten. So zeigt sich postmodernes Denken u. a. in folgenden Merkmalen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Kritik am Denken der „Moderne“ und seiner Vernunft- und Wissenschaftsgläubigkeit;</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Öffnung für intellektuellen Zweifel, das Irrationale, Gefühle, Bilder, Symbolik, das Übernatürliche;</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Ablehnung aller absoluten Wahrheiten und „dogmatischen“ Lehraussagen (meta-narratives);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Zweifel an der Fähigkeit der menschlichen Vernunft, Dinge zuverlässig zu erkennen;</p>
<p style="padding-left: 30px;">* hinterfragendes Auflösen aller „modernen“ Aussagen von Wahrheit („Dekonstruktion“ / deconstruction) und ihre Umdeutung in einem veränderten, nur noch relativen Bezugs- und Deutungsrahmen („Rekonstruktion“ / reconstruction; „Wiedererfinden“ / „reinventing“; „reimagining“);</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Gespräch, offener Dialog und Erzählen von bedeutungsvollen Geschichten anstatt lehrhafter Vermittlung und Festsetzung von bestimmten Grundsätzen, Überzeugungen usw.;</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Betonung der Erfahrung, des Gefühls, des Erlebnisses und der mystischen Eingebung gegenüber Lehre und Verstand;</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Betonung des ehrlichen Sich-Selbst-Seins und des „authentischen“ (echten) Lebens gegenüber Normen und Geboten; existentialistische Lebenshaltung.</p>
<p>Das sind Denkweisen, Werte und Grundsätze, die zutiefst heidnisch sind und ihre Wurzeln in der griechischen Philosophie und in den antiken heidnischen Religionen haben. Sie leugnen, daß der Mensch durch Gottes Gnade sehr wohl objektive Wahrheit erkennen kann, und gehen zurück zu dem vernebelten mythischen Denken der Götzenreligionen. Sie sind keineswegs etwas Neues unter der Sonne; sie waren im 20. Jahrhundert bereits von Existentialisten, Hippies und New-Age-Anhängern propagiert worden.</p>
<p>Daß das nachchristliche Neuheidentum einen solchen Relativismus immer anziehender findet, hat nicht nur etwas mit dem offenkundiger werdenden Bankrott der weltlichen „Vernunftreligion“, des Rationalismus mit seiner naiven Wissenschaftsgläubigkeit, zu tun. Aus historischer Sicht kann der Skeptizismus der Postmoderne einfach als Verfalls- und Auflösungserscheinung einer im Niedergang befindlichen Zivilisation gedeutet werden.</p>
<p>Aber das allein wäre zu kurz gegriffen. Geistlich gesehen muß der Umstand bedacht werden, daß die Weltgeschichte mit immer rascheren Schritten auf das Kommen des Antichristen zugelenkt wird. Dieser Höhepunkt der widergöttlichen Entfaltung der Welt wird nach der Bibel begleitet von betrügerischen Prophetien und Wunderzeichen, von einer beispiellosen Welle des Okkultismus und Mystizismus, von der Abwertung jeglicher Wahrheit und zugleich von der Vorherrschaft der Lüge und des Vaters der Lüge:</p>
<p><strong>Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon am Wirken, nur muß der, welcher jetzt zurückhält, erst aus dem Weg sein; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird, ihn, dessen Kommen aufgrund der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder und aller Verführung der Ungerechtigkeit bei denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können. Darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, so daß sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt haben, sondern Wohlgefallen hatten an der Ungerechtigkeit. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Thess+2%2C7-12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Thess 2,7-12</a>)</strong></p>
<p>Für den Eintritt in dieses Neue Zeitalter (New Age) des Antichristen bereitet der Gott und Fürst dieser Welt seine Anhänger vor, indem er sie zunehmend öffnet für Mystik, falsche Propheten und falsche Wunderzeichen. Die Religion und das Denken in der antichristlichen Endzeit müssen, wenn man die Bibel daraufhin studiert, offen sein für mystische Geistererfahrungen, Wunder und falsche „Botschaften von Gott“.</p>
<p>In diesem Sinn ist auch die Wende zur „Postmoderne“ geistlich gelenkt von dem „Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+2%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 2,2</a>). Die Preisgabe der Vernunft und der schrankenlose Relativismus bereiten das geistige Klima für den Gesetzlosen vor, der die Wahrheit in Lüge verkehrt und alle von Gott gegebenen Werte und Normen umstürzt und Zügellosigkeit, Ausschweifung und Verderbtheit zur Norm machen wird (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Th+2%2C3-7%3B+2Pt+2%2C10-22%3B+Jud+4-19&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Th 2,3-7; 2Pt 2,10-22; Jud 4-19</a>).</p>
<p>Es gibt noch einen anderen Gesichtspunkt, der für das Auftreten des postmodernen Denkens in der Endzeit geistlich bedeutsam ist: Wenn alle Wahrheit relativ ist, dann gibt es auch viele verschiedene Wege, die alle gleichberechtigt zu „Gott“ (sprich: zu dem „Gott“ dieser Welt) führen. Keine Religion, keine „Meta-Erzählung“ kann nach dieser weltlichen Ideologie beanspruchen, die volle und alleinige Wahrheit zu haben. Das führt dazu, daß der Anspruch der Bibel, das von Gott geoffenbarte Wort der Wahrheit zu sein, konsequent verworfen wird, ebenso der Anspruch unseres Herrn Jesus Christus: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+14%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 14,6</a>).</p>
<p>Das Denken der Postmoderne ist also, geistlich gesehen, eine radikal antichristliche Rebellion gegen Gottes Wahrheit. Es ist antichristlich auch in dem Sinn, daß es die vom Satan vorangetriebene Einheit aller Weltreligionen fördert und ihr einen philosophischen Unterbau gibt. Die Postmoderne führt auf religiösem Gebiet logischerweise zur Gleichberechtigung aller religiösen Überzeugungen und darüber hinaus zur religiösen Einheit aufgrund einer gefälschten mystischen „Gotteserfahrung“. Damit ist die Verbindung mit den verschiedenen New-Age-Lehren und die Zielrichtung auf die Welteinheitsreligion der Hure Babylon vorgegeben.</p>
<p>Angesichts dieser Umstände ist es alarmierend, wenn Leute, die sich als „evangelikale Christen“ bezeichnen, das antichristliche, dem New Age verwandte weltliche Denken der Postmoderne zumindest in wichtigen Grundzügen übernehmen und in ihr „christliches“ Lehrgebäude einbauen. Sie tun dies nach ihrem Bekenntnis in der Absicht, dadurch den „postmodernen Menschen“ angemessen anzusprechen, aber sie sind dafür blind, daß diese „missionarische Anpassung“ nur möglich ist, indem das Fundament, der Kern des christlichen Glaubens preisgegeben wird. Wie aktuell ist die Warnung der Bibel, sich nicht auf die irreführenden Philosophien dieser Welt einzulassen: „Habt acht, daß euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug, gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christus gemäß“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+2%2C8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 2,8</a>)!</p>
<p>Der wahre, echte Glaube an Christus braucht keine „Neuerfindung“ oder Anpassung an die Wandlungen des Zeitgeistes. Er steht in klarem Gegensatz zum vernunftgläubigen Denken der Moderne wie auch zum relativierenden Denken der Postmoderne. Er findet seine unveränderliche Grundlage in der geoffenbarten Wahrheit der Heiligen Schrift, dem „lebendigen Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+1%2C23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 1,23</a>). Der ewige Gott läßt sowohl den „modernen“ als auch den „postmodernen“ (wie auch zuvor schon den „prämodernen“) Menschen dieselbe Botschaft verkündigen: Jesus Christus, für uns gekreuzigt und auferweckt und verherrlicht zur Rechten Gottes.</p>
<p>Die Argumente, mit der die wahren Gläubigen ihren Zeitgenossen dieses Evangelium erklären, sollten selbstverständlich auf deren Denkweise eingehen, doch die Botschaft selbst ist ewig unveränderlich. Sie war immer schon für den natürlichen Menschen eine Torheit und ein Ärgernis (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+1%2C18-31&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 1,18-31</a>), und das gilt natürlich auch für die Menschen der Endzeit (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+3%2C1-5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 3,1-5</a>) – aber sie ist immer noch für die, die Gott berufen hat, Gottes Kraft zur Errettung (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+1%2C18-24&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 1,18-24</a>). So kann die „Postmoderne“ für echte Christen niemals ein Vorwand dafür sein, die Grundlagen des Evangeliums oder der Gemeinde zu verändern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus der ausführlicheren Schrift von Rudolf Ebertshäuser <em><strong>&#8222;Emerging Church&#8220;: Die postmoderne Kirche verführt die Evangelikalen</strong></em>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/emerging-church-die-postmoderne-kirche-verfuehrt-die-evangelikalen/">Hier können Sie das vollständige PDF-Dokument herunterladen</a> <br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-emerging-church-postmoderne-evangelikale-auf-der-suche-nach-neuen-wegen/">Die „Emerging Church“: Postmoderne Evangelikale auf der Suche nach neuen Wegen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die angebliche Verpflichtung der Gemeinde zum „prophetischen“ sozialpolitischen Engagement</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/2112/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökumenische Verstrickungen]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2112</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Ganz im Sinne der liberal-ökumenischen Irrlehren des ÖRK gehen auch die missionalen Lehrer davon aus, daß die Welt zwar grundsätzlich erlöst sei, daß in ihr aber bestimmte „Mächte“ sich der Ausbreitung des Gottesreiches auf Erden widersetzten und deshalb von der Gemeinde angeprangert und bekämpft werden müßten. Diese „Mächte“ seien z.B. kapitalistische Geldgier und Ausbeutung, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/2112/">Die angebliche Verpflichtung der Gemeinde zum „prophetischen“ sozialpolitischen Engagement</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p>Ganz im Sinne der liberal-ökumenischen Irrlehren des ÖRK gehen auch die missionalen Lehrer davon aus, daß die Welt zwar grundsätzlich erlöst sei, daß in ihr aber bestimmte „Mächte“ sich der Ausbreitung des Gottesreiches auf Erden widersetzten und deshalb von der Gemeinde angeprangert und bekämpft werden müßten. Diese „Mächte“ seien z.B. kapitalistische Geldgier und Ausbeutung, Rassismus und Ausgrenzung sozial Benachteiligter, imperialistische Macht- und Kriegspolitik usw. Gegen sie müsse die Gemeinde ein „prophetisches Zeugnis“ richten, so wie die Propheten des Alten Testaments solche Mißstände in Israel angeprangert hätten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p>
<span style="color: #800000;">1. „Solidarität mit den Armen“ und „Kampf gegen die Mächte“</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>In bezug auf die Situation der USA schreiben Guder u.a.: „Es sollte offensichtlich sein, daß viele Kulturgruppen in Nordamerika diese herrschenden kulturellen Kräfte als unterdrückend, ausgrenzend und oft auch rassistisch erleben. Die Richtung der Evangeliumsauslegung in diesem Buch geht dahin, ein missionarisches Volk zu definieren, dessen Zeugnis prophetisch gerade diese herrschenden Muster herausfordert, in dem Maße wie die Kirche ihre Berufung annimmt, eine alternative Gemeinschaft zu sein.“</p>
<p>Die Gemeinde müsse sich mit den Armen und Ausgegrenzten solidarisieren, gegen das ungerechte System protestieren und durch zeichenhaftes Handeln Veränderungen einleiten. Immer wieder wird in missionalen Kreisen der liberal-bibelkritische Theologe Dietrich Bonhoeffer mit seinem Spruch zitiert: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“.</p>
<p>Das ist im Grunde die irrige Linie der ökumenischen Weltbewegung; lediglich vor der Billigung politischer Gewalt durch Unterdrückte und Benachteiligte, wie sie die marxistische „Befreiungstheologie“ und gewisse Resolutionen des ÖRK fordern, schrecken die ökumenischen Evangelikalen (noch) zurück. Heilsgeschichtlich wird hier ausgeblendet, daß die inspirierte Kritik der alttestamentlichen Propheten an der Behandlung der Armen, an Bereicherung und Korruption in Israel damit zusammenhing, daß Israel ein theokratisches Königreich war, das eigentlich als Nation unter dem Gesetz des HERRN stand.</p>
<p>Die durch Christus erlöste, aus der Welt errettete und geheiligte Gemeinde kann und darf sich mit niemandem in der Welt eins machen oder „solidarisieren“ (ein Begriff, der übrigens aus der antichristlichen marxistischen Ideologie stammt). Sie solidarisiert sich weder mit den Reichen und Mächtigen noch mit den Armen und Unterdrückten dieser Welt – in dem Bewußtsein, daß beide Gruppen gleichermaßen verloren in Sünden, verirrt und vor Gott geistlich tot sind. Sie verkündet beiden dieselbe ewige Rettungsbotschaft – wobei sich die Gläubigen im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch gute Werke der Armen in ihrer Reichweite annehmen und Nöte lindern werden, wenn dies möglich ist.</p>
<p>Die „Armen“ dieser Welt stehen Gott nicht näher als die „Reichen“; sie sind nicht weniger sündig und gottfeindlich. Gottes Liebe und Erbarmen gilt nicht zuallererst den „Armen und Unterdrückten“ dieser Welt, wie dies die falschen Lehrer durch eine unzulässige Übertragung von Israel auf die Welt aus den alttestamentlichen Äußerungen über die Armen Israels belegen wollen. Gottes Erbarmen und Liebe gilt allen Sündern gleichermaßen; geistlich gesehen sind sie alle gleich arm und verloren, wenn auch die Reichen und Mächtigen eine größere Verantwortung vor Gott tragen.</p>
<p>Umgekehrt trifft auch Gottes Zorngericht die „armen und unterdrückten“ Sünder genauso wie die Reichen, wenn sie nicht Buße tun &#8211; und das erst recht, wenn sie sich auflehnen und zur Waffe greifen, um sich selbst zu helfen. Solcher Aufruhr richtet sich gegen Gott selbst (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+13%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 13,2</a>) und ist die Quelle immer neuer Unterdrückung, Ausbeutung und Verelendung, wie die Zustände in den ehemals kommunistischen Ländern Europas und Asiens ebenso eindrucksvoll beweisen wie etwa die Zustände in „befreiten“ Ländern Afrikas. Die ideologische oder gar handfeste Unterstützung marxistischer und nationalistischer „Befreiungsbewegungen“ durch die katholische „Befreiungstheologie“ und ihre ökumenisch-protestantischen Nachfolger ist direkter Verrat am Evangelium und an Jesus Christus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p>
<span style="color: #800000;">2. „Exodus“ und „Erlaßjahr“ als irreführende Motive des Sozialen Evangeliums</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine Grundlinie der Irrlehren des „Sozialen Evangeliums“ besteht darin, daß das Handeln Gottes mit Israel und die Gebote Gottes für das Zusammenleben des erlösten Bundesvolkes als Nation aus ihrem heilsgeschichtlichen Zusammenhang gerissen und auf die Kirche angewandt werden. Der heilige Gott machte im AT sehr deutlich, daß das heilige Bundesvolk Israel, das Er aus der Gefangenschaft Ägyptens erlöste, und das Ihm alles Wohlergehen im Land der Verheißung verdankte, untereinander Gerechtigkeit und Barmherzigkeit üben sollte. In der Tat wendet sich Gott gegen alle willkürliche Ausbeutung oder Unterdrückung der Israeliten untereinander. Das Zusammenleben der Erlösten in Israel sollte ein Vorgeschmack dessen geben, was einmal im endzeitlichen Tausendjährigen Reich des Messias in vollem Umfang verwirklicht werden würde.</p>
<p>Doch Israel versagte in seinem Auftrag, es verlor daraufhin sein Königtum und kam wiederum in Sklaverei und Zerstreuung unter die Heidenvölker. Fortan war es ein unterdrücktes Volk ohne König und ohne eigenes Recht. Die Zeiten der Heiden brachen an (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+21%2C24&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 21,24</a>); heidnische Großmächte herrschten auf Erden, und das sollte nach Gottes Ratschluß so bleiben, bis das persönliche Eingreifen des Messias vom Himmel her das wahre Reich Gottes einläuten sollte. Das ist die Botschaft des Propheten Daniel, die im NT bestätigt wird.</p>
<p>Wie Abraham in Kanaan sind die wahren Gläubigen der Gemeindezeit Fremdlinge auf Erden, ohne politische Rechte oder politischen Auftrag. Das Evangelium Jesu Christi verheißt den Gläubigen eine Errettung, aber in klarer Abstufung: Hier auf dieser Erde, in der gegenwärtigen Heilszeit, empfangen sie durch den Glauben an Christus Vergebung der Sünden, ewiges Leben und ewiges Heil, aber sie bleiben Fremdlinge in einer bösen, ungerechten Welt, in der sie kein Erbteil haben, und auch keinen Auftrag, diese Welt zu „verbessern“ oder „christlich zu machen“. In der kommenden Heilszeit des Reiches empfangen sie außer der Verherrlichung des Leibes auch Frieden und Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Leben, und in der neuen Schöpfung erst kommt das Heil Gottes zur völligen Vollendung.</p>
<p>Die missionalen Theologen lösen diese klare heilsgeschichtliche Ordnung auf und werfen alle Dinge durcheinander. Sie behaupten, Gott habe in dieser Heilszeit das Ziel, unter den gottlosen Heidenvölkern Frieden und Gerechtigkeit nach denselben Maßstäben aufzurichten, die einst für Israel galten. In diesem Sinne nehmen sie den „Exodus“, die Erlösung Israels aus der ägyptischen Gefangenschaft, und machen daraus ein Zerrbild ihrer „holistischen Mission Gottes“, die angeblich hier und jetzt schon für das leibliche Wohl, das humanistische Wohlbefinden, die Freiheit und soziale Gerechtigkeit in dieser Welt zum Ziel habe. Doch in dieser Heilszeit sind die Heidenvölker als Ganzes unter dem Zorn Gottes und dem ungerechten Regiment des Fürsten dieser Welt und einer gottlosen Obrigkeit.</p>
<p>Durchaus zu recht wird argumentiert, daß Israel damals politisch und ökonomisch unterdrückt war und Gott sie auch davon befreite. Doch ganz im Gegensatz zum NT, das aus dem Exodusbericht in erster Linie das Passahopfer hervorhebt und als Vorbild auf das vollkommene Sühnopfer Jesu Christi deutet, konstruieren diese Theologen eine sozialpolitische Vorbildbedeutung des Exodus für die „Mission Gottes in der Welt“ und damit auch für die „missionalen“ Auftrag der Gemeinde. Die Gemeinde müsse hier und jetzt „erlösend“ und „versöhnend“ gegen soziale Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen angehen und sich „ganzheitlich“ um alle ihre Bedürfnisse kümmern.</p>
<p>Das ist jedoch eine völlig willkürliche Umdeutung der biblischen Lehre; wenn das wahr wäre, hätten die Apostel sich vehement gegen die damalige Einrichtung der Sklaverei wie auch gegen manche Willkür der Obrigkeit wehren müssen – aber das genaue Gegenteil war der Fall! Die Gemeinde hat heute nur den Auftrag, Verlorenen das Evangelium von der ewigen Errettung zu verkünden; ihr „sozialpolitischer Auftrag“ findet erst im Tausendjährigen Reich statt! Geistlich gesehen ist der Exodus Israels ein Vorbild auf die persönliche Errettung des Gläubigen aus der Macht der Welt und ihres Fürsten, kein Programm für sozialpolitische Transformationsstrategien der Kirchen.</p>
<p>Ähnlich verkehrt ist auch das falsche „Erlaßjahr-Evangelium“, das besonders aus der Aussage des Herrn Jesus in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lukas+4%2C16-21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lukas 4,16-21</a> abgeleitet werden soll. Der Herr führt in der Synagoge von Nazareth das messianische Prophetenwort aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jesaja+61%2C1-2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jesaja 61,1-2</a> an, das ihn als den Erlöser Israels ankündigt, und erklärt dann: <strong>„Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren!“</strong> (V. 21). Verschiedene liberale und evangelikale Theologen konstruierten nun daraus, mit dem <strong>„angenehmen Jahr“</strong> aus V. 19 sei das Erlaßjahr aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=3.+Mose+25&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">3. Mose 25</a> gemeint, das Jesus Christus nun eingeläutet habe und das für die Welt gelte (in Wirklichkeit ist diese Formulierung ein Hinweis auf die Wiederannahme Israels zu Beginn des messianischen Reiches). Andere deuten das Erlaßjahr zumindest als Beleg für eine „holistische Mission“ der Gemeinde heute, die für alle Bedürfnisse der Menschen sorgen müsse, einschließlich der Befreiung aus sozialen und ökonomischen Zwängen.</p>
<p>Doch auch das setzt die klare heilsgeschichtliche Ordnung der neutestamentlichen Lehre außer Kraft. Der Herr gebrauchte das Jesajawort, um sich als den verheißenen Messias zu offenbaren, der diese Zusagen in Seinem künftigen Reich verwirklichen würde. In der heutigen Zeit führt die Erlösung in Christus zur geistlichen Befreiung und Heilung des einzelnen Gläubigen, der von Sündenknechtschaft, Bedrückung durch den Satan und Heilung der Seele führt; in diesem Sinn können wir die Aussagen von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lukas+4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lukas 4</a> heute anwenden. Doch die gesellschaftliche Dimension der Erlösung wird erst in dem kommenden messianischen Reich verwirklicht, auf das der Herr sich ganz klar mit dem Jesajawort bezog. Wer dieses Wort für die Einführung eines falschen „holistischen“ Sozialevangeliums benutzt, verführt die Gläubigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p>
<span style="color: #800000;">3. Die Haltung der Gläubigen zu den Mißständen dieser Welt</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Gemeinde ist in der heutigen Welt ein Fremdling, ohne Bürgerrecht auf der Erde (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+1%2C1%3B+2%2C11-12%3B+Phil+3%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 1,1; 2,11-12; Phil 3,20</a>), geistlich abgesondert von den Heidenvölkern und ihren politischen Geschäften (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+2%2C9-10%3B+Eph+5%2C1-14%3B+25-27%3B+Kol+2%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 2,9-10; Eph 5,1-14; 25-27; Kol 2,20</a>). Als Fremdlinge sollen die Gläubigen ausdrücklich sich der weltlichen Obrigkeit unterordnen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+13%2C1-7%3B+1Pt+2%2C13-14%3B+vgl.+als+Vorbild+die+Stellung+der+j%C3%BCdischen+Verschleppten+zu+Babylon+mit+seiner+Willk%C3%BCrherrschaft+und+seinen+Greueln%3B+Jer+29%2C7%3B+Dan+1&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 13,1-7; 1Pt 2,13-14; vgl. als Vorbild die Stellung der jüdischen Verschleppten zu Babylon mit seiner Willkürherrschaft und seinen Greueln; Jer 29,7; Dan 1</a>). Die Gemeinde macht damit zeichenhaft deutlich, daß wir das ersehnte und durchaus nötige Königreich des Friedens und der Gerechtigkeit nicht von Menschen erwarten, sondern wissen, daß der Herr es aus den Himmeln auf die Erde bringen wird.</p>
<p>Deshalb gibt die neutestamentliche Apostellehre für die Gemeinde keinerlei Anweisungen, die heidnische Gesellschaft und Politik „prophetisch zu kritisieren“, geschweige denn, sich für soziale Veränderungen und eine „christliche“ Umgestaltung der Gesellschaft einzusetzen. Als Gläubige brauchen wir unsere Augen nicht vor den Ungerechtigkeiten und Übelständen der jeweiligen Gesellschaftsordnungen verschließen; die Bibel zeigt uns Gottes Maßstäbe, so daß wir sie erkennen können. Wir sind nicht berufen, uns mit dem Kapitalismus, der Umweltzerstörung oder der Benachteiligung der „Dritten Welt“ zu identifizieren und solche Dinge zu verteidigen oder als „christlich“ zu rechtfertigen.</p>
<p>Andererseits sind die Gläubigen aber sehr wohl berufen, das Trügerische an jeder Art von Diesseitserlösung aus Menschenkraft zu durchschauen und sich von solchen betrügerischen „Transformationsstrategien“ ebenfalls fernzuhalten, seien sie nun marxistischer, ökologischer (Grüne), esoterischer (New Age) oder pseudochristlicher Natur (Befreiungstheologie, ÖKR). Solange die Sünde und der sündige Mensch in dieser Welt herrschen, sind Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Ausbeutung und Armut, Leid und Elend unvermeidlich; sie können von keinem noch so radikalen Versuch zur „Gesellschaftstransformation“ überwunden werden, wie die sozialistischen und kommunistischen Experimente weltweit eindrucksvoll bewiesen haben. Solche Bemühungen würden die Gemeinde nur von ihrem Kernauftrag des Evangeliumszeugnisses ablenken.</p>
<p>Als Gemeinde Jesu Christi sind wir nicht berufen, für die Abschaffung solcher sozialen Mißstände hier und jetzt zu kämpfen, weil wir wissen, daß alle menschliche Ordnung mit solchen Mißständen behaftet ist, solange die Wurzel der Sünde nicht beseitigt ist und sündige Menschen Macht ausüben. Deshalb findet sich im NT auch keine Aussage, die von Gläubigen fordern würde, die Sklaverei abzuschaffen, die aus heutiger Sicht einer der augenfälligsten Mißstände der damaligen Gesellschaft war.</p>
<p>Ebensowenig finden wir im NT politische Kampagnen gegen Prostitution oder Kriege. Auch ein Engagement der „Christen“ kann die Folgen der Sünde in dieser Welt nicht überwinden; dies vermag allein der erhöhte Christus selbst, wenn Er Sein Reich auf Erden aufrichtet, und auch dann wird die Gesellschaft noch nicht ganz vollkommen sein, weil es immer noch Sünde und Ungerechtigkeit geben wird, wenn sie auch sofort bestraft wird. Die Vollendung ist dem neuen Himmel und der neuen Erde vorbehalten.</p>
<p>Was Gläubige tun können und sollen, das zeigt uns die Bibel auch: wir sollen Menschen in Not aus unserer Umgebung, soweit wir können, helfen &#8211; das ist das Zeugnis der „guten Werke“, auf das die Bibel durchaus Wert legt. Das hat nichts damit zu tun, daß wir, wie heute oft behauptet wird, einen „sozialdiakonischen“ Auftrag in der Welt hätten. Der Begriff „Diakonie“ wird von missionalen Theologen gern für ihre gesellschaftstransformierende Sozialpolitik gebracht. Doch das ist eine völlig verkehrte Sicht von christlicher Diakonie.</p>
<p>Im neutestamentlichen Sinn ist diakonischer Dienst ausschließlich Dienst innerhalb der Gemeinde, an anderen Gläubigen, um deren Bedürfnissen zu dienen; das wird an allen Stellen deutlich, die von diakonia im Sinne des Dienstes an anderen sprechen (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+6%2C1%3BR%C3%B6m+12%2C7%3B+1Kor+16%2C15%3B+2Kor+8%2C4%3B+9%2C1%2B12%2B13%3B+sowie+auch+Apg+6%2C2%3B+1Tim+3%2C10%2B13&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 6,1;Röm 12,7; 1Kor 16,15; 2Kor 8,4; 9,1+12+13; sowie auch Apg 6,2; 1Tim 3,10+13</a>). Wenn es um Hilfe für Außenstehende geht, wird nur der Begriff „gute Werke“ bzw. „Gutes tun“ gebraucht (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+5%2C16%3B+2Pt+2%2C12&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 5,16; 2Pt 2,12</a>), und dabei liegt die Priorität ebenfalls eindeutig bei den „Hausgenossen des Glaubens“ (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal+6%2C10%3B+1Tim+5%2C10%3B+6%2C18%3B+2Thess+3%2C13&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal 6,10; 1Tim 5,10; 6,18; 2Thess 3,13</a>).</p>
<p>Wir sind auch nicht berufen, uns für die Durchsetzung von „Gerechtigkeit“ in der Welt einzusetzen. Diese Welt kann und wird Gottes Gebote niemals halten, weil das nicht wiedergeborenen Sündern fremd und unmöglich ist. Es ist eine fromme Illusion, ein selbstgerechter Betrug, wenn missionale Theologen davon reden, wir müßten der Welt „prophetisch“ ihre „systemischen Sünden“ vorhalten und für „gerechte Strukturen und Verhältnisse“ kämpfen – oft noch im Bündnis mit Unbekehrten. Das ist nicht der Auftrag der Gemeinde; auf diesem verkehrten Weg kann sie nur entarten und gründlich scheitern, wie das „politische Engagement“ der liberalen Kirchen uns deutlich zeigt. Wenn die Gemeinde sich auf diesen Irrweg einläßt, verliert sie ihren Fremdlingscharakter, vermischt sich mit der Welt und verliert ihre Vollmacht, auf das ewige Heil hinzuweisen.</p>
<p>Wir sollen allerdings sehr wohl in unserem persönlichen Wandel Gerechtigkeit üben, d.h. dem Herrn nachfolgen und Seine Gebote befolgen. Wir sollen uns persönlich hüten vor Lüge und Korruption, vor Hurerei oder willkürlicher Machtausübung. Wir dürfen ein Zeugnis sein, indem wir persönlich die „Werte“ der Bibel ausleben und die Lehre unseres Herrn praktisch verwirklichen &#8211; aber wir sind nicht gerufen, die Gesellschaft nach diesen Maßstäben zu reformieren. Letzteres ist im Endeffekt „Antichristentum“: der Mensch maßt sich an, „anstelle von Christus“ (das bedeutet nämlich Anti-Christus auch) das zwischenmenschliche Leben von den Folgen der Sünde zu befreien, wo die Bibel bezeugt, daß dies nur der Messias selbst zustandebringt, wenn Er Sein Reich aufrichtet!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von R. Ebertshäuser, <strong><em>Zerstörerisches Wachstum</em></strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Auf dieser Webseite können Sie einen ausführlichen Auszug aus diesem Buch herunterladen, in dem auch dieser Abschnitt enthalten ist:</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gemeindegruendungsbewegungen-gemeindewachstumskonzepte-neue-missionslehren-unter-den-evangelikalen-eine-stellungnahme-aus-bibeltreuer-sicht/"><strong>Gemeindegründungsbewegungen &#8211; Gemeindewachstumskonzepte &#8211; neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/2112/">Die angebliche Verpflichtung der Gemeinde zum „prophetischen“ sozialpolitischen Engagement</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die falschen Reichgotteslehren und der Ruf nach weltveränderndem Engagement der Kirche</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-falschen-reichgotteslehren-und-der-ruf-nach-weltveraenderndem-engagement-der-kirche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:18:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ökumenische Verstrickungen]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2106</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Die Vertreter der falschen Reichslehren betonen immer wieder, die Gemeinde habe die Aufgabe, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren und für die „Transformation“ der Gesellschaft im Sinne christlicher Werte oder Reichgottesprinzipien zu wirken. Dabei versuchen sie den Eindruck zu erwecken, als sei das schon von dem Herrn und den Aposteln so gelehrt worden. Das [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-falschen-reichgotteslehren-und-der-ruf-nach-weltveraenderndem-engagement-der-kirche/">Die falschen Reichgotteslehren und der Ruf nach weltveränderndem Engagement der Kirche</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Die Vertreter der falschen Reichslehren betonen immer wieder, die Gemeinde habe die Aufgabe, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren und für die „Transformation“ der Gesellschaft im Sinne christlicher Werte oder Reichgottesprinzipien zu wirken. Dabei versuchen sie den Eindruck zu erwecken, als sei das schon von dem Herrn und den Aposteln so gelehrt worden. Das ist aber eindeutig nicht der Fall; diese Lehren vom notwendigen sozialpolitischen Wirken im Sinne von „Gerechtigkeit“ und „Frieden“ kommen aus der Liberaltheologie und dem falschen „sozialen Evangelium“.</p>
<p>Wir wollen zunächst kurz ansprechen, was das Wort Gottes über unsere guten Werke an unseren Mitmenschen sagt. Das ist ja durchaus ein wichtiges Thema im Neuen Testament – nur, daß die Aussagen der Bibel dazu in deutlichem Gegensatz zu den Überzeugungen der modernen Sozialaktivisten stehen.</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p>
<span style="color: #800000;">1. Was die Bibel über das Zeugnis guter Werke sagt</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Die Bibel zeigt in der Apostellehre für die Gemeinde, daß es Gott wohlgefällig und gut ist, wenn Gläubige Gutes tun und sich hilfsbedürftiger Menschen annehmen. Solche „guten Werke“, insbesondere materielle Hilfe für Arme, Witwen und Waisen, Anteilnahme an Notleidenden und Kranken, sind den Gläubigen ausdrücklich geboten (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal+6%2C10%3B+1Thess+5%2C15%3B+1Tim+5%2C3-16%3B+Tit+2%2C7%3B+9-10%3B+14-15%3B+Tit+3%2C1-2%3B+8%2B14&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal 6,10; 1Thess 5,15; 1Tim 5,3-16; Tit 2,7; 9-10; 14-15; Tit 3,1-2; 8+14</a>).</p>
<p>Es muß allerdings betont werden, daß solche „guten Werke“, ganz vergleichbar den Geboten des Alten Testaments für Israel, zuallererst an den Angehörigen des Volkes Gottes getan werden sollten. Bestimmte Aussagen, etwa in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jakobus+2+oder+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jakobus 2 oder </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+3%2C16-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 3,16-18</a> sind ausdrücklich auf notleidende Kinder Gottes bezogen.</p>
<p>Aber es wird an verschiedenen Stellen deutlich gemacht, daß solche guten Werke auch an notleidenden ungläubigen Menschen in unserer Lebensumgebung getan werden sollten. Das zeigt auch schon das Wort des Herrn in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+5%2C16%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 5,16:</a> „So soll euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“. Wir sollen <strong>„wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal+6%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal 6,10</a>).</p>
<p>Das soll ein Zeugnis für die Heiden sein, das sie zur Annahme des Evangeliums leiten kann: <strong>„… und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+2%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 2,12</a>).</p>
<p>Dementsprechend hatten die Gläubigen schon in der Apostelzeit und danach einen guten Ruf unter den Heiden, weil sie sich um ihre eigenen Armen und Bedürftigen vorbildlich kümmerten, aber auch um arme und notleidende ungläubige Menschen. Und auch in späteren Zeiten war Wohltätigkeit ein ganz natürlicher Bestandteil des Lebens und des Zeugnisses der Gemeinden, und dieses Zeugnis bewirkte immer wieder, daß Seelen das Evangelium annahmen und sich zu dem Herrn bekehrten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<em><strong>Hilfe für Notleidende als Unterstützung biblischer Evangelisation</strong></em></p>
<p>Wir finden jedoch an keiner Stelle, wo das NT von der Ausbreitung des Evangeliums und biblischem Gemeindebau redet, ein Gebot, darin soziale Aktivitäten einzubeziehen, geschweige denn, diese gleichwertig mit der Evangeliumsverkündigung voranzutreiben, wie dies die modernen Evangelikalen lehren.</p>
<p>Biblische Evangelisation (oder „Mission“) beinhaltet einfach das Zeugnis und die Verkündigung des Evangeliums und die Gründung biblischer Gemeinden. Das Gebot guter Werke an den Ungläubigen wird überall zunächst den einzelnen Gläubigen gegeben, nicht den Gemeinden oder den Evangelisten (an der Unterstützung bedürftiger Gläubiger waren die Gemeinden sehr wohl als Ganzes beteiligt; vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+16%2C1-3%3B+2&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 16,1-3; 2</a>. Korinther 8 u. 9).</p>
<p>Weder wird etwas davon gesagt, daß diese notwendig wären, um unseren Auftrag des Evangeliumszeugnisses zu erfüllen, noch sagt die Bibel, die Menschen würden sich erst dann bekehren, wenn sie unsere materielle Hilfe empfangen hätten. Auch das Vorbild des Apostels Paulus und der anderen Diener Gottes im NT läßt nirgends eine Verquickung von sozialpolitischen Aktionen mit der Evangelisation erkennen.</p>
<p>Dort wo in der bibeltreuen, klassisch-evangelikalen Evangeliumsverkündigung späterer Jahrhunderte materiell bessergestellte Gläubige zu Bevölkerungsgruppen kamen, die in großer äußerer Not waren, da haben sie es als richtig angesehen, auch in diesen Nöten (Hunger, Krankheit, soziales Elend von Witwen und Waisen) zu helfen, wo es möglich war. Gott hat dieses Zeugnis vielfach auch gebraucht, um Menschen für den Glauben aufzuschließen.</p>
<p>Das war als ergänzendes Zeugnis zur Verkündigung des Evangeliums gewiß im Sinne der Gedanken Gottes, auch wenn es dafür kein ausdrückliches Gebot gab &#8211; solange die Diener des Herrn dies in dem Bewußtsein taten, daß die absolut oberste Priorität die Errettung von Seelen aus dem ewigen Verderben war und nicht die Linderung zeitlicher Nöte.</p>
<p>Alle bibeltreuen Missionare und Evangeliumsverkündiger waren sich dessen klar bewußt, daß der Auftrag des Herrn lautet, das Evangelium von der ewigen Errettung aus Sünde und Gericht zu verkündigen und Menschen zum rettenden Glauben an den Herrn Jesus Christus zu führen. Für diese Diener Gottes war alle Hilfeleistung &#8211; medizinische Versorgung, Hilfe bei Verarmung, Drogensucht und Hunger, die Fürsorge für Waisen z.B. – eine untergeordnete, flankierende Maßnahme, die dazu diente, die Menschen auf ihre eigentliche Not hinzuweisen, ihre Trennung von Gott durch die Sünde.</p>
<p>Dies nicht, wie heute oft böswillig unterstellt wird, weil sie die Hilfe kaltherzig als bloßen „Köder“ benutzt hätten, um Menschen anzuwerben. Vielmehr gründete diese Unterordnung in der Lehre der Bibel, daß das zeitliche Wohl unendlich weniger wiegt als die ewige Errettung, und daß man den Menschen nicht wirklich liebt, wenn man ihm nicht zuallererst die ewige Heilsbotschaft bringt.</p>
<p>Es ist andererseits auch eine immer wieder gemachte Erfahrung, daß dort, wo Menschen sich zu Jesus Christus bekehrt hatten, ihr neuer Glaube sich auch in der Behebung sozialer Nöte und Mißstände auswirkte, ohne daß dies irgendein bewußtes sozialpolitisches Ziel war. Dort wo Menschen in größerer Anzahl zum Glauben kamen, war eine der zeitlichen Früchte Fleiß und Arbeitsamkeit, das Aufhören von sündhafter Verschwendung, die Linderung von Armut und oft auch ein Rückgang verderblicher Sitten und Laster. Soziale Hilfe ohne Bekehrung und Wiedergeburt verpufft dagegen sehr oft, weil die von Sünde gefangenen Menschen sie vergeuden und ihre zerstörerischen Gewohnheiten nicht ändern können.</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p><span style="color: #800000;">2. Der liberale Irrtum der sozialpolitischen Verantwortung der Gemeinde</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Erst die einbrechende liberale Theologie des 19. Jahrhunderts hat die klare biblische Lehre und Praxis der evangelikalen Missionstätigkeit auf den Kopf gestellt. Für die Liberaltheologen war die ewige Errettung der Seelen aus dem Zorngericht Gottes kein Ziel mehr, sondern ein einziges Ärgernis; sie glaubten weder an ein ewiges Gericht und Verlorensein, noch an die herrliche Person des Retters Jesus Christus, an Seine Göttlichkeit, Seine Jungfrauengeburt, Sein blutiges Sühnopfer am Kreuz und Seine Auferstehung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<em><strong>Diesseitige Heilsverwirklichung statt biblischer Heilsverkündigung</strong></em></p>
<p>Alle die Grundelemente des biblischen Evangeliums wurden von diesen „gelehrten, fortschrittlichen“ Verführern verleugnet und bestritten. Für sie war das „Heil“ eine ganz und gar diesseitige Sache; es bedeutete die freie Selbstentfaltung und glückliche Selbstverwirklichung des autonomen, im Kern guten Menschen. Sie waren in diesem Sinn verfinsterte Humanisten, die an die evolutionäre Selbstvervollkommnung des Menschen mit der freundlichen Hilfe eines gütigen höheren Wesens glaubten.</p>
<p>Aus diesen Kreisen kam die Neuauflage der alten katholischen Irrlehre, daß die Gemeinde hier und jetzt schon das Reich Gottes verwirklichen müsse, und zwar durch die allmähliche Durchdringung der Kultur und Gesellschaft mit „christlichen Werten“, durch sozialpolitisches Engagement und politischen Protest gegen die bestehende Ordnung. Dabei wurden in verführerischer Weise die Aussagen der alttestamentlichen Propheten über Israel hinzugezogen, die ja in eine völlig andere Situation sprachen.</p>
<p>Israel war ein besonderes Königreich, in dem Gott Seine Herrschaft auf Erden verwirklichen wollte – deshalb hatten die Propheten auch eine klare „sozialpolitische“ Botschaft. Gott legte im mosaischen Gesetz Seine Grundsätze für das menschliche Zusammenleben nieder, die von Gottesfurcht und Nächstenliebe bestimmt waren. Sie waren aber ausschließlich für das heilige Volk des Bundes bestimmt, die das Königreich Gottes auf Erden verwirklichen sollten. Als die Israeliten hierin versagten, ermahnte Gott sie durch Seine Propheten, den Armen im Bundesvolk Israel nicht zu bedrücken und auszunutzen; daher die vielen Aufrufe der Propheten zu sozialer Gerechtigkeit.</p>
<p>Die Gemeinde befindet sich als ein recht- und heimatloser Fremdling in dieser Welt. Diese Welt ist nicht Israel, ist nicht der Ort, wo die Königsherrschaft Gottes heute regieren soll. Sie steht vielmehr unter der Macht des Bösen; hier herrscht der gottlose Mensch unter der Leitung Satans, und Gott läßt das ausdrücklich zu. Gott selbst läßt die Bosheit und Gesetzlosigkeit dieser Welt zur Ausreifung kommen bis hin zum Antichristen – erst dann greift Er von oben durch blutiges Gericht ein und wird darauf dann Sein Reich auf Erden aufrichten &#8211; durch den Messias, nicht durch die Gemeinde!</p>
<p>Gottes Reich auf Erden ist nach der Botschaft des AT wie des NT eindeutig zukünftig und an das zweite Kommen Jesu Christi gebunden. Die Gemeinde ist nicht berufen, hier und jetzt das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen; sie hat den Auftrag, durch das Zeugnis des Evangeliums Seelen aus dem ewigen Verderben zu erretten, damit sie der auserwählten Minderheit der Brautgemeinde hinzugefügt werden. Diese Welt kann die göttlichen Ordnungen und prophetischen Aufforderungen des Alten Bundes nicht verwirklichen, weil die sündigen Menschen dazu unfähig und unwillig sind. Das wird erst im Friedensreich des Messias verwirklicht.</p>
<p>Die Irrlehre des „sozialen Evangeliums“, wir erwähnten das schon, wuchs auf dem Boden der falschen Reichslehren, die den Christen vormachten, Gott würde hier und jetzt schon sein Reich bauen, und zwar durch sozialpolitische Bewegungen und kulturelle Entwicklungen. In diesem Sinne waren die Bildung von Gewerkschaften und sozialistische Bestrebungen, die Abschaffung der Sklaverei oder bessere Bildung für die Unterschichten ein „Vormarsch des Reiches Gottes“.</p>
<p>Auch in der „Mission“ sahen diese Kräfte die Aufgabe in der Vermittlung von Bildung und „Kultur“, in sozialen Reformen und interreligiösem Dialog, nicht in der klaren Verkündigung der göttlichen Rettungsbotschaft, an die sie selbst ja nicht glaubten. Das Ergebnis war ein schlimmer Niedergang und die Entartung der liberal geleiteten Missionswerke.</p>
<h3> </h3>
<h2>
<p>
<span style="color: #800000;">3. Die modernen Evangelikalen übernehmen das Soziale Evangelium</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Jahrzehntelang befanden sich die modernen Evangelikalen in einer zwiespältigen Stellung gegenüber den sozialpolitischen Theorien der ökumenischen Theologen. Einerseits waren sie im freundlichen Dialog mit ihnen, andererseits hielten sie doch noch an der klassischen Missionsauffassung früherer Zeiten fest, wenn auch zunehmend verunsichert; wir haben das an John Stotts Äußerungen nach dem Berliner Kongreß 1966 gesehen.</p>
<p>Seit dem Lausanner Kongreß für Weltevangelisation 1974 jedoch haben führende Evangelikale im Grunde die Irrtümer des „Sozialen Evangeliums“ und des „gegenwärtigen Reiches“ übernommen; allerdings nicht in der inzwischen anstößig gewordenen lupenreinen Urfassung der Liberaltheologen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Im Anschluß an Barths falsche Auffassungen vertraten sie ein ebenso verwirrendes wie verführerisches „Sowohl – als auch“.</p>
<p>Von da an verkündeten sie, die Gemeinde habe zwei Aufträge – den Auftrag zur Evangelisation (aber mehr und mehr kontextualisiert und als Dialog) und den Auftrag, sich sozialpolitisch im Sinne von Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung, Frieden und gesellschaftlichem Fortschritt, Antirassismus und Anti-AIDS zu engagieren.</p>
<p>Diese Theorie von den <em>„zwei Mandaten“</em> (dem sozialpolitischen Kulturmandat und dem Evangelisationsmandat) ist inzwischen vielfach der noch weitergehenden Verführungslehre von der <em>„Missio Dei“</em> und der „holistischen Mission/Evangelisation“ gewichen, die beide Aufträge zu einem vollends unbiblischen Einheitsbrei vermischt und im Endeffekt besagt, daß die Gemeinde gar nicht mehr von Christus reden dürfe, wenn sie nicht auch Armut und soziale Mißstände bekämpfe. Das Evangelium selbst ist zum „Evangelium des Reiches“ verfälscht worden, und die ewige Rettungsbotschaft geht im sozialpolitischen Diesseits unter.</p>
<p>Damit haben die heutigen modernen und postmodernen Evangelikalen endgültig das geistliche Erbe ihrer Vorväter aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert verraten. Sie sitzen nun in einem Boot mit dem abgefallenen Ökumenischen Weltrat der Kirchen, dessen Lehren sie fast vollständig übernommen haben, und mit der babylonischen römischen Kirche, die ähnliche Lehren schon seit vielen Jahrhunderten vertritt.</p>
<p>Die Irrlehre vom nötigen sozialpolitischen Engagement und die damit verbundenen Irrtümer vom gegenwärtigen Reich Gottes sind ein raffinierter Schachzug des Widersachers, der die christliche Weltevangelisation zerstören und geistlich auf die Mühlen des Antichristen umleiten möchte. Sie sind ein geschickter Schlag gegen alle Bemühungen, das wahre, unverfälschte Evangelium in aller Welt zu verkündigen. Sie werden dieses Ziel nicht erreichen – aber der Schaden, den sie angerichtet haben und noch anrichten, ist groß.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von R. Ebertshäuser, <strong><em>Zerstörerisches Wachstum</em></strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf dieser Webseite können Sie einen ausführlichen Auszug aus diesem Buch herunterladen, in dem auch dieser Abschnitt enthalten ist:</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gemeindegruendungsbewegungen-gemeindewachstumskonzepte-neue-missionslehren-unter-den-evangelikalen-eine-stellungnahme-aus-bibeltreuer-sicht/"><strong>Gemeindegründungsbewegungen &#8211; Gemeindewachstumskonzepte &#8211; neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten sie u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-falschen-reichgotteslehren-und-der-ruf-nach-weltveraenderndem-engagement-der-kirche/">Die falschen Reichgotteslehren und der Ruf nach weltveränderndem Engagement der Kirche</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Kennzeichen der missionalen Gemeindebewegungen</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/kennzeichen-der-missionalen-gemeindebewegungen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 08:06:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2098</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Zunächst wollen wir einen Überblick über die verwirrende Vielfalt von Gemeindebewegungen geben, die sich heute „missional“ nennen und damit den Anspruch verbinden, die Welt für Christus zu gewinnen und christlich zu „transformieren“. Diese Bewegungen haben alle den Netzwerkgedanken verinnerlicht; deshalb sehen sie keine Notwendigkeit, sich organisatorisch zu vereinigen. Sie arbeiten stattdessen nach dem Netzwerkprinzip [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/kennzeichen-der-missionalen-gemeindebewegungen/">Kennzeichen der missionalen Gemeindebewegungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Zunächst wollen wir einen Überblick über die verwirrende Vielfalt von Gemeindebewegungen geben, die sich heute „missional“ nennen und damit den Anspruch verbinden, die Welt für Christus zu gewinnen und christlich zu „transformieren“. Diese Bewegungen haben alle den Netzwerkgedanken verinnerlicht; deshalb sehen sie keine Notwendigkeit, sich organisatorisch zu vereinigen. Sie arbeiten stattdessen nach dem Netzwerkprinzip zusammen und werden geistlich voneinander beeinflußt, ohne daß das Zusammenwirken nach außen klar erkennbar wäre. Im Gegenteil, die Bewegungen differenzieren sich immer weiter aus durch Bildung neuer Netzwerke, um so neue Gemeinden zu beeinflussen oder neue Zielgruppen zu gewinnen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">1. Gemeinsame Grundlagen</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Grundlage, die allen weitgehend gemeinsam ist, läßt sich wohl so zusammenfassen:</p>
<p><strong><em>1. Missionale Ausrichtung:</em> </strong>Ziel ist die Ausbreitung des „Reiches Gottes“ hier und jetzt auf der Grundlage des falschen Reichevangeliums; die Gemeinde muß sich an der „Mission Gottes“ in der Welt ausrichten und zu den Menschen der verschiedenen Zielgruppen hingehen. Ganze Völker sollen so durch „kontextualisierte“ Mission „für Christus gewonnen“ werden. Vorrangiges Ziel ist nicht die ewige Errettung, sondern die „Transformation“ des Einzelnen und der Gesellschaft bzw. Kultur hier auf der Erde.</p>
<p><strong><em>2. Organisch vervielfältigende Gemeindestrukturen:</em> </strong>Es geht meist um sich rasch multiplizierende Zellen, die über die eingepflanzte DNA und „apostolische Leiterschaft“ gesteuert werden. Das können Zellgruppen innerhalb einer größeren Gemeinde sein, oder organische Gemeinden (Basisgruppen), oder Hausgemeinden. Die Grundeinheiten müssen überschaubar, rasch vervielfältigbar und „flach“, ohne hemmende Leitungsstrukturen aufgebaut sein. Die Grundeinheiten arbeiten in der Regel nach dem Prinzip der homogenen Einheit (Ausrichtung auf eine definierte Zielgruppe).</p>
<p><em><strong>3. Apostolische Leiterschaft:</strong></em> Es ist (nicht zuletzt aufgrund des Einflusses von C. Peter Wagner) in den meisten Kreisen anerkannt, daß rasches Gemeindewachstum den visionären, unternehmerischen und innovativen Dienst von apostolischen Leitern voraussetzt. Grundlage ist die charismatische Lehre, nach der noch heute der „Fünffache Dienst“ einschließlich neuer Apostel und Propheten existiere. Solche „apostolischen Leiter“ stehen an der Spitze von Gemeinden, die andere Gemeinden gründen, oder sie leiten Gemeindegründungsnetzwerke bzw. Hauskirchennetzwerke. In nichtcharismatischen Kreisen werden sie verhüllend z.B. „Strategiekoordinatoren“ genannt.</p>
<p><strong><em>4. Charismatische Ausrichtung auf Visionen, übernatürliche Geistesoffenbarun-gen und Wunderzeichen:</em> </strong>Die meisten rasch wachsenden Gemeindegründungsbe-wegungen sind auf die Wirkungen des verführerischen Geistes der Pfingst- und Charismatischen Bewegung zurückzuführen. Dieser Geist gibt den Bewegungen die Dynamik und Attraktivität; Vorbild ist hier durchweg die „Jesus People“-Bewegung (mit den <em>Calvary Chapels</em> als Ausläufern) sowie die <em>Vineyard</em>-Bewegung John Wimbers; teilweise auch die dynamischen charismatischen Bewegungen der Unabhängigen Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika. In einigen Unterströmungen sind diese charismatischen Betonungen massiv, in anderen eher verdeckt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">2. Die wichtigsten Unterströmungen der missionalen Gemeindebewegung</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die missionale Bewegung ist heute schon sehr vielgestaltig und dürfte sich noch weiter ausfächern. Es ist nicht leicht, einen Überblick zu bekommen und die verschiedenen, teilweise eng verwandten und sich überschneidenden Richtungen recht einzuordnen. Wir wollen im folgenden dazu einen Versuch machen und dabei vor allem Unterschiede im taktischen Vorgehen, teilweise auch in den inhaltlichen Anschauungen zugrundelegen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>
a) Die charismatische Hauskirchenbewegung</h4>
<p>Diese Bewegung ist einerseits eine Unterströmung der weltweiten Pfingst- und Charismatischen Bewegung, andererseits gehört sie in vielfacher Hinsicht auch zu den missionalen Gemeindebewegungen. Sie breitet sich, soweit man ihren eigenen Verlautbarungen trauen kann, weltweit stark aus. Eines ihrer Zentren ist China, wo ein wohl beträchtlicher Teil der Untergrund-Hauskirchen pfingstlerisch oder charismatisch und teilweise auch offen häretisch ausgerichtet ist.</p>
<p>In ihr sind charismatische Eigenheiten wie Geistestaufe, „geistliche Kriegsführung“, Visionen und Wunderzeichen vorhanden. Andererseits haben viele führende Leute in ihr das missionale Gedankengut übernommen, das ja interessanterweise mit den Irrlehren der Charismatischen Bewegung über „Endzeiterweckung“ und die dominierende Rolle der Kirche sehr gut vereinbar ist.</p>
<p>Einige Hauskirchenrichtungen sind durch Netzwerke unter Führung von „Aposteln“ verknüpft; manche treffen sich zu mehreren Hauskirchen für gemeinsame „Anbetungsgottesdienste“ und arbeiten locker zusammen. Neben „Hausgemeinde“ gibt es auch Bezeichnungen wie „Mikrogemeinde“, „einfache Gemeinde“ (<em>simple church</em>) oder „Koinosgemeinde“.</p>
<p>Hauskirchen treffen sich überwiegend in Wohnhäusern (manche auch in Kneipen oder anderen Orten) und betonen familiären Zusammenhalt; die überwiegende Gruppengröße liegt etwa zwischen 8 und 30. Manche lehnen Leiterschaft ab und erkennen nur das „freie Wirken des Geistes“ an; andere haben gewisse Formen von Leiterschaft in ihrer Gruppe. Manche bleiben völlig unabhängig und haben teilweise eine starke Selbstbezogenheit; andere sehen sich „missional“ im Sinne des Einwirkens auf die Kultur und der Multiplikation von Hauskirchen. Viele Hauskirchen sterben so schnell wie sie ins Leben gerufen wurden; Kenner schätzen ihre Lebensdauer auf überwiegend 6 Monate bis zwei Jahre.</p>
<p>Zu den führenden Köpfen der „Hauskirchenbewegung“ gehören Wolfgang Simson (sein Buch <em>Houses that Change the World</em> gehört zur Standardliteratur) sowie Tony und Felicity Dale, die <em>house2house</em> gründeten. Auch Rad Zdero, William Beckham, Robert Banks und Victor Choudry gehören zu den Sprechern dieser Strömung. Ein Sprecher des apostolischen Flügels ist Frank Viola, der einige kritische Bücher gegen die etablierte Kirche schrieb, eines davon zusammen mit George Barna, der inzwischen auch mit den Hauskirchen sympathisiert und meint, daß viele Millionen Amerikaner in Zukunft in Hauskirchen ihre Heimat finden. Neil Cole hat viele Verbindungen zur Hauskirchenbewegung, spricht regelmäßig auf ihren Konferenzen und bietet auf der Webseite von Coles <em>Church Multiplication Associates</em> (CMA) auch Bücher von Zdero, Simson und Dale an. Die Hauskirchenbewegung ist aufgrund ihrer Ausrichtung in besonderer Weise verführbar. Auch in Deutschland gibt es Ansätze zu einer charismatischen Hauskirchenbewegung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>
b) Die charismatisch-apostolische Zellkirchenbewegung</h4>
<p>Diese Richtung bevorzugt das Modell der Zellkirche, einer häufig sehr großen Gemeinde, die auf einem System von kleinen Zellen aufgebaut ist. Das große Vorbild ist hier David (Paul) Yonggi Cho mit seiner Gigagemeinde von über 800.000 Mitgliedern, die alle in kleinen Zellen organisiert sind. Chos Buch Successful Home Cell Groups gehört zur Standardliteratur dieser Richtung. Auch hier werden zunehmend klassische charismatische Lehren über die große Endzeiterweckung und die Ausbreitung des Gottesreiches mit missionalen und dominionistischen Irrtümern verbunden.</p>
<p>Auch zahlreiche extremcharismatische Gemeinden, nicht zuletzt apostolische Megakirchen, in anderen Ländern (etwa in Lateinamerika) sind auf dem Zellkirchenprinzip aufgebaut, auch das charismatische <em>„Gospel Forum“</em> in Stuttgart mit Peter Wenz als apostolischem Leiter. Ralph W. Neighbour, jr. hat einige einflußreiche Bücher für diese Bewegung geschrieben, und einer der jüngeren Sprecher ist Joel Comiskey. C. Peter Wagner unterstützt diese Richtung aktiv mit seiner <em>„Neuen Apostolischen Reformation“</em>. Der Pfingstler Ralph Moore mit seinen <em>Hope Chapels</em> gehört ebenfalls eher in diese Richtung, ebenso Larry Kreider von <em>DOVE Christian Fellowship</em>, der aber auch Netzwerke von Hausgemeinden fördert.</p>
<p>Die Beibehaltung einer übergreifenden Kirchenstruktur und einer vollzeitlichen Pastorenschaft, die die Zellgruppen zusammenhält, unterscheidet diese Richtung von der organischen Gemeindebewegung, wobei die Verwandtschaft groß und die Unterschiede eher graduell sind. Manche Zellkirchen unterstützen auch Kleingruppen-Gemeindegründungsbewegungen oder arbeiten mit ihnen zusammen; umgekehrt sehen auch viele Verfechter von Kleingruppenbewegungen die größeren Zellkirchen als sinnvolle Ergänzung und nicht als Konkurrenz. Auch die Anhänger dieser Richtung können von „einfachen“ oder „organischen“ Gemeinden sprechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>
c) Missionale Gemeindegründungsbewegungen</h4>
<p>Diese Richtung überschneidet sich vielfach mit den obengenannten; der Unterschied besteht darin, daß das charismatische Element nicht so offen betont wird (obwohl es ebenfalls vorhanden ist) und die Bewegungen sich einen eher evangelikalen Anstrich geben.</p>
<p>Auf der anderen Seite überschneiden sich diese Bewegungen auch mit der <em>Emerging Church</em>, die einen ganz ähnlichen Ansatz vertritt, nur mit weniger Betonung von systematischer Multiplikation. Die netzwerkartige Verflechtung führt dazu, daß auch diese Leute engste Gemeinschaft und Austausch mit Extremcharismatikern sowie mit der Emerging Church haben. In dieser Richtung gehört der ziemlich einflußreiche Missiologe Ed Stetzer, der bei den <em>Südlichen Baptisten</em> arbeitet.</p>
<p>Stetzer hat, zusammen mit dem einflußreichen Berater Warren Bird vom <em>Leadership Network</em>, in <em>Viral Churches</em> diese Bewegung beschrieben und gefördert; auch sein Buch <em>Planting Missional Churches</em> beschreibt und berät die verschiedenen Zweige dieser Bewegung (einschließlich der positiv bewerteten Emerging Church). Zu der einflußreichen Literatur in diesem Bereich gehört auch das Buch <em>Natürliche Gemeindeentwicklung</em> von Christian Schwarz und Wolfgang Simsons Buch <em>Häuser, die die Welt verändern</em>.</p>
<p>In dieser Strömung können wir vier Unterströmungen unterscheiden, die jeweils unterschiedliche Ansätze in ihrer Gemeindegründungsstrategie verfolgen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<em><strong>1. Konventionellere gemeindegestützte Gemeindegründungsbewegungen</strong></em></p>
<p>Sie arbeiten mit weitgehend herkömmlichen Gemeindestrukturen (Pastoren, vollzeitliche Mitarbeiter, meist in Kombination mit Zellgruppenstruktur) und von einer oft relativ großen „Muttergemeinde“ aus oder aber von einem Netzwerk aus an weiteren Gemeindegründungen. Der Pastor der „Muttergemeinde“ hat oft eine apostolische Rolle. Ein prominentes Beispiel ist Rick Warren und seine Saddleback-Gemeinde, die Jahr für Jahr zahlreiche weitere Gemeinden gründete. Dazu zählt auch der inzwischen sehr bekannte und einflußreiche Pastor Tim Keller mit seiner <em>Redeemer Presbyterian Church</em>, die ein Netz von Tochtergemeinden und Beziehungen zu anderen Netzwerken unterhält. </p>
<p>Die neu gegründeten Gemeinden sind auch eher konventionell nach dem gewohnten evangelikalen Vorbild aufgebaut; d.h. es wird oft ein „Gründungspastor“ mit einem Team eingesetzt, die teilweise auch von der „Muttergemeinde“ geschult und finanziert werden. Ziel sind mittlere oder auch größere Gemeinden, die zwar stark „kulturrelevant“ ausgerichtet sind und die Kleingruppenstrategie in Form von „Zellgruppen“ eingebaut haben, sich aber doch deutlich von Hauskirchen oder „organischen“ Kleingemeinden unterscheiden. Hier gibt es eine kaum überschaubare Fülle von Initiativen, die z.T. auch von größeren Denominationen (etwa den sehr aktiven Südlichen Baptisten) unterstützt werden. Auch Alan Hirsch arbeitet neuerdings auf dieser Schiene in den USA.</p>
<p>Auch viele etwas konventioneller arbeitende Emerging Church-Führer wie Mark Driscoll mit seinem <em>Acts 29 Network</em>, Erwin McManus, Rob Bell oder Dan Kimball kann man in diese Richtung einordnen. Sie betreiben missionale, kontextualisierte Gemeindegründung für die „Generation X“, wenn auch die Priorität und das Tempo von Neugründungen recht unterschiedlich sein mögen. Diese Leute haben teilweise einen evangelikalen, z.T. neocalvinistischen Anstrich, pflegen aber durchaus Kontakte zu radikaleren Emerging Church-Vertretern. Die „missionale“ Theologie erweist sich hier als ein wichtiges einendes Band zwischen den verschiedenen Verführungsströmungen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<em><strong>2. Missionale Netzwerke zur Multiplikation einfacher Gemeinden</strong></em></p>
<p>Neil Cole ist ein prominenter Vertreter dieser Strömung, die sich in manchem mit der unter 3. genannten überschneidet. In diese Bewegung hinein wirkt auch Alan Hirsch mit FORGE sowie sein Kollege Michael Frost. Gemeinsam ist ihnen das Bestreben, eine spontan sich multiplizierende Bewegung kleiner, einfacher Basisgemeinden zu schaffen. Das Vorbild dafür sind neben den erwähnten „Jesus-Bewegungen“ der USA (Vineyard, Calvary Chapels) die unabhängigen Kirchenbewegungen in Afrika und Asien mit ihrer religionsvermischenden Prägung und ihrem fast unkontrollierbaren Wachstum. Ihr Konzept beruht auf New-Age-Organisationskonzepten und nicht auf der biblischen Lehre; es ist im wahrsten Sinne emergentes Gedankengut, denn das Konzept der spontanen Emergenz neuer, besser kontextualisierter Inhalte und Strukturen liegt auch diesen Bewegungen zugrunde.</p>
<p>Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch das einfache Basisgemeindekonzept von der unter 1. genannten Unterströmung; außerdem arbeiten sie darauf hin, daß sich die Gemeinden ständig weiter fortpflanzen; jede Gemeinschaft soll jedes Jahr mindestens eine weitere Gemeinschaft ins Leben rufen, mindestens bis ins vierte Glied, so daß <em>exponentielles Wachstum</em> entsteht (das unterscheidet sie von der unter 3. und 4. genannten Strömung). Führer sollen aus den Reihen der Neubekehrten kommen; Neubekehrte werden angeleitet, die Bewegung rasch weiter auszubreiten. Die Netzwerkstrukturen haben apostolische Leiter, aber komplexe Organisationen, Institutionen, Kirchengebäude usw. werden vermieden.</p>
<p>Ein wichtiger Theoretiker ist hier neben Neil Cole und Alan Hirsch der Missiologe David Garrison, der für die Südlichen Baptisten in der Dritten Welt Gemeinde-Multiplikationsbewegungen fördert und dem wir später noch begegnen werden. Auch David Watson gehört in diese Bewegungen mit hinein; sie sind mit verantwortlich für die „chrislamischen“ kontextualisierten Gemeindegründungsbewegungen unter Muslimen (C 4 und C 5), von denen wir oben berichteten. Zu den Autoren der Bewegung gehört auch Steve Addison (<em>Movements that Change the World</em>).</p>
<p>Eine weltweit arbeitende Gruppe, die sich zur Aufgabe gemacht hat, überall auf der Welt für jeden Menschen in Gehweite eine Gemeinde zu pflanzen, ist<em> DAWN (Discipling A Whole Nation)</em>, gegründet von dem ehemaligen Missionar James Montgomery. Diese charismatisch-apostolisch orientierte Gemeindegründungsorganisation hat sich 2006 ein schwärmerisches Ziel gesetzt: Sie wollen 20.000 apostolische Leiter mobilisieren, die ihrerseits eine Armee von 2 Millionen Gemeindegründern ausbilden und freisetzen, damit 20 Millionen Gemeinden bis zum Jahr 2020 gegründet werden.</p>
<p>DAWN setzt dabei im wesentlichen auf einfache oder Hausgemeinden; es gibt einige Bezüge auch zur charismatischen Hauskirchenbewegung. Grundlage ist ein extremer charismatischer Dominionismus; das Ziel ist es, ganze Nationen zu Jüngern zu machen. Bei <em>DAWN Europe</em> sehen wir, wie charismatische Visionen sich problemlos mit der Emerging Church verbinden; zwei ihrer Europa-Leiter sind profilierte Sprecher der Emerging Church, nämlich Reinhold Scharnowski und Andrew Jones. Eine ähnliche charismatisch-apostolische Prägung hat der ehemalige führende Mitarbeiter von „Jugend mit einer Mission“ Floyd McClung mit seinem Gemeindegründungswerk<em> All Nations</em>. Auch die „organischen Gemeinden“ sind aufgrund ihrer Struktur und Ausrichtung sehr anfällig für verschiedenste neu aufkommende Irrlehren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
<strong><em>3. Missional-inkarnatorische Emerging Church-Gruppen</em></strong></p>
<p>Eine starke Strömung innerhalb der Emerging Church hat sich von dem konventionellen Modell der Pastoren-Großgemeinde abgewandt und experimentiert mit „organischen“ Kleingruppen-Gemeindeformen (Gemeinde im Café, in der Bar, im Einkaufszentrum) ohne angestellten Pastor – zum Teil mit mönchsähnlichen Gemeinschaftsformen, wie man sie auch in der römischen Kirche findet. Das ist verbunden mit alternativen Gottesdienstformen (<em>alternative worship</em>; Meditation, Mystik, Punkmusik etc.).</p>
<p>Sie haben die missionalen Lehren voll übernommen und verstehen sich als inkarnatorische christliche Präsenz unter bestimmten postmodernen Zielgruppen – im Grunde eine „Insiderbewegung“ im postmodernen Westen. Sie vertreten massive Irrlehren in bezug auf die Heilige Schrift, die Erlösung, das Reich Gottes und die Gemeinde, aber sie ziehen es vor, diese so zu formulieren, daß sie noch in den äußerst dehnbaren Rahmen des Evangelikalismus passen. Sie enthalten sich meist offener Kritik an den evangelikalen Grundpositionen und formulieren ihr Selbstverständnis eher als Erneuerung und notwendige Anpassung an das 21. Jahrhundert.</p>
<p>Diese Unterströmung ist in vielem verwandt mit den unter 2. aufgeführten Gemeinde-Multiplikationsbewegungen; sie betreiben jedoch das Anliegen der systematischen Gemeindemultiplikation nicht so entschieden wie diese. Sie hat auch enge Beziehungen zur charismatischen Hauskirchenbewegung. Viele ihrer Vertreter sind offen für extremere missionale und Emerging Church-Gedanken, aber sie vermeiden den Bruch mit den Evangelikalen, in deren Reihen sie Anhänger gewinnen möchten.</p>
<p>Bekanntere Namen sind hier (laut Darrin Patrick) Alan Hirsch, Neil Cole, Jonathan Campbell, Bob Hyatt und Lance Ford, ebenso Andrew Jones und Reinhold Scharnowski. Viele in dem Buch <em>Emerging Churches</em> von Gibbs und Bolger vorgestellten Projekte dürften in diese Kategorie fallen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>4. Radikal postevangelikale Emerging Church</strong></em></p>
<p>Diese Richtung unterscheidet sich nur in wenigen Punkten von der unter 3. gekennzeichneten; die Grenzen sind hier sehr fließend. Sie besteht eher aus intellektualistischen Einzelpersonen, die übers Internet (Blogs) eine ausgiebige theologische Diskussion führen. Sie ist überwiegend eng und freundschaftlich mit allen übrigen Strömungen vernetzt. Vom „evangelikal-missionalen“ Flügel der Emerging Church unterscheiden sie sich durch eine offene Infragestellung bzw. Abweichung von zentralen evangelikalen Bekenntnispunkten wie der Inspiration der Bibel oder der Bedeutung des stellvertretenden Sühnopfers Jesu Christi &#8211; Punkte, die auch in den anderen Flügeln nicht mehr wirklich geglaubt werden, an deren äußerlichem Bekenntnis man aber noch festhält.</p>
<p>Diese Strömung nimmt die missionale Taktik der Kontextualisierung radikal ernst. Ihre Theologie bricht mit all dem, was sie ihrer Zielgruppe junger Postmoderner nicht mehr zumuten möchten (und was sie auch selbst nicht mehr glauben). Die Bibel ist nicht mehr Gottes Wort, sondern nur noch eine interessante Geschichte; sie ist nicht mehr geoffenbarte, verbindliche Wahrheit, sondern Rohstoff zum Nachsinnen und Meditieren. Auch andere Religionen enthalten Wahrheit, und man kann von ihnen lernen. Gott ist nicht mehr ein heiliger Gott des Gerichts; er hat die Welt und alles schon mit sich versöhnt und brauchte dafür auch nicht das Opfer Jesu Christi am Kreuz. Bekehrung und Wiedergeburt sind veraltete Begriffe.</p>
<p>Die Sprecher der radikalen postevangelikalen Richtung der Emerging Church (dazu gehören Brian McLaren, Rob Bell, Doug Pagitt, Kester Brewin) sind sich sehr weitgehend mit denen der anderen Strömungen einig, aber sie gehen in der „Kontextualisierung für die postmoderne Kultur“ eben noch einen Schritt weiter &#8211; im Grunde denselben Schritt, den die Gemeindegründungsbewegungen auch in den islamischen Ländern gegangen sind: um populär zu sein und Leute zu gewinnen, opfert man zentrale Bereiche der biblischen Lehre, die nicht vermittelbar erscheinen.</p>
<p>Gemeindlich überwiegen auf diesem Flügel verschiedene Modelle einfacher, organischer Gemeinschaften ohne vollzeitliche Pastoren, mit unterschiedlicher Verbindlichkeit; Gemeinschaft wird oft mehr übers Internet und Austauschforen gepflegt; der Akzent liegt nicht unbedingt auf Gemeindevervielfältigung; es gibt viele intellektuelle Diskussionen und Blogs. Grundsätzlich sind die Leute für Pfingstlerisches und Charismatisches offen, wenn auch manchmal in dieser Hinsicht zynisch-skeptisch; sie kommen vielfach aus diesen Kreisen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von R. Ebertshäuser, <strong><em>Zerstörerisches Wachstum</em></strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf dieser Webseite können Sie einen ausführlichen Auszug aus diesem Buch herunterladen, in dem auch dieser Abschnitt enthalten ist:</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gemeindegruendungsbewegungen-gemeindewachstumskonzepte-neue-missionslehren-unter-den-evangelikalen-eine-stellungnahme-aus-bibeltreuer-sicht/"><strong>Gemeindegründungsbewegungen &#8211; Gemeindewachstumskonzepte &#8211; neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/kennzeichen-der-missionalen-gemeindebewegungen/">Kennzeichen der missionalen Gemeindebewegungen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>&#8222;Missional&#8220; und &#8222;gesellschaftsrelevant&#8220;: Neue Gemeindebewegungen im Überblick</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/missional-und-gesellschaftsrelevant-neue-gemeindebewegungen-im-ueberblick/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Mar 2017 07:41:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2091</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; 1. Neue Gemeindebewegungen und Missionskonzepte unter den Evangelikalen   In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe beunruhigender, schwer durchschaubarer Entwicklungen unter den Evangelikalen aufgekommen:   * Die biblische Evangeliumsverkündigung wird durch den angeblichen Auftrag zum „sozialpolitischen Engagement“ und zur „Gesellschaftstransformation“ verdrängt; die Gemeinde muß „die Welt verändern“, sonst hat sie keine Daseinsberechtigung mehr; [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/missional-und-gesellschaftsrelevant-neue-gemeindebewegungen-im-ueberblick/">&#8222;Missional&#8220; und &#8222;gesellschaftsrelevant&#8220;: Neue Gemeindebewegungen im Überblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">1. Neue Gemeindebewegungen und Missionskonzepte unter den Evangelikalen</span></h2>
<p>
 <br />
In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe beunruhigender, schwer durchschaubarer Entwicklungen unter den Evangelikalen aufgekommen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">
 <br />
* Die biblische Evangeliumsverkündigung wird durch den angeblichen Auftrag zum „sozialpolitischen Engagement“ und zur „Gesellschaftstransformation“ verdrängt; die Gemeinde muß „die Welt verändern“, sonst hat sie keine Daseinsberechtigung mehr;<br />
 <br />
* Neue Gemeindebewegungen gründen „organische Gemeinden“, „kulturrelevante City Churches“, und charismatische „Jugendkirchen“, die der Emerging Church-Bewegung sehr ähnlich sind;<br />
 <br />
* Auf den Missionsfeldern wird zunehmend die „Kontextualisierung“ (Anpassung) des Evangeliums und der Gemeinden an heidnische Religionen praktiziert; es entstehen „Insiderbewegungen“ von „Jesus-Jüngern“, die bewußt Muslime bleiben; neue verfälschte Bibelübertragungen vermeiden Begriffe wie „Vater“ für Gott und „Sohn Gottes“.</p>
<p>
 <br />
Diese neuartigen Ansätze werden meist damit begründet, daß die alte Art der Evangeliumsverkündigung und des Gemeindebaus, wie sie unter bibeltreuen Gläubigen früher praktiziert worden war, nicht mehr zu den gewünschten Ergebnissen führe. Es sei ein „neues Denken“ (neudeutsch: „ein neues Paradigma“) nötig, damit die heutigen (oft als „postmodern“ bezeichneten) Menschen für den Glauben gewonnen werden könnten.<br />
 <br />
Christliche Gemeinden müßten sich heute an die weltliche Kultur und Denkweise anpassen; man müsse sich gesellschaftlich engagieren und an der Veränderung der Welt mitwirken, damit man noch als „relevant“ (bedeutsam) wahrgenommen und akzeptiert werde. Die Evangeliumsbotschaft müsse heute anders formuliert werden, damit Menschen sie noch beachteten, und auch die Arbeitsweise und der Aufbau der Gemeinden müßten sich grundlegend ändern, wenn man die heutigen Menschen noch erreichen wolle.</p>
<p> <br />
 <br />
<em><strong>Verschiedene Spielarten von „neuen Gemeinden“</strong></em></p>
<p> <br />
Wie sehen solche „neuen Gemeinden“ aus? Was kennzeichnet sie? Vielleicht geben wir zunächst drei Beispiele, die etwas konstruiert, aber doch nahe an der Wirklichkeit sind.<br />
 <br />
<strong><em>* „gesellschaftsrelevante Gemeinden“:</em></strong> Viele neue Gemeinden profilieren sich als Bereicherung für die Stadt oder den Stadtteil, in dem sie wirken. Sie beteiligen sich zusammen mit Ungläubigen an Stadtteilprojekten, weltlicher Sozialarbeit oder kulturellen Initiativen, nennen sich teilweise auch „Gemeinde für xy-Stadt“, betonen, daß sie für die Menschen in ihrer Umgebung da seien und ihnen nutzen und dienen wollten. Sie stellen heraus, daß sie ihre Stadt verschönern und bereichern wollen, engagieren sich für sozial Benachteiligte, AIDS-Hilfe in der Dritten Welt und fair gehandelten Kaffee; sie bezeichnen es als ihr Ziel, „die Welt zu verbessern“.<br />
 <br />
<strong><em>* postmoderne Trendgemeinden für die Jugend:</em></strong> Viele neue Gemeinden gehen bewußt stark auf den Lebensstil, die Denkweise und die kulturellen Vorbelieben der postmodernen jungen Generation ein. Ihre Gottesdienste beginnen erst am späten Nachmittag oder Abend, damit die Besucher nach der Disco-Nacht in Ruhe ausschlafen können. Sie servieren ihrem Publikum trendigen Hiphop-„Lobpreis“ der neusten charismatischen Prägung, bei dem im Discostil getanzt werden kann. Statt „Predigten“ hört man dort kurze, prägnante „Inputs“, verbunden mit optischer Animation oder der Ausstellung von Kunstwerken. Alles muß „cool“ und „relevant“ sein; positiv, lebensbejahend &#8211; nur keine Frömmelei, keine Bußpredigten.<br />
 <br />
<strong><em>* organische Zellgemeinden:</em></strong> Hier gibt es teilweise gar keine regelmäßigen „Gemeindeversammlungen“ mehr. Man trifft sich mit wenigen Gleichgesinnten, die meist aus derselben „Subkultur“ stammen, in Bars und Szenetreffs, am Arbeitsplatz, in der Uni. Es gibt keinen festen Ablauf; mal ißt und redet man nur locker miteinander, mal gibt es eine „Lehre“ bzw. ein Gespräch über die Bibel, mal nur Lobpreislieder, die vielleicht jemand spontan gemacht hat. Es geht meist intensiv charismatisch zu; man wird von „Aposteln“ besucht, aber hat oft gar keine feste Leiterschaft. Diese Gemeindestruktur wird oft damit begründet, daß sie den Bedürfnissen der heutigen Menschen besser entspreche als eine fest strukturierte Gemeinde.<br />
 </p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;"> 2. Die neuen „missionalen“ Lehren auf dem biblischen Prüfstand</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p> <br />
Diese und ähnliche Entwicklungen sind u.a. die Frucht von verführerischen falschen Missions- und Gemeindelehren, die aus der Theologie des Ökumenischen Rates der Kirchen stammen und von führenden Evangelikalen übernommen wurden:</p>
<p style="padding-left: 30px;">
 <br />
* die falsche Jüngerschaftslehre, nach der die Gemeinde die ganze Welt, ganze Völker zu Jüngern machen müsse;<br />
 <br />
* die falsche Reichslehre, nach die Gemeinde hier und heute das Reich Gottes in der Welt aufbauen und verwirklichen soll;<br />
 <br />
* das verführerische „Soziale Evangelium“, nach dem es der Auftrag der Kirche sei, bessere, gerechtere soziale Verhältnisse zu schaffen und das Leben im Diesseits zu verbessern anstatt auf die ewige Errettung der Menschen hinzuweisen;<br />
 <br />
* die falsche „missionale“ Lehre, nach die Gemeinde sich im Rahmen der „Missio Dei“ („Mission Gottes“) in der Welt sozialpolitisch engagieren und sie „inkarnatorisch“ und „transformatorisch“ verändern müsse.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>1. Die falsche Jüngerschaftslehre – „Ganze Völker zu Jüngern machen“</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Gründerväter der ökumenischen Weltbewegung und nach ihnen führende Evangelikale stellten die Behauptung auf, die Gemeinde müsse heute, in dieser Heilszeit, ganze Völker zu Jüngern machen. Im Kern gehen die Vorstellungen dieser Evangelikalen zurück auf die falschen Lehren des römischen „Kirchenvaters“ Augustinus. Er lehrte, daß die Kirche stellvertretend für Christus das Reich Gottes verwirklichen müsse. Nach seinen Lehren, die nicht nur im Katholizismus, sondern auch im Protestantismus (insbesondere im Calvinismus) recht einflußreich waren, befand sich die Kirche schon im (symbolisch-allegorisch verstandenen) Tausendjährigen Reich und sollte dafür sorgen, daß die Welt immer mehr christlich würde und sich der Herrschaft des Christus unterordnete.<br />
 <br />
Daraus ergab sich der von der Bibel für die Heilszeit der Gemeinde nirgends gelehrte Auftrag zur „Christianisierung“ ganzer Völker: die Kirche sollte dafür sorgen, daß ganze Völker das Christentum annahmen, daß die Masse der Heiden sich durch die Taufe zu Christus als ihrem Herrn bekannte und nach „christlichen“ Grundsätzen lebte. Diese Kampagnen zur „Bekehrung ganzer Völker“ zielten nicht darauf, daß der Einzelne wirklich zum rettenden Glauben kam. Sie benutzten alle Mittel dieser Welt &#8211; politischen Druck, Versprechungen, soziale Anreize und auch militärische Gewalt, um das Ziel zu erreichen.<br />
 <br />
Unter dem Einfluß der falschen Endzeitlehren des Calvinismus wurden im 19. Jahrhundert viele Evangelikale und Liberale von einem Drang ergriffen, nunmehr den völligen Triumph der Christenheit in der Welt einzuleiten und im wörtlichen Sinn „alle Völker zu Jüngern zu machen“. Das steckte hinter der Parole der liberalen Missionsbewegung: „Die Evangelisierung der Welt in dieser Generation“; diese Leute verstanden diese Parole so, daß wirklich ganze Völker und alle Völker zum „Christentum“ bekehrt werden sollten.<br />
 <br />
Es ist völlig klar, daß eine Verwirklichung dieser verkehrten Ziele nur möglich war, wenn das bisher in der evangelikalen Missionsarbeit vorherrschende Verständnis von Evangelisation, Bekehrung und Neugeburt des Einzelnen verlassen wurde. Die von bibeltreuen Missionaren bisher aufgerichteten „hohen Hürden“ der Buße, der wahren Erkenntnis des Evangeliums und des Bruches mit der alten Heidenreligion mußten fallen, wenn Massenbekehrungen bewirkt werden sollten. Die Botschaft mußte an das religiöse Denken und die Sitten der Götzendiener angepaßt („kontextualisiert“) werden, und die Bekehrten durften nicht mehr von ihrem religiösen Umfeld abgesondert werden. Es mußten auch alle sozialen, politischen und persönlichen Anreize für einen Übertritt zum „Christentum“ voll zur Geltung gebracht werden.<br />
 <br />
So entwickelte sich aus dem grundfalschen Ansatz, ganze Völker zu Christen zu machen, eine verführerische neue Missionsstrategie, die darauf aus war, nicht wiedergeborene Heiden in möglichst großen Zahlen zu einem verfälschten Christentum zu bringen. Schon damals, in den frühen Jahren der ökumenisch-liberalen Missionsbewegung, redete man vom „Evangelium des Reiches“ und vom Einbringen aller Heidenvölker in das „Reich Gottes“. Man strebte nach Massen- und Gruppenbekehrungen anstatt nach persönlicher Bekehrung und Neugeburt aus dem Geist. „Bekehrung“ bedeutete nur mehr eine Anerkenntnis der sozialen Gruppe, daß „Jesus Christus der Herr“ ist; dagegen konnten magische Praktiken und unbiblische Sitten wie die Vielehe weiterbestehen. Ein solches „Missionskonzept“ ist dem der römischen Kirche aufs engste verwandt.<br />
 <br />
Dieser unbiblische Ansatz ist ausgesprochen oder unausgesprochen auch das Fundament der Gemeindewachstumsbewegung, die aus der liberalen Missionsbewegung entsprang, und ganz besonders der missionalen Bewegungen. Er treibt ihre Theoretiker an, überall nach Mitteln und Wegen zu suchen, wie man Massen nicht wirklich bekehrter und auch nicht bekehrbarer Heiden in eine äußerliche „Christenheit“ bringen könnte. Dazu muß die Evangeliumsbotschaft so verfälscht werden, daß echte Buße und echter Glauben nicht mehr die Voraussetzung für den „Eingang ins Reich“ bilden; und die biblischen Gemeindegrundsätze aus der Apostellehre müssen umgestoßen werden, so daß heidnische Mutationen entstehen, unbiblische Gebilde, die für die Masse der Heiden attraktiv sein können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4> <br />
  <br />
2. Die falsche Reichslehre – das „Reich Gottes hier und jetzt“</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>In der Geschichte der Christenheit waren lange Zeit verkehrte Reichgotteslehren vorherrschend. Die Sicht der katholischen Kirche wie auch vieler vom Calvinismus geprägter protestantischen Kirchen in bezug auf das Reich Gottes und die letzte Zeit („Eschatologie“) war über viele Jahrhunderte lang von „Kirchenvätern“ und Theologen wie Augustinus bestimmt.  Nach diesen verdrehten und irreführenden Lehren waren all die prophetischen Aussagen und Verheißungen des Alten Testaments über das kommende messianische Reich ungültig und nur bildhaft („allegorisch“) zu verstehen – sie würden angeblich alle der Kirche gelten, während Israel endgültig verworfen sei. Die Kirche solle also hier und jetzt das Reich Gottes auf Erden ausbreiten und anstelle von Christus regieren.<br />
 <br />
Der Abfall und die Gesetzlosigkeit des Endes, der große Gerichtstag des HERRN, die Wiederkunft des Herrn Jesus Christus und ein wörtliches Tausendjähriges Reich – all diese biblisch vielfach bezeugten Tatsachen wurden von solchen Lehren ebenso ihrer wörtlichen Erfüllung beraubt wie die Wiederherstellung Israels. Die Kirche war angeblich berufen, die Welt umzugestalten (zu „transformieren“ heißt das heute) und durch ihren Einfluß immer besser und „christlicher“ zu machen. Sie verwirklichte das Reich anstelle von Christus –das ist letztlich Antichristentum. Jahrhundertelang bestimmten die verkehrten katholisch-augustinischen Lehren über das „gegenwärtige Reich Gottes“ nicht nur den Kurs der römischen Kirche, sondern auch der meisten Kirchen des Protestantismus, und hauptsächlich Außenseiter hatten eine andere, der biblischen Lehre stärker entsprechende Sichtweise.<br />
 <br />
An der Frage des Reiches Gottes setzen heute wesentliche Verführungslehren an, die in der Gemeinde kursieren. Und das ist kein Wunder, denn wir leben in der vorantichristlichen Zeit. Die wahre Gemeinde bereitet sich auf das Kommen des Herrn und ihre baldige Entrückung vor und erwartet ansonsten das triumphale Kommen des Herrn Jesus Christus auf die Erde als Richter und König, der in Seiner Tausendjährigen Königsherrschaft Frieden und Gerechtigkeit, Heilung und Versöhnung, Gemeinschaft, Güte und Barmherzigkeit auf Erden verwirklichen wird. Dieses Gottesreich kommt jedoch nicht ohne das vorherige umfassende Zorngericht über alle Gottlosen, und es kommt nur durch die direkte, persönlich ausgeübte Königsherrschaft des Herrn, dem allein auch alle Ehre dafür gebührt.<br />
 <br />
Die unechte, nur äußerliche Christenheit jedoch wird immer mehr durch falsche Lehrer und Propheten und letztlich den Geist des Antichristen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+4%2C1-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 4,1-4</a>) verführt, sich an die Errichtung eines falschen „Gottesreichs“ zu machen, das der Mensch evolutionär verwirklichen will, das Frieden und Gerechtigkeit und „Humanität“ ohne das richterliche und königliche Eingreifen Jesu Christi erreichen soll (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Thess+2+und+3&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Thess 2 und 3</a>). Hier ist nicht die Rede von Sünde, Gesetzlosigkeit und Gericht – das alles wird in einem unwirklichen Nebel falscher „Barmherzigkeit“ ausblendet. Alle sind im Reich – auch die Hurer und die Lügner und die Zauberer.<br />
 <br />
Dieses trügerische „Reich Gottes hier und jetzt“ wird nach unserer Überzeugung unmerklich und allmählich verschmelzen mit der raffinierten Demagogie der antichristlichen Mächte, die sich in der Namenschristenheit längst schon formiert haben, aber auch in der New-Age-Bewegung, in den Vereinten Nationen und anderen Bewegungen. Und wenn die wahre Gemeinde entrückt ist, werden diese „Reichgottesarbeiter“ wie auch ihre falsche babylonisch-ökumenische Welteinheitskirche hineingezogen werden in das grandiose Verführungsprojekt, das das Reich des Antichristen als die evolutionäre Selbsterlösung des Menschen verkündet.<br />
 <br />
Deshalb sind wir hier zu äußerster Wachsamkeit aufgerufen. Es ist nicht gleichgültig, welche Lehrüberzeugung einer, der sich Christ nennt, vom Reich Gottes hat. Hinter den schärfer werdenden Auseinandersetzungen zwischen dem biblisch-wörtlichen Gottesreich, das der Messias selbst bei Seinem Kommen einläutet, und dem falschen Gottesreich, das der Mensch hier und jetzt verwirklicht, steht unsichtbar der gewaltige Kampf zwischen Christus und Antichristus, zwischen Brautgemeinde und Hure Babylon, zwischen ewigem Heil und ewigem Verderben. Wir tun gut daran, hier klare Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4> <br />
  <br />
3. Das falsche „Evangelium“ von der sozialen Besserstellung des Menschen</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im „Sozialen Evangelium“ (engl.<em> Social Gospel</em>) wurde behauptet, das Königreich Gottes sei weiter und größer als die Gemeinde; die Kirche solle dieses Königreich auf Erden aufrichten. Ein evangelikaler Historiker beschreibt diese Theorien: „Das Königreich ist weiter als die Kirche. Der Mensch muß deshalb mit Gott zusammenarbeiten &#8211; als Werkzeug Gottes, um Seine Königsherrschaft in der Gesellschaftsordnung aufzurichten.“<br />
 <br />
Damit verbunden war eine verwässerte, kollektive Sicht von Errettung. „Rechtfertigung und Versöhnung wurden nicht als Angelegenheit des Einzelnen betrachtet, sondern eher als eine Angelegenheit der Gemeinschaft.“ „Es mußte eine ‚Weltanschauung’ angenommen werden, die Evangelisation nicht mehr einfach als ‚Rettung von Seelen’ sah, sondern als Rettung des gesamten Lebens des Menschen“.<br />
 <br />
Der Mensch wurde als wesenhaft gut und sogar göttlich angesehen; er war zur evolutionären Höherentwicklung fähig. Gott war bereits sein Vater – ohne Bekehrung und Neugeburt; eine ewige Verdammnis gab es nicht. Es ging darum, hier auf der Erde soziale Gerechtigkeit und christliche Lebensgrundsätze zu verwirklichen &#8211; eben das „Reich Gottes“ hier und jetzt. Das Evangelium war keine absolute Wahrheit &#8211; es konnte und mußte weiterentwickelt werden. In dem Maß, wie man die ewige Errettung des Einzelnen abwertete, wurde das Engagement in Politik und Gesellschaft immer wichtiger. „Es gab immer solche, und auch jetzt noch gibt es einige, die nur an die Errettung des Einzelnen denken (…) Ihr in der Studentenbewegung steht ein für die Herrschaft Gottes. Ihr steht ein für die Christianisierung der Welt und der Gesellschaft &#8211; für das Königreich.“<br />
 <br />
Einer der prominentesten Verfechter des „sozialen Evangeliums“, der amerikanische Theologe Walter Rauschenbusch, sprach 1913 vor einer CVJM-Konferenz über das Reich Gottes:</p>
<p style="padding-left: 30px;">
 <br />
Das Königreich Gottes, lieber Freund, ist eine gesellschaftliche Idee. Es ist eine Idee für dieses unser Leben hier, weil Jesus sagt: ‚Dein Reich komme, dein Wille geschehe’ hier. Es ist etwas, das hier auf dieser Erde existiert, das in aller Stille die ganze Menschheit durchdringt, das immer auf das vollkommene Leben Gottes hinwirkt. (…) Wir müssen es zusammen verwirklichen. Es ist eine Angelegenheit des gemeinschaftlichen Lebens. Die vollkommene Gemeinschaft der Menschen &#8211; das wäre das Königreich Gottes! (145-146)</p>
<p>
 <br />
Rauschenbuschs Ausführungen sind keineswegs veraltet; ganz ähnliche Ideen werden heute von Vertretern der Emerging Church vorgetragen!<br />
 <br />
Damit verbunden waren Vorstellungen, daß das Reich Gottes unabhängig von der Kirche in allen Bereichen der Welt &#8211; kulturellen, sozialen, politischen, wissenschaftlichen, aber auch in anderen Religionen bereits am Wirken und Sich-Entfalten sei. So konnten Kampagnen gegen den Rassismus, Streiks für höhere Löhne, die Bekämpfung von Armut und Seuchen ebenso als „Fortschritte des Reiches Gottes“ gewertet werden wie gewisse Entwicklungen in heidnischen Religionen und Weltanschauungen.<br />
 <br />
 <br />
<em><strong>Die modernen Evangelikalen übernehmen das soziale Evangelium</strong></em><br />
 <br />
Seit dem Lausanner Kongreß für Weltevangelisation 1974 jedoch haben führende Evangelikale im Grunde die Irrtümer des „sozialen Evangeliums“ und des „gegenwärtigen Reiches“ übernommen; allerdings nicht in der inzwischen anstößig gewordenen lupenreinen Urfassung der Liberaltheologen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Im Anschluß an Karl Barths falsche Auffassungen vertraten sie ein ebenso verwirrendes wie verführerisches „Sowohl – als auch“. Von da an verkündeten sie, die Gemeinde habe zwei Aufträge – den Auftrag zur Evangelisation (aber mehr und mehr kontextualisiert und als Dialog) und den Auftrag, sich sozialpolitisch im Sinne von Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung, Frieden und gesellschaftlichem Fortschritt, Antirassismus und Anti-AIDS zu engagieren.<br />
 <br />
Diese Theorie von den „zwei Mandaten“ (dem sozialpolitischen Kulturmandat und dem Evangelisationsmandat) ist inzwischen vielfach der noch weitergehenden Verführungslehre von der „Missio Dei“ und der „holistischen Mission/Evangelisation“ gewichen, die beide Aufträge zu einem vollends unbiblischen Einheitsbrei vermischt und im Endeffekt besagt, daß die Gemeinde gar nicht mehr von Christus reden dürfe, wenn sie nicht auch Armut und soziale Mißstände bekämpfe. Das Evangelium selbst ist zum „Evangelium des Reiches“ verfälscht worden, und die ewige Rettungsbotschaft geht im sozialpolitischen Diesseits unter.<br />
 <br />
Damit haben die heutigen modernen und postmodernen Evangelikalen endgültig das geistliche Erbe ihrer Vorväter aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert verraten. Sie sitzen nun in einem Boot mit dem abgefallenen Ökumenischen Weltrat der Kirchen, dessen Lehren sie fast vollständig übernommen haben, und mit der babylonischen römischen Kirche, die ähnliche Lehren schon seit vielen Jahrhunderten vertritt.<br />
 <br />
Die Irrlehre vom nötigen sozialpolitischen Engagement und die damit verbundenen Irrtümer vom gegenwärtigen Reich Gottes sind ein raffinierter Schachzug des Widersachers, der die christliche Weltevangelisation zerstören und geistlich auf die Mühlen des Antichristen umleiten möchte.  Sie sind ein geschickter Schlag gegen alle Bemühungen, das wahre, unverfälschte Evangelium in aller Welt zu verkündigen. Sie werden dieses Ziel nicht erreichen – aber der Schaden, den sie angerichtet haben und noch anrichten, ist groß.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2> <br />
  <br />
<span style="color: #800000;">4. Missionale Irrlehren von der „Mission Gottes“</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Mission“ bedeutet die Aussendung von besonders dazu berufenen Evangelisten und ihren Helfern im „Werk des Herrn“ (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+16%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 16,10</a>); zur Ausbreitung des Evangeliums unter allen Völkern. In diesem Sinn bezeichnet dieser Begriff seit über 100 Jahren das gesamte Werk der Evangeliumsverkündigung, einschließlich der daraus folgenden Gründung biblischer Gemeinden. Je nach Situation der Menschen, unter denen das Evangelium verkündigt wird, kann dieses Werk der Evangelisation auch Liebeswerke zur Linderung gewisser Nöte der fernstehenden Menschen oder flankierende Dienste wie Schulen (Förderung der Lesefähigkeit) oder medizinische Versorgung mit einschließen. Die Verkündigung des Evangeliums von der ewigen Errettung war jedoch immer der eindeutige Hauptschwerpunkt biblischer Missionsarbeit; alle anderen Aspekte waren klar diesem Ziel untergeordnet.</p>
<p>
 <br />
 <br />
<em><strong>Eine verfälschte „Mission Gottes“ soll biblische Evangelisation ersetzen</strong></em><br />
 <br />
Doch heute wird dieses jahrhundertealte Missionsverständnis durch raffinierte theologische Klimmzüge verändert und verfälscht. Wenn heutige Evangelikale und Liberale von der „Mission Gottes in der Welt“ („Missio Dei“) sprechen, dann ist damit etwas anderes als biblische Evangelisation gemeint. Dieser Begriff wurde von ungläubigen Liberaltheologen der ökumenischen Weltbewegung geprägt und spiegelt mehrere Irrtümer wider, die der biblischen Wahrheit völlig entgegenstehen.<br />
 <br />
Anknüpfend an die irreführenden Lehren Karl Barths und anderer bibelkritischer Theologen geht dieses Lehrsystem davon aus, daß die Welt bereits mit Gott versöhnt und gerettet sei und die Kirche nur noch die Aufgabe hätte, das schon hereingebrochene Gottesreich auszuleben und zu verkünden und die Menschen in die Fülle des Heils in der Kirche hineinzubringen. Die ökumenischen Verfechter dieser Lehren behaupteten: „Tatsächlich ist die Welt bereits eine erlöste Welt, so daß, ob die Menschen ihren wahren Zustand nun erkennen oder nicht, und selbst wenn sie ihn verleugnen, sie dennoch die Erben von Gottes Erlösung sind. Das Evangelium zu verkünden bedeutet, sie aufzufordern, daß sie ihr Erbe in Christus in Anspruch nehmen“. <br />
 <br />
Die verführerischen Lehren, die eine bereits geschehen und wirksame „Versöhnung“ für alle Menschen behaupten („Allversöhnung“) bekommen mit fortschreitender endzeitlicher Entwicklung immer mehr Bedeutung. Die große Welteinheitskirche der Hure Babylon, die den Antichristen am Ende stützt, bevor sie gestürzt wird, muß die Allversöhnung zur Grundlage ihrer falschen Religion machen, um wirklich alle Angehörigen anderer Religionen mit einzubeziehen. Daß angeblich auch alle ungläubigen, unbekehrten Menschen schon errettet seien, bildet die Grundlage der Theologie der ökumenischen Bewegung; es tritt auch immer deutlicher in den Lehren der katholischen Kirche hervor, und die Evangelikalen werden immer stärker von solchen Vorstellungen durchsäuert.<br />
 <br />
Die Bibel lehrt jedoch etwas grundlegend anderes. Zwar ist im NT klar bezeugt, daß Christus für die ganze Welt starb und in einem gewissen Sinn auch die Welt mit Gott versöhnte (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+1%2C20%3B+2Kor+5%2C19%3B+Joh+3%2C16-18&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 1,20; 2Kor 5,19; Joh 3,16-18</a>); doch das bezieht sich nicht auf die Errettung von Sünde. Vielmehr bedeutet diese Versöhnung die Grundlage dafür, daß Gott jedem rebellischen Sünder das Angebot zur Umkehr macht, anstatt ihn sofort für seine Sünden zu richten. Wenn jemand von seinen Sünden errettet werden will, dann muß er umkehren und an Jesus Christus glauben; sonst bleibt der Zorn Gottes auf ihm (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+3%2C16+u.+18&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 3,16 u. 18</a>; <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+3%2C36&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 3,36</a>). Wer das nicht tut, der wird einmal gerade von dem gerichtet und verdammt werden, der am Kreuz starb und auferstand.<br />
 <br />
Diese Welt ist in keiner Weise vom Zorngericht Gottes verschont, „versöhnt“, „erlöst“ oder „geheilt“, sondern Gott wird diese Welt in Seinem glühenden Zorn richten (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+1%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 1,18</a> – 2,10; <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Thess+1%2C8-10%3B+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Thess 1,8-10; </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Pt+3%2C1-14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Pt 3,1-14</a>). Allein die Umkehr und der Glaube an Jesus Christus rettet vor diesem Zorngericht. Das „Evangelium“ der Allversöhnung ist eine falsche, teuflisch verdrehte Botschaft, die niemanden rettet, sondern die Fesseln der Finsternis nur noch fester macht.<br />
 <br />
Ausgehend von dieser verführerischen, grundfalschen Lehre folgert man dann, daß die Gemeinde nur noch an Gottes erlösender Mission teilnehmen braucht: „Der Christ soll beobachten, was Gott in Seiner Mission (missio dei) auf Erden tut. In der ökumenischen Theologie der Evangelisation richtet Gott Seinen Schalom nicht erst auf, wenn Jesus Christus persönlich wiederkommt. Er tut es schon jetzt! ‚Es eröffnet ihm [dem Menschen] die Hoffnung eines besseren Lebens, in dem für alle die Fülle da ist’. Es ist ‚eine Welt, die in Christus neu geschaffen ist’“.<br />
 <br />
Die Missio-Dei-Vorstellung beinhaltet also eine massive Abweichung von zentralen biblischen Lehren. Gott hat angeblich die Welt durch Christus schon vollkommen versöhnt und erlöst, so daß die Welt schon geheiligt und errettet sei. Nun wirkt Gott angeblich heute erlösend in der Welt, der Kultur, der Wirtschaft, in den Nationen und Kulturen, in den Religionen, in der Wissenschaft usw. „Gottes Mission umfaßt die ganze Schöpfung“.  Gottes „Mission“ bedeutet die allmähliche Ausbreitung des Reiches Gottes, das angeblich schon heute in der Welt angebrochen und gegenwärtig ist.<br />
 <br />
Die Kirche/Gemeinde soll dieses Wirken Gottes und des Gottesreiches nur unterstützen; sie darf dabei mitwirken als Zeugnis, Zeichen und durch das Vorleben des Reiches. Aber das Reich Gottes ist nach diesen Lehren größer als die Gemeinde; es umfaßt, wie die Missio Dei, die ganze Welt. Gott verwirklicht sein Reich angeblich auch in anderen Religionen, unter den Ungläubigen. Die Welt ist angeblich nicht mehr Finsternis, nicht mehr Gott feindlich gegenüberstehend, sondern schon erlöst, der Schauplatz der anbrechenden, immer weiter fortschreitenden Herrschaft Gottes. Dorthinein ist die Kirche gesandt, um diese von Gott angestoßenen „Transformationen“ zu fördern und daran teilzuhaben.</p>
<p>
 <br />
 <br />
<em><strong>Der angebliche Auftrag der Gemeinde zum sozialpolitischen Engagement und zur „Gesellschaftstransformation“</strong></em><br />
 <br />
Ganz im Sinne der liberal-ökumenischen Irrlehren des ÖRK gehen auch die missionalen Lehrer davon aus, daß die Welt zwar grundsätzlich erlöst sei, daß in ihr aber bestimmte „Mächte“ sich der Ausbreitung des Gottesreiches auf Erden widersetzten und deshalb von der Gemeinde angeprangert und bekämpft werden müßten. Diese „Mächte“ seien z.B. kapitalistische Geldgier und Ausbeutung, Rassismus und Ausgrenzung sozial Benachteiligter, imperialistische Macht- und Kriegspolitik usw. Gegen sie müsse die Gemeinde ein „prophetisches Zeugnis“ richten, so wie die Propheten des Alten Testaments solche Mißstände in Israel angeprangert hätten.<br />
 <br />
Die Gemeinde müsse sich mit den Armen und Ausgegrenzten solidarisieren, gegen das ungerechte System protestieren und durch zeichenhaftes Handeln Veränderungen einleiten. Immer wieder wird in missionalen Kreisen der liberal-bibelkritische Theologe Dietrich Bonhoeffer mit seinem verkehrten Spruch zitiert: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“.<br />
 <br />
Das ist im Grunde die irrige Linie der ökumenischen Weltbewegung; lediglich vor der Billigung politischer Gewalt durch Unterdrückte und Benachteiligte, wie sie die marxistische „Befreiungstheologie“ und gewisse Resolutionen des ÖRK fordern, schrecken die ökumenischen Evangelikalen (noch) zurück. Heilsgeschichtlich wird hier ausgeblendet, daß die inspirierte Kritik der alttestamentlichen Propheten an der Behandlung der Armen, an Bereicherung und Korruption in Israel damit zusammenhing, daß Israel ein theokratisches Königreich war, das eigentlich als Nation unter dem Gesetz des HERRN stand.<br />
 <br />
Aus den ökumenischen Kreisen kam die Neuauflage der alten katholischen Irrlehre, daß die Gemeinde hier und jetzt schon das Reich Gottes verwirklichen müsse, und zwar durch die allmähliche Durchdringung der Kultur und Gesellschaft mit „christlichen Werten“, durch sozialpolitisches Engagement und politischen Protest gegen die bestehende Ordnung – mit heutigen Worten: durch „Gesellschaftstransformation“. Dabei wurden in verführerischer Weise die Aussagen der alttestamentlichen Propheten über Israel hinzugezogen, die ja in eine völlig andere Situation sprachen.<br />
 <br />
Israel war ein besonderes Königreich, in dem Gott Seine Herrschaft auf Erden verwirklichen wollte – deshalb hatten die Propheten auch eine klare „sozialpolitische“ Botschaft. Gott legte im mosaischen Gesetz Seine Grundsätze für das menschliche Zusammenleben nieder, die von Gottesfurcht und Nächstenliebe bestimmt waren. Sie waren aber ausschließlich für das heilige Volk des Bundes bestimmt, die das Königreich Gottes auf Erden verwirklichen sollten. Als die Israeliten hierin versagten, ermahnte Gott sie durch Seine Propheten, den Armen im Bundesvolk Israel nicht zu bedrücken und auszunutzen; daher die vielen Aufrufe der Propheten zu sozialer Gerechtigkeit.<br />
 <br />
Die Gemeinde befindet sich als ein recht- und heimatloser Fremdling in dieser Welt. Diese Welt ist nicht Israel, ist nicht der Ort, wo die Königsherrschaft Gottes heute regieren soll. Sie steht vielmehr unter der Macht des Bösen; hier herrscht der gottlose Mensch unter der Leitung Satans, und Gott läßt das ausdrücklich zu. Gott selbst läßt die Bosheit und Gesetzlosigkeit dieser Welt zur Ausreifung kommen bis hin zum Antichristen – erst dann greift Er von oben durch blutiges Gericht ein und wird darauf dann Sein Reich auf Erden aufrichten &#8211; durch den Messias, nicht durch die Gemeinde!<br />
 <br />
Gottes Reich auf Erden ist nach der Botschaft des AT wie des NT eindeutig zukünftig und an das zweite Kommen Jesu Christi gebunden. Die Gemeinde ist nicht berufen, hier und jetzt das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen; sie hat den Auftrag, durch das Zeugnis des Evangeliums Seelen aus dem ewigen Verderben zu erretten, damit sie der auserwählten Minderheit der Brautgemeinde hinzugefügt werden. Diese Welt kann die göttlichen Ordnungen und prophetischen Aufforderungen des Alten Bundes nicht verwirklichen, weil die sündigen Menschen dazu unfähig und unwillig sind. Das wird erst im Friedensreich des Messias verwirklicht.<br />
 <br />
Wenn die Gemeinde sich in die politischen Streitereien und Interessenkämpfe dieser Welt einläßt, wenn sie für Umweltschutz und soziale Besserstellung kämpft, gegen Großkonzerne, Mächtige und die Obrigkeit, dann verläßt sie ihre gottgewollte Stellung und macht sich schmutzig im Interessen- und Parteienstreit dieser Welt. Sie verliert ihre Vollmacht, auf die Ewigkeit hinzuweisen, auf die Rettung in Christus, auf das kommende Reich des Messias als einzigen Weg zu Frieden und Gerechtigkeit.<br />
 <br />
Sie nimmt vielmehr am politischen Programm der antichristlichen Mächte teil, deren großes Ziel es ist, Frieden und Gerechtigkeit hier und jetzt, in dieser Welt und mit den Mitteln dieser Welt, zu schaffen. Das zeigt sich heute ganz konkret an Projekten wie dem PEACE-Plan und der „Micha-Initiative“, mit denen führende Evangelikale dem verfehlten Kurs des Weltkirchenrates nachlaufen und mit antichristlichen Projekten der UNO zusammenarbeiten. Hier wird das verfälschte „soziale Evangelium“ der liberalen Theologie Anfang des 20. Jh. in etwas abgeänderter Form weitergeführt.</p>
<p>
  </p>
<p><em><strong>Die biblische Haltung der Gemeinde zu dieser Welt und ihren Mißständen</strong></em></p>
<p>Die durch Christus erlöste, aus der Welt errettete und geheiligte Gemeinde kann und darf sich mit niemandem in der Welt eins machen oder „solidarisieren“ (ein Begriff, der übrigens aus der antichristlichen marxistischen Ideologie stammt). Sie solidarisiert sich weder mit den Reichen und Mächtigen noch mit den Armen und Unterdrückten dieser Welt – in dem Bewußtsein, daß beide Gruppen gleichermaßen verloren in Sünden, verirrt und vor Gott geistlich tot sind. Sie verkündet beiden dieselbe ewige Rettungsbotschaft – wobei sich die Gläubigen im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch gute Werke der Armen in ihrer Reichweite annehmen und Nöte lindern werden, wenn dies möglich ist.<br />
 <br />
Die „Armen“ dieser Welt stehen Gott nicht näher als die „Reichen“; sie sind nicht weniger sündig und gottfeindlich. Gottes Liebe und Erbarmen gilt nicht zuallererst den „Armen und Unterdrückten“ dieser Welt, wie dies die falschen Lehrer durch eine unzulässige Übertragung von Israel auf die Welt aus den alttestamentlichen Äußerungen über die Armen Israels belegen wollen. Gottes Erbarmen und Liebe gilt allen Sündern gleichermaßen; geistlich gesehen sind sie alle gleich arm und verloren, wenn auch die Reichen und Mächtigen eine größere Verantwortung vor Gott tragen.<br />
 <br />
Umgekehrt trifft auch Gottes Zorngericht die „armen und unterdrückten“ Sünder genauso wie die Reichen, wenn sie nicht Buße tun &#8211; und das erst recht, wenn sie sich auflehnen und zur Waffe greifen, um sich selbst zu helfen. Solcher Aufruhr richtet sich gegen Gott selbst (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+13%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 13,2</a>) und ist die Quelle immer neuer Unterdrückung, Ausbeutung und Verelendung, wie die Zustände in den ehemals kommunistischen Ländern Europas und Asiens ebenso eindrucksvoll beweisen wie etwa die Zustände in „befreiten“ Ländern Afrikas. Die ideologische oder gar handfeste Unterstützung marxistischer und nationalistischer „Befreiungsbewegungen“ durch die katholische „Befreiungstheologie“  und ihre ökumenisch-protestantischen Nachfolger ist direkter Verrat am Evangelium und an Jesus Christus.<br />
 <br />
Die Gemeinde ist in der heutigen Welt ein Fremdling, ohne Bürgerrecht auf der Erde (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+1%2C1%3B+2%2C11-12%3B+Phil+3%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 1,1; 2,11-12; Phil 3,20</a>), geistlich abgesondert von den Heidenvölkern und ihren politischen Geschäften (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+2%2C9-10%3B+Eph+5%2C1-14%3B+25-27%3B+Kol+2%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 2,9-10; Eph 5,1-14; 25-27; Kol 2,20</a>). Als Fremdlinge sollen die Gläubigen ausdrücklich sich der weltlichen Obrigkeit unter-ordnen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+13%2C1-7%3B+1Pt+2%2C13-14%3B+vgl.+als+Vorbild+die+Stellung+der+j%C3%BCdischen+Verschleppten+zu+Babylon+mit+seiner+Willk%C3%BCrherrschaft+und+seinen+Greueln%3B+Jer+29%2C7%3B+Dan+1&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 13,1-7; 1Pt 2,13-14; vgl. als Vorbild die Stellung der jüdischen Verschleppten zu Babylon mit seiner Willkürherrschaft und seinen Greueln; Jer 29,7; Dan 1</a>). Die Gemeinde macht damit zeichenhaft deutlich, daß wir das ersehnte und durchaus nötige Königreich des Friedens und der Gerechtigkeit nicht von Menschen erwarten, sondern wissen, daß der Herr es aus den Himmeln auf die Erde bringen wird.<br />
 <br />
Deshalb gibt die neutestamentliche Apostellehre für die Gemeinde keinerlei Anweisungen, die heidnische Gesellschaft und Politik „prophetisch zu kritisieren“, geschweige denn, sich für soziale Veränderungen und eine „christliche“ Umgestaltung der Gesellschaft einzusetzen. Als Gläubige brauchen wir unsere Augen nicht vor den Ungerechtigkeiten und Übelständen der jeweiligen Gesellschaftsordnungen verschließen; die Bibel zeigt uns Gottes Maßstäbe, so daß wir sie erkennen können. Wir sind nicht berufen, uns mit dem Kapitalismus, der Umweltzerstörung oder der Benachteiligung der „Dritten Welt“ zu identifizieren und solche Dinge zu verteidigen oder als „christlich“ zu rechtfertigen. <br />
 <br />
Andererseits sind die Gläubigen aber sehr wohl berufen, das Trügerische an jeder Art von Diesseitserlösung aus Menschenkraft zu durchschauen und sich von solchen betrügerischen „Transformationsstrategien“ ebenfalls fernzuhalten, seien sie nun marxistischer, ökologischer (Grüne), esoterischer (New Age) oder pseudochristlicher Natur (Befreiungstheologie, ÖKR). Solange die Sünde und der sündige Mensch in dieser Welt herrschen, sind Ungerechtigkeit und Unterdrückung, Ausbeutung und Armut, Leid und Elend unvermeidlich; sie können von keinem noch so radikalen Versuch zur „Gesellschaftstransformation“ überwunden werden, wie die sozialistischen und kommunistischen Experimente weltweit eindrucksvoll bewiesen haben. Solche Bemühungen würden die Gemeinde nur von ihrem Kernauftrag des Evangeliumszeugnisses ablenken.<br />
 <br />
Was Gläubige tun können und sollen, das zeigt uns die Bibel auch: wir sollen Menschen in Not aus unserer Umgebung, soweit wir können, helfen &#8211; das ist das Zeugnis der „guten Werke“, auf das die Bibel durchaus Wert legt. Das hat nichts damit zu tun, daß wir, wie heute oft behauptet wird, einen „sozialdiakonischen“ Auftrag in der Welt hätten. Der Begriff „Diakonie“ wird von missionalen Theologen gern für ihre gesellschaftstransformierende Sozialpolitik gebracht. Doch das ist eine völlig verkehrte Sicht von christlicher Diakonie.<br />
 <br />
Im neutestamentlichen Sinn ist diakonischer Dienst ausschließlich Dienst innerhalb der Gemeinde, an anderen Gläubigen, um deren Bedürfnissen zu dienen; das wird an allen Stellen deutlich, die von diakonia im Sinne des Dienstes an anderen sprechen (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+6%2C1%3BR%C3%B6m+12%2C7%3B+1Kor+16%2C15%3B+2Kor+8%2C4%3B+9%2C1%2B12%2B13%3B+sowie+auch+Apg+6%2C2%3B+1Tim+3%2C10%2B13&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 6,1;Röm 12,7; 1Kor 16,15; 2Kor 8,4; 9,1+12+13; sowie auch Apg 6,2; 1Tim 3,10+13</a>). Wenn es um Hilfe für Außenstehende geht, wird nur der Begriff „gute Werke“ bzw. „Gutes tun“ gebraucht (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+5%2C16%3B+2Pt+2%2C12&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 5,16; 2Pt 2,12</a>), und dabei liegt die Priorität ebenfalls eindeutig bei den „Hausgenossen des Glaubens“ (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal+6%2C10%3B+1Tim+5%2C10%3B+6%2C18%3B+2Thess+3%2C13&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal 6,10; 1Tim 5,10; 6,18; 2Thess 3,13</a>).<br />
 <br />
Wir sind auch nicht berufen, uns für die Durchsetzung von „Gerechtigkeit“ in der Welt einzusetzen. Diese Welt kann und wird Gottes Gebote niemals halten, weil das nicht wiedergeborenen Sündern fremd und unmöglich ist. Es ist eine fromme Illusion, ein selbstgerechter Betrug, wenn missionale Theologen davon reden, wir müßten der Welt „prophetisch“ ihre „systemischen Sünden“ vorhalten und für „gerechte Strukturen und Verhältnisse“ kämpfen – oft noch im Bündnis mit Unbekehrten. Das ist nicht der Auftrag der Gemeinde; auf diesem verkehrten Weg kann sie nur entarten und gründlich scheitern, wie das „politische Engagement“ der liberalen Kirchen uns deutlich zeigt. Wenn die Gemeinde sich auf diesen Irrweg einläßt, verliert sie ihren Fremdlingscharakter, vermischt sich mit der Welt und verliert ihre Vollmacht, auf das ewige Heil hinzuweisen.<br />
 <br />
Wir sollen allerdings sehr wohl in unserem persönlichen Wandel Gerechtigkeit üben, d.h. dem Herrn nachfolgen und Seine Gebote befolgen. Wir sollen uns persönlich hüten vor Lüge und Korruption, vor Hurerei oder willkürlicher Machtaus-übung. Wir dürfen ein Zeugnis sein, indem wir persönlich die „Werte“ der Bibel ausleben und die Lehre unseres Herrn praktisch verwirklichen &#8211; aber wir sind nicht gerufen, die Gesellschaft nach diesen Maßstäben zu reformieren. Letzteres ist im Endeffekt „Antichristentum“: der Mensch maßt sich an, „anstelle von Christus“ (das bedeutet nämlich Anti-Christus auch) das zwischenmenschliche Leben von den Folgen der Sünde zu befreien, wo die Bibel bezeugt, daß dies nur der Messias selbst zustandebringt, wenn Er Sein Reich aufrichtet!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">4. Das Verführungsnetzwerk der „missionalen Gemeinde“ breitet sich aus</span></h2>
<p>
 <br />
Der Begriff „missional“ ist in bewußter Abgrenzung zum klassisch-bibeltreuen Missionsbegriff entstanden und baut auf der ökumenischen Missio-Dei-Theologie auf. Er signalisiert, daß derjenige, der ihn verwendet, ein ganz anderes Missionsverständnis hat als das unter gläubigen Christen übliche. Die „missionale Theologie“ betreibt eine grundlegende Umdeutung des biblischen Evangeliums der<br />
 <br />
Es ist sehr interessant zu beobachten, daß die „neuen“ Missionslehren der heutigen Evangelikalen direkt von den Theologen der liberal-ökumenischen Bewegung übernommen wurden, die ja die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel ebenso ablehnen wie das stellvertretende Sühnopfer unseres Herrn, Seine Auferstehung, Sein Wiederkommen, das Tausendjährige Reich und das ewige Verderben der Gottlosen.<br />
 <br />
Sämtliche Grundbegriffe und Ideen der als „neue Einsichten“ und „Antwort auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“ vermittelten missionalen Lehren (Missio Dei, Reichgottesevangelium, Kontextualisierung, Inkarnation, Transformation) wurden direkt aus den viele Jahre vorher ablaufenden Diskussionen der ökumenischen Weltbewegung übernommen. Ihr Wesen ist bibelkritisch, erlösungsfeindlich, antichristlich und verführerisch.<br />
 <br />
Wir möchten hier nur erwähnen, daß diese missionalen Falschlehren nicht nur aus der Theologie der liberal-protestantischen ökumenischen Bewegung kommen, sondern auch enge Bezüge zur römisch-katholischen Missionsauffassung seit dem II. Vatikanischen Konzil haben. Die ökumenischen Theologen haben ihre Gedanken immer wieder auch durch Bezüge zur neueren Lehre der katholischen Kirche untermauert und die weitgehende Übereinstimmung mit ihr festgestellt.</p>
<p>
 <br />
 <br />
<em><strong>Die irreführenden Lehren der missionalen Gemeindebewegungen</strong></em><br />
 <br />
Zusammenfassend wollen wir noch einmal die Grundlagen der „missionalen“ Strömungen und Lehren bzw. Irrlehren aufzeigen:<br />
 <br />
* die falsche Lehre, daß in der heutigen Zeit ganze Völker zu Jüngern gemacht werden sollen, anstatt Einzelne aus der Welt herauszurufen;<br />
 <br />
* die falsche Lehre, daß das Reich Gottes heute schon außerhalb der Gemeinde in der Welt gegenwärtig sei und die Gemeinde berufen sei, an der Ausbreitung des Reiches Gottes in der Welt auf andere Weise als durch Evangelisation mitzuwirken (z.B. durch sozialpolitisches Engagement, durch „zeichenhafte“ Lebensweise und Aktionen, durch Zusammenarbeit mit weltlichen Institutionen; „gesellschaftsrelevanter Gemeindebau“; „Gesellschaftstransformation“);<br />
 <br />
* die falsche Lehre, daß es eine „Mission Gottes“ (missio dei) in der Welt gebe, die über Evangelisation hinausgeht, daß Gott bereits in der Welt, in den Kulturen und Religionen der Welt „erlösend“ handele und die Gemeinde den Auftrag habe, an der Mission Gottes in der Welt durch Transformation der Gesellschaft und Kultur und durch „Weltveränderung“ teilzuhaben;<br />
 <br />
* die falsche Lehre der Kontextualisierung, nach der die Botschaft des Evangeliums und die Struktur und das Leben der Gemeinde an die jeweils vorherrschende heidnisch-weltliche „Kultur“ angepaßt und „inkarniert“ werden müßte, daß die Gemeinde „kulturrelevant“ sein müsse;<br />
 <br />
* die falsche Lehre, daß die Gemeinde ausschließlich für die Mission und für die Welt da sei (anstatt für Gott als heilige Priesterschaft zur Verfügung zu stehen), daß die Gemeinde sich für die Welt, insbesondere für die „Armen und Entrechteten“, für ganze Städte aufopfern solle und sich dazu an sozialen und politischen Aktionen gegen Armut und für Gerechtigkeit zu beteiligen habe (UNO-Milleniumsziele, PEACE-Plan, Micha-Initiative; „holistische“, „ganzheitliche“ Mission).</p>
<p>
 <br />
 <br />
<em><strong>Das Konzept sich vervielfältigender Gemeindegründungsbewegungen</strong> </em><br />
 <br />
Ein grundlegendes Element der neuen missionalen Gemeindebewegungen ist die Strategie rasch sich vervielfältigender Zellen, die nach den Erwartungen der Gemeindewachstumslehrer zu einem lawinenartigen, exponentiellen Wachstum einfacher Gemeinden führen soll. Wie bei einem Geschwür sollen sich diese Zellen in der Zielkultur sozusagen nach dem Schneeballprinzip ausbreiten, um sie schließlich ganz zu erobern. Theologen wie Ralph Winter, Pioniere wie Jim Montgomery von DAWN und Praktiker wie Alan Hirsch, Wolfgang Simson, Neil Cole und David Watson gehören zu den Vordenkern dieser Richtung, die zunehmend in Gemeindewachstumskreisen Gehör findet.<br />
 <br />
Das Grundkonzept besteht darin, daß von außen kommende Katalysatoren (apostolische Gemeindegründer) mithilfe eines verkürzten, kontextualisierten „Evangeliums“ kleine Gruppen von kulturellen Insidern (einheimischen „Bekehrten“) bilden, denen sie bestimmte Prägungen und Gewohnheiten einflößen, die meist „DNA“ genannt werden. Nach kurzer, einfacher Unterweisung werden die „Bekehrten“ angehalten, ihrerseits andere zu gewinnen und selbständig, ohne Kontrolle des apostolischen Strategiekoordinators, neue Kleingruppen zu bilden, die wiederum weitere Kleingruppen gründen.<br />
 <br />
Die Kleingruppen sollen in ihrer Struktur „organisch“ sein; meist bilden sie sich um eine Familie oder entlang familiärer Linien (Oikos-Prinzip) in Sippen oder homogenen sozialen Gruppen. Die Leiter sind im sozialen Netzwerk angesehene Personen (auch Frauen), die Gemeinschaftsformen sind der jeweiligen Kultur angemessen. Der ganze Gruppenprozeß ist sorgfältig darauf ausgerichtet, daß er durch Einheimische/Insider leicht reproduziert werden kann. Durch offene „induktive“ Bibelstudien werden die Insider dazu angeleitet, ihre Botschaft selbst ihrer eigenen Kultur anzupassen und so weiterzugeben, wie es für die Zielgruppe akzeptabel und nachvollziehbar ist. Die Zellgruppen werden bewußt angeleitet, im Rahmen ihrer Kultur und Religion zu verbleiben, sodaß für die rasche Weiterverbreitung kein Hindernis aufgebaut wird.<br />
 <br />
Unabdingbare, wenn auch oft nicht klar ausgesprochene Grundlage dieser Strategien ist also in jedem Fall die religionsvermischende Theologie der Kontextualisierung bzw. der „inkarnatorischen“ Mission. Ohne eine verfälschte, mit der heidnischen Zielkultur vermischte und an sie angepaßte Botschaft, ohne ein anderes Evangelium also ist kein Massenwachstum möglich – das haben wir schon gesehen. Das falsche Evangelium dieser Bewegungen ist das „Reichsevangelium“ &#8211; Ausbreitung und Aufbau des Königreiches Gottes durch Christianisierung ganzer Nationen.</p>
<p>
 <br />
 <br />
<em><strong>Das missionale Gemeindenetzwerk</strong></em><br />
 <br />
Die missionale Verführungsströmung umfaßt heute ein undurchsichtiges, ständig wachsendes Netzwerk, in dem verschiedene Kräfte nach New-Age-Grundsätzen (Netzwerk, Synergieprinzip, Einheit in der Vielfalt) zusammenarbeiten:<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von Theologen, Missiologen und Lehrern an theologischen Ausbildungsstätten, wobei gerade die theologischen Ausbildungsstätten besonders anfällig sind, weil sie unter dem Druck stehen, stets „auf dem neuesten Stand der Missiologie“ zu sein;<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von evangelikalen Missionswerken und Missionaren, die früher vielleicht noch biblische Wege gingen und sich heute unter dem Einfluß der evangelikalen Missiologen neu orientieren – in Richtung Kontextualisierung und sozialpolitisches Engagement;<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von evangelikalen Führern in der Lausanner Bewegung, der Evangelischen Allianz und den einzelnen Gemeinde- und Gemeinschaftsverbänden sowie zahlreiche evangelikale Verlage und Publizisten;<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von evangelikalen Jugendwerken, vollzeitlichen Jugendmitarbeitern, Jugendgemeinden, Jugendgottesdiensten und Jugend-initiativen (z.B. „Initiative Hoffnung“);<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von Gemeindegründungsinitiativen, Gemeindegründungsbewegungen und neu gegründeten Trendgemeinden (z.B. City Churches);<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von Gemeindeleitern, Gemeindemitarbeitern und örtlichen evangelikalen Gemeinden, darunter auch solche, die früher vielleicht eher bibeltreu orientiert waren;<br />
 <br />
* eine wachsende Zahl von einzelnen Christen &#8211; überwiegend, aber nicht nur, aus der jüngeren Generation -, die durch Zeitschriften, Bücher, Konferenzen oder das Internet mit dem missionalen Gedankengut angesteckt wurden.</p>
<p>Auf der Grundlage dieser Lehren hat sich aus der Gemeindewachstumsbewegung („Willow Creek“ u.ä.) ein Netzwerk verschiedener neuer Gemeindebewegungen entwickelt, die den Anspruch haben, die heutigen „postmodernen“ Menschen mit einer neuen, kulturangepaßten Strategie besser zu erreichen. Der radikalere Flügel dieser missionalen Strömung wurde unter der Bezeichnung „Emerging Church“ bereits früher bekannt und hat auch einiges Aufsehen erregt; weniger bekannt ist, daß es von der Lehre und von der Struktur her sehr eng verwandte Gemeindebewegungen gibt, die sich nicht als emergent bezeichnen und doch ganz ähnliche Irrlehren verbreiten und ziemlichen Schaden anrichten.<br />
 <br />
Über diese Gemeinde-Verführungsströmungen berichtet ausführlich mein neues Buch Zerstörerisches Wachstum, das die Geschichte, die Lehren, die wichtigsten Vertreter und die Konzepte dieser Gemeindegründungsbewegungen untersucht und biblisch widerlegt. Auf der Grundlage dieses Buches sollen hier einige Fakten über dieses Netzwerk genannt werden:<br />
 <br />
Ein wichtiges Gremium für die Arbeit dieses Netzwerkes aus verschiedenen Freikirchen, Missionswerken und Gemeindegründungsinitiativen ist die Konsultation für Gemeindegründung. Hier sind zahlreiche evangelikale Gruppen vereinigt, die es sich zum Ziel gesetzt haben, auf der Grundlage der missionalen Falschlehren neue Gemeinden zu gründen; darunter größere Allianzmitglieder wie der Bund Freier Evangelischer Gemeinden und der Baptistenbund (BEFG), aber auch kleinere Initiativen, die teilweise der Emerging Church angehören.<br />
 <br />
Eine bedeutende missionale Initiative, die weithin mit anderen vernetzt ist, trägt den Namen City Mentoring Programm (CMP). Dieses Netzwerk von Mentoren, Gemeinden und Gemeindegründern wurde wesentlich von Dr. Stephen Beck, Dozent an der FTH Gießen, in Zusammenarbeit mit Absolventen der FTH aufgebaut und betreibt Gemeindegründung in mehreren großen Städten. Vom CMP werden u.a. die Gemeindegründungen Berlinprojekt, Soulfire Köln (mit Verbindungen zu Calvary Chapels), Neustadtprojekt (Tochtergemeinde in Neustadt/W. von Chr. Gemeinde Landau), Mosaik Gemeinde Frankfurt (FEGs) und Frankfurt CityChurch betreut.<br />
 <br />
Über verschiedenste Kanäle ist die emergente Bewegung (Emerging Church) in Deutschland mit dem missionalen Gemeindenetzwerk verbunden und darin eigentlich voll integriert. Profilierte Sprecher der Emergenten wie Prof. Reimer und Dr. Tobias Faix, Dr. Peter Aschoff und David Schäfer wirken bei missionalen Initiativen und Veranstaltungen mit. Emergentes Gedankengut wird nicht zuletzt durch den Studiengang „Gesellschaftstransformation“ (MBS Marburg) weitergegeben, dessen Dozentenliste sich wie ein Who’s who der deutschsprachigen emergenten Bewegung liest.<br />
 <br />
Ein wichtiges Ziel der missionalen und emergenten Initiativen ist die Auslösung von kontextualisierten (kulturangepaßten) Gemeindegründungsbewegungen im deutschsprachigen Raum; hier hat der US-Missionar David Watson über die DIM (Deutsche Inland-Mission) und den „Arbeitskreis Wachstum“ der Brüdergemeinden einige irreführende Einflüsse verbreitet. Dabei haben diese Initiativen Rückendeckung von führenden Leuten aus der Evangelischen Allianz und der Lausanner Bewegung. Es ist wichtig, daß wache, bewußte Gläubige über diese Entwicklungen bescheid wissen, die bereits bis in verschiedene bibeltreu geprägte Kreise wie etwa die „Brüderbewegung“ vorgedrungen sind.<br />
 <br />
Es würde zu weit führen, die weitere Entwicklung der verschiedenen Gemeindewachstums-Ansätze im deutschsprachigen Raum genauer zu verfolgen. Wir konzentrieren uns im folgenden auf die aus diesen Anfängen erwachsene missionale Verführungsströmung, die inzwischen der vorherrschende Trend auch in der deutschsprachigen Gemeindewachstumsbewegung ist und auch bei uns als „kulturrelevante“, „gesellschaftsrelevante“ und für jüngere Menschen besonders attraktive Strategie fast überall im Evangelikalismus akzeptiert wird. Diese missionale Bewegung ist eine Herausforderung auch für bibeltreue Gemeinden, in die sie vor allem über die Jugendarbeit und über Gemeindegründungsinitiativen eindringt.<br />
 <br />
Die an der weltweiten Emerging Church-Richtung orientierte emergente Bewegung, die wir zunächst behandeln, ist nur eine besonders aktive und hörbare Unterströmung der missionalen Gemeindeströmung, ihr radikalerer Flügel sozusagen. Die ganze missionale Richtung bringt gefährliche Irreführung und Zerstörung biblischer Gemeinde mit sich. Auch die Strömungen, die sich nicht offen zum emergenten Gedankengut bekennen und sich „evangelikal“ geben, nähren sich von denselben Irrlehren und hören auf dieselben verführerischen Lehrer.<br />
 <br />
Sie alle vertreten die Irrlehren vom gegenwärtigen Reich Gottes, von der trügerischen „Mission Gottes in der Welt“, von der Kontextualisierung und der Auslösung von heidnischen „Insiderbewegungen“. Sie alle sind gegründet in den bibelkritischen Irrlehren der Weltökumene und sind offen für die Verleugnung des Sühnopfers Jesu Christi und Seiner heiligen Person. Sie vertreten ein falsches Evangelium und einen anderen Jesus, auch dort, wo sie sich in ihren Glaubensbekenntnissen noch auf traditionelle evangelikale Formeln berufen und behaupten, sie stünden auf dem Boden der „Evangelischen Allianz“ – dieser „Boden“ ist inzwischen so breit geworden, daß fast jede Irrlehre und Irrströmung darauf „stehen“ kann.<br />
 <br />
Sie alle verkünden das „neue Paradigma“ von der weltzugewandten, weltumarmenden „missionalen Gemeinde“, die ganze Nationen zu Jüngern machen und das Reich Gottes hier in der Welt durch sozialpolitisches Engagement bauen soll. Ihre Parolen lauten heute „sozialdiakonisches Handeln“, „kulturrelevante Gemeinden“ und „Gesellschaftstransformation“. Diese Lehren sind der neueste Trend, das Geheimrezept für „Relevanz“ und „Gemeindewachstum“ im 21. Jahrhundert. Sie werden deshalb von „Neuerern“ und „Katalysten“, die sich innerlich von der biblischen Lehre längst verabschiedet haben, auch in ursprünglich bibeltreue Gemeinden hineingetragen; man will „Gemeinde neu denken“ und „Neues wagen“ – aber das Ergebnis ist Zerstörung und Irreführung.<br />
 <br />
 </p>
<h4>
 </h4>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Veröffentlicht im Dezember 2012 auf www.das-wort-der-wahrheit.de       © 2012  Rudolf Ebertshäuser</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/missional-und-gesellschaftsrelevant-neue-gemeindebewegungen-im-ueberblick/">&#8222;Missional&#8220; und &#8222;gesellschaftsrelevant&#8220;: Neue Gemeindebewegungen im Überblick</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die wichtigsten Strömungen der Gemeindewachstumsbewegung heute</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-wichtigsten-stroemungen-der-gemeindewachstumsbewegung-heute/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Mar 2017 12:42:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2013</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Die Gemeindewachstumsbewegung ist, wie wir schon gesehen haben, heute nicht mehr so klar umrissen und auch nicht mehr so unmittelbar von den Lehren McGavrans geprägt; sie hat sich weiterentwickelt und ist vielfach verwoben mit verschiedenen Strömungen des Evangelikalismus. Wir wollen her einen knappen Überblick über die wichtigsten Unterströmungen heute geben. Dabei ist zu berücksichtigen, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-wichtigsten-stroemungen-der-gemeindewachstumsbewegung-heute/">Die wichtigsten Strömungen der Gemeindewachstumsbewegung heute</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Die Gemeindewachstumsbewegung ist, wie wir schon gesehen haben, heute nicht mehr so klar umrissen und auch nicht mehr so unmittelbar von den Lehren McGavrans geprägt; sie hat sich weiterentwickelt und ist vielfach verwoben mit verschiedenen Strömungen des Evangelikalismus. Wir wollen her einen knappen Überblick über die wichtigsten Unterströmungen heute geben. Dabei ist zu berücksichtigen, daß sich diese Unterströmungen vielfach überschneiden und gegenseitig befruchten und ergänzen. Praktisch alle sind heute geprägt von den liberal-ökumenischen Irrlehren der „missionalen Gemeinde“ und des „Reiches Gottes hier und jetzt“, die wir oben schon erwähnten und im nächsten Abschnitt gründlicher beleuchten.</p>
<p>Grundsätzlich hat die Gemeindewachstumsbewegung schon immer zwei unterschiedliche Schwerpunkte gehabt. Zum einen zielte sie auf die Erneuerung bestehender Kirchen, Gemeinden und Missionsarbeiten im Sinne einer Kontextualisierung und eines effektiven Gemeindewachstums. Zum anderen betonte sie die Notwendigkeit von Gemeindeneugründungen für bestimmte Zielgruppen und empfahl schon seit McGavran die Förderung von massenhaften Gemeindegründungsbewegungen in dafür empfänglichen Volksgruppen. Diese beiden Stoßrichtungen sind auch heute klar erkennbar.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">1. Die Gemeindewachstumsbewegung in den liberalen und evangelikalen Kirchenorganisationen</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Heute haben die allermeisten liberal-ökumenischen Großkirchen des Westens (Presbyterianer, Episkopalkirche, Lutheraner, Methodisten, Baptistenkirchen usw.) wesentliche Impulse der Gemeindewachstumsbewegung aufgegriffen und genutzt, um ihren Niedergang aufzuhalten, der sich in schwindenden Mitgliederzahlen und dahinsiechenden Gemeinden zeigt. Es gibt Verantwortliche für Gemeindewachstum in den Kirchenleitungen; es gibt Seminare und Fortbildungen, Kampagnen und Pilotprojekte, wie man die Attraktivität dieser liberaltheologischen, ökumenischen und vom biblischen Glauben längst abgefallenen Kirchengebilde wieder steigern kann. Dies läßt sich in den USA ebenso wie in England (Anglikanische Kirche) und in verringertem Umfang auch in Europa feststellen. Wieweit das auch für ökumenische Kirchen in der Dritten Welt gilt, entzieht sich meiner Kenntnis.</p>
<p>Führende Vertreter der Gemeindewachstumsbewegung haben bei dieser Renovierung sinkender liberaler Kirchenschiffe bewußt Hilfestellung gegeben; zahlreiche Absolventen der Gemeindewachstumskurse bei Fuller-Seminar arbeiten in solchen Institutionen oder verdienen gutes Geld als Berater solcher Kirchen. Daß „evangelikale“ Theologen in solcher Weise den abtrünnigen Kirchengebilden helfen, zeigt schon, wie weit sie von geistlicher Lauterkeit und Treue entfernt sind. Und daß die pragmatisch-menschengemachten „Wachstumskonzepte“ in abgefallenen Großkirchen sehr gut funktionieren können, zeigt auch schon, daß sie nicht wirklich geistlich oder biblisch sein können.</p>
<p>Auch evangelikal geprägte große Kirchenverbände nutzen die Rezepte der Gemeindewachstumsbewegung intensiv; sie haben entsprechende Fachleute in ihren Vorständen, schulen und beraten örtliche Gemeinden bzw. haben teilweise ehrgeizige Programme für die Neugründung von Gemeinden. Hier tut sich vor allem die <em>Southern Baptist Convention</em> hervor, die größte protestantische Kirche in den USA, die ein relativ starkes Gemeindewachstum zu verzeichnen hat. Die von Rick Warren angeführte Megagemeinde <em>Saddleback Church</em> gehört ebenso zu den Südlichen Baptisten wie die Emerging Church-Gemeinde <em>Mosaic Church</em> von Erwin McManus. Aber auch die Pfingstkirchen (<em>Assemblies of God, Foursquare</em>) sind in bezug auf „Gemeindeerneuerung durch Gemeindewachstum“ sehr aktiv.</p>
<p>Das Hauptziel dieser Strömung ist die Umorientierung bestehender kirchlicher Gemeinden hin auf größeres Gemeindewachstum. Das umfaßt ganz verschiedene Ansätze und Methoden wie zielgruppenorientierte Gottesdienstangebote, die Gründung von Filialgemeinden, Aufteilung in Zellgruppen, selbständige Jugendkirchen, Gründung zielgruppenorientierter Basisgemeinden usw. Diese auf die Erneuerung und bessere Verankerung der Großkirchen ausgerichtete Strömung hat sich in Deutschland vor allem durch die Aktivität von Willow Creek Deutschland und Kirche mit Vision Deutschland etabliert.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">2. Amerikanische Megagemeinden: Willow Creek, Saddleback &amp; Co.</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Initiative zur Neugründung „kulturrelevanter“ Großgemeinden ging wesentlich von der Gemeindewachstumsbewegung aus, wobei hier der Praktiker Robert Schuller als ein erfolgreicher Pionier mit seiner <em>Garden Grove Community Church</em> (später<em> „Chrystal Cathedral“</em>) zusammen mit dem Hochschullehrer C. Peter Wagner eine Schlüsselrolle spielte. Ihr Grundkonzept ist es, durch attraktive, auf eine definierte Zielgruppe ausgerichtete Gottesdienst- und Gruppenangebote „kirchendistanzierte“ Namenschristen anzuziehen. Nebenbei wird dadurch natürlich auch eine große Anzahl von Gemeindewechslern angezogen, die aus anderen Gemeinden abwandern, weil der begabte Prediger und die gekonnte Gottesdienstgestaltung ihrem Geschmack mehr entsprechen.</p>
<p>Der Grundansatz ist also, Menschen in die Gemeinde einzuladen, die durch „kulturrelevante“ Köder angelockt werden sollen (das wird auch als „Komm-Struktur“ bezeichnet). Das steht im Gegensatz zum missionalen Konzept, bei dem die Gemeinde durch zielgruppenorientierte Basiszellen dorthin kommen soll, wo die Menschen sind. Der Megagemeinden-Ansatz hatte recht großen Erfolg unter der Generation der wohlhabenden „Baby-Boomer“ (die geburtenstarken Jahrgänge der 60er Jahre) in den amerikanischen Vorstadtgebieten, aber inzwischen hat die Gemeindewachstumsbewegung auch deutlich die Begrenztheit dieses Konzepts erkannt, weshalb es zunehmend durch neuere, „missionale“ Gemeindegründungsansätze ersetzt oder aber ergänzt wird.</p>
<p>Die „Megagemeinden“ hatten frühe Vorläufer; so waren schon Anfang des 20. Jh. fundamentalistische Großgemeinden entstanden, die sich um besonders beliebte Prediger scharten. Bekannt war etwa die <em>First Baptist Church</em> in Fort Worth, Texas, die unter dem zum Sensationellen neigenden Prediger J. Frank Norris 1919 12.000 Besucher an einem Tag meldete. Bis in die frühen 80er Jahre zählten solche Gemeinden zu den zahlenmäßig größten in den USA.</p>
<p>Eine bedeutsame Rolle spielten auch Pioniere aus der extrem pfingstlerischen Richtung der „Heilungsevangelisten“ &#8211; besonders die sehr erfolgreiche Aimee Semple McPherson, deren Gemeinde <em>„Angelus Temple“</em> in Los Angeles schon 1926 an die 25.000 Besucher pro Woche zählte. Die Entstehung solcher Großgemeinden war auch in der abnehmenden Gemeindebindung und zunehmenden Mobilität vieler Amerikaner begründet; vielfach auch in dem Verlangen vieler Namenschristen, eine gute Show und blendende Prediger zu genießen, die ihnen das erzählen, wonach ihnen die Ohren jucken (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+4%2C3-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 4,3-4</a>).</p>
<p>Im Rahmen der Gemeindewachstumsbewegung wurden nun erstmals die „Erfolgsgeheimnisse“ solcher Megagemeinden mit sozialwissenschaftlichen Methoden erforscht und Konzepte entwickelt, wie man eine solche auf eine bestimmte Zielgruppe optimal ausgerichtete Großgemeinde von Null auf aus dem Boden stampfen kann. Hierbei wurde der bestimmenden Persönlichkeit des „Gründungspastors“ eine entscheidende Rolle zugeteilt. Er sollte die „Vision“ vorgeben und mithilfe von geschickten Marketing- und Managementmethoden der Gemeinde das Gepräge geben, mit dem sie ihre Zielgruppe optimal „bedienen“ kann.</p>
<p>Der Pastor hat in diesem Modell eine von seinen visionären und charismatischen Gaben abgeleitete sehr weitgehende Macht, die im Endeffekt der eines Apostels gleichkommt; in seinem sorgfältig ausgewählten Mitarbeiterteam darf er niemanden dulden, der widerspricht oder eine andere Sicht hat. Wagner, der dieses Modell als Mentor von Rick Warren mit entwickelte, bezeichnet interessanterweise sowohl Willow Creek als auch Saddleback als „apostolische Gemeinden“; er sieht Rick Warren und Bill Hybels als „Apostel“ im Sinne seiner Irrlehren von einer „Neuen Apostolischen Reformation“.</p>
<p>Ein Schlüssel für den Erfolg dieser Megagemeinden lag nicht zuletzt in der geschickten Anwendung des McGavran’schen Prinzips der homogenen Einheit, kombiniert mit seinem Rezept, möglichst jede kulturelle und soziale Barriere wegzuräumen, die es der Zielgruppe schwer machen könnte, sich der Gemeinde anzuschließen. Rick Warren etwa begann seine Gründungsarbeit mit einer sorgfältigen Analyse seiner Zielgruppe, der beruflich erfolgreichen, mobilen, anspruchsvollen „Baby Boomer“-Generation aus den Vororten amerikanischer Großstädte. Warren bezeichnet als sein wichtigstes Erfolgsrezept die Entscheidung, in Saddleback nur moderne Rock- und Popmusik einzusetzen und damit sein Gottesdienstangebot konsequent auf den Geschmack seiner Zielgruppe auszurichten. Ergänzt wurde dies durch das Angebot nützlicher und lebenspraktischer Schulungen und Selbsthilfegruppen, die Hilfestellung und positive Impulse etwa im Berufsleben, in Ehe und Familie versprechen.</p>
<p>Zu dieser „Kontextualisierung“ (Anpassung an die Umgebung) der Strukturen und Arbeitsweisen der Megagemeinde muß notwendigerweise noch die „Kontextualisierung“ der Botschaft kommen; die Verkündigung muß der Denkweise und den Bedürfnissen der Zielgruppe angepaßt werden, wenn eine Gemeinde groß werden soll. Hier verwirklichen die Megagemeinden einen Grundsatz, der hauptsächlich den Lehren Schullers entspringt: In der Gemeinde sollte keine „negative“ Predigt vorkommen, sondern eine positive, optimistische, den Menschen in seinem „Selbstwert“ bestätigende Botschaft.</p>
<p>Der erfolgreiche Prediger einer Megagemeinde darf nicht Sünden bloßstellen und zur Buße rufen. Er soll hauptsächlich positive, aufbauende Botschaften bringen, bestätigende Lebenshilfe; er soll zeigen, was für Vorteile es bringt, wenn man Christ wird. Das wird verbunden mit der Integration charismatischer Lehren und Praktiken, besonders des „Lobpreises“, der seine anziehende und verführerische Wirkung in den vielen charismatischen Großgemeinden erwiesen hatte. Auch mystisch-meditative Elemente der „neuen Spiritualität“ wurden bewußt mit eingebracht.</p>
<p>Die Megagemeinden sind einerseits eindeutig Kinder der Gemeindewachstumsbewegung und wenden auch Gedanken McGavrans an, andererseits ist bei ihnen der Einfluß Wagners stärker, dessen Ideen von der Bedeutung neuer Apostel und „apostolischer Gemeinden“ als Zentren einer charismatisch verstandenen neuen Erweckung und Umformung der Gesellschaft besonders Rick Warren erkennbar beeinflußt haben. Megagemeinden sind in diesem Konzept nicht zuletzt die Machtbasis apostolischer Führer, die dadurch Einfluß auf die ganze Gesellschaft, auf weite christliche Kreise, selbst im Weltmaßstab, bekommen. Das zeigte sich am Beispiel Aimee Semple McPhersons wie auch Robert Schullers oder Yonggi Chos.</p>
<p>In Übereinstimmung mit den unbiblischen Lehren Wagners haben sowohl Rick Warren als auch Bill Hybels weltweite Netzwerke aufgebaut, die unter ihrem Einfluß stehen und Millionen Christen, Tausende von Gemeinden umfassen. Warrens umstrittener PEACE-Plan trägt alle Kennzeichen des „apostolischen“ Handelns nach Wagners Lehren. Warren arbeitet hier übrigens auch mit Konzepten der missionalen Gemeindegründungsbewegungen; der Leiter des PEACE-Plans der Saddleback-Gemeinde ist Curtis Sergeant, der vorher im Rahmen des <em>International Mission Board</em> der <em>Southern Baptists</em> u.a. eine Gemeindegründungsbewegung in China anleitete.</p>
<p>Die Irrlehren der „Neuen Apostolischen Reformation“ gehen davon aus, daß vor allem die Apostel die Macht hätten, das „Reich Gottes“ in allen Bereichen der Gesellschaft (Wirtschaft, Politik und Sozialsektor – der „dreibeinige Stuhl“ Peter Druckers) auszuweiten und die Gesellschaft im christlichen Sinn zu „transformieren“. Dementsprechend ist der Einfluß Hybels und besonders Warrens in der weltlichen amerikanischen Gesellschaft und Politik beachtlich; die Megapastoren werden als Berater der Regierung gerufen, als Referenten in Managementkongressen geschätzt und in weltlichen Zeitschriften mit großer Aufmerksamkeit bedacht. Besonders Warren wird als „America’s Pastor“ bezeichnet und zum Nachfolger von Billy Graham aufgebaut.</p>
<p>Ansonsten bleibt noch anzumerken, daß die allermeisten Megagemeinden weltweit wie auch in den USA eindeutig ein pfingstlerisch-charismatisches Gepräge haben und von der praktisch absoluten Machtposition einzelner „apostolischer“ Leiter wie auch von teilweise massiven heidnisch-magischen Irrlehren gekennzeichnet werden. Fast überall werden die Mitglieder durch ein straff gelenktes Kleingruppensystem erfaßt und kontrolliert. Diese Gemeinden wachsen teilweise krebsartig und in schwindelerregende Größenordnungen (Yonggi Chos Gemeinde soll über 800.000 Mitglieder haben), aber dieses Wachstum ist eindeutig krankhaft und auf die Manipulation und Verführung der Menschen aufgebaut.</p>
<p>Es ist aber auch wichtig, zu wissen, daß in den letzten Jahren auch in den Kreisen der Gemeindewachstumsbewegung eine deutliche Ernüchterung in bezug auf die Megagemeinden eingetreten ist. Inzwischen wird zunehmend offen gesagt, daß ihr Wachstum hauptsächlich dadurch zustandekam, daß sie unzufriedene Christen aus anderen Gemeinden abzogen. Es wird auch kritisch angemerkt, daß der riesige finanzielle Aufwand mit großen Gebäuden und teilweise über hundert vollzeitlichen Mitarbeitern diese Gemeinden gefährdet, wenn das Spendenaufkommen zurückgeht. es wird auch offen angesprochen, daß diese Gemeinden von Ausnahmepastoren abhängen, für die nur schwer Nachfolger von ähnlichem Format gefunden werden können. Doch die Schlußfolgerung aus diesen kritischen und z.T. auch selbstkritischen Einsichten ist nicht etwa Buße und Umkehr zu biblischen Prinzipien, sondern eine Öffnung und Neuausrichtung auf die missionalen Verführungslehren und die Emerging Church-Bewegung, über die wir später noch mehr hören werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">3. Die Emerging Church als Gemeindewachstums-Strategie für die Postmodernen</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch die heute immer einflußreicher werdende Strömung der <em>Emerging Church</em> hat ihre Wurzeln zumindest teilweise in der Gemeindewachstumsbewegung. Sie wurde entwickelt und gefördert als kulturrelevante Bewegung für die jüngere „Generation X“, die nach den Baby Boomers kam und durch die Rezepte der Megagemeinden nicht wirksam angezogen werden konnte. Entsprechend dem McGavran’schen Prinzip der homogenen Einheit kamen die Gemeindewachstums-Experten dahin, jede Generation innerhalb der westlichen Kultur und darunter wieder zahlreiche Untergruppen als „homogene Einheit“ anzusehen, die jeweils mit einem eigens für sie zugeschnittenen Typ von Gemeinde erreicht werden müßte.</p>
<p>Die „Generation X“ wurde nun so dargestellt, daß sie mit dem Ansatz der heutigen „modern“ programmierten Megagemeinden nicht gut angesprochen werden könnte, weil sie vom Denken und Lebensgefühl der „Postmoderne“ geprägt sei. Das beinhaltet das Empfinden, daß es gar keine absolute Wahrheit geben kann, daß alle Wahrheit nur relativ sei und es viel mehr auf das Gefühl, die mystische Eingebung ankomme als auf den Verstand und die Logik.</p>
<p>Im postmodernen Denken findet eine Skepsis gegenüber Technik, Systematik und Machbarkeit ihren Ausdruck, der Rückzug ins Subjektive und Mystische, in die überschaubare Kleingruppe, verbunden mit einer subjektiven Auswahl von Bruchstücken von Sinngebung und Philosophie, Religiosität und Weltanschauung, Kunst und Lebensstil aus dem heute weltweit verfügbaren Kulturenmosaik.</p>
<p>Dementsprechend wurde eine „neue Generation von Leitern“ durch Schulungen, Gesprächsrunden und „Coaching“ herangezüchtet, die die zukunftsorientierte Gemeindeform des 21. Jahrhunderts entwickeln sollten. Für diese neue Gemeindegeneration entwickelte man den Namen „Emerging Church“ („die neu aufkommende, sich neu herausbildende Gemeinde“); andere Bezeichnungen sind „emergent conversation“, „Kirche der Postmoderne“ oder „missionale Gemeinde“.</p>
<p>Diese Strömung ist fast vollständig von den neueren „missionalen“ Irrlehren geprägt (vgl. weiter unten in diesem Buch). Anstelle der klassischen „Komm-Struktur“ (Fernstehende werden eingeladen, in die Gemeinde zu kommen) wird eine der <em>„Missio Dei“</em> entsprechende „Geh-Struktur“ befürwortet: Gemeinschaften sollen in den Lebensbereichen der Zielgruppe entstehen und an die Kultur dieser Zielgruppe soweit wie möglich angepaßt sein.</p>
<p>Die neue Gemeindestruktur besteht überwiegend aus untereinander vernetzten Kleingruppen, die für die Subkulturen der jüngeren Generation „relevant“ sein sollten. Sie sollten nicht von einem quasi-apostolischen „Führungspastor“ dominiert werden, sondern von demütig-unautoritativ auftretenden<em> „servant leaders“</em> (dienenden Leitern), die mit psychologischer Beeinflussung andere formen und fördern sollten (<em>facilitators, coaches, mentors</em>); das entspricht den Erkenntnisse des New Age und einiger davon beeinflußter führender Managementschulen; dazu wurde vielfach der uralte katholische Begriff des „Spirituellen Führers“ und der spiritual formation ins Spiel gebracht.</p>
<p>Das theologische Fundament dieser neuen Art von Gemeinden wurde ebenfalls noch einmal deutlich verändert gegenüber dem, was die Megagemeinden zumindest nach außen hin verkündeten. Dort blieb man im großen und ganzen im theologischen Rahmen des Evangelikalismus; das beinhaltete allerdings auch schon („gemäßigte“) Bibelkritik, charismatische Lehren und ökumenische Offenheit, neben anderen Irrlehren wie „positivem Denken“ à la Schuller.</p>
<p>In dieser neuen Bewegung wurde jedoch unter dem Vorwand, die postmodernen Skeptiker ansprechen zu wollen, eine radikale Form von Bibelkritik, ökumenisch-liberaler Theologie und Missiologie zugrundegelegt, die in dieser Form das bisher Übliche hinter sich ließ und eigentlich den offenen Bruch mit den Grundlehren der Bibel bedeutet.</p>
<p>In der Emerging Church herrscht die Irrlehre der „narrativen Theologie“ vor, die in der Bibel einfach nur eine große Geschichte sieht, eine bedeutungsvolle Geschichte, die dem Menschen helfe, Sinn und Orientierung zu finden, die aber subjektiv so oder so gedeutet werden könne und keine absolute Wahrheit, keine Lehre und keine Anweisungen enthalte. Die Inspiration und Irrtumslosigkeit der Bibel wird zumeist offen verworfen oder aber so beliebig umgedeutet, daß die Begriffe sinnentleert sind. Gott wird in völlig unbiblischer Weise als nur bedingungslos liebend bezeichnet; er übt kein Gericht und kennt keinen Zorn, nur liebende Annahme.</p>
<p>Die Aussagen über den Herrn Jesus Christus sind in liberalen Nebel gehüllt; Seine Gottheit wird vielfach in Frage gestellt der umgedeutet. Vor allem wird Sein vollkommenes Sühnopfer verdeckt oder offen verleugnet und damit der Kern des biblischen Evangeliums. Gott habe den Menschen einfach so vergeben; er habe kein Sühnopfer im Sinne einer stellvertretend von Christus getragenen Strafe benötigt.</p>
<p>Es wird mehr oder weniger offen eine Allversöhnung bzw. ein Inklusivismus verkündet, nachdem die Menschen alle schon erlöst und ins „Reich Gottes“ einbezogen sind, auch wenn sie nicht an Christus glauben. Buße, Bekehrung und Neugeburt aus dem Geist werden als unnötig beiseitegesetzt oder aber nach dem Vorbild der liberalen Ökumeniker so umgedeutet, daß der biblische Gehalt völlig verschwunden ist.</p>
<p>Andere Religionen haben nach den Irrlehren der Emerging Church auch einen Anteil an göttlicher Wahrheit; nachdem ja alle Wahrheit relativ ist und die Bibel angeblich auch nur etwas Wahrheit enthält, geht es nicht mehr um Bekehrung der Hindus, Buddhisten oder Moslems vom Götzendienst, sondern um gleichberechtigten Dialog in gemeinsamer Suche nach der Wahrheit. Die Emerging Church ist also nicht nur radikal ökumenisch mit einer starken Hinwendung zur römischen Kirche, sondern auch konsequent bereit zur Religionsvermischung. Das hängt auch damit zusammen, daß in ihr die Mystik einen hohen Stellenwert hat, und zwar sowohl in ihrer heidnischen Spielart (Yoga, Zen), als auch in ihrer römisch-katholischen Spielart (Ignatius von Loyola; Bruder Lorenz, Madame Guyon; Thomas Merton; Henri Nouwen).</p>
<p>Wesentlich für die Emerging Church ist die „Reich-Gottes“-Irrlehre, auf die wir unten noch zu sprechen kommen: die Gemeinde sei berufen, das „Reich Gottes“ hier und jetzt zu verwirklichen durch spirituelle, soziale und politische Aktivitäten. Das Reich Gottes sei umfassender als die Gemeinde; Gott wirke bereits überall in der Welt, in allen Religionen und Kulturen, und die Gemeinde müsse nur in dieses Wirken und die „Mission Gottes“ (<em>missio dei</em>) einsteigen („missional aktiv werden“) und sich völlig mit der umgebenden Kultur eins machen („inkarnatorisch“ wirken). Es gehe nicht um Buße und Bekehrung des Einzelnen im Sinne des biblischen Evangeliums, sondern ganze Gemeinschaften müßten „transformiert“ und in das „Reich Gottes“ hineingebracht werden; es geht um „Gesellschaftstransformation“ durch „spirituell-soziale Aktion“.</p>
<p>In der Emerging Church wurden bewußt bibelkritische, liberaltheologische Irrlehren aufgegriffen und ausgestaltet. Die Theologen, auf die sie sich berufen, sind praktisch alle dem liberalen Lager zuzuordnen: Karl Barth, Jürgen Moltmann, Ernst Brueggemann, Miroslav Volf, Lesslie Newbigin, David Bosch, Norman T. Wright. Sie sind überwiegend Liberale mit „konservativen“ Akzenten, grenzen sich gegen extrem-liberale Lehren ab, verkünden aber selbst ebenso falsche Lehren, die lediglich einen etwas orthodoxeren Anstrich haben.</p>
<p>Interessanterweise hat Newbigin die Gemeindewachstumsbewegung verschiedentlich kritisch erwähnt, weil sie zu „gemeindezentriert“ und zuwenig „reichsorientiert“ sei, und diese Kritik wird von vielen aus der Emerging Church geteilt; sie grenzen sich von der Zahlenorientierung und dem Pragmatismus etwa der Megagemeinden ab, aber selbst vertreten sie noch unbiblischere Lehren und gehören objektiv zum weiteren Kreis der Gemeindewachstumsbewegung dazu.</p>
<p>Die Emerging Church-Bewegung ist bewußt vielgestaltig, offen für alle möglichen Verbindungen, als undogmatischer Dialog ohne Grenzen und Denktabus ausgelegt worden. Sie vereinigt Elemente der Mystik, des New Age und der weltlichen (postmodernen) Philosophie mit einer zeitgerecht aufgemachten Mischung von Irrlehren der liberalen Theologie, der ökumenischen Bewegung und des älteren Neoevangelikalismus. Sie ist ausgesprochen intellektualistisch angehaucht und wird der jüngeren Generation (30-40jährige) pseudochristlicher Bibelschüler, Theologiestudenten und Gemeindemitarbeiter aus dem Spektrum des Evangelikalismus getragen.</p>
<p>Auffällig ist, wie viele führende Leute früher in charismatischen Gemeinden, besonders der Vineyard-Bewegung, waren. Ihr Gedankengut verbreitet sich durch Bücher, mehr aber noch durch das Internet mithilfe zahlreicher „Blogs“ (Internet-Tagebücher, in denen Texte, Videos und Audiovorträge, eigene und fremde Gedankensplitter und Kommentare veröffentlicht und von deren kommentiert werden).</p>
<p>Die Emerging Church ist vielfältig mit der Bewegung der Megagemeinden und auch mit den anderen Unterströmungen vernetzt; sowohl Rick Warren als auch Bill Hybels haben prominente Sprecher der neuen Bewegung eingeladen und empfohlen (So sprach Anfang 2011 der Emerging Church-Irrlehrer Rob Bell in Deutschland auf einem Willow-Creek-Jugendkongreß). Sie haben auch zahlreiche lehrmäßige und personelle Querverbindungen mit den neuen „organischen“ Gemeindegründungsbewegungen (Alan Hirsch etwa bewegt sich in beiden Kreisen).</p>
<p>Unter den liberalen Evangelikalen werden sie überwiegend freundlich aufgenommen und vielfach als „Gemeinde der Zukunft“ aktiv gefördert, auch in Deutschland. In gewisser Weise sind sie eine „kulturrelevante“ und religionsvermischende Gemeindegründungsbewegung für die Länder der „christlich-abendländischen Kultur“. Man hört auf sie und unterstützt sie, weil sie ganz dem Denkansatz der missionalen Gemeindewachstumsbewegung entsprechen, verschiedene Zielgruppen mit angepaßten (kontextualisierten) Gemeindemodellen zu erreichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
<span style="color: #800000;">4. „Missional-organische“ Gemeindegründungsbewegungen</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein weiterer bedeutungsvoller und rasch wachsender Zweig, der aus dem Stamm der Gemeindewachstumsbewegung entsprang, sind die neuen Gemeindegründungsbewegungen (engl.: <em>church planting movements</em>). Die Mehrzahl ist bewußt gewählt, denn hier handelt es sich nicht um eine einheitliche Bewegung, sondern um ein Netzwerk zahlreicher miteinander verflochtener Gemeindegründungsbewegungen.</p>
<p>Diese Bewegungen grenzen sich mehr oder minder deutlich von der Strategie der Megagemeinden ab und setzen dagegen auf die bewußte Züchtung kleiner, sich rasch vermehrender Zellgemeinden, die von apostolisch arbeitenden „Visionären“ und „Strategen“ in bestimmten Zielgruppen (homogenen Einheiten) gepflanzt werden. Diese Gemeindegründungsbewegungen greifen entsprechende Vorstellungen McGavrans neu auf und folgen dem Vorbild früherer Massenbewegungen (<em>„people movements“</em>).</p>
<p>Diese Bewegungen wurden stark gefördert von Führern und Lehrern wie Ralph Winter und seinem <em>U.S. Center for World Mission</em>, Jim Montgomery und seiner <em>DAWN-Bewegung</em> („Discipling A Whole Nation“) sowie Ralph Neighbour und Robert Logan. Heutige Lehrer mit großem Einfluß in diesen Bewegungen sind u.a. Neil Cole, Ed Stetzer, Wolfgang Simson, David Garrison und Alan Hirsch.</p>
<p>Ihr Ziel entspringt der unbiblischen Reich-Gottes-Irrlehre, nach der es Gottes Plan sei, hier und heute Sein Reich auszuweiten auf alle Völker, indem ganze Völker zu Jüngern gemacht würden, was nur möglich ist durch Massenbewegungen, die diese Völker, Stämme und Volksgruppen „christianisieren“, statt auf individuelle Bekehrung und Wiedergeburt hinzuarbeiten. Diese Bewegungen sind zumeist stark vom charismatischen Irrgeist und seinen unbiblischen Lehren durchdrungen. Aber auch die ökumenische „missionale“ Irrlehre hat ihren Eindruck hinterlassen.</p>
<p>Ein Zweig der Gemeindegründungsbewegungen arbeitet vorwiegend unter unerreichten Volksgruppen, d.h. schwer zugänglichen, bisher noch kaum oder gar nicht evangelisierten Volksgruppen in Asien, Afrika und Lateinamerika; der Schwerpunkt liegt hier in Asien. Hier liegt ein Bereich, der besonders durch Ralph Winter, sein Institut für Weltmission und eine Reihe damit verbundener Einrichtungen gefördert wird.</p>
<p>Eine andere wichtige Einrichtung, die diese Bewegungen gefördert hat, ist das <em>Board of Mission</em> der Southern Baptists. Sie haben seit den 90er Jahren eine ganze Reihe von apostolisch arbeitenden Missionaren („Strategiekoordinatoren“) eingesetzt, die bewußt und gezielt lokale Gemeindegründungsbewegungen in einzelnen Volksgruppen in Gang zu setzen versuchten.</p>
<p>Hier sind führende Leute David Garrison und David Watson, der sich inzwischen von den <em>Southern Baptists</em> unabhängig gemacht hat. Eine andere, verwandte Gruppierung ist die 1983 von Greg Livingstone gegründete charismatisch orientierte Mission<em> Frontiers</em>, die in islamischen Ländern und Volksgruppen arbeitet und dabei verführerische „Kontextualisierungs“methoden einsetzt.</p>
<p>Ein verwandter Zweig besteht in verschiedenen offen charismatisch-apostolisch arbeitenden Netzwerken der Hauskirchen-Bewegung (<em>house church movement</em>), die besonders in England und den USA wirksam ist. Diese Bewegung ist gekennzeichnet durch extremcharismatische Lehren und teilweise straffe Leitung durch apostolisch auftretende Führer. Diese Strömung lehnt großenteils jede kirchlichen Leitungsstrukturen, aber auch die biblische Ältestenschaft ab und orientiert sich an einem charismatisch-apostolischen Leiterschaftsmodell.</p>
<p>Ein etwas pragmatischer orientierter Zweig dieser Gemeindegründungsbewegungen ist mit evangelikalen Kirchenverbänden (Denominationen) in den USA verbunden und strebt neue Gemeindegründungen im Rahmen bestehender Kirchenverbände an, um besondere Zielgruppen zu erreichen (Subkulturen und Volksgruppen in bestimmten Regionen oder Großstädten). Dazu gehört auch Tim Keller mit seiner Redeemer Presbyterian Church in New York.</p>
<p>Eine sehr aktive, wenn nicht führende Rolle in dieser Strömung scheinen die <em>Southern Baptists</em> zu spielen, und einer ihrer Sprecher ist Ed Stetzer, ein ehemaliger Professor und aktiver Gemeindegründer, der eine führende Position im Rahmen des <em>North American Mission Board</em> der <em>Southern Baptist Convention</em> innehat. Diese Strömung unterhält freundschaftliche Verbindungen auch zu Rick Warren. Auch bei dieser Strömung ist die „missionale“ Irrlehre der liberalen Ökumeniker voll einbezogen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein gekürzter Auszug aus dem Buch von Rudolf Ebertshäuser: <strong><em>Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</em></strong></p>
<p>
Hier können Sie den ausführlicheren Beitrag herunterladen, aus dem dieser Auszug stammt:</p>
<p>
<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/die-entstehung-und-die-geistlichen-wurzeln-der-gemeindewachstumsbewegung/"><strong>Die Entstehung und die geistlichen Wurzeln der &#8222;Gemeindewachstumsbewegung&#8220;</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auf dieser Webseite können Sie einen ausführlichen Auszug aus diesem Buch herunterladen:</p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gemeindegruendungsbewegungen-gemeindewachstumskonzepte-neue-missionslehren-unter-den-evangelikalen-eine-stellungnahme-aus-bibeltreuer-sicht/"><strong>Gemeindegründungsbewegungen &#8211; Gemeindewachstumskonzepte &#8211; neue Missionslehren unter den Evangelikalen. Eine Stellungnahme aus bibeltreuer Sicht</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4>Weiterführende Literatur:</h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser:<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/10/zerstoererisches-wachstum-buchinfo/"><em><strong> Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern.</strong></em></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 3. Aufl. 2015; gebunden, 544 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2008/08/aufbruch-in-ein-neues-christsein-buchinfo/"><em><strong>Aufbruch in ein neues Christsein? Emerging Church &#8211; Der Irrweg der postmodernen Evangelikalen.</strong> </em></a>Steffisburg (Edition Nehemia) 2008, Taschenbuch, 256 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/soll-die-gemeinde-die-welt-veraendern-buchinfo/"><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das &#8222;Soziale Evangelium&#8220; erobert die Evangelikalen.</em></strong></a> Steffisburg (Edition Nehemia) 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/kulturrelevante-missionale-gemeinden-buchinfo/">Kulturrelevante / Missionale Gemeinden. überblick + durchblick 3</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <strong><em><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2013/11/emerging-church-emergente-bewegung-buchinfo/">Emerging Church / Emergente Bewegung. überblick + durchblick 1</a>.</em> </strong>Steffisburg (Edition Nehemia) 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Diese Bücher können Sie bei Ihrem christlichen Buchhändler bestellen. Sie erhalten es u.a. für die Schweiz bei der <a href="https://www.edition-nehemia.ch/"><strong>Edition Nehemia</strong></a>, für Deutschland und Österreich bei der <a href="https://www.samenkorn.shop/"><strong>Versandbuchhandlung Samenkorn</strong></a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-wichtigsten-stroemungen-der-gemeindewachstumsbewegung-heute/">Die wichtigsten Strömungen der Gemeindewachstumsbewegung heute</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
