<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Buchbesprechungen Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
	<atom:link href="https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/notiert-kommentiert/buchbesprechungen/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/notiert-kommentiert/buchbesprechungen/</link>
	<description>Biblische Aufklärung über endzeitliche Irreführungen</description>
	<lastBuildDate>Tue, 29 Oct 2019 17:55:17 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.4</generator>

<image>
	<url>https://das-wort-der-wahrheit.de/wp-content/uploads/2019/12/favicon-dwdw-45x45.png</url>
	<title>Buchbesprechungen Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
	<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/kat/notiert-kommentiert/buchbesprechungen/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>„Keine Kompromisse“ –  ein zwiespältiges Buch über ein wichtiges Thema</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2019/03/keine-kompromisse-ein-zwiespaeltiges-buch-ueber-ein-wichtiges-thema/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2019 20:25:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausgewählte Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Geistliche Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext]]></category>
		<category><![CDATA[David Platt]]></category>
		<category><![CDATA[Keine Kompromisse]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=5068</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Missionsauftrag der Gemeinde und seine Verwirklichung in unserer Zeit &#160; Das Buch „Keine Kompromisse“ des amerikanischen Pastors David Platt ist auf jeden Fall ein bemerkenswertes Buch. Es ist sehr herausfordernd geschrieben und spricht manche Wahrheiten aus, die von vielen anderen Verfassern verschwiegen werden. Man kann verstehen, daß manche Brüder aus der kleinen Schar der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2019/03/keine-kompromisse-ein-zwiespaeltiges-buch-ueber-ein-wichtiges-thema/">„Keine Kompromisse“ –  ein zwiespältiges Buch über ein wichtiges Thema</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Der Missionsauftrag der Gemeinde und seine Verwirklichung <br />
in unserer Zeit</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Buch <em>„Keine Kompromisse“</em> des amerikanischen Pastors David Platt ist auf jeden Fall ein bemerkenswertes Buch. Es ist sehr herausfordernd geschrieben und spricht manche Wahrheiten aus, die von vielen anderen Verfassern verschwiegen werden. Man kann verstehen, daß manche Brüder aus der kleinen Schar der bibeltreuen Christen es wärmstens empfehlen. Auf der anderen Seite enthält es meiner Überzeugung nach einige schwerwiegende Fehldeutungen der biblischen Lehre und gewisse Empfehlungen, die viele Leser in die Irre führen können. Man versteht daher, daß auch ökumenisch irregeführte moderne Evangelikale und Vertreter falscher kontextualisierter Missionslehren dieses Buch wärmstens empfehlen (dazu weiter unten).</p>
<p>Es ist ein sehr zwiespältiges, schillerndes Buch. Ich habe schon relativ viele Bücher gelesen und auch schon manche Buchbesprechung geschrieben, aber selten eines gefunden, in dem Licht und Schatten so vermischt waren wie in diesem. Ich dachte zunächst nicht daran, darüber etwas zu schreiben; als ich aber sah, wieviele aufrichtige, vor allem junge Geschwister auch aus bibeltreuen Kreisen dieses Buch als Erweckungsbotschaft lesen und weiterempfehlen, wurde mir deutlich, daß doch darauf hinweisen sollte, daß dieses Buch einige Probleme enthält und nicht ungeprüft und ohne Vorbehalte als hilfreiche Erweckungsbotschaft aufgenommen werden kann.</p>
<p>Der Verfasser des Buches, der amerikanische Theologe David Platt aus der evangelikalen Freikirche der Südlichen Baptisten, wurde 1978 geboren und hat das besprochene Buch mit dem englischen Titel <em>Radical</em> geschrieben, als er etwa 31 Jahre alt war. Er wurde, wie er selbst schreibt, mit 26 Jahren zum leitenden Pastor einer großen Gemeinde, <em>Church at Brook Hills</em> in Birmingham, Alabama, und man rühmte ihn als den „jüngsten Mega-Gemeinden-Pastor aller Zeiten“ (7). Von 2014 bis 2018 war er Präsident des <em>International Mission Board</em> der Südlichen Baptisten, einer der größten Missionsgesellschaften der Welt (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/David_Platt_(pastor)). Inzwischen ist er übrigens Leitender Pastor einer noch größeren Mega-Gemeinde, der <em>McLean Bible Church</em> in Virginia.</p>
<p>Zunächst möchte ich dem Verfasser unterstellen, daß er ein ernsthafter Christ ist, der es aufrichtig meint und der dieses Buch aus der persönlichen Betroffenheit über die extremen Widersprüche geschrieben hat, mit denen er als erfolgreicher Pastor einer amerikanischen Mega-Gemeinde konfrontiert war, als er die Realität des Christseins in der „Dritten Welt“ kennenlernte, wo Armut und Verfolgung zu einem radikal anderen Lebensstil führen, als er es in den reichen USA gewohnt war.</p>
<p>Das führt ihn zu einer in vielem durchaus berechtigten Kritik an dem wohlstandsorientierten und ichbezogenen Christsein, das allzuviele Gläubige (wie auch Scheinchristen) in der evangelikalen Kreisen führen. Vieles davon ist besonders auf die USA zugeschnitten und existiert hier in Europa nur in abgeschwächter Form, aber vieles müssen auch wir Christen in Europa uns sagen lassen.</p>
<p>Platt appelliert an seine Leser, sich wieder „radikal“, kompromißlos auf die Lehren des Herrn Jesus zu besinnen, der Seine Jünger dazu aufruft, alles zu verkaufen und zu verlassen und hinaus in alle Welt zu gehen, um allen Völkern des Evangelium zu bringen. Dieser Ruf, so argumentiert er, gelte jedem gläubigen Christen im Westen, und man hätte die Radikalität dieses Rufes unzulässig abgeschwächt und von sich ferngehalten.</p>
<p>Ich möchte nun versuchen, die Aussagen dieses Buches in kurzen Zügen darzustellen und deutlich zu machen, welche Aussagen berechtigt und bedenkenswert sind und welche Aussagen bedenklich sind und meines Erachtens im Widerspruch zu der gesunden Lehre der Bibel stehen. Dabei verzichte ich auf umfassende Zitate und Nachweise und gebe vielfach nur einige Belegstellen mit Seitenangabe der deutschen Ausgabe an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">1. Unbequeme Wahrheiten: Wo Platt Richtiges sagt und zu recht Kritik an heutigen evangelikalen Christen übt</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für einen Pastor einer amerikanischen Mega-Gemeinde ist es erstaunlich, daß Platt zahlreiche unangenehme Wahrheiten über den Zustand vieler evangelikaler Gemeinden in den USA ausspricht, die ansonsten eher von bibeltreuen Kritikern des modernen Evangelikalismus zu hören sind. Er äußert diese berechtigte Kritik in erster Linie aus der Perspektive eines Vergleichs mit verfolgten Hausgemeinden in China und anderen Ländern der „Dritten Welt“, was in manchem nicht ganz den unterschiedlichen Verhältnissen der Gemeinde Jesu Christi in diesen so unterschiedlichen Umgebungen gerecht wird. Immerhin: viele seiner Aussagen legen den Finger in echte Wunden.</p>
<p>* Platt macht deutlich, daß der Herr Jesus Christus (leider redet Platt fast durchgängig von Ihm nach neo-evangelikaler Art als von „Jesus“, ohne Seinen Hoheitstitel zu gebrauchen) ganz bewußt keine populäre, weichgespülte Botschaft verkündet hatte, die den Massen seiner Zuhörer schmeichelte. Stattdessen verkündete Er einige harte Wahrheiten, die dazu angetan waren, viele Nachfolger abzuschrecken (vgl. 7-8). Er wollte Echtheit, nicht große Zahlen. Dagegen wird heute vielfach ein billiges, weichgespültes „Evangelium“ verkündet, das an der Wahrheit vorbeigeht. Das stellt Platt völlig zu recht fest.</p>
<p>* Platt zeigt, daß die Nachfolge Jesu Christi Selbstverleugnung, nicht Selbstverwirklichung zur Grundlage hat. Er betont, daß Opfer und Leiden zum echten Christsein dazugehören, und das ist wahr (15-17; 159-177). Er zeigt, daß die Erkenntnis der überwältigenden Gnade Gottes eine radikale Ganzhingabe unseres Lebens an unseren Herrn und Erlöser zur Folge haben sollte. Er kritisiert die Ichbezogenheit vieler Christen, denen es vor allem darum geht, daß es ihnen selbst gut geht und alles ihren Bedürfnissen entspricht (71).</p>
<p>* Platt kennzeichnet zutreffend die Einstellung vieler heutiger Christen zu Geld und Besitz als unbiblisch und im Widerspruch zur Lehre des Herrn stehend. Er zeigt, daß der Traum vieler Christen darin besteht, einen guten Job mit gutem Verdienst zu bekommen, eine nette Ehefrau und Familie, ein schönes Haus, ein tolles Auto (oder mehrere), und dann im Laufe der Jahre immer mehr davon – einen besser bezahlten Job, ein schöneres Haus, ein teureres Auto … Wohlstand und Luxus werden in gewissem Sinn als Ergebnis des Segens Gottes aufgefaßt, den man bedenkenlos genießen kann. Auch wenn diese Ausführungen in manchem vor allem auf die amerikanische Kultur abzielen (der „American Dream“), ist vieles davon mit Abstrichen auch auf unsere mitteleuropäischen Verhältnisse übertragbar. Platt zeigt demgegenüber, daß Christus vielfach davon sprach, daß wir unseren Besitz um Seinetwillen aufgeben sollen und unser Herz nicht daran hängen dürfen. (Daß Platt hierbei m. E. übertreibt und unausgewogen lehrt, behandle ich unten unter Punkt 2b.)</p>
<p>* Platt kritisiert zu recht die Methodik der Gemeindewachstumsbewegung, mit Plänen, Programmen, großen Events und aufwendiger Ausstattung viele Menschen in große, teure Gemeindegebäude zu locken, um sie dort mit oberflächlichen Predigten und Lobpreismusik zu unterhalten (49-51).</p>
<p>* Platt gelingt eine in vielem klare und eindrückliche Darstellung biblischer Wahrheiten, so etwa der Herrlichkeit und Gnade Gottes, aber auch Seiner Heiligkeit und Seines Zornes (32-33), oder der Wahrheiten des Evangeliums, welche die ewige Verdammnis der Sünder und die Rettung allein durch den persönlichen Glauben an Jesus Christus einschließen (141-154).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">2. Schiefe Aussagen und irreführende Appelle: <br />
Weshalb Platts Buch problematisch ist</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Leider stehen diesen richtigen und wahren Aussagen des Buches nach meiner Überzeugung auch einige sehr energisch vorgebrachte falsche Aussagen gegenüber, die zumindest biblisch weniger gefestigte Leser in die Irre führen können. Aus diesem Grund möchte ich versuchen, diese Aussagen etwas genauer zu beleuchten und zu zeigen, wie ein biblisch ausgewogener Standpunkt zu den angeschnittenen Themen aussehen könnte (Unterstreichungen in den Zitaten von RE). Wer die hier geäußerten Hinweise gründlicher verfolgen und nachprüfen möchte, den möchte ich auf meine Bücher verweisen, in denen er ausführliche Belege und biblische Argumente zum Thema findet:</p>
<p><strong><em>Zerstörerisches Wachstum. Wie falsche Missionslehren und verweltlichte Gemeindebewegungen die Evangelikalen unterwandern </em></strong> Edition Nehemia Steffisburg  3. erw. Aufl. 2015; Gebunden, 544 S.</p>
<p><strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern? Das „Soziale Evangelium“ erobert die Evangelikalen. </em></strong>Edition Nehemia Steffisburg 1. Aufl. 2014, Taschenbuch, 276 S.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #800000;">a. Muß jeder Christ in alle Welt gehen und Jünger machen? Eine falsche Auslegung des Missionsbefehls</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine grundlegende These des Buches ist es, daß der Missionsbefehl von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+28+&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 28 </a><em>jedem Christen</em> gilt, daß also jeder einzelne Gläubige auf der ganzen Welt berufen ist, hinauszugehen in alle Welt und alle Völker zu Jüngern zu machen, indem er sie tauft und lehrt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Deshalb befiehlt uns Jesus, zu gehen. <u>Er hat jeden von uns geschaffen, um die Gute Nachricht bis an die Enden der Erde zu tragen.</u> Und ich bin überzeugt, daß alles außer radikaler Hingabe an dieses Ziel unbiblisches Christentum ist. (66)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Tatsächlich hat Jesus selbst uns nicht einfach berufen, zu allen Völkern zu gehen; er hat uns geschaffen, <u>und uns befohlen, zu allen Völkern zu gehen</u>. Doch wir haben seinen Befehl genommen und ihn auf einen Ruf reduziert – einen Ruf, den nur wenige Leute bekommen. (73)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir nehmen das Versprechen Jesu in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apostelgeschichte+1%2C8%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apostelgeschichte 1,8,</a> daß der Geist uns bis an die Enden der Erde führen wird, und sagen: „Das ist nur für einige Leute“. Aber wir nehmen Jesu Versprechen in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+10%2C10%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 10,10,</a> daß wir überfließendes Leben haben werden, und wir sagen: „Das gilt mir.“ Im Laufe der Zeit haben wir unnötigerweise (und in unbiblischer Weise) eine Trennungslinie gezogen und die Verpflichtungen des Christseins einigen wenigen Leuten zugeordnet, während wir die Privilegien des Christseins für uns alle festhalten. Dadurch entscheiden wir uns, andere Leute zu senden, um auf das globale Ziel des Christseins hinzuarbeiten, während der Rest von uns sich zurücklehnt, da „wir dazu einfach nicht berufen sind“. (74)</p>
<p style="padding-left: 30px;"><u>Jeder gerettete Mensch diesseits des Himmels schuldet das Evangelium jedem Menschen diesseits der Hölle.</u> (75)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Denn die Bibel lehrt von der ersten bis zur letzten Seite, daß die ganze Gemeinde – nicht nur ausgewählte Individuen, sondern die ganze Gemeinde – dazu geschaffen ist, der ganzen Welt die gesamte Herrlichkeit Gottes widerzuspiegeln. <u>Weil jeder einzelne Mann, jede Frau, jedes Kind in meiner Gemeinde dazu gedacht ist, die Völker zu Ehre Christi zu beeinflussen.</u> (78)</p>
<p><em> </em></p>
<h4><span style="color: #800000;">Platts Aussagen müssen an der gesunden Lehre der Apostel geprüft werden</span></h4>
<p>Soweit Platts Aussagen. Wir wollen diese nun anhand der biblischen Lehre prüfen und sehen, inwieweit sie gefährliche Einseitigkeiten und Verzerrungen enthalten. Die Irrtümer in Platts Buch folgen einem unter den modernen Evangelikalen sehr verbreiteten Schema. Man zieht einseitig die Aussagen des Herrn in den Evangelien heran und bezieht sie direkt auf die Gläubigen in der Heilszeit der Gemeinde, ohne die Lehre der neutestamentlichen Briefe dabei zu berücksichtigen.</p>
<p>Das ist ein grundlegender Fehler. Jede gründliche und heilsgeschichtlich ausgewogene Auslegung der Evangelien muß berücksichtigen, daß die Reden des Herrn an Seine Jünger zunächst wirklich <em>ihnen</em> galten, den jüdischen Jüngern des auf die Erde gekommenen Messias. Diese Reden enthielten noch nicht den entfalteten Ratschluß des Herrn für die Gemeinde als neue, damals noch zukünftige Heilskörperschaft. Diesen kündigt der Herr für die Zeit nach Pfingsten an:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Noch vieles hätte ich euch zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+16%2C12-13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 16,12-13</a>)</strong></em></p>
<p>Der Apostel Paulus bezeugt später, daß ihm in besonderer Weise der Ratschluß Gottes in bezug auf das Geheimnis der Gemeinde anvertraut worden war (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+3%2C2-10%3B+Kol+1%2C25-27&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 3,2-10; Kol 1,25-27</a>). Das hätten die jüdischen Jünger damals nicht verstanden; es wäre für ihren konkreten Auftrag in Israel auch nicht wesentlich oder hilfreich gewesen. Zugleich sind diese Ausführungen auch wichtig für die messiasgläubigen jüdischen Jünger, die sich nach der Entrückung der Gemeinde bekehren werden (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+7%2C1-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 7,1-8</a>), und die der Herr in den Evangelien ebenfalls anspricht (vgl. die Ausführungen des Herrn in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C15-51%3B+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,15-51; </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+13%2C5-23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 13,5-23</a>; <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lukas+21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lukas 21</a>).</p>
<p><strong>Wir finden also die Anweisungen des Herrn für die Gläubigen der Gemeindezeit vor allem in den Briefen des Neuen Testaments. Im Licht dieser Briefe sollten wir auch die Lehren unseres Herrn in den Evangelien auf uns anwenden, die in erster Linie den jüdischen Jüngern gegeben waren und die noch einmal eine besondere Bedeutung für den messiasgläubigen Überrest der Juden haben werden, der sich nach der Entrückung der Gemeinde bekehren wird.</strong></p>
<p><strong>Das bedeutet NICHT, wie manche „Ultradispensationalisten“ lehren, daß die Evangelien gar nicht für die Gläubigen der Gemeinde gelten würden; das ist einseitig und entschieden abzulehnen (was ich an <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/02/zaehlen-fuer-uns-nur-die-paulusbriefe-gefahren-einer-ueberzogenen-schriftteilung/">anderer Stelle</a> begründet habe). Es bedeutet, daß wir die Evangelien mit dem richtigen heilsgeschichtlichen Verständnis lesen und ihre Aussagen mit der Lehre der Apostel „im Hinterkopf“ auf unsere Situation übertragen und anwenden sollen.</strong></p>
<p>Viele Aufforderungen des Herrn galten zunächst eindeutig nur Seinen Jüngern (d.h. den Aposteln), so etwa der Befehl zur Evangelisation mit Zeichen und Wundern in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 10</a> (wobei das die Charismatiker ja bestreiten und ihn auch auf sich beziehen – vgl. aber <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+10%2C5-6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 10,5-6</a>). Fast niemand jedoch setzt heute die konkreten Anweisungen des Herrn in bezug auf die Kleidung, Geldbeutel und den Verzicht auf Schuhe wortwörtlich um (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+10%2C9-10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 10,9-10</a>); jeder versteht, daß dies Besonderheiten der damaligen Zeit waren.</p>
<p>Auch die Aufforderung zur Nachfolge, verbunden damit, alles zu verlassen, richtet der Herr nicht an alle damaligen Gläubigen; an bestimmten Stellen sehen wir, daß er bekehrte Gläubige ausdrücklich nach Hause oder anderswohin schickt, damit sie dort ein Zeugnis sind (vgl. z.B. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+1%2C43%3B+2%2C11%3B+5%2C19%3B+8%2C26%3B+Lk+7%2C50%3B+Lk+8%2C39%3B+14%2C4&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 1,43; 2,11; 5,19; 8,26; Lk 7,50; Lk 8,39; 14,4</a>). Bei anderen, etwa bei den zwei Blinden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+9%2C30&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 9,30</a>), bei Zachäus (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+19%2C9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 19,9</a>) oder dem Obersten der Synagoge (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+5%2C43&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 5,43</a>) finden wir zumindest keine Aufforderung, alles zu verlassen und Ihm nachzufolgen. Lazarus, Nikodemus und Joseph von Arimathia sind weitere Beispiele hierfür.</p>
<h4> </h4>
<h4><span style="color: #800000;">Wem gilt der Missionsbefehl?</span></h4>
<p>Das ist eine nicht ganz einfache Frage für die bibeltreuen Ausleger des Wortes; man kann darauf unterschiedliche Antworten hören. Aber wir können sicherlich sagen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Der Missionsbefehl galt unmittelbar zunächst den <em>elf Aposteln</em>, die ihn hörten, und sie haben ihn, wie <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+16%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 16,20</a> belegt, in ihrer Zeit auch in einem gewissen Sinn ausgeführt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Dann gilt der Missionsbefehl ganz sicher auch den <em>jüdischen Messiasjüngern</em> der kommenden Zeit, die nach der Entrückung der Gemeinde noch einmal ein Zeugnis von dem bald kommenden König Jesus Christus unter den Völkern ausbreiten und eine wunderbare Ernte einfahren werden (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 7</a>).</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Drittens gilt der Missionsbefehl <em>allen Boten des Evangeliums in der jetzigen Heilszeit, die als „Evangelisten“ eine Gabe des erhöhten Herrn an die Gemeinde sind</em> (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+4%2C11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 4,11</a>) und berufen sind, über den Rahmen der örtlichen Gemeinde hinaus das Evangelium weltweit auszubreiten. Sie sollen alle Völker durch die Verkündigung des Evangeliums lehren und unter ihnen Jünger machen und diesen den ganzen Ratschluß Gottes vermitteln.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Viertens gilt er <em>in einer allgemeinen Weise auch der ganzen Gemeinde Jesu Christi, jeder örtlichen Gemeinde und jedem einzelnen Gläubigen. </em>Wir sind berufen, soweit wie möglich an dem weltweiten Werk des Herrn zur Ausbreitung des Evangeliums teilzunehmen, es zu unterstützen durch Gebete und Gaben, durch Aussendung von vollzeitlichen Evangelisten und (evt. teilzeitlichen) Helfern. Selbstverständlich ist jeder Gläubige berufen, das Evangelium in seinem Lebensumfeld nach Kräften zu bezeugen und auszubreiten. Dazu braucht es keinen besonderen Ruf, wohl aber, um auf die weltweiten Missionsfelder hinauszugehen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* <em>Definitiv falsch ist Platts Aussage, dieser Missionsbefehl würde es allen Gläubigen der Gemeindezeit zur Pflicht machen, in alle Welt hinauszugehen und alle Völker zu Jüngern zu machen.</em> Die Bibel lehrt zwar, daß jeder Christ ein <em>Zeuge</em> Jesu Christi sein soll, aber nicht, daß jeder Christ berufen wäre, als „Missionar“ oder „Evangelist“ aus seinem Lebensumfeld wegzugehen und unter anderen Völkern das Evangelium auszubreiten. Das gilt schon deshalb, weil die Aufgabe des Lehrens eine gewisse geistliche Reife und Festigung im Wort erfordert und Junggläubige das nicht können (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jak+3%2C1%3B+1Tim+3%2C6&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jak 3,1; 1Tim 3,6</a>). Auch ist das Lehren im Prinzip den Brüdern vorbehalten; Schwestern sollen dies nicht tun (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+2%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 2,12</a>). Zudem aber zeigen die Briefe des NT, daß diese Aufgabe den <em>Evangelisten</em> vorbehalten ist und nicht allen Gläubigen; dazu siehe unten.</p>
<p>Wie kommen wir zu einer solchen Auslegung? Ist das nicht eine willkürliche Beschränkung, wie David Platt meint? Nun, eine grundlegende Bedingung biblisch gesunder Auslegung ist es, daß <em>alle</em> Aussagen der Schrift zu dem behandelten Thema angemessen berücksichtigt und einbezogen werden müssen, damit es nicht zu Einseitigkeiten oder Fehlschlüssen kommt. Das hat Platt mißachtet und kommt deshalb zu falschen Aussagen.</p>
<p>Kurz gesagt, hat Platt den Fehler gemacht, den auch viele falsche Lehrer der Gemeindewachstumsbewegung begangen haben: Er hat sich einseitig auf die Lehren des Herrn in den Evangelien gestützt, ohne die Lehren des Herrn für die Gemeinde in den Apostelbriefen angemessen zu berücksichtigen. Das führt zwangsläufig zu irreführenden Behauptungen, die den betroffenen Gläubigen und den Gemeinden schaden. Deshalb wollen wir das Bild von Evangelisation, wie es die Briefe des Neuen Testaments zeigen, kurz darstellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Mission und örtliche Gemeinden in den Briefen des NT</span></h4>
<p>In Briefen des NT finden wir die Lehre des erhöhten Herrn für Seine Gemeinde. Hier legen die Apostel dar, wie nach Gottes Ratschluß im Heilszeitalter der Gnade die Ausbreitung des Evangeliums stattfinden soll. Ganz kurz zusammengefaßt können wir die Lehre des NT so umreißen:</p>
<p>Die Gemeinde Jesu Christi hat Teil an dem weltweiten Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums, indem der Herr aus ihrer Mitte Evangelisten (Boten des Evangeliums, „Missionare“) beruft, die als Gabe dem ganzen Leib gegeben sind und überörtlich, im Prinzip weltweit, wirken (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+4%2C8-16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 4,8-16</a>). Diese Evangelisten wirken unter der Leitung des Hauptes an dem weltweiten Werk des Herrn zur Ausbreitung des Evangeliums, unterstützt vom Dienst der Hirten und Lehrer und von den verschiedenen örtlichen Gemeinden (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+13%2C1-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 13,1-4</a>). Ein wesentliches Ziel der Evangelisation ist die Gründung gesunder örtlicher Gemeinden, die die weitere Ausbreitung des Evangeliums in ihrer Region übernehmen und das Zeugnis des Evangeliums in ihrem Volk festigen; ein Musterbeispiel dafür ist Antiochia, aber auch Ephesus (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+19%2C10%3B+1Thess+1%2C8&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 19,10; 1Thess 1,8</a>).</p>
<p>Die allermeisten Gläubigen haben den Auftrag, an ihrem Ort bzw. in ihrem Land/ihrer Region zu bleiben und dort die örtlichen Gemeinden zu stärken, etwa durch Ältestendienst, Diakonendienst, Fürbitte usw. (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+3%2C1-13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 3,1-13</a>). Die örtlichen Gemeinden sind Gottes Ratschluß, wie das Evangelium ein beständiges, den Herrn verherrlichendes Zeugnis in allen Völkern verankert werden kann; dazu müssen sie gestärkt und im Wort Gottes und der gesunden Lehre gefestigt werden (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+11%2C21-26%3B+16%2C5&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 11,21-26; 16,5</a>).</p>
<p>Gott beruft aus ihrer Mitte begabte Gläubige in das Werk der weltweiten Evangeliumsverbreitung, die dann auch alles verlassen, hinausgehen sollen, wohin der Herr sie sendet, ähnlich den Jüngern/Aposteln (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+16%2C1-3%3B+2Tim+2%2C3-6%3B+1Kor+9%2C1-14&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 16,1-3; 2Tim 2,3-6; 1Kor 9,1-14</a>). <em><u>Dazu braucht es einen klaren, besonderen Ruf Gottes, entgegen allen falschen Lehren, die von schwärmerischen Brüdern ausgebreitet werden. Ein solcher Dienst ist voller Gefahren und hoher geistlicher Herausforderungen und verlangt deshalb Bewährung, Reife und eine Ausrüstung und Zubereitung vom Herrn.</u></em> Die örtlichen Gemeinden unterstützen dieses Werk durch ihre Gebete und Gaben (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Phil+1%2C5%3B+4%2C15-16&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Phil 1,5; 4,15-16</a>) und durch ausgesandte Gläubige, die zeitlich begrenzte Helfer der Evangelisten sein können (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+16%2C17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 16,17</a>).</p>
<p>Dieses Muster sehen wir in allen Briefen des NT widergespiegelt. In diesen Briefen finden wir keinerlei Appelle an <em>alle</em> Gläubigen, alles zu verlassen und zu verkaufen, überallhin zu gehen und überall Jünger zu machen (diesen Begriff finden wir in den Briefen ohnehin nicht mehr). Stattdessen finden wir hingegebene Brüder, die über Jahre in der örtlichen Gemeinde als Älteste und Diakone dienen sollen. Das sind nicht ungeistliche, ungehorsame Feiglinge, die versäumt haben, zu gehen, sondern sie sind genauso berufene Diener des Herrn wie die Evangelisten, nur an einer anderen, ebenso wichtigen Front.</p>
<p>Das Evangelium muß eben nicht nur in die Weite ausgebreitet werden, sondern es muß auch an jedem Ort in der Tiefe verankert werden, sodaß sein Zeugnis, wenn nötig, über mehrere Generationen hinweg erhalten bleibt; das ist die Aufgabe der örtlichen Gemeinde, die in Gottes Ratschluß in dieser Heilszeit einen zentralen Platz einnimmt. In dieser Weise ist das beständige Zeugnis des Evangeliums durch die Glieder einer örtlichen Gemeinde ebenso ein Beitrag zur Erfüllung des Missionsauftrags, und das noch stärker, wenn es örtlichen Gemeinden gelingt, das Evangelium zu Angehörigen anderer Völker oder Volksgruppen zu bringen, die bei ihnen leben.</p>
<p><strong>Zudem hat die Gemeinde und haben wir alle einzelne Gläubige nicht nur den Auftrag, das Evangelium auszubreiten, so wichtig dieser Auftrag ohne jeden Zweifel ist, sondern wir haben auch den Auftrag, Gott anzubeten als heilige Priester (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+4%2C23-24%3B+1Pt+2%2C5.10&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 4,23-24; 1Pt 2,5.10</a>), und das im Rahmen der örtlichen Gemeinde, die eine Wohnstätte Gottes ist (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+2%2C21-22&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 2,21-22</a>), und wir haben den Auftrag, mitzuwirken an der Erbauung und Festigung der Heiligen in unserer örtlichen Gemeinde (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+4%2C12-16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 4,12-16</a>). Zur Erfüllung dieser beiden Aufträge müssen auf jeden Fall die Gläubigen, die zu diesem Werk berufen sind, <em>bleiben</em> statt zu gehen, sonst sind sie Gott ungehorsam!</strong></p>
<p>Wenn die unausgegorenen Lehren Platts und anderer stimmen würden, dann hätte es keine stabile örtliche Gemeinde z.B. in Ephesus geben können, weil alle „geistlichen“, „radikalen“ Gläubigen überallhin ausgeschwärmt wären, um „Jünger zu machen“. Nur die „ungeistlichen“ Leute hätten eine Versammlung in ihrem Haus beherbergen können (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+16%2C5%3B+Kol+4%2C15&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 16,5; Kol 4,15</a>), weil die „geistlichen“ alle ihre Häuser verkauft hätten, um nach China zu reisen. Davon lesen wir aber gar nichts in den Briefen.</p>
<p>Wenn Platts Theorien stimmen würden, dann müßte man doch von dem Apostel Paulus, dem wahrscheinlich größten und brennendsten Missionar aller Zeiten, erwarten, daß er in seinen Briefen und in der Apostelgeschichte immer wieder allen Gläubigen die Notwendigkeit, in alle Welt hinauszugehen, ans Herz legt und sie dringlich dazu auffordert! Doch das ist überhaupt nicht der Fall; er ermuntert sie vielmehr zu einem treuen Dienst in ihren örtlichen Gemeinden. Umgekehrt betont er immer wieder, auch gegenüber Timotheus, daß der Dienst am Evangelium auf der Grundlage einer besonderen Gnadengabe und Berufung erfolgt (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+1%2C1-5%3B+15%2C15-16%3B+Eph+3%2C6-9%3B+1Thess+2%2C3-4%3B+1Tim+2%2C7%3B+2Tim+1%2C6-11%3B+2%2C1-6&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 1,1-5; 15,15-16; Eph 3,6-9; 1Thess 2,3-4; 1Tim 2,7; 2Tim 1,6-11; 2,1-6</a>).</p>
<p><strong>Es muß noch einmal in Liebe klar gesagt werden: Wer hinausgeht, um das Evangelium zu anderen Völkern zu tragen, braucht einen klaren, bestimmten Ruf Gottes dazu; er muß wissen, daß er zu diesem Werk berufen und beauftragt ist und von Gott auch die entsprechenden Gnadengaben erhalten hat. Solche Gläubige müssen im Glauben gefestigt und in der örtlichen Gemeinde bewährt sein, keine Neulinge und auch keine labilen, eigenwilligen Leute ohne Gemeindebewährung.</strong></p>
<p><strong>Wer ohne diese Voraussetzungen auf das „Missionsfeld“ geht, der läuft Gefahr, empfindlichen Schaden zu erleiden oder auch Schaden anzurichten. Mehrfach wurde mir von Praktikern des Missionsfeldes bestätigt, daß eine der schlimmsten Probleme auf dem Missionsfeld die vielen Leute ohne Berufung und geistliche Bewährung sind, die sich dort aufhalten.</strong></p>
<p>Platts schwammige Behauptungen über den „Gottes globalen Plan von den Anfängen bis heute“ (S. 63-84) entsprechen so nicht der biblischen Lehre; sie entstammen auch nicht heilsgeschichtlich-dispensationalistischem Denken, sondern sind dem von John Piper beeinflußten calvinistischen Denkansatz verpflichtet (Platt ist Ratsmitglied der <em>Gospel Coalition</em> (<a href="https://www.thegospelcoalition.org/?s=david+platt">https://www.thegospelcoalition.org/?s=david+platt</a>) und arbeitet auch bei <em>Together for the Gospel</em> mit John Piper zusammen).</p>
<p>Platt sagt nicht klar, was nach seiner Auffassung Gottes „globales Ziel“ (72) bzw. der „globale Plan Christi“ (73) beinhalten. Diese unklaren Formeln sind jedenfalls schwammig genug, um auch die modernen Irrtümer der „Missio Dei“, der angeblichen gesellschaftsbezogenen „Mission Gottes“ mit einzubeziehen; manche von Platts Formulierungen tendieren bedenklich in die Richtung der ökumenischen Missio-Dei-Lehren, die ja auch von anderen neocalvinistischen Autoren heute übernommen wurden. Sehr befremdend ist aus bibeltreuer Sicht auch die Behauptung Platts, daß alle ca. 2 Milliarden Namenschristen mehr oder weniger als evangelisiert oder gar errettet gelten könnten (140). Auch wenn er das an einer anderen Stelle einschränkt (77), unterschlägt er hier, daß die Masse der Namenschristen aus der katholischen bzw. orthodoxen Kirche und den liberalen evangelischen Kirchen weder wirklich evangelisiert noch errettet ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #800000;">b. Jüngerschaft im Schneeball-System und ständig vervielfältigende Gemeinden – </span><br />
<span style="color: #800000;">fragwürdige Missionskonzepte aus der missional-charismatischen Ecke</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Ausbreitung des Evangeliums ist immer und zu allen Zeiten das <em><strong>„Werk des Herrn“</strong></em> (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+16%2C10%3B+Apg+15%2C38&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 16,10; Apg 15,38</a>) gewesen und nicht das Werk von Menschen. Angesichts der Milliarden unbekehrter Menschen heute ist es nur verständlich, wenn Gläubige, wie auch Platt, überwältigt sind von der Größe der Herausforderung, das Evangelium zu allen Völkern zu bringen. Doch auch hier gilt: <em><strong>„Bei den Menschen ist es unmöglich, aber bei Gott sind alle Dinge möglich!“</strong></em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+19%2C26%3B+vgl.+Mk+10%2C27%3B+Lk+18%2C27&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 19,26; vgl. Mk 10,27; Lk 18,27</a>). Wir müssen der Versuchung widerstehen, angesichts der überwältigenden Aufgabe nach menschengemachten Methoden zu greifen.</p>
<p>Der Herr ist es, der Seine Werkzeuge erwählt, ausrüstet, aussendet und zu den Orten leitet, wo sie zur rechten Zeit (dem <em>kairos</em>) für Ihn Frucht bringen können (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+13%2C1-4%3B+14%2C27&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 13,1-4; 14,27</a>). Es ist Seine Herrlichkeit, daß er Seine Werkzeuge so anleitet und gebraucht, daß Seine Ziele zu Seiner Zeit erreicht werden. Seine Wege sind oftmals für den Menschenverstand verschlungen, seltsam, „unlogisch“. Seine Werkzeuge erscheinen oftmals schwach; sie mühen sich scheinbar an ungeeigneten Orten, sehen vielleicht zunächst keine oder wenig Frucht, und doch ist es der souveräne Herr, der alle Dinge zusammenwirken läßt zu Seinem Ziel und Seiner Ehre.</p>
<p>Doch besonders im 20. und 21. Jahrhundert haben liberale und evangelikale Missionstheologen versucht, menschliche Methoden zu entwickeln, die darauf zielen, die gigantische Aufgabe des Missionsbefehls möglichst effektiv und systematisch zu erledigen, um möglichst große Massen von Menschen zu „Christen“ zu machen. Dazu haben sie Organisations- und Managementprinzipien weltlicher Wirtschaftsunternehmen herangezogen, aber auch gewisse „Prinzipien“ und „Methoden“, die sie aus der Bibel ableiteten.</p>
<p>Doch bei diesen „biblischen Prinzipien“ müssen wir vorsichtig sein und sie genau prüfen. Sie werden uns nicht durch die Apostelbriefe gelehrt, sondern sie sind zumeist aus den Evangelien abgeleitet. Das gilt insbesondere auch von der Methode des „Jüngermachens“, die Platt begeistert in seinem Buch verkündet; sie finden sich in dem Kapitel „Gemeinschaft, die sich vervielfältigt“ (85-104).</p>
<p>Platts grundlegende These ist, daß es die Strategie des Herrn sei, das Evangelium durch „Jüngermachen“ in alle Welt auszubreiten, wobei auch dieses „Jüngermachen“ jedem einzelnen Christen aufgetragen sei. Platt übernimmt hier offenkundig weitgehend die unbiblischen Strategien der sich selbst multiplizierenden Gemeindegründungsbewegungen, wie sie von gewissen leitenden Mitarbeitern des <em>International Mission Board (IMB)</em> der Südlichen Baptisten, vor allem von David Garrison und David Watson, entwickelt wurden (vgl. dazu die Kritik in meinem Buch <em>Zerstörerisches Wachstum</em>, S. 239-317). Platt schreibt u.a.:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><u>Die Mega-Strategie Jesu: Jünger machen.</u> (89)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn Jüngermachen der Plan Christi ist und die Beteiligung daran für uns alle offen ist <u>und von uns allen erwartet wird</u>, wie setzen wir ihn dann um?“ (92)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Um zu sehen, was dazugehört, wollen wir noch einmal über diese Abschiedsworte nachdenken,<u> die Jesus an seine Jünger gerichtet hat – und an dich und an mich. Wir sollen gehen und alle Völker zu Jüngern machen.</u> Dann sollen wir sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen. Und wir sollen ihnen beibringen, allem zu gehorchen, was Jesus befohlen hat. All das zusammen sind die Mittel, um immer mehr Menschen hervorzubringen, die seine Gnade genießen und seine Ehre weltweit vermehren. (92-93)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Jünger zu machen ist ganz anders. Während christliche Quarantäne einschließt, Christen zu isolieren und ihnen beizubringen, gut zu sein, <u>bedeutet Jüngermachen, sie in die Welt hinauszutreiben, um ihr Leben um anderer willen zu riskieren. Jetzt ist die Welt unser Fokus.</u> Und wir messen Erfolg nicht mehr daran, wieviel Hunderte und Tausende wir in unsere Gebäude bekommen. Sondern an den Hunderten und Tausenden, die unsere Gebäude verlassen, um die Welt gemeinsam mit den Jüngern zu erreichen, die sie machen. (…) <u>Eine Gemeinschaft von Christen, in der jeder in der Umgebung, in der er lebt, das Evangelium vervielfältigt, indem er geht, tauft und lehrt. Ist irgendetwas anderes aus biblischer Sicht überhaupt Gemeinde zu nennen?</u> (103-104)</p>
<p>Auf den ersten Blick klingen Platts Äußerungen recht plausibel. Doch wenn wir sie anhand der Lehren der Bibel genauer prüfen, sieht die Sache anders aus. Der Herr hat in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+28&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 28</a> das Gebot erlassen, daß Seine Beauftragten aus allen Völkern Jünger machen (oder nach anderer Übersetzung: alle Völker lehren) sollten. Doch dieser Auftrag gilt nicht jedem Christen.</p>
<p>Nicht jeder Gläubige hat den Auftrag, zu taufen; der Apostel Paulus etwa hatte ihn nicht und taufte nur, wenn es in der Pioniersituation unbedingt erforderlich war (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+1%2C14-17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 1,14-17</a>). Es hat auch nicht jeder Gläubige den Auftrag, zu lehren; dafür ist ein gewisser Grad an Reife und Kenntnis der Heiligen Schrift nötig, und Frauen sollten dies an Männern auch nicht tun (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+2%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 2,12</a>). In der Gemeinde setzt das Lehren überdies eine Gnadengabe voraus, die auch nicht jeder hat (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+12%2C7%3B+Jak+3%2C1&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 12,7; Jak 3,1</a>).</p>
<p>So ergibt ein Blick in die Lehrbriefe des NT, daß der Auftrag des Herrn nicht allen Gläubigen wortwörtlich gelten kann. Das gilt aber auch für das Gebot „Geht hin!“ In den Briefen des NT finden wir ein klares Muster: Normalerweise ist der von Gott gegebene Platz eines Gläubigen in der örtlichen Gemeinde. Die allermeisten Gläubigen sollen dort Gott dienen, indem sie Ihn anbeten, an der Erbauung der Heiligen mitwirken und das Evangelium in ihrem Lebensumfeld bezeugen.</p>
<p>Hinzugehen und alle Völker zu lehren und Jünger zu machen ist die Aufgabe der berufenen Evangelisten (Evangeliumsboten; vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+4%2C11%3B+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 4,11; </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+21%2C8%3B+2Tim+4%2C5&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 21,8; 2Tim 4,5</a>). Diese überörtlich wirksame Gnadengabe ist nur bestimmten Männern gegeben, die Gott beruft. Dagegen finden wir nirgends in der Schrift, was Platt aufgrund einiger Verführungslehren wie selbstverständlich vorgibt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Wir finden nirgends in der Schrift, daß alle Gläubigen in alle Welt gehen und dort „Jünger machen“ sollten. Der Kreis des Evangeliumszeugnisses war für die meisten Gläubigen ihr persönlicher Lebensbereich.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Wir finden nirgends in der Schrift, daß jeder berufen sei, so schnell wie möglich nach seiner Bekehrung möglichst viele „Jünger zu machen“, diese zu lehren und zu taufen. In den Briefen des NT taucht der Begriff des „Jüngermachens“ (<em>mathèteuo</em>) gar nicht mehr auf, ebensowenig der Begriff „Jünger“ (<em>mathètès</em>) selbst. Jeder Gläubige soll ein Zeuge Jesu Christi in seinem Lebensumfeld sein. Wenn sich Menschen bekehren, werden sie von der Gemeinde weitergeführt, d.h. oftmals von reiferen, in der Lehre gefestigten Gläubigen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Wir finden nirgends in der Schrift, daß Gottes Ziel ein möglichst rasches Wachstum durch „Multiplikation“ sei, also exponentielles Wachstum im „Schneeballsystem“; das ist eine Erfindung weltlicher Managementgurus. Das rasche Wachstum der Jerusalemer Gemeinde geschah übrigens durch die Predigten des Petrus und der Apostel und nicht durch „Vervielfältigung“ der 120 Jünger. Natürlich wuchsen die Gemeinden auch durch Neugründung von Gemeinden in umliegenden Städten, aber ein Hinweis auf ein System der „Selbstmultiplikation“, wie es Platt fordert, fehlt, geschweige denn, daß dies in den Briefen des NT gelehrt würde.</p>
<p>Die Ausführungen von Platt erinnern sehr stark an die falschen Lehren von Garrison und Watson über „Gemeindegründungsbewegungen“, und einige Hinweise lassen vermuten, daß der Besuch bei verfolgten Christen am Anfang des Buches bei solchen charismatisch gefärbten „Zellgruppen“ aus China stattfand, von denen auch Garrison berichtet (vgl. <em>Zerstörerisches Wachstum</em>, S. 264-269). David Garrison und David Watson waren führende Mitarbeiter des IMB, mit dem Platt ebenfalls eng verbunden ist (vgl. die Zitate aus meinem Buch <em>Zerstörerisches Wachstum</em> im Anhang).</p>
<p>Der Bezug zu diesen Lehren Garrisons wird auch dadurch untermauert, daß sich in Platts Buch einige Anklänge an charismatische Vorstellungen finden: Er erwähnt u.a. Evangelisation mit Krankenheilungen und Dämonenaustreibungen so, als sollten diese auch heute stattfinden (53). In diese Richtung geht auch sein Aufruf zu einer „verzweifelten Suche nach der Kraft des Geistes“ (54; 60). Dazu ein Zitat aus <em>Zerstörerisches Wachstum</em> über die Kennzeichen der vom IMB betreuten Gemeindegründungsbewegungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Typische Kennzeichen der Gemeindegründungsbewegungen laut beteiligten Missionaren: „Ihre Art von Dienst ist näher an dem dran, was wir im Neuen Testament finden. Sie heilen die Kranken, treiben die Dämonen aus, und teilen in ihrer Armut mit anderen Notleidenden“. Garrisons Kommentar: „Das klingt ziemlich gesund“ (198). „Göttliche Demonstrationen von Gottes Macht durch Heilungen, Dämonenaustreibungen und Wunderzeichen (…) sie sind in den heutigen Gemeindegründungsbewegungen gut vertreten“ (211). Sehr viele kommen aufgrund von Heilungserlebnissen zum „Glauben“. „Ein Freund kam kürzlich aus Bihar in Indien zurück. ‚Ich habe etwa 50 Gläubige interviewt’, sagte er. ‚Jeder von ihnen kannte Jesus zuerst als Heiler, bevor er ihn als Retter kannte.’“(233). (Rudolf Ebertshäuser, <em>Zerstörerisches Wachstum</em>, S. 267)</p>
<p>Im Wikipedia-Eintrag über Platt wird erwähnt, daß er Anhänger der charismatischen Falschlehre ist, nach der die Offenbarungs- und Zeichengaben auch heute noch wirksam seien („David Platt holds to a continuationist view“ Wikipedia engl. „David Platt“ – 7.2.19). Laut <em>Christianity Today</em> war es Platt, der als Präsident des IMB die Vorschrift abschaffte, daß Missionare des IMB nicht Zungenreden praktizieren dürfen. Er selbst behauptet in einem YouTube-Vortrag, es gäbe noch echtes Zungenreden, auch wenn er es nicht praktiziere (<a href="https://www.youtube.com/watch?v=gRTp_JS_5sU">https://www.youtube.com/watch?v=gRTp_JS_5sU</a>).</p>
<p>Platt hält sich von Äußerungen zurück, die offene Anhänger der missionalen Gemeindegründungsbewegungen vielfach machen, daß man mit der Strategie multiplizierender Kleingemeinden ganze Völker und alle Welt „zu Jüngern machen“ könne – er widerspricht ihnen aber auch nicht. Was auf jeden Fall unbiblisch ist und die Tür für die „Missio-Dei“-Irrlehren öffnet, ist seine Behauptung, wir könnten mit dieser Strategie der Jüngermultiplikation „die Welt verändern“ (S. 83; 86; 91).</p>
<p style="padding-left: 30px;">Es klingt idealistisch, ich weiß. „Die Welt bewegen.“ Aber klingt es nicht auch biblisch? Gott hat uns geschaffen, um mit unserem Leben ein radikal weltweites Ziel zu erreichen, das Gott zutiefst ehrt. (83)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Egal in welchem Land wir leben, welche Fähigkeiten wir besitzen, welche Ausbildung wir haben und wie viel wir verdienen, Jesus hat uns allen befohlen, Jünger zu machen. Und das ist das Mittel, mit dem wir die Welt verändern werden. (86)</p>
<p>Zumindest muß man sagen, daß die von Platt beworbene Strategie des multiplizierenden Jüngermachens unbiblisch ist und sich nicht klar von den missionalen Irrlehren abgrenzt, die ihr täuschend ähnlich sind. Tatsache ist, daß in Platts Buch die nüchterne Einordnung unserer Bemühungen um die Evangelisation in den Horizont der biblischen Endzeitschau fehlt. Wir können diese dem Gericht entgegengehende Welt nicht „erschüttern“ oder „verändern“. Wir dürfen nicht davon ausgehen, daß sich Milliarden Menschen bekehren und diese Welt christlich wird.</p>
<p>Das prophetische Wort lehrt uns klar, daß diese Welt immer gottloser werden wird und sich nur eine herausgerufene Minderheit bekehren wird (vgl. dazu u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+7%2C13-14%3B+Lk+13%2C23-24%3B+Lk+17%2C24-30&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 7,13-14; Lk 13,23-24; Lk 17,24-30</a>). Das soll unsere Bemühungen um Evangelisation in keiner Weise dämpfen, aber alle unbiblischen Erwartungen untergraben die echte Evangelisation, statt sie zu fördern.</p>
<p>Platt läßt es zumindest offen, ob man durch „Jüngermachen“ vielleicht tatsächlich eine „veränderte“, „christianisierte“ Welt schaffen könnte. Das aber ist eine gefährliche Verführung. Sein Buch erinnert in vielem an die illusionäre und verführerische Kampagne der ökumenischen Missionsbewegung am Anfang des 20. Jahrhunderts, die unter der Losung stand: „Die Evangelisation der Welt in dieser Generation!“ (vgl. dazu mein Buch <em>Zerstörerisches Wachstum</em>, S. 36-37). Das hängt auch damit zusammen, daß Platt stark von gewissen unbiblischen neocalvinistischen Lehren John Pipers beeinflußt ist, die den nüchternen biblischen Lehren des Dispensationalismus widersprechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #800000;">c. Muß jeder konsequente Christ alles verkaufen und den Armen geben? </span><br />
<span style="color: #800000;">Eine einseitige Auslegung der biblischen Lehren über Besitz</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zu den aufwühlendsten und herausforderndsten Aussagen von Platts Buch gehören diejenigen, welche das Thema „Reichtum und Armut“ behandeln. Auch hier legt der Verfasser in vielem seinen Finger in offene Wunden und spricht vieles Berechtigte an. Es ist ganz gewiß wahr, daß viele Gläubige in den USA und Europa allzu selbstverständlich ihren relativen Reichtum und einen hohen Standard von Komfort oder gar Luxus genießen, ohne sich genügend zu fragen, ob Gott ihnen dies alles nicht auch anvertraut hat, um damit Sein weltweites Werk und auch Seine Gemeinde in ärmeren Regionen der Erde zu unterstützen.</p>
<p>Aber in seinen Ausführungen verliert Platt leider die biblische Balance und gerät immer wieder in eine unbiblische Argumentation, die weitgehend identisch ist mit den Irrtümern des „Sozialen Evangeliums“. Er erweckt aufgrund einer einseitigen Anwendung gewisser Gleichnisse des Herrn (z.B. das vom reichen Jüngling und vom Reichen Mann und dem armen Lazarus) den Eindruck, daß jeder hingegebene Gläubige eigentlich verpflichtet sei, alles zu verkaufen, was er hat, und es „den Armen“ zu geben.</p>
<p>Platt lehrt das zwar nicht absolut; er gibt zu, daß nicht jeder Christ verpflichtet sei, alles zu verkaufen, aber er schüchtert die Leser mit dem Verweis auf die tödlichen Gefahren des Reichtums massiv ein und fordert sie dann auf, den Herrn zu fragen, ob nicht sie doch alles verkaufen sollten (122). Im Endeffekt verschafft er jedem Leser, der das nicht tut, ein kräftiges schlechtes Gewissen und läßt ihn mit der bangen Frage zurück, ob er nicht damit sein Heil verspielt, daß er nicht alles den Armen gibt. Damit setzt er alle Leser unter einen massiven Druck, alles an irgendwelche Armen zu spenden. Kein Wunder, daß der erste Prominente, der das Buch im Vorspann begeistert empfiehlt, der Leiter des sozialdiakonischen Spendenwerkes <em>Compassion</em> ist!</p>
<p>Platt weitet diesen Irrtum noch aus, indem er behauptet, das gelte pauschal für alle <em>Armen dieser Welt</em>, also in erster Linie für die Ungläubigen, die in der Dritten Welt unter massiver Armut leiden. Und dann verwendet er dieselbe Keule wie die Irrlehrer des Sozialen Evangeliums“, indem er Fluch und Gericht auf alle zu bringen versucht, die nicht den ungläubigen Armen ihre Habe spenden. Das beruht u.a. auf einer völligen Fehldeutung der Passage in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+25%2C31-46.&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 25,31-46.</a> Dabei blendet er aus, daß in der Bibel die Verpflichtung, für die Armen zu sorgen, immer für die Armen <em>des Volkes Gottes </em>galt, d.h. für die Angehörigen des Volkes Israel im AT und für die der Gemeinde im NT, nicht für die Armen der gottlosen Heidenvölker.</p>
<p>Wir wollen zunächst einige Zitate anführen, die unsere Aussage belegen sollen, und uns dann aus dem Blickwinkel der biblischen Lehre mit Platts Behauptungen auseinandersetzen (Unterstreichungen RE).</p>
<p style="padding-left: 30px;">Das Buch der Sprüche warnt vor Flüchen, <u>die Menschen ereilen, die die Armen ignorieren</u>. Die Propheten warnen vor Gottes Gericht und Verwüstung für diejenigen, die die Armen übersehen. (107)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn unser Leben nicht radikales Erbarmen mit den Armen reflektiert, ist die Frage begründet, ob Christus überhaupt in uns lebt. (109)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Aber diese Geschichte (vom reichen Mann und dem armen Lazarus) illustriert auch Gottes Reaktion auf diejenigen, die die Armen nicht beachten. <u>Er antwortet ihnen mit Verdammnis.</u> (…) Wir leben im Luxus. <u>Währenddessen sitzt der arme Mann vor unserem Tor.</u> Während unseres Gottesdienstes am Sonntagmorgen sterben anderswo mehr als tausend Kinder vor Hunger. (…) Wir werfen ihnen höchstens unsere Abfälle hin, während wir in unserem Vergnügen schwelgen. (…) Das ist nicht das, was Menschen Gottes tun. Ungeachtet dessen, was wir am Sonntagmorgen singen oder betrachten, sind Reiche, die die Armen übersehen keine Menschen Gottes. (112-113)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wieviel mehr betrifft das diejenigen, die tatsächlich reich <em>sind</em>. <u>Unser Besitz kann tödlich sein. Er kann unbemerkt tödlich sein.</u> (122)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Nimm das zusammen mit Vers 9 [von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Timotheus+6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Timotheus 6</a>, RE], und dann wird klar, daß diejenigen, die reich werden wollen <u>und mehr als die Grundbedürfnisse abdecken wollen, in der Gefahr stehen, Verderben und Untergang zu erleben</u>. (123)</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir können uns zu den Hungernden halten oder zu den Übersättigten. <u>Wir können uns mit dem armen Lazarus auf dem Weg zum Himmel identifizieren oder mit dem reichen Mann auf seinem Weg in die Hölle. Wir können uns an Jesus halten, während wir unseren Wohlstand weggeben, oder wir können von Jesus weggehen und unsere Besitztümer horten</u>. (137)</p>
<p>Im Endeffekt suggeriert Platt jedem Christen, der nicht alles weggibt, daß sein Zustand der Errettung ziemlich zweifelhaft sei, und legt nahe (obwohl er beteuert, daß gute Werke alleine nicht retten würden), daß es das Sicherste sei, alles den Armen zu geben. Dabei legt er die Gleichnisse so extrem aus, daß etwa das Geben für geistliche Zwecke in der eigenen Gemeinde oder im eigenen Land ganz ausgeblendet wird; nur „die Armen“ zählen.</p>
<p>Jedem geistlich besonnenen Bibelleser müßte klar sein, daß der Herr das niemals so zugespitzt gemeint hat. Er hat diesen radikalen Rat Seinen Aposteln und direkten Nachfolgern gegeben, die alles zurücklassen sollten, um Ihm in Seiner messianischen Sendung an das Haus Israel zu dienen. Er hat diesen Rat dem reichen Jüngling gegeben, weil bei diesem die Habsucht und sein Reichtum ein Götze war, der ihn fesselte. Aber Maria und Martha hatten offenkundig immer noch ihr Haus behalten, in dem der Herr später zu Gast war.</p>
<p>Für die neutestamentliche Gemeinde gelten andere Prinzipien. Ganz grundsätzlich ist es so, daß wir bereit sein müssen, um des Herrn willen alles zu verlieren, einschließlich unseres Lebens, wenn wir durch Verfolgung vor die Alternative gestellt werden, den Herrn zu verleugnen oder alles zu verlieren. Grundsätzlich bedeutet die ganze Übergabe unseres Lebens an den Herrn bei der Bekehrung auch, daß unser ganzer Besitz, unsere Zeit dem Herrn gehören und nicht mehr uns. Wir sind nur noch Verwalter dessen, was Gott uns anvertraut hat.</p>
<p>Dennoch finden wir in der Apostellehre kein allgemeines Gebot, alles zu verkaufen und den Armen zu geben. Stattdessen lehren die Briefe uns freiwilliges großzügiges Geben nach der Leitung des Geistes, wobei die Gläubigen nicht verpflichtet sind, alles zu verkaufen, sondern sie werden als Haushalter der Gaben gesehen, die Gott ihnen anvertraut hat. Nur einige Bibelstellen zur Erinnerung:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Denn wo die Bereitwilligkeit vorhanden ist, da ist einer wohlgefällig entsprechend dem, was er hat, nicht entsprechend dem, was er nicht hat. Nicht, damit andere Erleichterung haben, ihr aber Bedrängnis, sondern des Ausgleichs wegen: In der jetzigen Zeit soll euer Überfluß ihrem Mangel abhelfen, damit auch ihr Überfluß eurem Mangel abhilft, sodaß ein Ausgleich stattfindet, wie geschrieben steht: »Wer viel sammelte, hatte keinen Überfluß, und wer wenig sammelte, hatte keinen Mangel«. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+8%2C12-15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 8,12-15</a>)</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Jeder, wie er es sich im Herzen vornimmt; nicht widerwillig oder gezwungen, denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb! Gott aber ist mächtig, euch jede Gnade im Überfluß zu spenden, sodaß ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu jedem guten Werk, wie geschrieben steht: »Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit«. Er aber, der dem Sämann Samen darreicht und Brot zur Speise, er möge euch die Saat darreichen und mehren und die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen, sodaß ihr in allem reich werdet zu aller Freigebigkeit, die durch uns Gott gegenüber Dank bewirkt. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+9%2C7-9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 9,7-9</a>)</strong></em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em><strong>Den Reichen in der jetzigen Weltzeit gebiete, nicht hochmütig zu sein, auch nicht ihre Hoffnung auf die Unbeständigkeit des Reichtums zu setzen, sondern auf den lebendigen Gott, der uns alles reichlich zum Genuß darreicht. Sie sollen Gutes tun, reich werden an guten Werken, freigebig sein, bereit, mit anderen zu teilen, damit sie das ewige Leben ergreifen und so für sich selbst eine gute Grundlage für die Zukunft sammeln. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+6%2C17-19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 6,17-19</a>)</strong></em></p>
<p>Es sollte dem besonnenen Bibelleser deutlich sein, daß David Platt dieses wichtige, aber vielschichtige Thema in mehrfacher Hinsicht manipulativ, einseitig und verfälschend dargestellt hat:</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Er hat eine Äußerung des Herrn aus ihrem Zusammenhang gerissen und daraus einen irreführenden moralischen Druck aufgebaut, daß es eigentlich am besten sei, alles zu verkaufen und „den Armen“ zu geben. Er hat sich nicht darum gekümmert, was dieser unbiblische Appell unter Umständen im Leben labiler Christen für Schäden auslösen kann. Beeindruckbare junge Christen wie Lisa, die er rühmend hervorhebt (129-130), können nicht nur materiellen Schaden nehmen, sondern auch geistlichen, wenn sie meinen, sie müßten „alles verkaufen und das Evangelium in die Welt tragen“.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Er hat es versäumt, darzulegen, daß der völlig andere Lebensweise der hochindustrialisierten Länder zwangsläufig auch bedeutet, daß zum Existenznotwendigen für Christen manche Dinge gehören, die in armen Ländern nicht nötig sind, wie etwa ein Auto oder andere Gegenstände (Toilette mit Wasserspülung, Telefon, PC z.B.). Es ist völlig richtig, daß wir uns im Notfall an Nahrung und Bedeckung genügen lassen dürfen, aber das bedeutet nicht, daß alles, was darüber hinausgeht, nicht behalten dürften. Unsere „Grundbedürfnisse“ sind weiter gesteckt und unsere Lebenshaltungskosten höher als die der Menschen in armen Ländern, und Gott verlangt nicht, daß wir alles weggeben, was den Lebensstandard eines Menschen in Afrika übersteigt. Hier Ist Platt zumindest sehr vage</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Er hat verschwiegen, daß die über eine Milliarde Armen in dieser Welt nicht „der Lazarus“ sind, „der vor unserem Tor sitzt“ (vgl. 112-113). Das ist eine absurde Zuspitzung, die, wenn wir sie wörtlich nähmen, jeden westlichen Christen in Verzweiflung stürzen müßte – wir können nämlich die Nöte dieser gigantischen Menschenmasse nicht lösen, selbst wenn wir alles weggäben. Das auch deshalb, weil vielfach ein gottloser, götzendienerischer Aberglaube und eine kraß sündhafter Lebensweise mit für diese schlimme Armut verantwortlich ist. Wir sind erstens zuallererst für die Armen <em>unter den Kindern Gottes </em>verantwortlich, und das unmittelbar dort, wo sich solche in unserem direkten Lebensumfeld befinden. Wer das nicht tut, der ist tatsächlich auf einem sehr fragwürdigen Weg (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+3%2C17%3B+Jak+2%2C15-16&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 3,17; Jak 2,15-16</a>). Wie wir unserer Verantwortung gerecht werden sollen in einer Welt, wo wir über Medien von Hunderten von Nöten überall auf der Welt Kenntnis haben können, das ist sicherlich eine Frage der Gewissensführung und der Leitung des Herrn für den Einzelnen. Auf keinen Fall können wir das einfach gleichsetzen mit der hartherzigen Mißachtung einer Not bei einem Gläubigen, den wir direkt vor Augen haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Dann sollten wir auch eine wohlüberlegte Fürsorge für <em>arme Gläubige in anderen Ländern </em>tragen, wie und <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.+Korinther+8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2. Korinther 8</a> lehrt. Doch dabei müssen wir weise sein; zuviel materielle Zuwendung an Christen in einem armen Land kann Neid und Verfolgungen begünstigen und deren Position erschweren, abgesehen davon, daß solche Hilfe ihre Empfänger leider auch korrumpieren kann, wenn sie nicht weise gegeben wird. Selbstverständlich sollten wir Katastrophenhilfe leisten und auf vielerlei Weise ärmere Christen in ihrem Evangelisationsauftrag unterstützen, und es ist auch klar, daß das bei den meisten westlichen Christen nicht genügend gesehen wird. Aber auch an diesem Punkt ist Platt unausgewogen und erwähnt die Grenzen und problematischen Seiten solcher Hilfe nicht.</p>
<p style="padding-left: 30px;">* Schließlich ist es sinnvoll, aber nicht zwingend, daß wir auch materielle Hilfe für ungläubige Arme geben, aber nur dort, wo das in der rechten Weise mit der Verkündigung des Evangeliums verbunden ist. An manchen Stellen gesteht das Platt durchaus zu, an anderen wirkt er wie ein feuriger Verfechter des Sozialen Evangeliums. Platt erwähnt auch nicht, daß eine allzu großzügige und unweise materielle Hilfe auch schon viel Schaden angerichtet hat, indem sie „Reischristen“ züchtete – Leute, die sich nur formell dem Christentum zuwenden, damit sie materielle Vorteile erlangen.</p>
<p>Auch hier wieder sehen wir, daß Platts falscher Lehransatz ein Kardinalfehler ist. Er bezieht die Gleichnisse des Herrn an Seine Jünger auf einseitige und verdrehte Weise auf uns Christen in der Heilszeit der Gemeinde, ohne dabei angemessen zu berücksichtigen, was die Apostel in den Briefen des NT ganz direkt zu uns sagen. Das ist letztlich unsere verbindliche Richtschnur, die der erhöhte Herr selbst uns gegeben hat.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">3. Eine unausgereifte Medizin mit zu vielen Nebenwirkungen: <br />
Versuch einer Bilanz</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier wollen wir versuchen, eine vorläufige Bilanz zu ziehen. Platts Buch kann man mit einem hastig und ohne Sorgfalt entwickelten Notfallmedikament vergleichen, das zwar einige Krankheitssymptome angreift, aber die Krankheit nicht wirklich heilen kann und dabei solch schwere Nebenwirkungen hat, daß es eigentlich nicht ratsam ist, dieses Medikament zu geben, auch wenn die Krankheit unbestreitbar da ist und eine Therapie nötig ist.</p>
<p>Noch einmal: Vieles, was Platt angreift und bemängelt, hat zumindest einen wahren Kern. Wir wollen gewiß nicht behaupten, die westlichen Christen, auch die bibeltreuen Gläubigen, hätten eine biblische, vorbildliche Haltung zur Sache der Weltmission oder zu ihren materiellen Besitztümern. Hier haben wir ganz bestimmt zahlreiche und schmerzliche Defizite. Ein Weckruf, eine Ermunterung zu mehr Hingabe und Opferbereitschaft wäre ganz gewiß notwendig.</p>
<p>Unsere Kritik an Platts Buch soll nicht als eine Verteidigung der bedauerlichen Trägheit und des traurigen Mangels an Hingabe, Eifer und evangelistischem Einsatz mißverstanden werden, den wir heute bei allzu vielen Gläubigen, auch aus bibeltreuen Kreisen, finden. Diese Mißstände sind beschämend, und wir sollten ernstlich beten, daß unser Herr uns hier noch einmal eine Erweckung und einen Aufbruch zu eifrigem Zeugnis für Ihn schenkt.</p>
<p>Aber ein solcher Weckruf müßte die gesunde Lehre der Apostel zur Grundlage haben. Ohne Zweifel sollten wir alle immer wieder die Reden unseres Herrn an Seine jüdischen Jünger in den Evangelien studieren und zu unseren Herzen sprechen lassen. Aber wir sollten das in dem Bewußtsein tun, daß sie für eine besondere Zielgruppe in einer besonderen Situation gesagt wurden. Ihre Grundsätze sind für uns wichtig, aber ihre Anwendung sollte im Licht der Apostelbriefe geschehen. Nur so vermeiden wir schwere Irrtümer, wie sie auch die Pfingstler und Charismatiker oder auch die Irrlehrer der Missio Dei, der Kontextualisierung und der charismatischen Gemeindegründungsbewegungen verbreitet haben.</p>
<p>Platts unausgewogene, extreme Deutungen und Appelle sind hier meiner Überzeugung nach keine Hilfe. Im Gegenteil, ich habe die Befürchtung, daß sie einige lehrmäßig nicht gefestigte jüngere Christen genau in die Arme der Charismatiker und der modernen missionalen Gemeindegründungsbewegungen treiben, welche ein falsches Evangelium verbreiten und schwerwiegenden Schaden auf den Missionsfeldern anrichten (darüber habe ich ausführlich in meinem schon erwähnten Buch <em>Zerstörerisches Wachstum</em> geschrieben).</p>
<p>Das hängt auch damit zusammen, daß dieses Buch in Deutschland von der charismatisch-missional geprägten Missionsgesellschaft <em>Frontiers</em> vertrieben wird, die ein Vorreiter solcher falscher Missionsinitiativen ist (vgl. meine Studie über ihre Arbeit unter Muslimen im Anhang). Frontiers macht direkt im Anschluß an Platts Appelle Werbung für sich, und das ist ausgesprochen fragwürdig. Ich könnte mich dieser Missionsgesellschaft weder anschließen noch sie unterstützen.</p>
<p>Eine üble Auswirkung hat auch Platts Appell an alle Leser, „aktives Mitglied einer sich selbst vervielfältigenden Gemeinschaft zu sein“ (181; vgl. 83; 104). Wir haben schon gesehen, daß Platt eigentlich nur solche „selbstmultiplizierende“ Jüngerschaftsgruppen als echte Gemeinden gelten lassen will. Das bedeutet für viele junge Leser, daß sie gedrängt werden, aus nüchternen, biblischen Gemeinde wegzugehen und sich irgendwelchen fragwürdigen „Zellgemeinden“ oder charismatischen „Hausgemeinden“ anzuschließen, die das unbiblische Konzept des „exponentiellen Wachstums durch Zellteilung“ praktizieren.</p>
<p>Wirklich bibeltreue Gemeinden können in den meisten Fällen in unseren Ländern kein solches „multiplizierendes“ Wachstum aufweisen. Hier schürt Platt eine falsche Unzufriedenheit und treibt seine Leser in die Armem von Verführern, was noch durch eine unbiblische „Selbstverpflichtung“ am Schluß des Buches verstärkt wird (211).</p>
<p>Auch wenn die Leser vielleicht nicht gleich ihre vorgeblich „eingeschlafenen, halbherzigen“ Gemeinden verlassen, so bewirkt dieses Buch mit seinen überzogenen, unbiblischen Radikalaussagen doch eine ungesunde Unzufriedenheit der meist jungen Leser mit ihrer Gemeinde und ihrer Ältestenschaft. Nicht, daß ich bestreiten würde, daß junge Menschen manchmal berechtigte Not mit Mißständen und Fehlentwicklungen auch in biblischen Gemeinden haben können. Wohl uns, wenn diese jungen Christen darauf mit Gebeten, respektvollen und geistlichen Gesprächen und der Bereitschaft reagieren, zur Belebung und Erbauung der Gemeinde beizutragen, in die Gott sie gestellt hat!</p>
<p>Aber der falsche Radikalismus von Platt führt, so fürchte ich, zu einer zerstörerischen Unzufriedenheit, die zunächst die innere Abwendung der infizierten Gläubigen von der Gemeinde bewirkt und irgendwann womöglich einen Weggang zu einer „modernen“, „dynamischen“, „kulturrelevanten“ Gemeinschaft, welche leider falsche „Jünger“ und ansonsten Irrtümer multipliziert. Als Beleg für die Anstiftung zu Abwanderung und Spaltung noch einige Zitate von Platt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Glauben wir genug, daß wir ihm gehorchen und überallhin folgen, selbst wenn sich die Mehrheit in unserem Umfeld – und vielleicht auch in unseren Gemeinden – in eine andere Richtung bewegt?“ (23).</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Ich möchte zu einer Gemeinschaft von Menschen gehören, die ihn so genießen und lieben, wie es die Geschwister in der asiatischen Untergrund-Gemeinde tun, die nichts haben außer ihm. Und ich will Teil einer Gemeinschaft sein, die alles für ihn riskiert“ (23).</p>
<p style="padding-left: 30px;">„Was, wenn dies radikalen Christen sich zu radikalen Glaubensgemeinschaften zusammenschlössen, Gemeinden genannt, die sich dem Plan für Gottes Volk, der seit dem Beginn der Zeit höchste Bedeutung hat, völlig unterwerfen?“ (83)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Das „Hinausgehen“ aufs Missionsfeld ohne Berufung ist gefährlich</span></h4>
<p>Eine weitere gefährliche Nebenwirkung dieses Buches besteht darin, daß sicherlich einige Leser auf diese Appelle hin hinausgehen in alle Welt, obwohl sie dazu nicht von dem Herrn der Ernte berufen und zubereitet sind. Mancher mag diese Gefahr herunterspielen und sagen: „Ist doch besser, als daheim zu bleiben!“ Aber das ist in großem Maß naiv und verkehrt. Ich bin kein Missionar, sondern Bibellehrer, aber ich habe über viele Jahre mit vielen Brüdern gesprochen, die auf dem Missionsfeld Erfahrungen sammeln konnten. Zwei Dinge sind mir dabei immer wieder deutlich geworden:</p>
<p>* Das Missionsfeld ist kein Abenteuerspielplatz für neugierige Kinder Gottes (eine Illusion, die Platt fördert, wenn er schreibt: „Du wirst den unvergleichlichen Nervenkitzel kennenlernen, ein Teil dessen zu sein, was Gott für deine Umgebung und den Rest der Welt vorhat“  &#8211BC). Das Missionsfeld ist ein Kriegsschauplatz, auf dem unser Herr nur solche Seiner Jünger aussendet, die Er dafür vorbereitet und zugerüstet hat. Das müssen geistlich reife, wachsame Kämpfer sein, opferbreit, stark in dem Herrn und geübt im Widerstand gegen die Listen des Teufels, die die ganze Waffenrüstung Gottes tragen und Schild und Schwert gut handhaben können, sonst werden sie irgendwann verwundet vom Schlachtfeld getragen werden!</p>
<p>Ich habe es immer wieder mitbekommen, daß unzureichend standfeste Missionare irgendwann geschlagen und geschädigt vom Missionsfeld zurückkehren mußten, manchmal mit einer zerbrochenen Ehe und psychisch angeschlagen. An der Front des Evangeliums fliegen Granaten, und es wird scharf geschossen! Der Widersacher greift die Diener des Evangeliums unablässig an, sei es durch körperliche und seelische Erkrankungen, durch Verfolgung und Verleumdung, oder auch durch Streit und Zerwürfnissen zwischen den Missionaren.</p>
<p>Von daher wirkt das verlockende Werben Platts für „radikale Hingabe“ in dieser Form fragwürdig (24-25). Wenn er seinen oftmals jugendlichen Lesern rät, „radikale Risiken“ einzugehen, dann ist das ohne den Hinweis auf den klaren Ruf Gottes als Voraussetzung ein ausgesprochen verantwortungsloser Appell (25). Unberufene junge Leute können an der Missionsfront auch Schiffbruch erleiden und sich Schäden zuziehen. Davon abgesehen habe ich schon erwähnt, daß eines der größten Probleme für die wirklich berufenen Missionare auf dem Missionsfeld die vielen Christen sind, die sich ohne göttliche Berufung und die nötige geistliche Reife dort aufhalten.</p>
<p>Diese Tatsachen sollten aber solche Brüder und Schwestern, die wirklich den Ruf aufs Missionsfeld haben, in keiner Weise beunruhigen. Wer vom Herrn dorthin berufen und in Seiner Schule auch vorbereitet ist, den wird der Herr auch schützen und gebrauchen, und er darf in aller Nüchternheit zuversichtlich vorangehen. Der Herr wird ihn führen und dafür sorgen, daß er auch zu Seiner Ehre reiche Frucht bringt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Die Not mit der geistlichen Entartung unter evangelikalen Missionsgesellschaften</span></h4>
<p>Ein weiterer ernster Mangel aus bibeltreuer Sicht besteht darin, daß Platt die wahre geistliche Situation der Weltmission völlig ausblendet und ein idealisiertes und verharmlosendes Bild der Mission heute zeichnet. Leider müssen wir aus bibeltreuer Sicht festhalten, daß die Mehrzahl der evangelikalen Missionswerke heute nicht mehr ein unverfälschtes, biblisches Evangelium vertreten (was nicht heißt, daß nicht manche Missionare in diesen Werken noch biblisch gesund wirken).</p>
<p>Heute herrschen verderbliche Irrlehren wie die <em>Missio Dei</em> („Mission Gottes“), die „Kontextualisierung“ (Anpassung an die Kultur und Religion der Zielgruppe) und religionsvermischende Gemeindegründungsbewegungen („Chrislam“, „muslimische Jesus-Jünger“) vor, und es gibt nur wenige Missionswerke, mit denen bibeltreue Christen wirklich hinausgehen könnten, ohne selbst Schaden zu erleiden und dem endzeitlichen Glaubensabfall Vorschub zu leisten.</p>
<p>Eine solche Verführung und Vermischung in Missionsfragen wird zunehmend auch auf evangelikalen Veranstaltungen wie der „JUMIKO“ (Jugend-Missionskonferenz) offenbar, wo tausende christlicher Jugendlicher und junger Erwachsener sich über Fragen der Weltmission orientieren und auch Kontakt zu Missionswerken knüpfen können. Auf der JUMIKO im Januar 2019 im Raum Stuttgart war das Buch „Keine Kompromisse“ von Platt eines der hervorgehobenen Themen; es gab gleich morgens zur Einleitung ein Vortrag mit dem Thema „Radical“ – Kompromißlos nachfolgen. Über ein Buch, das Dein Leben revolutionieren kann“, und Inhalte des Buches wurden auch in anderen Vorträgen aufgegriffen.</p>
<p>Doch auch bei dieser einst eher konservativ geprägten Missionskonferenz weht jetzt ein neuer, verführerischer Wind. Zu den Referenten gehörte eine lehrende Frau (Prof. Mihamm Kim-Rauchholz, Bad Liebenzell), der liberaltheologische und verführerische Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein (der Mann, der Hans-Peter Royer verführte, das stellvertretende Sühnopfer Jesu Christi zu leugnen), der ökumenische Prior Konstantin Mascher (OJC), der charismatisch-missionale Leiter der ICF-Arbeit in Deutschland Tobias Teichen und der ähnlich irreführend geprägte Leiter von Campus für Christus Schweiz, Andreas Boppart. So wird dieses Buch benutzt, um junge Christen in verführerische Netzwerke einzuführen, in denen ihr Glauben umgekehrt und geschädigt wird.</p>
<p>Ahnungslose junge Christen laufen Gefahr, irgendwelchen ungesunden, irrgeführten Missionswerken auf den Leim zu gehen, die sie anwerben und so schulen und prägen, daß sie nach einiger Zeit oft verdreht und verführt wieder in ihre Gemeinden zurückkehren. Leider haben auch manche evangelikale Missionswerke, die früher gut standen und immer noch einen guten Ruf haben, inzwischen längst den Irrlehren der Charismatik, der Ökumene und der Kontextualisierung geöffnet. Wer also hinausgeht, ist gut beraten, sich gründlich zu orientieren, und das gilt auch für Gemeindeverantwortliche, die berufene Geschwister aussenden wollen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">4. Offene Fragen, die bleiben</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wenn wir in dieser Stellungnahme leider feststellen mußten, daß Platts Buch nicht der biblisch fundierte Weckruf ist, der es zu sein beansprucht, sondern in vielem ein irreführendes und auch problematisches Buch, so gibt es keinen Grund, darüber einfach zur Tagesordnung überzugehen.</p>
<p>Nach meiner Überzeugung ist es tatsächlich so, daß viele konservativ-bibeltreue Gemeinden (zu deren kleiner Schar ich mich aus Herzensüberzeugung zähle) leider Defizite bei der Förderung der weltweiten Evangeliumsverkündigung haben. Wir sollten den Missionsbefehl des Herrn Jesus Christus und das wichtige Anliegen der Ausbreitung der wunderbaren Rettungsbotschaft von Jesus Christus wichtiger nehmen; wir sollten mehr dafür beten und mehr dafür tun; wir sollten erhoffen und erbitten, daß unser Herr mehr Geschwister in den Dienst am Evangelium beruft, und wir sollten großzügiger für die Sache des Herrn, für die Weltmission und auch für die Hilfe an armen Brüdern und Schwestern in der Dritten Welt geben.</p>
<p>Zugleich müßten wir uns ernsthaft Gedanken machen, auf welchen Wegen sichergestellt werden kann, daß bibeltreue Christen und Gemeinden wirklich das echte Werk des Herrn für das Evangelium unterstützen und nicht modern-evangelikale Missionswerke, die ein falsches Evangelium verkünden und den Irrlehren der ökumenischen Missionstheologie auf den Leim gegangen sind. Das wird mehr und mehr ein brennendes Anliegen.</p>
<p>Ähnlich sieht es bei der Hilfe für arme Christen aus; bestehende evangelikale Werke wie <em>Compassion</em> oder <em>World Vision</em> sind stark verweltlicht und vom Sozialen Evangelium verseucht; man müßte dringend darüber nachdenken, wie unsere Hilfe für Notleidende über zuverlässige Kanäle zu den richtigen Zielgruppen gelangt. Ähnliches gilt für die Unterstützung verfolgter Christen, wo die führende Organisation <em>Open Doors</em> aus meiner Wahrnehmung leider deutliche charismatische Einflüsse aufweist.</p>
<p>Also: ein Aufwachen ist nötig; bibeltreue Christen und Gemeinden sollten sich wirklich ernstlich vor Gott fragen, wie sie das Werk der Evangeliumsverkündigung weltweit besser fördern und mittragen können. Es wäre wünschenswert, daß dazu einmal ein sachkundiges, ausgewogenes auf der gesunden biblischen Lehre beruhendes Buch geschrieben wird, das dort Antworten gibt, wo Platts Buch enttäuscht und in die falsche Richtung führt. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2><span style="color: #800000;">Anhang</span></h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #800000;">David Garrisons Gemeindegründungsbewegungen</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>David Garrison, dessen 2004 erschienenes, grundlegendes und vielzitiertes Buch <em>Church Planting Movements. How God is Redeeming a Lost World</em> wir im folgenden untersuchen wollen, ist ein bekannter und erfahrener Missionsstratege; er war als Missionar u.a. in Hong Kong, Ägypten, Tunesien, Europa und Indien tätig. Er diente als ein Vizepräsident für Globale Strategie beim <em>International Mission Board </em>(IMB = Internationales Missionskomitee) der Südlichen Baptisten, später als dessen regionaler Leiter für Südasien. In dieser Funktion arbeitete er u.a. mit <strong>David Watson</strong> zusammen, der in Indien unter Muslimen tätig war, aber auch mit <strong>Curtis Sergeant</strong>, der eine Gemeindegründungsbewegung in China erlebte.</p>
<p>Heute ist er als <em>Global Strategist for Evangelical Advance </em>beim IMB der Südlichen Baptisten tätig. In seinem Buch über Gemeindegründungsbewegungen verarbeitet er die jahrelangen Erfahrungen mit kontextualisierter Gemeindegründungsarbeit, die die Gemeindegründer und „Strategiekoordinatoren“ in vielen Ländern sammeln konnten. So nennt Garrison in seinen Danksagungen unter denen, die ihm Anregungen für das Buch gaben, auch Curtis Sergeant, Dr. Choudrie und David Watson sowie Jerry Rankin, den Präsidenten des IMB. Unter denen, die ihn ermutigten, nennt er den Charismatiker Bruce Wilkinson („Das Gebet des Jabez“) und Rick Warren.</p>
<p>In der Einleitung führt Garrison dann aus, daß es David und Jan Watson waren, die 1994 als erstes aus Indien ein phänomenales Wachstum an Taufen und gegründeten Gemeinden berichteten. Die Missionszentrale der Südlichen Baptisten war skeptisch, und so wurde später eine Untersuchungskommission auf das Missionsfeld gesandt, um die erstaunlichen Zahlen zu überprüfen. Sie fanden die Angaben bestätigt; eine Gemeindegründungsbewegung war entstanden, ähnlich den früheren Volksbewegungen. In den folgenden Jahren erlebte das IMB ähnliche Entwicklungen auch auf anderen Missionsfeldern. Es kam vor, daß in sechs Monaten 360 Gemeinden gegründet und 10.000 Menschen getauft wurden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Kennzeichen einer Gemeindegründungsbewegung nach Garrison</span></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>Garrison gibt folgende Definition einer Gemeindegründungsbewegung: „Eine Gemeindegründungsbewegung ist eine rasche Vervielfältigung von einheimischen [<em>indigeneous</em>] Gemeinden, die durch eine Volksgruppe oder eine Untergruppe der Bevölkerung flutet“. Zu ihren wichtigen Kennzeichen gehören:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>* Die Gemeinden vermehren sich schnell;</em> in kürzester Zeit beginnen neugegründete Gemeinden wieder neue Gemeinden, die wiederum neue Gemeinden gründen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>* Die Gemeinden multiplizieren sich</em> und addieren nicht einfach weitere Gemeinden. jede Gemeinde gründet mehrere neue Gemeinden; dadurch wird eine rasche Ausbreitung gewährleistet.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>* Die Gemeinden sind einheimisch; </em>sie werden überwiegend von Insidern, von Angehörigen der Bevölkerungsgruppe selbst gegründet und nicht von ausländischen Missionaren. Die Bewegung erweckt auch gegenüber der Bevölkerung den Eindruck, eine Bewegung des eigenen Volkes zu sein.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>* Die Bewegung entsteht dadurch, daß die Gemeinden selbst weitere Gemeinden gründen;</em> ab einem bestimmten Punkt können weder die Missionare noch irgendwelche örtlichen Leiter diese spontane Bewegung noch kontrollieren oder überblicken und sollen es nach diesem Konzept auch nicht; eine richtige Bewegung ist erst entstanden, wenn sie „außer Kontrolle geraten“ ist (21-22).</p>
<p>Garrison bringt in seinem Buch noch zahlreiche Beispiele für solche Gemeindegründungsbewegungen, u.a. aus China und Afrika. Dabei bleibt er bewußt bei einer Beschreibung der Merkmale dieser Bewegungen; aber die Botschaft seines Buches ist klar, daß diese Bewegungen der Weg sind, um entsprechend seinem Verständnis alle Völker in das Königreich zu bringen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auszug aus <em>Zerstörerisches Wachstum,</em> S. 264-266.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><span style="color: #800000;">Die unbiblische Missionsstrategie von „Frontiers“</span></h3>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im deutschsprachigen Raum hat die charismatisch geprägte Missionsgesellschaft <em>Frontiers</em> ein Buch veröffentlicht, das die Insiderbewegungs-Strategie dieser Gruppe darstellt. Dieses Buch, <em>Und ihr sollt ein Segen sein</em>, verfaßt von Ben Naja und Mussa Sy (Pseudonyme für zwei langjährige Missionare unter Moslems in Afrika), beginnt gleich mit einer schlimmen Verkehrung des Missionsauftrages, der im Sinne der ökumenisch-liberalen Missionskonzepte umgedeutet wird: „Auftrag der Kirche ist es also nicht, Menschen anderer Religionen zu bekehren, sondern Teil zu sein einer göttlichen Initiative, der Missio Dei, mit dem Ziel, alle Menschen zu segnen“ (S. 9). Das ist missionale Theologie; man beachte die Ableitung der Insiderstrategie von der Abrahamsverheißung, die wir vorher behandelt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Unbiblische Kontextualisierungsvorstellungen</span></h4>
<p>Die charismatische Prägung der Verfasser kommen u.a. darin zum Ausdruck, daß sie als Grundlage ihrer Missionsstrategien drei Quellen anführen: Forschung (wissenschaftliche Beobachtung), Reflektion (strategische Überlegung) und Offenbarung (Schrift, Heiliger Geist) (S. 18). Nicht nur, daß die weltliche Wissenschaft hier keine Rolle spielen sollte, sie rechnen auch mit Neuoffenbarungen durch den charismatischen Irrgeist. So sollen die Botschafter auch mit Muslimen zusammen um „übernatürliche Offenbarungen beten“ (S. 39).</p>
<p>Der Grund für ihre neue Missionskonzeption wird zum einen darin gesehen, daß „Gott selber dabei ist, Neues zu schaffen“ (S. 16), aber auch, daß in der Vergangenheit die Gemeinde versagt habe: „Unsere unangepassten Methoden und Strategien haben Menschen anderer Kulturen und Religionen daran gehindert, die Gute Nachricht zu verstehen und anzunehmen“ (S. 23). Damit werden die klassischen Ansätze biblischer Evangeliumsverkündigung abgewertet und beiseitegeschoben.</p>
<p>Das wird mit soziologisch klingenden „wissenschaftlichen Argumenten“ untermauert: „Neuere Forschung hat gezeigt, dass der Hauptgrund gerade für Muslime, nicht in die Nachfolge Jesu zu treten, nicht auf der theologisch-dogmatischen, sondern viel eher auf der soziokulturellen Ebene liegt“ (S. 24). Das aber ist biblisch völlig verkehrt. Der Hauptgrund, weshalb das Evangelium von Jesus Christus abgelehnt wird, ist die Rebellion und der Stolz des natürlichen Herzens, verbunden mit satanischer Verblendung!</p>
<p>Diese Schrift versucht dann zu begründen, weshalb angeblich ganze Völker in dieser Zeit schon „Jesu rechtmäßiger und gottversprochener Besitz“ seien und auch wir alle Völker dieser Welt als Erbbesitz hätten (S. 27). Es wird auch behauptet: „Alle Kulturen der Welt wurden von Gott erschaffen. Sie sind also von ihm gewollt und können ihn darum auch verherrlichen“ (S. 53). Das stimmt absolut nicht! Die „Kulturen“ dieser Welt sind Teil des gottfeindlichen Weltsystems und stehen unter der Macht des Fürsten dieser Welt! Diese Leute behaupten, Gott habe den Islam und den Animismus gemacht, um sich darin einmal zu verherrlichen. Das deckt sich mit der liberaltheologischen Weltanschauung und ist bereits religionsvermischendes Denken.</p>
<p>Auf dieser unbiblischen Grundlage wird dann die Anpassung an den Islam gelehrt: „Würde Paulus heute unter Muslimen arbeiten, wie würde er sich verhalten? <u>Er würde den Muslimen ein Muslime werden</u> und sie dann dazu einladen, in kulturell angepassten Formen Jesu nachzufolgen“ (S. 54). Das ist eine dreiste Verkehrung dessen, was der Apostel in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+9%2C19-23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 9,19-23</a> sagt und meint. Er sagt ja gar nicht, daß er den Heiden ein Heide geworden wäre, geschweige denn eine der heidnischen Religionen angenommen hätte, um dort zu „evangelisieren“. Wenn diese haarsträubende Verdrehung der biblischen Wahrheit stimmen würde, dann hätten die Apostel sich den Mysterienkulte anschließen und die Götzentempel besuchen müssen; sie hätten der Diana von Ephesus geopfert, anstatt einen für Insiderbewegungen hinderlichen Aufruhr zuzulassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Die Vermischung von Islam und biblischem Glauben</span></h4>
<p>Mit unerbittlicher Konsequenz kommt dann der entscheidende, verräterische Schritt: die Gleichsetzung des islamischen „Allah“ mit dem Gott der Bibel. Man müsse den „religiösen Wortschatz“ der Muslime unbedingt übernehmen, um sie erreichen zu können, so lautet die fadenscheinige Begründung. Das ist grundfalsch und im Grund eine Verleugnung des biblischen Gottes; dafür spielt es gar keine Rolle, ob der Begriff „Allah“ früher einmal neutral „Gott“ bedeutet hat.</p>
<p>Heute hat er eine ganz klar religiös fixierte Bedeutung, und man hindert Muslime an einer echten Bekehrung, wenn man den Unterschied zwischen „Allah“ und dem wahren Gott der Bibel nicht auch in der Namensgebung deutlich macht. Genausogut könnte man unter Hindus Christus mit „Krischna“ übersetzen oder unter New Agern vorgeben, daß man den „kosmischen Christus“ verkündige &#8211; das ist Religionsvermischung und furchtbare Irreführung.</p>
<p>Die Autoren behaupten: „<u>Muslime beten nicht den falschen Gott an; sie haben nur ein unvollkommenes Verständnis von ihm</u>“ (S. 56). Sie bringen die uralten liberalen Verführungslehren über die Religionen an: „<u>In allen Kulturen und Religionen liegen Bruchstücke von Wahrheit verborgen</u>, vielleicht [!] nicht die ganze Wahrheit, aber doch wertvolle Aspekte der Wahrheit. Gott selber hat diese Wahrheit in ihre Herzen gelegt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+2%2C15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm 2,15</a>)“; man solle die „Lücken“, die in ihrer Lehre noch vorhanden sind, erkennen und schließen“ (77). Später heißt es: „Wahrheit ist immer Gottes Wahrheit, wo immer sie auch zu finden ist. Sie sollten die im Koran enthaltenen biblischen Wahrheiten kennen“ (S. 93).</p>
<p>Es ist nur folgerichtig, daß dann auch entsprechend „kulturell angepaßte Ausdrücke“ für den Herrn Jesus verwendet werden sollen: statt „Sohn Gottes“ muß man sagen „Isa al-Masih“ (Jesus der Messias) oder „Nabi Isa“ (der Prophet Jesus) (S. 56). Daß damit ein wesentliches Fundament des biblischen Glaubens und des Evangeliums preisgegeben wird, unterschlagen die Autoren. Diese Leute arbeiten dann auch mit „kontextualisierten“, d.h. verfälschten Bibeln, so daß die Gottheit Christi den gewonnenen „Gläubigen“ einfach unterschlagen wird. Auf der anderen Seite werden die koranischen Irrlehren über Christus verharmlost: „Im Koran befinden sich rund 40 christologische Aussagen und Titel, die alle mit der Bibel vereinbar sind“ (S. 25).</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="color: #800000;">Das Ziel sind „chrislamische“ Hausgemeinden</span></h4>
<p>Ein weiteres Element dieser hinterlistigen Taktik besteht in der Methode des „induktiven Bibelstudiums“, das in den muslimischen Hausgemeinden angewandt werden soll. Das klingt sehr fromm: „Die effektivste Art der Lehre ist die induktive Methode. Bei der induktiven Methode ist der eigentliche Lehrer der biblische Text selber und nicht ein menschliches Element. Auf diese Art lernt der Neugläubige von Beginn weg, daß er Antworten auf seine Fragen direkt aus dem Wort Gottes ableiten darf“ (S. 126). Die „induktive Methode“ bedeutet, daß es keine autoritative Bibellehre von Seiten eines Leiters geben darf, sondern die Teilnehmer selbst entscheiden, wie sie den Text verstehen und in ihrem Leben anwenden sollen.</p>
<p>Das ist jedoch gegen die Anweisungen der Bibel, die Evangelisten dazu anhält, das Wort Gottes autoritativ zu lehren (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+28%2C19-20%3B+Mk+1%2C22%3B+Mk+2%2C13%3B+Joh+8%2C2%3B+Apg+4%2C1%3B+Apg+20%2C20-21%3B+1Tim+2%2C7%3B+2Tim+4%2C2-5%3B&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 28,19-20; Mk 1,22; Mk 2,13; Joh 8,2; Apg 4,1; Apg 20,20-21; 1Tim 2,7; 2Tim 4,2-5;</a>). Es ist in dieser Einseitigkeit auch ein Brutkasten für Mißverständnisse und falsche Lehren, da die teilweise noch ungläubigen Teilnehmer nicht von selbst die gesunde Lehre erkennen können. Das gilt noch viel mehr, wenn verfälschte „kontextualisierte“ Bibeln eingesetzt werden! Hier werden religionsvermischende Häresien geradezu herausgefordert!</p>
<p>Das alles dient dazu, bewußt „Hausgemeinden“ zu schaffen, die als muslimisch-„christliche“ Zwitterwesen geplant sind. Dort werden auch muslimische Elemente einbezogen, z.B. „Proklamation der 99 wunderbaren Namen Gottes“ (d.h. koranische Bezeichnungen für „Allah“!), „Proklamation eines kontextualisierten Glaubensbekenntnisses“ (d.h. das islamische Glaubensbekenntnis zu „Allah“ wird gesprochen, wobei „Isa“ mit einbezogen wird), islamische Gebetshaltungen usw. (S. 144). Die Leute praktizieren noch die „fünf Säulen“: (1. <em>Shahada</em> &#8211; Rezitation des Glaubensbekenntnisses; 2. <em>Salat</em> &#8211; Rituelles Gebet; 3. <em>Zakat</em> &#8211; Almosen; 4. <em>Sawm</em> &#8211; Fasten; 5. <em>Hajji</em> – Pilgerfahrt) und gehen in die Moschee (S. 115).</p>
<p>Diese Vermischung wird auch noch als gottgewolltes Gebot vermittelt: „Ein Nachfolger Jesu hat also sein sozioreligiöses Umfeld nicht zu verlassen &#8211; er soll es vielmehr erlösen! (…) Anstatt Christen zu werden, dürfen sie in ihrer kulturellen Identität bleiben und ihr gottgegebenes Umfeld <u>wie Sauerteig von innen her verändern</u>“ (S. 117). Der Hintergedanke ist, große Volksbewegungen zu ermöglichen, indem man die Ausgrenzung der Gläubigen vermeidet.</p>
<p>Das wird fromm ausgedrückt, wieder mit einem heilsgeschichtlich völlig verkehrten Bezug auf die Abrahamsverheißung: „Angesichts der großen Vision Gottes [!], alle Familien und Völker zu segnen, wäre das Ziel, ein paar einzelne Muslime von ihrem Umfeld abgetrennt in die Nachfolge Jesu einzuladen ganz einfach zu wenig. <u>Das Ziel unserer Arbeit kann nur sein, Neugläubige in ihrem Kontext zu halten, um diesen durch das Evangelium zu segnen und näher zum Erlöser zu bringen</u>. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir unbedingt vermeiden, Neugläubige zu ‚christianisieren’“ (S. 116). Aber dies ist eine unbiblische, unehrliche Taktik, die keine guten Früchte bringen kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auszug aus <em>Zerstörerisches Wachstum,</em> S. 173-176.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/buchbesprechung-von-keine-kompromisse/">Hier können Sie die PDF dieser Buchbesprechung herunterladen</a></h4>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Veröffentlicht auf  Das-Wort-der-Wahrheit.de  im März 2019                       © Rudolf Ebertshäuser 2019</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2019/03/keine-kompromisse-ein-zwiespaeltiges-buch-ueber-ein-wichtiges-thema/">„Keine Kompromisse“ –  ein zwiespältiges Buch über ein wichtiges Thema</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Christentum“ als weltverbessernde Religion? Das falsche „Soziale Evangelium“ im „Buch der Mitte“</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/christentum-als-weltverbessernde-religion-das-falsche-soziale-evangelium-im-buch-der-mitte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2015 15:38:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitereignisse im Licht der Bibel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=1256</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Vishal Mangalwadi: Das Buch der Mitte. Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur. Basel: fontis-Brunnen 2014. Paperback, 608 S. Auf den ersten Blick klingt der Ansatz dieses Buches verheißungsvoll: ein indischer Christ, Philosoph und Sozialreformer untersucht die Auswirkungen der Bibel auf die Zivilisation des Westens, der einst als [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/christentum-als-weltverbessernde-religion-das-falsche-soziale-evangelium-im-buch-der-mitte/">„Christentum“ als weltverbessernde Religion? Das falsche „Soziale Evangelium“ im „Buch der Mitte“</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<h4><span style="font-size: 14pt;"><span style="font-size: 12pt;">Vishal Mangalwadi: <em>Das Buch der Mitte. Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur.</em> Basel: fontis-Brunnen 2014. Paperback, 608 S.</span></span></h4>
<p><span style="font-size: 14pt;"><strong><br />
</strong></span><br />
Auf den ersten Blick klingt der Ansatz dieses Buches verheißungsvoll: ein indischer Christ, Philosoph und Sozialreformer untersucht die Auswirkungen der Bibel auf die Zivilisation des Westens, der einst als „christliches Abendland“ bezeichnet wurde. Er sieht diese Einflüsse aus der Perspektive eines Intellektuellen aus dem Orient, der sich der hinduistisch geprägten Kultur seines Heimatlandes sehr bewußt ist und versucht, seinen hinduistischen Mitbürgern die Vorzüge des Christentums für Kultur, Gesellschaft und Wissenschaft nahezubringen. Er tut dies aus der Perspektive eines patriotischen Inders und sozialen Aktivisten, der sich für tiefgreifende Veränderungen im Kastensystem und den gesellschaftlichen Mißständen Indiens einsetzt und überzeugt ist, daß das Christentum hier Antworten und Lösungen hat, die aus der Sicht der Hindu-Religion unmöglich erscheinen.</p>
<p>
Mangalwadi stellt in seinem Buch den jahrhundertealten Einfluß der Bibel und des Christentums auf die Weltanschauung, die Moral, das Rechtssystem, die Wissenschaft und Technik sowie das Bildungssystem des Westens dar und versucht zu zeigen, daß der biblisch fundierte Gottesglaube wesentlich zu dem unbestreitbaren Aufschwung und der kulturellen Dominanz des Westens beitrug, während die mystische, pantheistische und fatalistische Religion des Ostens wesentlich mit dazu beigetragen hat, daß dort ähnliche kulturelle Errungenschaften verhindert wurden.</p>
<p>
Dabei trägt der Autor durchaus manche interessante Einzelheiten zusammen; er zeigt etwa, daß der biblische Glaube an Gott als übernatürlichen Schöpfer aller Dinge, die nun unabhängig von Gott nach gewissen göttlichen Gesetzen und Ordnungen existieren, eine wichtige Voraussetzung für die systematische Forschen nach Naturgesetzen bildete, während der hinduistische Glaube, daß alles Äußerliche der Welt im Grunde nur Illusion bzw. eins mit Gott sei, solch eine wissenschaftliche Beschäftigung mit der Natur unmöglich machte. Auch im Rechtssystem zeigt er die Bezüge des heutigen westlichen Rechtsverständnisses zur Bibel oder weist auf die christlichen Motive der Politiker hin, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzten.</p>
<p>
Dennoch liegt diesem Buch ein fataler Irrtum zugrunde, und deshalb wirkt es nicht etwa erhellend für seine Leser, sondern geradezu verdunkelnd und irreführend. Obwohl sich Mangalwadi als evangelikaler Christ bekennt, ist er zutiefst getränkt von den Irrtümern des „Sozialen Evangeliums“, die überall in dem Buch zum Vorschein kommen. Er sieht es als die Mission des Christentums an, die Welt besser und christlicher zu machen, so wie er auch in Indien seine „Mission“ offenkundig in der Verbesserung der Lebensumstände indischer Bauern aus den niedrigen Kasten sah statt in der Ausbreitung des Evangeliums von der ewigen Errettung. Deshalb hatte er offenkundig keine Probleme, eine interreligiöse Gebetsveranstaltung mit dem hinduistischen Gandhi-Aschram abzuhalten (S. 62-64).</p>
<p>
Sein Blick auf die Segnungen der Bibel ist fast ausschließlich auf die gesellschaftlichen und kulturellen Wirkungen des Buches der Bücher beschränkt. Das eigentliche Anliegen der Bibel, den sündigen, von Gott abgewichenen Menschen zu einer Herzensumkehr und zur ewigen Errettung zu führen, findet sich bei ihm nur am Rande und sehr blaß. Er ist begeistert von den positiven zeitlichen und irdischen Früchten, die als Nebenprodukt der „christlichen Zivilisation“ anfielen, aber er schweigt von der Nutzlosigkeit dieser „Errungenschaften“ im Hinblick auf die ewige Errettung des Sünders vom göttlichen Gericht. „Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Oder was kann der Mensch als Lösegeld für sein Leben geben?“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+16%2C26&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 16,26</a>).</p>
<p>
Deshalb ist auch Mangalwadis Blick auf diese zeitlichen „Errungenschaften“ einseitig und letztlich irreführend. Er verschweigt in seinem Bemühen, die guten Auswirkungen der Bibel auf das Leben der Menschen zu betonen, daß in der Entwicklung des Westens überall – in den Naturwissenschaften, im Rechtswesen, im Sozialstaat – die biblischen Impulse vermischt wurden mit weltlich-heidnischem Denken. Im Endergebnis bildete sich zwar eine menschlich überlegene Zivilisation heraus, in der die Menschen aufgrund der Beachtung göttlicher Gebote gewisse Segnungen Gottes genossen.</p>
<p>
Aber geistlich gesprochen war und ist das „christliche Abendland“ durchgängig eine weltliche, heidnische Zivilisation, die von Unglaube und Ungehorsam, Sünde und Gottlosigkeit geprägt wurde und ihrem Wesen nach Finsternis war und nicht Licht, Reich dieser Welt und nicht Gottesreich. Daher war es nur folgerichtig, was der Autor ausblendet, daß dieses „Abendland“ in seiner historischen Entwicklung die anfänglichen Impulse aus der Bibel immer weiter hinter sich ließ. Mangalwadi übertreibt die positiven Auswirkungen der Bibel und des „Christentums“ und unterschlägt, daß diesem „Christentum“ das Entscheidende fehlt – nämlich der lebendige, rettende Glaube an den lebendigen, auferstandenen Retter Jesus Christus, um den es doch eigentlich geht.</p>
<p>
In der Geschichte der westlich-„christlichen“ Zivilisation wurde nicht das „Reich Gottes auf Erden“ gebaut, sondern der unbekehrte, sündige Mensch profitierte von einer gewissen Gottesfurcht und biblischen Wahrheiten, aber er löste sie aus dem biblischen Offenbarungszusammenhang und baute sie in sein weltliches, gottfeindliches System mit ein. Daher trug diese „christlichen Kultur“ auch alle möglichen widergöttlichen, sündigen Züge, die der Autor herunterspielt.</p>
<p>
Die Dynamik der „christlichen Zivilisation“ war notwendigerweise die, daß der Gottesbezug und die biblischen Elemente immer mehr verblaßten und im 20. Jahrhundert zunehmend offen verworfen wurden. Das bedauert der Autor und ruft zu einer „Rückbesinnung“ auf, doch das ist Wunschdenken und widerspricht der Lehre der Bibel. Die Abkehr der westlichen Heidenvölker von Gott ist im Großen unumkehrbar und wird nach dem prophetischen Wort der Bibel in der Herrschaft des Antichristen und dem bewußten Abfall der Namenschristenheit von Jesus Christus gipfeln.</p>
<p>
Offenkundig ist Mangalwadi wie viele moderne Evangelikale von dem Irrglauben Augustins überzeugt, die christliche Kirche müsse das Reich Gottes auf Erden verwirklichen. Er rechnet nicht, wie die Heilige Schrift, mit einer zunehmenden Gesetzlosigkeit und Gottlosigkeit der Welt, die schließlich zum Zorngericht Gottes führt, sondern hat eine allmähliche Höherentwicklung einer zunehmend christianisierten Welt im Auge, an der er Indien gerne teilhaben lassen möchte.</p>
<p>
So wird dieses Werk zu einem sehr wortreichen (608 Seiten) Plädoyer für das falsche „Soziale Evangelium“, was auch erklärt, weshalb einige moderne Evangelikale mit missionalen und emergenten Neigungen wie Dallas Willard oder Roland Werner es in den höchsten Tönen loben. Die Bibel ist nicht das „Buch der Mitte“ (der Titel hat eher Anklänge an fernöstliche New-Age-Theorien), sondern es ist das Buch des Lebens für alle jene, die die Wahrheit von Jesus Christus erfassen und durch Buße und Glauben zur Neugeburt durchdringen. Nicht Reform der Welt, sondern der Weg zum ewigen Leben, die herrliche Person des einzigen Retters und Mittlers Jesus Christus macht das Wesen dieses herrlichen Buches aus. Alles, was davon ablenkt, ist Verlust und nicht Gewinn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Rudolf Ebertshäuser   das-wort-der-wahrheit.de   27. 11. 2015</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/christentum-als-weltverbessernde-religion-das-falsche-soziale-evangelium-im-buch-der-mitte/">„Christentum“ als weltverbessernde Religion? Das falsche „Soziale Evangelium“ im „Buch der Mitte“</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein hilfreiches Buch über unseren geistlichen Kampf als Christen</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/ein-hilfreiches-buch-ueber-unseren-geistlichen-kampf-als-christen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2015 13:42:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ermutigung und Seelsorge]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2204</guid>

					<description><![CDATA[<p>Warren W. Wiersbe: Teuflische Strategien … und wie man sie durchschaut. Bielefeld: CLV 2015, Paperback, 128 S.   Der erfahrene Prediger und Bibellehrer Warren W. Wiersbe, der in Deutschland u.a. durch seine fortlaufenden Auslegungen der biblischen Bücher bekannt wurde („Sei weise“ usw.) hat schon 1979 ein Buch geschrieben, das eine wertvolle Hilfestellung für unseren geistlichen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/ein-hilfreiches-buch-ueber-unseren-geistlichen-kampf-als-christen/">Ein hilfreiches Buch über unseren geistlichen Kampf als Christen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4>Warren W. Wiersbe: <em>Teuflische Strategien … und wie man sie durchschaut</em>. Bielefeld: CLV 2015, Paperback, 128 S.</h4>
<p>
 <br />
Der erfahrene Prediger und Bibellehrer Warren W. Wiersbe, der in Deutschland u.a. durch seine fortlaufenden Auslegungen der biblischen Bücher bekannt wurde („Sei weise“ usw.) hat schon 1979 ein Buch geschrieben, das eine wertvolle Hilfestellung für unseren geistlichen Dienst und Kampf als Gläubige bietet. Dieses Buch ist unter dem Titel <em>„Teuflische Strategien“</em> im Herbst 2015 auf deutsch erschienen. Mit seinen biblisch fundierten, aber auch durch eine reiche Erfahrung in Gemeindearbeit und Seelsorge untermauerten Aussagen kann es dem Gläubigen, der dem Herrn dienen will, wichtige Ratschläge und Warnungen vermitteln, damit er im Kampf gegen den Widersacher überwinden kann.</p>
<p>Wiersbe kennzeichnet den gefallenen Engel, den Satan und Teufel in seinem Wirken als Verführer, Zerstörer, Herrscher und Verkläger. Er zeigt anhand biblischer Beispiele, wie der Feind unseren Geist durch Lügen und Irreführungen angreift, aber auch unseren Leib, unseren Willen, unser Herz und unser Gewissen. Das Buch zeigt anschaulich und an manchen Beispielen auf, wie der Feind Gläubige anzugreifen und vom Tun des Willens Gottes abzuhalten sucht. Das bietet Anlaß zur Selbstprüfung und kann helfen, gewisse „Brückenköpfe“ zu erkennen, über die der Feind Einfluß auf unser Leben nehmen und uns schaden will.</p>
<p>Wiersbe geht auch auf das Wirken des Teufels in christlichen Gemeinden ein und erklärt den Sinn der „geistlichen Waffenrüstung“ nach <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Epheser+6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Epheser 6</a>. Insgesamt ein wertvolles Buch, das viele Hilfestellungen für unser geistliches Leben bietet und uns zeigt, wie wir den Widersacher und seine listigen Anschläge überwinden können. Zum Verfasser muß man sagen, daß er als konservativer Evangelikaler in anderen Büchern neben guter Bibelauslegung auch gewisse neo-evangelikal geprägte Ansichten äußert, die ich nicht teilen kann, und sich m. E. nicht klar genug vom Neo-Evangelikalismus abgrenzt.<em> „Prüft alles, das Gute behaltet!“ </em>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Thess+5%2C21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Thess 5,21</a>) – im vorliegenden Buch habe ich viel Gutes gefunden.<br />
 </p>
<p>Rudolf Ebertshäuser   27. 11. 2015  das-wort-der-wahrheit.de</p>
<p> </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/11/ein-hilfreiches-buch-ueber-unseren-geistlichen-kampf-als-christen/">Ein hilfreiches Buch über unseren geistlichen Kampf als Christen</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Bestseller „Ich bin bei Dir“: Der unheimliche Erfolg der Sarah Young</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/05/bestseller-ich-bin-bei-dir-der-unheimliche-erfolg-der-sarah-young-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 May 2015 13:34:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Geistliche Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitereignisse im Licht der Bibel]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2250</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Die Bücher von Sarah Young zählen zu den absoluten Spitzenreitern auf dem deutschen christlichen Buchmarkt. Immer wieder finden sich Bücher wie Ich bin bei Dir, Immer bei Dir oder Komm zu mir auf den Bestsellerlisten, die IdeaSpektrum beim christlichen Buchhandel ermittelt. Vor allem junge Frauen sind von diesen Büchern begeistert, in denen angeblich „Jesus“ [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/05/bestseller-ich-bin-bei-dir-der-unheimliche-erfolg-der-sarah-young-2/">Bestseller „Ich bin bei Dir“: Der unheimliche Erfolg der Sarah Young</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Die Bücher von Sarah Young zählen zu den absoluten Spitzenreitern auf dem deutschen christlichen Buchmarkt. Immer wieder finden sich Bücher wie <em>Ich bin bei Dir, Immer bei Dir</em> oder <em>Komm zu mir</em> auf den Bestsellerlisten, die <strong><em>IdeaSpektrum</em></strong> beim christlichen Buchhandel ermittelt. Vor allem junge Frauen sind von diesen Büchern begeistert, in denen angeblich „Jesus“ direkt zum Leser spricht.</p>
<p>Nur wenige der Leser scheinen sich Gedanken zu machen, woher diese Botschaften denn wirklich kommen, die so schön zu ihrer Seele reden und so wohltuend klingen. Wir wollen hier etwas genauer untersuchen, aus welcher Quelle diese „Botschaften“ kommen, die die Missionarin Sarah Young niederschrieb. Wir wollen dies tun, weil Gottes Wort uns zu einer Prüfung der Geister ausdrücklich auffordert:<br />
 </p>
<div><strong>Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn es sind viele falsche Propheten in die Welt ausgegangen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+4%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 4,1</a>)</strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die hier angeführten Zitate aus dem „Andachtsbuch“ Sarah Youngs sind nach den Tagesandachten zitiert; die Zitate wurden alle von mir aus dem amerikanischen Original (1. Auflage 2008) übersetzt; der Wortlaut kann in der deutschen Übersetzung (Titel: <em>Ich bin bei Dir</em>) u.U. abweichen. Unterstreichungen sind überall von mir eingefügt; kursive Passagen sind auch im Original kursiv und sollen den Bezug zu Bibelworten andeuten.<br />
 <br />
 </p>
<h2>1. Sarah Young und ihre „Jesus-Botschaften“</h2>
<p> <br />
In dem ausführlichen Vorwort zur ersten Ausgabe ihres ersten Andachtsbuches<em> Jesus Calling</em> von 2008 schreibt Sarah Young darüber, wie sie zu diesem Buch kam (die deutsche Ausgabe hat den Titel: <em>Ich bin bei dir. 366 Liebesbriefe von Jesus</em>). Ihre Aussagen sind sehr aufschlußreich – so aufschlußreich, daß sie in späteren Nachauflagen einige zu offenherzige Passagen einfach wegließ. Wir erfahren nichts über eine biblische Bekehrung von Young; sie schildert ein mystisches Erlebnis, das sie in der Schweiz hatte (ich übersetze direkt aus der englischen Ausgabe):<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Plötzlich fühlte ich mich, als ob ein warmer Nebel mich einhüllte. Mir wurde eine liebliche Gegenwart bewußt, und meine unwillkürliche Antwort war, daß ich flüsterte ‚Süßer Jesus‘. Diese Äußerung war so untypisch für mich, und ich war schockiert, mich so zärtlich zu Jesus sprechen zu hören. Als ich diese kurze Mitteilung überdachte, wurde mir klar, daß sie die Antwort eines bekehrten Herzens war; in diesem Augenblick wußte ich, daß ich Ihm gehörte.“</div>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<p>
Diese „Erfahrung der Gegenwart Gottes“, wie es Young nennt, steht nicht in Übereinstimmung mit dem, was die Bibel über unser Glaubensleben als Kinder Gottes sagt. Es ist eine klassische mystische Geisterfahrung. Sie wurde aufgegriffen von katholischen Mystikern, besonders ein „Bruder Lorenz von der Auferstehung“, der im 17. Jahrhundert ein Buch über die mystische „Übung der Gegenwart Gottes“ verfaßte. Auch charismatische Verführungslehren und Praktiken wie „geistliche Kriegsführung“ und „Visualisierung“ spielten bei Young eine Rolle, die später einen Missionar heiratete und u.a. in Australien arbeitete:</p>
<p>Unsere miteinander verbundenen Dienste machten in unsere Familie eine intensive geistliche Kriegsführung nötig, und ich betete jeden Morgen um Schutz. Eines Morgens visualisierte ich beim Gebet Gott, wie er jeden von uns beschützte. Ich stellte mir erst unsere Tochter vor, dann unseren Sohn, und dann Steve, wie er von Gottes schützender Gegenwart umgeben war, das wie ein goldenes Licht aussah. Als ich für mich selbst betete, war ich plötzlich in strahlendes Licht und tiefen Frieden eingehüllt. Ich verlor jedes Zeitgefühl, als ich Gottes Gegenwart auf diese machtvolle Weise erlebte.</p>
<p>Ein weiterer Schritt hin zu fragwürdigen Geisteseinflüssen war die Lektüre des Buches <em>God Calling</em> (dt. „Hier spricht Gott“), in dem zwei anonyme Frauen die „Botschaften“ weitergaben, die sie angeblich im stillen „Hören auf Gott“ empfangen hatten. Young erzählt: „Dieses kleine Taschenbuch wurde (…) ein Schatz für mich. Es paßte bemerkenswert gut zu meinem Verlangen, in der Gegenwart Jesu zu leben“. Doch dieses Buch entstammt dem New Age und enthält gefälschte Geisterbotschaften in der ersten Person, die den esoterischen Frauen in Zeiten der Meditation angeblich eingegeben wurden.</p>
<p>Tatsächlich empfing Young bald danach die ersten Botschaften, die sie „innerlich hörte“ und dann niederschrieb. Young gesteht in Worten zu, daß diese „Botschaften“ nicht wie die Worte der Bibel behandelt werden können: „Ich wußte, daß diese Aufschriebe nicht inspiriert waren wie die Schrift, aber sie halfen mir, näher zu Gott zu wachsen“. Auf der anderen Seite behauptet sie in Übereinstimmung mit charismatischen und mystischen Irrtümern: „Ich glaube auch, daß Er immer noch zu denen spricht, die auf Ihn hören“ und verweist dabei auf <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+10%2C27%3A+&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 10,27: </a><strong>„Meine Schafe hören meine Stimme“</strong>.</p>
<p>Young rechtfertigt dann die Veröffentlichung ihrer privaten Aufzeichnungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Diese Gewohnheit, auf Gott zu hören, hat meine intime Nähe zu Gott mehr als irgendeine andere geistliche Übung verstärkt; deshalb möchte ich einige der Botschaften weitergeben, die ich empfangen habe. Es scheint, daß Leute in vielen Teilen der Welt nach einer tieferen Erfahrung der Gegenwart und des Friedens Jesu suchen. Die folgenden Botschaften beantworten dieses empfundene Bedürfnis. Natürlich ist die Bibel das einzige irrtumslose Wort Gottes; meine Niederschriften müssen mit diesem unveränderlichen Maßstab übereinstimmen. Ich habe sie aus der Sicht von Jesus geschrieben, d.h. die erste Person Einzahl (Ich, Mir, meiner) bezieht sich immer auf Christus. „Du“ bezieht sich auf Sie, den Leser; die Perspektive ist also die, daß Jesus zu Ihnen spricht.</p>
<p> <br />
 <br />
<strong><em>Die Faszination des „redenden Jesus“</em></strong><br />
 <br />
Hierin liegt genau die faszinierende Anziehungskraft, welche die Bücher von Sarah Young auf ihre meist weibliche Leserschaft ausüben. Die in der Ich-Form geschriebenen Botschaften eines Geistwesens namens „Jesus“ erwecken den Anschein einer Unmittelbarkeit und Intimität, die die Leserinnen und Lesern in ihrem Glaubensleben scheinbar vermissen. Dieser „Jesus“ spricht zu ihnen so persönlich und nahe, wie dies scheinbar in der Heiligen Schrift nicht der Fall ist.</p>
<p>Ähnlich wie viele andere Mystiker und Charismatiker sichert sich Young gegen bibeltreue Bedenken scheinbar ab, indem sie einräumt, daß ihre Niederschriften nicht mit der Heiligen Schrift gleichzustellen seien. Auf der anderen Seite behauptet sie, Jesus Christus würde heute noch in vernehmbarer Stimme zu einzelnen auserwählten Gläubigen reden; sie hält also daran fest, daß diese Botschaften von dem Herrn Jesus Christus der Bibel stammten.</p>
<p>Doch ist diese Behauptung glaubwürdig? Sicherlich gibt es Hunderttausende von Lesern, die Young das gerne und unbekümmert abnehmen, die so angetan sind von den süßen Botschaften dieses „Jesus“, daß sie immer wieder neue Nachfolgebücher kaufen und das Buch auch anderen als „Geheimtip“ empfehlen. Und spricht nicht das von Young angeführte Wort unseres Herrn ebenfalls dafür, daß es solch ein direktes Reden geben könnte? Doch die bibeltreuen Gläubigen haben dieses Wort alle im bildlichen Sinn verstanden: Sie bezeugten, daß der Herr Jesus, ihr guter Hirte, <em>durch Sein Wort, die Bibel</em>, immer wieder zu ihnen spricht und sie in Seinem niedergeschriebenen, ein für allemal überlieferten Schriftwort die Stimme des Herrn hören konnten.</p>
<p>Es gibt mindestens vier Gründe, weshalb dieses Geistwesen, das zu Young sprach und ihr „Botschaften“ übermittelte, nicht der biblische, echte Herr Jesus Christus war:</p>
<p> <br />
<strong><em>1. Gottes Wort macht deutlich, daß die Zeiten, als der Herr so unmittelbar zu Menschen redete, vorbei sind.</em></strong></p>
<p><strong>Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen zu uns geredet durch den Sohn. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr+1%2C1-2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr 1,1-2</a>)</strong></p>
<p>
Hier wird ausgesagt, daß Gott durch den Sohn geredet <em>hat</em> (Perfekt), daß dies eine vergangene, abgeschlossene Handlung ist, die aber Bedeutung auch für die Gegenwart hat. Gott redete durch den Sohn, als der Herr als Mensch auf der Erde weilte; dieses Reden finden wir in den vier Evangelien. Gott redete ebenfalls durch den Sohn, als der erhöhte Christus durch die Apostel und Propheten die übrigen Schriften des Neuen Testaments niederschreiben ließ. Aber mit dem Abschluß des Neuen Testaments hat das unmittelbare Offenbarungsreden Gottes durch den Sohn aufgehört. Gott redet zu uns durch Sein ein für allemal überliefertes Wort, wenn wir es Lesen und der Heilige Geist es uns aufschließt und auf unsere Lebenssituation anwendet. Das wird auch bestätigt durch das Wort des Herrn an die Jünger, als er sie auf Seinen Abschied vorbereitete: </p>
<p><strong>Dies habe ich zu euch gesprochen, während ich noch bei euch bin; der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+14%2C25-26&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 14,25-26</a>)</strong></p>
<p>Hier wird nicht davon gesprochen, daß Christus unmittelbar zu den Jüngern nach Seiner Himmelfahrt weitere reden würde, sondern der Geist Gottes würde sie lehren und erinnern. Auf die Situation der Gläubigen späterer Zeiten angewandt bedeutet das, daß Christus nicht unmittelbar zu ihnen reden würde, sondern daß der Heilige Geist die niedergeschriebenen Worte Jesu Christi benutzen würde, um die Gläubigen zu lehren und zu leiten. In gerade demselben Sinn sagt Er unmittelbar danach: <strong>„Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und in mir hat er nichts“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+14%2C30&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 14,30</a>). Sein direktes Reden würde also mit Seiner Himmelfahrt beendet sein.</p>
<p>Auch Seine Abschiedsworte in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+28&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 28</a> weisen darauf hin, daß Sein Reden mit Seiner Himmelfahrt beendet sein würde: <strong>„… und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+28%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 28,20</a>). Christus würde den späteren Generationen Seiner Jünger nicht immer wieder neue Offenbarungen geben, sondern die Jünger sollten die nachfolgenden Generationen von Gläubigen alles lehren, was der Herr ihnen in Seinen Erdentagen befohlen hatte. Der Herr würde bei ihnen sein, aber nicht als ständig redender Begleiter; sondern unsichtbar durch den Heiligen Geist, der in den Gläubigen Wohnung nehmen würde.</p>
<p> <br />
<strong><em>2. Die Botschaften wurden unter Umständen empfangen, die auf spiritistische Mystik hindeuten und nicht auf biblischen Glauben.</em></strong></p>
<p>Young gibt nirgends von einer biblischen Bekehrung und Wedergeburt Zeugnis. Das oben geschilderte mystische „Bekehrungserlebnis“ in der Schweiz enthält keine Züge einer biblischen Bekehrung. Weder gab es bei Young eine Überführung von ihrer eigenen Sündhaftigkeit und Verlorenheit vor einem heiligen Gott, noch finden wir ein Zeugnis, daß das Bibelwort, das Wort des Evangeliums sie von dem vollkommenen Sühnopfer des Herrn Jesus überzeugt hätte, noch sehen wir eine biblische Buße und Ganzhingabe an Christus.</p>
<p>Stattdessen finden wir ein spiritistisch anmutendes Erlebnis einer unbestimmten Wärme und Geistesgegenwart. Die unangemessene Intimität der spontanen Äußerung von Young „Süßer Jesus“ ist eher ein Hinweis auf eine mystische Irreführung als auf biblisches Geisteswirken. Solche fleischlich-emotionale Gefühlsduselei finden wir bei katholischen Mystikerinnen. Es ist bezeichnend, daß jedes Element der Ehrfurcht vor dem heiligen Herrn fehlt, der auch stets nur als „Jesus“ angeredet wird, nicht als „Herr“, wie es doch der Geist Gottes bewirkt (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+12%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 12,3</a>).</p>
<p>Das zweite mystische Erlebnis, während sie „Gottes Schutz visualisierte“, beweist, daß Young, bevor sie die „Botschaften“ ihrer Bücher empfing, bereits in gefährliche charismatische und spiritistische Praktiken verwickelt war, die magischen Charakter tragen. „Visualisierung“ bedeutet die aktive, gelenkte Gedankenvorstellung, mit der der Mensch Geistwesen dazu bringen will, bestimmte Dinge zu tun. Das ist eine uralte schamanische und magische Technik, die mit biblischem Glauben nichts zu tun hat, sondern in schärfstem Widerspruch dazu steht. Aber diese magischen Gedankentechniken erleben in der heutigen Charismatik wie auch in mystischen Zirkeln der Evangelikalen eine Renaissance.</p>
<p>Die Erfahrung der „schützenden Gegenwart“ war also mit Sicherheit eine gefälschte spiritistisch verursachte trügerische Erfahrung, die mit dem Gott der Bibel nichts zu tun hat. Doch diese trügerische „Erfahrung der Gegenwart“ (im englischen Original <em>„Presence“</em>) war offenkundig der Schlüssel zu den späteren mystischen Erlebnissen der „Gegenwart“ des falschen „Jesus“, die ihr ganzes Buch durchziehen.</p>
<p>Der Umstand, daß ein ausgesprochen spiritistisches Buch mit New-Age-Hintergrund Young unmittelbar zum Empfang von „Botschaften von Gott“ inspiriert hat, sollte jeden nüchternen Christen ebenfalls warnen. Young hat den Titel ihres ersten großen Bucherfolges <em>Jesus Calling</em> („Hier spricht Jesus“) direkt an den Titel des New Age-Buches <em>God Calling </em>(„Hier spricht Gott“) angelehnt. Die Art, wie Young ihre angeblichen „Botschaften“ empfangen hat, entspricht dem „Channeling“, dem Botschaftsempfang spiritistischer Schreibmedien, die sich zuerst meditativ in einen passiven, entspannten Geisteszustand bringen, bevor sie „hören“ können, was die Geister ihnen sagen.</p>
<p>Genau in denselben passiv-entspannten, offenen Geisteszustand will der falsche „Jesus“ auch seine Leser bringen, damit sie auch „hören“ können:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Entspanne in meiner heilenden Gegenwart (…) Laß das Licht Meiner Gegenwart Dich durchdringen, während du deine Gedanken auf mich konzentrierst (2. Januar)</p>
<div style="padding-left: 30px;">Bitte meinen Geist, dein Bewußtsein zu kontrollieren (6. Januar) [Gebet zum Heiligen Geist kennt die Bibel nicht!]</p>
<p>Sitze ruhig in Meiner Gegenwart, während Ich dich segne. Mache dein Bewußtsein wie einen stillen Wasserteich, bereit, alle Gedanken zu empfangen, die ich hineinfallen lasse. (5. August)</p></div>
<p> <br />
 <br />
<strong><em>3. Der Herr warnt ausdrücklich vor Verführern, die behaupten, daß Christus durch sie spricht   </em></strong></p>
<p>Der falsche „Jesus“ der Sarah Young sagt einmal „<u>Ich bin Christus</u> in dir, die Hoffnung der Herrlichkeit“. Diese Behauptung „Ich bin Christus“ erinnert uns an die Warnung unseres Herrn vor Verführern, die genau das behaupten werden:<br />
 </p>
<div><strong>Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,5</a>)</strong></div>
<div> </div>
<p>Das kann sich auf falsche Messiasse beziehen, die unmittelbar behaupten, sie seien der echte Messias. Aber wenn das viele sein werden, die noch dazu unter dem Namen Jesu Christi auftreten, dann liegt auch die Deutung nahe, daß es hier um falsche Propheten geht, die beanspruchen, daß Christus in der Ich-Form durch sie spricht – so wie dies in der Geschichte der Gemeinde oftmals der Fall war, nicht zuletzt in der Pfingst- und Charismatischen Bewegung. Genau dies geschieht aber auch in Sarah Youngs Büchern! Unser Herr spricht aber das letzte Mal in der Ich-Form im Buch der Offenbarung, und Er warnt dort ausdrücklich, daß jeder, der zu dieser letzten und höchsten Prophetenoffenbarung etwas hinzufügt, dem Gericht verfallen ist (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+22%2C16-22&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 22,16-22</a>)!</p>
<p> <br />
<strong><em>4. Der Inhalt der Botschaften stimmt nicht mit der Lehre des Neuen Testaments überein, sondern enthält mystische Verfälschungen und einen ungesunden, schwärmerischen Glauben, der vom Schauen und Spüren lebt.</em></strong></p>
<p>Wenn Young sagt, daß sie selbst davon ausgeht, daß die Inhalte ihrer „Jesus-Botschaften“ der Heiligen Schrift entsprechen müssen, dann erfüllt sie diesen Maßstab in keiner Weise. Daß so wenige Leser dies merken, ist ein beunruhigendes Symptom für eine schlimme Unwissenheit in bezug auf die Lehre der Heiligen Schrift. Wir wollen im nächsten Abschnitt einige wesentliche Punkte benennen, in denen Youngs Buch eine völlig unbiblische, von Mystik und heidnischen religiösen Vorstellungen geprägte Botschaft weitergibt, die die Leser ernstlich in die Irre führt.<br />
 <br />
 </p>
<h2>2. Irreführende Inhalte in dem Andachtsbuch <em>Jesus Calling / Ich bin bei Dir</em></h2>
<p> <br />
Wir wollen im folgenden einige Beispiele für Aussagen anführen, die der „Jesus“ von Sarah Young ihr eingab und die klar im Widerspruch zur Heiligen Schrift stehen und die Leser verführen. Die Übereinstimmung mit der heiligen Schrift sollte ja für jeden gläubigen Christen der Maßstab zur Prüfung alles dessen sein, was er hört oder liest. Wir sollen ja nach Gottes ausdrücklichem Willen alles prüfen und nur das Gute behalten (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Thess+5%2C21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Thess 5,21</a>). Young selbst sagt, wie schon erwähnt, in ihrem Vorwort, daß sie überzeugt ist, alle ihre Botschaften stünden in Übereinstimmung mit der Bibel. Doch das erweist sich bei näherem Hinsehen als Selbsttäuschung.</p>
<p>Das Faszinierende und für die Leser Attraktive an Youngs Botschaften ist ja gerade, das der „Jesus“, der sich Young angeblich offenbarte, in der Ich-Rede ganz persönlich auch zum Leser zu sprechen scheint. Streng genommen behauptet Young ja nur, er spreche zu ihr selbst; aber indem sie diese Botschaften einem Millionenpublikum weitergibt, macht sie sich gleichsam zu einer Prophetin und behauptet, die von ihr empfangenen Botschaften würden für alle Leser gelten. Damit entsteht der Anschein einer erhebenden Unmittelbarkeit; die Leser können sich fühlen wie ein Apostel Paulus, dem der Herr persönlich erschien und direkt zu ihm redete.<br />
 <br />
 <br />
<strong>a) Das zentrale Thema der mystischen „Gegenwart“</strong><br />
 <br />
Der durchgängige, alles prägende rote Faden der 366 Botschaften, die Young zusammengestellt hat, ist die bestimmende Rolle der „Gegenwart“ des auftretenden „Jesus“ im Frömmigkeitsleben, das Young ihren Lesern nahelegt. Mindestens 377 Mal spricht die „Jesusgestalt“ Youngs von „Meiner Gegenwart“ (im Original <em>„My Presence“</em>, wobei das durchgängig verwendete große „M“ suggerieren soll, hier handele es sich um göttliche Gegenwart).</p>
<p>Diese „Gegenwart“ wird als geheimnisvolle, erfahrbare Präsenz dargestellt, die in Übereinstimmung mit den geschilderten mystischen Erlebnissen Youngs steht; sie wird als „strahlendes Licht“ geschildert, das den Hörenden umgibt, und auch als „Wärme“. Diese „Gegenwart“ umgibt die Hörenden, sie tauchen darin ein, sie durchströmt sie. Aus dieser fühlbaren „Gegenwart“ redet der „Jesus“ Youngs innerlich zu den Hörenden und vermittelt ihnen Gefühle wie Frieden, Geborgenheit, Freude. Diese fühlbare mystische „Gegenwart“ wird zu einem Ersatz für die unsichtbare Person des Herrn Jesus Christus.</p>
<p>Der Geist, der zu Young spricht, erweckt den Eindruck, er sei identisch mit dem verherrlichten Sohn Gottes, an den alle Christen glauben. Doch das ist eine üble Täuschung; es handelt sich hier um einen falschen, betrügerischen Geist. Der Satan verstellt sich heute mehr denn je als Engel des Lichts (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+11%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 11,14</a>), und diese „Jesusgestalt“ sucht die Liebe und Anbetung der Christen auf sich zu ziehen statt auf den wahren Herrn, der nicht auf diese betrügerische mystische Weise erfahrbar ist.<br />
 <br />
 <br />
<strong><em>Die mystische „Übung der Gegenwart Gottes“</em></strong><br />
 <br />
Einige Beispiele für dieses mystisch-spiritistische Verständnis von „Gegenwart“ seien genannt: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Behutsam kündige Ich Meine Gegenwart an. Schimmernde, strahlende Farben klopfen sanft bei deinem Bewußtsein an und suchen Eingang. Obwohl ich alle Macht im Himmel und auf Erden habe, gehe ich unendlich zärtlich mit dir um. Laß deine Schwachheit eine Tür zu Meiner Gegenwart sein. (8. Januar)</p>
<div style="padding-left: 30px;">
Entspanne dich in Meiner heilenden Gegenwart. (…) Bringe dein Bewußtsein zurück zu Mir, damit ich Dich erfrischen und erneuern kann. Laß das Licht Meiner Gegenwart in dich eindringen, indem du deine Gedanken auf Mich konzentrierst. (2. Januar)<br />
 </div>
<p>Dieser starke Akzent auf die „Gegenwart“ eines mystischen „Jesus“ ist nichts Neues und keineswegs eine Erfindung von Young. Das Buch enthält vielmehr Anleitungen zu einer uralten mystischen Praxis, die im Rahmen der evangelikalen „neuen Spiritualität“ (Richard Foster u.a.) sowie unter vielen Charismatikern neu entdeckt wurde: die katholisch-mystische<em> Übung der Gegenwart Gottes</em>, wie sie besonders durch die Schriften des Mystikers „Lorenz von der Auferstehung“ geschildert wurden.</p>
<p>In direktem Anklang an die inzwischen wieder sehr populären Schriften des „Bruders Lorenz“ spricht der falsche „Jesus“ von Young über diese mystische Übung als über eine Disziplin, die es zu erlernen gilt (im Engl. <em>„Practising the Presence“</em>) und empfiehlt sie den Lesern: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Übung, in Meiner Gegenwart still zu sein, ist beinahe eine verlorengegangene Kunst, doch gerade diese Stille ermöglicht es dir, meine ewige Liebe zu erfahren. (1. Dezember)</p>
<div style="padding-left: 30px;">
Übe Meine Gegenwart, indem du die Übung der Dankbarkeit praktizierst. (24. Juni)</div>
<p>
Der trügerische Geist, der die Symptome einer angeblichen „göttlichen Gegenwart“ hervorruft, fordert seine Anhänger zur völligen Öffnung für sich auf, zu einer Ergebung, die alle Vorbehalte und Verstandeskontrolle fallenläßt, verbunden mit körperlicher Entspannung und Stille. Das ist typisch auch für den charismatischen Verführungsgeist: </p>
<p style="padding-left: 30px;"><u>Öffne dich völlig Meiner umgestaltenden Gegenwart</u>. Laß Mein strahlendes Liebeslicht verborgene Ängste suchen und zerstören. Dieser Prozeß benötigt Zeit, während Meine Liebe in dein innerstes Wesen eindringt und es erfüllt. (28. Juni)</p>
<div style="padding-left: 30px;">
Deine Aufgabe ist es, für alles offen zu sein, das Ich in dir tue. <u>Versuche nicht, das Strömen Meines Geistes durch dich zu kontrollieren. Konzentriere dich einfach ständig auf mich, während wir gemeinsam durch diesen Tag gehen. Genieße Meine Gegenwart</u>, die dich mit Liebe, Freude und Frieden durchdringt. (13. Juli)</div>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<p>Die mystische Übung der „Gegenwart“ soll schon gleich am Morgen begonnen werden und erfordert beträchtliche Disziplin; sie soll möglichst oft am Tag wiederholt werden und idealerweise dazu führen, daß der Meditierende ständig dieses Empfinden der mystischen „Gegenwart“ hat. Dabei werden Mantra-ähnliche Techniken wie das ständige Flüstern des Namens „Jesus“ empfohlen: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn du morgens aus dem Bett kommst, <u>sei dir Meiner Gegenwart bei dir bewußt. (…) Lade mich in deine Gedanken ein, indem du Meinen Namen flüsterst</u>. Plötzlich wird dein Tag hell und fühlt sich benutzerfreundlicher (!!) an. Du kannst nicht einen Tag fürchten, der energiegeladen mit Meiner Gegenwart ist. (29. Juli)</p>
<p> <br />
<strong> </strong><br />
<strong> <em>Charismatische und mystische Irrtümer in den Botschaften</em></strong><br />
 <br />
Der falsche „Jesus“ verfälscht Bibelworte, indem er die mystische Formel der „Gegenwart“ an die Stelle setzt, wo eigentlich die Person des wahren Gottes bzw. des Wortes Gottes stehen:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;"><em>Nichts kann dich von Meiner Gegenwart trennen!</em> Das ist die Grundlage deiner Sicherheit. (5. Juli)</p>
<p>Ich werde dir zeigen, wie du deine Zeit und Kraft verwenden sollst. <em>Mein Wort ist eine Leuchte für deine Füße; <u>Meine Gegenwart ist ein Licht für deinen Weg</u>. </em>(10. August)</div>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<p>Das Ergebnis ist dann, daß der „Glaube“ und die „Sicherheit“ der mystischen Jünger nur noch auf dem Spüren und Erleben der falschgeistigen „Gegenwart“ beruht anstatt auf dem Wort Gottes! Und wenn die Bibel sagt, daß das WORT das Licht auf unserem Weg ist, so macht der trügerische Geist daraus die mystischen Eingebungen und inneren Stimmen der „Gegenwart“!<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;"><u>In Meiner Gegenwart erlebst du Liebe und Licht, Frieden und Freude</u>. Ich bin aufs innigste in all deinen Momenten beteiligt, und ich trainiere dich, zu jeder Zeit dich Meiner bewußt zu sein. (25. August)</p>
<p><u>Genieße die Wärme Meiner Gegenwart, die auf dich scheint. Fühle, wie Dein Gesicht prickelt, während du dich in meinem Liebeslicht aalst. (7. September)</u></p>
<p>Ich sorge für dich. <u>Fühle die Wärme und Sicherheit, da du eingehüllt bis in Meine liebende Gegenwart</u>. (…) Deshalb mußt du <em>durch den Glauben leben, nicht durchs Schauen</em>, <u>indem du auf meine geheimnisvolle, majestätische Gegenwart vertraust.</u> (12. Dezember)</div>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<p>Der falsche „Jesus“ vermittelt den „hörenden“ Anhängern seiner „Gegenwart“ auch das erhebende Gefühl, zu einer auserwählten Elite zu gehören, die die besondere Wertschätzung dieser „Jesusgestalt“ besitzt – eine Taktik, die von altersher in der Mystik wie auch der Charismatik angewandt wird, um die Verführten fest an die Verführung zu binden:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Ich begegne dir in der Stille deiner Seele. Dort verlange ich danach, mit dir Gemeinschaft zu haben. <u>Eine Person, die für Meine Gegenwart offen ist, ist außerordentlich kostbar für Mich.</u> (…) Ich beobachte alle deine Bemühungen und <u>werde gesegnet </u>durch jeden einzelnen deiner Versuche, Mein Angesicht zu suchen. (4. April)</div>
<p> <br />
 <br />
<strong>b) Das betrügerische Wesen des „Jesus“ bei Sarah Young</strong><br />
 <br />
Man könnte sehr viele Stellen anführen, an denen ein Vergleich mit den Aussagen der Heiligen Schrift zeigt, daß der „Jesus“ von Sarah Young ein andersartiger, betrügerischer „Jesus“ ist, der mit dem herrlichen Sohn Gottes, an den wir glauben, nichts gemein hat. Wir wollen nur einige wenige Aussagen kurz beleuchten.</p>
<p>Was zunächst auffällt, ist der Pantheismus oder genauer gesagt: Pan-en-theismus, der die Aussagen von Youngs „Jesus“ als dämonischen Betrug erweist. Pantheismus ist die heidnisch-mystische Lehre, daß Gott angeblich alles umfasse und daß letztlich alles Geschaffene identisch mit Gott sei; das lehrt z.B. der Hinduismus. Eine Spielart ist eben der Panentheismus, wie wir ihn bei Young finden. Diese Verführungslehre besagt, daß Gott bzw. Christus<em> in allen Dingen</em> sei, während die Bibel klar lehrt, daß der ewige Gott und die gefallene Schöpfung voneinander getrennt sind und daß Gott zwar in der Schöpfung allgegenwärtig ist und alles regiert, aber nicht <em>in</em> allem ist, sondern daß die gefallene Schöpfung tot ist. Ganz im Gegensatz dazu schreibt Young:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Wenn du entschlossen bist, Mich in einem Tag zu finden, entdeckst du, <u>daß die Welt sprühend lebendig ist mit Meiner Gegenwart</u>. (25. Juli)</p>
<p>Wenn du Mein Angesicht suchst, dann lege die Gedanken an alle anderen Dinge ab. Ich bin über allem, <u>und zugleich auch in allem</u>; deine Gemeinschaft mit Mir übersteigt sowohl die Zeit als auch die Umstände. (8. Juli)</div>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<p>Auf der anderen Seite leugnet die Mystik die Souveränität und Herrlichkeit Gottes, der von Seinen Geschöpfen nicht abhängig ist, sondern sich in erbarmender Liebe zu ihnen herabneigt, obgleich Er ihrer nicht bedarf. Der falsche „Jesus“ von Young macht, ähnlich wie in der charismatischen Verführung, sich vom Menschen abhängig und kann vom Menschen sogar „gesegnet“ werden, wobei dies nach der Schrift unmöglich ist, weil immer der Höhergestellte den geringeren segnet:<br />
 </p>
<div><strong>Nun ist es aber unwidersprechlich so, daß der Geringere von dem Höhergestellten gesegnet wird (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr+7%2C7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr 7,7</a>)</strong></div>
<p>
Demgemäß ist es im Grunde eine Lästerung, wenn der falsche „Jesus“ von Young behauptet, seine mystischen Anhänger könnten ihn segnen: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich, Derjenige, von dem alle Segnungen hervorströmen, <u>werde auch gesegnet durch unsere Zeit miteinander. Das ist ein tiefes Geheimnis</u>, versuche es nicht auszuloten. (2. August)</p>
<div style="padding-left: 30px;"> </div>
<div>Es ist von daher erschreckend, daß der falsche „Jesus“ in dem Buch mehrmals seine irregeleiteten Anhänger auffordert, ihn anzubeten (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+4%2C9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 4,9</a>):<br />
 </div>
<div style="padding-left: 30px;">Wenn du ganz auf Mich ausgerichtet bist, erlebst du sowohl Meine Gegenwart als auch Meinen Frieden. Bete mich an als König der Könige und Fürst des Friedens. (2. Dezember)</p>
<p>Antworte auf Meine liebende Gegenwart damit, daß du mich <em>im Geist und in der Wahrheit anbetest</em>. (12. Oktober)</div>
<p> <br />
 <br />
<strong>c) Verführung zu mystisch-meditativen und charismatischen Praktiken</strong><br />
 <br />
Der irreführende Grundcharakter der Botschaften von Young zeigt sich auch noch in anderen Bereichen. Immer wieder bringt der falsche „Jesus“ in seinen Botschaften Hinweise auf eindeutig schwarmgeistige Lehren und Praktiken, die teilweise in charismatischen Kreisen auftreten, teilweise auch in mystischen Zirkeln. Offenkundig ist Young, obwohl sie Missionarin der evangelikal-calvinistischen <em>Presbyterian Church in America</em> ist, gleichzeitig praktizierende Charismatikerin.</p>
<p>Immer wieder fordert der falsche „Jesus“ Youngs die Leser auf, zu dem Geist zu beten, den er für den Heiligen Geist ausgibt (vgl. u.a. auch 21. Oktober; 4. Oktober; 21. September; 3. August; 20. Juni). Die Bibel kennt aber das Gebet zum Heiligen Geist nicht, nur das Gebet zum Vater und zum Sohn. Dagegen ist das Gebet zum Geist die beständige Praxis der Charismatiker, von deren verführerischer Frömmigkeit Young erkennbar stark beeinflußt ist.</p>
<p>Wenn wir die Warnungen der Schrift vor dem Wirken verführerischer Geister bedenken (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+4%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 4,1</a>), ist es erschreckend, daß die Leser mehrfach aufgefordert werden, sie sollten den in den mystischen Erlebnissen wirkenden Geist bitten, ihr Denken ganz zu kontrollieren (vgl. u.a. auch 3. August; 6. Januar; 11. Juni): </p>
<p style="padding-left: 30px;"><u>Bitte Meinen Geist, Dein Denken zu kontrollieren</u>, denn Er und Ich arbeiten in vollkommener Harmonie zusammen. Sei still und aufmerksam in Meiner Gegenwart. (6. Juli)</p>
<div style="padding-left: 30px;">
Sitze still in Meiner Gegenwart und <u>laß dabei Meine Gedanken dein Denken umprogrammieren</u>. (9. Juli)</div>
<p>
Elemente seelisch-fleischlicher „Selbstverwirklichung“, wie sie bei den Charismatikern üblich sind, wie „heiliges Lachen“ oder ekstatischer Tanz, finden sich auch in dem Buch:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Ich bin das feste Fundament, <u>auf dem du tanzen und singen und Meine Gegenwart feiern kannst. Das ist Meine hohe und heiligte Berufung für dich</u>, nimm sie als kostbares Geschenk an. (19. Juni)<br />
 </div>
<div style="padding-left: 30px;">Entspanne dich und erkenne, daß Ich <em>Gott mit dir</em> bin. (…) <u>Gelächter erleichtert deine Last und erhebt dein Herz in himmlische Örter. Dein Lachen seigt auf zum Himmel und verschmilzt dort mit engelhaften Melodien des Lobpreises. </u>(17. Juni)</div>
<p>
Immer wieder verspricht der falsche „Jesus“, wie auch in der Charismatik, daß das Leben ein „Abenteuer“ werden soll:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Staune über die Schönheit eines Lebens, das mit Meiner Gegenwart verknüpft ist. Juble, während wir miteinander in vertrauter Gemeinschaft reisen.<u> Genieße das Abenteuer, dich selbst zu finden,</u> <u>indem du dich in Mir verlierst</u>. (30. Dezember)</p>
<p>Anstatt nach einem vorhersagbaren, sicheren Lebensstil zu streben, strebe danach, Mich tiefer und weiter zu erkennen. <u>Ich sehne mich danach, dein Leben zu einem herrlichen Abenteuer zu machen, aber du mußt aufhören, an alten Wegen festzuhalten. Ich wirke immer etwas Neues in meinen Geliebten</u>. Halte Ausschau nach alle dem, was ich für dich bereitet habe. (5. Juli)</div>
<p>
Wenn wir diesen verführerischen Spruch mit der Lehre des wahren Herrn Jesus Christus vergleichen, wird uns hoffentlich der teuflische Betrug offenbar:<br />
 </p>
<div><strong>Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+16%2C24-25&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 16,24-25</a>)</strong><br />
 </div>
<p> <br />
<strong><em>Die gefährliche Irreführung einer „Vereinigung mit der Gottheit“</em></strong><br />
 <br />
Zu dem Betrug gehört auch die mystische „Vereinigungs“versprechung, die durch den völlig unbiblischen Ausdruck „indem du dich in Mir verlierst“ angedeutet wird. Das ist keineswegs die Frucht eines biblisch gesunden Glaubenslebens. Dahinter steht eine typische mystische Verführungslehre, die besagt, daß der mystische Gottheit und der Mystiker miteinander verschmelzen und eine mystische Vereinigung eingehen (<em>unio mystica</em>).</p>
<p>Demgegenüber lehrt die Bibel, daß der ewige, heilige Gott zwar mit den wahren Gläubigen Gemeinschaft hat, daß es aber keineswegs zu einem <em>Einswerden</em> oder einer <em>Verschmelzung</em> zwischen Gott und erlösten Menschen kommt (vgl. dazu R. Ebertshäuser, <em>Meditation und Mystik für Christen?</em>). Diese mystische Irrlehre diese finden wir in den Botschaften von Young mehrfach:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Indem du in allen Dingen mit mir zusammenarbeitest, gestattest du es, <u>daß Mein Leben mit deinem verschmilzt</u>. Das ist das Geheimnis nicht nur eines freudigen Lebens, sondern auch eines siegreichen Lebens. (13. April)</p>
<p>Ich habe dich dazu geformt, <u>daß du in Vereinigung mit mir leben sollst </u>(…) In der Vereinigung mit mir bist du vollständig. (16. September) (engl. <em>union</em> = <em>unio mystica</em>)</div>
<div style="padding-left: 30px;">
Ruhe in Meiner strahlenden Gegenwart! (…) Es gibt ein Ruhekissen im Zentrum deines Lebens, <u>wo du in Vereinigung (engl. <em>union</em> = <em>unio mystica</em>) mit Mir lebst</u>. Kehre zu diesem beruhigenden Zentrum zurück, sooft du kannst, denn dort wirst du mit Kraft gestärkt… (9. März)<br />
 </div>
<p> <br />
<strong><em>Der Mißbrauch des Namens „Jesus“</em></strong><br />
 <br />
Auch die mystische und charismatische Praxis des „immerwährenden Herzensgebets“ taucht bei Young in abgewandelter Form auf. Der trügerische „Jesus“ fordert seine Anhänger auf, immer wieder den Namen „Jesus“ zu flüstern, weil dieser Name eine besondere Kraft habe.</p>
<p>Das mag viele Gläubige verwirren, aber leider ist es so, daß der Name „Jesus“ an und für sich auch zu offen magischen und verführerischen Zwecken mißbraucht werden kann. Zauberer und Spiritisten bedienen sich dieses wunderbaren Namens, und auch die charismatischen und mystischen falschen Propheten führen ihn ständig im Munde, wie ja auch vorhergesagt wurde:<br />
 </p>
<div><strong>Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+7%2C22-23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 7,22-23</a>)</strong></p>
<p><strong>Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, daß euch niemand verführt! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C4-5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,4-5</a>)</strong></div>
<p>
Es gibt eben durch den Betrug des Teufels auch zahlreiche irreführende Geister, die unter dem Namen „Jesus“ auftreten; vielfach wird ein „anderer Jesus“ verkündet und angerufen, bei den Mystikern, in der römischen Kirche, bei den Charismatikern oder bei den Liberaltheologen. Es ist bezeichnend, daß sie alle nicht von dem <em>Herrn Jesus Christus</em> sprechen, sondern nur den Namen „Jesus“ verwenden (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+12%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 12,3</a>). So lesen wir immer wieder bei Young (vgl. auch 9. September; 23. Januar; 29. Juni u.a.):<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Der einfachste Weg, deine Gedanken zu Mir zurückzubringen ist, <u>Meinen Namen zu flüstern</u>. (25. August)</p>
<p>Mache mich zum Mittelpunkt in deinem Bewußtsein, indem du <em>ständig betest</em>: kurze, einfache Gebete, die aus dem gegenwärtigen Augenblick fließen. Benutze Meinen Namen reichlich, um dich an Meine Gegenwart zu erinnern. (22. Februar)</div>
<p style="padding-left: 30px;"> </p>
<p> <br />
<strong>d) Verführung zu einer falschen sinnlich-seelischen „Liebesbeziehung“</strong><br />
 <br />
Ein besonders raffinierter Fallstrick für die Leser, vor allem die Leserinnen, des „Andachtsbuches“ von Sarah Young ist die Vorspiegelung einer seelisch-sinnlichen, die fleischlichen Gefühle von Frauen ansprechenden „Liebesbeziehung“, die der falsche mystische „Jesus“ anbietet. Geschickt knüpft der Widersacher hier an die Wünsche und Bedürfnisse von unreifen Gläubigen und von Scheingläubigen an, die anstelle der biblischen Agape-Liebe, die zu einer Liebesbeziehung im Glauben führt, eine seelische Gefühlsliebe suchen.</p>
<p>Von der wahren Glaubens- und Liebesbeziehung der Gläubigen zu dem echten Herrn Jesus Christus lesen wir in der Bibel:<br />
 </p>
<div><strong>Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muß, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.<em> Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht,</em> und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Errettung der Seelen! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+1%2C6-9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 1,6-9</a>)</strong></p>
<p><strong><em>Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen</em></strong><strong>. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+5%2C7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 5,7</a>)</strong></div>
<p>
Aber der betrügerische falsche „Jesus“ bietet reichlich Nahrung für eine unreine, seelische „Liebe“, die auf Fühlen, Spüren und fleischlichen Emotionen und Sehnsüchten beruht. Seine Botschaften ködern vor allem junge Frauen mit der listigen Verheißung einer sinnlich-emotionalen und mystischen „Intimität“, die scheinbar „mehr“ bietet als die keusche Glaubensbeziehung zu dem wahren Herrn und Erlöser – in Wirklichkeit werden die Menschen, die darauf eingehen, jedoch Opfer eines grausamen Betrugs, sie werden an eine dämonische Truggestalt gebunden und von dem wahren Herrn Jesus Christus weggelockt.</p>
<p>Hier einige Kostproben des unreinen „Liebeswerbens“ durch den falschen „Jesus“ von Sarah Young:<br />
 </p>
<div style="padding-left: 30px;">Ich habe dich mit ewiger Liebe geliebt. (…) Jahrelang schwammst du auf einem Meer der Bedeutungslosigkeit umher, auf der Suche nach Liebe, in der Hoffnung auf Hoffnung. All diese Zeit über lief ich dir nach (od. schwärmte ich für dich; engl. <em>I was pursuing you</em>) und sehnt mich danach, dich mit meinen mitfühlenden Armen zu umfangen. (14. Juni)</div>
<p style="padding-left: 30px;">
Man beachte, daß der falsche „Jesus“ die Lage eines Sünders völlig humanistisch deutet; es ist nur von &#8222;Bedeutungslosigkeit“ die Rede statt von Sündenverderbnis und geistlichem Tod. Daß der gottlose Mensch von Sünde, Rebellion und Gottestrennung bestimmt ist, verschweigt der Verführer wohlweislich. Ins selbe verführerische Horn stößt er an anderer Stelle: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Das meiste Elend der Menschheit kommt daher, daß man sich ungeliebt fühlt. (1. August)</p>
<p>
Umgekehrt erscheint der falsche „Jesus“ als leidenschaftlich schwärmender Liebhaber, der die Leserinnen seiner Botschaften gerne zärtlich und gefühlvoll umarmen und verwöhnen möchte:</p>
<div style="padding-left: 30px;">Genieße die Wärme Meiner Gegenwart, die auf dich scheint. Fühle, wie Dein Gesicht prickelt, während du dich in meinem Liebeslicht aalst. Ich bin über dich viel mehr erfreut, als du dir vorstellen kannst. Ich bin ständig mit dir einverstanden, denn ich sehe dich gekleidet in Meinem Licht (…) (7. September)</p>
<p>Fühle die Wärme und Sicherheit, die daher kommt, daß du in Meiner liebenden Gegenwart eingehüllt bist. (12. Dezember)</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>3. Der traurige Erfolg der Bücher von Sarah Young</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Buch <em>Ich bin bei dir</em> von Sarah Young ist nicht nur in den USA ein eindrucksvoller Erfolg. Bis Sommer 2013 wurden weltweit 9 Millionen Exemplare in 26 Sprachen verkauft. Auch im deutschsprachigen Raum ist das Buch ein Bestseller; zur Zeit ist die 10. Auflage lieferbar. Laut <em>IdeaSpektrum</em> war es im Jahr 2014 zweimal Nr. 1 der „Christlichen Bestseller“, zweimal die Nr. 2. Was hat es zu bedeuten, daß ein letztlich spiritistisches Buch mit Botschaften eines andersartigen „Jesus“ im christlichen Bereich so viel Zuspruch erhält?</p>
<p>Es ist erschreckend, wieviele Menschen, die sich als Christen verstehen, auf solche trügerischen „Liebesbotschaften“ hereinfallen, anstatt wirklich ein biblisches Glaubensleben zu pflegen und Christus in Seinem Wort zu suchen. Hier werden die schon erwähnten Voraussagen des Wortes Gottes wahr, das vor der endzeitlichen Verführung warnt, die <em>viele Menschen</em> irreführen wird:<br />
 </p>
<div><strong>Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, daß euch niemand verführt! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C4-5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,4-5</a>)</strong></p>
<p><strong>Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+4%2C3-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 4,3-4</a>)</strong></p>
<p><strong>Der Geist aber sagt ausdrücklich, daß in späteren Zeiten etliche vom Glauben abfallen und sich irreführenden Geistern und Lehren der Dämonen zuwenden werden. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+4%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 4,1</a>)</strong></div>
<p>
Dort wo echte Gottesfurcht und wahrer Glaube immer seltener werden, treten auf der einen Seite Aktivismus und das tote „Soziale Evangelium“ an ihre Stelle, auf der anderen Seite Charismatik, Mystik und heidnische Meditation. Man will das klare Wort Gottes nicht mehr hören; ein Symptom ist dafür auch der Vormarsch der modernen „Bibel“übertragungen wie Gute Nachricht, Hoffnung für Alle, NGÜ oder NEÜ, die nicht mehr das lautere Gotteswort wiedergeben, sondern verwaschene, weichgespülte Menschenworte. Man kann die gesunde Lehre nicht mehr ertragen; deshalb dürfen Predigten nur noch 20 Minuten dauern und werden immer „menschenzentrierter“, und Bücher mit biblischer Lehre und Auslegung sind heute Ladenhüter.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird alles das begierig aufgegriffen, was die fleischlich-seelischen Emotionen nährt und das Fleisch hätschelt und aufpäppelt – so zum Beispiel erfundene Geschichten von Leuten, die behaupten, im Himmel gewesen zu sein, oder romantische „Liebesromane“, psychologisch gestrickte „Lebenshilfen“ oder Bücher von „christlichen Promis“. Mit einer solchen „Diät“ kann es mit dem Glauben nur bergab gehen!</p>
<p>Das alles geschieht nicht nur unter modernen Evangelikalen und liberalen Christen, sondern hat leider Einfluß bis hinein in traditionell bibeltreue Kreise, wo Youngs Bücher auch bei manchen Frauen beliebt sind, aber auch in einem als bibeltreu geltenden Werk wurde <em>Ich bin bei dir </em>dem Vernehmen nach in den Mitarbeiterandachten gelesen, ohne daß den Mitarbeitern das Irreführende dieser Botschaften aufgefallen wäre.</p>
<p>Vor den Büchern von Sarah Young (nach amerikanischer Geschäftsmodell gibt es inzwischen auch Nachfolgetitel und Nebenprodukte) kann man nur warnen. Sie tragen dazu bei, daß das biblische Glaubensleben vergiftet wird und entartet; sie breiten einen schleichenden okkulten und spiritistischen Einfluß unter ihren Lesern aus und verführen manche, es der Autorin nachzuahmen und ebenfalls „Botschaften aus der Geisterwelt“ zu empfangen. Youngs Bücher sind ein Beweis dafür, daß die „Okkulte Invasion“ in der Gemeinde, vor der Dave Hunt schon vor Jahren warnte, nach wie vor in vollem Gange ist und beunruhigende Erfolge verbucht.</p>
<p>Wie dringend brauchen wir eine geistgewirkte Belebung und Erweckung! Möge unser Gott uns noch einmal einen Hunger nach Seinem kraftvollen, herrlichen Wort schenken und geben, daß wir in dieser letzten Zeit im starken Glauben an unseren Herrn befestigt werden und die unverfälschte Botschaft von unserem herrlichen Herrn Jesus Christus auch in diesen schlimmen Zeiten kraftvoll bezeugen können!<br />
 </p>
<div><strong>Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wißt, so hütet euch, daß ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Pt+3%2C17-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Pt 3,17-18</a>)</strong></div>
<h3> <br />
 <br />
 <br />
 <br />
Quellen:</h3>
<p>
 <br />
Thorsten Brenscheidt: <em>Spürst du Gott schon oder liest du noch die Bibel? Neue Trends unter den Evangelikalen.</em> Lage (Lichtzeichen Verlag) 2014</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser: <em>Meditation und Mystik für Christen? Die „neue Spiritualität“ verführt die Evangelikalen. </em>Leonberg (ESRA-Schriftendienst) 2014</p>
<p>Warren B. Smith: „Jesus Calling“: The New Age Implications; Quelle: http://www.lighthousetrailsresearch.com/blog/?p=16568</p>
<p>Melissa Steffan:  “Sarah Young Still Hears Jesus Calling” in: <em>ChristianityToday.com</em> / October 1, 2013; Quelle: http://www.christianitytoday.com/ct/2013/october/sarah-young-still-hears-jesus-calling.html</p>
<p>Sarah Young: <em>Jesus Calling. A 365-Day Journaling Devotional.</em> Nashville u.a. (Thomas Nelson) 2008<br />
 <br />
 </p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-unheimliche-erfolg-der-sarah-young-eine-untersuchung-ihres-buches-ich-bin-bei-dir-jesus-calling/"><strong>Hier können Sie eine ausführlichere Fassung dieser Untersuchung als PDF herunterladen</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><u>Zu diesem Thema können Sie auf unserer Webseite als PDF herunterladen:</u></p>
<p>
<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/meditation-und-mystik-fuer-christen-die-neue-spiritualitaet-verfuehrt-die-evangelikalen/"><strong>Meditation und Mystik für Christen?</strong> <strong>Die „neue Spiritualität“ verführt die Evangelikalen</strong></a> <strong>(überarbeitete Fassung)</strong></p>
<p>Rudolf Ebertshäuser    www.das-wort-der-wahrheit.de    7. 5. 2015</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/05/bestseller-ich-bin-bei-dir-der-unheimliche-erfolg-der-sarah-young-2/">Bestseller „Ich bin bei Dir“: Der unheimliche Erfolg der Sarah Young</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die falsche „Jesus-Revolution“: Das Buch, mit dem Allianzchef Diener konservative Evangelikale umpolen möchte</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/01/die-falsche-jesus-revolution-das-buch-mit-dem-allianzchef-diener-konservative-evangelikale-umpolen-moechte/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 29 Jan 2015 15:34:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2282</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Tony Campolo, Shane Claiborne: Die Jesus-Revolution: Was passiert, wenn wir IHN beim Wort nehmen. Asslar (Gerth Medien) 2015BB#S` S. &#160; Kürzlich erschien im Gerth Medien Verlag ein Buch mit dem reißerischen Titel „Die Jesus-Revolution“. Verfaßt wurde es von zwei bekannten amerikanischen Linksevangelikalen, die der emergenten Bewegung nahestehen: dem ehemaligen Hochschullehrer Tony Campolo, der früher [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/01/die-falsche-jesus-revolution-das-buch-mit-dem-allianzchef-diener-konservative-evangelikale-umpolen-moechte/">Die falsche „Jesus-Revolution“: Das Buch, mit dem Allianzchef Diener konservative Evangelikale umpolen möchte</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1> </h1>
<p><span style="font-size: 14pt;">Tony Campolo, Shane Claiborne: <em>Die Jesus-Revolution: Was passiert, wenn wir IHN beim Wort nehmen.</em> Asslar (Gerth Medien) 2015BB#S` S.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Kürzlich erschien im <em>Gerth Medien Verlag</em> ein Buch mit dem reißerischen Titel <em><strong>„Die Jesus-Revolution“</strong>.</em> Verfaßt wurde es von zwei bekannten amerikanischen Linksevangelikalen, die der emergenten Bewegung nahestehen: dem ehemaligen Hochschullehrer Tony Campolo, der früher Berater von US-Präsident Bill Clinton war und u.a. den emergenten Sprecher Brian McLaren stark beeinflußte, und Shane Claiborne, ein jüngerer Aktivist und Buchautor, der vor allem manche junge Evangelikale beeindruckt.</p>
<p>Das Buch ist als Dialog verfaßt und zielt darauf, die Evangelikalen zum Umdenken in wichtigen Fragen zu provozieren, bei denen sie nach Ansicht der Verfasser zu konservativ und festgefahren sind. Wir wollen es im folgenden kritisch besprechen (Unterstreichungen RE; Zahlen in Klammern sind Seitenangaben des Buches).<br />
 <br />
Interessant ist der Umstand, daß der Verlag, der ja schon länger zu dem weltlichen Konzern <em>Random House</em> gehört und schon zahlreiche verführerische Bücher herausbrachte, zunächst Bedenken hatte, den Titel zu veröffentlichen. Wie Anna Lutz in einem Artikel der Onlinezeitschrift „Pro“ mitteilt, befürchtete man, „daß uns das Buch um die Ohren fliegen könnte“.</p>
<p>Vielleicht schrieb auch deshalb der Allianzvorsitzende Dr. Michael Diener ein empfehlendes Vorwort. Diener scheint es jedenfalls ein Herzensanliegen zu sein, mit diesem Buch die Öffnung der Allianzkreise für die provozierenden und den biblischen Glauben umstürzenden Thesen der linksevangelikalen und emergenten Neuerer zu fördern. Er schreibt in seinem Vorwort: </p>
<p style="padding-left: 30px;">Um es deutlich zu sagen: <u>Ich habe dieses Buch mehrmals in einem Rutsch und mit hohem „Herzschlagfaktor“ gelesen.</u> Das bedeutet gerade nicht, dass ich in allen Themenfeldern mit den Autoren einer Meinung wäre. Teils finde ich es – typisch deutsch – theologisch etwas dünn, manchmal überzeugen mich die Argumente einfach nicht. <u>Aber ich stehe dafür ein, dass wir über diese Fragen innerhalb der evangelikalen Bewegung offen und unvoreingenommen sprechen.</u> Alle diese Positionen werden längst unter uns vertreten – wir sollten fragen, welche Leit-Sätze dahinter stehen und wie viel wir davon teilen. (S. 14/15)</p>
<div> </div>
<h2>Eine scheinradikale „Jesus-Nachfolge“ als Gegensatz zum biblischen Glaubensweg<br />
 </h2>
<p>Worum geht es in diesem Buch? Im Englischen heißt es <em>„Red Letter Revolution“</em>, und die Autoren verstehen sich als „Rote-Buchstaben-Christen“, ein Begriff, der sich auf den Brauch bezieht, in manchen englischen Bibeln die Worte Jesu Christi in den Evangelien in roten Buchstaben zu drucken.</p>
<p>Die Autoren wollen sagen: „Wir sind Christen, die sich radikal an die Aussprüche Jesu in den Evangelien halten“. Was sie nicht dazusagen: Sie deuten diese Aussprüche willkürlich und dreist um im Sinne eines linksliberalen „Christlichseins“, das den Worten des Herrn keinesfalls gerecht wird und den Rest der Bibel, besonders die Briefe der Apostel völlig ignoriert bzw. verfälscht.</p>
<p>Eine solche Berufung auf einen linksliberal gefärbten falschen „Jesus“ ist zur Zeit besonders beliebt; mit dieser betrügerischen Methode argumentieren auch die geistlich eng verwandten Sprecher der Emerging Church. Sie alle lenken von der Tatsache ab, daß nach dem Zeugnis der Bibel selbst die Briefe der Apostel die Offenbarung des erhöhten Herrn Jesus Christus für Seine Gemeinde sind.</p>
<p>Wer die Inspiration der Schrift ernst nimmt, müßte also das ganze Neue Testament rot drucken und eigentlich die ganze Bibel! Wer also die „Worte Jesu“ nimmt und so umdeutet, daß sie den Lehren der Apostelbriefe widersprechen, der fälscht die Bibel. Das ist schon lange die Methode der liberalen Bibelkritiker, aber nun wird das massiv in den Reihen der Evangelikalen verbreitet. Sie sollen „umdenken“ und sich zu den Irrlehren der bibelkritischen Ökumene bekehren.<br />
 <br />
Mit dem Ansatz „Laßt uns die festgefahrenen Überzeugungen der Evangelikalen über den Haufen werfen und nur noch den authentischen Worten Jesu folgen“ zielen die Verfasser nun auf einige heikle, in evangelikalen Kreisen debattierte Problemfelder und plädieren jeweils für einen Schwenk in Richtung Welt- und Zeitgeist. Dabei argumentieren sie typisch postmodern weitgehend frei von jeder biblischen Begründung, geschweige denn einer sorgfältigen Auslegung dessen, was Christus und Seine Apostel lehren. Von einer solchen, als „eng und gesetzlich“ abgewerteten Haltung zur Bibel wollen sie ihre Leser ja gerade befreien. Der lockere, subjektive Dialogstil des Buches kommt dieser Haltung sehr entgegen und fördert sie auch beim Leser, wenn dieser nicht wachsam ist.<br />
 <br />
 </p>
<h2>Folgt unserem „Jesus“ statt Paulus: der Trick der Verführer<br />
 </h2>
<p>Im ersten Teil „Die ‚Worte Jesu‘-Theologie“ stellen Campolo und Claiborne ihren „Red Letter“-Ansatz geschickt und verführerisch vor; ihre Worte können manche arglosen jungen Christen leicht täuschen und irreführen. Sie behaupten, sie seien „Christen, die das leben wollen, was Jesus gesagt hat, soweit es ihnen nur möglich ist“ (27). Sie sagen offen, daß für sie die Worte Jesu Christi wichtiger seien als alles andere in der Bibel; sie begründen dies mit einem gewissen Recht für die Schriften des AT damit, daß Christus ihnen gegenüber Neues und Höheres verkündete – aber sie unterschlagen, daß die Apostelbriefe als Erklärung und Weiterführung der Lehren des Herrn eine Schlüsselrolle für das Verständnis und die praktische Umsetzung der Lehren in den Evangelien bilden.<br />
 <br />
Damit folgen sie im Grunde der liberaltheologischen Bibelkritik, ohne das ehrlich zu sagen. Sie erklären zwar: „Das heißt in keiner Weise, daß wir die übrigen Texte der Bibel abwerten; wir glauben, dass der Heilige Geist die Schreiber der biblischen Texte inspiriert hat“ (28), aber kurz darauf behauptet Campolo in klassischer bibelkritischer Manier, „dass man <u>den Kontrast, den das alttestamentliche Gottesbild zum neutestamentlichen bildet, schlecht übersehen kann</u>“ (30). Aber der Gott des AT ist genau derselbe wie der Gott des NT! Im AT sehen wir schon Gottes Gnade wunderbar geoffenbart, und im NT werden die Heiligkeit und das Zorngericht Gottes eindrucksvoll unterstrichen, und zwar gerade auch in den Worten des Herrn, die die Verfasser eben gerade nicht konsequent anerkennen.<br />
 <br />
Claiborne empfiehlt verführerisch: „Dabei brauchen wir eigentlich nur wie ein Kind an die Sache heranzugehen“ (28) und fordert dreist: „Wir müssen zur Unschuld [!!] zurückkehren. das heißt, die Bibel wieder ohne all die vielen Kommentare im Kopf zu lesen und uns nur zu fragen: ‚Was bedeutet das für mich persönlich?‘“ (29). Das tut er natürlich auch nicht wirklich, sonst würden wir ihn mit nur einem Hemd und ohne Schuhe in Israel finden, wie er Kranke heilt und Dämonen austreibt (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+10%2C5-10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 10,5-10</a>). Aber damit weckt er geschickt Abneigung gegen Bibelstudium und Lehre, in der wir Schrift mit Schrift vergleichen und mithilfe der Apostellehre herausfinden, wie wir als Gläubige der Gemeindezeit die Lehren des Herrn in unserem Leben umsetzen können.<br />
 <br />
Die Abneigung gegen Lehre schürt auch der Theologe Campolo, der behauptet: „Aus dem griechischen Denken stammen Wörter wie ‚allmächtig, allwissend, allgegenwärtig‘. Mit ihnen versucht man Gott zu beschreiben, doch diese Worte kommen im Alten Testament nicht vor. Das Volk Israel hat niemals in solch abstrakten Begriffen von Gott geredet“ (31). Das ist nicht wahr, Gott selbst hat sich auch schon im AT als der Allmächtige geoffenbart, auch als der Allerhöchste, der Heilige, der Gerechte (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Mo+17%2C1%3B+48%2C3%3B+14%2C19%3B+Jes+40%2C25%3B+Ps+7%2C10&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Mo 17,1; 48,3; 14,19; Jes 40,25; Ps 7,10</a>).</p>
<p>Campolo macht Werbung für die liberale „narrative [= erzählende, RE] Theologie“, nach der Gott sich nur in Erzählungen zu erkennen gegeben habe – dabei ist das AT und erst recht das NT voll von Selbstoffenbarungen und grundsätzlichen, allgemeinen Aussagen über Gott! Demgegenüber behauptet Campolo unter Berufung auf einen Theologen, „dass wir alles, was wir über Gott wissen, in dem erkennen können, was er in der Geschichte getan hat“ (30). Doch die Bibel enthält nicht nur Erzählung der Taten Gottes, sondern auch Lehre, Selbstoffenbarung, Anbetung Gottes. Die „narrative Theologie“ ist geschickte Verführung.<br />
 <br />
Dann nehmen die Verfasser die „anstößige“ Lehre von der ewigen Verdammnis der Sünder aufs Korn. Zunächst behauptet Campolo: „Ich bin kein Allversöhner“ (37). Aber die folgenden Äußerungen zeigen: Er ist zumindest ein Vertreter des heute oft verfochtenen „Inklusivismus“, der sozusagen eine halbe Allversöhnung darstellt und behauptet, daß Menschen auch ohne Umkehr und Glauben an Jesus Christus gerettet werden könnten. Seine Stellung ist hier wie in anderen Fragen bewußt schillernd und mehrdeutig: am Schluß des Buches bringt er ein Bekenntnis, das 100% Allversöhnung beinhaltet (248, s. Zitat unten).</p>
<p>Er deutet an, daß es für ihn noch eine Möglichkeit zur Umkehr gibt, wenn die Menschen nach ihrem Tod vor Christus stehen. Er stellt die völlig unbiblische Behauptung auf: „Ich muss für die Möglichkeit offen sein, dass Gott auch außerhalb von dem wirkt, was ich für das wahre Christentum halte“ (30) – d.h. also, auch im Islam, im Animismus oder Hinduismus wirkt und rettet Gott angeblich Menschen.<br />
 <br />
 </p>
<h2>Das falsche „undogmatische“ Christsein der „Rote-Buchstaben-Christen“<br />
 </h2>
<p>Im 3. Kapitel behaupten sie, der Islam weise große Nähe zur Bibel auf und deuten an, daß Moslems auch gerettet würden. Sie plädieren für enge Zusammenarbeit mit Moslems bei dem von ihnen propagierten sozialen Evangelium der Weltverbesserung: „Jesus bestätigt diejenigen, die sich für andere Menschen einsetzen, egal, ob sie an alle ‚richtigen‘ Dinge glauben oder nicht“ (49). Umgekehrt bringt Campolo „christliche Extremisten“ mit muslimischen Terroristen zusammen: „Es macht mir wirklich Bauchschmerzen, wie sehr Extremisten das Beste unseres Glaubens verzerren. Jüdische, muslimische und christliche [!!] Extremisten verbreiten Hass, sprengen Gebäude und Menschen in die Luft“ (53).<br />
 <br />
In den Kapiteln 4 bis 8 stellen die Verfasser dann ihre „Vision“ von einem undogmatischen, weitherzigen Christsein vor. Campolo beweihräuchert den jüngeren Claiborne und stellt ihn als Vorbild hin: „Shane, du bist mittlerweile zu einer Identifikationsfigur für viele junge Menschen weltweit geworden, die keine Lust mehr auf ein wenig authentisches Christentum haben (…) Aus diesem Grund sehen sie in dir so etwas wie <u>den Repräsentanten eines postmodernen Christentums</u>. Postmodern in dem Sinn, dass du zwar an den traditionellen Lehren des christlichen Glaubens festhältst, aber andererseits eine Sicht von Liebe und Gnade vermittelst, die über die bisherige Vorstellung was in Gottes Familie ‚korrekt’ ist, weit hinausgeht“ (58). Claiborne hält in Wahrheit gar nicht an diesen Lehren fest, sondern lehrt mystisches und ökumenisches Gedankengut, aber er verschleiert dies durch ein Bekenntnis zu evangelikalen Grundüberzeugungen.<br />
 <br />
Zu der „alternativen Frömmigkeit“, für die Campolo und Claiborne dann werben, gehört sozialer Aktivismus für die Armen, „gemeinschaftliches Leben“ in Kommunen und eine mystische katholische Spiritualität, die sich an dem „Heiligen Franziskus“ orientiert, der lang und breit als Vorbild vorgestellt wird. „Franziskus ist eine unglaublich spannende Person“, meint Claiborne, und lobt ihn, weil der bei allen Spannungen die „innere Heilung“ der römischen Kirche niemals aufgab (74). Am Schluß des Buches kommen sie nochmals auf den Mystiker und „Heiligen“ zu sprechen: „Die Authentizität des Lebens von Franziskus zieht eine wachsende Menge junger Christen an“ (250). Doch Franziskus mit seinen wirren Visionen und seinem Leben in falscher, mönchischer Askese kann für wahre Gläubige kein Vorbild sein.<br />
 <br />
Claiborne kritisiert milde die emergente Bewegung, mit der er viele Überzeugungen teilt; ihm geht es nicht um „postkirchliche“ neue Experimente, sondern um eine „innere Erneuerung der Kirche“ (72), wobei er aus seinen Sympathien zur katholischen Kirche kein Hehl macht. Deshalb setzt er sich auch sehr dafür ein, die „Liturgie“ neu zu entdecken: „<u>Vieles über Liturgie habe ich von Katholiken gelernt.</u> Das Größte ist die Möglichkeit, in der Liturgie das großartige Geheimnis zu umarmen, was es heißt, der Leib Christi auf Erden zu sein“ (81).</p>
<p>Zugleich macht Claiborne Werbung für die römische Mystik, die Suche nach einer esoterischen „Vereinigung mit Gott“ durch Meditationsübungen und Exerzitien. „Die Wahrheit ist, dass viele meiner katholischen Freunde eine unglaublich tiefe, bei manchen würde ich sagen, fast schon mystische Beziehung zu Jesus leben“ (83). Claiborne erwähnt, daß er den Rosenkranz bete (88), während Campolo Werbung für Übungen von Ignatius von Loyola empfiehlt, dem Begründer des Jesuitenordens (89).<br />
 <br />
Interessant ist ihre Haltung zur Rolle der Frau in der Gemeinde, wo sie alle biblischen Aussagen lässig beiseitewischen und für volle „Gleichberechtigung“ plädieren. Claiborne etwa meint: „Warum sollten wir eigentlich die Hälfte aller wundervollen Geschenke, die Gott uns geben möchte, einfach links liegen lassen?“ (130).</p>
<p>Er macht sich keine Mühe, die klaren Aussagen des Apostels Paulus überhaupt gedanklich zu erwägen, der doch unter Gottes Inspiration schrieb: <strong>„Ich erlaube aber einer Frau nicht, zu lehren, auch nicht, daß sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+2%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 2,13</a>), sondern erklärt unbekümmert: „Natürlich gibt es einige wenige Verse, die dazu missbraucht werden können, Frauen in Gemeinden geistlich wegzusperren“ (131).</p>
<p>Damit tritt Claiborne ein klares Gebot des Herrn mit Füßen (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+14%2C37&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 14,37</a>). Genau so viel sind die Aussagen der Verfasser zur Inspiration der ganzen Heiligen Schrift wert; sie sind nichts als leere Lippenbekenntnisse; in Wahrheit haben sie ein liberales, bibelkritisches Verhältnis zur Schrift. Nicht umsonst bezeichnet Claiborne sich und Campolo als „Feministen, die zufällig Männer sind“ (133).<br />
 <br />
Den nächsten Schlag richten sie gegen die biblisch begründete Ablehnung der Homosexualität als Sünde. Campolo und Claiborne kritisieren diese biblisch so klar begründete Überzeugung mit den psychologischen und humanistischen Argumenten der Welt, ohne die Worte der Heiligen Schrift nur eines Gedankens zu würdigen. Die Verfasser unterstellen denen, die Homosexualität im Licht der Bibel als Sünde bezeichnen, auf demagogische weise, sie würden die Menschen verurteilen und in den Selbstmord treiben (141/142). Ohne klar zu sagen, was sie meinen, versuchen sie eine Toleranz und Akzeptanz praktizierender Homosexueller in Gemeinden zu fördern, bis hin zu einer kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare.<br />
 <br />
In einigen Abschnitten, die wir nur kurz streifen wollen, kritisieren die Verfasser bisher unter Evangelikalen vorherrschende Überzeugungen zu Themen wie Familie, Schutz des ungeborenen Lebens oder Umweltschutz. Sie geben linkspolitische Antworten im Sinne des „Sozialen Evangeliums“, das sie befürworten, und das mit der Bibel nicht vereinbar ist. Andererseits sollte es für gläubige Christen eigentlich selbstverständlich sein, einen realistischen Schutz der Natur zu befürworten und auch selbst keine mutwillige Umweltzerstörung zu betreiben.</p>
<p>Man liest auch linkspolitische Stellungnahmen zu Fragen wie „politisches Engagement von Christen“, die Haltung zu Krieg und Gewalt (wobei die Verweigerung von Kriegsdienst für Christen sich durchaus auch biblisch begründen läßt), zum Schuldenerlaß für Drittweltländer und eine offene Haltung zu Immigranten (die wir Christen aus geistlichen Gründen ganz gewiß haben sollten). Außerdem nehmen sie gegen die christlichen Israelfreunde Stellung und versuchen, christliche Unterstützung für eine pro-palästinensische Politik zu mobilisieren.<br />
 <br />
Linkspolitisch gefärbt und im deutlichen Widerspruch zur Bibel ist ihre Befürwortung von zivilem Ungehorsam zur Durchsetzung politischer Ziele (154-162). Naheliegend ist, daß sie die Christen anstiften wollen, viel Geld für weltliche Hilfsprogramme gegen Armut zu geben und dafür lieber auf eigene Gemeindehäuser zu verzichten. Am Schluß schreiben sie zum Thema sozialpolitischer Aktivismus deutliche Worte:<br />
 </p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich bin überzeugt, dass junge „Red-Letter“-Christen immer mehr zu Kämpfern für die soziale Gerechtigkeit werden. (…) Dabei werden sie nicht nur konkret auf die Nöte Einzelner reagieren, <u>sondern sich auch sozialen Bewegungen anschließen, die darauf hinarbeiten, dass ungerechte Strukturen, die Armut und entwürdigende Abhängigkeit hervorbringen, radikal verändert werden.</u> (250)<br />
 </p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>Die Perspektiven der falschen „Jesus-Revolution“: Ökumene, Religionsvermischung, Allversöhnung<br />
 </h2>
<p>Interessant sind noch einmal die abschließenden drei Kapitel, in denen die Verfasser ihre Ansichten zu „Ökumene“, „Versöhnung“ und „Mission“ darlegen. Zur Ökumene beklagen sie die (biblisch völlig begründete) Haltung vieler Christen, die Übereinstimmung in fundamentalen biblischen Lehren und Glaubensgrundsätzen als Voraussetzung für Einheit zu betrachten. Als vorbildlich wird hier wieder die katholische Kirche hingestellt. Campolo meint:</p>
<p style="padding-left: 30px;"> <u>Auch hier könnten wir einiges von der katholischen Kirche lernen.</u> Für Katholiken ist es wichtig, dass sie das Richtige glauben, aber auch, dass sie Gott begegnen. (…) In der letzten Zeit lassen auch Protestanten <u>eine wachsenden Aufmerksamkeit gegenüber den Erfahrungen der katholischen Mystiker erkennen, die uns lehren können, wie wir durch geistliche Übungen diesem Ziel, Jesus ähnlicher zu werden, näherkommen können</u>. (…) Mittlerweile wird an fast jedem protestantischen Seminar zumindest ein Kurs über geistliches Wachstum angeboten. Es gibt Protestanten, die zu katholischen Schweigeexerzitien gehen, in denen es um die Hingabe an Gott und die Erfahrung seiner Gegenwart geht. (&#8230;) Persönlich bin ich davon überzeugt, dass all diese Entwicklungen dazu beitragen, ein ganzheitlicheres Christentum zu schaffen. (211/212)</p>
<p> <br />
An zahlreichen Stellen wird die Sympathie der Verfasser für die babylonische römische Kirche offenbar. Die Verfasser setzen sich für eine offene Haltung zur ökumenischen Einheit aller Namenschristen ein. Campolo schreibt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Weltweit kommen sich Katholiken und Protestanten immer näher. Weder der Katholizismus noch der Protestantismus bringt uns die Erlösung, sondern die alles verändernde persönliche Beziehung zu Jesus Christus. <u>Das macht letztlich jede verwirrende Diskussion darüber, welcher Zweig des Christentums nun der ‚Richtige‘ ist, völlig überflüssig. Als Nachfolger Jesu müssen wir lernen, die jahrhundertealte Trennung zwischen katholisch und evangelisch langsam aus unseren Köpfen herauszubekommen.</u> Egal, wie fest sie verankert ist. Wir konzentrieren uns darauf, nach dem zu fragen, was Jesus gesagt hat, und versuchen, ihm zu folgen. (221)</p>
<p>Das klingt für viele heutige Evangelikale sehr einleuchtend. Aber hier wird übersehen, daß die römische Kirche, wie auch die Orthodoxen und liberalen Ökumeniker, ein falsches Evangelium und verderbenbringende Irrlehren zur Grundlage haben. Durch ein falsches Evangelium wird niemand errettet, und deshalb bedeutet diese weite ökumenische Einheit das Bündnis von Licht und Finsternis, Christus und Belial, Gläubigen und Ungläubigen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+6%2C24-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 6,24-18</a>). Wer sich darauf einläßt, verrät den wahren Herrn Jesus Christus und verstrickt sich in schwerste Irrtümer!<br />
 <br />
Es ist nur folgerichtig, daß darauf der nächste Schritt auch noch getan wird, nämlich die Aufforderung zur Zusammenarbeit und „Versöhnung“ zwischen den Religionen. Campolo hat hier die Dreistigkeit, dafür das Bibelwort aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+5%2C18-20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 5,18-20</a> anzuführen, das eigentlich klar von der Verkündigung der rettenden Evangeliumsbotschaft spricht: „Paulus sagt deutlich, dass Gott uns den ‚Dienst der Versöhnung‘ aufgetragen hat, (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Korinther+5%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Korinther 5,18</a>), <u>was konkret heißt, verschiedene Menschen aus unterschiedlichen ethnischen Gruppen und Religionen zusammenzubringen und gemeinsam eine geeinte Haltung des Friedens zu erarbeiten</u>“ (225).<br />
 <br />
Das setzt voraus, daß die Namenschristen, die diesen unbiblischen Weg beschreiten, Christus und Belial verwechseln und „Gutes“ in den Götzenreligionen dieser Welt finden: „<u>Als Nachfolger Jesu sollten wir das Gute beim Namen nennen, das wir bei denen finden, die in unserer Gesellschaft immer mehr als Feinde abgestempelt werden</u>. das ist wichtig in einer Gesellschaft, in der die Angst vor dem Islam immer mehr wächst“ (227).</p>
<p>Campolo behauptet dann, Gott habe sich allen ethnischen Gruppen geoffenbart (227), und das beinhaltet, daß es göttliche Offenbarung in allen Religionen und Kulturen gäbe, nicht nur in der Bibel. Das ist genau der Standpunkt des Ökumenischen Rates der Kirchen und der römischen Kirche, der zur Religionsvermischung führt. Campolo behauptet auch: „Ein Missionar bringt Gott nicht an einen Ort, an dem er nicht ist, sondern er beginnt an dem teilzunehmen, was Gott schon längst an diesem Ort tut“ (227).<br />
 <br />
Zum Abschluß rechnen Campolo und Claiborne mit der biblischen Lehre vom Ende der Zeit ab, die doch noch bei vielen Evangelikalen Einfluß hat und den ökumenischen Bestrebungen zur Religionseinheit und allmählichen Ausbreitung des „Reiches Gottes“ in der Welt noch im Wege steht. Mit lässiger Geste wischen sie alle die vielen prophetischen Aussagen im AT und NT weg, die von dem kommenden Weltgericht sprechen, von der Gesetzlosigkeit der Endzeit, vom Kommen des Antichristen.</p>
<p>Dagegen stellen sie eine „optimistische Weltsicht“, die eine gigantische Irreführung darstellt und der Bibel diametral widerspricht. Zunächst wird die biblische Sicht verzerrt und negativ gefärbt geschildert: „Es gibt viele, die davon überzeugt sind, dass am Ende der Geschichte die ganze Welt in einem Feuerball verglühen wird. (…) Sie glauben fest daran, dass die Schlechtigkeit der Menschen immer weiter wachsen wird, bis der Herr wiederkommen und dem allem ein Ende bereiten wird“ (242). Dann kommentiert Claiborne dies:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, die Endzeit zu sehen: Die eine ist eine Geschichte des Todes, die andere eine der Auferstehung. <u>Die eine endet mit Feuer, die andere mit einem Fest.</u> Die Offenbarung des Johannes, aber auch die Worte Jesu sagen uns, dass alles wiederhergestellt wird. Eine Theologie der Auferstehung verkündet, dass Gott nicht nur die Menschheit wiederherstellt, sondern alles, was jemals geschaffen wurde. (242)</p>
<p> <br />
Diese Darstellung legt nahe, daß man sich doch für die „optimistische“ Sicht der Endzeit entscheiden solle. Dabei wird, wie überall in dem Buch, der ernsthafte Bezug zu der Ganzheit der Aussagen der Bibel gar nicht erst versucht. Claiborne verdreht hier massiv, was die Bibel zu diesem Thema sagt.</p>
<p>Die Bibel zeigt, daß zuerst das Gericht und der Tod kommt, und dann das Fest. Die biblisch-heilsgeschichtliche Sicht der Endzeit nimmt <em>alle</em> Aussagen des prophetischen Wortes ernst, nicht nur die, welche uns Menschen gefallen. Deshalb betont sie in der Tat, daß die Menschheit am Ende der Zeiten immer gesetzloser und böser wird, und daß das Kommen des Herrn zuerst ein gewaltiges, umfassendes Gericht bringen wird.<br />
 <br />
Claiborne und Campolo arbeiten mit einer dreisten Irreführung, die offenkundig darauf vertraut, daß ihre Leser die Bibel nicht sehr wörtlich nehmen und geneigt sind, sich einfach das aus dem Text herauszupicken, was ihnen gefällt, und das Unangenehme zu verdrängen. Sie tun so, als würden die Anhänger der bibeltreuen Endzeitsicht den Untergang und das Gericht für das Letzte halten – eine plumpe Verdrehung.</p>
<p>Für jeden bibeltreuen Christen sind die Segnungen des messianischen Friedensreichs Realitäten, die er freudig erwartet, wie auch ganz am Ende der Geschichte den neuen Himmel und die neue Erde. Nur: wir wissen, daß zuvor das Gericht des Tages des Herrn über diese gottlose Welt und ihren letzten Regenten, den Antichristen, kommen muß.<br />
 <br />
Umgekehrt tun die Verfasser so, als würden die vielen eindeutigen Aussagen darüber, daß der Messias bei Seinem Kommen zuerst blutiges Gericht üben wird, bevor die Segnungen des Tausendjährigen Reiches kommen, überhaupt nicht in der Bibel stehen, als wären sie der Irrtum gewisser engstirniger Fanatiker. Ausgesprochen irreführend und bezeichnend für ihre <em>irdische Gesinnung</em> (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Phil+3%2C18-19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Phil 3,18-19</a>) ist auch, daß sie die künftige Herrlichkeit des Himmels als Hoffnung der Gläubigen umgehen und die Segnungen der Zukunft einseitig und fälschlich auf die Erde verlegen. Campolo schreibt über die neuen Überzeugungen gewisser Christen, die er teilt:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wenn Christus wiederkommt, so sagen sie, wird die Welt neu gemacht und die Harmonie in der Natur wird wiederhergestellt. (…) Sie glauben, wenn Christus wiederkommt, werden alle, die zu Gott gehören, auferstehen <u>und in alle Ewigkeit in einer liebevollen Gemeinschaft hier auf Erden leben. Nicht im Himmel.</u> Das ist eine gute Nachricht für die Zukunft unserer Erde! <u>Und diese Endzeitsicht scheint sich in den evangelikalen Gemeinden immer mehr durchzusetzen.</u> (243)</p>
<p>Das ist verbunden mit der irreführenden Lehre, daß das Reich Gottes schon hier und jetzt auch außerhalb der Gemeinde, in der Welt, ihrer Politik, Kultur und Religion existiere und die Christen berufen seien, das Reich und seine Grundsätze heute schon in der Welt auszubreiten (vgl. dazu mein Buch <strong><em>Soll die Gemeinde die Welt verändern?</em></strong>). Diese Irrlehre des gegenwärtigen Reiches, die schon lange durch das Sozialen Evangeliums, den Ökumenischen Rat der Kirchen und die Emerging Church verbreitet wird, betont auch Campolo:</p>
<p style="padding-left: 30px;">
 <br />
Im Brief an die Philipper (1,6) steht: „Ich bin ganz sicher, dass der, der mit euch diesen wunderbaren Weg des Glaubens begonnen hat, ihn auch mit euch bis zum Tag Jesu Christi vollenden wird.“ Das unterstreicht die Vorstellung, <u>dass Gott jetzt schon gemeinsam mit den Menschen, die Jesus nachfolgen, dabei ist, die Natur zu retten, soziale Gerechtigkeit zu schaffen und das Leid der Armen und Unterdrückten zu verringern. </u>(244)</p>
<p>
 <br />
Man beachte, wie selbstverständlich der „Theologe“ Campolo hier den eigentlichen Sinn von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Phil+1%2C6%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Phil 1,6,</a> der eindeutig den persönlichen Glauben des Einzelnen meint, verdreht und daraus die falsche Lehre begründen will, daß Gott heute schon sein Reich in dieser Welt ausbreiten würde. Doch die wahre Gemeinde ist nicht berufen, im politischen Aktivismus die Welt zu verbessern. Sie ist eine herausgerufene Fremdlingsschar, die in dieser Welt kein Bürgerrecht hat, sondern im Himmel. Sie ist ein heiliges Priestertum für Gott, berufen, die rettende Evangeliumsbotschaft zu bezeugen statt sozialpolitische Kampagnen zu betreiben und an der „neuen Weltordnung“ mitzuwirken.<br />
 <br />
Die Verfasser schwärmen dann von einer neuen „Revolution“, die sie anzetteln wollen. Claiborne sucht seine Leser dafür mit weltlichen Sprüchen zu gewinnen:</p>
<div style="padding-left: 30px;">Vor jeder Revolution scheint es so, als ob das Ziel unmöglich zu erreichen sei, und nach jeder Revolution ist jedem klar, dass sie unvermeidlich war. Vielleicht fragt uns Jesus heute: „Hast du die Augen, es zu sehen? Hast du die Ohren, es zu hören? Hast du die Vorstellungskraft, es zu schaffen?“ (…) Die indische Schriftstellerin und Politaktivistin Arundhati Roy sagt: „Eine neue Welt ist nicht nur möglich, sie ist schon im Entstehen. Vielleicht werden viele von uns nicht mehr da sein, um sie zu begrüßen, aber an ganz bestimmten Tagen, wenn ich besonders aufmerksam hinhöre, kann ich sie atmen hören.“ (246/247)</div>
<p> <br />
Das Buch klingt aus mit einem verführerischen, pathetischen Appell, der noch einmal die verdeckte Allversöhnung und irdische Zukunftsutopie der Verfasser deutlich macht. Mit Berufung auf <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+3%2C16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 3,16</a> behauptet Campolo:</p>
<p style="padding-left: 30px;">Gottes Heil gilt nicht nur einzelnen Individuen. Seine Erlösung gilt allem in dieser Welt – allem im Universum [also auch dem Teufel und seinen Engeln?! &#8211; RE]. Gott liebt Hühner, er liebt Bäume, er liebt Berge. Er schaut alles an, was er gemacht hat, und sagt: „Es ist gut!“ Er erklärt: „Ich liebe diese Welt, und alles, was in der Welt ist, die ich geschaffen habe“. Diese Welt, die Gott liebt, wird nicht zerstört werden! Stattdessen wird sie neu gemacht werden, und das Volk Gottes wird auferstehen, um in dieser neuen Welt zu leben. (248)</p>
<p>Das klingt sehr verlockend für die vielen Namenschristen unter den Evangelikalen, die nie eine Neugeburt von oben erlebt haben, und deren Hoffnung tatsächlich die Erde und nicht der Himmel ist. Es klingt so süß und anziehend, so humanistisch und so im Einklang mit dem Zeitgeist, daß viele sicherlich diese „Vision“ mit Freuden begrüßen werden – auch wenn sie damit so viele ernste, klare Aussagen in Gottes Wort mißachten.</p>
<p>Die Bibel lehrt keine Allversöhnung, sondern warnt ernst vor dem ewigen Gericht, das alle die treffen wird, die nicht an Jesus Christus geglaubt haben .Gottes Perspektive der Endzeit ist eine ganz andere als die der liberal-ökumenischen Verfasser. Sie wird an vielen Stellen deutlich; hier wollen wir nur ein Bibelwort anführen:<br />
 </p>
<div><strong>Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen. Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, daß <em>ein </em>Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie <em>ein</em> Tag! Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, daß jemand verlorengehe, sondern daß jedermann Raum zur Buße habe. </strong></p>
<p><strong>Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden!</p>
<p>Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, daß ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Pt+3%2C7-14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Pt 3,7-14</a>)</strong></div>
<p>&nbsp;</p>
<div style="text-align: center;">* * *</div>
<p> <br />
Wir wollen uns am Ende dieser Besprechung fragen: Was hat Dr. Diener (und sicherlich andere in der Führung der Allianz, die ähnlich denken) dazu bewogen, dieses Buch zur „offenen Diskussion“ unter den Evangelikalen zu empfehlen? Nun, offenkundig ist es Diener ein Anliegen, Restbestände bibeltreu-konservativen Denkens unter den Evangelikalen aufzubrechen und den schleichenden Prozeß der Liberalisierung und Ökumenisierung zu beschleunigen, den bibeltreue Beobachter schon seit Jahrzehnten in den Allianzkreisen feststellen.</p>
<p>Anna Lutz schreibt in ihrem „Pro“-Artikel: „Dass Michael Diener sich dazu bereiterklärt hat, ein Vorwort für das Buch zu schreiben, ist an sich schon ein Zeichen in Richtung derer, die sich kritischen Anmerkungen an die evangelikale Bewegung und damit dem Dialog verweigern (…) ‚So, wie sich die Gesellschaft pluralisiert, pluralisiert sich auch die evangelikale Szene‘, sagt Diener. ‚Darin müssen wir eine Chance erkennen.‘“<br />
 <br />
Die wenigen wirklich noch bibeltreu denkenden Gläubigen im evangelikalen Lager müssen damit rechnen, von der Allianzführung künftig noch schärfer als „engstirnig“ und „kritikunfähig“ ausgegrenzt zu werden. Die Allianz ist in rasantem Tempo auf dem Weg, sich den liberal-ökumenischen Protestanten anzugleichen und sich zugleich der römischen Kirche anzubiedern.</p>
<p>Die Förderung emergenten Gedankenguts, der ökumenischen Missionslehren und auch linksevangelikaler Agitation wie in dem vorliegenden Buch sind Mittel, um diesen Verschmelzungsprozeß voranzutreiben. Die Bibeltreuen sollten, das ist die Überzeugung des Verfassers dieser Zeilen, die Konsequenzen ziehen und das vom Herrn und Seinem Wort längst abgewichene Allianz-Lager verlassen, um bibeltreue Gemeinde zu bauen und zu stärken.<br />
 </p>
<div><strong>So laßt uns nun zu ihm hinausgehen, außerhalb des Lagers, und seine Schmach tragen! Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr+13%2C13-14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr 13,13-14</a>)</strong></div>
<p> <br />
 <br />
 <br />
<strong>Quellen:</strong></p>
<p>Tony Campolo / Shane Claiborne: <em>Was passiert, wenn wir ihn beim Wort nehmen. Die Jesus-Revolution.</em> Aus dem Englischen von Fred Ritzhaupt. Asslar (Gerth Medien) 2014</p>
<p>Anna Lutz: „Evangelikale, folgt Jesus“ Pro Medienmagazin 11. 12. 2014. Link: http://www.pro-medienmagazin.de/kultur/buecher/detailansicht/aktuell/evangelikale-folgt-jesus-90404/<br />
 <br />
 <br />
Rudolf Ebertshäuser   das-wort-der-wahrheit.de   29. 1. 2015  </p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2015/01/die-falsche-jesus-revolution-das-buch-mit-dem-allianzchef-diener-konservative-evangelikale-umpolen-moechte/">Die falsche „Jesus-Revolution“: Das Buch, mit dem Allianzchef Diener konservative Evangelikale umpolen möchte</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchbesprechung John MacArthur, Fremdes Feuer</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-john-macarthur-fremdes-feuer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 15:44:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Lehren & Grundlagen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2317</guid>

					<description><![CDATA[<p>  John MacArthur: Fremdes Feuer. Wie gefährliche Irrtümer über den Heiligen Geist den Glauben zerstören. Oerlinghausen (Betanien) 2014; Paperback, 366 S. &#160; John MacArthur ist als bekannter calvinistischer Bibellehrer und evangelikaler Pastor ein umstrittener Autor, und ich kann seine lehrmäßige Ausrichtung in vielem nicht teilen und würde auch viele seiner Bücher nicht empfehlen. Sein jüngstes [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-john-macarthur-fremdes-feuer/">Buchbesprechung John MacArthur, Fremdes Feuer</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2> </h2>
<p><span style="font-size: 14pt;">John MacArthur: <em>Fremdes Feuer. Wie gefährliche Irrtümer über den Heiligen Geist den Glauben zerstören.</em> Oerlinghausen (Betanien) 2014; Paperback, 366 S.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
John MacArthur ist als bekannter calvinistischer Bibellehrer und evangelikaler Pastor ein umstrittener Autor, und ich kann seine lehrmäßige Ausrichtung in vielem nicht teilen und würde auch viele seiner Bücher nicht empfehlen.</p>
<p>Sein jüngstes Buch über die Pfingst- und Charismatische Bewegung jedoch ist von beachtlicher Klarheit und von Ernst und Sorge geprägt über die Zerstörungen, die die charismatischen Irrtümer unter den Evangelikalen anrichten. MacArthur sagt sehr deutlich, was hierzulande viele konservative Autoren offenlassen oder bestreiten: daß nämlich die Pfingst- und Charismatische Bewegung als Ganzes von einem falschen, verführerischen Geist geprägt und geleitet ist, der schlimme Verführungen und Fehlentwicklungen erzeugt und letztlich Gott verunehrt.</p>
<p>Sein Buch argumentiert biblisch klar; es verteidigt auch die Lehre vom Aufhören der Offenbarungs- und Zeichengaben in der nachapostolischen Gemeinde; es gibt eine Fülle von entlarvenden Fakten über die Charismatische Bewegung.</p>
<p>Dieses Buch sollten vor allem viele konservative Evangelikale lesen und sich zu Herzen nehmen, die die Pfingst- und Charismatische Bewegung immer noch ein Stückweit verharmlosen und vorwiegend vor ihren Extremen warnen, statt die Wurzel des Übels beim Namen zu nennen.<br />
 </p>
<p>
Rudolf Ebertshäuser   das-wort-der-wahrheit.de   27. 9. 2014</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-john-macarthur-fremdes-feuer/">Buchbesprechung John MacArthur, Fremdes Feuer</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchbesprechung Georg Walter, Mystik &#8211; die unterschätzte Gefahr</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-georg-walter-mystik-die-unterschaetzte-gefahr/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 15:40:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ökumenische Verstrickungen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2315</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Georg Walter: Evangelikale und die Mystik. Die unterschätzte Gefahr – ein Leitfaden zur Orientierung. Oerlinghausen (Betanien) 2013; Paperback, 246 S. Dieses Buch gibt eine notwendige Orientierung über die Geistesströmung der Mystik, die seit den Anfängen der römischen Kirche einen irreführenden Einfluß auf verschiedene Zweige der Christenheit ausgeübt hat, u.a. auf den Pietismus und auch [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-georg-walter-mystik-die-unterschaetzte-gefahr/">Buchbesprechung Georg Walter, Mystik &#8211; die unterschätzte Gefahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2> </h2>
<p><span style="font-size: 14pt;">Georg Walter: <em>Evangelikale und die Mystik. Die unterschätzte Gefahr – ein Leitfaden zur Orientierung.</em> Oerlinghausen (Betanien) 2013; Paperback, 246 S.</span></p>
<p>
Dieses Buch gibt eine notwendige Orientierung über die Geistesströmung der Mystik, die seit den Anfängen der römischen Kirche einen irreführenden Einfluß auf verschiedene Zweige der Christenheit ausgeübt hat, u.a. auf den Pietismus und auch auf die modernen und postmodernen Evangelikalen.</p>
<p>Dieses übersichtlich aufgebaute Buch ist vor allem ein Nachschlagewerk, in dem sich alphabetisch geordnet viele Namen und Stichworte finden, die den Einfluß der Mystik weitergeben, von A wie Angelus Silesius bis Z wie Zen. Ergänzt wird das durch eine kurze Einleitung, die erklärt, was Mystik ist, sowie durch die Auslegung einiger Bibelstellen, die zur Begründung für „christliche Mystik“ verwendet werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser   das-wort-der-wahrheit.de   27. 9. 2014</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/buchbesprechung-georg-walter-mystik-die-unterschaetzte-gefahr/">Buchbesprechung Georg Walter, Mystik &#8211; die unterschätzte Gefahr</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Buchbesprechung Georg Walter, Lobpreis, Anbetung, Worship</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/2312/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Sep 2014 15:37:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte & Fakten]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2312</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Georg Walter: Lobpreis, Anbetung, Worship. Die Bibel und die Musik. Wie Christen dem Lob Gottes das strahlende Gesicht geben können, das Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. Wuppertal (Artos) 2014BC S., Paperback Der ehemalige Charismatiker Georg Walter, der seit Jahren mit einem Internet-Blog (… bis es scheidet zwischen Seele und Geist) eine fundierte Aufklärungsarbeit in bezug auf [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/2312/">Buchbesprechung Georg Walter, Lobpreis, Anbetung, Worship</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Georg Walter:<em> Lobpreis, Anbetung, Worship. Die Bibel und die Musik. Wie Christen dem Lob Gottes das strahlende Gesicht geben können, das Gottes Herrlichkeit widerspiegelt. </em>Wuppertal (Artos) 2014BC  S., Paperback</span></p>
<p>
Der ehemalige Charismatiker Georg Walter, der seit Jahren mit einem Internet-Blog (<em>… bis es scheidet zwischen Seele und Geist</em>) eine fundierte Aufklärungsarbeit in bezug auf heutige Verführungsströmungen betreibt, hat hier ein umfassend recherchiertes, sachlich argumentierendes Buch vorgelegt, in dem biblische Grundsätze für Musik erörtert werden, eine kirchengeschichtlicher Überblick über die Haltung der frühen Kirchenschriftsteller und der Reformatoren zur Musik gegeben wird und eine kritische Darstellung der charismatischen „Worship“-Musik vorgestellt wird.</p>
<p>Auch wenn die angeführten Autoritäten („Kirchenväter“, Reformatoren, Evangelikale) teilweise selbst mit Vorsicht zu betrachten sind, ist dieses Buch eine nützliche Lektüre, vor allem für solche, die mit Musik in der Gemeinde zu tun haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser     das-wort-der-wahrheit.de     27. 9. 2014</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/09/2312/">Buchbesprechung Georg Walter, Lobpreis, Anbetung, Worship</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gerd Goldmann macht Werbung für die Gemeindewachstumslehren</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/gerd-goldmann-macht-werbung-fuer-die-gemeindewachstumslehren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2014 06:56:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Kurznachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[Willow Creek & Emerging Church]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2337</guid>

					<description><![CDATA[<p>  Gerd Goldmann: Was Gemeinden heute brauchen. Handbuch für Gemeindeleitungen und engagierte Mitarbeiter. Edition Forum Wiedenest. Hammerbrücke (JOTA Publikationen) 2013   Dr. Gerd Goldmann ist als ehemaliger Leiter des Werkes „Forum Wiedenest“ und einflußreiches Mitglied des „Arbeitskreises Wachstum“ der Brüdergemeinden einer der führenden Vertreter missionaler „Erneuerung“ in der „Brüderbewegung“. Goldmanns Ansichten über Gemeindewachstum sind inzwischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/gerd-goldmann-macht-werbung-fuer-die-gemeindewachstumslehren/">Gerd Goldmann macht Werbung für die Gemeindewachstumslehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2> </h2>
<p><span style="font-size: 14pt;">Gerd Goldmann: <em>Was Gemeinden heute brauchen. Handbuch für Gemeindeleitungen und engagierte Mitarbeiter.</em> Edition Forum Wiedenest. Hammerbrücke (JOTA Publikationen) 2013</span><br />
 </p>
<p>Dr. Gerd Goldmann ist als ehemaliger Leiter des Werkes „Forum Wiedenest“ und einflußreiches Mitglied des „Arbeitskreises Wachstum“ der Brüdergemeinden einer der führenden Vertreter missionaler „Erneuerung“ in der „Brüderbewegung“. Goldmanns Ansichten über Gemeindewachstum sind inzwischen in seinem 2013 erschienenen Buch <em>Was Gemeinden heute brauchen</em> nachzulesen.</p>
<p>Darin vertritt er eine auf Brüdergemeinden zugeschnittene Version der an Rick Warren und „Willow Creek“ angelehnten Gemeindewachstumskonzepte (vgl. S. 43; 53 u.a.) mit missional-gesellschaftsrelevanten Einschlägen (vgl. 163-165; 168). Sein am meisten erwähntes Positivbeispiel ist die missionale „Kirche für Oberberg“ (vgl. u.a. S. 27-31; 201-202).</p>
<p>Goldmann befürwortet nach charismatischem Vorbild den unbiblischen „fünffältigen Dienst“ inklusive Aposteln und Propheten (die „Offenbarungen erfahren“, S. 87), den er auch für Frauen offen sieht (vgl. u.a. S. 70; 77; 80; 82; 92; 111). Er zitiert in seinem Buch u.a. Bill Hybels (91, 100), Mark Driscoll (80), Oscar Muriu (90; 114), Volker Kessler (109; 112) und Stephen Beck (209) zustimmend. Er betont die Wichtigkeit theologischer Ausbildung für Leiter (131) – ganz im Gegensatz zu den biblischen Überzeugungen der klassischen Brüdergemeinden -, und empfiehlt sogar den ökumenisch-charismatischen „Alpha-Kurs“ (220).</p>
<p>Zu den Freunden, die das Schreiben seines Buches ermutigt und „mit konstruktiven Ratschlägen begleitet“ haben, zählt Goldmann im Vorwort u.a. Lothar Jung („Christliche Jugendpflege“ der „Freien Brüder“; Vorstandsmitglied der „Stiftung der Brüdergemeinden“), Günter Kausemann, Reinhard Lorenz von der Arbeitsgemeinschaft der Brüdergemeinden im Baptistenbund und Artur Siegert (Pastor der „Kirche für Oberberg“).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Rudolf Ebertshäuser   das-wort-der-wahrheit.de   5. 6. 2014</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2014/06/gerd-goldmann-macht-werbung-fuer-die-gemeindewachstumslehren/">Gerd Goldmann macht Werbung für die Gemeindewachstumslehren</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Licht oder Finsternis? Ein beunruhigendes Buch von Hans Peter Royer</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2011/10/licht-oder-finsternis-ein-beunruhigendes-buch-von-hans-peter-royer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 12:15:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Buchbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[Trends & Irrtümer]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=2498</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Hans Peter Royer: Dunkler als Finsternis &#8211; heller als Licht. Holzgerlingen (SCM Hänssler) 2010 &#160; Wir waren leider bereits einmal gezwungen, uns kritisch mit Hans Peter Royer zu beschäftigen (vgl. unseren Beitrag &#8222;Was Hans Peter Royer bewegt&#8220;). Diesmal geht es um sein 2010 erschienenes Buch „Dunkler als Finsternis &#8211; heller als Licht“, das ich [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2011/10/licht-oder-finsternis-ein-beunruhigendes-buch-von-hans-peter-royer/">Licht oder Finsternis? Ein beunruhigendes Buch von Hans Peter Royer</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-size: 14pt;">Hans Peter Royer: <em>Dunkler als Finsternis &#8211; heller als Licht.</em> Holzgerlingen (SCM Hänssler) 2010</span><strong><br />
</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir waren leider bereits einmal gezwungen, uns kritisch mit Hans Peter Royer zu beschäftigen (vgl. unseren Beitrag<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2011/01/was-hans-peter-royer-bewegt/"><strong> &#8222;Was Hans Peter Royer bewegt&#8220;</strong></a>). Diesmal geht es um sein 2010 erschienenes Buch<strong> „Dunkler als Finsternis &#8211; heller als Licht“</strong>, das ich auf Anraten eines Bruders gelesen habe, der Royer verteidigen wollte. Oberflächlich betrachtet ist es ein eher evangelistisches Plädoyer für Jesus Christus, recht flott geschrieben, mit vielen Anekdoten und geistreichen Bemerkungen. Doch wenn man es genauer liest, kommen eine ganze Reihe verwirrende und beunruhigende Einzelheiten ans Licht.</p>
<p>Der evangelikale Leser legt bei Büchern, die für den Glauben werben, in der Regel keine sehr klaren Maßstäbe an; oftmals muß der gute Zweck herhalten, um manches Zweifelhafte zu rechtfertigen. Doch dieses Buch enthält so viel Irreführendes und Verkehrtes, daß man davor im Grunde warnen muß. Das kommt daher, daß Royer schon stark von den letzten Verführungstrends in der evangelikalen Szene beeinflußt ist, und diese Einflüsse kommen in dem Buch an verschiedenen Stellen zum Tragen. Ich will hier nur einige Stichworte nennen (Seitenzahlen verweisen auf das Buch; Hervorhebungen von RE):</p>
<p>1. Royer behandelt die Bibel immer wieder in diesem Buch als eine spannende, faszinierende Geschichte und spielt herunter, daß sie Lehre, absolute Wahrheitsaussagen über Gott, Christus, den Menschen, die Sünde, das Erlösungswerk usw. enthält. Das wird schon in der Einleitung auf S. 12 deutlich: „Darum hat Gott uns das größte aller Abenteuer in der ‚Heilsgeschichte’ geschenkt, im Evangelium seines Sohnes. Es ist eine Geschichte, die so spannend ist, daß ‚Krieg der Sterne’ dagegen langweilig erscheint. Die ganze Bibel erzählt vom Kampf zwischen Gut und Böse …“. Royer folgt hier erkennbar den Lehren der „narrativen (= erzählenden) Theologie“, die die Bibel nur als eine faszinierende Geschichte darstellt und ihre Lehre, ihre objektiven Wahrheitsaussagen und natürlich die Gebote unterbelichtet bzw. ausblendet. </p>
<p>Die „narrative Theologie“ gehört zu den Kerndogmen der Emerging Church. Sie versteht die Bibel einseitig als undogmatische Erzählung. Es besteht kein Zweifel, daß die Bibel Erzählung enthält, und zwar ein inspiriertes, wahres geschichtliches Zeugnis der Taten Gottes. Aber die Bibel enthält, auch im AT, eine Fülle von Lehre, von ewigen Wahrheitsaussagen, die man nicht unter den unverbindlichen Begriff „Geschichte“ fassen kann. In dem Buch kommt diese bibelkritische Umdeutung der Bibel zu einer „Erzählung“ immer wieder zum Ausdruck. </p>
<p>Originalton Royer: „Die Bibel ist die größte Erzählung aller Zeiten – und in diese Geschichte will Gott jeden Menschen hineinnehmen. Ist man erst einmal Teil dieses Abenteuers (!), bestimmt es unsere Realität“ (alles S. 12). „Das Charakteristische für Israels Anbetung war etwas anderes: nämlich das Erzählen von den Taten Gottes, der größten Erzählung der Geschichte. Man sagt nicht in erster Linie, wie Gott ist, sondern wie er in der Geschichte gehandelt hat“ (S. 111).</p>
<p>Das ist zumindest eine sehr einseitige, verflachte Aussage, die dem Anspruch von Gottes Wort überhaupt nicht entspricht (Das AT enthält nicht nur Erzählungen von Gottes Handeln, sondern sehr viele Aussagen über Gottes Wesen). Auch sonst fällt auf, daß Royer kaum die Bibel auslegt und erklärt, dafür aber viele fragwürdige, unbiblische „Geschichten“ erzählt – ganz nach dem Muster der modernen Evangelikalen und der Emerging-Church-Autoren. Eine davon ist von dem irreführenden Starautor Max Lucado (S. 66-68). Andere Geschichten (Mythen) sind ähnlich irreführend so die eines „Männchens vom Mars“ auf S. 98.</p>
<p>2. Royer fordert in seinem Buch, „dass wir die gesamte Bibel mit Jesus auslegen müssen“ (S. 83). Das klingt zunächst durchaus zutreffend, aber im Mund der neuen „postmodernen“ Umdeuter der Bibel beinhaltet dies auch eine Ablehnung der Apostellehre und berechtigt sie scheinbar, bestimmte Aussagen (z.B. was Paulus über die Frau lehrte) einfach als „nicht in Übereinstimmung mit Jesus und seiner Liebe“ abzutun. Auch bei Royer wird die Aufforderung, alles „durch die Brille Jesu“ auszulegen, gegen die gesunde Lehre der Bibel gerichtet: „Der vom Gesetz geprägte Mensch … beginnt in der Regel, theologische Grenzen zu definieren, abzustecken und zu verteidigen. Rechtgläubigkeit und Pharisäertum gewinnen dann die Oberhand und werden irrtümlicherweise als die rechten Glaubensvorbilder angesehen“ (S. 82/83). Doch die Bibel selbst, besonders der Apostel Paulus in seinen Briefen, steckt deutliche Grenzen zwischen gesunder Lehre und Irrlehre ab! Wer diese Grenzen verwischt und als unwichtig darstellt, verführt die Gemeinde Gottes!</p>
<p>3. Royer stellt den biblischen Glauben sehr einseitig dar. Er überbetont das Erlebnis, das Abenteuer, das Subjektive. Er redet zuwenig von der Sündhaftigkeit des Menschen. Es ist auch irreführend, wenn er sagt, „Die Bibel berichtet, dass der Ursprung von Sünde nicht im Menschen liegt“, sondern beim Teufel (S. 24). Auch wenn der Teufel vor dem Menschen sündigte und den Menschen zur Sünde verführte, gibt die Bibel dennoch dem Menschen die Verantwortung für seine Sünde.</p>
<p>Royer macht auch unehrfürchtige und verkehrte Aussagen: „Gott ist ein Gentleman“ (S. 44). Es ist eine humanistische Verflachung und Verkehrung des biblischen Gottesbildes, wenn er, ausgehend von der uralten mystischen Deutung des Hoheliedes, schreibt: „Nein, ein einziger Blick aus unseren Augen erobert das Herz Gottes!“ (S. 73). Dementsprechend soll der Gläubige „verliebt in Christus“ sein (S. 107). An anderer Stelle macht Royer eine geradezu mystische, hinduistisch gefärbte Aussage: „Darum ist der eine Gott die Quintessenz aller Dinge“ (S. 102). So ein Satz kann nicht aus der Bibel geschöpft werden, die zwischen dem Schöpfer und dem geschaffenen eine deutliche Trennlinie zieht, sondern aus den trüben Quellen der „neuen Spiritualität“.</p>
<p>4. Das Schlimmste ist, daß Royer auch die biblische Erlösungslehre und das Evangelium von Christus verfälscht. Anstatt klare Aussagen über den Sühnetod Jesu Christi zu machen, erzählt er in typischem Emerging-Church-Stil auf S. 46-47 eine erfundene „Geschichte“, die ein angebliches „Gespräch“ zwischen Jesus und dem Satan schildert. Jesus fragt darin den Satan: „Wieviel möchtest du für diese Menschen?“, und der Satan antwortet schließlich: „Alle deine Tränen und dein ganzes Blut“, worauf der falsche „Jesus“ dieser Geschichte so reagiert: „Jesus sagte: ‚Abgemacht!’ Und er bezahlte den Preis.“</p>
<p>Hier verkündet Royer indirekt und deshalb umso wirksamer die Irrlehre, Jesus Christus habe das Lösegeld dem Satan bezahlt! Das ist sehr bedeutsam, weil es einer der Kernpunkte der Emerging-Church-Häresie ist, daß das biblische Sühnopfer des Sohnes Gottes verleugnet wird. Die Irrlehrer des falschen postmodernen Glaubens verwerfen die Aussagen der Bibel, daß Christus an unserer Stelle das Zorngericht Gottes trug und deshalb Sein Blut als Lösegeld Gott darbrachte (vgl. u.a. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr+9%2C11-12%3B+R%C3%B6m+3%2C24-26%3B+Kol+1%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr 9,11-12; Röm 3,24-26; Kol 1,20</a>). In seinem Buch <strong>Du mußt sterben, bevor du lebst …</strong> (2006) hatte Royer noch die biblische Lehre bezeugt; nunmehr verbreitet er eine verdorbene Falschlehre, und das mithilfe einer Legende (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+4%2C3-4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 4,3-4</a>)!</p>
<p>5. Royer verharmlost die Irrlehre der Allversöhnung (einer weiteren Lehre, die in der Emerging Church an Bedeutung gewinnt) und kokettiert mit ihr, wenn er sagt: „So sehr ich manche Vertreter dieser Lehre schätze <u>und auch persönlich aus diesen Argumenten einen Funken Hoffnung hege</u>, so sehr muss ich dennoch festhalten, dass die Bibel als ganzes es nicht so lehrt“ (S. 43). Das ist so ein typisch neo-evangelikaler Verwirrsatz. Was nun? Ist diese Lehre unbiblisch – dann kann ich doch daraus keine Hoffnung hegen! Ist sie vielleicht dennoch wahr, obwohl die Bibel es nicht so lehrt?</p>
<p>Genau diese Möglichkeit legt Royers Bemerkung nahe und betreibt damit einmal mehr die Relativierung biblischer Lehre. Dabei bezeugt die Bibel sehr deutlich das Gegenteil, und deshalb kann es keine solchen „Hoffnungen“ geben, wenn man die biblische Lehre ernst nimmt. Aber Royer schürt ja in seinem Buch ein Vorurteil gegen „Lehre“ und „Dogma“; immer wieder in seinem Buch hören wir die Einflüsterung: Nimm es nicht so genau mit der Lehre, die „Liebe“ und das „Leben“ sind viel wichtiger!</p>
<p>6. Zum Schluß läßt Royer noch einmal seiner Abneigung gegen die gesunde Lehre freien Lauf. Ganz ähnlich wie viele Autoren der Emerging Church richtet er seine Polemik gegen die gesunde Lehre der Apostel, die dem „undogmatischen, liebenden Jesus“ entgegengesetzt wird, der angeblich in den Evangelien auftritt. „Leider sind wir immer wieder versucht, Jesus Christus als ein nachahmenswertes Vorbild anzubeten und Paulus als einen gelehrten Christuslehrer auszulegen. Wenn wir den Apostel Paulus vom geisterfüllten Christusträger zum intellektuellen Christuslehrer degradieren, füllen wir damit unsere theologischen Studierstuben mit Zank und Streit und nehmen den Kirchengemeinden das Leben. Wir rauben dem Evangelium die ganze Kraft und Dynamik. Die Bibel wird damit herabgewürdigt zu einem Buch guter Lehren göttlicher Dinge und kluger Ratschläge für ein frommes Leben“ (S. 116). </p>
<p>Das ist ein direkter Angriff gegen die gesunde Lehre der Apostel, die ja nach der Bibel die Lehre des erhöhten Christus ist. Der Apostel Paulus war tatsächlich zuallererst „Christuslehrer“, und das unter der Inspiration seines Herrn (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+1%2C25-28%3B+2Tim+1%2C11%3B+1Kor+1%2C13%3B+1Kor+14%2C36-37&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 1,25-28; 2Tim 1,11; 1Kor 1,13; 1Kor 14,36-37</a>)! Für ihn war die Lehre sehr wichtig, und er hat Timotheus und uns nicht umsonst ermahnt:<strong> „Wenn du dies den Brüdern vor Augen stellst, wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, der sich nährt mit den Worten des Glaubens und der guten Lehre, der du nachgefolgt bist. (…) Bis ich komme, sei bedacht auf das Vorlesen, das Ermahnen und das Lehren. (…) Habe acht auf dich selbst und auf die Lehre; bleibe beständig dabei! Denn wenn du dies tust, wirst du sowohl dich selbst retten als auch die, welche auf dich hören.“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+4%2C6.13.16&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 4,6.13.16</a>).</p>
<p>Daß die Lehre des Paulus dem Evangelium die Kraft und den Gemeinden das Leben raube, ist eine schlimme Irreführung. Aber es kommt darin auch zum Ausdruck, daß die Irrlehrer des postmodernen „undogmatischen Christentums“ in der Lehre des Apostels Paulus ein Hindernis für ihre Verführung sehen. Deshalb müssen sie diese „gesunde Lehre“ auf irgendeine Weise abwerten und in Vergessenheit bringen.</p>
<p>Was ist Royers Ersatz für die biblische Lehre? Ein Gemisch aus Mystik und Charismatik: „Wenn wir die Kräfte des Neuen Testaments in ihrer ursprünglichen Reinheit und Absicht entdecken, dann erschließt sich uns die Kraft Gottes und kann unser ganzes Leben verändern.<u> Dann entdecken wir die Nähe Gottes in uns als die Realität aller Realitäten</u> und beginnen, alles in der Welt von diesem Standpunkt aus zu verstehen und zu bewerten. Und anstatt immer nur grübelnd nachzudenken, <u>entdecken wir den zwanglosen Zugang zu Gott in Jesus Christus, unserem Herrn</u>“ (S. 116/117). Diese Äußerungen sind erkennbar von der Lektüre des Mystikers „Bruder Lorenz“ geprägt. </p>
<p>Insgesamt ist dieses Buch nach meiner Überzeugung nicht biblisch gesund und weist deutliche Spuren verführerischer Lehren auf. Hans Peter Royer ist, das ist für mich nach der Lektüre dieses Buches noch klarer geworden, tatsächlich von Mystik, „neuer Spiritualität“ und postmodernen Emerging-Church-Gedanken beeinflußt. Dieses Buch bestätigt nur die Diagnose, die ich aus dem Interview gewonnen habe. Es ist von daher sehr bedauerlich und auch etwas befremdlich, daß dieses Buch in der eigentlich bibeltreuen Zeitschrift „Gemeindegründung“ enthusiastisch empfohlen wurde (Gemeindegründung 106, 2/11, S. 16). Wir müssen in der heutigen Zeit wachsam sein, damit wir nicht in den Sog des verfälschten „postmodernen Christentums“ geraten, das zwar immer noch vertraute Begriffe verwendet, aber etwas ganz anderes, völlig Unbiblisches damit meint.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>
Rudolf Ebertshäuser    das-wort-der-wahrheit.de     11. 10. 2011</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Zu diesem Beitrag können Sie auf unserer Webseite lesen:</span></p>
<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2011/01/was-hans-peter-royer-bewegt/"><strong>Was Hans Peter Royer bewegt </strong></a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2011/10/licht-oder-finsternis-ein-beunruhigendes-buch-von-hans-peter-royer/">Licht oder Finsternis? Ein beunruhigendes Buch von Hans Peter Royer</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
