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	<title>Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
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	<description>Biblische Aufklärung über endzeitliche Irreführungen</description>
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	<title>Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
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		<title>Gibt es ein Leben nach dem Tod?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/gibt-es-ein-leben-nach-dem-tod/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 08:28:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Niemand wird bestreiten, dass er einmal sterben muss. Doch wie unterschiedlich sind die Vorstellungen darüber, wie es danach dann sein wird. Ist das Leben nicht wie eine Blume, die für eine kurze Zeit aufblüht und dann verwelkt? So trägt auch der Mensch schon bei seiner Geburt den Keim des Todes in sich. Da ist [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<div>
Niemand wird bestreiten, dass er einmal sterben muss. Doch wie unterschiedlich sind die Vorstellungen darüber, wie es danach dann sein wird. Ist das Leben nicht wie eine Blume, die für eine kurze Zeit aufblüht und dann verwelkt? So trägt auch der Mensch schon bei seiner Geburt den Keim des Todes in sich. Da ist die Frage allzu berechtigt, ob damit der Sinn des Lebens erfüllt sein sollte.</p>
<p>Nicht wenige Menschen glauben, mit dem Tod sei alles aus, weil sie alles Werdende auch vergehen sehen. Andere meinen, ihr Verstand verbiete ihnen, an eine Auferstehung zu glauben, da doch aus dem zum Staub der Erde zurückgekehrten toten Körper nicht wieder etwas hervorkommen könne. Wieder andere wollen durch die Verbrennung der Frage nach der Auferstehung ausweichen.</p></div>
<div> </div>
<div>Unzählige Menschen sind über diese Frage in völliger Unsicherheit. Sie wollen sich über die Zukunft einfach keine Gedanken machen, geschweige denn Vorsorge treffen. Gleichgültig leben sie dahin und mit dem Tag des Todes warten sie auf Abklärung dieser „unangenehmen Frage“.</p>
<p>Es gibt aber auch Menschen, die große Anstrengungen machen, um nach dem Tod Gott ihre „guten Werke“ vorweisen zu können. Nach ihren eigenen Vorstellungen und Maßstäben wollen sie sich Gott gnädig stimmen. Mit ihren Anstrengungen bemühen sie sich, den Weg zum Himmel frei zu machen.</p>
<p>Der Tod flößt Angst und Schrecken ein, denn wer würde sich nicht vor dem Sterben fürchten? Wenn es aber nur ein biologischer Vorgang wäre, warum dann Angst?</p>
<p>Viele Menschen wünschen sich, dass mit dem Tod alles aus sei, damit sie ihr jetziges Leben ungestört weiterführen können. Das Gewissen des Menschen zeugt dagegen. Jeder, der ehrlich zu sich selbst ist, fühlt, dass der Tod nicht das Ende sein kann.</p>
<p>Der Mensch ist nicht anderen Geschöpfen gleich, sonst würde er ja auf der Stufe der Tiere stehen. Gott hat ihm seinen Odem gegeben, und damit empfing er eine unsterbliche Seele. Sein Leib mag sterben und zur Erde zurückkehren, doch seine Seele und sein Geist haben ewige Existenz. Sie sind es, die ihn auch immer wieder daran erinnern: „<strong>So lehre uns denn zählen unsere Tage, auf dass wir ein weises Herz erlangen“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Psalm+90%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Psalm 90,12</a>).</p>
<p>Ob der Mensch an die Auferstehung glaubt oder nicht, ändert nichts an der Tatsache des Lebens nach dem Tod. Gott hat genügend Beweise dafür gegeben. Der größte Beweis dafür ist die Auferstehung des Herrn Jesus Christus. Er wurde gekreuzigt, starb, wurde in ein Grab gelegt und am dritten Tag auferweckt. Viele haben Ihn gesehen und es bezeugt.</p>
<p>Ebenso bezeugt Gott in seinem untrüglichen Wort, dass der Mensch leibhaftig auferstehen wird. Schon die Natur bestätigt diese Wahrheit. Ein Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird, stirbt, verfault, aber es entsteht ein Keim, ein HaIm eine Ähre: Leben aus dem Tod ist da. Wie viel mehr wird dies bei dem Menschen der Fall sein, der eine unsterbliche Seele hat. Seine Seele und sein Geist werden wieder mit dem Leib vereinigt, um dann vor Gott zu stehen.</p>
<p>Der Mensch will dies nicht wahrhaben, doch sollte es bei Gott etwas geben, das Er nicht vermag? Auch die Chemie lehrt, dass es im Weltall keinen Stoff gibt, der aufhört zu existieren. Kein Mensch kann die Materie auflösen, kein Wassertropfen geht verloren. Nur der Mensch soll in „Nichts“ aufgelöst werden. Wo bleibt da die Logik?</p>
<p>Wie kann man nun Gewissheit über das Leben nach dem Tod haben? Es gibt nur Einen, der darüber Auskunft geben kann, nämlich Gott selbst. Und Er hat uns darüber ausreichend Mitteilung gemacht in seinem heiligen Wort, der Bibel.</p>
<p>Im Evangelium Lukas, Kapitel 16,19-31, stellt Gott uns zwei Menschen vor, die wir als Vorbilder für die ganze Menschheit betrachten können. Der Erste, dessen Name nicht genannt wird, obgleich der Herr Jesus uns sowohl seinen Namen als auch seine Adresse hätte angeben können, lebte alle Tage fröhlich und in Prunk. Er ist genau das Bild der Menschen, die weder nach Gott noch nach einem Weiterleben nach dem Tod fragen. Vielleicht war er sogar ein Gottesleugner.</p></div>
<div> </div>
<div>Aber sobald er gestorben war, schlug er, d. h. seine Seele und sein Geist, im Zustand des Hades seine Augen auf. Jetzt erkannte er, dass er nicht tot war, sondern dass nur sein Körper, die Hülle, in der seine Persönlichkeit, sein „Ich“ gewohnt hatte, getrennt war von ihm selbst. Er selbst existierte weiter, konnte fühlen, sehen, sprechen und Qualen leiden, obgleich er sich noch nicht an seinem endgültigen Bestimmungsort befand.</p>
<p>Die zweite Person dagegen wird uns mit Namen genannt, weil der Herr Jesus die Seinen kennt und sie mit Namen nennt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+10%2C3.27&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 10,3.27</a>). Dieser Lazarus befand sich nach seinem Tod in völliger Glückseligkeit, was durch den Ausdruck „im Schoß Abrahams“ verständlich gemacht wird. Zu seinen Lebzeiten war er durch den Glauben an seinen Erlöser und dessen Wort zur Gewissheit gelangt, dass es ein Leben nach dem Tod, ja, sogar ewiges Leben gibt.</p></div>
<div> </div>
<div>Beide Personen warten jetzt auf die Auferstehung: Lazarus auf die erste Auferstehung aus den Toten zum Empfang eines neuen Leibes und die Aufnahme ins Vaterhaus, jener Erstgenannte aber auf die Auferstehung der Toten, welche 1000 Jahre später stattfindet und das Gericht vor dem großen weißen Thron zur Folge hat (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+20%2C11-15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 20,11-15</a>).</p>
<p>Gott sagt den Menschen, die ohne Ihn ihr Leben führen: <strong>„Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben.“ </strong>Wer würde dies bestreiten? Doch Er sagt weiter: <strong>„ . . . danach aber das Gericht“ </strong>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr%C3%A4er+9%2C27&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebräer 9,27</a>). Von Gericht hört der Mensch nicht gern, doch wegen seiner absoluten Heiligkeit und Gerechtigkeit kann Gott nicht anders, als den in Sünde gefallenen und ohne Ihn lebenden Menschen zu richten.</p>
<p>Es trifft also nicht zu, dass mit dem Tod alles aus sei, sondern aufgrund seiner ewigen Existenz wird der Mensch Gott nicht entfliehen können, sondern wegen seiner Sünden vor Ihm stehen müssen. Die Ablehnung dieser Wahrheit ist Selbstbetrug.</p>
<p>Gott wird einem jeden vergelten nach seinen Werken, es sei Gutes oder Böses.</p>
<p>Gottes Wort sagt: <strong>„Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken’’</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+20%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 20,12</a>).</p>
<p>Welch große Schuld lädt sich der Mensch auf, der dem Wort Gottes nicht glaubt und seinen Willen nicht tut! Jeder, der an ein Leben nach dem Tod nicht glauben will und alle Liebesbemühungen Gottes um sein ewiges Wohl missachtet, kommt an den Ort, <strong>„wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Markus+9%2C46&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Markus 9,46</a>).</p>
<p><strong>„Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+20%2C15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 20,15</a>). „Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offenbarung+14%2C11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offenbarung 14,11</a>).</p>
<p>Das ist das Los eines jeden unbußfertigen Menschen, wenn er, ohne mit Gott versöhnt zu sein, diese Erde verlässt. Es ist eine Existenz mit unsagbaren Qualen.</p>
<p>Lieber Leser, noch leben wir in der Zeit der Gnade, wo Gott bereit ist, zu retten von dem kommenden Zorn. Lassen Sie sich deshalb nicht täuschen über die Frage des Lebens nach dem Tod. Es geht um Wohl und Wehe Ihrer eigenen unsterblichen Seele. Unterwerfen Sie sich der ernsten Wahrheit, solange die wunderbare Gnade Gottes noch zur Verfügung steht.</p>
</div>
<div> </div>
<div>Du kommst nicht an JESUS, dem HERRN, vorbei;<br />
ob jetzt oder später, wann es auch sei,<br />
ob in diesem Leben, ob einst im Gericht,<br />
wie du dich auch wendest, vorbei kommst du nicht!</div>
<div> </div>
<div> </div>
<div>
<p>Kommen Sie zu dem, der gesagt hat: <strong>„Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dies?“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+11%2C25.26&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 11,25.26</a>).</div>
<div> </div>
<div> </div>
<div>
<p><span style="font-size: 14pt;">Autor unbekannt. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von <strong>Verbreitung der Heiligen Schrift, D-35713 Eschenburg</strong>.</span></p>
<p>
</div>
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		<title>Wer ist Jesus Christus?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/wer-ist-jesus-christus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 08:23:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; &#160; Kein andrer Name ist so bekannt, aber auch so umstritten, wie der Name Jesus. Viele Menschen verehren und lieben diesen ihnen kostbaren Namen, jedoch wird er auch verachtet und sehr gehasst. Kein Name hat die Menschheit so bewegt, wie der Name Jesus. Wer ist dieser Jesus? Eine außergewöhnliche Kraft geht von dieser Person [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<div>Kein andrer Name ist so bekannt, aber auch so umstritten, wie der Name <em>Jesus</em>. Viele Menschen verehren und lieben diesen ihnen kostbaren Namen, jedoch wird er auch verachtet und sehr gehasst. Kein Name hat die Menschheit so bewegt, wie der Name Jesus.</p>
<p>Wer ist dieser Jesus? Eine außergewöhnliche Kraft geht von dieser Person aus und man fühlt, dass es hier um mehr geht als um irgendeine Persönlichkeit. Ist Er ein Mensch mit besonderen Fähigkeiten? Oder ist Er ein Idealist, der bereit war, um seiner Idee willen den Märtyrertod zu sterben? War Er ein Religionsstifter, ein Dichter mit einem wunderbaren Wortschatz oder war Er der Führer eines kleinen Volkes oder gar ein Aufrührer? War Er vielleicht ein Wundertäter mit einem Herz für die Armen?</p>
<p>Wer ist dieser Jesus? Diese Frage ist bis heute nicht verstummt. Ist Er Gott, wie kann Er dann gleichzeitig Mensch sein? Oder ist Er Mensch, wie kann Er dann Gott sein? Auf all diese Fragen kann der natürliche Verstand keine Antwort geben, nur in Gottes Wort, der Bibel, finden wir sie.</p>
<p>Seine Geburt ist ein Wunder und für alle Menschen bis heute ein Geheimnis. Schon auf den ersten Seiten der Bibel wurde Satan, dem Verführer des Menschen, angesagt: <strong>„Er wird dir den Kopf zermalmen und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Mose+3%2C15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Mose 3,15</a>). Etwa 800 Jahre vor seiner Geburt weissagte der Prophet Jesaja: <strong>„Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel heißen”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jesaja+7%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jesaja 7,14</a>). Wir lesen im Buch des Propheten Jeremia von dem Kindermord, der von Herodes aus Furcht vor dem neugeborenen König der Juden ausgeführt wurde:<strong> „Rahel beweint ihre Kinder; sie will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder, weil sie nicht mehr sind”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jeremia+31%2C15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jeremia 31,15</a>).</p>
<p>Auch wurde vorhergesagt, von wem Er geboren würde und warum. <strong>„Das in ihr Gezeugte ist von dem Heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen; denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+1%2C20.21&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 1,20.21</a>). Auch wird vorausgesagt, dass Jesus Christus viel leiden und danach sterben müsse.</p>
<p>All diese Weissagungen sind erfüllt. Niemand kann sich daher den göttlichen Prophezeiungen verschließen. Jahrhunderte vorher wurde angekündigt, dass Er ein Nachkomme des Königs David sein sollte. Seine Eltern waren aus diesem Geschlecht. Als Sohn Davids hören wir immer wieder von Ihm in seiner Beziehung zum Volk Israel. Sie hatten jahrhundertelang auf ihren König, ihren Messias, gewartet und warten auch heute noch auf Ihn, denn als Er in die Welt kam, erkannten sie Ihn nicht an und sagten: „Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche.“ Und sie schlugen Ihn ans Kreuz.</p>
<p>Der Mensch weiß nicht, dass er infolge des Ungehorsams des ersten Menschen von Gott getrennt und dadurch unter die Macht Satans verkauft ist. Die Religionen aller Völker beweisen letztlich nichts anderes, als dass sie das verlorengegangene Paradies suchen. Für alle Menschen jeder Rasse und Nationalität kam der Herr Jesus in diese Welt. <strong>„Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um mein Heil zu sein bis an das Ende der Erde”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jesaja+49%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jesaja 49,6</a>).</p>
<p>Doch wie konnte Er als Mensch zugleich Gott sein? Kein Mensch kann dieses Wunder ergründen. Gott selbst wollte auf diese Erde kommen, wollte Fleisch und Blut annehmen, um dem armen Menschen in seinem Elend zu Hilfe zu kommen. <strong>„Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, damit er die, die unter Gesetz waren, loskaufte”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Galater+4%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Galater 4,4</a>).</p>
<p>Das sollte göttliche Freude für den verlorenen, in Schuld und Sünde verstrickten Menschen sein. Der Engel sagte es den Hirten auf den Fluren von Bethlehem: <strong>„Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird; denn euch ist heute in der Stadt Davids ein Erretter geboren, welcher ist Christus, der Herr”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lukas+2%2C10.11&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lukas 2,10.11</a>). Welch ein Wunder der Liebe und Gnade Gottes!</p>
<p>Der Herr Jesus ist von Ewigkeit her der Sohn Gottes. Er ist selbst ewiger Gott, der Schöpfer Himmels und der Erde, der Mittelpunkt alles Seins, das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte. Gott wurde im Sohn geoffenbart, der Fleisch und Blut annahm als Er auf diese Erde kam. Wir lesen, dass Er, <strong>„da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und, in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam wurde bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Philipper+2%2C6-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Philipper 2,6-8</a>).</p>
<p>Er ist nicht Gott oder Mensch, sondern Gott und Mensch zugleich. Das ist das Geheimnis seiner Person. „<strong>Anerkannt groß ist das Geheimnis der Gottseligkeit: Gott ist offenbart worden im Fleisch”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Timotheus+3%2C16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Timotheus 3,16</a>).</p>
<p>Der Herr Jesus kam auf diese Erde, um stellvertretend das Urteil Gottes über den in Sünde gefallenen Menschen auf sich zu nehmen und ihn von dem ewigen Gericht zu befreien. Kein Mensch hätte der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes Genüge tun können. Dies konnte nur der Sündlose, der Mensch Christus Jesus, vollbringen. Aus freiem Willen sagte Er: <strong>„Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr%C3%A4er+10%2C9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebräer 10,9</a>). Er war bereit, nach Golgatha zu gehen.</p>
<p>Während seiner Erdenzeit offenbarte Er sich als der Sohn Gottes in Liebe, Gnade und Erbarmen, indem Er die Kranken heilte, Hungrige speiste, Besessene befreite und Tote auferweckte. Er öffnete Blinden die Augen und gebot den Naturgewalten. In göttlicher Vollmacht tat Er Wunder und Zeichen und erwies sich, wo immer Er hinkam, als der allmächtige Gott.</p>
<p>Das größte Wunder geschah jedoch auf Golgatha. Wie ein gemeiner Verbrecher ließ Er sich zwischen zwei Übeltätern kreuzigen. Für den Unglauben schien dies das Ende seines Wirkens zu sein. Es sah aus, als ob Satan einen Triumph errungen hätte. Der Herr Jesus ließ es zu, dass man Ihn angesichts des Todes verhöhnte und verspottete, aber Er betete noch für seine Feinde, die Ihm all dieses zufügten.</p>
<p>Als Sohn Gottes hatte Er die Macht, durch ein Wort seine Feinde zu vernichten, aber in seiner grenzenlosen Liebe wollte Er die Menschen von der Macht Satans und der Sünde befreien. Deshalb nahm Er freiwillig die Strafe zu ihrem Frieden auf sich und ertrug das furchtbare Gericht des heiligen Gottes über unsere Schuld und Sünden. Als Er ausrief: „Es ist vollbracht!”, war sein Werk vollendet. Er hatte seinen Gott und Vater verherrlicht vor der sichtbaren und unsichtbaren Welt und dem armen, verlorenen Menschen den Weg zurück zu Gott geschaffen.</p>
<p>Er ist der Bezwinger Satans, der Überwinder des Todes, der Sündenträger am Kreuz, der Sieger von Golgatha. Der heidnische römische Hauptmann musste angesichts der Gewalt, mit der Er sein Leben niederlegte, seine Gottheit bekennen: <strong>„Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!”</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Markus+15%2C39&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Markus 15,39</a>).</p>
<p>Mit seinem Tod ist nicht alles aus. Er ist auferstanden. Nach seiner Auferstehung haben Ihn viele der Seinen gesehen und dies bezeugt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Korinther+15%2C5-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Korinther 15,5-8</a>). Er ist zurückgekehrt in den Himmel. Dort verwendet Er sich für alle, die an Ihn glauben, und durch seinen Geist ist Er den Seinen auf der ganzen Erde gegenwärtig.</p>
<p>Bald wird Er wiederkommen für alle, die Ihn als Gott und Mensch anerkannt und im Glauben als ihren Herrn und Heiland angenommen haben. Er bringt sie dann in die ewige Herrlichkeit des Himmels. Aber Er wird auch auf diese Erde wiederkommen als Richter für alle, die diese fundamentale Wahrheit bestreiten und leugnen.</p>
<p>Wollen Sie dem Gericht und der ewigen Verdammnis entfliehen? Beugen Sie noch heute Ihre Knie vor dem Heiland, nennen und bekennen Sie Ihm Ihre Sünden. Glauben Sie, dass Er auch für Sie am Kreuz alles gutmachte und Gott Ihnen in seinem Erbarmen vergeben will.</p>
<p>Danken Sie dem Herrn Jesus für seine Liebe und folgen Sie Ihm nach!</p>
<p><strong>„Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen” </strong>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apostelgeschichte+4%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apostelgeschichte 4,12</a>).</p>
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<p><span style="font-size: 14pt;">Verfasser unbekannt. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von <strong>Verbreitung der Heiligen Schrift, D-35713 Eschenburg</strong>.</span></p>
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			</item>
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		<title>Fritz Binde: Was ist mächtiger als die Sünde?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/1899/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2017 15:34:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Die Antwort auf diese Frage ist gegeben im Brief des Paulus an die Römer, Kap. 5,20: „Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.“ Zwei Mächte bewegen die Menschheit: die Macht der Sünde und die Macht der Gnade. Beide Mächte wirken in jedem einzelnen Menschen, und es [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/1899/">Fritz Binde: Was ist mächtiger als die Sünde?</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Die Antwort auf diese Frage ist gegeben im Brief des Paulus an die Römer, Kap. 5,20:<strong> „Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.“</strong></p>
<p><strong>Zwei Mächte</strong> bewegen die Menschheit: die Macht der Sünde und die Macht der Gnade. Beide Mächte wirken in jedem einzelnen Menschen, und es kommt nur darauf an, welche Macht die stärkere in dir geworden ist. Denn beide Mächte liegen im Kampf miteinander, der nicht eher aufhört, als bis eine Macht Sieger geworden ist. Viele versuchen heute diesen Kampf und Gegensatz und damit die beiden Mächte selber aus der eigenen Brust und der Welt hinauszuleugnen, indem sie weder von Sünde noch von Gnade etwas wissen wollen. Sie nennen sich gern „Monisten“, weil sie an keine Zerteilung der Welt in zwei Machtbezirke, in ein Reich des Lichts und der Finsternis, glauben, sondern die Welt einheitlich, „monistisch“ begreifen möchten. Das Wort von den beiden Mächten Sünde und Gnade ist ihnen nur rückständiger „Dualismus“, das heißt verwerfliche Zerteilung des Weltganzen.</p>
<p>Aber der Riß, der durch Welt und Mensch geht, läßt sich nicht hinwegreden; er besteht, und seiner wehen Tiefe kann keiner entfliehen. Keine Entwicklung, keine Kultur füllt diese Tiefe aus. Im Gegenteil, jede Entwicklung macht den Riß nur tiefer, die Gegensätze nur reifer; denn welche Gemeinschaft hat das Licht mit der Finsternis, welche Übereinstimmung Christus mit Belial? (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Kor.+6%2C14-15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Kor. 6,14-15</a>). So tobt denn der Kampf, bis er ausgekämpft, die Macht der Sünde als eine Fremdmacht aus der Schöpfung hinausgebannt ist und Menschheit, Erde und Himmel erneuert sind durch die Macht der Gnade. Bis dahin bleibt der furchtbare Kampf zwischen der Macht der Sünde und der Macht der Gnade, zwischen Belial und Christus, Unglauben und Glauben tatsächlich – wie Goethe bekennen mußte – „das tiefste Thema der Weltgeschichte“.</p>
<p>Und ebenso bleibt diese Erde bis dahin „eine Pflanzschule für eine Welt von Geistern“ – wie wiederum Goethe sich ausdrückte –, wo jeder einzelne Menschengeist sich entscheiden muß, entweder für die Macht der Sünde oder die Macht der Gnade; denn darin besteht des Menschen alleiniger Lebenszweck. Damit du zur rechten Entscheidung gelangest, hörst du jetzt diese Worte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>I.</strong></p>
<p>Prüfen wir zunächst die <em>Macht der Sünde</em>. Da könnte ich nun viel reden von Zuchthäusern, Armenhäusern, Hurenhäusern, Irrenhäusern, Krankenhäusern und allen Häusern aller Menschen; denn die Sünde ist überall da zu Hause, wo der Mensch haust; die Spuren ihrer Macht reichen so weit, als der Mensch Macht hat, die Erde zu bevölkern. Aber solch weites und breites Reden von der Macht der Sünde würde uns wenig nützen, blickt doch der Mensch, sobald er von Sünde hört, sofort auf die anderen „bösen, bösen Leute“ in der Welt und hält sich selbst für die beste Ausnahme. Die Bibel faßt die Macht der Sünde in die Worte zusammen: „Die Sünde ist der Leute <em>Verderben</em>“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Spr%C3%BCche+14%2C34&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Sprüche 14,34</a>). Dieser Spruch wäre tatsächlich die zutreffendste Überschrift über die Tür jedes Hauses. „Verderben“ oder auch „Schande“, wie man jenes Wort lesen könnte, das ist die beste Gesamtkennzeichnung der Macht der Sünde, nämlich schmachvoller Untergang vor dem heiligen Gott. Geht man indes aufs einzelne, so könnte man eine dreifache Wirkung der Macht der Sünde beobachten.</p>
<p>Erstens:</p>
<p><em>die Macht der Sünde ist eine verfinsternde, verblendende Macht</em>. Ist sie doch die Macht der Finsternis! Alle Beschränktheit des menschlichen Geistes und alle Lebensrätsel haben ihre tiefste Ursache in der Sünde. Ebenso der Unglaube. Das verstehen indes nur diejenigen, die durch die Macht der Gnade erleuchtet worden sind. Es ist der schauervollste Fluch der Sünde, daß sie den Menschen in geistliche Blindheit schlägt. Hinter der Finsternismacht der Sünde steht der „Fürst der Finsternis“, Satan, der „Gott dieses Zeitalters“, welcher den Sinn der Ungläubigen verblendet hat, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, welcher das Bild Gottes ist (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.+Kor.+4%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2. Kor. 4,4</a>). So ist den Ungläubigen das Evangelium „verdeckt“ (Vers 3), und das Wort vom Kreuz Christi, von wo die Gotteskraft und Gottesmacht der Gnade ausströmt, ist ihnen eine „Torheit“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Kor.+1%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Kor. 1,18</a>).</p>
<p>Diese <em>intellektuelle Verfinsterung</em> entspricht dem allen Menschen angeborenen Sündenzustand, der den Abfall des Menschen von Gott, der Quelle ewiger Weisheit, kennzeichnet. Wohl ist dem Menschen noch Weisheit gelassen zum Essen, Trinken, Kaufen, Verkaufen, Pflanzen, Bauen usw. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Luk.+17%2C+28&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Luk. 17, 28</a>); aber die Weisheit, Gott und Göttliches wesentlich zu erfassen, haben sie mit dem Sündenfall verloren. Seitdem ist es tragisch, in der Geschichte der Menschheit wahrzunehmen, welche verzweifelte Anstrengungen das gefallene Geschlecht macht, sei es in Religion, Philosophie, Literatur, Kunst, Technik, über die Grenzen seines verfinsterten Geistes hinauszukommen, und wie es trotz alles äußeren Fortschrittes doch nicht die intellektuelle und moralische Qualität zu verändern vermag. Denn alle diese Anstrengungen haben weder die Gotteserkenntnis vermehrt, noch die Macht der Sünde verringert.</p>
<p>Denn Hand in Hand mit der intellektuellen Trübung geht die <em>moralische Verfinsterung</em>. Die Sünde macht auch blind für die Sünde. Das ist das eigentliche Totsein in Vergehungen und Sünden, daß man bis zu einem gewissen Grade unempfindlich geworden ist sowohl der Heiligkeit Gottes und seines Evangeliums, als auch der Abscheulichkeit der Sünde gegenüber (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph.+2%2C1-7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph. 2,1-7</a>). Bis über die Ohren steckt man im Ungehorsam gegen Gott, und zur selben Zeit hält man seinen Zustand für höchst hoffnungsvoll und normal.</p>
<p>Wie bestätigt sich doch uns Evangelisten täglich diese Bibelwahrheit! Besonders in unserer sommerlichen Zeltarbeit, wo die Leute so bequem ins Missionszelt hinein- und wieder hinausschlüpfen können. Da bekommt man mit der Zeit ein so erfahrenes Auge, daß man es den Hereinkommenden schon ungefähr ansehen kann, wie lange sie es unter dem Bibelwort aushalten werden.</p>
<p>Erst interessiert sie das Äußerliche, dann hören sie ein wenig auf die Worte der Ansprache, dann wird ihr Gesicht ganz ausdruckslos, und sie fangen an, zu sich selbst zu sagen: Was ist denn das für ein Blödsinn, den ich da höre! – man merkt, sie haben gar kein Organ zum Verständnis und zur Aufnahme des Wortes Gottes –, dann werden sie unruhig, sehen nach der Uhr, es wird ihnen unerträglich, und: Nun aber raus, an die frische Luft; denn da drinnen war’s fürchterlich! – Tot, tot, tot, sowohl geistlich als moralisch! Und das ist sowohl die Erfahrung mit Leuten aus der „besseren Gesellschaft“ als auch mit dem „Pöbel“. Und da will man uns belehren, die Bibel sei nicht mehr Wahrheit, wo uns doch ihre Aussagen über das Wesen des Menschen sekundlich so bestätigt werden!</p>
<p>Zweitens:</p>
<p><em>Die Macht der Sünde ist eine befleckende Macht von bleibender Wirkung</em>. Ich habe noch keinen Menschen angetroffen, der seine Sünden, die Früchte seines angeborenen Sündenzustandes, hätte vergessen können. So tot der Mensch in Übertretungen und Sünden ist, so befindet sich doch in der Dunkelkammer seines geheimsten Bewußtseins eine nie ganz auszurottende Empfindsamkeit für die schwarzen Wirkungen der Sünde. Wie mit Feuer eingebrannt, wie durch Säure eingefressen haftet die geschehene Sünde im Gedächtnis und Gewissen des Sünders als unaustilgbares Brand- und Schandmal. Nie kann der Unreine seine schwarze Schande weiß waschen, nie der Betrüger seinen Betrug, nie der Dieb seine Dieberei vergessen.</p>
<p>Ich las von einem Mann, der sich zwanzig Jahre lang bemüht hatte, einen von ihm verübten Kassendiebstahl zu vergessen. Er war, um die Sache totzukriegen, Freidenker, Gottesleugner, Materialist geworden, hatte sich täglich unter Anwendung aller „gesunden Vernunft“ zu beweisen gesucht, daß es im Grunde genommen weder gut noch böse, noch ein Gewissen, noch Gott, Ewigkeit und Gericht gäbe. Und nach Verlauf von zwanzig Jahren brannte seine Tat noch gerade so heiß in seinem Innersten als nach Verlauf der ersten Stunde, da sie geschehen war. Ein anderer war damals an seiner Stelle verhaftet und bestraft worden und war im Gefängnis gestorben.</p>
<p>Wie oft hatte der wahre Täter jenen anderen innerlich loszuwerden gesucht! Er lief zu einem, wie er meinte, ungläubigen Arzt, um sich von diesem untersuchen und sagen zu lassen, daß er es an der Leber oder Lunge oder am Magen habe, aber daß es nimmer mehr ein Gewissen gäbe. Der durchaus nicht ungläubige Arzt konnte ihm aus der Tatsache der von der befleckenden Macht der Sünde herrührenden Gewissensqual nur die Tatsache des Gewissens bestätigen und riet ihm, sich dem himmlischen und irdischen Richter zu stellen. Das geschah. Der Gequälte kam unter die Macht der Gnade des himmlischen und unter die Macht der strafenden Gerechtigkeit des irdischen Richters und starb selig im Gefängnis. – Du hast vielleicht keinen Kassendiebstahl begangen, aber dennoch weißt du ganz genau, wo dich der Schuh drückt und der Teufel reitet, wie man ganz treffend zu sagen pflegt; denn du weißt von Sünden, wie tugendhaft oder aufgeklärt du dich auch gebärden magst. Siehe, die schauerliche Tatsache gilt auch dir, du kannst die befleckende Macht der Sünde nicht loswerden! Sie haftet.</p>
<p>Drittens:</p>
<p><em>Die Macht der Sünde ist eine knechtende und mörderische Macht</em>. Die meisten Leute finden das Reden von der Macht der Sünde ganz unerträglich plump, roh, krankhaft, störend, lähmend, unästhetisch und unpsychologisch. Da machen sie sich schnell ein moralisches Sprüchlein zurecht, um dem unangenehmen Eindruck entgegen zuarbeiten. So stieß ich kürzlich in einer Stadt auf folgendes Glaubensbekenntnis eines Ungläubigen:</p>
<p>„Das einzige Glück – die Pflicht,</p>
<p>Der einzige Trost – die Arbeit,</p>
<p>Der einzige Genuß – die Schönheit.“</p>
<p>Welch eine verzweifelte Hoffnungslosigkeit der knechtenden Macht der Sünde gegenüber steckt in diesen drei Zeilen! Wenn unser einziges Glück die Pflicht ist, dann ist’s kein Wunder, daß sich die Menschen durchweg so unglücklich fühlen; denn wer tut allezeit seine Pflicht? Ich suche jetzt schon seit Jahren nach diesem Mustermenschen, der wirklich und tatsächlich allezeit seine Pflicht getan hat. Man mußte ihn durch alle Straßen führen und auf allen Weltausstellungen prämiieren. Aber ich habe ihn noch nicht gefunden. Vielleicht ist er hier. Er melde sich doch! Niemand? Ich habe es mir gedacht. –</p>
<p>Ferner: Der einzige Trost die Arbeit? O, wehe dann allen Arbeitslosen und Arbeitsunfähigen, Kranken und Alten, die nicht mehr arbeiten können. Sie sind hoffnungslos der Trostlosigkeit preisgegeben; denn ihnen fehlt die Arbeit. Aber ist die Arbeit denn der Trost der Gesunden? Dämonische Leidenschaft des Schaffenmüssens ist sie für manche, ein Geißelhieb für alle Geld- und Ehrgeizigen, eine Zerstreuung für alle, denen das Wort Pascals gilt: „Der Mensch sucht nichts so sehr als sich selbst, und er flieht zu gleicher Zeit nichts so sehr als sich selbst“ –; und im übrigen ist die Arbeit das furchtbarste, trostloseste Joch für alle, die im Schweiße ihres Angesichtes sich auf Erden abmühen, wenn sie nicht wissen, wofür sie leben und arbeiten; und das sagt ihnen allein die Gnade im Evangelium. Ohne die Macht der Gnade ist auch das jetzt so beliebte Carlylesche Wort: „Arbeiten und nicht verzweifeln!“ nur ein Ausruf plattester Verzweiflung; denn nimmermehr bricht die Arbeit die knechtende Macht der Sünde, die die Quelle unserer geheimen und offenbaren Verzweiflung ist.</p>
<p>Bräche die Arbeit die unselig knechtende Macht der Sünde, so müßten wir längst in einer trostreichen, sündenfreien Kultur leben; denn zu keiner Zeit ist so intensiv gearbeitet worden wie heute. – Ebensowenig hilft dem Menschen der Genuß der Schönheit. Die Kunst kann uns im besten Falle ein erhebendes Ahnen des Göttlichen, für das wir bestimmt sind, verschaffen, aber bleibend und erlösend herausheben aus der gemeinen bändigenden Macht der Sünde und unseren fluchbeladenen Lebensverhältnissen, das vermag kein Kunstgenuß. Im Gegenteil, für die meisten ist der Kunstgenuß nur ein Sprungbrett zum Sündengenuß, also nur Ursache zu neuer Verstrickung in die knechtende, mörderische Sünde.</p>
<p>So bleibt es also dabei, die Macht der Sünde ist eine herrschende, knechtende, alle Lebensfreude zerstörende, die Menschen entzweiende, mörderische Macht. Sie ist das heimliche und doch so offenbare Ungenüge, das an unserem Leben zehrt, die stete innere Verzweiflung, die uns lähmt, der böse Alpdruck, der auf uns lastet, die schwarze Wolke, die sich immer wieder über unserem Haupt sammelt, der dunkle Schatten, der Stirn und Auge trübt. – Ich möchte allen Ungläubigen wünschen, einmal vier Wochen lang unseren Sprechstunden beizuwohnen. An den erschütternden Bekenntnissen der Unglücklichen, die heilsuchend uns zu sprechen begehren, könnten sie die mörderische Macht der Sünde studieren. Sie müßten dann einsehen lernen, daß dieser Macht gegenüber nicht Moralpredigt, noch Arbeit, noch Kunst, noch irgend etwas Menschliches hilft, sondern daß da eine Macht einsetzen muß, die mächtiger als alle Menschenmacht ist, nämlich die von oben kommende göttliche Macht der Gnade.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>II.</strong></p>
<p>Prüfen wir jetzt diese Macht der Gnade. Was ist Gnade? Ich sage so: Gnade ist in Christus Jesus uns mitgeteilte Gotteskraft. „Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern errettet werden“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+3%2C16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 3,16</a>).</p>
<p>Jesus ist die verkörperte Liebe Gottes zu den Menschen. Wie denn? Nun, Jesus ist schon vor Grundlegung der Welt Bürge geworden für unsere Sündenschuld. Meinst du, Gott habe etwa überrascht werden können durch den Sündenfall? Weit gefehlt! Er hatte Jesus, den Christus, den Messias, bereit, längst ehe Adam oder Abraham ward (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C58&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,58</a>). Nur im Hinblick auf Jesus, das vor Grundlegung der Welt ersehene Schlachtschaf, das als Lamm Gottes der Welt Sünde hinwegtragen sollte, ist die Welt und was drinnen ist, geschaffen worden. „Alle Dinge sind durch und für ihn geschaffen“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Petr.+1%2C19%3B+Kol.+1%2C16%3B+Joh.+1%2C1-3+und+29&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Petr. 1,19; Kol. 1,16; Joh. 1,1-3 und 29</a>). „Denn es war das Wohlgefallen der ganzen Fülle der Gottheit, in ihm zu wohnen und durch ihn alle Dinge mit sich zu versöhnen“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol.+1%2C19.29&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol. 1,19.29</a>).</p>
<p>Alles im Hinblick auf Jesus und durch Jesus geschaffen und mit allem im Hinblick auf Jesus und durch Jesus versöhnt: das ist der Inhalt der Gnade und Liebe Gottes. Dazu wurde der ewige Christus offenbart als der zeitlich erschienene Gottes- und Menschensohn Jesus von Nazareth, daß er sich nun haftbar machte als stellvertretender Bürge und Haupt der Menschenfamilie und das Liebesopfer für uns brachte auf Golgatha. Die ewige Liebe Gottes gab für uns den Sohn, und die ewige Gerechtigkeit erforderte seinen Opfertod am Kreuze. Dort brach die Macht der Sünde über den sündlosen Bürgen herein, der die Strafe und das Gericht über unsere Sünde an unserer Statt empfing, damit wir Frieden hätten, und für uns zur Sünde gemacht wurde, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jesaja+53%2C5+und+2.Kor.+5%2C21&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jesaja 53,5 und 2.Kor. 5,21</a>).</p>
<p>Seitdem ist die Macht der Sünde gebrochen; denn der Fürst der Finsternis ist gerichtet, meine Schuld bezahlt, ich mit Gott versöhnt, indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol.+1%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol. 1,20</a>). So strömt vom Kreuze Christi die für uns frei gewordene Gotteskraft in die Welt als Macht der Gnade, die viel größer ist als alle Macht der Sünde (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C18%3B+2.Petr.+1%2C3%3B+Joh.+1%2C17%3B+Luk.+22%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,18; 2.Petr. 1,3; Joh. 1,17; Luk. 22,20</a>). Der Riß, der durch Welt und Menschen geht, ist überbrückt, die Sünde braucht das Geschöpf nicht mehr zu trennen vom Schöpfer, es gibt einen Weg zurück zu Gott, einen von Gottes Liebe geschaffenen Gnadenweg: der neue und lebendige Weg heißt <em>Jesus</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+14%2C6%3B+Hebr.+10%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 14,6; Hebr. 10,20</a>).</p>
<p>Jeder Mensch, der sich jetzt vor dem Kreuze Christi als verurteilter, bankrotter Sünder einfindet und die Tat Gottes in Christus im Glauben für sich in Anspruch nimmt, hat nun teil an der die Macht der Sünde weit übersteigenden Macht der Gnade.</p>
<p>Und nun gib acht, wie die Macht dieser Gnade alle vorhin angeschaute Macht der Sünde überschwenglich aufhebt.</p>
<p>Erstens:</p>
<p><em>Die Macht der Gnade erleuchtet</em>. Als erste Wirkung der Macht der Sünde betrachteten wir, sie verfinstert; gottlob, die erste Wirkung der Macht der Gnade ist, sie erleuchtet! Das Licht richtet die Finsternis und verwandelt sie in Licht (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph.+5%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph. 5,13</a>).</p>
<p>Ich las auch früher in der Bibel; aber ich verstand sie nicht. Als mich die Gnade erfaßte, wurde es mir hell in der Bibel. Ich bedauerte auch früher meine Untugenden und suchte mich zu bessern; aber als mich das Licht der Gnade traf, sah ich den unverbesserlichen finstern Ruin meines Herzens und flüchtete als ein Verlorener zum Kreuze unter die Gnade.</p>
<p>Allein die erleuchtende Macht der Gnade zeigt uns, wer wir sind und wer Gott ist und was die Welt ist und wer Jesus ist und auch wer Satan ist. Weil die Gnade Licht von Gott, dem ewigen Lichte, ist, so muß die Verfinsterung unseres gefallenen Verstandes weithin zurückweichen. Die erleuchtende Gnade macht uns fähig, Gott und seine Geheimnisse zu erkennen und zu erforschen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+2%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 2,14</a>). Jawohl, ein im Geisteslicht der Gnade Gottes wiedergeborener Mensch besitzt reichere Weisheit als jeder Weise dieser Erde. „Ihr seid“, sagt Jesus, „das Licht der Welt.“</p>
<p>So hebt die Macht der Gnade die intellektuelle und moralische Verfinsterung als Folge der Sündenmacht weit auf und schenkt uns die Fähigkeit zu glauben. Daß ich, der so ungläubig war wie ein Türpfosten, heute an das Opfer von Golgatha glauben kann, ist allein die Folge der erleuchtenden, errettenden Macht der Gnade in meinem Leben. O himmlisches Wunder! Wie anders sieht die Welt aus, wenn das Opfer Christi der Mittelpunkt der Welt geworden ist! Welche Ströme des Lichtes und der Weisheit fließen einem da vom Kreuze zu! Ja, Christus ist uns gemacht von Gott zur Weisheit! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C30&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,30</a>). Gepriesen sei er dafür!</p>
<p>Zweitens:</p>
<p><em>Die Macht der Gnade reinigt von jeder Befleckung und Schuld der Sünde auf immerdar</em>. Als zweite Wirkung der Macht der Sünde fanden wir, sie befleckt und quält das Gewissen. Als zweite Wirkung der Macht der Gnade können wir bezeichnen: sie reinigt durch das Blut des Christus unser Gewissen von den toten Werken (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+9%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 9,14</a>) und löst los vom bösen Gewissen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+10%2C22&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 10,22</a>). „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von jeder Sünde“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Joh.+1%2C7&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Joh. 1,7</a>).</p>
<p>O wie jauchzt das Herz auf, wenn es durch die Erleuchtung der Gnade erst einmal fassen kann, daß es begnadigt ist „in dem Geliebten, in welchem wir die Erlösung haben durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er gegen uns hat überströmen lassen &#8230;“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph.+1%2C7-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph. 1,7-8</a>). Ja, es ist eine „überströmende“ Gnade, diese reinigende und vergebende Gnade, die viel, viel mächtiger ist als die Macht der Sünde; denn sie tilgt jede Spur von Sündenschmutz und Sündenschuld bis zu dem Grade, daß der Begnadigte erfahren darf: „Wenn jemand in Christus ist, das ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Kor.+5%2C17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Kor. 5,17</a>). Gott sei Dank! Christus ist uns gemacht zur Gerechtigkeit! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C30&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,30</a>).</p>
<p>Drittens:</p>
<p><em>Die Macht der Gnade rettet von der knechtenden Macht der Sünde und des Todes</em>. Die dritte Wirkung der Macht der Sünde ist, sie knechtet, mordet und verdirbt. Die viel größere Macht der Gnade aber ist: sie befreit nicht nur von der befleckenden Schuld der Sünde, sondern sie bricht auch die Macht der Sünde, nämlich sie befreit, belebt und heilt. Was kein Moralgesetz und Strafgesetz, keine menschliche Anstrengung noch Kulturarbeit vermag, das vermag die Gnade, sie löst und heilt von der Macht der Sünde. Sie macht Wollüstlinge zu keuschen Menschen, Trunkenbolde zu nüchternen Leuten, Jähzornige zu sanften Lämmern, Geizige zu Wohltätern, Flucher zu Betern, Spötter zu Lobenden, Verbrecher zu gehorsamen Söhnen Gottes und Friedenskindern, selbstgerechte Hochmütige zu demütigen Seelen, die nichts mehr wissen als Jesus; sie macht aus Hoffärtigen schlichte Leute, aus Hassenden Liebende, aus Kranken Gesunde; sie überbrückt den Rassen-, Klassen- und Geschlechtsunterschied und macht alle Begnadigten zu einer großen Familie von glückseligen Kindern Gottes. Ja, Christus ist uns gemacht zur Heiligung! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C30&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,30</a>).</p>
<p>Und noch mehr, die Gnade befreit von der Furcht des Todes. Der Unglaube redet ja gerne von der Naturnotwendigkeit des Todes, vom „Werden und Vergehen“, vom Gesetz der Vergänglichkeit usw., und betrachtet derart den Tod als die größte Selbstverständlichkeit, ja als die Bedingung des Lebens. Nicht so der Glaube. Ihm offenbart die Bibel, daß der Tod ein Feind und Eindringling in der Schöpfung ist, der nicht immer bleiben wird. Der Tod ist der Sünde Sold, das heißt das letzte und grausigste Ergebnis der verderbenden, zerstörenden Macht der Sünde.</p>
<p>Ist einst die Sünde aus der Welt wieder hinausgebannt, dann wird auch der letzte Feind, der Tod, hinweggetan sein (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Mose+2%2C17%3B+R%C3%B6m.+5%2C12+und+23%3B+1.Kor.+15%2C26%3B+Hebr.+2%2C14%3B+Offb.+20%2C14%3B+21%2C4&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Mose 2,17; Röm. 5,12 und 23; 1.Kor. 15,26; Hebr. 2,14; Offb. 20,14; 21,4</a>). Indes ist für den Gläubigen dem Tode die Macht genommen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Tim.+1%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Tim. 1,10</a>); denn Christus ist die Auferstehung und das Leben; wer an ihn glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+11%2C25&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 11,25</a>). Da hört die Todesfurcht auf.</p>
<p>Auch der Ungläubige möchte die Todesfurcht loswerden. Was tut er da? Er betet den Tod als Erlöser an und hofft auf die „Ruhe im Grabe“. Welch verzweifelte Hoffnungslosigkeit liegt in dieser Tatsache! Welcher Bankrott des menschlichen Geistes und aller Kulturarbeit! Und zu der Hoffnungslosigkeit gesellt sich die Gedankenlosigkeit, die auf den Leichenstein schreibt: „Friede seiner Asche!“ Hatte der lebende Mensch nie Frieden, so soll wenigstens seine Asche „Frieden“ haben. Was wird die Asche vom Frieden fühlen?! Oder: „Möge ihm die Erde leicht sein!“ Und zu gleicher Zeit setzt man einen schweren Stein aufs Grab!!! Wie schwer muß das dem Toten werden! –</p>
<p>Ja, der Unglaube ist stets gedankenlos und hoffnunglos! So wird er auch trotz alles großen Redens die Todesfurcht nicht los. Zola, der französische Romanschriftsteller, bekannte, der Gedanke des Todes liege ihm stets im Sinn. „Wir lassen die ganze Nacht Licht in unserem Schlafzimmer brennen“, schreibt er, „und oft, wenn ich meine Frau, ehe sie einschläft, noch einmal ansehe, fühle ich auch, daß sie denkt, was ich denke, und wir sehen uns schweigend an, weil uns ein Gefühl der Schonung für den anderen nicht zu Worte kommen läßt. Ach, der Gedanke ist schrecklich! Zuweilen springe ich des Nachts mit beiden Füßen aus dem Bett und stehe einen Augenblick in unbegreiflicher Furcht erstarrt da.“ – Das ist doch wenigstens ein ehrliches Geständnis der Todesfurcht angesichts der poetischen und naturalistisch-pantheistisch-monistischen Verherrlichung des Todes durch die Ungläubigen! Gepriesen sei die Macht der Gnade, die auch das letzte Ergebnis der Sünde, den Tod, überwunden hat und von der Todesfurcht befreit! „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben!“ Sie wissen:</p>
<p>„Bald, bald ist’s überwunden.</p>
<p>Nur durch des Lammes Blut,</p>
<p>Das in den schwersten Stunden</p>
<p>Die größten Wunder tut.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Halleluja, Christus ist uns auch gemacht zur Erlösung, ja zur Erlösung unseres Leibes aus der Knechtschaft des Todes! (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C30%3B+R%C3%B6m.+8%2C23%3B+Phil.+3%2C21&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,30; Röm. 8,23; Phil. 3,21</a>).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>III</strong>.</p>
<p>Aber all das Reden von der Macht der Gnade, die viel mächtiger ist als die Macht der Sünde, wird dich sehr kalt lassen, wenn du die Macht der Sünde nicht persönlich in deinem Leben erkannt und erlebt hast. Nur wer schaudernd vor der Macht der Sünde gestanden, sucht die rettende Macht der Gnade. Nur wer als ein Mühseliger und Beladener seine Ohnmacht im Kampfe gegen die Macht der Sünde eingesehen hat und weiß: Ich kann weder vergangene Schuld tilgen, noch zukünftige vermeiden, nur wer als ein „Verlorener“ seine aussichtslose innere Verderbnis eingesehen, nur der versteht und erfaßt die Gnade. <em>Gnade ist ja nur für verurteilte Verbrecher</em>.</p>
<p>Wenn ich jetzt durch die Straßen dieser Stadt gehen und den ersten besten Herrn ins Gesicht fragen würde: „Wissen Sie schon, daß Sie begnadigt sind?“ so könnte es sein, daß er mir grob beleidigt antworten würde: „Wissen Sie schon, daß Sie verrückt sind? Bin ich etwa dem Gefängnis entlaufen?“ Siehe, er würde mich nicht verstehen, aber ein Sträfling würde mich verstehen. Ja, nur Leute, die sich von Gott verurteilt wissen, verstehen, was es heißt, von Gott begnadigt sein. Die anderen spielen höchstens mit dem Wort Gnade, oder sie verachten es; <em>denn nichts haßt der Mensch so sehr, als nur noch von Gnade leben zu sollen</em>. Als zugewandte Gunst, die seine Person ehrt und bevorzugt, läßt er sich die Gnade ja gefallen, aber als Erbarmen dem verlorenen Sünder gegenüber ist ihm die Gnade verhaßt. Er will kein „Verlorener“ sein! Er will kein aussichtslos ruinierter Bankrotteur sein! Er will etwas Respektables sein, etwas gelten und sich mit eigenen Kräften erlösen, wenn er überhaupt eine Erlösung für nötig hält. Deshalb der Widerspruch gegen die Torheit des Wortes vom Kreuz.</p>
<p>Und doch heißt unser Textwort: „Wo aber die Sünde <em>mächtig geworden ist</em>, da ist die Gnade noch viel überfließender (wörtlich) geworden.“ Es muß also die Sünde erst eine gewisse Macht haben entfalten und als solche offenbar werden können, damit dann die Gnade noch übermächtiger sich erweisen könne. Siehe, so war es auf Golgatha! Nie wohl war die menschliche Sünde so mächtig geworden als in jener „Stunde der Finsternis“, wo man das Licht der Welt zu verlöschen suchte und den Abgesandten Gottes, den Sohn des Höchsten, den Erben, den Heiligen in Israel, den Urheber des Lebens und größten Wohltäter der gefallenen Menschheit zwischen zwei Übeltäter ans Kreuz nagelte. Und gerade da strömte die Gnade Gottes am überfließendsten in die Welt. Jeder Schlag ins Angesicht des Herrn entlockte seinem Herzen nur neue Liebe zu den Peinigern, jedes Schmähwort war nur Öl ins Feuer seiner Liebe, daß sie sich noch mehr verzehrte für die verirrten Sünder. Aber erst als sie erkannten, wen sie getötet und wie groß ihre Sünde, da schlugen sie an ihre Brust, da durchbohrte es ihr Herz, da riefen sie: „Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?“</p>
<p>Nun wohl, dieselbe sündige, gottfeindliche, fleischliche Gesinnung, die damals die Gegenwart Jesu nicht mehr ertragen konnte, lebt auch in uns. Auch wir hätten ihn gekreuzigt oder uns an ihm geärgert. Deshalb muß auch uns erst zu Bewußtsein gebracht werden, wer wir sind. Mit anderen Worten, <em>die Sünde muß erst vor unserem Geist und Gewissen mächtig geworden sein, wenn die viel mächtigere Gnade unser Heil werden soll</em>.</p>
<p>Dazu gebraucht Gott hauptsächlich drei Wege:</p>
<p>            erstens das <em>Gesetz</em>,</p>
<p>            zweitens die <em>Predigt vom Kreuz</em>,</p>
<p>            drittens seine <em>besondere Erbarmung</em>.</p>
<p>Das <em>Gesetz</em>, sagt Paulus, macht die Sünde „überaus sündig“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+7%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 7,13</a>), das heißt das Gesetz, sowohl das klassisch formulierte sinaitische als jedes Moral- und Strafgesetz, will die Sünde als Sünde zu Bewußtsein bringen, um so ein „Zuchtmeister“ auf Christus hin zu sein (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Gal.+3%2C24&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Gal. 3,24</a>). Eine Frau konnte gar nicht fassen, daß sie eine verlorene Sünderin sein sollte. „Haben Sie denn die Gebote gehalten?“ wurde sie gefragt. „Jawohl, alle!“ war die Antwort. „Frau, Sie kennen sich ja selber nicht!“ wurde ihr entgegnet. „Kennen Sie denn das vornehmste Gebot, in dem alle anderen hangen?“ Nein, das kannte sie nicht.</p>
<p>Nun gut, man sagte es ihr, das „vornehmste“ Gebot lautet: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand (Gemüt) und aus deiner ganzen Kraft &#8230; und deinen Nächsten wie dich selbst; „haben Sie das gehalten?“ – „Ja!“ – „Wirklich? Immer und allezeit von <em>ganzem</em> Herzen, <em>ganzer</em> Seele?“ – „Nun, vielleicht nicht immer so ganz“, gab sie zu. „Dann sind Sie die vornehmste Sünderin!“ – „Was“, schrie sie, „ich?“ – „Jawohl; denn Sie haben ja das ,vornehmste‘ Gebot übertreten!“ – Da erst wurde die Sünde durchs Gesetz in ihrem Bewußtsein überaus mächtig und sündig, und nun erst vermochte sie die noch viel mächtigere Gnade wirklich zu ihrem Heil zu erfassen.</p>
<p>Weiter. Paulus sagt auch: „Der Glaube kommt aus der <em>Predigt</em>“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+10%2C17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 10,17</a>), nämlich aus der Verkündigung des Wortes vom Kreuz. Wäre die Predigt allerorts in Erweisung des Geistes und der Kraft und nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, nämlich in Redeweisheit, die das Kreuz Christi zunichte macht (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+2%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 2,4</a> und 1,17), so würde überall durch das Wort vom Kreuz Sünden- und Gnadenerkenntnis gewirkt. Bloße Moralpredigten aber ändern am Menschen gar nichts. Sie täuschen ihn nur, indem sie ihn anspornen zur Selbstverbesserung, die doch aussichtslos ist. <em>Das Kreuz von Golgatha predigt uns nicht Selbstverbesserung, sondern Selbstverwerfung</em>, damit wir uns dann bankrott und bedingungslos werfen in die Arme der allein heilsamen Gnade, die erschienen ist allen Menschen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Titus+2%2C11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Titus 2,11</a>). Wo die Bedeutung des Kreuzes und Blutes Christi recht gepredigt wird, da wird der selbstgerechte Mensch vor dem Kreuz zum verlorenen Sünder, der fortan nur noch durch Gnade zu leben begehrt und dem es dann beim Gnadenbrot in der siegreichen Kraft des Blutes Christi vortrefflich ergeht.</p>
<p>Nach einem Evangelisationsvortrag, dessen Mittelpunkt das Sühnopfer Christi war, kam ein Herr zu mir und bestritt die Notwendigkeit einer blutigen Sühne unserer Sünden in Christus vor Gott. Ich fragte ihn einfach, ob er ohne den Glauben an die auf Golgatha vollbrachte Sühne wirklichen Frieden mit Gott als Gewißheit der Vergebung seiner Sünden hätte. Er antwortete sehr flink: „Ja.“ Ich sah ihm scharf ins Auge und sagte: „Nein!“ und wünschte ihm eine gute Nacht. Er wohnte mit mir in demselben Gasthaus.</p>
<p>Als ich am folgenden Morgen das Gastzimmer betreten wollte, sah ich durch die Glastür, wie mein Herr schon auf mich wartete. Sofort kam er auf mich zu und fragte, ob ich ihm eine Frage beantworten wollte. „Gern“, sagte ich, „aber ich möchte erst meinen Kaffee trinken.“ Du hast ja, dachte ich, einen so großen Frieden, du kannst ja warten. Unterdes saß er da wie auf glühenden Kohlen und trommelte nervös mit den Fingern auf den Tisch. Endlich war ich zu sprechen. „Können Sie mir“, fragte er, „einige Stellen in den Evangelien zeigen, wo Jesus selbst davon redet, daß er sein Blut als Lösegeld für unsere Sünden gibt?“ Nichts war leichter als dieses. Er atmete befriedigt auf, als ich ihm einige Stellen vorgelesen hatte. „Können Sie mir“, fragte ich hierauf, „auch eine Frage beantworten? Haben Sie mich gestern abend, als Sie sagten, Sie hätten Frieden, belogen?“ „Ach!“ schrie er da auf und fuhr sich in die Haare, „ich habe ja die ganze Nacht nicht geschlafen!“ – Da war der faule Friede, den er wohl mit sich selbst gemacht hatte, aber der kein Frieden mit Gott war, offenbar geworden. – Derselbe Herr hat nun seit Jahren wirklichen Frieden mit Gott, Frieden, der von Gott gemacht ist durch das Blut des Kreuzes (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol.+1%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol. 1,20</a>). Das Wort vom Kreuz hatte ihm die Sünde mächtig erscheinen lassen, damit ihm nachher die Gnade noch viel mächtiger erscheinen konnte.</p>
<p>Das dritte war, Gott stellt uns vor die Macht der Sünde auf dem Wege besonderer <em>Erbarmung</em>, indem er unsere Sünden gewissermaßen ausreifen läßt, damit wir dann, wenn die Sünde am mächtigsten geworden ist, durch sein Erbarmen plötzlich ihre Macht erkennen und, heilsam erschrocken, ihr entfliehen. Bis zu einem gewissen Grade gilt da wirklich: <em>Wo die Sünde am größten geworden ist, da ist die Gnade am nächsten</em>.</p>
<p>Mir fällt da immer eine Bekehrungsgeschichte ein, die das ergreifende Erbarmen Gottes wundersam verkündigt. Der sie erlebte, hat sie mir selbst erzählt. Er war ein armer Schuster und ein noch ärmerer Trinker. Heute ist er kaum noch arm. Aber damals ging alles durch die Gurgel. Auf dem Weg ins Wirtshaus kam er gewöhnlich am Versammlungslokal der Gläubigen im Dorfe vorbei. Er erzählte mir:</p>
<p>„Ich stand jedesmal, wenn sie ,Stund‘ hatten, still und lauschte. Dann hört ich sie singen oder beten oder hört ein paar Sätze von der Ansprach, und jedesmal hieß es in mir: die Leut haben mehr als du; die brauchen nicht zu saufen und zu fluchen und ihre Frau zu prügeln, wenn sie nach Haus kommen; die sind glücklich. Aber dann kam ‘ne andere Stimm, die höhnte: ,Sollst du ein Mucker werden? Schäm dich!‘ Und dann spuckt ich an die Wand und ging ins Wirtshaus. So ging’s immer wieder. Am liebsten war ich gar nicht mehr dort vorbeigegangen; aber es zog mich immer wieder hin zum Lauschen, und es war auch der nächst Weg ins Wirtshaus.</p>
<p>Eines Samstags wollte ich auf den Holzverstrich. Aber ich kam wieder nur bis ins Wirtshaus, obgleich ich mir fest vorgenommen hatte, keinen Fuß hineinzusetzen. An dem Abend soff ich mehr als je zuvor. Im Wirtshaus gab’s Krach und zu Haus auch. Am Sonntagmorgen wacht ich auf. Ach, das Aufwachen! Ich hätt gewünscht, die Erde wär in der Nacht in die Luft geflogen, und ich mit. Nur, daß ich nicht mehr aufzuwachen und wieder zu fluchen und zu saufen brauchte; denn anders gab’s ja doch wieder nichts. Schließlich mußt ich aber doch heraus; denn es war Sonntag, und da mußt ich ja arbeiten. Von meiner Frau sah ich nichts, aber den Kaffee hatte sie mir warm gestellt. Fluchend setzte ich mich an den Schustertisch. Je mehr es innen hämmerte, desto wütender hämmerte ich aufs Leder. Mit einemmal fing mein Kind an zu singen, mein fünfjähriges Mädchen. Es saß in der Stubenecke, und ich hatt’s gar nicht gesehen. ,Ich bete an die Macht der Liebe‘, sang es. Meine Frau hatte es nämlich in die Sonntagsschul geschickt; da hatte es das gelernt. ,Schweig!‘ schrie ich und drohte mit dem Hammer.</p>
<p>Aber es sang doch wieder, und wie es an den dritten Vers kam:</p>
<p>„Ich fühl’s, du bist’s, dich muß ich haben; Ich fühl’s, ich muß für dich nur sein“ &#8211;</p>
<p>da war’s vorbei: Da schlug ich mit dem Kopf auf den Tisch, und das Wasser lief mir aus den Augen. Und es lief, bis ich wie aufgeweicht war. Da konnte ich’s nicht mehr aushalten. Ich schleppt mich ans zerwühlte Bett und sank auf die Knie. ,Heiland!‘ schrie ich, ,es geht nicht mehr! Es ist so, wie das Mariechen gesungen hat: Ich fühl’s, du bist’s, dich muß ich haben. Erbarm dich meiner und erlös mich von dem elenden Leben!‘ Das andere, was ich geschrien hab’, weiß ich nicht mehr.</p>
<p>Aber wie ich aufstand, war ich ein neuer Mensch. Inwendig war’s ganz wunderlich still geworden, und wie ich wieder in die Wohnstub kam, war mir’s, als lief ich hinein ins weite Paradies. So ging ich auf die Fenster zu und merkte erst jetzt, daß die Sonne schien. Und wie ich als neuer Mensch in den Himmel hinaufsehen wollt, sah ich gerade meinen größten Feind draußen vorübergehen. Wir hatten uns beim Schnaps entzweit, und ich hatt ihm Rache geschworen. Hätt ich ihn eine Viertelstund früher gesehen, wer weiß, was passiert wär! Ich glaub, ich hätt ihm den Hammer durchs Fenster hindurch an den Schädel geworfen! Und jetzt? Ein grenzenloses Erbarmen packte mich, als ich ihn sah. Eh ich’s dachte, hatt ich die Hand gefaltet und mußte flehen: ,Herr Jesus, du hast mich nun in deine Hand gekriegt, ach, bitte, hol dir doch nun auch den da, der hat’s ja so nötig wie ich, und mach ihn doch auch so glücklich, wie du mich jetzt gemacht hast!‘“ – Und des bekehrten Schusters Glück währt heute noch und wird ewig währen.</p>
<p>Siehe, wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch <em>viel mächtiger</em> geworden!</p>
<p>Und nun ist hier keiner, dessen Sünde zu groß wäre, als daß sie ihm nicht durch die viel mächtigere Gnade zu vergeben wäre, und keiner, dessen Sünde zu gering wäre, so daß er keine Vergebung durch die heilsame Gnade brauchte.</p>
<p>Jetzt handelt es sich nur noch darum, daß du als verurteilter Verbrecher die Notwendigkeit deiner Begnadigung einsiehst und die dir angebotene Gnade als dein persönliches Teil ergreifst, um als ein begnadigtes Gotteskind zu erfahren, daß die Macht der Gnade viel mächtiger ist als alle Macht der Sünde, die dich bisher knechtete.</p>
<p><em>Wird diese mächtige Gnade dich jetzt so erreichen und erretten können? </em></p>
<p><em>Die Frage gilt dir!</em></p>
<p>Was wird deine Antwort sein?</p>
<p>Es wird dein ewig Los von dieser Antwort abhängen. Darum besinne dich ehrlich in Gottes Gegenwart, und dann <em>wähle</em>, welche Macht dich beherrschen soll: die knechtende, verderbende Macht der Sünde oder die viel mächtigere Macht der dir angebotenen rettenden Gnade!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Diese Ansprache wurde aus dem Buch von Fritz Binde „Feuer auf Erden“ (Neuausgabe 2012 Christliches Versandantiquariat Leonberg) entnommen und ist hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages abgedruckt. Einige altertümliche sprachliche Wendungen wurden von R. E. behutsam bearbeitet.</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Veröffentlicht auf www.das-wort-der-wahrheit.de   21. 5. 2013</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Fritz Binde: Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/schicke-dich-an-deinem-gott-zu-begegnen-fritz-binde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2017 14:59:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>   „Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!“ (Amos 4,12) &#8211; das ist ein Aufruf des alttestamentlichen Ziegenhirten von Tekoa und Propheten Amos an das Volk Israel. Ein ganzes Volk wird aufgefordert, sich anzuschicken, seinem Gott zu begegnen. Solch ein Ruf ist noch nicht unmodern geworden. Er gilt heute noch den Völkern sowie den einzelnen, [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3> </h3>
<p> <strong>„Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!“</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Amos+4%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Amos 4,12</a>) &#8211; das ist ein Aufruf des alttestamentlichen Ziegenhirten von Tekoa und Propheten Amos an das Volk Israel. Ein ganzes Volk wird aufgefordert, sich anzuschicken, seinem Gott zu begegnen. Solch ein Ruf ist noch nicht unmodern geworden. Er gilt heute noch den Völkern sowie den einzelnen, und er gilt auch dir!</p>
<p>Kann ein Volk, kann ein einzelner Mensch sich so weit von seinem Gott entfernen, daß es eines Rückrufes bedarf, um das Geschöpf wieder an seinen Schöpfer zu erinnern? Ja! „Ein Ochse“, sagt Jesaja, „kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jesaja+1%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jesaja 1,3</a>); aber der Mensch kann von Gott weglaufen, wie selbstsüchtige, selbstsichere Kinder von ihrem Vater abfallen, der sie auferzogen hat. Aber nie kann ein Kind seinen Vater wirklich vergessen; es weiß, von wem die Rede ist, wenn das Wort „Vater“ erklingt. Und auch nie kann der Mensch seinen Gott ganz vergessen; er weiß, von wem die Rede ist, wenn das Wort erklingt.</p>
<p>Aber der Mensch stellt sich, wenn auf Gott die Rede kommt, gern unwissend, als ob er nie etwas mit ihm zu tun gehabt hätte. Entweder spricht er von ihm als von einem abgetanen Schreckgötzen aus der Kinderstube der Menschheit, dessen man sich als Erwachsener schämt, oder er redet von ihm als von einer zukünftigen Entdeckung in der Gelehrtenstube, als von einem Problem, über das sich die Gelehrten noch nicht ganz einig sind und das einen vorläufig noch nichts angeht.</p>
<p>Oder er redet von ihm, vom sogenannten „lieben Gott“, wie von einer selbstverständlich-gegenwärtigen Allerweltstatsache, die aber nicht mehr zu bedeuten hat als der zahnlose Großvater oben im Alterssitz, oder wie von einer selbstverständlich-gegenwärtigen Allerweltsmöglichkeit, die in den Dingen drinsitzt wie die Elektrizität oder das Radium. Oder er redet von ihm, als von dem Generalsündenbock, der an allem Unheil in der Welt schuld ist, und dem man in moralischer Entrüstung mit prometheischer Gebärde dreist die Rebellion ankündigen muß. Oder er redet überhaupt nicht von ihm, weil er sich’s nicht getraut oder auch weil er solches Reden gar nicht der Rede für wert hält. Was ist Gott? –: Lippen- und Achselzucken! Fertig.</p>
<p>Und doch, Menschenkind, gilt’s! „Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!“ Und du weißt ganz genau: Du brauchst zu dieser Begegnung weder erst das Studium einer wissenschaftlichen Bibliothek, noch Fernrohr und Mikroskop, noch brauchst du erst die Stiefel anzuziehen und den Hut aufzusetzen, um ihm zehn Meilen entgegenzulaufen. <em>Denn siehe, ehe Gott in seinem Worte dich auffordert, ihm zu begegnen, hat er sich längst angeschickt, <strong>dir</strong> zu begegnen</em>. Und davon wollen wir zunächst reden.</p>
<p>Zwar scheint es, Gott gehe am Leben vieler Menschen tatsächlich vorüber. Da ist ein Gottesleugner, gelehrt oder ungelehrt, ganz gleich. Er glaubt, ohne Gott fertig werden zu können. Vielleicht höhnt oder spottet er Gottes frech überlegen. Und siehe, kein Feuer fällt vom Himmel und verzehrt den Lästerer, kein Abgrund tut sich auf, ihn zu verschlingen. Seine Kinder haben rote Wangen, seine Anschläge gelingen, er lebt in Ehren und Besitz. Wo ist Gott? Tatsächlich, es scheint, Gott gehe am Leben ungezählter Menschen vorüber.</p>
<p>Aber es scheint nur so. Jawohl, die Menschen lärmen und reden klug, und Gott hört zu und schweigt ganz stille. Das kann nur einer, der Macht hat, abwarten zu können, weil er weiß, daß er das letzte Wort haben wird. – Und das sei gleich gesagt: Gott schweigt still um Jesu willen. Im Hinblick auf den ewigen Bürgen Jesus Christus ist die Welt geschaffen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+1%2C1-3%3B+8%2C58%3B+10%2C30%3B+R%C3%B6m.+11%2C36%3B+Kol.+1%2C16-17%3B+1.Petr.+1%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 1,1-3; 8,58; 10,30; Röm. 11,36; Kol. 1,16-17; 1.Petr. 1,20</a>), und im Hinblick auf das Sühnopfer Jesu Christi ist die gefallene Welt mit Gott versöhnt, und er gibt Gnade zum Dasein der Menschen, daß sie dieses Dasein benützen möchten, die in Christus voll- brachte Versöhnung doch noch persönlich freiwillig anzunehmen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+3%2C16%3B+2.Kor.+5%2C19+und+21%3B+Kol.+1%2C19-20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 3,16; 2.Kor. 5,19 und 21; Kol. 1,19-20</a>).</p>
<p>Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir durch ihn leben möchten (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Joh.+4%2C9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Joh. 4,9</a>). Das ist der Schlüssel zu Gottes Langmut und Schweigen. Jawohl, auch die so selbstsicheren Gottes- und Christusleugner werden noch getragen durch die Macht des Wortes und Opfers Christi, das sie so stolz ablehnen! Indes schickt sich Gott selbst an, ihnen zu begegnen, damit das ihnen in Christus geschenkte zeitliche Leben durch freie Entscheidung für Christus fruchtbar werde zum ewigen Leben.</p>
<p> <br />
<strong>I.</strong><br />
Das erste ist also:</p>
<p><em>Gott selbst schickt sich an, den Menschen zu begegnen</em>. Sehen wir zu, wie er ihnen zu begegnen sucht.</p>
<p>Gott will dir zunächst begegnen<em> in seinem Wort</em>. Mit seiner Macht und Weisheit will er dir begegnen in der Natur, mit seinem Licht und seiner Liebe will er dir begegnen in seinem Wort, das heißt in der Bibel. Die Menschheit ist von der Höhe einer uranfänglichen Offenbarung Gottes, in der jedermann Kunde von ihm hatte, und von der alle Völker noch eine zertrümmerte, dunkle Erinnerung besitzen, heruntergesunken in die Gottentfremdung und Gottesferne des gefallenen Zustandes, der als Gesetz der Sünde und des Todes mehr und mehr durch alle Menschen hindurchgedrungen ist (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+5%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 5,12</a>).</p>
<p>In der Bibel allein ist die reine Offenbarung Gottes bewahrt geblieben. Hätten wir nicht die Bibel, so wären wir dem Wuste und der Verzerrung aller heidnischen Gottvorstellungen preisgegeben und tatsächlich rat- und lichtlos in der Welt; denn so poetisch, ja sittlich diese Vorstellungen auch sein mögen, so sind sie doch nur Träumereien über eine verlorengegangene Wahrheit, aber kein erlösendes Wissen mehr von Gott.</p>
<p>Aber siehe, im Worte der Bibel, da will dir mittelbar Gott begegnen, da hast du es zu tun mit dem Worte, das er geredet hat in mancherlei Weise durch die Propheten und zuletzt durch seinen Sohn und die Apostel (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+1%2C1%3B+1.Thess.+2%2C13&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 1,1; 1.Thess. 2,13</a>). Siehe, deshalb schweigt Gott jetzt, weil er zuletzt geredet durch den Sohn. Nun sollen die Menschen den Sohn und dessen Zeugen hören. Gott tritt schweigend zurück. Wer ihn hören will, höre auf das Wort seiner Zeugen. „Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes,“ sagt Jesus (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C47&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,47</a>). Also lautet jetzt die Frage: Hat dir Gott jemals begegnen können in seinem Wort? Das heißt, <em>hörtest du jemals wahrhaft Gott, wenn du sein Wort hörtest?</em></p>
<p>Geschähe dies, wie anders sähe die Welt aus! Statt dessen kennst du die Bibel vielleicht auswendig, aber Gott konnte dir noch nicht ein einziges Mal aus ihr begegnen. – Ich kam einmal in das Haus eines stadtbekannten Wucherers. Über seinem Schreibtisch und neben seinem Geldschrank sah ich den Bibelspruch hängen: „Bis hierher hat Gott geholfen, Gott wird weiter helfen.“ Gewissermaßen unterm Licht dieses Gotteswortes, ja, unter der Devise dieses Gotteswortes plante und verübte dieser Gauner und Halsabschneider seine himmelschreienden Betrügereien. Wie oft mag sein gewinnerspähendes Auge dies Wort gestreift haben; aber nicht ein einziges Mal konnte Gott diesem Sünder darin begegnen.</p>
<p>Ich war damals noch kein Christ, sondern nur Sozialist, und ich kann nicht sagen, wie ekelhaft mir dieser, wie ich meinte, „christliche“ Spitzbube mitsamt seinem „Christentum“ vorkam, aber mir selbst konnte Gott aus jenem Spruch seines Wortes an der Wand auch nicht begegnen. – Ein andermal fand ich einen Betrunkenen im Chausseegraben liegen. Ich beugte mich zu ihm hinab und sagte: „Freund, Sie sind aber auf einem bösen Weg!“ „Ja“, lallte er, „auf dem Wege des Verderbens.“ Und was ich auch weiter sagen und fragen mochte, er ergänzte und beantwortete alles durch Bibelsprüche. Schließlich fand ich, er war ebenso voll Bibelsprüche, wie er voll Schnaps war. Und mit all den Gottesworten lag er trunken im Chausseegraben. –</p>
<p>So sind die Wände der Wohnungen vieler Leute übersät mit Bibelsprüchen, und die dort wohnen, liegen welttrunken in tausend Sünden. Nie konnte ihnen Gott begegnen aus den Worten, mit denen sie fromm ihre Wände schmückten. – Und du sitzt hier oder in Kirchen – wer weiß zum wievielten Mal – und hörst dich dumm und taub von Predigten und Ansprachen –: hat dir denn ein einziges Mal dein Gott in seinem Worte begegnen können? Man kann das Wort Gottes gewohnheitsmäßig hören und gewerbsmäßig predigen, man kann es auswendig wissen wie das Einmaleins, man kann es sogar ernstlich erforschen oder wissenschaftlich studieren – und doch vermag Gott nicht ein einziges Mal uns in seinem Worte zu begegnen.</p>
<p>O, der Mensch ist ein so eitler, selbstgefällig-überlegener Patron! Er ist gepanzert mit pharisäischer Selbstgerechtigkeit oder sogenannter „objektiver Wissenschaftlichkeit“ oder stumpfsinniger Gewohnheit und träger Gleichgültigkeit; er weiß sich Gott vom Leibe zu halten auf eine geradezu erstaunliche Weise. Ja, ich staune heute über meine frühere Unempfindlichkeit dem so manchmal gehörten Worte Gottes gegenüber. Jahrelang wohnte ich einer täglichen Morgenandacht bei, und das Ergebnis war ein immer mehr satanisch gewordener Groll gegen Gott und sein Wort, bis mir endlich – viele Jahre später – Gott erschütternd gegenübertrat und meinen Weg so verzäunte, daß kein Entrinnen mehr möglich war.</p>
<p>Vielleicht ist das heute <em>deine</em> Lage. Dann, bitte, laß deinen Gott dir begegnen aus seinem Worte! Und sobald du seine Stimme hörst, verstocke dein Herz nicht, sondern gib Antwort: Herr, hier bin ich, was willst du, daß ich tun soll? Und dann wird sein Wort mit deiner Seele reden und dich zu Jesus führen können.</p>
<p>Doch nicht nur in seinem Worte, sondern auch in unseren <em>Lebensverhältnissen</em> will uns Gott begegnen. Zunächst durch seine <em>Güte,</em> mit der er unser irdisches Leben gesegnet hat. Daß du überhaupt lebst, daß du kein Krüppel, kein Idiot bist, daß du in einem Lande, wo man von Jesus hören kann und nicht in Zentralafrika geboren bist, daß du noch täglich die Luft zum Atmen, die Kraft zum Arbeiten, die Nahrungsmittel fürs Leben hattest, daß du vielleicht eine gute Erziehung genießen, lernen, streben und irgendwelchen Erfolg finden durftest, daß du ein braves Weib und blühende Kinder, Besitz aller Art, ja vielleicht sogar Überfluß dein nennen kannst, das alles und zahlloses mehr sind unverdiente Segnungen der Güte Gottes, von der Gottes Wort sagt: Weißt du nicht, daß Gottes Güte dich zur Buße leitet? (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+2%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 2,4</a>). Denn siehe, mit all dieser Güte sucht dir dein Gott zu begegnen, daß du doch auf ihn aufmerksam und ihm dankbar untertan werden möchtest.</p>
<p>Aber gib acht, wie fremd das Geschöpf seinem Schöpfer geworden ist. Siehe, der sich so weise dünkende Mensch <em>weiß nicht</em> einmal, daß Gottes Güte ihn zur Buße leiten will. Vielmehr verachtet er den Reichtum der Güte, Geduld und Langmut Gottes mit störrigem Herzen, nimmt alle Segnungen als etwas Selbstverständliches, natürlich Gewordenes oder von ihm selbst Errungenes selbstzufrieden und doch immer unzufrieden, weil er nicht noch viel mehr hat, hin und denkt gar nicht daran, daß er einem Gott dafür zu danken hat. Kann die Notzeit des ichsicheren Menschen bezeichnender zum Ausdruck kommen? „Wenn ich nichts zu essen habe“, antwortete mir solch ein Ignorant, „Gott gibt mir gewiß nichts!“</p>
<p>Als ob er sich etwas zu essen verschaffen könnte, ohne daß ihm Gott zuvor Verstand, Gesundheit und Gelegenheit zur Arbeit gegeben hätte! Oder hast du dir deine Verstandeskräfte und ihre Entfaltung gegeben? Oder gibst du dir die täglichen Lebens- und Leibeskräfte? Nicht wahr, angesichts solcher Fragen ist es so bequem, von „Natur“, „Entwicklung“, „Verhältnissen“, „Glück“, „Schicksal“ zu reden; denn das sind lauter Worte, die den Menschen nicht persönlich verpflichten und denen er deshalb auch keinen Dank schuldet.</p>
<p>Ja, gestehe es nur, das Gute deines Lebens dem Walten eines persönlichen Gottes zuzuschreiben und dich durch seine Güte zur Buße, das heißt zu einer Begegnung mit ihm hinleiten zu lassen, ach, das ist so unbequem, so verpflichtend, so lästig, so widerlich, so unerträglich für dein selbstsicheres Ich. Viel lieber spricht man als ein Tor in seinem Herzen: Es ist kein Gott! oder falls man an ihn glaubt, sucht man ihn abzuspeisen mit religiösen Opfern und Gebräuchen, wie ein „Wilder“ seinen Götzen abspeist, nur daß man dem lebendigen Gott nicht lebendig zu begegnen braucht; denn diese Begegnung würde einem das stolze Ichleben kosten. –</p>
<p>Mache es nicht so! Übersieh einmal mit geöffneten Augen all das Gute, das dir dein Schöpfer in dein Leben hineingelegt hat, und laß ihn heute deiner Seele begegnen!<br />
Wenn uns Gott nicht in Güte zu begegnen vermag, so versucht er es in Strenge. Er greift dann in unser Leben ein etwa durch <em>Vermögensverluste, Erwerbsschwierigkeiten, Mangel an Arbeit, Mangel an Brot</em>. Er verengt und verzäunt uns den Weg, vereitelt unsere stolzen Pläne, läßt uns in die Sackgassen der Not, Drangsal, ja Verzweiflung geraten, damit wir doch endlich einsehen sollen: nicht wir sind der Herr unseres Lebens, sondern Er. O, welch geduldige Mühe gibt sich unser Gott, das eitle, flinke, geschäftige Menschlein doch endlich zum Kapitulieren zu bringen!</p>
<p>Wie viele kenne ich, die erst ihr ganzes Vermögen verlieren mußten, ehe ihnen Gott begegnen konnte! Des unerneuerten Menschen Sinnen ist ja so verzweifelt krampfhaft aufs Irdische gerichtet, daß er sich zerarbeitet in der Menge seiner Wege, um Wind zu erhaschen, nämlich Schätze zu sammeln, die Motten und Rost fressen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jes.+57%2C10%3B+Pred.+1%2C14%3B+Matth.+6%2C19&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jes. 57,10; Pred. 1,14; Matth. 6,19</a>), und wunder glaubt, wie weit er es gebracht hat, wenn möglichst viel vergängliches Gut unter seiner Hand aufgehäuft ist. Solches Gut soll dann seinem Leben Wert und Sicherheit verleihen.</p>
<p>O welcher Betrug! Da muß dann Gott eingreifen, die falschen Stützen zerbrechen, den Betrug des Irdischen offenbaren, den Sinn zum Ewigen hinlenken, den verirrten Menschen zum Stillestehen vor Gott zwingen, indem er den Brotkorb höher hängt. – Und was tut dann der Mensch? Gar zu gern ballt er dann die Faust gen Himmel und spricht: „So, jetzt weiß ich es, daß es keinen gerechten Gott gibt. Wie könnte er mich sonst so Mangel leiden und in solche Not geraten lassen!“ Und anstatt seinem Gott zu begegnen, läuft der Mensch weiter von ihm weg als je zuvor, nicht erkennend, was zu seinem Frieden dient. Wie viele laufen auf diese Weise in den sogenannten moralischen Atheismus, in die enttäuschungsreiche Selbsthilfe oder in die Revolutionswüterei oder gar in den Selbstmord hinein! –</p>
<p>Du aber bleibe jetzt stehen! Suche nicht die Ursache deiner Nöte in den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen, in denen ja allerdings die Sünde der Menschen stationär geworden ist, klage nicht Klassen oder Rassen an, erwarte nichts von Selbst- noch Menschenhilfe, sondern erkenne: dein Gott will dir begegnen, laß ihn dir begegnen, und dir wird gründlich zeitlich und ewig geholfen werden! Wer sich ihm stellt und anvertraut, wird ein Gesegneter über alle äußere und innere Not hinaus (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jer.+17%2C5-8%3B+Matth.+6%2C+32-33&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jer. 17,5-8; Matth. 6, 32-33</a>).<br />
Weiterhin schickt sich Gott an, den Menschen zu begegnen durch <em>Leibes- und Krankheitsnot</em>.</p>
<p>Trotz alles Geredes von Wohlfahrt und Sicherheit fühlt sich kein Mensch recht wohl und sicher. So macht man verzweifelte Anstrengungen, sich allen Störungen unseres Wohlergehens gegenüber sicherzustellen. Dagegen wäre nichts zu sagen, wenn dieses Sich-sichern-Wollen nicht zugleich auch Flucht vor Gott bedeutete. Brennt es, so weiß man sich versichert gegen Brandschaden; hagelt es, so weiß man sich versichert gegen Hagelschaden; passiert einem ein Unglück, so weiß man sich versichert gegen Unfall; wird man krank, so weiß man sich in der Krankenkasse, und kommt es zum Sterben, so weiß man sich in der Lebensversicherung.</p>
<p>Was Wunder, wenn man sich mit all diesen Sicherheiten zuletzt auch gesichert glaubt gegen Gott! Hat man nicht sein züchtigendes Eingreifen und damit eine Begegnung mit ihm durch alle diese Sicherheitsmaßnahmen nahezu unmöglich gemacht? Aber noch gibt es keine Sicherheit gegen die Krankheit selber und den Tod. Und so sucht Gott vielleicht mehr als je dem Menschen zu begegnen durch Leibesnot, die allermeistens eine Ernte der allgemeinen Sündenaussaat ist. Besonders schreckt Gott heute durch Nervennot.</p>
<p>Hätte mich Gott nicht durch ein zweijähriges Nervenleiden um und um zerbrochen und zu demütigem Stillestehen, ja Stilleliegen gezwungen, er hätte mir wohl noch lange nicht begegnen können. Wie danke ich ihm heute für diese gesegnete Not, in die er mich kommen ließ! Sie vermittelte mir das herrlichste Heil meines Lebens. –</p>
<p>Im allgemeinen aber will der Mensch seine Krankheit der lästigen Störung und Schmerzen wegen nur allerschleunigst loswerden, damit er schnellstens wieder in alter Selbstherrlichkeit planen, kutschieren und genießen kann. Daß Gott ihm durch seine Erkrankung begegnen will und etwas zu sagen hat, daran denkt er überhaupt nicht oder nur zuallerletzt. Nein, falls er noch mit Gott rechnet, soll dieser ihn jetzt nur sofort gesund machen, oder er kündigt Gott den Glauben. „Wenn es einen Gott gäbe, wie könnte ich so leiden müssen!“ ruft er aus und fügt in verblendeter Selbstgerechtigkeit vielleicht noch murrend hinzu: „Womit habe ich das verdient?“ Ja, frage nur, aber klage nicht Gott an, sondern dich! –</p>
<p>Vielleicht auch lernt man in der Not mal wieder beten und macht dann seinem Gott allerlei Versprechungen, wie Pharao tat, als ihm die Frösche bis ans Bett kamen; aber als er wieder „Luft gekriegt hatte“, wie Luther übersetzt, verstockte Pharao sein Herz aufs neue. Millionen machen es so! Hast auch du es so gemacht? Du schriest in deiner Krankheitsnot zu Gott, und als er dich durch gütige Hilfe an sein Herz ziehen wollte, stießest du ihn, wieder stark geworden, von dir. Wirst du dich jetzt schämen und nachholen, was du versäumt hast? Tue es, damit dich nicht Schlimmeres ereile!</p>
<p>Denn Gott schickt sich auch an, den Menschen zu begegnen auf und an <em>Sterbebetten</em> und vor <em>offenen Särgen und Gräbern</em>. Der Tod ist die schauerlichste Folge der Sünde; er ist der Sünde Sold (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+6%2C23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 6,23</a>) und der König der Schrecken. Die Heilige Schrift nennt ihn den letzten <em>Feind</em>, der hinweggetan wird (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+15%2C26&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 15,26</a>), das heißt er ist ein Feind Gottes; denn Gott ist das Gegenteil des Todes, nämlich der Urquell des Lebens, und der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+2%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 2,14</a>). So ist der Tod auch ein Feind und Fremdling in der Schöpfung. Sollte da nicht jeder Todesfall uns erinnern an den Sündenfall? Und damit zugleich an unsere eigene Sünde? An unser angeborenes Totsein in Sünden und Übertretungen dem heiligen Gott gegenüber? Und an unser eigenes Sterben? „Herr, lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps.+90%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps. 90,12</a>). Denn „es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+9%2C27&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 9,27</a>).</p>
<p>Doch was hat der Mensch aus Tod und Sterben gemacht? Sein Herz ist gleichgültig und tot sogar dem Tod gegenüber geworden. Er hat sich an den Gedanken des Sterbenmüssens gewöhnt. Er redet vom Kommen und Gehen, Werden und Vergehen, als müsse das so sein, als sei das immer so gewesen und müsse auch immer so weitergehen. Ja, er hat – o fluchvoller Jammer seines Falles! – das sogenannte Gesetz des Werdens und Vergehens zum Grundgesetz des Lebens erhoben und preist den Tod als den Quell des Lebens! Daß der Tod ein Feind in der Schöpfung und Werden und Vergehen ein Kennzeichen des Falles und Fluches ist, unter dem wir nun seufzen, kommt ihm gar nicht zu Bewußtsein.</p>
<p>So ist es denn ganz selbstverständlich, daß der Mensch, der die Erleuchtung seines Verstandes durch die biblische Offenbarung verschmäht, den Tod sogar zum Erlöser gekrönt hat. „Heute morgen um so und so viel Uhr wurde mein lieber Mann erlöst durch einen sanften Tod.“ Welch schauerliche Hoffnungslosigkeit! Das Leben Leiden und der Tod die Erlösung von diesem Leiden! Die einzige Ruhe und der einzige Frieden: die Ruhe und der Frieden im Grabe! Welch ein Bankrott! Welch grausiges Kennzeichen der trostlosen Gottesferne! –</p>
<p>Man schreit wohl auf, wenn der Tod vernichtend, trennend, hinwegreißend ins Haus tritt, aber fleischlicher Stumpfsinn und irrselige Gedankenlosigkeit, diese beiden Kennzeichen des Unglaubens und der Gottentfremdung, verhindern, daß Gott einem in Tod und Sterben begegnen kann. Was kann da anders herauskommen als Dekoration und Komödie! Sieh hinein ins Sterbehaus! Was findest du da? Ein paar verlegene, vielleicht moralisch- religiöse Phrasen über das sogenannte „unvermeidliche“, ein paar konventionelle und sogenannte konfessionelle Zeremonien bis zu den bekannten trostreichen Worten am Grabe, dazu das übliche Schwarz und die bunten Blumen, kurz, überall öde Menschenmache und Menschenrede – aber mit wem konnte Gott reden? Wem konnte Gott begegnen? Wer war munter zu solcher Begegnung? Wer ermunterte dazu?</p>
<p>Siehe, Gott stellte Menschen vor den König der Schrecken, den Tod, um sie aufzuschrecken aus geistlichem Tod, um sie aufzuwecken zu göttlichem Leben – und der in Unglauben, Sünde und Selbstleben verschlafene Mensch formt aus Todes- und Grabesschrecken eine peinlich-stumpfsinnige, verzweifelt-gewohnheitsmäßige Komödie, wo die Toten ihre Toten begraben, um tot weiterzuleben!</p>
<p>Hier sitzen Leute in Trauerkleidung –: Hat dir dein Gott am letzten Sterbebett, offenen Sarg und Grab begegnen können? Ist dir seine Todespredigt zur Lebenspredigt geworden? Hat sie dich aufzuwecken vermocht aus dem Todesschlaf deiner Gottentfremdung? Hat sie dich ermuntert für das Nahen der Ewigkeit und des Gerichtes? Hat sie dir sagen können, daß dein Leben nicht dir gehört, sondern daß du es mit jeder Tat, jedem Wort und Gedanken Gott schuldest, der dich verantwortlich machen wird für jede Sekunde dieses Daseins? Hat sie dich aufschrecken, wachschreien können zur Buße und Bekehrung? Oder verschloß sich gar, als sich das letztemal Sarg und Grab über eines deiner Lieben schloß, dein Herz Gott gegenüber mehr als je zuvor?</p>
<p>Ich kenne eine Mutter, der Gott das älteste Söhnchen nahm. Mit entstellter Gebärde und plötzlich ergrautem Haar fluchte sie Gott und wurde Atheistin. Wahnsinnige Verbitterung ge-gen andere und zuletzt gegen sich selbst wurde ihr grausiges, finsteres Teil; ich weiß nicht, was aus ihr geworden ist. Diese Frau wollte sich nicht stumpfsinnig vor dem Geschehen des Todes beugen wie Millionen andere, aber noch viel weniger wollte sie sich vor Gott beugen und seine Begegnung annehmen; so verzehrte sie sich in irrsinniger Verzweiflung. Tausende rennen in dieselbe Sackgasse. –</p>
<p>Aber ich kenne eine andere Mutter. Nach einer Evangelisationsversammlung kam sie zu mir, um Jesus zum Herrn ihres Lebens zu machen. Ihre friedlich-entschlossene Art veranlaßte mich zu fragen, was sie so still und willig zu diesem Schritt machte. Da antwortete sie mir mit tränenlosen Augen: „Heute morgen hat uns Gott unseren Liebling genommen, und da habe ich ihn verstanden, und heute abend soll der Herr mein Leben haben.“ Hier war sowohl Stumpf- als Irrsinn überwunden; hier waltete der gesund gewordene Sinn einer Seele, die aus tiefem Leid für ihren Heiland genesen. „Mein Mann wird auch noch kommen“, fügte sie hinzu, „der Herr hat uns lang gemahnt, aber wir hatten noch nicht gewollt; da mußte er uns erst unseren Liebling nehmen.“ Nie werde ich das stille, friedliche Dankgebet dieser Mutter vergessen, die von der Leiche ihres Lieblings hinweg ans Herz ihres Heilands geeilt war. Ihr hatte in Tod und Sterben Gott begegnen können. – Und du? Hat Gott eben mit deiner Seele reden können? Willst du die am letzten Grabe versäumte Begegnung mit dem Herrn deines Lebens jetzt nachholen? Tue es!</p>
<p>Gott will uns aber auch begegnen durch <em>Unglücksfälle</em>. Es würde dies häufiger geschehen können, wenn die Gewissen nicht so abgestumpft wären. Daß sie so abgestumpft sind, ist vielleicht mit eine Folge des gedankenlosen Zeitungslesens von heute. Ich glaube nämlich, daß Abraham, der Nomade, ein gebildeterer Mensch als Millionen moderner Kulturmenschen, die sich vielleicht mehrere Male täglich die neuesten Nachrichten der acht- oder zehnseitigen Zeitungen von allen Weltteilen her durch den Kopf jagen lassen, aber ohne Verbindung mit Gott, ja ohne Wissen von Gott leben. Abraham hatte täglich Zeitung von oben her, aber wie anders empfing er doch seine Nachrichten gegenüber dem nervösen Leser des bedruckten Papiers vom zwanzigsten Jahrhundert!</p>
<p>Oder was ist das für eine Kultur, wo der Mensch täglich eine schauerliche Liste von Unglücksfällen in seiner Zeitung gewohnheitsmäßig zu finden hofft und herunterliest und ihm ein sensationeller Genuß fehlen würde, bliebe diese Liste einmal eine Woche oder nur tagelang aus. Wie hat er sich doch gewöhnt an die Eisenbahn-, Schiffs-, Gruben- und Brandunglücke und an die täglichen Unglücksfälle im Großstadtbetrieb! Wie späht sein Auge nach der täglichen Portion aufregender Automobilunfälle! Wie leicht gewöhnt er sich an die immer größere Häufigkeit solcher Meldungen, an die große Zahl der Toten oder Verwundeten! Die gewöhnlichen geringeren, unheilvollen Geschehnisse interessieren ihn kaum noch; beinahe unbefriedigt liest er über sie hinweg. „Nichts Besonderes!“ meint er.</p>
<p>Die Unglücksfälle reichen nicht aus, er bedarf auch der Liste der Verbrechen. Morde, „blutig groß“, Lustmorde, Selbstmorde, Schülerselbstmorde, verbrecherische Ehe- oder Liebestragödien, große Einbrüche, Diebstähle, Unterschlagungen, Veruntreuungen, alles kann der gebildete Leser bereits vertragen, ohne mit der Wimper zu zucken. Er liest’s bereits beim Morgenkaffee herunter, raucht die erste Zigarre dabei, putzt sich schließlich den Mund und legt die Zeitung beiseite so gemütlich ruhig, als ob tatsächlich „nichts passiert“ sei: Entsetzliche Bildung! Haarsträubende Gewissensverrohung! –</p>
<p>Sage diesem Menschen, Gott habe aus diesen Unglücksfällen und Verbrechen zu ihm reden wollen, und er wird dich auslachen und fragen, ob du ihn für einen Botokuden haltest. Abraham, der gottvertraute Nomade, blieb in heißem Gebetsringen stehen vor seinem Herrn wegen des Gerichtes über Sodom und Gomorrha, das ihm die himmlische Zeitung angekündigt hatte; der weltweit unterrichtete Zeitungsmensch dieses Zeitlaufs hat für die Worte „Gott“, „Sünde“, „Gericht“, „Gebet“ nichts weiter als dicke Fragezeichen. Ja, im Setzen solcher Fragezeichen besteht sogar seine eigentlichste Bildung; tatsächlich eine sehr fragliche Bildung!</p>
<p>Es ist ja nicht so, als ob die Leute, die von besonderen Unglücksfällen betroffen werden, auch allemal besondere Sünder wären. Vielmehr sagte schon der Herr Jesus, als man ihm von den Galiläern berichtete, deren Blut Pilatus mit ihren Schlachtopfern vermischt hatte: „Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder waren, weil sie solches erlitten haben? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr ebenso umkommen. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und sie tötete: meint ihr, daß sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle gleicherweise umkommen.“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Luk.+13%2C1-5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Luk. 13,1-5</a>).</p>
<p>Also sollen wir die Unglücksfälle vor allen Dingen als Warnungszeichen des erzieherischen Erbarmens Gottes ansehen lernen, in denen er uns zu unserem Heil begegnen will. Statt dessen, was macht man daraus? Eine unentbehrliche sensationelle Neuigkeit für den Frühstückstisch, einen Zeitungs-, Kaffee- oder Wirtshausklatsch. – In einer Stadt, in der ich evangelisierte, geschah eine Gasexplosion. Eine Ladenbesitzerin und ihre Gehilfin kamen dabei um. Tags darauf brachten die Zeitungen pathetisch-rührselige Artikel über „das grausame Walten des kalten Schicksals“, dem diese Verunglückten zum Opfer gefallen seien, usw. An eine erzieherische Tat göttlicher Warnung, an ein heilsames „Memento mori!“ („Bedenke, daß du sterben mußt“), an ein bußfertiges Stillestehen vor dem gebieterischen Herrn alles Lebens, daran dachte von Tausenden wohl kaum einer. Viel leichter schwatzt es sich vom „kalten, grausamen Schicksal“, diesem würdigen Gegenstück zum „launigen Glück“, zwei Begriffen, welche so recht die dunkle Trostlosigkeit des modernen Heidentums kennzeichnen. –</p>
<p>In einer anderen Stadt, in der ich weilte, tötete eine Mutter sich und ihre drei Kinderchen durch Öffnen des Gashahnes. Wäre diese Mutter mit ihren drei Kinderchen einmal ihrem Gott begegnet und hätte sie sich ihr unseliges Leben von Jesus nehmen lassen, anstatt es sich selbst zu nehmen, nie hätte ihre Hand zu solchem Mordzweck den Gashahn zu öffnen gebraucht, nie hätte Satan, der Menschenmörder (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C44&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,44</a>), sie so ins Verderben jagen können. Aber so stand es nicht in den Zeitungen, da gab’s nur eine recht interessante Schilderung der Lage, in der man die Leichen vorgefunden, dazu die bekannten pathetischen Reportersätze, verbunden mit einigen nachlässigen Vermutungen über das „unbekannte Motiv der Tat“. Und so geschieht’s alle Tage. Was wären die Zeitungen und ihre Leser ohne solche und andere sogenannte „Neuigkeiten“! Ist’s da ein Wunder, daß Tausende zu dem Grabe der kürzlich hingerichteten Mörderin Grete Beier, die in teuflischer Weise ihren Bräutigam erschoß, wallfahren?</p>
<p>Und doch steht fest, im fremden und eigenen Unglück wollte dir dein Gott begegnen. Du sitzt jetzt hier und hörst das alles. Laß dich an das letzte Unheil erinnern, das du erlebtest, und werde Gott untertan! Ich kenne einen Mann, der erst zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen geraten mußte, ehe er sich endlich in die Hand Gottes legte. Und einen anderen kenne ich, der, oftmals gewarnt, seinen stolzen Nacken verhärtete und dann plötzlich ertrank ohne Hilfe. Unglücksfälle, ja Verbrechen sind Warnungszeichen deines Gottes – wer ist jetzt klug genug, sich warnen zu lassen?!</p>
<p>Indes schickt sich Gott an, dir auch zu begegnen in deinen <em>Sünden</em>. Wo plötzlich die so unangenehme Erinnerung an dunkle Dinge aus deinem Leben auftaucht, von denen du wünschest, sie wären niemals geschehen, wo plötzlich Gesichter vor dir stehen, die du weit wegwünschest, oder längst gesprochene böse Worte wieder in dir laut werden, die du so oft vergeblich zu vergessen dich bemühtest, ja wo sogar deine bösen, unreinen Gedanken von damals dich verfolgen und sich in ungeschwächter Häßlichkeit wieder bei dir einstellen, überall da, in Nächten und Tagen, in der Ruhe und Arbeit, will Gott dir begegnen in deinen Sünden. „Im Traume, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt, im Schlummer auf dem Lager: dann öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt die Unterweisung, die er ihnen gibt, um den Menschen von seinem Tun abzuwenden &#8230;, daß er seine Seele zurückhalte von der Grube“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hiob+33%2C+15-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hiob 33, 15-18</a>).</p>
<p>Jetzt eben, während ich von diesen Dingen rede, weiß ich, daß Gott dich an gewisse Sünden erinnert. Du kennst sie ganz genau, diese untilgbaren Schandflecke, obgleich du dich vor anderen Menschen gebärdest, als ob dir Gott, Sünde und Gericht sehr zweifelhafte Begriffe seien, die dir gar nichts zu sagen haben. Dein Blick wird starr und trüb, dein Angesicht überfliegt ein schwarzer Schatten, dein Aussehen ist ein gequältes, friedloses: siehe, Gott schickt sich an, dir zu begegnen in der Erinnerung an deine Sünden! Was gäbst du da-rum, wenn du diese Erinnerungen loswerden könntest! –</p>
<p>Warum haben wir überall so stark besuchte Evangelisationsversammlungen? Weil das Gewissen des Menschen der stärkste Bundesgenosse des Wortes Gottes ist. Die Gedanken, die sich in dir untereinander verklagen und entschuldigen und immer wieder das ersehnte Behagen deiner Selbstsicherheit erschüttern und dir Frieden und Ruhe rauben, die haben dich hierher gebracht. Die arbeiten auch jetzt in dir, das sind die Pfeile des Allmächtigen, die in dir stecken; das sind die klopfenden Schläge seiner heiligen Hand, durch die er dir seine Gegenwart ankündigt. Du wirst diese Hand und ihr unheimliches Klopfen nicht los, was du auch beginnen magst; du weißt es. Warum darf ich in solcher Gewißheit zu dir reden? Das Wissen von der Sünde, das in jeder Menschenbrust wie ein unbestechlicher Richter sitzt und auch dich überführt und zum Elend verurteilt, das gibt mir die kühne Sprache der Zuversicht, in der ich es jetzt zum Zeugnis über dich ausrufe: Siehe, Gott schickt sich an, dir zu begegnen in deinen Sünden! –</p>
<p>Was treibt die Leute oft in ganzen Scharen in die Sprechstunden der Evangelisten, obgleich wir niemanden zur Aussprache und noch viel weniger zum Sündenbekenntnis nötigen? Was läßt Gottesleugner und Spötter, gebildete und ungebildete, plötzlich gläubig geworden, in verzweifelter Gebärde Tränen der Buße vergießen? Antwort: Der Heilige Geist ist ihnen begegnet in ihren Sünden. –</p>
<p>Und siehe, nun trifft es dich, gilt es dir, du weißt es, dein Gott hat sich eben angeschickt, dir zu begegnen! Jetzt weiche weder rückwärts noch zur Seite, sondern stehe ganz still, ihn zu hören!</p>
<p>Denn noch eine letzte Weise, in der Gott sich anschickt, dir zu begegnen, soll sich erfüllen. Gott schickt sich nämlich auch an, den Menschen zu begegnen <em>in den Gebeten</em> der Seinen. Für wen die Gebete der Gläubigen zum Thron Gottes aufsteigen, der hat keine Ruhe mehr. Jahrelang vor meiner Bekehrung quälte mich ein immer zunehmendes Unbefriedigtsein, eine stete, geheime Unruhe, die mich immer unfähiger zum gewohnten Genuß des Lebens machte und auch jedes Tun erschwerte. Ich wußte nicht eher, was mir fehlte, als bis ich in Christus ein neuer, glücklicher Mensch geworden war.</p>
<p>Da hörte ich dann aus dem Mund von Christen: „Es ist lang und viel für Sie gebetet worden.“ Nun war mir das Rätsel meiner jahrelangen Unruhe, in der mir alle Kraft und Freude weggenommen wurde, gelöst. Es muß wohl so sein, daß die Gebete der Gläubigen den Arm Gottes bewegen, indem sie dem Teufel gegenüber eine Macht bedeuten, die Gott erlaubt, die Engel, die zum Dienste derer verordnet sind, die die Seligkeit ererben sollen, denen zuzusenden, für die gebetet wird (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+1%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 1,14</a>). Ich erlebte dies besonders auffällig in bezug auf einen früheren Freund, mit dem ich über ein Jahrzehnt in innigster Weise verbunden war. Als ich mich bekehrte, kündigte er mir sofort unter mitleidigem Spott die Freundschaft.</p>
<p>Aber Gott fügte es so, daß ich trotzdem mit diesem einstigen Freund in Briefwechsel kam und ihm mitteilen konnte: „Ich habe Tag und Nacht für Dich gebetet und werde ohne Unterlaß weiter für Dich beten.“ Nach monatelangem Schweigen bekam ich von ihm eine Karte des Inhalts: „Ich bitte Dich, höre auf, für mich zu beten. Mir wird unheimlich bei Deiner Beterei. Ich fürchte, ich könnte auch eines Tages vom lieben Gott eins auf den Kopf kriegen und mich wie Du ,bekehren‘; das wäre ja schrecklich. Also, bitte, höre auf, für mich zu beten.“ Also einem naturwissenschaftlich-philosophisch und literarisch hochgebildeten Atheisten – denn das war mein Freund – wurde „unheimlich“ bei meiner Beterei; das sagt genug. Jawohl, Gott begegnet den Ungläubigen durch die Gebete der Seinen. –</p>
<p>Mütter, die ihr heute hier sitzt und vielleicht seit Jahren für eure Söhne und Töchter betet, hört es, es ist ihnen längst „unheimlich“ geworden bei eurer Beterei! Verzagt nicht, eure Gebete gehen nicht verloren; Gott begegnet in ihnen euren Kindern! Und Kinder, die ihr hier sitzt und betet seit langem für eure Eltern, hört es, euren Eltern ist’s „unheimlich“ beim Beten ihrer Kinder; Gott begegnet ihnen in euren Gebeten! Und wer hier sitzt als ein Beter für Geschwister, Freunde und Bekannte, hört es, es ist ihnen längst „unheimlich“ bei eurem Beten geworden; betet weiter, denn Gott begegnet all jenen Teuren in euren Gebeten!</p>
<p>Und alle, die ihr hier ungläubig und unbekehrt sitzt, aber als solche, für die gebetet wird, hört es, und euer Gewissen muß es bestätigen: euch ist „unheimlich“ zumute bis über die Maßen, denn die Gebete, die für euch zu Gott aufsteigen, haben euch heute abend hierher getrieben unter diese Worte, die ihr jetzt hört, und Gott hat sich angeschickt, euch zu begegnen in und um solcher Gebete willen während der ganzen Zeit, in der ihr gehört habt. Und alle übrigen sollen es jetzt hören: euch ist „unheimlich“ zumute, denn hier sitzt niemand, für den nicht schon gebetet worden wäre; denn die des Herrn sind, haben für alle gebetet, die heute abend hierher geführt worden sind.</p>
<p>Siehe, Gott hat sich angeschickt, euch zu begegnen durch diesen Abend! Die Majestät seiner Gegenwart macht euer Innerstes erzittern. Gott ist hier! Wer will ihm widerstehen, wer wider ihn kämpfen? Oder wer will ihm entweichen? Siehe, er hat sich aufgemacht, der nicht ferne von dir war dein Leben lang, dir zu sagen, daß er ist, und daß er nicht den Tod des Sünders will, sondern daß du dich zu ihm bekehren und leben sollst. Welche Antwort hast du jetzt für ihn?</p>
<p>Entsinne dich des Aufrufes, den du am Anfang hörtest! Er lautete: So schicke dich an, deinem Gott zu begegnen! <em>Bisher hast du nur davon gehört, wie mannigfaltig Gott sich anschickte,<strong> dir</strong> zu begegnen. Jetzt aber, Menschenkind, handelt es sich darum, daß du dich anschickst,<strong> ihm</strong> zu begegnen! </em>Ist das ein Unterschied? Ja, ein gewaltiger. Höre! Wenn du einen Bekannten in Berlin hast, der sich alle Jahre mehrere Male anschickt, dir in deinem Wohnort zu begegnen, so ist das eine immerhin bequeme Geschichte für dich, und vielleicht traf dich dein Berliner noch nicht einmal zu Hause an. Jetzt aber schreibt er dir: Ich habe mich nun so oft angeschickt, dir dort zu begegnen; jetzt, bitte, schicke du dich einmal an, mir hier zu begegnen! Nicht wahr, das ist ein erheblicher Unterschied? Und siehe, gerade um diesen Unterschied handelt es sich jetzt.</p>
<p>So oft, so oft kam dein Gott zu dir, daß du doch einmal Notiz von ihm nehmen, einmal recht nach ihm fragen, einmal zu ihm umkehren möchtest. Er redete zu dir durch sein Wort, durch den Reichtum seiner Güte, durch Mangel an Brot, durch Krankheit und Tod, durch das Unglück des Tages, durch die Stimme deiner Sünde in der Nacht, und um des Schreiens seiner Auserwählten willen wich er gar nicht mehr von dir – und: „<em>Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt</em>, spricht Jahwe“, so heißt es fünfmal im vierten Kapitel des Amos.</p>
<p>Und nun droht der, der die Berge bildet und den Wind schafft und dem Menschen kundtut, was sein Gedanke ist, der die Morgenröte und die Finsternis macht und einherschreitet auf den Höhen der Erde, die Taten des Gerichtes zu mehren: <em>Weil ich dir dieses tun will, so schicke dich an, deinem Gott zu begegnen! Verstehst du nun den furchtbaren Ernst dieses Aufrufes?</em> Gut, so schicke du dich Jahwe, Gott der Heerscharen ist sein Name (V. 13), nun droht er denen, die die Übertretung mehren wollen (V. 4) und ihn damit zwingen, die Taten des Gerichtes zu mehren: Weil ich dir dieses tun will, so schicke dich an, deinem Gott zu begegnen! Verstehst du nun den furchtbaren Ernst dieses Aufrufes? Gut, so schicke du dich an, deinem Gott zu begegnen!</p>
<p> <br />
<strong>II.</strong></p>
<p>Und dann höre! Kein Mensch kann Gott sehen und leben (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Mose+33%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Mose 33,20</a>). Gott ist ein verzehrendes Feuer, das den töten würde, der als gefallener, sündiger Mensch sich ihm ohne weiteres nahen wollte (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=5.Mose+4%2C24%3B+Hebr.+12%2C29&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">5.Mose 4,24; Hebr. 12,29</a>). Gott ist Licht und wohnt in einem unzugänglichen Lichte, wo keiner hingelangen kann, der nicht selbst Licht geworden ist. Es wäre furchtbar, als unreiner Mensch in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Hebr.+10%2C31&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Hebr. 10,31</a>). Da müßte jeder ausrufen: „Wehe mir! denn ich bin verloren; denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen, und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen wohne ich“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jes.+6%2C5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jes. 6,5</a>).</p>
<p>Nein, „niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+1%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 1,18</a>). Wohl ist Gott nicht ferne von einem jeden unter uns, denn in ihm leben, weben und sind wir, und wir sind Gottes Geschlecht (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg.+17%2C28&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg. 17,28</a>); aber wie wir ihn auch tastend fühlen und finden möchten, wahrhaft begegnen können wir ihm nur im Mittler Jesus Christus. Wo jemals Gott mit dem gefallenen Menschengeschlecht in offenbarende Verbindung trat, da geschah es nur durch seinen geliebten Sohn, durch den und für den Gott alles geschaffen hat (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+1%2C1-3%3B+R%C3%B6m.+11%2C36%3B+Kol.+1%2C16%3B+Hebr.+1%2C1&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 1,1-3; Röm. 11,36; Kol. 1,16; Hebr. 1,1</a>).</p>
<p>Um Christi willen wirkt Gottes Gnade und Offenbarung schon im Alten Testament, denn Christi Geist begleitete das Volk Israel und redete aus den Propheten (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C58%3B+1.Kor.+10%2C4%3B+1.Petr.+1%2C11&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,58; 1.Kor. 10,4; 1.Petr. 1,11</a>). Und in Christus hat sich Gottes Liebe und Erbarmen zu uns herabgeneigt und offenbart, indem er den Sohn für uns gab, auf daß wir in ihm das Leben, nämlich die Rückkehr zu Gott haben sollten (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Joh.+4%2C+9&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Joh. 4, 9</a>). Denn Gott warf unser aller Sünde auf ihn und hat den, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Kor.+5%2C21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Kor. 5,21</a>).</p>
<p>So konnte Jesus Christus verkündigen: <em>Ich bin der Weg</em> und die Wahrheit und das Leben, <em>niemand kommt zum Vater, außer durch mich</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+14%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 14,6</a>). Er ist die Vergebung unserer Sünden und unsere Versöhnung mit Gott. Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst und hat Frieden gemacht durch das Blut des Kreuzes von Golgatha (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Kor.+5%2C19%3B+Kol.+1%2C20&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Kor. 5,19; Kol. 1,20</a>). Seitdem hat jeder, der in völligem Glauben unter die Besprengung des Blutes Christi gekommen ist, einen freien Zugang zum heiligen Gott, der in Christus neu sein Vater geworden ist.</p>
<p>Heißt es also: So schicke dich an, deinem Gott zu begegnen! so will das sagen: Schicke dich an, Jesus zu begegnen, der allein der Weg zu Gott ist. Wem jemals Gott begegnen konnte mit dem Hammer und Schwerte seines Wortes (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jer.+23%2C29%3B+Hebr.+4%2C12&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jer. 23,29; Hebr. 4,12</a>), dem wurde das Herz zerschlagen und der stolze Geist zerbrochen, der brach zusammen vor der verzehrenden Flammenglut der lichten Heiligkeit des gerechten Gottes. Da verstummt und verzweifelt jeder. Und wer solches Selbstgericht noch nicht erlebt hat, der hat Gott noch nicht erlebt, wieviel er auch von Gott schwatzen mag. Wo aber Gott wirklich einem Menschen im Wetter seiner Heiligkeit begegnen kann und dieser Mensch gerichtet und vernichtet, hingesunken vor der Majestät des Ewigen, das Angesicht in den Staub beugt, da steht Jesus sofort neben einem solchen Mühseligen und Beladenen und will den glimmenden Docht nicht auslöschen und das geknickte Rohr nicht zerbrechen, und hebt empor an sein Herz und birgt in seine Arme und gibt Ruhe für die Seele. Niemanden wird er hinausstoßen, der so zu ihm kommt, um in seinen Armen Gott zu begegnen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+6%2C37&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 6,37</a>).</p>
<p>Bist du dazu bereit?</p>
<p>Siehe, dein Gott ist dir begegnet im richtenden Wetter seiner Heiligkeit; jetzt aber steht Jesus, den Gottes Liebe für dich gab, vor dir in der sonnigen Milde seines Erbarmens, damit du durch ihn errettet würdest vom Zorn des zukünftigen Gerichtes. Siehe, er trug <em>deine </em>Sünden und starb für<em> dich! </em>Er ist <em>dein </em>Weg zu Gott zurück. So schicke dich an, ihm zu begegnen! Jetzt fall ihm ans Herz!<br />
 <br />
 <br />
 <br />
 <br />
Diese Ansprache wurde aus dem Buch von Fritz Binde „Feuer auf Erden“ (Neuausgabe 2012 Christliches Versandantiquariat Leonberg) entnommen und ist hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages abgedruckt. Einige altertümliche sprachliche Wendungen wurden von R. E. behutsam bearbeitet.<br />
 </p>
<div> <br />
Veröffentlicht auf www.das-wort-der-wahrheit.de   21. 5. 2013<br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/schicke-dich-an-deinem-gott-zu-begegnen-fritz-binde/">Fritz Binde: Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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		<title>Fritz Binde: Hoch die Freiheit! Aber: Was ist wahre Freiheit?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/1885/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2017 14:55:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Zur Beantwortung dieser Frage lese ich aus dem Evangelium Johannes den 34. und 36. Vers des achten Kapitels: Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht &#8230; Wenn nun der Sohn euch freimachen wird so werdet ihr wirklich frei sein. Daß die Menschen nach Freiheit schreien, [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/1885/">Fritz Binde: Hoch die Freiheit! Aber: Was ist wahre Freiheit?</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>
Zur Beantwortung dieser Frage lese ich aus dem Evangelium Johannes den 34. und 36. Vers des achten Kapitels:</p>
<p><strong>Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht &#8230; Wenn nun der Sohn euch freimachen wird so werdet ihr wirklich frei sein.</strong></p>
<p>Daß die Menschen nach Freiheit schreien, beweist, daß sie geknechtet sind. Daß sie so vergeblich nach wahrer Freiheit ringen, beweist, wie wenig sie die wahre Knechtschaft kennen. <em>Wahre Freiheit kann nur einen Zustand bezeichnen, der dem Zweck unseres Daseins entspricht, wo jeder Mensch ungehindert Macht hat, das zu sein, wozu er geschaffen ist. Wahre Freiheit muß deshalb wahres Leben und deshalb auch wahre Glückseligkeit sein</em>.</p>
<p>Was die Menschen gewöhnlich Freiheit nennen, bleibt weit hinter dieser Deutung des Begriffes zurück. Laßt uns einmal zusehen, was nicht wahre Freiheit ist.<br />
<em>Politische Freiheit</em> ist nicht wahre Freiheit, denn bisher gibt es noch keine Regierungsform, die dem Menschen die völlig ungehinderte Erfüllung seines Lebenszweckes und damit wahres Leben und wahre Glückseligkeit offenbart, gebracht und gesichert hätte. Jede politische Freiheit bleibt unzulänglich.</p>
<p>Auch <em>wirtschaftliche Freiheit </em>ist nicht wahre Freiheit. Gebt dem Menschen den möglichst vollkommenen Anteil an den irdischen Lebensgütern und fragt ihn, ob mit solchem Besitz und Gebrauch des irdischen Gutes der Zweck und Sinn seines Lebens erklärt und erfüllt und er nun wirklich frei und glücklich sei. Wenn er ehrlich ist, wird er es verneinen müssen. Es reicht nicht aus. Der Mensch ist zu Höherem als zur Erzeugung und zum Besitz vergänglichen Gutes geschaffen. So bleibt auch jede wirtschaftliche Freiheit unzulänglich.</p>
<p>Aber auch <em>Wissen und Bildung</em> – die sogenannte <em>intellektuelle Freiheit</em> – macht nicht wahrhaft frei. Man müßte sonst allenthalben auf lauter wahrhaft glückliche Leute stoßen, denn in Wissen und Bildung haben wir es ja gar herrlich weit gebracht. Aber alles menschliche Wissen führt schließlich nur zur Verzweiflung am Wissen, denn es läßt uns unwissend über das Woher? – Wohin? – Wozu? unseres Lebens und kann uns deshalb niemals die Erfüllung unseres Lebenszweckes und damit auch nicht wahre Freiheit und Glückseligkeit bringen.</p>
<p>Doch auch die sogenannte <em>religiöse Freiheit</em> bringt nicht wahre Freiheit. Denn was versteht man unter religiöser Freiheit? Antwort: daß der Mensch über Gott, Gottes Wort, Jesus, Ewigkeit und Gericht denken und schwatzen könne, was ihm beliebt. Als ob sich die ewige Wahrheit nach dem Gerede der Menschen richten müsse! Gewiß, wo Gottes Geist wirkt, gibt es immer weniger äußeren Zwang, aber dafür herrscht da immer mehr Gott und nicht menschliche Willkür. Niemand kann deshalb nach seiner eigenen Fasson selig, das heißt frei werden, sondern nur nach Gottes Fasson.</p>
<p>Ebensowenig, als nun politische, wirtschaftliche, intellektuelle Freiheit oder die sogenannte religiöse Freiheit die wahre Freiheit ist, ebensowenig ist politische, wirtschaftliche, intellektuelle oder religiöse Unfreiheit die wahre Knechtschaft. Es ist vielmehr gerade das Wesen der wahren Freiheit, daß sie weder durch politischen noch wirtschaftlichen Druck beengt und geschmälert werden kann. Ja, sie wächst sogar unter solchem Druck zur vollsten Entfaltung ihrer Größe und Herrlichkeit empor.</p>
<p>Ich trat einst in eine elende Bretterhütte voll Niedrigkeit und Armut. An den rohen Holzwänden war keinerlei Schmuck zu sehen außer einem kleinen schwarzen Pappschild, darauf in Silberdruck zu lesen war: „Dennoch“. Da wohnte die wahre Freiheit, denn in diesem einfachen Raum lebten glückselige Menschen, die den Zweck ihres Lebens gefunden. So gibt es auch ungezählte Tausende, die niemals auf den Höhen modernster Bildung wandelten und dennoch die wahre Freiheit besitzen, denn sie wissen und erfüllen den Zweck ihres Lebens und tragen in Glückseligkeit einen Geist des Wissens in sich, der höher steht als der Geist aller sogenannten Geisteshelden dieser Erde!</p>
<p>Was ist das Geheimnis solcher wahren Freiheit? Nun, es enthüllt sich uns, wenn wir das Geheimnis der wahren Knechtschaft erkennen lernen. Jesus, der Mund der ewigen Wahrheit, sagt uns, was <em>wahre, wirkliche Knechtschaft</em> ist, nämlich: <em>Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht</em>.<br />
 </p>
<p><strong>I.</strong></p>
<p>Der Sünde Knecht sein, ist wahre Knechtschaft und die Ursache jeder weiteren Form von Knechtschaft. Die Sünde ist der dunkle Quell jeder Unfreiheit und Lebensbeschränkung. Sie ist die Zerstörerin jeder Glückseligkeit; sie ist mit einem Wort der Leute Verderben. Ihr entstammt sowohl die politische als auch die wirtschaftliche und intellektuelle Unfreiheit. Jeder Riß zwischen Mensch und Mensch, Volk und Volk, jedes Übel, das unser Dasein beschränkt und erschwert, hat seine tiefste Wurzel in der Sünde.</p>
<p>Aber nun sehe ich dich bereits die Achsel zucken und zweifelnd fragen: <em>Was ist Sünde?</em></p>
<p>Es gibt keine wichtigere Frage als diese. Darum höre! Auf Grund des ewigen Gotteswortes sage ich dir folgendes: Sünde sind nicht zunächst deine einzelnen, dir mehr oder weniger bewußten Sünden, sondern <em>Sünde ist ein Naturzustand des Menschen, in den der Mensch nicht erst durch seine einzelnen Sünden hinein<strong>fällt</strong>, sondern in den er hinein<strong>geboren</strong> wird, und von dem die einzelnen Sünden nur die naturgemäße Frucht sind</em>. Es ist dies eine Wahrheit von entscheidender Bedeutung für dich, wenn du die wahre Freiheit erlangen willst. Solange du nämlich unter Sünde nur deine dir bewußten Sünden verstehst, kannst du meinen, die Sünde gehe dich wenig an, du seiest kein so großer Sünder oder überhaupt kein Sünder, weil du dich nicht vieler und grober Verbrechen entsinnen kannst. Wenn aber Sünde ein angeborener Naturzustand des Menschen ist, so betrifft die Sünde auch dich, und du mußt ihr ins Angesicht schauen lernen. Darum handelt es sich jetzt.</p>
<p>Woher stammt nun der angeborene sündige Naturzustand des Menschen? Er stammt aus dem in Gottes Wort (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Mose+3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Mose 3</a>) berichteten Sündenfall unserer Ureltern. Seit jenem Fall ist die Sünde erbmäßig zu alle Menschen hindurchgedrungen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6mer+5%2C12&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Römer 5,12</a>), denn jeder Mensch ist seitdem gezeugt von einem gefallenen Zeuger, der seinen sündigen Naturzustand auf seinen Nachkommen übertragen hat. Jesus drückt diese Tatsache mit den Worten aus: <em>Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+3%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 3,6</a>).</p>
<p>Nun ist dem Menschen nichts widerlicher als die Anerkennung dieses geschehenen Falles. Er will lieber ein veredelter Affe sein, als ein heruntergekommener Adam. Als veredelter Affe bleibt ihm nämlich der Ruhm der Höherentwicklung aus menschlichen Kräften und die Möglichkeit einer sich noch stetig steigernden Entwicklung durch in uns wohnende, uns eigene Kräfte, deren Gebrauch uns höheres Leben, Freiheit und Glück verheißt. Aber als heruntergekommener Adam ist der Mensch ein hilfsbedürftiger Bankrotteur, unfähig, sein Defizit zu decken, unfähig, sich selbst und seine Lage wesentlich zu ändern und ganz angewiesen auf eine übermenschliche Hilfe von „oben her“. Nichts ist dem gefallenen Menschen verhaßter als diese Einsicht in diesen seinen Bankrott.</p>
<p>Und doch ist gerade dieser Widerwille und Haß und diese Leugnung des Falles der beste Beweis für die Tatsache des Falles. Nichts beweist das Vorhandensein des gefallenen, sündigen Zustandes mehr als die allgemeine Unempfindlichkeit des Menschen diesem Zustande gegenüber. Der Mensch ist, wie Gottes Wort sagt, eben <em>tot</em> in Vergehungen und Sünden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph.+2%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph. 2,1</a>), das heißt er hat bis zum höchsten Grade jede Empfindungsfähigkeit der Heiligkeit Gottes einerseits und andererseits der Abscheulichkeit und Größe der Sünde gegenüber verloren und hält so seinen Zustand sogar für höchst hoffnungsvoll und normal. Diese Verblendung gehört mit zum Fluche des geschehenen Falles und kennzeichnet das gottentfremdete Geschlecht, das, sich selbst nicht kennend, in Finsternis und Todesschatten wohnt und dabei ruhmselig von sich redet. Darum mußte auch die sogenannte „Erbsünde“ den Menschen von seiten Gottes offenbart werden, denn von selbst wäre der Mensch nie auf diese ihm verhaßte Tatsache gekommen.</p>
<p>Ist man jedoch ehrlich genug, der Offenbarung Gottes zu glauben und den Sündenfall anzuerkennen, so empfängt man auch den richtigen Blick für das <em>Wesen der Sünde</em>. Die Sünde erscheint dann als das, was sie ist, nämlich Übertretung der in Gottes Wort offenbarten Gebote Gottes, Auflehnung gegen Gott, Aufrichtung des menschlichen Eigenwillens gegenüber dem Willen Gottes. Was aber die Sünde in ihrer ganzen Wirklichkeit ist, das weiß Gott allein. – Indes wird uns das Wesen der Sünde verdeutlicht durch die <em>Folgen der Sünde</em>. Nämlich Gott ist die ewige Lebensquelle, die einzige Lebensmöglichkeit für den Menschen. Sein Wille ist das Gesetz des Lebens. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Übertretung seines Willens muß deshalb Lebensbeschränkung zur Folge haben.<em> Abfall</em> von der Lebensquelle bringt <em>Verfall</em> der Lebenskräfte und schließlich <em>Zerfall </em>des Lebens – Tod.</p>
<p>So ist die allseitige Lebensbeschränkung, unter der die Menschheit, ja die ganze Schöpfung beengt und beschwert dahinseufzt, nichts als das Kennzeichen ihres Abfalls von Gott und das Merkmal ihres geschehenen und fortschreitenden Verfalles, ja teilweisen Zerfalles. Das ist das „Gesetz der Sünde und des Todes“, wie es die Bibel nennt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6mer+8%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Römer 8,2</a>). Und es gilt sowohl unserem ganzen Geschlecht als dir, dem einzelnen. Denn der Sündenfall ist gerade <em>dein</em> Fall.</p>
<p>Ein Anhänger der Lehre von der „natürlichen“ Höherentwicklung des Menschen aus tierischen Anfängen heraus – welcher Lehre auch ich einst huldigte – pries kürzlich vor mir die Herrlichkeit der zukünftigen veredelten Menschheit. „Welche Anzeichen dieser herrlichen Veredlung besitzen Sie bereits?“ fragte ich ihn. Spaßig genug: Er nannte die drahtlose Telegraphie und die Luftschiffahrt, dazu die sozialistischen Bestrebungen und die Friedenskongresse. Natürlich mußte ich ihm sagen, daß die Auswirkung der dem Menschen nach dem Fall gelassenen Kräfte zur Untertänigmachung der Erde doch nicht eine Höherentwicklung seiner Natur bedeutet, und daß die sozialistischen und Friedensbestrebungen nur beweisen, wie trostlos es trotz alles technischen Fortschrittes in der Menschheit aussieht, und wie in Wahrheit es so gar kein Anzeichen für das Zustandekommen einer höheren Menschenart gibt. Im Gegenteil trägt gerade die Kulturmenschheit alle <em>Anzeichen des leiblichen Verfalles</em> an sich, womit ja trotz alles äußeren Fortschrittes der moralische, geistige Verfall Hand in Hand geht.</p>
<p>So ist unsere Kultur eine Kultur der Angst und Unsicherheit. Bei allem Gerede von sich steigernder Wohlfahrt fühlt sich keiner recht wohl, und bei aller Bemühung, sich die Existenz zu sichern, fühlt sich keiner recht sicher. Auch ich war früher in der Lebensversicherung, Feuerversicherung, Unfallversicherung, hatte auch meine Kinder in einer Versicherung und fühlte mich doch nie wirklich sicher. – Irgendwelche Angst ist aber die Ursache oder Begleiterscheinung aller Nervenleiden, dieser Gottesgeißel der modernen Menschenherrlichkeit, mit der die liebreiche Hand des Allmächtigen das eitle Menschlein heute so oft zum Bankrott zwingt. Man hat gesagt, das Christentum habe keine Zukunft mehr. So können nur die Toren sprechen. Im Gegenteil, das Christentum, das heißt <em>Christus ist die einzige Zukunftsmöglichkeit der Menschheit</em>. Der Lebenskampf unter dem Druck des fortschreitenden Verfalles des Menschengeschlechtes fordert die letzten Kräfte des Menschen heraus und zwingt immer mehr Menschenseelen zur Verzweiflung an sich selbst. Die Verzweifelten werden sich dann nach einer Kraft umsehen müssen, die sie rettet und hält. Diese Kraft ist allein Christus. Menschenweisheit und Menschenkräfte vermögen hier nichts mehr.</p>
<p>Denn die Sünde als Ursache jedes Verderbens und Verfalles ist eine übermenschliche Macht. Hinter ihr steht Satan, den Jesus den Fürsten der Finsternis nennt. Er ist der <em>Urheber der Sünde</em> und Verführer des Menschengeschlechts. Zwar scheint es dem modernen Menschen überaus lächerlich, von einem Satan zu reden. Doch hat schon Goethe sagen müssen:</p>
<p>„Den Teufel spürt das Völkchen nie<br />
Und wenn er sie beim Kragen hätte.“</p>
<p>Und er hat’s beim Kragen. Darum ist es die raffinierteste Lüge des „Vaters der Lüge“, wie wiederum Jesus den Satan nennt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C44&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,44</a>), seinen Opfern weiszumachen, es gäbe keinen Satan. Denn würden sie seine Existenz und menschenmörderische Macht gewahr, so würden sie ihm mit Grauen entlaufen. Denn er ist auch der <em>Herr der Sünde</em>.</p>
<p>Wie könnte sonst <em>die Sünde</em> Knechtschaft sein? Wo Knechtschaft ist, da ist ein Herr. Und es ist das unselige Wesen der Knechtschaft, daß man diesem Herrn dienen muß wider Willen. Die zwingende Macht der Sünde, die dich knechtet, ist die Macht Satans. Zwar zeigt sich diese knechtende Macht Satans in der Sünde nicht sofort. Vielmehr sieht die Sünde im Anfang äußerst lieblich aus. Sie sieht aus wie blühende Freiheit und einzig wirkliches Leben. <em>Aber jede Sünde hat ihre Entwicklungsgeschichte</em>. Kein Ehebruch begann mit der eigentlichen Tat des Ehebruchs. Erst war es ein Blick, ein Gedanke, ein Bild, ein Wort; so reifte die Tat. Jahrzehnte können zu ihrer Reife notwendig gewesen sein. Erst spieltest du mit der Sünde und liebtest sie noch schamhaft, dann gewöhntest du dich an sie und wurdest in ihr dreist, und dann offenbarte sie ihren dämonisch-satanischen Charakter als menschenmörderische Knechtschaft und spielte mit <em>dir</em>.</p>
<p>Nun besteht jede Knechtschaft darin, daß man gezwungenermaßen eine Arbeit leisten muß. Welche Arbeit muß denn der Sündenknecht leisten? Nun, er muß eben sündigen! <em>Das ist sein Zwang, seine Sklavenarbeit</em>. Ob in Gedanken, Worten oder Werken – ganz gleich: er muß, muß, muß sündigen. So offenbart es sich, daß dein Sündenzustand ein angeborener ist. Du bist ein geborener Sündenknecht. Nichts bestreitet der sich so gerne edel dünkende Mensch mehr als diese unbestreitbare Tatsache. Je mehr er sie aber bestreitet und seine Blöße zu decken sucht, desto augenscheinlicher tritt sie zutage.</p>
<p>Dazu kommt, daß auch jeder Mensch infolge besonderer Veranlagung oder Vererbung oder erworbener Neigung seine besondere Sünde hat. Das ist seine <em>Lieblingssünde</em> und zugleich seine ausgesprochenste Fluchsünde. Sie wird seine herrschende Sünde. Sie gewinnt eine ganz besondere Gestalt in ihm. Sie drückt ihm ihr Bild auf. Sie gibt dem speziellen Sündenknecht seine spezielle Knechtsgestalt. Seht den Trinker an! Seht den Unzüchtigen an! Seht den Geizigen an! Seht den Ehrgeizigen an! Seht den eitlen Weisen an! Seht die Putzsüchtigen an! Seht den Jähzornigen an! Da ist die Sündengeschichte zum Sündengesicht geworden. Der Sklave trägt das Gepräge seiner besonderen Sklavenarbeit in jedem Zug und jeder Gebärde. Wem der Blick geöffnet ist für diese Sklavenart des Menschen, o, wie anders lernt er den eitlen, selbstgefälligen, selbstgerechten, armen, verblendeten Menschen ansehen! Wie trauert er über das elende Komödienspiel, wo jeder in der Rolle des Herrn auftritt, und der Knecht schaut ihm doch aus jedem Knopfloch heraus!</p>
<p>Noch mehr! Das Wesen der Sündenknechtschaft ist auch <em>Verführung</em>. „Verführte und werden verführt“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Tim.+3%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Tim. 3,13</a>), so lautet das Urteil des Wortes Gottes über die Menschen. Und zwar verführt jeder mit der Sünde, die gerade seine Sünde ist. Hochmut war die Sünde Satans, und zum Hochmut verführte er die Menschen. So verführt der Habsüchtige zur Habsucht, der Unzüchtige zur Unzucht, der Trunksüchtige zur Trunksucht usw. Müßte nicht der Trinker zum jungen Manne sagen: „Junger Mann, sehen Sie mich an! Ich bin ein lebendiges Warnzeichen vor der Sünde der Trunksucht! Fliehen Sie diese menschenmörderische Sünde!“ Statt dessen sagt er zum jungen Mann: „Brüderchen, komm, laß uns trinken! Wer niemals einen Rausch gehabt, der ist kein braver Mann! Trink! Trink!“</p>
<p>Die Knechtschaft der Sünde wirkt aber auch <em>Betrug</em>. Worin besteht der Betrug? Nun, Satan zahlt dir nicht aus, was er dir versprach. Er versprach dir mit dem Genuß der Augenlust, Fleischeslust und Hoffart Erfüllung deines Lebenszweckes, Lebensfreude, Lebensbefriedigung, wahre Lebensfreiheit. Statt dessen schlug er dich mit der Sünde in Knechtschaft, brachte dich in schmähliche Abhängigkeit von vergänglichen Dingen, die doch nur vergängliches, betrügerisches Glück bringen können, hetzte dich von Begierde zu Genuß und von Genuß zu Begierde und betrog dich mit jeder Begierde und betrog dich mit jedem Genuß! Sag’, hat dir die Sünde je gehalten, was sie dir versprach? Nein, niemals! Sie ließ dich ungesättigt, unbefriedigt, leer und arm. Und diese Leere trieb dich zu neuer Begierde und zu neuem Genuß; und so folgte Betrug auf Betrug, und dein Leben wurde ein einziges Defizit, eine gähnende Leere, eine Mühsal, eine Last, ein Ekel und eine stete geheime Verzweiflung.</p>
<p>O, brächte die Sünde Glück, so müßten sich die Menschen längst wälzen im Glück, denn sie wälzen sich in der Sünde! Sieh, darum bedurftest du so vieler Zerstreuungen, so vieler An- und Aufregungen durch Menschen, die dir doch im Grunde nichts geben konnten. Saßest als ein armer blinder Bettler am Wege deines Lebens und flehtest die Menschen an: Bitte, ein wenig Liebe, bitte, ein wenig Freundschaft, ein wenig Anerkennung, ein wenig Wissen, ein wenig mehr Freiheit, ein wenig Geld, oder nein, bitte, viel Geld und viel Gunst! Und was man dir zuwarf, war Betrug. Was können solche, die selbst betrogen sind, auch anderes geben als Betrug?</p>
<p><em>Siehe, du bist für Jesus geschaffen, und darum ist alles andere, worin du deinen Lebenszweck und deine Lebensfreude suchst, Verfehlung deines Lebenszweckes, und darum Betrug</em>.</p>
<p>Und weil Betrug auch <em>Qual</em>.</p>
<p>Frage dich, ob dir die Ausübung der Sünde wirklich noch Freude macht. Bist du leidlich aufrichtig, so mußt du dir gestehen: Die Ausübung der Sünde schafft mir längst keine Freude mehr, sie schafft mir Qual. Jede nur gedachte oder ausgeübte Sünde brennt mir ein neues Brand- und Schandmal ins Gewissen, verursacht mir Beschämung und Unruhe und offenbart mir meine schmachvolle Knechtschaft. Jede geschehene Sünde erinnert mich auch an die vorher geschehene und weist mit schauerlicher Unerbittlichkeit hin auf die folgende.</p>
<p>O, diese schreiende Qual! Dieses fluchvolle Sündigenmüssen! Du faßtest gute Vorsätze. Du begannst einen ehrlichen Kampf gegen deine Schmach. Du klirrtest mit deinen Ketten. Erneute und noch heftigere, noch qualvollere Niederlagen waren die Folge. Du hast die Kette nicht gesprengt. Der dich mit der Sünde knechtet, ist stärker als du. Elendes Leben! Zuletzt gibst du den Kampf auf. Widerstandslos, stumpf und dumpf, willenlos dienst du der Sünde, die dir immer unverkennbarer ihr Sklavensiegel aufdrückt. Nun naht sich dir Satan, der Menschenmörder, und flüstert dir ins Ohr: „Nur der Tod hilft dir! Mach’ deinem verfehlten, elenden Dasein ein Ende, und du hast Ruhe. Stirb, stirb!“ Tausende beenden so die zeitliche Qual der Sünde durch Selbstmord und wissen nicht, daß sie damit nur einer ewigen Qual der Sünde entgegengehen.</p>
<p>Denn die Sündenknechtschaft wirkt auch <em>Schuld</em>. Und zwar Schuld dir selbst, den Menschen und Gott gegenüber. Dieses dreifache Schuldbewußtsein wird niemand ganz los. Ob man sich als modern aufgeklärter Mensch seine Sünden selbst vergeben will und den Gewissensbiß für unanständig hält, oder ob man die Schuld auf Verhältnisse, auf andere Menschen, ja sogar auf Gott abzuwälzen sucht, in allen Fällen rechnet man mit Schuld. Sonderbar! Viel hat der Mensch gelernt, nur eins nicht, nämlich seine Sünden zu vergessen. Niemand hört jetzt diese Worte, der nicht durch sie an irgendwelche Sünde erinnert würde. Du weißt von Dingen in deinem Leben, von denen du wünschest, sie wären niemals geschehen. Siehe, da ist Schuldbewußtsein, wie du dich auch entschuldigen möchtest. Denn eben da, wo die Gedanken sich untereinander verklagen und entschuldigen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+2%2C15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 2,15</a>), da ist Gewissensarbeit.</p>
<p>Man kann seinem Gewissen einen „Klaps“ geben, es auf den Mund schlagen, man kann es irreleiten und sogar gegen Gott und sein Wort erziehen, und dennoch, sobald es Gottes Wort lauter und kraftvoll hört, wird das Gewissen gesund und überführt dich als der treueste Bundesgenosse des Wortes Gottes von Sünde und Schuld. Dann treibt es deine Sünden empor wie der Wasserstrom die Leichen Ertrunkener. Schuldig! Schuldig auch gegen andere. Plötzlich steht ein Gesicht vor dir. Du kennst es nur allzu gut. Weißt du es noch? Damals! Du weißt es. Es klagt dich an. Niederträchtig hast du an diesem Menschen gehandelt. Deine Sünde lebt fort im Gedächtnis jenes Menschen, lebt auf mit dem inneren oder äußeren Schauen jenes Angesichts. Hinweg! Du willst das Bild nicht mehr sehen. Du siehst dir eine Zigarre an, greifst zur Zeitung, stürzest dich in die Arbeit oder in den zerstreuenden Genuß.</p>
<p>Da steht ein Ort vor deiner Seele. Du siehst alles wieder wie damals. Die Ecke, die Möbel, das Zimmer, der Baum: alles hat es gesehen, alles klagt dich an. Hinweg! Aber du hörst auch Worte, ganze Sätze. Es sind deine eigenen, bösen, verführenden oder rohen Worte, mit denen du anderen wehe tatest. Oder mahnende, klagende Worte der anderen. Siehe, wie genau kennst du noch die Stimme! Hinweg! Du willst nichts mehr hören. Und doch in der Arbeit, in der Ruhe, im Genuß, in der Nacht und am Tage: Schuld um Schuld redet zu deiner Seele. Schuld auch vor Gott. Die bequemste Art, deine Schuld vor Gott zu leugnen, ist, Gott selber zu leugnen. Aber ich fand noch nie einen Gottesleugner, der seiner Sache ganz sicher gewesen wäre. Da ich selbst über zehn Jahre Gottesleugner zu sein glaubte, so rede ich aus Erfahrung. Ob es einen Gott gibt oder nicht, darüber hast ja – Gott sei Dank – nicht du das letzte Wort, sondern Gott selbst; er wird dir beweisen, daß er ist, und daß du vor ihm schuldig bist.</p>
<p>Denn auf Schuld folgt <em>Gericht</em>, göttliches Gericht, dem du nicht entfliehen kannst. Das ist das verhängnisvollste der Sündenknechtschaft. Und zwar handelt es sich um das biblisch offenbarte Endgericht. Unsinn, sagst du, das ist nur eine Schauergeschichte für kleine Kinder, alte Weiber und dumme Bauern, aber nicht für denkende Leute des 20. Jahrhunderts! Aber der Unglaube ist immer nur flach und gedankenlos.</p>
<p>Du hast vielleicht gehört von jenem naturwissenschaftlich entdeckten Gesetz der Erhaltung der Kraft, wonach kein Kraft- oder Stoffteilchen je im All verloren gehen kann. Nun gut, ebensowenig gehen deine Taten, Worte und Gedanken verloren. Sie wirken weiter und nicht nur zeitlich, diesseitig, sondern besonders ewiglich, jenseitig. Und du wirst ernten, was du gesät hast. Zwar erntest du schon täglich als der erste die Aussaat deines täglichen Lebens und wirst am Ende deines Erdendaseins die zweite große Gerichts- und Erntestunde erleben; aber das volle Gericht wartet deiner vor dem Throne Christi. Von diesem letzten Gericht ist alles Gericht innerhalb deiner Lebensgeschichte und aller Weltgeschichte nur ein warnendes Signal.</p>
<p>Weißt du, was dann Hölle sein wird? Nichts anderes als ewiges Getrenntsein von Gott, als völlig ausgereifte Frucht deines von Gott getrennt gebliebenen irdischen Lebens. Höllenqual wird dann sein die zu späte und darum schauerlich vergebliche und doch endlos währende Einsicht deiner Seele in die gänzliche Wertlosigkeit all deiner irdischen Taten, Worte und Gedanken vor dem heiligen und gerechten Gott; eine entsetzliche Übersicht über alles endgültig Verfehlte; ein furchtbares stetes Alleinsein mit jedem Werk, Wort und Gedanken deines einstigen, im angeborenen Sündenzustand hingebrachten Lebens. Das wird der Zustand sein, wo, wie Jesus sagt, <em>der Wurm nicht stirbt und die Flamme nicht verlischt</em>. Das ist die ewige Ernte deiner in ihrem vollen Ertrag aufgehäuften, ausgereiften Sündenknechtschaft, nämlich gemäß unserer Betrachtung – <em>ewiger Betrug, ewige Qual, ewige Schuld, ewiges Gericht, ewige Knechtschaft. Nicht Gott, du selbst hast dir dies geschaffen</em>.</p>
<p>Denn es gab auch für dich eine Befreiung von der Sündenknechtschaft, eine <strong>wahre, wirkliche Freiheit</strong>, denn das andere Wort Jesu lautet: „<em>Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein</em>.“<br />
 </p>
<p><strong>II.</strong></p>
<p>Was dem moralischen „Du sollst“ des Sittengesetzes nicht möglich war, und was auch das „Fleisch“, die menschliche Natur, nicht vermochte, nämlich das Gesetz der Sünde zu durchbrechen, <strong>das tat Gott</strong>, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichheit des Fleisches der Sünde und für die Sünde sendend, die Sünde im Fleische verurteilte. <em>Gott warf unser aller Sünde auf Jesus, das Lamm Gottes, indem er den, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde machte, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden <strong>in ihm</strong></em>. (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2.Kor.+5%2C21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2.Kor. 5,21</a>)</p>
<p>Das scheint dir unfaßbar, und das Wort Gottes selber sagt, daß dir diese Befreiungstat Gottes im stellvertretenden Opfer Jesu Christi am Kreuz eine Torheit und ein Ärgernis scheint (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Kor.+1%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Kor. 1,18</a>). Dennoch beruht auf dem Gesetz des stellvertretenden Opfers die Daseinsmöglichkeit der Welt und alles Lebens. Du findest es vernünftig, daß ein Vater als stellvertretendes Familienoberhaupt sich für seine Familie haftbar macht und sich täglich für sie opfert. Würden die Väter dieses Opfer fliehen, so gäbe es bald keine Familie mehr.</p>
<p>Ebenso findest du es vernünftig, daß die Mutter in steter Hingabe ihr Leben opfert für das Leben ihrer Kinder. Würden die Mütter dieses stellvertretende Opfer verweigern, bald würden keine Kinder mehr aufgezogen, ja kaum noch geboren werden, wie es ja schon teilweise der Fall ist. Auch findest du es – wie nun einmal die Dinge liegen – für unerläßlich, daß im Notfalle die Söhne eines Volkes als stellvertretende Opfer ihr Blut auf dem Schlachtfelde fließen lassen für den Bestand ihres Volkes. Würden die Söhne eines Volkes dieses Opfer ablehnen, ihre Nation würde in Schande und Knechtschaft untergehen.</p>
<p><em>So und in noch viel unergründlicherer Weise hängt auch der Bestand der Menschheit ab vom stellvertretenden Opfer des Menschensohnes Jesus Christus</em>.<br />
Der Sündenfall war geschehen. Was sollte nun aus dem Sünder und der Sünde werden? Als der heilige und gerechte Gott hätte Gott die Sünde am Sünder richten und den Sünder vernichten müssen. Denn die Heiligkeit Gottes schließt jede Gemeinschaft mit der Sünde aus. Was hat das Licht gemein mit der Finsternis? Aber als der Alliebende erbarmte er sich über die verführten, gefallenen Stammeltern der Menschheit. Zwar müssen sie bis zu einem gewissen Grade die Folgen des Falles um ihrer Erziehung willen als schmerzliche Lebensbeschränkung tragen und auf ihre Nachkommen vererben, aber gleichzeitig empfangen sie den Hinweis auf den, der der Schlange, nämlich Satan, dem Herrn der Sünde, den Kopf zertreten wird, Jesus Christus, den Befreier des gefallenen Menschengeschlechtes. Er steht vor Grundlegung der Welt da als das zuvor ersehene Schlachtschaf (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.Petr.+1%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1.Petr. 1,20</a>), als der ewige Leibesbürge, der die Gewähr leistete für die Erschaffung der Menschheit, ja der ganzen Welt. Denn nimmermehr wurde Gott überrascht durch den Fall der Menschen.</p>
<p>Darum ist alles nur im Hinblick auf Jesus geschaffen. <em>Ja, durch ihn, das ewige Wort, und für ihn ist alles geschaffen, was da geschaffen ist, und alle Dinge bestehen zusammen in ihm</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C58%3B+Joh.+1%2C3%3B+R%C3%B6m.+11%2C36%3B+Kol.+1%2C16%3B+Hebr.+1%2C2.4&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,58; Joh. 1,3; Röm. 11,36; Kol. 1,16; Hebr. 1,2.4</a>). – Und er hält Wort. Als die Zeit erfüllt ist, nimmt er Knechts- und Menschengestalt an, erscheint als der von oben her Gekommene in der Gleichheit des Fleisches der Sünde, überwindet die Sünde im Fleisch, indem er trotz des Fleisches sündlos blieb, um sich dann als den, der Sünde nicht kannte, für uns zur Sünde machen zu lassen. Und so trug er unsere Sünde an seinem Leib hinauf an das Holz, die Sünde an seinem Fleisch verurteilen lassend und hinwegtragend.</p>
<p>Denn die Sünde mußte gerichtet werden. Sie ist eine schauerliche Wirklichkeit, die zwischen Gott und den Menschen steht. Gott konnte sie ebensowenig durch die Finger blasen, als du es kannst. Ein Gott, der die Sünde nicht als Sünde richtete, wäre kein heiliger und gerechter Gott mehr, und damit überhaupt kein Gott mehr. Was würde man sagen, wenn morgen in Deutschland alle Staatsanwälte und Richter es mit den Gesetzesparagraphen nicht mehr genau nehmen wollten! Es gäbe dann von morgen ab keine Gerechtigkeit in Deutschland mehr.</p>
<p>Und doch spricht man törichterweise vom sogenannten „lieben Gott“, dessen Geschäft es ja sei, zu verzeihen! Welche Gedankenlosigkeit! Denn es gäbe dann keine Gerechtigkeit in der ganzen Welt mehr. – Nun wohl, Gottes Erbarmen mit den gefallenen Menschen richtete die Sünde nicht an uns, sondern am geliebten Sohne. Nicht aus Rachsucht – denn es heißt nicht: „Also hat Gott die Welt gehaßt, daß er seinen Sohn gab“, sondern: „Also hat Gott die Welt geliebt“. <em>Um seiner Gerechtigkeit willen mußte er die Sünde richten, und um seiner Liebe willen richtete er sie am Sohne seiner Liebe und nicht an uns.</em> Wunderbare göttliche Harmonie!</p>
<p>Und er, Jesus Christus, der Einzige, der je im Fleisch, und doch ohne Sünde, gewandelt, er konnte ein vollgültiges Opfer für uns sein. Wir alle waren abgewichen und überschuldet und also unfähig, weder für uns noch für andere zu bezahlen, untauglich zum Opfer ewiglich. Er aber, der Schuldlose, konnte für uns bezahlen. Er war nie hineingezogen worden in den Bannkreis der menschlichen Verschuldung vor Gott. Er kam von oben, von außen her (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+8%2C23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 8,23</a>). Er konnte Bürge und Mittler sein. Er machte sich haftbar für die, die durch ihn und für ihn geschaffen sind. Er hielt Wort. Jetzt trat er für sie ein. Jetzt empfing er die Strafe an ihrer Statt, damit sie Frieden hätten, und <em>durch seine Wunden sind wir geheilt!</em></p>
<p><strong>Siehe, das ist deine Freiheit!</strong></p>
<p>Hast du schon gehört von Arnold von Winkelried, dem schweizerischen Helden und Sieger in der Schlacht von Sempach (1386)? Wie siegte er denn? Nun, man erzählt, als der Feind wie eine geschlossene Mauer siegesgewiß gegenüberstand, habe Arnold von Winkelried eine Anzahl feindlicher Speere erfaßt und sie sich mit dem Rufe: Der Freiheit eine Gasse! in die Brust gestoßen. Durch seinen Fall bildete sich eine Lücke in der mauergleichen Reihe der Feinde, durch welche die Schweizer dann ein- und durchbrechen und so die Schlacht zu ihren Gunsten entscheiden konnten.</p>
<p>Du verstehst jetzt, was ich sagen will. Du kennst die schreckliche Mauer der Sünde. Keiner hat sie je überstiegen, keiner hat je Bresche in sie gebrochen. Unzählbar ist die Zahl der satanischen Waffen und Geschosse, die auf die von der Sünde eingeschlossene Menschheit gerichtet sind. Nichts als Knechtschaft in Aussicht und Tod, denn Satan scheint völlig Sieger. Und dazu noch Gottes Gericht über jede unserer Niederlagen. Da erscheint der eine, der Sieger von Golgatha. Jeden Stachel der Sünde erfaßt seine Hand und lenkt ihn gegen das eigene Herz: „Der Freiheit eine Gasse!“ „Wen der Sohn frei macht, der ist recht frei!“ Sein Tod zerbricht das eiserne Gesetz der Sünde. Die Heilige Schrift nennt ihn den „Durchbrecher“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Micha+2%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Micha 2,13</a>). Jawohl, er durchbrach jede Schranke, die Satans Herrschaft zwischen Gott gestellt und uns. Er bahnte uns den Weg zu Gott zurück. Er selbst ist der Weg. Hinter ihm her, durch ihn haben wir nun Zugang zu Gott als unserem Vater, denn wir haben im Sohn die Vergebung unserer Sünden, die Erlösung durch sein Blut, und niemand kommt zum Vater, außer durch ihn (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+14%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 14,6</a>).</p>
<p><strong>Ahnst du jetzt, was dieser Sieg für dich bedeutet?</strong></p>
<p>Er bedeutet für dich Errettung aus der Gewalt Satans und der Obrigkeit der Finsternis, Befreiung aus der Gefangenschaft und Knechtschaft der Sünde und ihrem Betrug, Befreiung von dem Fluch des Gesetzes und der Qual des bösen Gewissens, das heißt Befreiung von jeder Schuld und dem Endgericht; denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst. – Und das bedeutet Wiederannahme bei Gott, Zufluß der göttlichen Gnade als Wiedererlangung der göttlichen Lebenskraft, gleichbedeutend mit Wiedergeburt des Menschen aus dem Geiste Gottes, infolgedessen Erkenntnis Gottes, Gemeinschaft mit Gott in Christus, Friede und Freude im Heiligen Geist, <em>Empfang eines ganz neuen Lebens, nämlich des Geistes und Lebens Christi selber</em>.</p>
<p>So wie du durch die <em>Geburt im Fleisch</em> in den Zustand der Sündenknechtschaft hineingeboren wurdest, so kommst du durch die Wiedergeburt im Geist aus der Knechtschaft heraus und wirst hineingeboren in den Zustand der Freiheit der Kinder Gottes. Das meint Jesus, wenn er sagt: <em>Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Denn was aus dem Fleische geboren ist, ist Fleisch; was aber aus dem Geiste geboren ist, ist Geist</em> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+3%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 3,3</a> und 6).<br />
Was hast du nun zu tun, um diese herrliche wirkliche Freiheit für dich persönlich zu ergreifen?</p>
<p>Nur eins! Nämlich zu <em>glauben</em> an die Tat Gottes in Christus Jesus auf Golgatha.</p>
<p>Nichts mehr? Nein. Aber das ist auch völlig genug. Denn das Kreuz Christi ist das gründlichste Gericht über deinen angeborenen Sündenzustand und die tiefste Verurteilung all deines eigenen Ringens, dich aus diesem Zustande herauszuarbeiten. Sagst du also im Glauben „Ja und Amen“ zu diesem <em>richtenden Werke des Kreuzes</em>, so unterschreibst du damit den endgültigen Bankrott deines Eigenlebens, nämlich den Untergang all deiner eigenen Kraft und Herrlichkeit. Du bist dann in dir selbst nichts mehr als ein verurteilter Verbrecher, ein Verlorener! Gleichzeitig erschaust du aber im Glauben das <em>rettende Werk des Kreuzes</em>, nämlich die Tat Gottes in Christus, wo das vollbracht wurde, was du niemals hättest vollbringen können, nämlich deine Befreiung aus der knechtenden Schuld und Macht der Sünde, die Erlösung von dir selbst, deine Zurückbringung zu Gott durch Jesus, deinen Erretter und Herrn. Was du dann fortan lebst, lebst du <em>durch und für ihn</em>, den Herrn deines neuen Lebens. Das heißt als ein Gerechter seines Glaubens leben.</p>
<p><em>Denn dem Menschen ist nur eine Freiheit gegeben, und das ist die, sich seinen <strong>Herrn</strong> selbst zu wählen</em>. Satan brauchst du nicht erst zu wählen, er ist dein schauerlicher Herr vom Sündenfall her; <em>also kann deine einzig mögliche und wirkliche Freiheit nur darin bestehen, Jesus als deinen Erbarmer, Befreier und Herrn zu erwählen</em>. <strong>Eine andere Freiheit gibt es nicht</strong>. <em>Von der Sklaverei der Sünde unter der Herrschaft Satans freigemacht und Gottes Sklave geworden in Christus Jesus, das ist der Sinn deiner Befreiung </em>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m.+6%2C22&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Röm. 6,22</a>).</p>
<p>Wirst du diese Freiheit im Glauben ergreifen?</p>
<p>Es gibt, seitdem die Tat Gottes auf Golgatha in Christus vollbracht wurde, eigentlich nur noch <em>eine Sünde</em>, und das ist die Sünde, nicht an diese Tat Gottes zu glauben: <em>der Unglaube!</em> Ungläubig sein heißt Gott in seinem Urteil über uns nicht recht geben wollen, sondern vor ihm bleiben wollen, wie man ist. Das ist die Sünde aller Sünden. Darum heißt Gott glauben Gott gehorsam werden. Siehe, Gott will mit dir nicht mehr rechten deiner durch Vererbung und Verführung geschehenen Sünden wegen, denn Er ist versöhnt durch Christi Blut. Aber die bewußte Ablehnung dieser Versöhnung, die bewußte Verwerfung deines Befreiers wird die Sünde sein, die dich dennoch ins Gericht bringen und dann alle anderen Sünden nach sich ziehen wird.</p>
<p>Denn hinter dieser Ablehnung und Verwerfung steht der trotzige, pharisäische Hochmut des Menschen, der da spricht: Ich will nicht, daß dieser über mich herrsche! Ich will kein Bankrotteur, kein Verlorener, kein Entthronter, kein Gerichteter sein! Ich will keine Erlösung durch die Torheit und das Ärgernis des Kreuzes! Ich bin kein Sündenknecht, ich bin nie jemandes Knecht gewesen! Ich kann mich selbst erlösen, wenn ich Erlösung nötig habe! Hinweg mit diesem, kreuziget ihn! – Und in der Tat, jeder, der so spricht, kreuzigt Jesus in dieser Gesinnung noch einmal. Ihnen gilt das traurige und furchtbare Wort Jesu: „<em>Ihr habt nicht gewollt</em>“. Sie bleiben in ihrer Knechtschaft.</p>
<p>Deren Seelen aber mühselig und beladen sind vom elenden Betrug und von jeder Qual und Schuld im schmählichen Knechtsdienst der Sünde, die enteilen jetzt der Herrschaft Satans und fassen in einfältigem Glauben mit zerschlagenem Herzen und geängstigtem Geiste die Hand Jesu, ihres Befreiers. Ihnen wird es gelingen. Als die Aufrichtigen sind sie aus der Wahrheit und hören die Stimme des Königs der Wahrheit. Und die Wahrheit – Jesus selbst – wird sie frei machen, <em>hat</em> sie frei gemacht, so daß sie ihre Freiheit – ihn selbst – jetzt nur zu ergreifen und zu genießen brauchen.</p>
<p>Mit geöffneten Augen und mit dankbar anbetendem Herzen werden sie dann staunen über die Freiheit, für die Christus sie freigemacht hat. Denn sie besitzen nun die wahre Freiheit, weil sie Macht haben, das zu sein, wozu sie geschaffen sind. Sie erfüllen den Zweck ihres Lebens, denn sie haben Jesus, den Urheber, Erretter und Endzweck ihres Lebens gefunden. Ihre Seele ist aus jeder Angst herausgenommen. Menschenfurcht, Lebensfurcht, Todesfurcht ist von ihnen abgefallen. Ihr Geist ist befreit von jedem knechtischen Joch. Das Blut ihres Herrn hat sie zu Königen und Priestern gemacht, und sie herrschen durch den Glauben auf Erden. Gott ist mit ihnen, wer will wider sie sein?</p>
<p>Sie sind Unüberwindliche geworden. Ihr Leben ist untergegangen in Christus, nicht mehr sie leben, sondern Christus, der Herr aller Herren, lebt in ihnen. So sind sie nicht zu töten. Ihre Schätze, ihre Ehre, ihr Bürgertum ist in den Himmeln. So sind sie nicht zu verjagen noch zu berauben. Und doch sind sie treueste Knechte ihres Herrn in jeder Arbeit auf Erden. Ja, sie sind das Salz der Erde und das Licht der Welt. Denn sie sind der Abglanz der Herrlichkeit ihres Meisters und der Abdruck seines Wesens.<br />
In Demut und Niedrigkeit gehen sie einher und in vieler Schmach, denn sie müssen gehasst werden um seines Namens willen von allen Menschen. Aber in alledem überwinden sie weit in dem, der sie geliebt hat. Denn sie<em> wissen,</em> daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf sie zu scheiden vermag von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, ihrem Herrn (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6mer+8%2C38+und+39&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Römer 8,38 und 39</a>).</p>
<p><em>Sag’, Menschenkind, möchtest du diese Freiheit? Sie ist für dich da, für <strong>dich</strong>!</em></p>
<p><em>Ergreife sie im Glauben als dein Teil – und sei frei!</em></p>
<p>
 <br />
Diese Ansprache wurde aus dem Buch von Fritz Binde „Feuer auf Erden“ (Neuausgabe 2012 Christliches Versandantiquariat Leonberg) entnommen und ist hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages abgedruckt. Einige altertümliche sprachliche Wendungen wurden von R. E. behutsam bearbeitet.</p>
<p>
Veröffentlicht auf www.das-wort-der-wahrheit.de   21. 5. 2013</p>
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		<title>Fritz Binde: Warum kann der Gebildete nicht der Bibel glauben?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/warum-kann-der-gebildete-nicht-der-bibel-glauben-fritz-binde/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf Ebertshäuser]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Mar 2017 14:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rettungsbotschaft Evangelium - verschiedene Beiträge]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hältst und hast es vor Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir. Matthäusevangelium 11,25-26   Es ist zunächst erforderlich, einiges über die Überschrift dieser [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>
 </h3>
<p>
<span style="font-size: 12pt;"><strong><em>Zu jener Zeit hob Jesus an und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Verständigen verborgen hältst und hast es vor Unmündigen geoffenbart. Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir. <br />
</em></strong></span><br />
<span style="font-size: 12pt;"><strong><em>Matthäusevangelium 11,25-26</em></strong></span></p>
<p> </p>
<p>Es ist zunächst erforderlich, einiges über die Überschrift dieser Ansprache zu sagen. „Warum kann der Gebildete nicht der Bibel glauben?“ Will ich meine Worte etwa nur an die Gebildeten richten? Und verstehe ich unter diesen etwa die akademisch geschulten Leute oder doch jene, die das allgemeine Kulturwissen unserer Zeit in sich aufgenommen haben? Will ich etwa nur deren wissenschaftliche Bedenken und kritische Zweifel der Bibel gegenüber zu zerstreuen suchen? Nein, denn das wäre eine sehr begrenzte und ziemlich nutzlose Arbeit. Nein, aus ganz anderem Grunde sage ich: „Warum kann der Gebildete der Bibel nicht glauben?“ Nämlich aus dem Grunde, <em>weil vor der Bibel jeder ein Gebildeter wird</em>.</p>
<p>Nimm den ungebildetsten Burschen vom Dorf, befrage ihn ernstlich wegen der Bibel, und du stehst vor einem Gebildeten, der es schon längst unter seiner Bildungswürde hält, der alten Bibel zu glauben. Beginne mit einem Klein- oder gar einem Großstädter einige ernste Sätze über die Bibel zu reden, und du findest, er ist es längst seiner Bildung schuldig, den Wert und Inhalt der Bibel zu bezweifeln. Vielleicht ist seine Bildungsquelle nur die Zeitung, aber sie hat ihn längst der Bibel gegenüber zu einem überlegenen Mann gemacht. Trägt aber der Gebildete gar die bunte Mütze der hohen Schule oder gar einen Titel gangbarer höherer Weisheit, so schuldet er es natürlich schon der Kappe oder dem Titel, von oben herab die Bibel zu meistern oder gar abzulehnen. Deshalb sage ich: Warum kann der <em>Gebildete</em> nicht der Bibel glauben?<br />
Nun, er kann ihr nicht glauben aus drei Gründen,</p>
<p>erstens aus <em>Unwissenheit</em>,<br />
zweitens aus <em>Überzeugung</em>,<br />
drittens <em>seiner Sünde wegen</em>.</p>
<p>Wie, aus <strong>Unwissenheit?</strong></p>
<p>Ja. Ist es schon wie eine stillschweigende Übereinkunft aller Leute, vor der Bibel gebildet zu tun, so ist es ebenso eine stillschweigende Übereinkunft, dem Studium der Bibel Widerwillen entgegenzusetzen. Und dieser Widerwille ist die Ursache der Unkenntnis, von der ich jetzt rede. Lege auf einen Tisch die Zeitung, einen Roman und die Bibel, und sieh, wie die Leute sich zu deiner Ausstellung verhalten. Ergebnis: die Zeitung verschlingt man, im Roman blättert und liest man, vielleicht höchst interessiert, und die Bibel? – Ach, nur die Bibel! Sonderbar, daß die auf dem Tisch liegt! „Lieber Freund, Sie sind wohl fromm geworden?“ – Widerwillig schiebt man das schwere, schwarze Buch beiseite oder läßt es schwer liegen und rückt selbst flott zur Seite.</p>
<p>Tatsächlich gibt es bei uns kein Buch, das so bekannt ist wie die Bibel, und keines, das so wenig gekannt ist wie die Bibel.</p>
<p>Unsere literarisch Gebildeten wissen in allen bedeutenden Werken der Weltliteratur besser Bescheid als in der Bibel. Nichtsdestoweniger gehört es aber wiederum mit zur Bildung, von der Bibel als von einem ehrwürdigen Denkmal vergangener menschlicher Geistesentwicklung zu reden. Ich entsinne mich eines Vorgangs aus meinem früheren Leben, wo wir drei Freunde einmal versuchten, die Bücher, die uns am schätzenswertesten erschienen und am meisten unser Leben beeinflußt hatten, der Reihe nach aufzuschreiben. Als wir die drei Zettel austauschten, zeigte es sich, daß auf jedem gewissermaßen anstandshalber obenan stand: die Bibel. Und zur selben Zeit fällten wir Urteile über die Bibel, schoben ihr Dinge unter oder entnahmen ihr mißbräuchliche Anwendungen, deren Unverfrorenheit mich heute schamrot macht.</p>
<p>So ist es: man redet und liest das Gewagteste über die Bibel; am wenigstens aber wagt man es, sie selbst zu lesen. Im besten Falle kennt man sie als ein moralisches Spruch- und Geschichtenbuch von mehr oder weniger zweifelhaftem Wert, verbunden mit der unbehaglichen Erinnerung an ehemaliges zwangsweises Auswendiglernenmüssen. Von der unüberbietbaren Weltanschauung der Bibel kennt man nur nutzlose Brocken. Ihre Enthüllung des göttlichen Geheimnisses der Welterlösung ist einem ein papiernes oder hölzernes altes Dogma, mit dem man nichts anzufangen weiß, und das biblische Christentum kennt man nur als Zerrbild oder aufgezwungene Gewohnheitssache ohne Kraft und Saft. Denn wie krankt selbst der gewohnheitsmäßige Glaube sogenannter gottesfürchtiger Leute an trauriger Unkenntnis der Bibel! Wie kann man aber glauben und vertrauen, wo man nicht einmal kennt!</p>
<p>So entstehen dann jene hochfahrenden Urteile des Unglaubens oder jene armselige Beschränktheit des Gewohnheitsglaubens, deren erster Grund einfach Unwissenheit über den Inhalt und die Geistestiefe der Bibel ist.</p>
<p>Ich lernte einen jungen Mann kennen, der zwar nicht an Gott und Gottes Wort, wohl aber an seine Bildung glaubte. Als er hörte, daß ich Evangelist sei, war er zunächst ganz ratlos diesem unerhörten Berufe gegenüber, von dem er bisher, trotz aller Bildung, nichts gewußt hatte. Vorsichtig prüfend rückte er mir näher und wollte mir zweifellos ein recht vorteilhaftes Kompliment machen, als er begann: „Nicht wahr, Sie glauben doch auch nicht so ohne weiteres der ganzen Bibel? Nicht wahr, das kann man heute doch nicht mehr?“ Ich fragte ihn, warum man das heute nicht mehr könne. Hilflos und zugleich dreist stammelte er: „Ja, aber das ist doch Mumpitz, das ist doch klar!“ Ich fragte ihn darauf, was Mumpitz und was klar sei. „Nun, das sind doch nur Märchengeschichten, das ist doch klar!“ schrie er jetzt. „Bitte“, wiederholte ich, „sagen Sie mir, was Mumpitz und Märchengeschichte und was klar ist!“</p>
<p>Es ist nämlich so bezeichnend für den armen Menschen auf Erden, daß er großartig schreit: „Das ist doch klar!“ wenn ihm etwas durchaus nicht klar ist. Ohne solche Selbsttäuschung müßte er an sich verzweifeln. Wieviel „Aufklärung“ ist nichts anderes als solch hartnäckiges Geschrei! – Ich zog also meine Bibel aus der Tasche und gab sie ihm mit den Worten: „Zeigen Sie mir den Mumpitz!“ Verlegen begann er zu blättern, bis ich ihn fragte: „Wo steht denn, was Sie suchen?“ – „Wenn ich nicht irre, im Markusevangelium“, antwortete er unsicher. „Gut“, sagte ich, „zeigen Sie es mir!“ Aber er suchte das Markusevangelium überall da, wo es nicht zu finden ist, und als ich ihm schließlich half, da wußte er wiederum die Stelle im Evangelium nicht.</p>
<p>Endlich brachte ich heraus, daß er mit dem Mumpitz die göttliche Zeugung Jesu in Maria meinte, von der das Lukasevangelium berichtet. Und als ich ihm die Stelle aufschlug, triumphierte er von neuem darauf los: „Nun, das ist doch Mumpitz, das ist doch klar!“ Ich fragte ihn darauf, ob er etwas Naturwissenschaft verstehe. Nun, er hatte natürlich allerlei gelesen, und ich konnte ihn weiter fragen, ob er wisse, daß man bisher eine vierfache Möglichkeit der Fortpflanzung des Lebens wahrgenommen habe, nämlich Fortpflanzung durch Teilung, Sprossung, Besamung und die sogenannte Parthenogenesis oder jungfräuliche Zeugung, und ob er es ganz genau wisse, daß damit die Möglichkeit der Fortpflanzung des Lebens im All erschöpft sei.</p>
<p>„Ist Ihnen wirklich“, fuhr ich fort, „die Entstehung und das Wesen des Lebens so klar, daß Sie wissenschaftlich behaupten könnten, es bedürfe keines Gottes als ewigen Urquell des Lebens, oder es sei auch einem solchen Gott unmöglich, auf eine unmittelbare Weise die Menschwerdung Jesu in Maria zu wirken, als es der Menschenwitz versteht? Wollen Sie nicht vielmehr glauben lernen, daß die Welten weit mehr Daseinsmöglichkeiten in sich bergen, als der Mensch wahrzunehmen vermag? Denken Sie sich auf Ihrem Daumennagel eine Fliege und eine andere Fliege zu ihr sagend: Du sitzest auf dem Daumennagel eines sehr intelligenten Herrn – als ich das sagte, sah er mich mißtrauisch an –, der Daumennagel gehört zu dieses Herrn Hand, die ein Glied seines Leibes ist, der gekrönt wird von einem Haupt, dem Sitz außerordentlich geistiger Fähigkeiten, das Ganze heißt Mensch, hat eine ungeheure Körperkraft, kann ungeheuer weit sehen, kann rechnen, schreiben, lesen, per Dampf, Elektrizität und Benzin über die Erde und sogar durch die Luft hinsausen ohne Flügel, telegraphieren, telephonieren, sogar ohne Draht! – Was meinen Sie wohl, was die verständige Fliege auf Ihrem Daumennagel mit ihrem gesunden Fliegenverstand auf solche Offenbarungen antworten würde? Würde sie nicht ausrufen: ,Hör’ mir auf mit den Märchengeschichten, denn das ist ja doch Mumpitz; das ist ja klar!“</p>
<p>Gott sei Dank, diese Unterredung half! Nach wenigen Monaten traf ich den jungen Mann wieder. Sein erstes war, er teilte mir mit, er lese jetzt auch in der Bibel, zwar klar sei ihm das meiste nicht, aber von Mumpitz wolle er mal vorläufig nicht mehr reden, sondern die Bibel wenigstens ehrlich kennenzulernen suchen. – Sucht er aufrichtig und demütig weiter, so bin ich gewiß, er wird bald noch ganz andere Gründe für die Zeugung Jesu „von oben her“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+3%2C31&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 3,31</a> und 8,23) erkennen lernen als nur naturwissenschaftliche und erkenntnistheoretische. Er wird Gott und den, den Gott gesandt hat, Jesus Christus, seinen Erlöser, kennenlernen und in ihm das ewige Leben finden (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh.+17%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh. 17,3</a>).</p>
<p>Derselben Unwissenheit entstammen auch die gewöhnlichen Bierhauswitze über die Bibel, zum Beispiel die Allerwelts-Weisheitsfrage: „Woher nahm Kain sein Weib? Es heißt doch: ,Er ging in ein Land und nahm ein Weib!‘“ – „Wissen Sie wirklich, daß es so heißt?“ fragte ich einmal solch einen dreisten Frager, und dreist behauptete er, das habe er hundertmal so gelesen. Ich ließ ihn darauf die Stelle <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Mose+4%2C16-17&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Mose 4,16-17</a> vorlesen: „Und Kain ging hinweg aus der Gegenwart des Herrn und wohnte im Lande Nod, im Osten von Eden. Und Kain erkannte sein Weib &#8230;“ Er sah darauf ein, daß Kains Weib wohl eine von Kains Schwestern gewesen war (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Mose+5%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Mose 5,4</a>), die wahrscheinlich mit Kain in jenes Land gezogen war; und der Mund war ihm für diesmal gestopft.</p>
<p>Andere Unwissende haben allerlei Aufklärendes über den biblischen Schöpfungsbericht gelesen. Natürlich halten sie sich nun für viel klüger als der beschränkte Mann Moses, der noch nicht einmal wußte, daß die Pflanzen nicht ohne die Sonne da sein können (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Mose+1%2C14-15&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Mose 1,14-15</a>). Ja, solchen „Verständigen“ bleibt das Wort Gottes verborgen, handelt es sich doch nicht nur um eine <em>sachliche Unwissenheit</em>, sondern vielmehr noch um eine mangelnde Fähigkeit zum Verstehen, also um eine <em>angeborene Unwissenheit</em>, von der Jesus in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Matth%C3%A4us+11%2C25-26+und+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Matthäus 11,25-26 und </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Johannes+3%2C3%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Johannes 3,3,</a> sowie Paulus in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1.+Korinther+2%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1. Korinther 2,14</a> reden. Dies ist also der erste Grund, warum der Gebildete nicht der Bibel glauben <em>kann</em>.</p>
<p>Solcher sachlichen und angeborenen Unwissenheit entstammt dann auch die ungelehrte oder gelehrte Redensart: „Die Bibel ist voller Widersprüche.“ Der amerikanische Evangelist Torrey erzählt von einem jungen Mann, der die Neubekehrten in den Nachversammlungen dadurch vom Glauben zurückzubringen suchte, daß er ihnen vorhielt, die Bibel sei voller Widersprüche. Torrey tritt hinzu, reicht ihm die Bibel und bittet: „Zeigen Sie mir einen Widerspruch!“ Der Mann blättert und sagt dann, in den Psalmen wisse er Widersprüche, aber in dieser Bibel könne er sie nicht gleich finden. „Gut“, antwortete Torrey, „bringen Sie mir morgen Ihre eigene Bibel mit, und wir wollen über die Widersprüche reden.“</p>
<p>Der junge Mann kam jedoch nicht wieder. Stattdessen trifft ihn Torrey in einer anderen Stadt bei derselben Beschäftigung an. „Ah, da sind Sie ja! Hoffentlich haben Sie heute Ihre Bibel mit den Widersprüchen mitgebracht!“ Leider hatte er sie wieder nicht bei sich, und Torrey sagte ihm nun: „Hören Sie mal, die Widersprüche scheinen nicht in der Bibel zu stecken, sondern in Ihnen. Sie reden von Widersprüchen und finden sie nicht. Sie versprechen zu kommen und kommen nicht. Statt dessen setzen Sie Ihr widersprechendes Geschäft auch in dieser Stadt fort, Sie sind in der Tat ein ganz widerspruchsvoller Mensch! Geben Sie Ihren Widerspruch gegen Gott, Gottes Wort und Menschen auf, und dann wird es für Sie auch keine Widersprüche mehr in der Bibel geben.“</p>
<p>Und in der Tat, auch mir wimmelte früher die Bibel von Widersprüchen, an denen sich mein Verstand grün ärgerte. Seitdem ich aber Gott untertan geworden bin, sind sowohl die Widersprüche aus meinem Leben als auch aus der Bibel verschwunden. Nur noch Geheimnisse sind mir in dem teuren alten Buch geblieben, denen mein Verstand längst nicht mehr zu widersprechen wagt, sondern in denen er erleuchtet forscht, und vor denen der Glaube ahnungsvoll abwartend anbetet.<br />
Wir kommen nun zum <em>zweiten</em> Grund, <em>warum der Gebildete nicht der Bibel glauben kann, nämlich aus</em> <strong>Überzeugung</strong>.</p>
<p>Unwissenheit ist ein beleidigendes Wort, Überzeugung dagegen ein ehrendes. Viel Unwissenheit, die da schreit: „Das ist doch klar!“, nennt sich daher lieber Überzeugung. Zwar Überzeugung will bedeuten, durch das Zeugnis zuverlässiger Zeugen, die die Autorität des Charakters und der Sache besitzen, am besten also durch wahrhaftige Augenzeugen von einer Sache überzeugt worden sein. Behauptet man also, aus Überzeugung nicht der Bibel glauben zu können, so müßte das so viel heißen als: Ich habe wahrhaftigere, zuverlässigere Zeugen kennengelernt, als jene sind, die die Bibel geschrieben haben oder haben sollen, und diese zuverlässigen Zeugen haben mich, nachdem ich gründlich geprüft, davon überzeugt, daß jene biblischen Sprüche unzuverlässig und unwahr sind. Beruht nun die sogenannte Überzeugung des Unglaubens auf solcher gewissen Grundlage? O nein!</p>
<p>Ebenso wie die Unwissenheit der Bibel gegenüber aus dem Widerwillen gegen die Bibel stammt, so entstammt diesem Widerwillen auch die sogenannte Überzeugung. <em>Die Bibel ist das einzige Buch in der Weltliteratur, das nicht den Menschen, sondern Gott ehrt</em>. Alle widerbiblische Bücher machen irgendwie den Menschen zum Helden auf Kosten Gottes. Nur die Bibel tut das nicht. Sie gibt nie dem Geschöpf die Ehre auf Kosten des Schöpfers. Ihr Mittelpunkt ist und bleibt Gott selber. Auch die tüchtigsten Männer und Frauen der Bibel sind nur tüchtig in bezug auf Gott und stehen unter Gott. Mit einzigartiger Rücksichtslosigkeit wird des Menschen Bildnis gezeichnet, und auch die Besten werden preisgegeben und bloßgestellt in ihrer unzulänglichen Menschlichkeit. Menschlichkeit, woanders ein Wort voll hochtönenden Klanges, in der Bibel ein fortlaufend beschämendes Defizit:</p>
<p>„Da ist nicht ein Gerechter, auch nicht einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der Gott suche. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer. Ihr Schlund ist ein offenes Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich, Otterngift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit. Ihre Füße sind schnell, Blut zu vergießen; Verwüstung und Elend sind auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens haben sie nicht erkannt. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen“ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Psalm+14%2C1-3%3B+Psalm+5%2C9%3B+Psalm+140%2C3%3B+Psalm+10%2C7%3B+Jesaja+59%2C7-8%3B+Psalm+36%2C1%3B+R%C3%B6mer+3%2C10-19&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Psalm 14,1-3; Psalm 5,9; Psalm 140,3; Psalm 10,7; Jesaja 59,7-8; Psalm 36,1; Römer 3,10-19</a>).</p>
<p><em>In welch anderem Buch ständen solche Worte?</em> Dazu ist die Bibel auch das heilige Buch der Hebräer; aber enthält es nicht zugleich die Geschichte der Schande des Judenvolkes? <em>Wie ganz anders die heiligen Bücher anderer Völker! </em>Ja, die Bibel verherrlicht weder Menschen noch Völker, nur Gott und dann den Einen und Einzigartigen, den Sohn Gottes, Jesus Christus. Der von oben her ist, ist über allen. Er ist das Licht der Welt, das ewige Wort, in dem alles geschaffen, das Haupt der Menschheit, das sündlose Opferlamm, aus dessen vergossenem Blut Welt und Menschheit lebt. Denn sie liebten die Finsternis mehr als ihn, das Licht, und schlugen den Einen, der Sünde nicht kannte, sondern das Bild Gottes und Urbild des Menschen darstellte, ans Kreuz. Dort höhnte die Gerechtigkeit und schüttelte die Weisheit der Menschen den Kopf. – So enthalten die Evangelien schließlich die Geschichte der Schande der ganzen Menschheit.</p>
<p>Wie könnte es der Mensch vor einem solchen Buch aushalten! Da bleibt nur dreierlei übrig. Entweder der Mensch erkennt aus der Bibel seine und seines Geschlechtes Schande, ändert seinen Sinn, und wird Gott untertan, indem er als ein mühseliger und beladener Bankrotteur sein selbstherrliches Leben hassen und verwerfen und an Jesus, den Christus, den Mittler, den Erlöser aus Sündenschuld und Sündenmacht, glauben lernt. Oder aber, der Mensch bringt das heillose Mißverständnis fertig, sogar die Heilstatsachen der Bibel zu seiner eigenen Verherrlichung in selbstgefälliger, prunkender Religiosität zu mißbrauchen. Beweis: Die Geschichte des sogenannten Christentums. Oder aber das dritte, nämlich der Mensch tritt mit dem Gewicht seiner sogenannten Überzeugung der Bibel entgegen, widerspricht ihr und verwirft sie teilweise oder gänzlich, um sich vor ihrem Urteil zu retten und sich selbst zu behaupten. Hier ist der Tiefpunkt seines Wesens, wo seine bibelfeindlichen Überzeugungen entspringen.</p>
<p>Nicht also verdankt der Mensch seine sogenannte Überzeugung etwaigen wahrhaftigeren Zeugen, die Gott besser kennen, als Henoch, Abraham, David und die Propheten Gott kannten und die Apostel Jesus verstanden, sondern <em>angeborener menschlicher Widerwille gegen deren Zeugnis schafft in erster Linie ihre Überzeugung</em>. Ihre Überzeugung ist gleichbedeutend dem Rettungsversuch menschlicher Ehre, Weisheit und Sicherheit. Es <em>kann</em> nicht so sein, wie es die Bibel sagt! Es ist <em>unannehmbar</em>, was die Bibel sagt! Es <em>muß</em> anders sein! Wir sind davon<em> überzeugt!</em></p>
<p>Und nun erst kommen als zweites die Gründe. Kierkegaard, der unerbittlich denkende dänische Christ, hat recht, wenn er darauf hinweist, daß die Überzeugungen nicht aus den Gründen stammen, sondern die Gründe aus den Überzeugungen. Ich erlebte die Bestätigung dieser Wahrheit vor kurzem in auffälliger Weise gelegentlich in einer Evangelisationsarbeit. Ein Herr sagte mir: „Sie haben mir heute abend neue Gesichtspunkte über Jesus eröffnet. Jetzt werde ich nach Hause gehen und mich in der Rüstkammer moderner Wissenschaft nach Gegengründen umsehen.“ „Tun Sie das“, sagte ich, „aber morgen kommen Sie wieder.“</p>
<p>Am anderen Abend trat mir derselbe Herr mit den Worten entgegen: „Sie haben mir heute abend wieder einige meiner Gegengründe zerschlagen, aber das macht nichts, ich werde mich nach neuen umsehen.“ „Gut“, sagte ich, „tun Sie das, aber kommen Sie wieder.“ Am nächsten Abend hörte ich aus dem Mund desselben Herrn: „Wenn ich dem trauen wollte, was ich eben gehört habe, müßte ich kapitulieren, aber ich werde nicht nachlassen, bis ich die Gegenbeweise gefunden habe.“ Kopfschüttelnd fragte ich: „Aber warum wollen Sie so gegen die erkannte Wahrheit streiten?“ „Ich muß streiten“, rief er da, „sonst geht&#8217;s mir an den Kragen. Wie könnte ich Christ werden, ich bin <em>Schauspieler</em>.“ Ich bin völlig „überzeugt“, daß dieser Herr sehr bald aus „persönlichster, festester, heiligster Überzeugung“ nicht der Bibel glauben kann und im Brustton der Überzeugung gegen sie streiten wird.</p>
<p>Ja, was nennt der Mensch nicht alles seine „Überzeugung“! Überzeugungen werden gewonnen durch das Zusammenwirken von sinnlichen Wahrnehmungen, übernommenen moralischen Anschauungen und den Vernunftschlüssen menschlicher Erkenntnis. In alledem aber mischen sich Urteil und Vorurteil, Schluß und Trugschluß, Lebensanlage und Lebenserfahrung, Temperament und Leidenschaft, Lebensgewohnheit und Lebensinteresse. Deshalb sind die Überzeugungen so bunt, wie das Menschengewimmel ist, und es gibt ihrer so viele, als es Köpfe gibt. Nein, nein, aus diesem Gewimmel ertönt keine Lösung der uralt ewigen Fragen, und hier wartet wirklich nur ein Narr auf Antwort! – Wie oft steckt auch des Menschen Fleiß und Geld in seiner Überzeugung! Sie ist sein sauer erworbener Schatz, nach dem er sich bewertet und bewerten läßt. Sie gibt ihm Gewicht und Ehre, Brot und Lebensstellung. Da werden Überzeugung, Bildung, Standesehre, persönliche Ehre immer mehr gleichbedeutende Begriffe, in denen die Persönlichkeit steht und fällt, wandelt und handelt. Und nun sage ich, in diesem Sinne ist <em>Überzeugung tatsächlich nichts mehr und nichts weniger als die Hochachtung des Menschen vor sich selbst und in letzter Linie Abgötterei, die er treibt mit seinem eigenen Verstand</em>.</p>
<p>Deshalb gibt es auch so viele „wissenschaftliche“ Überzeugungen, die nicht das geringste mit wahrer Wissenschaft zu tun haben. Wissenschaftliche Überzeugung scheint nämlich die vornehmste, ehrenhafteste und stichhaltigste aller Überzeugungen; so ist es zu verstehen, daß sich jeder Bibelfeind auf die Wissenschaft beruft. Und so ist es auch zu verstehen, daß selbst der gewöhnlichste Flachkopf sich gebärdet, als müsse er seinen kostbaren Verstand drangeben, um bibelgläubig zu werden, und nicht wahr, das kann er doch nicht! Seinen kostbaren Verstand – man denke! Mithin kann er aus Überzeugung nicht der Bibel glauben.</p>
<p>Ein junger Mann sagte mir einmal: „Alles, was ich in Ihrem Vortrag gehört habe, hat mir sehr gut gefallen (solche Phrasen hört man ja häufig), aber eins“, fügte er hinzu, „kann ich nicht begreifen. <em>Sie reden ja mit der Luft!“</em> Erstaunt fragte ich ihn, wie er das meine. „Nun, Sie beten ja!“ rief er überlegen (er meinte mein Schlußgebet), „und Beten geht gegen meine Überzeugung!“ Ich fragte ihn darauf, was wohl ein Schwarzer sagen würde, der zum ersten Mal einen Europäer den Fernsprecher benutzen sähe, würde er nicht ausrufen: „Sie reden ja mit der Wand!“? „So wenig nun“, fuhr ich fort, „der Schwarze etwas von den Gesetzen, auf denen die Möglichkeit des Fernsprechverkehrs beruht, versteht, so wenig verstehen Sie etwas von den Gesetzen, auf denen die Möglichkeit des Verkehrs mit Gott beruht.“ Ich weiß nicht, ob jener junge Mann meinen Vergleich begriff; jedenfalls hätte er, um zu begreifen, nicht seinen Verstand aufgeben müssen, sondern nur seine eitle, unverständige Überzeugung, die ihn hinderte, etwas von biblischen Dingen zu verstehen.</p>
<p>So geht es in unzähligen Fällen. Und so gibt es auch eine lange Reihe gangbarer Redensarten, in denen der Gebildete, der aus Überzeugung nicht der Bibel glauben kann, seiner Überzeugung Ausdruck gibt, und auf die man immer wieder stößt. Laßt uns einige derselben betrachten.</p>
<p>Als erste: „<em>Die Bibel ist doch auch nur von Menschen geschrieben!“</em> Gewöhnlich frage ich solche entrüsteten Ausrufer: „Würden Sie wohl der Bibel eher glauben, wenn man es Ihnen schriftlich gäbe, daß sie nicht von Menschen, sondern von Engeln oder gar von Gott selbst geschrieben sei? Nicht wahr, Sie würden dann an der Gültigkeit solcher Dokumente noch mehr zweifeln als jetzt an der Bibel. Also von wem soll denn die Bibel geschrieben sein, daß Sie ihr glauben können? Etwa von Krähenfüßen!? Natürlich ist sie von Menschen geschrieben. Aber es gibt verschiedenerlei Menschen, solche, die etwas von Gott verstehen, weil sie etwas von ihm erlebt haben, und solche, die nichts von ihm verstehen, weil sie bisher, infolge ihrer hohen Weisheit, noch nichts von ihm erlebt haben. Und eben solche Menschen, die außergewöhnlich viel von Gott erlebt haben und so seine unterrichteten und zugerichteten Werkzeuge waren, haben als einzig Sachverständige die Bibel geschrieben. Und wenn auch Sie etwas von Gott verstehen lernen wollen, so ist das erste, hören Sie demütig auf seine wahrhaftigen Zeugen, nämlich auf die Schreiber der Bibel, die mindestens auch so verständige Leute waren, wie Sie verständig sein mögen. Und dann merken Sie noch: göttliche Wahrheiten können nicht durch andere Gründe, sondern in erster und letzter Linie <em>nur durch sich selbst</em> bewiesen werden; denn über sie hinaus gibt es keine Instanz.“</p>
<p>Gewöhnlich ist dann eine weitere Redensart: „<em>Ja, soll denn die Bibel wörtlich von Gott diktiert sein?“</em> – Als ob das die Bibel je behauptete. Jedenfalls kennt sie kein mechanisches Diktieren, vielmehr wirkte Gott durch die ihm ergebenen Männer, in die er seinen Geist und damit die Wahrheit niederlegen konnte, in der lebendigsten und mannigfaltigsten Weise. Da empfing der eine in innerlich oder äußerlich hörbarer Aufforderung den unmittelbaren Auftrag: „Schreibe!“, und er schrieb; was soll da das unzulängliche Wort „mechanisch“! Andere wieder schrieben nieder, dem Zwange des Gottesgeistes gehorchend, was sie in Gesichten gezeigt bekamen, oder was als erlebt, in Erinnerung ihnen vorgeführt wurde, oder was sie von treuen Zeugen gehört hatten. Bei alledem handelt es sich sicherlich nicht zuerst um die mechanische Wortquantität, sondern um die Beweisung des Geistes und der Kraft Gottes.</p>
<p>Daß dabei aber wiederum alles vom rechten wörtlichen Ausdruck abhing, ja tatsächlich die Worte, ja Sätze unmittelbar gegeben sein konnten, welcher halbwegs intuitiv schöpferische Mensch hätte das nicht gradweise erlebt und möchte das ernstlich bezweifeln! Außerdem ist die Gottesoffenbarung in der Bibel eine stufenweise, erzieherische; demgemäß steigert sich auch ihre Reinheit und die Unverlierbarkeit des Ausdrucks, in dem sie gegeben wurde. Ja, Himmel und Erde werden vergehen, aber solche Gottesworte werden bleiben in Ewigkeit, welche äußere Geschichte sie auch durchgemacht haben mögen.</p>
<p>Eine dritte Redensart lautet: „<em>Ich kann aber nicht an die Wunder und den besonderen Offenbarungswert der Bibel glauben!“ </em>Das will sagen, du willst erst dann der Bibel glauben, wenn sie so gescheit geworden ist, wie du selber bist. Gott sei Dank, das wird sie niemals werden! Wüßte uns die Bibel nicht mehr zu berichten als das, was deine und aller gebildeten Leute Überzeugung ist, dann wäre sie allerdings ein leicht verständliches Buch, niemals aber mehr das zeitüberdauernde Buch der Bücher voll Offenbarung unwandelbarer Wahrheit. Ja, in der Tat, wenn mir die Bibel in allen Lebens-, Gottes- und Ewigkeitsfragen nichts Besseres zu antworten wüßte als das, was mir der Herr Schulz und der Herr Müller und der Herr Schmidt und der Herr Meier auf mein Befragen aus dem Schatz ihres gesunden Menschenverstandes und ihrer ehrbaren, gelehrten oder ungelehrten Überzeugung auch sagen können, dann wäre sie allerdings ein unbezweifeltes Buch, aber leider niemals Offenbarung. Wenn du aber einmal der windigen Weisheiten der Herren Müller und Schulze sowie deiner eigenen satt und übersatt geworden sein wirst, wirst du Gott danken lernen für die Wunder und den besonderen Offenbarungswert der Bibel.</p>
<p>Eine fernere Redensart. Sie besteht in dem Ausruf: „<em>Aber berufen sich nicht alle Leute auf die Bibel?!</em> Wozu ist die Bibel nicht schon gebraucht worden! Was ist in ihrem Namen nicht alles geschehen! Ist das nicht der beste Beweis gegen ihren vermeintlichen absoluten Wahrheitsgehalt? Im Gegenteil, mein Freund, diese Tatsache spricht großartig für die Bibel. Der Irrtum an sich ist nämlich in der Welt existenzlos und bedarf zu seiner Lebensfähigkeit der Vermischung mit dem bekannten Körnchen Wahrheit. Und so geschieht es, daß jeder gangbare Irrtum seine Anleihe bei der Bibel machen muß, um sich durch ein Körnlein ihrer Wahrheit die gewünschte Existenz zu sichern. Ja, es ist traurig-interessant, wahrzunehmen, wieviel bibelfeindlicher Irrtum von der Bibel lebt!</p>
<p>Noch eine Redensart laßt uns betrachten. Sie macht ein ungemein wichtiges Gesicht und spricht ernst-besorgt: „<em>Aber die gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft </em>&#8230;!“ Nun, da ist es zunächst wieder traurig-interessant, zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit man die Bibel auf die eine und die Wissenschaft auf die andere Seite stellt. Hier ist das wertvolle „Wissen“, dort der wertlose „Glaube“. Hier sind lauter „gesicherte Ergebnisse“ der wissenschaftlichen Erfahrung, dort „veraltete Dogmen“. Hier strahlt das Licht des modernen Geistes, dort sind kindische Märchengeschichten und Mumpitz. Hier vertraut man blind-gläubig allem, was nur irgend im Namen der Wissenschaft auftritt; dort mißtraut man blind-ungläubig allem, was im Namen der Bibel redet.</p>
<p>Und doch ist es so, wie es jener gläubige Professor mit einem Mann erlebte, der angab, der Bibel nicht glauben zu können, weil sie im Gegensatz zur Wissenschaft stehe. Der Professor bat ihn, näher zu erklären, was er unter der Wissenschaft verstehe, und da zeigte es sich, daß der Mann lauter Hypothesen für Wissenschaft hielt. Diese Hypothesen standen allerdings im Widerspruch zur Bibel, aber nicht steht die Bibel im Widerspruch zu wirklicher Wissenschaft. Treffend sagt der französische Mathematiker, Philosoph und Christ Pascal: „<em>Wissen, was Gott will, ist die einzige Wissenschaft</em>.“ Und gerade diese Wissenschaft enthält die Bibel, die auch lehrt: „Die Furcht Gottes ist der Weisheit Anfang“; und diese Weisheit verbreitet wiederum die Bibel. Indes hat das abgöttische und verkehrte Geschlecht die Dinge gerade auf den Kopf gestellt. Die Ergebnisse seines ach so oft irrenden Willens und Wähnens, das stets im nahen Umkreis mit Finsternis umhüllt ist, nennt der Mensch Wissenschaft, und sich in verwegenem Selbstvertrauen immer weniger vor Gott und Menschen zu fürchten, dünkt ihn heute wieder aller Weisheit Anfang. Versteht man doch heute unter Wissenschaft, besonders der Bibel gegenüber, wesentlich Verneinung.</p>
<p>Je bedachtsamer da jemand den Finger an die Nase legt und unter der Gebärde der objektiven Verständigkeit möglichst viel bezweifelt, bestreitet, leugnet und diesbezügliche Meinungen äußert, aufstellt, behauptet, verteidigt, desto hochmoderner, wissenschaftlicher erscheint er. So macht, sagt wiederum Kierkegaard, „<em>ein Professor viele Professoren</em>“, denn ein Professor macht Meinungen, und das Studium der Meinungen macht wieder Professoren; und eine Übersicht über all diese Meinungen besitzen und die letzteren vermehren helfen, macht sodann den Besitz und Betrieb dieser Pseudowissenschaft aus, die vor Gott nichts ist als Torheit.</p>
<p>So muß also ein Gelehrter <em>dieser</em> Wissenschaft immer anderer Meinung sein, wenn er berühmt und begütert werden will. Daher die vielen sich widersprechenden Meinungen, Richtungen, Schulen und – „gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft“, an die zu glauben wirklich ein großes Maß von Geistlosigkeit gehört. Jedenfalls ist es leichter, den bewährten schlichten Worten der Bibel zu glauben, deren Inhalt auch viel leichter zu beweisen ist, als jenen vielgestaltigen „gesicherten Ergebnissen“. War es doch vor vierzig Jahren „gesichertes Ergebnis“, daß die drei ersten Evangelien unecht seien, und es ist heute wieder nahezu „gesichertes Ergebnis“, daß sie doch zum größten Teil echt sein könnten.</p>
<p>Ähnlich erging es dem Johannesevangelium. Es bedurfte also vierzig Jahre wissenschaftlicher Anstrengungen, um nach allem Kreistanz menschlicher Meinungen eine Sache wieder leidlich so anzusehen, wie sie unbekümmert um all diese Meinungen war und ist und sein wird. Wie bin ich glücklich, diesem närrischen Kreistanz entflohen zu sein, bei dem man die wechselnden Hypothesen schneller verschliß als schlechte Stiefelsohlen! Und wie gerne möchte man auch andere dem Trug solcher wissenschaftlichen Überzeugungen entreißen helfen. Aber mit sogenannten wissenschaftlich-apologetischen Vorträgen ist hier nur wenig getan. Was menschliche Weisheit aufgebaut hat, kann menschliche Weisheit auch wieder abtragen. Da gibt es viel Hin- und Herredens, und darüber stirbt einer in seiner Sünde.</p>
<p><em>Denn logische Gründe machen noch keinen Christen</em>. Nein, sondern es handelt sich um die Revolution des Willens und Gewissens; ist diese geschehen, so folgt die des Wissens von selber. Das Wort Gottes, das Bibel-Wort selber, geredet in Geist und Kraft, ist die Posaune, vor deren Ton das Mauerwerk jeder eitlen Überzeugung fällt. Jesus macht kurzen Prozeß mit der gelehrten Überzeugung des Nikodemus: „<em>Es sei denn, daß jemand von neuem geboren werde, kann er das Reich Gottes nicht sehen!“</em> Das war der Tod für den natürlichen Verstand des Meisters in Israel. Und das gilt auch dir und jedem, der sich für weise hält, und ist nicht durch das Wort und den Geist Gottes wiedergeboren und gelehrt aus Gott. Dir gilt nur ein Rat: Lerne verzweifeln an deinen Zweifeln! Jawohl, einmal muß das so gefürchtete „Opfer des Verstandes“, das ja nur das Opfer deines Unverstandes ist, gebracht werden, damit die Torheit und das Ärgernis des Kreuzes und Opfers von Golgatha über all deine Weisheit und Gerechtigkeit siegen könne, und du den Willen Gottes verstehen lernest und damit endlich <em>wahrhaft verständig</em> werdest. Dann wird dein Wissen im erlösenden Glauben ruhen und dein Glauben ein heiliges Wissen sein.</p>
<p>Eben zu diesem Zwecke betrachten wir jetzt noch den <em>letzten</em> Grund, <em>warum der Gebildete nicht der Bibel glauben kann, nämlich </em><strong>seiner Sünde wegen</strong>. Es ist der tiefgreifendste und verhängnisvollste Grund. Liebknecht, der überzeugungsfeste Sozialist, soll einmal gesagt haben: „Es gibt natürlich keinen Gott, aber wenn es einen gibt, dann sind wir geleimt!“ Das würde auf gut deutsch heißen: „Es ist ja nicht wahr, was die Bibel sagt, und kann auch nicht wahr sein, aber es darf auch nicht wahr sein, denn wäre es wahr, so wären wir geleimt.“ So ist es. Spricht die Unwissenheit dreist: „Es ist nicht wahr!“, behauptet die eitle Überzeugung: „Es <em>kann</em> nicht wahr sein!“, so schreit jetzt das gottfeindliche, schuldige Herz: „Es <em>darf</em> nicht wahr sein! Wehe, wenn es wahr wäre!“</p>
<p>Ja, wehe dir! Höre zu! Du nanntest dich vielleicht „Freidenker“, oder aber du nanntest dich vorsichtshalber nicht so, aber du warst es. Denn Freidenker ist jeder, der sich frei- und losdenken möchte von Gott, frei und los von der Versöhnung mit ihm im Opfer Christi, frei und los von der Verantwortung von ihm am Tage des Gerichtes, frei und los von der Bedeutung des Wortes Gottes, und sich auch dünkt, es zu sein. Wer aber frei denken will, will auch frei handeln. Warum solltest du nicht? Gottes Gebot band dich nicht mehr: du tratest mit Füßen darauf und darüber hinweg. Was band dich denn noch? Nun, ich nehme an, du warst kein Feigling, und es band dich fortan nichts mehr als – deine Überzeugung.</p>
<p>Aber nicht war, wie gut wurdet ihr beide miteinander fertig, <em>du und deine Überzeugung! Ihr paßtet vortrefflich zusammen;</em> keiner hatte euch hineinzureden. Du warst mit deiner Überzeugung ganz dein eigener Herr. Du lebtest nach deinen Plänen, Lüsten und Begierden: es entsprach deiner Überzeugung vom Zweck des Lebens. Du hast Menschen gekränkt, ausgenutzt, belogen und betrogen: es entsprach deiner Überzeugung vom Kampfe ums Dasein und vom zweifelhaften Wert der Wahrheit. Du brachst grob oder fein die Ehe: es entsprach deiner Überzeugung von der freien Liebe. Du warst geizig oder verschwenderisch, ehrgeizig, eitel oder faul: es entsprach deiner Überzeugung vom Werte des Geldes, der Zeit und deiner Persönlichkeit. Du fragtest nicht nach Gott noch Gottes Wort: Es entsprach deiner Überzeugung vom Stande der Wissenschaft.</p>
<p>Du dekoriertest dich gelegentlich ein wenig heuchlerisch mit Religion und religiösen Gebräuchen: Es entsprach deiner Überzeugung von dem notwendigen Tribut an die Dummheit der Menschen. Ja, und zu alledem hattest du noch das große Wort für dich, du habest allezeit nach deiner besten Überzeugung gehandelt und bist fürwahr in deinen Augen ein edler Mensch gewesen. Ja, so edel als jener Herr, der früher ein wenig religiös war, es dann seiner Bildung schuldete, Nietzsche zu studieren, dann es Nietzsche schuldete, à la Nietzsche zu denken und zu handeln, dann seine Familie unglücklich machte und endlich seinem armen Weibe mit heroischer Gebärde kaltblütig versicherte, er habe nichts anderes getan, als nur den Mut gehabt, nach seiner heiligsten Überzeugung zu leben.</p>
<p>Millionen leben so, die als konfessionelle Christen in Staats- und Kirchenbüchern figurieren.</p>
<p>Oder ist es deine tapfere Überzeugung, daß alles eben Gesagte dich durchaus nichts angeht?</p>
<p>O, du weißt es besser! Du weißt bei all deiner überzeugungsfesten Selbstsicherheit von Verfehlungen und dunklen Dingen in deinem Leben, von Sklaverei der Begierde und Leidenschaft, von Sünde und Schuld, Anklage im Gewissen und qualvoll mahnenden Sekunden, und siehe, die Bibel sagt: „Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten, denn was der Mensch säet, das wird er auch ernten.“ Und sie sagt: „Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, und danach das Gericht.“ Und auf Gericht folgt Strafe, von der Jesus sagt: „Wo der Wurm nicht stirbt und die Flamme nicht verlischt.“</p>
<p>Siehe, du verstehst jetzt ganz klar, warum die Bibel nicht wahr sein <em>darf </em>&#8230; Nicht wahr sein <em>darf!</em> Bitte, sage es dir leise während der Geschäfte des Tages und schreie es hinein in das Dunkel deiner wachen Nächte: „<em>Es darf nicht wahr sein, und es ist nicht wahr!“</em> Etwas in dir schreit dennoch lauter: „<em>Und es ist doch wahr und bleibt wahr</em>, und ist auch wahr für dich! Auch du bist ein Abgewichener, ein Untauglicher vor Gott, ein Unverständiger, der Gott nicht suchte und des Ruhmes ermangelt, den er vor ihm haben sollte!“ – Was willst du tun? Du kannst dein Leben aus eigener Kraft nicht ändern. Du hast es tausendfach versucht, tausendfach mißlang dir’s. Du kannst nicht aus deiner Haut fahren. Dein Leben bleibt voll Schuld und Ungenüge, dein Herz voll Angst.</p>
<p>Siehe, einer ist es, der dich aus dir selbst herausheben will und dir helfen kann. Du kennst den <em>Einen</em>. Er ruft die Mühseligen und Beladenen zu sich, die es leid sind, länger noch an sich zu glauben und deshalb an ihn glauben lernen. Und an ihn glauben lernen heißt nicht zwangsweise „Ja“ sagen zu unverstandenen Glaubenssätzen, sondern heißt Jesus erleben, erkennen und ihm angehören. Die ihr Leben hassen und lassen wollen, denen gibt er sein Leben und jede Kraft, ihm nachzufolgen. Die so ihn aufnehmen, die macht er zu wahrhaft Wissenden und gibt ihnen Macht, Söhne Gottes zu werden; Versöhnte mit Gott durch das Opfer seiner Liebe, Freigewordene von der Schuld und Herrschaft der Sünde, Kinder des Lichts und des Tages! <em>Denn es ist wahr, daß er dich liebt und in Liebe für dich starb, damit du durch ihn das ewige Leben haben solltest</em>.</p>
<p>Wirst du diesem Einen deine Unwissenheit, deine Überzeugungen, deine Sünde und dich selbst zu Füßen legen?</p>
<p>Tue es!</p>
<p><em>Und tust du es nicht, so wird deine Unwissenheit erschreckt vor ihm erstaunen am Tage des Gerichts, und deine redselige Überzeugung wird vor ihm verstummen, und deine Sünde wird dich hinbringen an den Ort der Qual, weil du nicht glauben <strong>wolltest</strong> dem Sohne Gottes und seinem ewigen lichten Wort der Wahrheit und des Lebens!</em><br />
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Diese Ansprache wurde aus dem Buch von Fritz Binde „Feuer auf Erden“ (Neuausgabe 2012 Christliches Versandantiquariat Leonberg) entnommen und ist hier mit freundlicher Genehmigung des Verlages abgedruckt. Einige altertümliche sprachliche Wendungen wurden von R. E. behutsam bearbeitet.<br />
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Veröffentlicht auf www.das-wort-der-wahrheit.de   21. 5. 2013</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/warum-kann-der-gebildete-nicht-der-bibel-glauben-fritz-binde/">Fritz Binde: Warum kann der Gebildete nicht der Bibel glauben?</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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