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	<title>Textus Receptus Archive - Das Wort der Wahrheit</title>
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	<description>Biblische AufklÃ¤rung Ã¼ber endzeitliche IrrefÃ¼hrungen</description>
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		<title>Die unbewiesene Unterstellung von â€žFehlernâ€œ im Textus Receptus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 11:25:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Leider Ã¼bernehmen auch die meisten glÃ¤ubigen Verteidiger der Textkritik die einseitig gefÃ¤rbte, ungerechte Sichtweise der Arbeit von Erasmus, die von den unglÃ¤ubigen Textkritikern verbreitet wird. Diese Leute konstruieren aufgrund von vÃ¶llig unzureichenden Beweisen ein verzerrtes Bild von dem schlampigen Herausgeber Erasmus, der offenkundig das ABC seines Handwerks nicht beherrscht und nicht beherzigt habe. Sie [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-unbewiesene-unterstellung-von-fehlern-im-textus-receptus/">Die unbewiesene Unterstellung von â€žFehlernâ€œ im Textus Receptus</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Â </h1>
<p>Leider Ã¼bernehmen auch die meisten glÃ¤ubigen Verteidiger der Textkritik die einseitig gefÃ¤rbte, ungerechte Sichtweise der Arbeit von Erasmus, die von den unglÃ¤ubigen Textkritikern verbreitet wird. Diese Leute konstruieren aufgrund von vÃ¶llig unzureichenden Beweisen ein verzerrtes Bild von dem schlampigen Herausgeber Erasmus, der offenkundig das ABC seines Handwerks nicht beherrscht und nicht beherzigt habe. Sie tun so, als wÃ¼ÃŸte niemand, daÃŸ Erasmus gerade in der Herausgabe von Schriften mit die erste AutoritÃ¤t seiner Zeit war und sicherlich weitaus mehr Erfahrung mitbrachte als seine spÃ¤teren Kritiker. Sie unterstellen Erasmus ohne ausreichende Beweise schwerwiegende VersÃ¤umnisse:</p>
<p>* Erasmus habe einige Setzfehler im Textus Receptus bis zum SchluÃŸ Ã¼bersehen</p>
<p>* Erasmus habe zahlreiche Stellen aus der lateinischen Vulgata ins Griechische Ã¼bersetzt, ohne es anzugeben</p>
<p>* Erasmus habe an bestimmten Stellen einen Text, der in keiner griechischen Handschrift stehe.</p>
<p>Dabei stÃ¼tzen sie sich u. a. auf den wiederentdeckten â€žCodex Maihingenâ€œ und Franz Delitzschs Kritik an der Arbeit von Erasmus. Franz Delitzsch war ein bekannter Theologe des 19. Jh., der lange Jahre konservativ arbeitete, aber spÃ¤ter bibelkritische Auffassungen Ã¼bernahm. Auch er ist kein vertrauenswÃ¼rdiger Zeuge gegen den Textus Receptus, und man darf seine angeblichen â€žgesicherten Forschungsergebnisseâ€œ keinesfalls ungeprÃ¼ft Ã¼bernehmen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
1. Hat Erasmus Fehler Ã¼bersehen?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Alle diese Behauptungen sind nicht wirklich bewiesen oder beweisbar. Dazu fehlen viel zu viele Faktoren im Gesamtbild von Erasmusâ€™ HerausgebertÃ¤tigkeit. Wenn z. B. gesagt wird, der gedruckte Text sei in einigen Punkten von der Vorlage des Codex Maihingen abgewichen, so muÃŸ das keine Schlampigkeit sein, sondern kann auf eine spÃ¤tere schriftliche oder mÃ¼ndliche Korrekturanweisung von Erasmus zurÃ¼ckzufÃ¼hren sein, die nicht mehr erhalten ist.</p>
<p>Wenn ein Texthistoriker in 100 Jahren die Erarbeitung der Schlachter-Revision aufgrund einiger zufÃ¤llig erhalten gebliebener schriftlicher Unterlagen rekonstruieren wollte, dann mÃ¼ÃŸte er zwangslÃ¤ufig auf die kÃ¼hnsten und abwegigsten Behauptungen kommen, weil er die Einzelheiten des Arbeitsprozesses gar nicht mehr zuverlÃ¤ssig nachvollziehen kann!</p>
<p>Wenn Erasmus seinen Text der Offenbarung in der 4. Auflage mit der Complutensischen Polyglotte vergleicht und an mindestens 90 Stellen abÃ¤ndert, dann wÃ¤re es nur normal und gerecht, anzunehmen, daÃŸ er die Ã¼brigen WÃ¶rter bewuÃŸt beibehalten hat, weil er dafÃ¼r Handschriftenzeugnisse hatte, die uns nicht mehr erhalten sind. Es ist willkÃ¼rlich und parteiisch, hier eine NachlÃ¤ssigkeit oder absichtliche Schludrigkeit zu unterstellen. Niemand kann schlÃ¼ssig beweisen, daÃŸ hier â€žSchreibfehlerâ€œ ohne Handschriftengrundlage stehen geblieben sind, denn dazu fehlt uns einfach heute das Faktenmaterial.</p>
<p>DaÃŸ z. B. der erfahrene Philologe Erasmus mit seiner groÃŸen Griechischkenntnis offenkundig falsche Wortformen stehen lieÃŸ, die andere mit Leichtigkeit als solche erkennen kÃ¶nnen, scheint mir eine gewagte Behauptung, die erst einmal klar bewiesen werden muÃŸ. Bestimmte griechische Wortformen, die in den wenigen heute erhaltenen Handschriften der Offenbarung nicht vorkommen, kÃ¶nnen durchaus in Handschriften, die Erasmus vorlagen, gestanden haben. Bestimmte Formen, die es angeblich im Griechischen nicht gibt, kÃ¶nnen von den neutestamentlichen Autoren eigens geprÃ¤gt worden sein (dafÃ¼r gibt es auch andere Beispiele).</p>
<p>DaÃŸ Beza und Stephanus, ihrerseits fÃ¤hige Gelehrte und zudem wahre GlÃ¤ubige, solche â€žFehlerâ€œ stillschweigend oder aus Schlamperei Ã¼bernommen hÃ¤tten, ist noch unglaubwÃ¼rdiger. Stephanus z. B. hat den Text des Erasmus an verschiedenen Stellen verbessert und durchgÃ¤ngig mit anderen Handschriften verglichen. Solche Behauptungen dienen dazu, die Herausgeber des Textus Receptus in ein schlechtes Licht zu stellen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
2. Hat Erasmus mehrere Passagen des NT stillschweigend aus der Vulgata rÃ¼ckÃ¼bersetzt?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ebenso ist es eine unbewiesene Unterstellung, wenn die Kritiker einfach behaupten, Erasmus habe bestimmte Passagen aus der Vulgata Ã¼bersetzt, wenn Erasmus dies nicht ausdrÃ¼cklich angibt. Was gibt ihnen dazu die Berechtigung? Erasmus hat es dort offen zugegeben, wo er es tat. Weshalb ihm dann TÃ¤uschung unterstellen? Allein die Tatsache, daÃŸ seine normale Druckvorlage einen anderen Text hat, kann jedenfalls kein beweis dafÃ¼r sein, daÃŸ eine Stelle aus der Vulgata Ã¼bernommen wurde. Das widersprach ja vÃ¶llig dem Grundanliegen des Erasmus, der die Vulgata ja aufgrund der griechischen TextÃ¼berlieferung in Frage stellte.</p>
<p>Wir mÃ¼ssen davon ausgehen, daÃŸ Erasmus fÃ¼r seine Textentscheidungen noch andere Unterlagen als die Baseler Handschriften hatte, z. B. seine umfangreichen Vorarbeiten fÃ¼r die lateinische Ãœbersetzung mit Lesarten anderer Handschriften; aber auch evt. schriftliche Unterlagen von Freunden, die fÃ¼r ihn Lesarten oder HandschriftenauszÃ¼ge abschrieben, oder sogar geliehene Handschriften, die heute nicht mehr erhalten sind. Jedenfalls ist eine solche Behauptung nicht beweisbar und willkÃ¼rlich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
3. EnthÃ¤lt der Textus Receptus Lesarten, die sich in keiner einzigen griechischen Handschrift finden?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dasselbe gilt fÃ¼r die Behauptung, Erasmus habe viele Lesarten in den Text gebracht, die so in keiner einzigen griechischen Handschrift des NT stehen wÃ¼rden. Das klingt fÃ¼r den Laien beeindruckend und einschÃ¼chternd, aber es ist ein Argument, das nicht sticht!</p>
<p>1. mÃ¼ssen wir davon ausgehen, daÃŸ sowohl Erasmus als auch Stunica, Stephanus und Beza Zugang zu einer ganzen Anzahl griechischer Handschriften hatten, die uns heute nicht mehr zugÃ¤nglich sind. In den vergangenen 3 &#8211BC²C  Jahren sind ja unvermeidlich eine ganze Anzahl von Handschriften durch Kriegseinwirkung, VernachlÃ¤ssigung usw. untergegangen oder vielleicht auch nur verschollen, die damals verfÃ¼gbar waren.</p>
<p>Es kann daher nicht davon ausgegangen werden, daÃŸ alle damals verwendeten Handschriften heute auch noch vorhanden und bekannt sind. Also kann man heute gar nicht mit Bestimmtheit sagen: â€žDiese Lesart findet sich nicht in der griechischen TextÃ¼berlieferungâ€œ oder â€žErasmus muÃŸ diese Lesart aus der Vulgata Ã¼bernommen habenâ€œ. Die unbekannte GrÃ¶ÃŸe der heute nicht mehr zugÃ¤nglichen Handschriften macht jede solche Behauptung zu einer bloÃŸen Vermutung.</p>
<p>2. mÃ¼ssen wir aber auch daran erinnern, daÃŸ die etwa 5 000 heute noch existierenden Handschriften des Mehrheitstextes zum allergrÃ¶ÃŸten Teil noch gar nicht wissenschaftlich erschlossen sind. Von den meisten Handschriften des Mehrheitstextes weiÃŸ man also gar nicht mit Bestimmtheit, welche Lesart sie z. B. in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+8%2C37&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 8,37</a> haben, weil sich kein Textforscher die MÃ¼he gemacht hat, diese nach offiziellem Gelehrtenurteil fÃ¼r die Textkritik unwichtigen Handschriften genau durchzuarbeiten. Sie wurden nur nach einigen Stichproben als â€žbyzantinischâ€œ eingestuft und dann beiseitegelegt. Aus diesem Grund kann heute gar niemand mit Bestimmtheit behaupten, daÃŸ eine Textus-Receptus-Lesart â€žsich in keiner einzigen griechischen Handschrift findetâ€œ, wie dies oft getan wird.</p>
<p>Wenn die Textus-Receptus-Gegner wahrheitsgetreu argumentierten, dann mÃ¼ÃŸten sie sagen: â€žDiese Lesart findet sich in keiner einzigen von der Textkritik ausgewerteten Handschrift, die uns durch den Apparat einer kritischen Textausgabe zugÃ¤nglich ist. Allerdings sind die meisten Handschriftenzeugen an dieser Stelle noch nicht erforscht worden, und wir kÃ¶nnen nur hoffen, daÃŸ die von uns angefÃ¼hrten Zitate in den kritischen Apparaten stimmen, denn natÃ¼rlich konnten wir uns nicht selbst davon Ã¼berzeugen, daÃŸ die Handschriftenexperten in jedem Fall die Handschrift richtig entziffert haben.â€œ</p>
<p>Es ist nicht auszuschlieÃŸen, daÃŸ, wenn die Masse der Handschriften des Mehrheitstextes einmal wirklich erfaÃŸt wird, manche heute von den Kritikern verdammten Textus-Receptus-Stellen â€žohne griechische Handschriftenbezeugungâ€œ von vielen, vielleicht sogar von der Mehrheit aller erhalten gebliebenen Handschriften bezeugt wird. Auf jeden Fall sollte jeder Textkritiker fairerweise zugeben, daÃŸ er bei unvollstÃ¤ndiger Erforschung des Beweismaterials eine solche selbstsichere Unterstellung gegen den Textus Receptus nicht aussprechen darf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
4. War Erasmus bei der Herausgabe des Textus Receptus nachlÃ¤ssig?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir mÃ¼ssen bei der Frage, wie korrekt Erasmus gearbeitet hat, ganz â€žsachlich-wissenschaftlichâ€œ argumentiert, auch bedenken, daÃŸ die Ausgabe des NT fÃ¼r Erasmus eine seiner wichtigsten Werke war. Erasmus war sich der Bedeutung dieses Werkes wohl bewuÃŸt, und er hatte schon aus seinem Gelehrtenehrgeiz heraus gewiÃŸ alles getan, um in dieser Ausgabe sorgfÃ¤ltig zu arbeiten. Er wuÃŸte auch, daÃŸ sie von hunderten seiner Freunde und Gegner sorgsamst durchgelesen werden wÃ¼rde, wobei die Gegner alles tun wÃ¼rden, um ihn damit in MiÃŸkredit zu bringen.</p>
<p>Wir mÃ¼ssen also schon menschlich davon ausgehen, daÃŸ Erasmus einen starken Anreiz hatte, an dieser Ausgabe gewissenhaft weiterzuarbeiten, alles nach 1516 erreichbare Handschriftenmaterial zu verwerten und seinen Text hieb- und stichfest abzusichern. TatsÃ¤chlich hat er jede seiner 5 Auflagen des Textus Receptus durchgesehen und an bestimmten Stellen verbessert.</p>
<p>Den kÃ¼hn konstruierten Anklagen gegen Erasmus ist nur deshalb kaum widersprochen worden, weil kaum ein akademischer Gelehrter ein Interesse daran hat, die tatsÃ¤chlichen UmstÃ¤nde der erasmischen NT-Ausgabe aufzuklÃ¤ren. Wenn es irgendwelche Gelehrte z. B. unternommen hÃ¤tten, zu behaupten, daÃŸ Luthers 95 Thesen in Wirklichkeit von Staupitz stammten und von Luther aus Ehrsucht im eigenen Namen verÃ¶ffentlicht worden wÃ¤ren, oder daÃŸ Calvin seine Institutiones heimlich von einem katholischen Theologieprofessor abgeschrieben habe, dann gÃ¤be es einen Sturm in der Fachliteratur; es wÃ¼rden klare Beweise verlangt, viele Forscher wÃ¼rden Luther und Calvin verteidigen und die Argumente der Kritiker bis ins kleinste untersuchen und widerlegen. Aber wer ist daran interessiert, die Beweislage im â€žFall Erasmusâ€œ genau zu sichten und die vorgebrachte Kritik auf ihre Richtigkeit zu prÃ¼fen?</p>
<p>Aus dem Gesichtspunkt des Glaubens an die Bewahrung Gottes Ã¼ber dem Ã¼berlieferten Bibeltext her gesehen dÃ¼rfen wir sagen: Wir glauben, daÃŸ Erasmus bei allen menschlichen SchwÃ¤chen und Unvollkommenheiten so gelenkt wurde, daÃŸ er eventuelle anfÃ¤ngliche Fehler in den spÃ¤teren Ausgaben des Textus Receptus korrigierte. Wir weisen die unbewiesenen und unbeweisbaren Unterstellungen der Textkritiker zurÃ¼ck, die behaupten, im Textus Receptus seien Fehler enthalten, die nie korrigiert worden seien.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
5. Stellen im Textus Receptus, die nur von wenigen Handschriften bezeugt sind</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Von manchen Kritikern des Textus Receptus wird ihm auch vorgeworfen, daÃŸ er an einigen Stellen Lesarten bezeugt, die nur von sehr wenigen heute erhalten gebliebenen griechischen Handschriften unterstÃ¼tzt werden. Dieser Einwand kommt eher von solchen GlÃ¤ubigen, die den sogenannten â€žMehrheitstextâ€œ fÃ¼r den besten Text des NT halten; die klassischen BefÃ¼rworter der Textkritik, die ja viele ihrer Nestle-Aland-Lesarten auf sehr wenige alte Textzeugen stÃ¼tzen, kÃ¶nnen eigentlich die geringe Zahl von Textzeugen schlecht als Argument gegen den Textus Receptus anfÃ¼hren. Sie greifen dann eher den Umstand an, daÃŸ es sich Ã¼berwiegend um spÃ¤tere Textzeugen handelt, denen sie unterstellen, sie seien unzuverlÃ¤ssig und unbrauchbar.</p>
<p>Hier wird also der Umstand angegriffen, daÃŸ der Textus Receptus, der zu ca. 98% mit der MehrheitstextÃ¼berlieferung Ã¼bereinstimmt, an bestimmten Punkten auch von ihr abweicht. Ist das nicht ein stichhaltiges Argument? MÃ¼ÃŸte nicht der bewahrte Text Ã¼berall von der Mehrheit der Handschriften bezeugt sein? Hier mÃ¼ssen wir aber, wenn wir uns schon auf dem Boden â€žwissenschaftlicherâ€œ Argumente bewegen, einmal einige â€žempirischeâ€œ Ãœberlegungen einflieÃŸen lassen.</p>
<p>Wir haben oben schon erwÃ¤hnt, daÃŸ die heute erhalten gebliebenen Ã¼ber 5.000 Handschriften des NT nur einen kleinen Ausschnitt aus der Gesamtzahl aller jemals existierenden Handschriften darstellen. Die weitaus grÃ¶ÃŸte Zahl der jemals erstellten NT-Handschriften ist durch Abnutzung, Verfolgungen, Klimaeinwirkungen u. a. untergegangen. Wir liegen sicher nicht zu hoch, wenn wir von einer Gesamtzahl von 50.000 bis zu 100.000 NT-Handschriften ausgehen.</p>
<p>Damit ist uns also heute nur ein Rest von hÃ¶chstens etwa 10 % des gesamten Handschriftenbestandes zugÃ¤nglich. 90 Prozent sind untergegangen und stehen nicht mehr fÃ¼r die Erforschung des Textes zur VerfÃ¼gung. Wenn also eine Lesart des Textus Receptus sich nur in 2 heute erhalten gebliebenen byzantinischen Handschriften findet, dann ist sie zwar im Hinblick auf den heute erhaltenen Handschriftenrest eine â€žMinderheitenlesartâ€œ, aber es wÃ¤re durchaus denkbar, daÃŸ sie in der Mehrheit aller je existierenden byzantinischen Handschriften stand. Zumindest kÃ¶nnte sie im 1. bis 4. Jh. in den zahlreichen bewahrten, vom Urtext abgeleiteten Mehrheitstext-Handschriften gestanden haben.</p>
<p>Vielfach wird auch fÃ¼r diese â€žMinderheitenlesartenâ€œ des Textus Receptus der Einwand angefÃ¼hrt, daÃŸ sie sich z. T. mit der â€žVulgataâ€œ, der katholischen BibelÃ¼bersetzung aus dem 4. Jh., decken. Ganz nÃ¼chtern muÃŸ man dazu als Ã¼berzeugter Gegner der katholischen Kirche festhalten: Die Vulgata ist ein ernstzunehmender indirekter Textzeuge fÃ¼r einen wichtigen Teil der HandschriftenÃ¼berlieferung zu diesem Zeitpunkt. Es gibt keinen Grund, die Aussage von Hieronymus anzuzweifeln, daÃŸ er fÃ¼r diese Ãœbersetzung viele alte griechische Handschriften herangezogen hat. Es gibt keinen Anhaltspunkt dafÃ¼r, daÃŸ Hieronymus willkÃ¼rlich Worte und SÃ¤tze in seine Ãœbersetzung brachte, die er nicht in damaligen griechischen Handschriften vorfand.</p>
<p>Nach dem Zeugnis sowohl von Hills als auch von Aland liegen der Vulgata im wesentlichen Handschriften des byzantinischen Mehrheitstextes zugrunde. Nur an bestimmten Stellen wurden alexandrinische und andere falsche Lesarten hineingebracht. Deshalb kann man nicht sagen, daÃŸ eine Lesart schon deshalb falsch sei, weil sie in der Vulgata vorkommt. Man muÃŸ also in der Vulgata zwischen den Stellen unterscheiden, wo sie den Ã¼berlieferten Text bezeugt, und denen, wo hÃ¤retische und andere Verderbnisse hineingekommen sind.</p>
<p>Wenn also Erasmus an einigen wenigen Stellen eine Lesart aufweist, die nach dem heutigen Stand wenig oder keine erhalten gebliebene (!) griechische Handschriftenbezeugung aufweist, aber von der Vulgata unterstÃ¼tzt wird, so kann man daraus nicht ableiten, daÃŸ diese Lesart nicht ursprÃ¼nglich gewesen sein kann. Sie kann zur Zeit des Erasmus sehr wohl einige griechische HandschriftenunterstÃ¼tzung gehabt haben. Erasmus kann z. B. diese Lesart in einer Handschrift auf einer seiner vielen Reisen gefunden und aufgeschrieben haben und sich 1516 aufgrund seiner frÃ¼heren Aufzeichnungen fÃ¼r sie entschieden haben.</p>
<p>Diese Lesart kann durchaus in der getreuen byzantinischen TextÃ¼berlieferung des 1.-4. Jh. verankert gewesen sein und spÃ¤ter aus dem einen oder anderen Grund herausgefallen sein. Solche ausnahmsweisen AusfÃ¤lle kÃ¶nnen wir nicht vÃ¶llig ausschlieÃŸen; Gott hat dafÃ¼r gesorgt, daÃŸ solche Stellen im TR wiederhergestellt wurden. Bei fast allen angegebenen Minderheiten-Lesarten mit wenig erhalten gebliebener Handschriftenbezeugung finden wir eine zusÃ¤tzliche Bezeugung in alten Ãœbersetzungen und/oder â€žKirchenvÃ¤terâ€œ-Zitaten, die zumindest zeigen, daÃŸ die Lesarten frÃ¼h verbreitet waren und nicht reine Erfindungen oder spÃ¤te EinfÃ¼gungen sind.</p>
<p>Es ist absolut nicht beweisbar, daÃŸ im Textus Receptus Lesarten stehen, die im 16. Jh. keine den Herausgebern zugÃ¤ngliche griechische Handschriftenbezeugung hatten. Das mag an einigen Stellen fÃ¼r die ersten Auflagen von Erasmus gegolten haben, aber dort, wo diese Stellen spÃ¤ter beibehalten wurden, dÃ¼rfen wir davon ausgehen, daÃŸ dies auf griechische Handschriftenbezeugung hin geschah.</p>
<p>Es war ja der Grundsatz der Ausgabe des Textus Receptus, daÃŸ die griechische und nicht die lateinische Ãœberlieferung den zuverlÃ¤ssigen Text des NT enthalten hat. Erasmus hat ja das Comma Johanneum auch nur auf das Zeugnis mindestens einer griechischen Handschrift in den Textus Receptus gebracht; wieso sollte er an anderen Stellen von diesem Grundsatz abgewichen sein?</p>
<p>Wir dÃ¼rfen davon ausgehen, daÃŸ der ganze Textus Receptus auf dem Zeugnis zuverlÃ¤ssiger griechischer Handschriften beruht, auch wenn dies heute nicht mehr ohne weiteres nachweisbar ist. Das Gegenteil ist ebensowenig beweisbar! Wenn die Textkritiker an solchen Stellen Erasmus und seinen Nachfolgern WillkÃ¼r und Manipulation des griechischen Texts vorwerfen, so haben sie dafÃ¼r keinerlei wirkliche Beweise, sondern stÃ¼tzen sich nur auf gefÃ¤rbte Vermutungen und RÃ¼ckschlÃ¼sse von einer vÃ¶llig unzureichenden Faktenbasis.</p>
<p>Vom Standpunkt des Glaubens an Gottes Bewahrung in der TextÃ¼berlieferung her kÃ¶nnen wir zu Erasmus sagen: Gott hat zwar erkennbar den bewahrten Text des NT durch die byzantinische Mehrheitstexthandschriften Ã¼ber die Jahrhunderte zwischen dem 1. und dem 16. Jh. Ã¼berliefert. Das gilt fÃ¼r die grundsÃ¤tzliche Textgestalt und fÃ¼r die Freiheit von alexandrinischen Verderbnissen. Damit ist aber nicht gesagt, daÃŸ Gott sich verpflichtet habe, alle richtigen Urtextlesarten nur durch die jeweilige Mehrheit der byzantinischen Handschriften zu Ã¼berliefern oder dafÃ¼r zu sorgen, daÃŸ diese richtigen Lesarten im 20. Jh. in der Mehrheit der erhalten gebliebenen Handschriften noch sichtbar sein mÃ¼ssen.</p>
<p>Das Vorhandensein von mehreren widersprechenden Lesarten innerhalb des Mehrheitstextes beweist, daÃŸ eine vÃ¶llig mechanische hundertprozentige Textbewahrung durch alle byzantinischen Handschriften nicht im Plan Gottes war. Gott kann in Seiner SouverÃ¤nitÃ¤t auch bestimmte Lesarten so Ã¼berliefern, daÃŸ sie nur noch in wenigen im 16. Jh. vorhandenen Handschriften enthalten waren und wir sie heute vielleicht tatsÃ¤chlich nur noch in der Vulgata bezeugt finden.</p>
<p>Gott paÃŸt sich nicht dem zweifelnden Menschenverstand an, sondern handelt so, daÃŸ die Menschenweisheit dabei zunichte wird und nur die Glaubenden, die geistlich beurteilen, erkennen kÃ¶nnen, was ihnen von Gott gegeben ist. Wir glauben, daÃŸ Gott Erasmus und die anderen Herausgeber des Textus Receptus so geleitet hat, daÃŸ sie die richtigen, dem Urtext entsprechenden Lesarten einfÃ¼gten, auch dort, wo sie vielleicht in den meisten damals und heute bekannten Mehrheitstext-Handschriften fehlten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
6. Gibt es â€žFehlerâ€œ im Textus Receptus, die korrigiert werden mÃ¼ÃŸten?</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Immer wieder wird der Vorwurf laut, bestimmte Passagen in Textus-Receptus-Bibeln seien eindeutig spÃ¤tere ZusÃ¤tze, aus der Vulgata Ã¼bernommen oder als Glossen (Randbemerkungen) versehentlich von unaufmerksamen Abschreibern in den Text gebracht worden; sie seien also â€žFehlerâ€œ, die â€žkorrigiertâ€œ werden mÃ¼ÃŸten. Wir haben weiter oben schon auf die grundsÃ¤tzlichen Gesichtspunkte hingewiesen, die uns leiten, die Unterstellung solcher â€žFehlerâ€œ zurÃ¼ckzuweisen. Hier sollen noch einige Ã¶fters ins Spiel gebrachte Stellen beispielhaft beleuchtet werden.</p>
<h4>
a) Das Comma Johanneum</h4>
<p>Das Comma Johanneum (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+5%2C7-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 5,7-8</a>) ist wohl die am meisten umkÃ¤mpfte Stelle in der ganzen Textus-Receptus-Ãœberlieferung, umso mehr, als sie erst zu einem spÃ¤teren Zeitpunkt, in Erasmusâ€™ 3. Auflage 1522, in den Text aufgenommen wurde. Sie wurde ab da von allen Receptus-Ausgaben bezeugt und erscheint auch in allen grÃ¶ÃŸeren Receptus-BibelÃ¼bersetzungen bis auf die frÃ¼hen deutschsprachigen, die von einer frÃ¼heren Auflage des Erasmus-Textes gemacht worden waren. (In spÃ¤teren Ausgaben der Luther- und ZÃ¼rcher-Bibel ist es eingefÃ¼gt worden.)</p>
<p>Hat Gott es also zugelassen, daÃŸ die ganze evangelische Christenheit der drei Jahrhunderte nach der Reformation einen Satz in ihren Bibeln hatte, der gefÃ¤lscht ist? Ich meine: Nein! FÃ¼r das Comma Johanneum gilt genauso, was wir oben grundsÃ¤tzlich gesagt haben: Die heutigen Ã¼briggebliebenen etwa 10 Prozent aller Handschriften sind allein keine solide Beweisgrundlage, um die Echtheit dieser Stelle zu bestreiten.</p>
<p>Die ErwÃ¤hnungen der Kirchenschriftsteller ab dem 4. Jh. weisen darauf hin, daÃŸ das Comma Johanneum bereits im 4. Jh. in Bibelhandschriften existiert haben muÃŸ, und wenn es damals als echt anerkannt wurde, muÃŸte diese Stelle eigentlich auch schon lÃ¤nger in der HandschriftenÃ¼berlieferung existiert haben.</p>
<p>Wenn Hieronymus etwa 390 n. Chr. in seiner Vorrede zu den kanonischen Briefen diese Stelle als Bestandteil des 1. Johannesbriefs bestÃ¤tigt hat und darÃ¼ber geschrieben hat, daÃŸ einige Ãœbersetzer diese Stelle verfÃ¤lschen, dann muÃŸ sie schon lÃ¤nger vorher in griechischen Handschriften existiert haben, es sei denn, man wÃ¼rde Hieronymus eine bewuÃŸte FÃ¤lschung unterstellen â€“ aber wer wÃ¼rde die anerkennen, wenn die Bibelleser diese Stelle das erste Mal in der Vulgata gelesen hÃ¤tten? Sie existiert auch in Handschriften der Altlateinischen Ãœbersetzung, die in ihren UrsprÃ¼ngen bis ins 2. Jh. zurÃ¼ckgeht. Es gibt auch Hinweise, daÃŸ Handschriften der ebenfalls sehr alten Syrischen Peschitta den Vers haben.</p>
<p>Das erhalten gebliebene griechische Handschriftenzeugnis fÃ¼r das Comma besteht nach den Angaben der Textkritik aus 4 Handschriften, wo die Stelle im Text steht, und 5 Handschriften, wo es als Korrektur in der Randspalte zu finden ist. DaÃŸ das Comma in allen diesen Handschriften â€žsekundÃ¤r aus dem Lateinischen importiertâ€œ wurde, ist eine von den unbewiesenen Behauptungen der Textkritik, die leider von manchen GlÃ¤ubigen voll Ã¼bernommen wird â€“ ohne daÃŸ sie selbst ihren Wahrheitsgehalt eingehend nachgeprÃ¼ft hÃ¤tten.</p>
<p>Angesichts der parteiischen Haltung der Textkritik mÃ¼ÃŸte die Beweislage gerade bei dieser Passage dringend neu geprÃ¼ft werden, bevor man voreilige RÃ¼ckschlÃ¼sse zieht. Erstens mÃ¼ÃŸte der ganze Mehrheitstext-Bestand von unabhÃ¤ngigen Forschern noch einmal grÃ¼ndlich gesichtet werden, ob es nicht noch andere griechische Handschriften mit dem Comma gibt. Zweitens mÃ¼ÃŸte die Altersdatierung der Handschriften Ã¼berprÃ¼ft werden (sie kann durchaus um 100 Jahre oder mehr schwanken, und das wÃ¤re in diesem Fall nicht unwichtig!).</p>
<p>Ebenso kann man auch die Behauptung der Textkritik, die Complutensische Polyglotte habe das Comma aus der Vulgata rÃ¼ckÃ¼bersetzt, nicht einfach fÃ¼r bare MÃ¼nze nehmen. Wo sind stichhaltige Beweise dafÃ¼r? Der Text der Complutensis spiegelt ansonsten mehrere uns heute unbekannte byzantinische Handschriften wieder. Weshalb nicht auch an dieser Stelle?</p>
<p>Die BefÃ¼rworter des Textus Receptus wie Hills fÃ¼hren auch ein Argument aus der griechischen Grammatik an, nach dem der Satz nicht mehr grammatikalisch korrekt zusammenpaÃŸt, wenn die himmlischen Zeugen ausgelassen werden. Das mÃ¶chte ich als Nicht-Griechischexperte nur erwÃ¤hnen.</p>
<p>Was die Auslegung der Stelle angeht, sind viele bibeltreue Kommentatoren frÃ¼herer Jahrhunderte, z. B. Matthew Henry und Matthew Poole, der Ãœberzeugung, daÃŸ die Passage nicht nur eine sinnvolle, wichtige Aussage enthÃ¤lt, sondern der ganze Abschnitt ohne sie keinen so guten Sinn gibt.</p>
<p>Auch wenn das hohe Alter dieser Lesart bezeugt ist, muÃŸ gesagt werden, daÃŸ das in unserer Zeit verfÃ¼gbare Textzeugnis fÃ¼r dies Passage nicht sehr stark ist, auch aufgrund der z. T. unterschiedlichen Reihenfolge der SÃ¤tze (manche Handschriften stellen die Zeugen im Himmel nach denen auf Erden) und anderer Variationen. Auf jeden Fall scheint hier eine schwerwiegende StÃ¶rung in der TextÃ¼berlieferung vorgekommen zu sein. Aber all das ist kein entscheidender Beweis gegen die Echtheit der Passage.</p>
<p>FÃ¼r den Standpunkt des Glaubens ist entscheidend, daÃŸ das Comma Johanneum durch Gottes Vorsehung in den Textus Receptus aufgenommen wurde in einer Phase, wo anfÃ¤ngliche Unsicherheiten des Textes berichtigt wurden, und daÃŸ es im ausgereiften Stadium des Textus Receptus ab Stephanus 1550 einen festen, unbestrittenen Platz darin hatte, ebenso in allen wichtigen reformatorischen Bibeln (wenn auch bei Luther und ZÃ¼rcher mit etwas VerspÃ¤tung). Wir dÃ¼rfen deshalb im Glauben annehmen, daÃŸ es echt ist, auch wenn es nur wenig heute erhalten gebliebene Beweise dafÃ¼r gibt.</p>
<h4>
b) Der Text der Offenbarung</h4>
<p>Besonderes Gewicht legen die Kritiker des Textus Receptus auf den Text der Offenbarung. Hier sei die Textgrundlage des Erasmus besonders schlecht gewesen; die Offenbarung sei voller Fehler und spÃ¤ter ZusÃ¤tze bzw. VerÃ¤nderungen des ursprÃ¼nglichen Textes.</p>
<p>Noch einmal grundsÃ¤tzlich: Diese Behauptungen kÃ¶nnen die Kritiker nicht stichhaltig beweisen. Es sind Vermutungen, deren Beweisgrundlage trotz der oft sehr sicher wirkenden Ausdrucksweise ausgesprochen brÃ¼chig und wackelig ist. Denn weder sind m. W. alle vorhandenen Handschriften der Offenbarung bis ins einzelne kollationiert worden (H. Hoskiers Arbeit, wenn sie damals vollstÃ¤ndig war, stammt immerhin auch schon aus dem Jahr 1929), noch erlaubt der relativ geringe erhaltene Handschriftenbestand bei diesem Buch so schnelle und bestimmte SchluÃŸfolgerungen â€“ weit weniger noch als bei anderen BÃ¼chern, wo die Basis des Mehrheitstexts etwa das Zehnfache an Handschriften betrÃ¤gt.</p>
<p>DaÃŸ der Text der Offenbarung, den der Textus Receptus bietet, ein â€žschlechter Textâ€œ sei, ist ein parteiisches Werturteil ohne sichere Grundlage. Haben wir etwa den Urtext der Offenbarung vorliegen? Wie kann man dann zu dem Urteil kommen, der Textus Receptus biete hier einen â€žsehr schlechten Textâ€œ? Doch nur, indem man sein subjektives Bild vom â€žrichtigen, gutenâ€œ Text der Offenbarung als MaÃŸstab nimmt. Und worauf beruht dieses Bild? Auf den parteiischen Regeln und Forschungen der Textkritik! Selbst wenn es auf jahrzehntelangem intensivem Studium beruhen wÃ¼rde, wÃ¤re das immer noch keine sichere Grundlage, um den Textus Receptus so pauschal abzuwerten.</p>
<p>Nur als Gegenakzent ein Zitat des wirklichen Textforschers Herman Hoskier, der in jahrelanger Arbeit mehr als 200 Handschriften der Offenbarung untersucht hat: â€žIch darf feststellen: Wenn Erasmus danach gestrebt hÃ¤tte, einen Text auf die grÃ¶ÃŸte Anzahl von in der Welt existierenden Handschriften eines Typs zu grÃ¼nden, dann hÃ¤tte er das gar nicht besser machen kÃ¶nnen, denn die von ihm gewÃ¤hlte Handschriftenfamilie nimmt den ersten Platz ein, was die tatsÃ¤chliche Anzahl betrifft, da diese Familie Ã¼ber 20 HSS umfaÃŸt, neben den mit ihnen verbÃ¼ndeten [Textzeugen].â€œ Und an anderer Stelle sagt Hoskier: â€žDas dÃ¼rfte der richtige Platz sein, hervorzuheben, warum der Textus Receptus der Apokalypse an sich gut ist [is intrinsically good].â€œ</p>
<p>Auch hier gilt: Die Herausgeber des Textus Receptus wie auch der Complutensis kÃ¶nnen Ã¼ber weitere, uns heute nicht mehr erhalten gebliebene griechische Textzeugen verfÃ¼gt haben, die die von Kritikern heute angegriffenen Lesarten bezeugt haben. Es wÃ¤re vÃ¶llig unerklÃ¤rlich, weshalb Erasmus, der doch seinen Text der Offenbarung grÃ¼ndlich mit dem der Complutensis abgeglichen und an 90 Stellen geÃ¤ndert hat, die beanstandeten Stellen nicht auch geÃ¤ndert hÃ¤tte, wenn es dafÃ¼r nicht gute, in griechischem Handschriftenzeugnis bestehende GrÃ¼nde gegeben hÃ¤tte. Davon gehen wir bis zum schlÃ¼ssigen, abgesicherten Beweis des Gegenteils aus. DaÃŸ dieser Beweis von der Textkritik nicht erbracht werden kann, mÃ¶chte ich an einigen ausgewÃ¤hlten Beispielen aus der Offenbarung zeigen.</p>
<h4>
c) Die rÃ¼ckÃ¼bersetzten letzten Verse der Offenbarung</h4>
<p>Fast alle Textus-Receptus-Gegner betonen besonders die rÃ¼ckÃ¼bersetzten Verse im letzten Teil der Offenbarung. Erasmus hat diese RÃ¼ckÃ¼bersetzung aus einer Notsituation heraus angefertigt und darÃ¼ber offen Rechenschaft abgelegt. Sobald es mÃ¶glich war, hat er diese RÃ¼ckÃ¼bersetzung geprÃ¼ft und korrigiert, zumindesten an der Complutensischen Polyglotte, vielleicht und vermutlich auch an weiterem Handschriftenmaterial.</p>
<p>Hier ist fÃ¼r uns vor allem der Vorwurf wichtig, Erasmus habe einen Teil seiner â€žFehlerâ€œ nie korrigiert, ebensowenig alle nach ihm kommenden Herausgeber, so daÃŸ heute noch im Textus Receptus â€žoffensichtlich gefÃ¤lschte Lesartenâ€œ stÃ¼nden, die von den Textus-Receptus-BefÃ¼rwortern stillschweigend geduldet und heruntergespielt werden.</p>
<p>Hier wÃ¤re sicherlich eine genauere Untersuchung von unvoreingenommener Seite sehr wÃ¼nschenswert. Alle â€žBeweiseâ€œ der Kritiker stÃ¼tzen sich auf Untersuchungen voreingenommener Gegner des TR, die die Fakten zu ihren Gunsten deuten und vermutlich manches in einem einseitigen Licht darstellen.</p>
<p>Wenn Erasmus nachweislich den SchluÃŸ der Offenbarung Ã¼berprÃ¼ft und an einigen Stellen Fehler korrigiert hat, dann kann man nicht einfach behaupten, er habe die anderen Stellen aus Versehen oder Bequemlichkeit stehen gelassen. Man muÃŸ bis zum Beweis des Gegenteils davon ausgehen, daÃŸ Erasmus (und Stephanus und Beza nach ihm) dafÃ¼r gute GrÃ¼nde hatte, diese Worte nicht zu korrigieren, nÃ¤mlich Handschriftenbezeugung, die uns heute nicht mehr zugÃ¤nglich ist. Wenn manche Worte des TR scheinbar in den heute erfaÃŸten Handschriften so nicht vorkommen, heiÃŸt das noch nicht, daÃŸ sie automatisch Fehler sind!</p>
<p>Wie erklÃ¤ren sich die Kritiker, daÃŸ auch Stephanus und Beza, die doch beide den Textus Receptus noch mehrmals grÃ¼ndlich durchgearbeitet und an einigen Stellen auch korrigiert haben, diese angeblich â€žoffensichtlichen Fehlerâ€œ nicht berichtigt haben? Waren sie alle Schlamper? Oder hatten sie ihre GrÃ¼nde, diese Worte im Text zu belassen?</p>
<p>Wir gehen bis zum Beweis des Gegenteils davon aus, daÃŸ diese Worte in alten Handschriften gefunden wurden und deshalb unverÃ¤ndert geblieben sind. Laut Hills nimmt der Textforscher Hoskier an, daÃŸ Erasmus in den letzten Versen der Offenbarung dem Codex 141 gefolgt ist â€“ demnach mÃ¼ÃŸte es doch griechische Handschriftenbezeugung geben. (Zu <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+22%2C19-20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 22,19-20</a> siehe unten.)</p>
<h4>
d) Angeblich â€žlehrmÃ¤ÃŸig falscheâ€œ Stellen in der Offenbarung</h4>
<p>Eine der schwerwiegendsten VorwÃ¼rfe, die vor allem aus den Reihen der â€žBrÃ¼derbewegungâ€œ gegen den Textus Receptus laut geworden sind, ist der der geistlich-lehrmÃ¤ÃŸigen UnzuverlÃ¤ssigkeit und VerfÃ¤lschung. Das wird damit in Zusammenhang gebracht, daÃŸ manche Textus-Receptus-Lesarten von der Ablehnung der Reformatoren wie der katholischen Kirche gegenÃ¼ber dem â€žMillenialismusâ€œ (der Lehre vom TausendjÃ¤hrigen Reich) geprÃ¤gt seien.</p>
<p>Gerade in der â€žBrÃ¼derbewegungâ€œ sind immer wieder textkritisch â€žbereinigteâ€œ, â€žverbesserteâ€œ Texte zur Grundlage der Lehre gemacht worden, besonders auch in der Offenbarung. Wenn man aber â€“ auch vom Standpunkt der â€žBrÃ¼derlehreâ€œ aus â€“ die beanstandeten Textstellen sich nÃ¼chtern ansieht, dann ist es schwierig, festzustellen, worin denn nun die â€žVerdunkelungâ€œ des prophetischen Wortes bestehen soll.</p>
<p>Viele beanstandete Varianten des Textus Receptus sind inhaltlich und lehrmÃ¤ÃŸig nicht von grÃ¶ÃŸerer Bedeutung; sie Ã¤ndern den Sinn, schon gar den lehrmÃ¤ÃŸigen Sinn des Textes nicht. Wenn in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+1%2C11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 1,11</a> â€ždie in Asien sindâ€œ eingefÃ¼gt wird â€“ was verdunkelt das? Ob die Macht der Rosse in ihrem Maul oder auch in ihren SchwÃ¤nzen liegt (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+9%2C19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 9,19</a>) â€“ ist das lehrmÃ¤ÃŸig so bedeutsam?</p>
<p>Auf einige wirklich inhaltlich bedeutsame Stellen will ich aber eingehen und zeigen, daÃŸ hier gar nichts â€žverdunkeltâ€œ wird, sondern diese Stellen im Licht der biblischen Lehre vÃ¶llig klar und gesund sind:</p>
<p><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+2%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 2,20</a> (<em>Ich habe ein weniges gegen dich</em>): Das Sendschreiben richtet sich unmittelbar an den Engel oder Boten der Gemeinde, und dieser war dem Herrn im wesentlichen treu, wie V. 19 zeigt: <strong>â€žIch kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein Ausharren und deine Werke, und [ich weiÃŸ], daÃŸ die letzten mehr sind als die ersten.</strong>â€œ</p>
<p>Dieses Lob ist ganz parallel zu dem fÃ¼r den Engel der Gemeinde in Pergamus. Bei beiden heiÃŸt es dann:<strong> â€žAber ich habe ein weniges gegen dichâ€œ</strong> â€“ und der Tadel ist auch im Grunde ganz Ã¤hnlich ausgerichtet. Beide waren persÃ¶nlich fÃ¼r das bÃ¶se Treiben der Irrlehrer nicht verantwortlich, aber sie duldeten es und schritten nicht energisch dagegen ein. Wenn das â€žein wenigesâ€œ hier verharmlosend sein sollte, dann mÃ¼ÃŸte das sinngemÃ¤ÃŸ auch fÃ¼r Pergamus gelten; dort aber ist das â€žein wenigesâ€œ unbestritten.</p>
<p><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+5%2C10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 5,10</a> (<em>und hast uns zu KÃ¶nigen und Priestern gemacht fÃ¼r unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden</em>): â€žZu einem KÃ¶nigreichâ€œ oder â€žKÃ¶nigtumâ€œ (<em>basileian</em>) (NA und MT) paÃŸt hier vom Sinn und Inhalt deutlich weniger als â€žzu KÃ¶nigenâ€œ. In der Lesart des Textus Receptus ist diese Stelle eine wÃ¶rtliche Wiederholung der Aussage von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+1%2C6&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 1,6</a> und stimmt harmonisch mit ihr Ã¼berein. Wenn das â€žunsâ€œ gestrichen wird, wird die Aussage unpersÃ¶nlich und unklar.</p>
<p>Durch die falsche Nicht-TR-Lesart wird verdunkelt, wer die 24 Ã„ltesten eigentlich sind, und es sind einige Auslegungsprobleme deshalb entstanden. AuÃŸerdem haben der Mehrheitstext und auch Sinaiticus das <em>hÃ¨mas</em> (uns) in V. 9, wo es NA nur auf das Zeugnis von Cod. A hin auslÃ¤ÃŸt; wenn es in V. 10 ausfiele, wÃ¤re der Sinnzusammenhang gebrochen. Diese Stelle weist m. E. Zeichen eines willkÃ¼rlichen Eingriffs auf, durch den das â€žunsâ€œ in V. 10 gelÃ¶scht wurde. Der Textus Receptus zeigt, daÃŸ die 24 Ã„ltesten die Vertreter der durch Christus ErlÃ¶sten sind, und daÃŸ sie den anbeten, der sie persÃ¶nlich und nicht irgendwen mit Seinem Blut erkauft hat! Die AbÃ¤nderung des â€žunsâ€œ ist ein schwerwiegender lehrmÃ¤ÃŸiger und geistlicher Verlust in allen Nicht-Textus-Receptus-Bibeln.</p>
<p><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+22%2C19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 22,19</a> (<em>seinen Teil vom Buch des Lebens</em>): Moorman gibt hier immerhin 3 Kursiv-HS an, die die Stelle so bezeugen (eine davon hat die Lesart in der Randspalte) sowie die arabische Ãœbersetzungen, auÃŸerdem alte â€žKirchenvÃ¤terâ€œ-Bezeugung ab dem 4. Jh.</p>
<p>Auch hier gibt es von der Lehre der Schrift her keinen Grund, den Textus Receptus anzugreifen. Rein lehrmÃ¤ÃŸig passen beide Lesarten in den Kontext.<em> â€žBaum des Lebensâ€œ</em> bezieht sich auf V. 14 (den ich prophetisch eher auf den jÃ¼dischen Ãœberrest beziehen wÃ¼rde; die Gemeinde scheint mir hier gar nicht im Blick zu sein). <em>â€žBuch des Lebensâ€œ</em> aber hat einen klaren Bezug zu dem im AT fÃ¼r Israel bezeugten Gericht des AusgelÃ¶schtwerdens aus dem Buch des Lebens (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+69%2C28%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 69,28:</a><strong> â€žTilge sie aus dem Buch des Lebens! Sie sollen nicht eingeschrieben sein mit den Gerechten!â€œ</strong>; vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Mo+32%2C32-33%3B+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Mo 32,32-33; </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Dan+12%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Dan 12,1</a>).</p>
<p>Das Buch des Lebens wird ja in der Offenbarung mehrfach erwÃ¤hnt: <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+3%2C5%3B+13%2C8%3B+17%2C8%3B+21%2C27&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 3,5; 13,8; 17,8; 21,27</a>. In <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+3%2C5&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 3,5</a> finden wir einen direkten Bezug zu unserer Stelle, wenn der Herr Jesus sagt: <strong>â€žWer Ã¼berwindet, der wird mit weiÃŸen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslÃ¶schen aus dem Buch des Lebens (&#8230;)â€œ</strong>.</p>
<p>Es wird uns nicht geoffenbart, wie dies genau zu verstehen ist, vor allem nicht, wer in dieses Buch unter welchen Bedingungen eingeschrieben wird. Aber letzten Endes lÃ¤uft die Aussage in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+22%2C19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 22,19</a> bei beiden Lesarten auf Verdammnis hinaus und betrifft aus meiner Sicht nicht wiedergeborene Irrlehrer, die bewuÃŸt etwas wegtun bzw. hinzufÃ¼gen zu den Worten dieses Buches.</p>
<p>â€žBuch des Lebensâ€œ paÃŸt insofern besser in den unmittelbaren Textzusammenhang, als damit ein anspielender Kontrast entsteht, den wir in der Bibel Ã¶fters finden: <strong>â€žwenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebensâ€œ</strong>.</p>
<p>Ich denke, diese kurzen AusfÃ¼hrungen zeigen, daÃŸ der Textus Receptus keineswegs die prophetischen Aussagen der Schrift im Buch der Offenbarung entstellt; im Gegenteil, er gibt mehr Licht und Klarheit im Text als die anderen Textfassungen.</p>
<p>Auch an anderen Stellen im NT lÃ¤ÃŸt sich zeigen, daÃŸ der Textus Receptus durchgÃ¤ngig der klarste, lehrmÃ¤ÃŸig vÃ¶llig gesunde Text ist. Er mag nicht immer mit liebgewordenen Theorien oder Auslegungstraditionen derer Ã¼bereinstimmen, die ihn frÃ¼hzeitig verworfen haben und ihre Deutungen auf textkritischen Lesarten aufgebaut haben. Aber mit der Lehre der Schrift selbst ist er in vÃ¶lliger Harmonie, ganz im Gegensatz zu seinen alexandrinischen Gegenspielern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
7. SchluÃŸbemerkungen</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>Diese Stellungnahme ist nicht in der Absicht geschrieben worden, eine Polemik Ã¼ber den Textus Receptus vom Zaun zu brechen. Die besonnenen BefÃ¼rworter des Textus Receptus im deutschsprachigen Raum kÃ¶nnen nicht mit den sektiererischen und vÃ¶llig Ã¼berzogen argumentierenden â€žKing-James-Onlyâ€œ-Leuten wie Ruckman oder Riplinger in einen Topf geworfen werden. Sie wissen sich vielmehr verbunden mit zahlreichen nÃ¼chternen, geistlich gesinnten Verteidigern des TR und der KJV, die es besonders unter den UnabhÃ¤ngigen Baptisten in den USA gibt.</p>
<p>Die Auseinandersetzung Ã¼ber die Frage des richtigen Grundtextes unter bibeltreuen GlÃ¤ubigen sollte besonnen, geistlich und unter Respektierung anderer Ãœberzeugungen gefÃ¼hrt werden. Das gilt fÃ¼r beide Seiten. GewiÃŸ gibt es manche GlÃ¤ubige, die den Textus Receptus mit ungeistlichen Mitteln vertreten, die alle textkritischen Bibeln als â€žokkultâ€œ bezeichnen oder andersdenkende Geschwister unsachlich angreifen. Auf der anderen Seite kommt es auch zu massiven Angriffen von BefÃ¼rwortern des Nestle-Aland-Textes gegenÃ¼ber Verteidigern des Textus Receptus, die mit Polemik, unbewiesenen Unterstellungen und unbiblischen Ausgrenzungen (z. T. unter Berufung auf <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6mer+16%2C17-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶mer 16,17-18</a>) arbeiten.</p>
<p>Die Vertreter beider Standpunkte haben hier eine Verantwortung vor Gott, damit es nicht zu einem zerstÃ¶rerischen Glaubenskrieg Ã¼ber Grundtextfragen kommt. Es sollte mÃ¶glich sein, daÃŸ GlÃ¤ubige verschiedener Ãœberzeugung geistlich in einer Gemeinde oder sonst im Reich Gottes zusammenarbeiten kÃ¶nnen, ohne daÃŸ es zu Diffamierungen und Trennungen kommt. Dabei sind auch die Ã¶rtlichen Hirten herausgefordert, weise und geistlich mit auftretenden Spannungen umzugehen und gegebenenfalls unreifen, unausgewogenen AnhÃ¤ngern der einen oder anderen Seite zu helfen, richtig mit diesen Fragen umzugehen.</p>
<p>Die Ãœberzeugung, daÃŸ der Textus Receptus der bewahrte, zuverlÃ¤ssige Text des NT ist, wird seit Jahrhunderten von vielen bibeltreuen GlÃ¤ubigen geteilt. Sie stellt einen achtbaren (und keineswegs â€žsektiererischenâ€œ) konservativen Standpunkt in der Bibelfrage dar, und wenn sich nach einer Zeit des Vordringens textkritischer Ãœberzeugungen nun vielleicht wieder vermehrt diese Auffassung verbreitet, so sollte das von anders gesinnten GlÃ¤ubigen respektiert werden.</p>
<p>Letztlich muÃŸ jeder GlÃ¤ubige sich hier vor Gott GewiÃŸheit Ã¼ber seinen Standpunkt schenken lassen. Die Schriften des Verfassers dieser Zeilen haben das Ziel, dazu geistliche Argumente zu liefern und den Ã¼berlieferten Text gegen die Angriffe der modernen Textkritik zu verteidigen. Wir stehen fÃ¼r diesen Text nicht aus Fanatismus oder Unwissenheit ein, wie manche uns unterstellen wollen, sondern aus mehreren wohlÃ¼berlegten geistlichen GrÃ¼nden:</p>
<p>** Wir glauben, daÃŸ Gott Ã¼ber der Ãœberlieferung seines Wortes gewacht hat und dafÃ¼r gesorgt hat, daÃŸ die GlÃ¤ubigen am Wendepunkt der Reformation, als Gott Sein kostbares Wort ganz neu unter die VÃ¶lker sandte, einen zuverlÃ¤ssigen Text bekommen haben. Die gÃ¶ttliche Bewahrung des Wortes ist fÃ¼r uns die notwendige und logische Fortsetzung der gÃ¶ttlichen Inspiration.</p>
<p>** Dieser Text ist unter geistlichen Gesichtspunkten betrachtet, der zuverlÃ¤ssige, von Gott bewahrte, weil er Christus verherrlicht und Seine Gottheit und Sein ErlÃ¶sungswerk so darstellt, wie es dem Gesamtzeugnis der Schrift entspricht. Er ist im Gegensatz zu den alexandrinischen Texten harmonisch und lehrmÃ¤ÃŸig gesund, und das ist fÃ¼r uns ein Kennzeichen der Inspiration.</p>
<p>** Dieser Text hat von der Ãœberlieferung her das solide Fundament des byzantinischen Mehrheitstextes, der nicht nur 90 Prozent aller Textzeugen vereinigt, sondern aus dem Kerngebiet der apostolischen Christenheit stammt. Er war in seinem Kernbestand lÃ¼ckenlos seit der Apostelzeit bezeugt. Auch an den wenigen Stellen, die heute nur wenig Handschriftenbezeugung haben, zeigen andere Dokumente (z.B. Kirchenschriftsteller), daÃŸ diese Textformen schon frÃ¼h bezeugt sind.</p>
<p>** Dieser Text wurde bestÃ¤tigt durch das Zeugnis Gottes und die einmÃ¼tige Annahme aller treuer GlÃ¤ubiger weltweit wÃ¤hrend mehr als dreihundert Jahren Evangelisation und Erweckung. Er wurde in Frage gestellt im Zeitalter der Bibelkritik und des Glaubensabfalls, nach dem Motto der Schlange â€žSollte Gott gesagt haben?â€œ. Wir haben angesichts der wachsenden endzeitlichen VerfÃ¼hrungen gerade auch in der Bibelfrage allen Grund, an ihm bewuÃŸt festzuhalten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <strong>Gottes bewahrtes Wort</strong>.</p>
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<p>
<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gottes-bewahrtes-wort-warum-wir-den-textus-receptus-als-grundtext-des-neuen-testaments-annehmen-duerfen/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
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<p>&nbsp;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-unbewiesene-unterstellung-von-fehlern-im-textus-receptus/">Die unbewiesene Unterstellung von â€žFehlernâ€œ im Textus Receptus</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine Verteidigung des Textus Receptus gegen unbegrÃ¼ndete VorwÃ¼rfe seiner Kritiker</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/eine-verteidigung-des-textus-receptus-gegen-unbegruendete-vorwuerfe-seiner-kritiker/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 11:16:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://das-wort-der-wahrheit.de/?p=1489</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#160; Gegen die Aussage derjenigen bibeltreuen Christen, die im Textus Receptus den von Gott bewahrten Bibeltext des NT sehen, ist immer wieder ins Feld gefÃ¼hrt worden, daÃŸ dieser Text ja offensichtliche Fehler sowie Lesarten ohne irgendwelche griechische Handschriftenbezeugung aufweise und deshalb gar kein bewahrter Text sein kÃ¶nne. Auch Erasmus wird immer wieder angegriffen und so [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/eine-verteidigung-des-textus-receptus-gegen-unbegruendete-vorwuerfe-seiner-kritiker/">Eine Verteidigung des Textus Receptus gegen unbegrÃ¼ndete VorwÃ¼rfe seiner Kritiker</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Gegen die Aussage derjenigen bibeltreuen Christen, die im Textus Receptus den von Gott bewahrten Bibeltext des NT sehen, ist immer wieder ins Feld gefÃ¼hrt worden, daÃŸ dieser Text ja offensichtliche Fehler sowie Lesarten ohne irgendwelche griechische Handschriftenbezeugung aufweise und deshalb gar kein bewahrter Text sein kÃ¶nne. Auch Erasmus wird immer wieder angegriffen und so dargestellt, als kÃ¶nne er unmÃ¶glich den zuverlÃ¤ssigen neutestamentlichen Text herausgebracht haben.</p>
<p>Diese Angriffe auf die ZuverlÃ¤ssigkeit des Textus Receptus sind schon recht alt und stammen aus dem Arsenal der Textkritik selbst, die mit ihrer Hilfe den Ã¼berlieferten Text in MiÃŸkredit brachte. Dennoch werden sie auch von vielen GlÃ¤ubigen ins Feld gefÃ¼hrt, die den kritischen Text fÃ¼r zuverlÃ¤ssig halten, und manche GlÃ¤ubige werden durch sie verunsichert und haben deshalb Schwierigkeiten, dem Textus Receptus zu vertrauen. Deshalb verlangen sie eine geistlich begrÃ¼ndete Widerlegung und Beantwortung, und das soll im folgenden versucht werden.</p>
<p>Dabei muÃŸ gesagt werden, daÃŸ in manchen Punkten ein genaueres Studium der Geschichte und der Einzelheiten des Textus Receptus wÃ¼nschenswert wÃ¤re, das dem Verfasser aber aus ZeitgrÃ¼nden nicht mÃ¶glich ist. Es kÃ¶nnten sicherlich noch weitaus mehr und genauer belegte Argumente zur Verteidigung des Textus Receptus angefÃ¼hrt werden.</p>
<p>ZunÃ¤chst einmal sollten einige grundsÃ¤tzliche Fragen geklÃ¤rt werden, damit wir zu einem richtigen VerstÃ¤ndnis des Textus Receptus kommen.</p>
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<p>1. Der Textus Receptus ist ein von Gott bewahrter, zuverlÃ¤ssiger Text, aber seine Ãœberlieferung kann nicht mit der Inspiration des Urtextes gleichgesetzt werden. Der Urtext der Heiligen Schrift ist Wort fÃ¼r Wort von Gott durch Seinen Geist eingegeben und vÃ¶llig ohne menschlichen Irrtum, ohne Beimischung von Fehlern. Die Ãœberlieferung dieses inspirierten Textes hat Gott jedoch nicht in Form eines Ã¼bernatÃ¼rlichen Vorganges bewirkt, so als wÃ¤re der Urtext irgendwo mit unauslÃ¶schlichen Goldbuchstaben in einen Felsen eingegraben, wo ihn jeder noch nach Jahrhunderten sehen und mit seinen Abschriften vergleichen kÃ¶nnte. Gott hat diesen Urtext auch nicht auf demselben unmittelbaren Weg Erasmus von neuem eingegeben, wie Er ihn Johannes oder Paulus eingegeben hatte.</p>
<p>Gott wÃ¤hlte den Weg, den Urtext durch getreue Abschriften, die von Menschen erstellt wurden, weiterzugeben. Es gefiel Ihm, den getreuen, zuverlÃ¤ssigen Text durch die wiedergeborenen GlÃ¤ubigen zu bewahren, die Er durch Seinen Geist dazu leitete (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,14</a>), den wahren Text anzunehmen und den falschen zu verwerfen. Deshalb hat der ProzeÃŸ der gÃ¶ttlichen Bewahrung immer auch eine menschliche Seite, und deshalb ist er in seinem fÃ¼r uns Menschen sichtbaren Aspekt auch nicht frei von einzelnen Fehlern bzw. Unterschieden in der Textbezeugung zwischen verschiedenen Handschriften oder Textausgaben.</p>
<p>Das gilt fÃ¼r die von Gott bewahrte Ãœberlieferung des traditionellen byzantinischen Textes: Wir finden dort eine bewundernswerte und ungewÃ¶hnlich genaue Ãœbereinstimmung der Tausende verschiedener Handschriften in ca. 95% des Textes; dennoch gibt es auch einige Stellen, wo die Handschriften unterschiedliche Textformen bezeugen, von denen nur eine ursprÃ¼nglich gewesen sein kann.</p>
<p>Dasselbe gilt fÃ¼r den Textus Receptus. Er erschien in mehreren aufeinanderfolgenden Ausgaben, von denen jede gewisse (Ã¤uÃŸerst geringfÃ¼gige) Abweichungen von der anderen aufwies. Die erste Auflage enthielt eine grÃ¶ÃŸere Zahl von Druckfehlern, die in der 2. Auflage korrigiert wurden. Ab der dritten Auflage wurde das Comma Johanneum eingefÃ¼gt. Die Herausgabe des erasmischen Textes durch Stephanus und Beza brachte auch geringfÃ¼gige VerÃ¤nderungen mit sich, so daÃŸ der Textus Receptus den Text des NT mit 99,99% Genauigkeit und Sicherheit Ã¼berliefert; dennoch gibt es einige Stellen, an denen z.B. ein BibelÃ¼bersetzer entscheiden muÃŸ, welcher der verschiedenen Auflagen des Textus Receptus er folgen will.</p>
<p>BibelÃ¼bersetzer, die dem Textus Receptus folgen, gehen in der Regel von der Auflage Stephanus 1550 bzw. Beza/Elzevir 1598/1633 aus, da der Text in dieser Gestalt ausgereift vorliegt. Zwischen diesen Auflagen gibt es insgesamt 115 Variationen, von reinen Schreibweisen abgesehen. Davon sind 40 so geringfÃ¼gig, daÃŸ sie fÃ¼r eine Ãœbersetzung keine Rolle spielen. 60 beinhalten zwar Bedeutungsunterschiede, jedoch ohne Gewicht fÃ¼r den Sinn der Gesamtaussage. Lediglich 15 Unterschiede sind von einer gewissen geistlichen bzw. inhaltlichen Bedeutung. Dazu gehÃ¶rt etwa <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+12%2C11%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶m 12,11,</a> wo Stephanus und Luther haben: â€žSchicket euch in die Zeitâ€œ [w. Dient der Zeit = kairo], wÃ¤hrend Beza/Elzevir mit den meisten Textus-Receptus-Bibeln haben: â€žDient dem Herrnâ€œ [= kyrio].</p>
<p>Wenn man bedenkt, daÃŸ die Zahl der Variationen zwischen verschiedenen textkritischen Ausgaben oder auch Handschriften manchmal in die Tausende geht, kann man sagen: Gottes Bewahrung hat den menschlichen Faktor in der Ãœberlieferung des wahren Textes auf ein Minimum begrenzt. Dennoch ist diese Bewahrung nicht mit einer 100% eindeutigen Ã¼bernatÃ¼rlichen Ãœberlieferung gleichzusetzen. Die vÃ¶llige Festlegung der Textus-Receptus-Ãœberlieferung auf einen 100% verbindlichen Text ist nur mÃ¶glich, wenn man, was vom Glaubensstandpunkt aus durchaus logisch und legitim ist, die Textentscheidungen der weitaus bekanntesten und verbreitetsten Textus-Receptus-Bibel zum Vorbild nimmt, die der King James Version. Deren Text ist in der Ausgabe der Trinitarian Bible Society zugÃ¤nglich.</p>
<p>Dieser Punkt ist wichtig zu verstehen, weil einige Gegner des Textus Receptus den BefÃ¼rwortern unterstellen, sie wÃ¼rden den Textus Receptus fÃ¼r einen â€žinspiriertenâ€œ Text halten, der ja dann â€žunfehlbarâ€œ sein mÃ¼sse, und daÃŸ das Auftreten von geringfÃ¼gigen Fehlern oder Unterschieden in der Ãœberlieferung den Textus Receptus bereits als von Gott bewahrten Text disqualifiziere. Gottes Bewahrung hat im AT wie im NT fÃ¼r einen zuverlÃ¤ssigen, feststehenden, klaren Text gesorgt, aber das schlieÃŸt nicht aus, daÃŸ Gott in beiden FÃ¤llen ein gewisses menschliches Element zugelassen hat, das sich in geringfÃ¼gigen Unsicherheiten im Bereich von 0,01% oder weniger des Textes Ã¤uÃŸert.</p>
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<p>2. Der Textus Receptus hat also nach Gottes weiser FÃ¼hrung eine menschliche Seite, die ihn fÃ¼r den Menschenverstand zur Torheit macht und seinen Wert nur dem Auge des Glaubenden enthÃ¼llt. Weit davon entfernt, ihn deshalb als wertlos zu verwerfen, darf der Glaubende darÃ¼ber nachsinnen, weshalb Gott dies in Seiner Allmacht und Weisheit so gefÃ¼hrt hat. Es wÃ¤re ja fÃ¼r den AllerhÃ¶chsten ohne weiteres mÃ¶glich gewesen, Seiner Gemeinde den Text Seines Wortes 100% rein vom Himmel her zu offenbaren, so daÃŸ keinerlei Unsicherheit mÃ¶glich gewesen wÃ¤re.</p>
<p>Wir werden diesen Punkt weiter unten noch einmal aufgreifen, aber soviel sollten wir hier festhalten: Gott hat Seine guten GrÃ¼nde gehabt, und diese zielen sicherlich vor allem darauf, den hochmÃ¼tigen Menschenverstand zu demÃ¼tigen und auf die Probe zu stellen. Angesichts der menschlichen â€žSchwachpunkteâ€œ im Textus Receptus nimmt die rationalistische Menschenweisheit AnstoÃŸ an diesem Text und behandelt ihn verÃ¤chtlich, als Torheit. Sie strebt weg von diesem gegebenen Text, um sich aus der Flut von Lesarten in den Handschriften ihren eigenen Text nach GutdÃ¼nken auszuwÃ¤hlen.</p>
<p>Dagegen darf der Glaube trotz dieser â€žSchwachpunkteâ€œ Gottes bewahrende Hand in diesem Text sehen und die â€žSchwierigkeitenâ€œ auf eine geistliche, demÃ¼tig auf den Herrn hÃ¶rende Art und Weise zu lÃ¶sen suchen. So sollte es mit den â€žschwierigen Stellenâ€œ im hebrÃ¤ischen Masoretischen Text geschehen, die unglÃ¤ubige und glÃ¤ubige Textkritiker zu eigenmÃ¤chtigen â€žVerbesserungenâ€œ im Ã¼berlieferten Text verleitet haben. So sollte es auch mit den wenigen Stellen geschehen, an denen der griechische Textus Receptus vom rein menschlich-verstandesmÃ¤ÃŸigen Standpunkt aus gesehen, auf schwachen FÃ¼ÃŸen zu stehen scheint.</p>
<p>Diese Stellen sind von Gott zugelassen, weil es so sein Wille ist: â€žIch will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der VerstÃ¤ndigen will ich verwerfenâ€œ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+1%2C19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 1,19</a>). Gott will das nehmen, was in den Augen der Welt tÃ¶richt, schwach und unedel ist, und damit das Weise, Starke und Edle der Welt zuschanden zu machen. Gott gefÃ¤llt es, dem demÃ¼tig Glaubenden das zu offenbaren und zu schenken, was dem hochmÃ¼tigen Menschenverstand verÃ¤chtlich und verwerfenswert erscheint.</p>
<p>Wenn wir diesen geistlichen Grundsatz, der uns in den ersten beiden Kapiteln des 1. Korintherbriefes so deutlich vor Augen gefÃ¼hrt wird, nicht betend bedenken und selbst allen intellektuellen Hochmut, allen VerstandesdÃ¼nkel und alle VernunftschlÃ¼sse in den Tod geben, sie kreuzigen samt allen unseren LÃ¼sten und Begierden nach akademischem Ansehen und Reputation vor der Welt, dann werden wir an der von Gott bewahrten TextÃ¼berlieferung vorbeigehen und Beraubung und Schaden erleiden.</p>
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<h2>1. Einige Fakten zur Entstehung des Textus Receptus</h2>
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<h4>a) Die Complutensische Polyglotte (1514/22)</h4>
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<p>Anfang des 16. Jh., am unmittelbaren Vorabend der Reformation, kam es zum ersten Mal zu konkreten Bestrebungen, den Text des griechischen Neuen Testaments in einer gedruckten Ausgabe zu verÃ¶ffentlichen. Den Anfang machte der spanische katholische Kardinal Ximenez mit einem monumentalen Werk, der sogenannten Complutensischen Polyglotte (d.h. der in AlcalÃ¡ [= lat. Complutium] erschienenen mehrsprachigen Bibelausgabe).</p>
<p>Diese aufwendig gestaltete Ausgabe wurde aufgrund einer ganzen Reihe griechischer Handschriften und unter der Mithilfe zahlreicher Gelehrter der UniversitÃ¤t von AlcalÃ¡ unter FÃ¼hrung von Stunica zusammengestellt. Interessanterweise bezeugt sie ebenfalls im wesentlichen den byzantinischen Mehrheitstext und geht an vielen Stellen mit dem Textus Receptus konform. Sie enthÃ¤lt das Comma Johanneum.</p>
<p>Obwohl der neutestamentliche Band V schon 1514 gedruckt wurde (das AT erschien spÃ¤ter), konnte er wegen der zurÃ¼ckgehaltenen pÃ¤pstlichen Druckerlaubnis erst 1522 verbreitet werden. Geistlich gesehen ist deutlich, daÃŸ es nicht Gottes Plan entsprach, diese ganz im SchoÃŸ der katholischen Kirche entstandene gelehrte Ausgabe zur Grundlage der reformatorischen Bibeln zu machen. Sie war mit einer Auflage von 600 Exemplaren ohnenhin nur der Kirchenhierarchie und einigen wenigen reichen Privatgelehrten zugÃ¤nglich.</p>
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b) Die Pionierausgabe des Ã¼berlieferten Textes von Erasmus (1516/1535)</h4>
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<p>1516 erschien, in etwa 10 Monaten vorbereitet, die erste auch wirklich verbreitete Ausgabe des griechischen Neuen Testaments, herausgegeben von dem Gelehrten Erasmus (siehe kurze Lebensschilderung unten), gedruckt in 1.200 Exemplaren von dem bekannten Drucker Johann Froben in Basel. Grundlage waren unmittelbar einige Handschriften aus der byzantinischen TextÃ¼berlieferung, die Erasmus in Basel zur VerfÃ¼gung standen.</p>
<p>Diese Ausgabe ist unter ziemlichem Zeitdruck entstanden und wies daher einige Druckfehler auf. Dennoch beruht sie auf den jahrelangen Vorarbeiten des Erasmus, und die einseitig negative Darstellung vieler BefÃ¼rworter der Textkritik verkennt die enorme Pionierleistung dieses Werkes â€“ und auch seine geistliche Bedeutung angesichts der Tatsache, daÃŸ knapp eineinhalb Jahre nach seinem Erscheinen die Reformation beginnen sollte. Gott hatte seine Hand auch Ã¼ber dieser Erstausgabe.</p>
<p>Die zweite Auflage des griechischen Textes von Erasmus erschien im Jahr 1519 in 2.100 Exemplaren. In dieser Ausgabe, die Luther sehr wahrscheinlich fÃ¼r die Ãœbersetzung seines Neuen Testaments in Deutsch 1522 benutzte, hatte Erasmus die Druckfehler aus der ersten Auflage korrigiert und auch einige andere Korrekturen vorgenommen. In die dritte Auflage von 1522 wurde dann das Comma Johanneum aufgenommen. In der 4. Auflage von 1527 gab es noch einmal einige Korrekturen, u. a. am Text der Offenbarung; Erasmus hatte hierbei die Complutensische Polyglotte mit berÃ¼cksichtigt. Die letzte Auflage zu seinen Lebzeiten erschien 1535.</p>
<p>Die Herausgabe des NT durch Erasmus ist ein Ereignis von einschneidender und gewaltiger geistlicher Bedeutung fÃ¼r die ganze Reformation. Zuvor war auch fÃ¼r die wahren GlÃ¤ubigen, die sich gegen die katholische Kirche aufbÃ¤umten, nur der Bibeltext der Vulgata verfÃ¼gbar gewesen. Noch Wycliff hatte seine segensreiche Ãœbersetzung der Bibel ins Englische nach der Vulgata machen mÃ¼ssen. Nun waren die Voraussetzungen fÃ¼r eine wirklich zuverlÃ¤ssige, auf dem von Gott bewahrten Grundtext in den Ursprachen HebrÃ¤isch und Griechisch beruhende BibelÃ¼bersetzung gegeben.</p>
<p>Ohne die Ausgabe des Erasmus wÃ¤re weder die Lutherbibel noch die etwas spÃ¤ter erschienene ZÃ¼rcher Bibel (Froschauer-Bibel 1536; NT zuerst 1524) denkbar gewesen; auch Tyndales Ãœbersetzung des NT von 1526 (die fÃ¼r die spÃ¤tere King James Version grundlegend war) beruht auf diesem Text.</p>
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c) Die ausgereiften Ausgaben des Textus Receptus von Stephanus, Beza und Elzevir</h4>
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<p>Das Werk von Erasmus fand rasch weite Verbreitung in ganz Europa und fÃ¼hrte auch zu einigen Nachdrucken. FÃ¼r die inzwischen sich entwickelnde Reformation und die reformatorischen BibelÃ¼bersetzungen war es von groÃŸer Bedeutung, daÃŸ ein erfahrener Drucker und kundiger Herausgeber von Bibeltexten, der glÃ¤ubige Franzose Robert Estienne (1503-1559), durch Gottes FÃ¼gung fÃ¼r die weitere Betreuung des Textus Receptus zur VerfÃ¼gung stand.</p>
<p>Estienne (lat. Stephanus) war zunÃ¤chst Drucker in Paris. Dort druckte er auch seine ersten drei Ausgaben des griechischen NT (1546, 1549 und 1550), wobei er den Text von Erasmus im wesentlichen unverÃ¤ndert Ã¼bernahm und nur an einigen Stellen korrigierte. Die Ausgabe von 1550 gilt vielfach als die Standardausgabe des Textus Receptus. Stephanus zog sich den Zorn der kirchlichen Hierarchie Frankreichs zu und floh im Jahr 1552 nach Genf, wo er sich zum reformatorischen Glauben bekannte, den er schon vorher angenommen hatte. Dort erschien auch 1551 seine vierte Ausgabe des NT.</p>
<p>Die folgenden Ausgaben des Textus Receptus wurden von Theodor Beza (1519-1605) in Genf herausgegeben, der ein bibelkundiger Gelehrter und einer der fÃ¼hrenden franzÃ¶sischsprachigen Reformatoren in der Schweiz war. Er fÃ¼hrte den Text von Stephanus mit wenigen Ã„nderungen weiter und brachte damit den von Gott bewahrten und Ã¼berlieferten Text sozusagen zu seinem Reifestadium. Er brachte 4 groÃŸe Auflagen des Textus Receptus heraus (1565, 1582, 1588, 1598), daneben 6 im kleineren Oktavformat.</p>
<p>Die Ausgabe von 1598 diente den Ãœbersetzern bzw. Bearbeitern der King-James-Bibel wahrscheinlich als hauptsÃ¤chliche Textvorlage. Auch andere bedeutende Ãœbersetzungen wie die Statenvertaling, die Diodati-Bibel oder die Reina-Valera dÃ¼rften hauptsÃ¤chlich von diesen Ausgaben Bezas Ã¼bersetzt worden sein.</p>
<p>Die letzten prÃ¤genden Ausgaben des Textus Receptus wurden von den BrÃ¼dern Abraham und Bonaventura Elzevir im niederlÃ¤ndischen Leiden herausgebracht. Sie Ã¼bernahmen den Text Bezas ohne nennenswerte Ã„nderungen und verbreiteten ihn in insgesamt sieben Ausgaben, wobei besonders die ersten beiden, 1624 und 1633, in die Textgeschichte eingingen.</p>
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<h2>
2. Erasmus als Werkzeug von Gottes Vorsehung</h2>
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<p>Die Kritik der Textkritiker am Textus Receptus richtet sich meist auch gegen die Person seines ersten Herausgebers, des Gelehrten Erasmus von Rotterdam. Die bahnbrechende Arbeit dieses Mannes, der fÃ¼r uns GlÃ¤ubige auf jeden Fall Gottes Werkzeug war (wie immer man zu ihm stehen mag), wird leider oft in einer schiefen, einseitigen Perspektive dargestellt. Was wir in den Ã¼blichen Werken der Textkritik (und auch in den Ã„uÃŸerungen vieler evangelikaler Autoren) Ã¼ber ihn finden, ist dazu angetan, Zweifel an der VerlÃ¤ÃŸlichkeit des von ihm herausgegebenen Texts zu wecken. Doch dieses Bild ist verzerrt, und ich will versuchen, es in einigen Punkten richtigzustellen.</p>
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<h4>
a) Zur Person von Erasmus</h4>
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<p>Vorab erst einmal etwas GrundsÃ¤tzliches: Wir kÃ¶nnen als BefÃ¼rworter des Textus Receptus nicht beweisen, daÃŸ Erasmus glÃ¤ubig war (genausowenig kÃ¶nnen die Gegner des Textus Receptus das Gegenteil beweisen). Ich persÃ¶nlich gehe davon aus, daÃŸ er es war. Aber das ist keine Voraussetzung fÃ¼r unseren Glauben, daÃŸ Gott ihn gebrauchte, um Seinen bewahrten Text des NT der Gemeinde zu geben.</p>
<p>Die Rabbiner und Schriftgelehrten, die der Gemeinde den Ã¼berlieferten, von Gott bewahrten Text des AT gaben, waren mit Sicherheit unglÃ¤ubig und sogar fanatische Christusgegner, und doch hat sie Gott souverÃ¤n gebraucht, um uns den Masoretischen Text zu geben. Der Text des Erasmus wurde auch erst im eigentlichen Sinn zum â€žTextus Receptusâ€œ (zu dem von allen anerkannten Text der Reformation), als er von Stephanus und Beza weiter betreut wurde, die beide unbestritten glÃ¤ubig waren.</p>
<p>Noch ein Zeugnis zum Glauben von Erasmus, das vielleicht einen Gegenpol setzen kann zu den Zitaten, die seine Gegner in polemischer Absicht aus seinen Schriften heranziehen. Es stammt aus der Schrift â€žÃœber die Vorbereitung auf den Todâ€œ:</p>
<p style="padding-left: 30px;">â€žWir sind des Sieges Ã¼ber den Tod, das Fleisch, die Welt und den Teufel versichert. Christus verspricht uns Vergebung der SÃ¼nden, hundertfache Frucht in diesem Leben und danach ewiges Leben. Und aus welchem Grund? Um unserer Verdienstes willen? Nein, gewiÃŸ nicht, sondern durch die Gnade des Glaubens, die in Jesus Christus ist. Wir sind umso sicherer gerettet, weil er zuerst unser Arzt ist. Er Ã¼berwand Adams Fall, nagelte unsere SÃ¼nden an das Kreuz, besiegelte unsere ErlÃ¶sung mit seinem Blut, und das alles wurde durch die Zeugnisse der Propheten, Apostel, MÃ¤rtyrer, Jungfrauen und durch die allgemeine Kirche der Heiligen bestÃ¤tigt. Er fÃ¼gte das Siegel des Geistes hinzu, damit wir nicht in unserer Zuversicht schwanken&#8230; Was kÃ¶nnen wir kleinen WÃ¼rmchen aus uns selbst tun? Christus ist unsere Rechtfertigung. Christus ist unser Sieg. Christus ist unsere Hoffnung und Sicherheit. â€žUns ist ein Kind geboren.â€œ Uns, fÃ¼r uns geboren, fÃ¼r uns gegeben. Er ist es, der uns lehrt, der unsere Krankheiten heilt, DÃ¤monen austreibt, fÃ¼r uns Hunger und Durst leidet, heimgesucht wird, Todesqualen erduldet, Blut schwitzt, fÃ¼r uns besiegt, verwundet, tot und wieder auferweckt, sitzend zur Rechten Gottes, des Vaters.â€œ</p>
<p>Ein weiteres Zitat aus einer anderen Schrift des Erasmus, die an junge SchÃ¼ler gerichtet war:</p>
<p style="padding-left: 30px;">â€žWer ist in der Geschichte der Welt Jesus gleich, der unsagbar und unbegreiflich Gott aus Gott ist, vor Anbeginn aller Zeit geboren, ewig und vollkommen gleich seinem ewigen und erhabenen Vater? Stellt nicht seine menschliche Geburt die aller KÃ¶nige in den Schatten? Durch den Willen des Vaters und den Hauch des Geistes wurde er von einer Jungfrau geboren, ein Mensch in der Zeit und doch Gott, unbefleckt von unserer Verderbtheit. Wer ist reicher als er, der alles schenkt und doch nicht Ã¤rmer wird? Wer ist erhabener als der Glanz der Herrlichkeit des Vaters, der jeden Menschen, der in die Welt kommt, erleuchtet? Wer ist gewaltiger als er, dem der Vater Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben hat? Wer ist mÃ¤chtiger, als der mit einem Wink das Universum hervorrief, auf dessen GeheiÃŸ die See still wird, das Aussehen der Dinge sich Ã¤ndert, Krankheiten weichen, Bewaffnete auf ihr Angesicht fallen, Teufel ausgetrieben werden, Felsen sich spalten, Tote lebendig werden und alles neu wird? Wer ist erhabener als der, den die Engel anbeten und vor dem die Teufel zittern? Wer unbesiegbarer, als der durch seinen Tod den Tod Ã¼berwand und des Satans Tyrannei und Himmelskraft zerbrach? Wer triumphierender, als der die HÃ¶lle besiegt und im Geleit frommer Seelen als Sieger in den Himmel einzog, wo er zur Rechten Gottes, des Vaters, sitzt? Wer ist weiser, als der das Universum schuf und in Harmonie regiert? Hat jemand grÃ¶ÃŸere AutoritÃ¤t als der, von dem der Vater sagte: â€šDies ist mein lieber Sohn. HÃ¶ret ihn!â€™? Wen sollten wir mehr fÃ¼rchten als den, der KÃ¶rper und Seele in die HÃ¶lle werfen kann? Wer ist schÃ¶ner als der, dessen Antlitz zu schauen hÃ¶chste Freude ist? Wer ist Ã¤lter als der, der keinen Anfang und kein Ende hat? Aber vielleicht stellen die Knaben sich ihn lieber als Kind vor, wie er in Windeln in der Krippe lag, wie die Engel sangen, die Hirten anbeteten, die Tiere ihn erkannten, der Stern anzeigte, wo er lag, wie Herodes zitterte, Simeon ihn in die Arme nahm, Hanna prophezeite. O demÃ¼tige Erhabenheit, o erhabene Demut! Wie kÃ¶nnen Gedanken seine GrÃ¶ÃŸe erfassen oder Worte ausreichen, sie auszudrÃ¼cken? Besser ist es, anzubeten als zu erklÃ¤ren. Was sollen denn wir tun, wenn ein Johannes der TÃ¤ufer, jener groÃŸe VorlÃ¤ufer, sich fÃ¼r unwÃ¼rdig hielt, die Riemen seiner Schuhe zu lÃ¶sen? Strebt danach, meine lieben Knaben, zu FÃ¼ÃŸen Jesu, des Lehrers, zu sitzen.â€œ</p>
<p>Erasmus war ein vielschichtiger Mensch, der es oft vermied, seine Ãœberzeugungen ganz klar auszudrÃ¼cken und auszuleben. Einerseits gibt es von ihm Ã„uÃŸerungen, die andeuten, daÃŸ er die Rettung aus Gnade durch Christus allein ergriffen hatte, andererseits finden wir Ã„uÃŸerungen, in denen er noch in vielen IrrtÃ¼mern der katholischen Kirche gefangen erscheint.</p>
<p>Manche Ã„uÃŸerungen von ihm, die heutige Kritiker anfÃ¼hren, kÃ¶nnen entweder Ironie oder Schutzbehauptungen enthalten, denn Erasmus war kein Mann des offenen Kampfes und des todesmutigen Bekenntnisses wie Luther. Er griff die katholische Kirche wegen vieler MiÃŸstÃ¤nde genauso scharf an wie die Reformatoren, aber er weigerte sich, vÃ¶llig mit ihr zu brechen und kritisierte auch die Reformatoren. Ein SchlÃ¼ssel fÃ¼r seine Haltung scheint mir seine eher innerlich-mystische PrÃ¤gung durch die â€žBrÃ¼der vom gemeinsamen Lebenâ€œ zu sein.</p>
<p>Es ist deshalb nur eine einseitige Wiedergabe der Wirklichkeit, wenn gesagt wird, Erasmus sei ein â€žkatholischer Theologeâ€œ und ein â€žÃ¼berzeugter AnhÃ¤nger der katholischen Kircheâ€œ gewesen. Die Lehren des Erasmus standen in scharfem Gegensatz zur offiziellen katholischen Theologie, so daÃŸ seine Werke Ã¼ber lange Jahre teilweise auf dem Index standen. DaÃŸ Erasmus behaftet war mit allen mÃ¶glichen Elementen katholischer und philosophisch-rationalistischer IrrtÃ¼mer, ist wahr â€“ nur wird man ihm und seiner Zeit damit nicht gerecht. Auch Luther und die anderen Reformatoren hatten noch starke EinflÃ¼sse dieser Art in ihrem Denken; auch Luther zweifelte z. B. an der Echtheit des Jakobusbriefes oder der Offenbarung â€“ dennoch war er ein Werkzeug Gottes.</p>
<p>Erasmus hatte jedenfalls weitaus mehr Gottesfurcht und Achtung vor dem geoffenbarten Wort Gottes als die allermeisten seiner textkritischen Nachfolger. Er war bei allen SchwÃ¤chen seines Charakters und seiner Anschauungen vermutlich besser als irgend jemand sonst in jenen Jahren vor der Reformation ausgerÃ¼stet, um eine fÃ¼r weite Kreise in ganz Europa vertrauenswÃ¼rdige und autoritative Ausgabe des Neuen Testaments herauszugeben. Was von seinen im Format sicherlich nicht gleichwertigen Fachkollegen heute gerne heruntergespielt wird, ist die Tatsache, daÃŸ Erasmus zu seiner Zeit einer der fÃ¤higsten Gelehrten und Herausgeber von alten Texten war und deshalb sehr gut fÃ¼r die Aufgabe geeignet war, die Gott ihm anvertraute.</p>
<p>Was ihn anlÃ¤ÃŸlich der Herausgabe des Neuen Testaments bewegt hat, teilt er uns in seiner Vorrede zur ersten Ausgabe mit:</p>
<p style="padding-left: 30px;">â€žIch bin ganz und gar nicht der Meinung derer, die nicht wÃ¼nschen, daÃŸ die Heilige Schrift von Laien in der Volkssprache gelesen werde, so als ob Christus so dunkel gelehrt hÃ¤tte, daÃŸ ihn kaum die wenigen Theologen verstehen (&#8230;) Ich wÃ¼nschte, alle Frauen lÃ¤sen das Evangelium, lÃ¤sen die paulinischen Briefe. Wenn sie doch in alle Sprachen Ã¼bersetzt wÃ¤ren, so daÃŸ nicht nur die Schotten und Iren, sondern auch die TÃ¼rken und Sarazenen sie lesen und verstehen kÃ¶nnten! (&#8230;) MÃ¶gen sich doch die GesprÃ¤che aller Christen darum drehen!â€œ</p>
<p>Wenige Jahre spÃ¤ter begann dieser Wunsch Wirklichkeit zu werden, und das Werk des Erasmus war selbst ein entscheidender Schritt dorthin. Sehen wir darin Gottes Vorsehung am Werk? Oder ist das alles nur &#8230; Zufall? Ich mÃ¶chte das Zeugnis eines glÃ¤ubigen Geschichtsschreibers anschlieÃŸen, der in diesen Dingen noch nicht durch die einseitige Voreingenommenheit spÃ¤terer Autoren geprÃ¤gt war:</p>
<p style="padding-left: 30px;">â€žUnter der gnÃ¤digen, leitenden Hand Dessen, der das Ende von Anfang an sieht, verwandte Erasmus seine hohen Gaben und ausgedehnten Kenntnisse auf die Herstellung einer kritischen Ausgabe des griechischen Textes des Neuen Testaments. Dieses Werk erschien 1516 in Basel, ein Jahr vor dem denkwÃ¼rdigen Tage, an welchem Luther seine berÃ¼hmten Thesen gegen den gottlosen Unfug des AblaÃŸhandels an die TÃ¼r der Wittenberger Kirche anschlug und damit sein groÃŸes, welterschÃ¼tterndes Werk begann. Dem griechischen Text war eine lateinische Ãœbersetzung beigegeben, in welcher viele Fehler der Vulgata verbessert waren. Dies war in der Tat in jenen Tagen ein gewagtes Unternehmen. Von vielen Seiten erhob sich ein groÃŸes Geschrei gegen eine solche gefÃ¤hrliche Neuerung. â€šSein Neues Testament wurde angegriffenâ€™, schreibt Robertson; â€šweshalb sollte die Sprache der griechischen Schismatiker der geweihten und Ã¼berlieferten lateinischen Sprache Eintrag tun? Wie konnte an der Vulgata irgendwelche Verbesserung vorgenommen werden? In Cambridge gab es ein Kollegium, das auf seinen theologischen Charakter besonders stolz war; es erlaubte nicht, daÃŸ ein einziges Exemplar des neuen Buches Eingang bei ihm fand. Doch der Herausgeber besaÃŸ in dem Namen des Papstes Leo ein treffliches Schutzmittel; er hatte diesem Papst sein Werk gewidmet, und Leo hatte die Widmung angenommen.â€™ AuÃŸerdem standen die mÃ¤chtigsten FÃ¼rsten Europas und sogar eine Anzahl von PrÃ¤laten auf seiner Seite. Erasmus fÃ¼hlte sich dadurch vollkommen gesichert und fuhr furchtlos fort, sein groÃŸes Werk zu vollenden. Es war in der Tat Mut dazu nÃ¶tig. Denn die Unverletzlichkeit und Treue der Vulgata anzutasten, galt als ein groÃŸes Verbrechen in den Augen der ganzen rÃ¶mischen Christenheit. Ihre ausschlieÃŸliche und unumschrÃ¤nkte AutoritÃ¤t ging dadurch verloren. (â€¦) Ãœber die VerÃ¶ffentlichung des griechischen Textes des Neuen Testaments bemerkt Merle d&#8217;AubignÃ©: â€šSo tat Erasmus fÃ¼r das Neue Testament, was Reuchlin fÃ¼r das Alte getan hatte. Jetzt konnten die Theologen das Wort Gottes in den Ursprachen lesen und so auch spÃ¤ter die Reinheit der reformatorischen Lehren erkennen . . . Das Neue Testament des Erasmus verbreitete ein helles Licht. Seine Umschreibung der Episteln und der Evangelien MatthÃ¤i und Johannis, seine Ausgaben des Cyprian und des Hieronymus, seine Ãœbersetzungen von Origenes, Athanasius und Chrysostomus, sein â€šSystem wahrer Theologieâ€™, sein â€šPredigerâ€™, seine Kommentare Ã¼ber mehrere Psalmen trugen mÃ¤chtig dazu bei, den Geschmack an dem Worte Gottes und an der lauteren Theologie zu verbreiten. Die Wirkung seiner Arbeiten ging weit Ã¼ber seine Absicht hinaus. Reuchlin und Erasmus gaben die Bibel den Gelehrten wieder in die Hand, Luther aber gab sie dem Volke.â€™ Die Kette der Zeugen ist somit vollstÃ¤ndig. Wessel, Reuchlin und Erasmus bilden die letzten bedeutenden Bindeglieder zwischen dem groÃŸen deutschen Reformator und der langen Reihe frÃ¼herer Zeugen, in denen die Gnade Gottes sich verherrlichte. Diese Kette reicht von den Zeiten der Apostel, oder wenigstens von den Tagen Konstantins, ununterbrochen hin bis zu Luther, dem teuren Manne Gottes. Der Weg war jetzt bereitet fÃ¼r die groÃŸe UmwÃ¤lzung, die unmittelbar bevorstand.â€œ</p>
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<h4>b) Hatte Erasmus die Herausgabe des Textus Receptus ohne richtige Vorbereitung unternommen?</h4>
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<p>Erasmus lehrte Anfang des 16. Jh. u. a. Griechisch in Cambridge und war sicherlich um 1516 ein sehr guter Kenner dieser Sprache. Schon frÃ¼h beschÃ¤ftigte er sich intensiv mit dem Neuen Testament und muÃŸte auch ausgedehnte Handschriftenstudien betrieben haben, da er ca. 1505-1506 an einer lateinischen Ãœbersetzung des NT aus dem Griechischen arbeitete.</p>
<p>Seine weiten Reisen brachten ihn in Kontakt mit vielen humanistischen Gelehrten, und seine ausgedehnte HerausgebertÃ¤tigkeit (u. a. Ausgaben der bedeutendsten â€žKirchenvÃ¤terâ€œ) brachte ihm reiche Erfahrung im Umgang mit alten Texten und Handschriften ein. So wurde er durch Gottes Vorsehung ausgezeichnet auf seine groÃŸe Aufgabe vorbereitet, die er selbst im Nachhinein auch als sein wichtigstes Werk ansah: die Herausgabe des griechischen Neuen Testaments.</p>
<p>Diese Fakten werden in den parteiischen Darstellungen der Textus-Receptus-Gegner oft unterschlagen. Ganz besonders ist es unrichtig, wenn Erasmus immer wieder unterstellt wird, er habe sich vÃ¶llig willkÃ¼rlich nur auf die eben â€žzufÃ¤lligâ€œ in Basel vorhandenen Handschriften gestÃ¼tzt.</p>
<p>Tatsache ist, daÃŸ Erasmus mit Sicherheit schon viele Jahre zuvor bei seinen Reisen griechische Handschriften des NT gesehen und, da er eine lateinische Ãœbersetzung aus dem Griechischen anfertigte, auch ausgewertet hat (z. B. durch Niederschrift wichtiger Passagen daraus). FÃ¼r diese lateinische Ãœbersetzung muÃŸte er schon 10 Jahre vor der Herausgabe des Textus Receptus einen festgelegten griechischen Text erarbeitet haben â€“ sonst hÃ¤tte er nicht Ã¼bersetzen kÃ¶nnen! Die Anmerkungen von Erasmus zeigen auch, daÃŸ er die wichtigsten alexandrinischen Lesarten durchaus kannte, aber fÃ¼r seine Textausgabe verwarf.</p>
<p>Der englische Textforscher des 19. Jh. F. H. A. Scrivener ist m. W. einer der ganz wenigen, die diese Tatsachen erwÃ¤hnen: â€žJahre vor dieser Zeit [vor Frobens Ruf an Erasmus, das NT herauszugeben, RE] hatte Erasmus zahlreiche Anmerkungen vorbereitet, um eine revidierte lateinische Ãœbersetzung zu veranschaulichen, die er seit langer Zeit vorbereitet hatte.â€œ Bei den Anmerkungen handelte es sich um Verweise auf den griechischen Grundtext, zu denen Erasmus griechische NT-Handschriften studiert haben muÃŸ. Scrivener erwÃ¤hnt auch, daÃŸ Erasmus â€žin seinen Anmerkungen [zum griechischen und lateinischen NT, RE] nicht selten auf andere Handschriften verweist, die er im Laufe seiner Reisen gesehen hatteâ€œ .</p>
<p>Erasmus sagt in seiner Vorbemerkung zur Ausgabe von 1516 ausdrÃ¼cklich von sich, daÃŸ er â€žso viele griechische und lateinische Handschriften, so viele berÃ¼hmte Autoren [d.h. â€žKirchenvÃ¤terâ€œ, deren NT-Zitate bis heute eine wichtige Quelle fÃ¼r die Bewertung von Lesarten sind, RE] zu Rate gezogen hatâ€œ. Diesen Hinweis kann man nicht ohne Beweise als bloÃŸe Prahlerei abtun. Nach dem humanistischen GelehrtenverstÃ¤ndnis, dem Erasmus ja voller Ãœberzeugung huldigte, war ein solches Vorgehen auch selbstverstÃ¤ndlich. Es muÃŸ also davon ausgegangen werden, daÃŸ Erasmus Ã¼ber eigene oder von anderer Hand zur VerfÃ¼gung gestellte Aufzeichnungen Zugang zu zahlreichen Handschriftenzeugnissen hatte.</p>
<p>Die grundsÃ¤tzliche Entscheidung des Erasmus fÃ¼r den byzantinischen Mehrheitstext war also mit Sicherheit nicht nur durch die in Basel vorhandenen Handschriften begrÃ¼ndet. Erasmus hatte gewiÃŸ schon vorher erkannt, daÃŸ verschiedene Handschriften unterschiedliche Lesarten aufwiesen, und er war zu der von Gott geleiteten SchluÃŸfolgerung gekommen, daÃŸ die byzantinische Ãœberlieferung den zuverlÃ¤ssigen Text darstellte.</p>
<p>Ã„hnlich dachten zu seiner Zeit Ã¼brigens viele von der Kirche innerlich unabhÃ¤ngige Gelehrte. Vielleicht auch unter dem EinfluÃŸ des berÃ¼hmten Gelehrten Lorenzo Valla, der die Vulgata mit den griechischen Handschriften der byzantinischen Ãœberlieferung verglichen hatte, waren viele zu der Ãœberzeugung geraten, daÃŸ die katholische Kirche VerfÃ¤lschungen und Verderbnisse in ihrer lateinischen BibelÃ¼bersetzung hatte, wÃ¤hrend die byzantinischen Mehrheitstexthandschriften eine bessere, zuverlÃ¤ssige Ãœberlieferung enthielten.</p>
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<h4>
c) Hat Erasmus bei der Zusammenstellung des Textus Receptus schludrige Arbeit geleistet?</h4>
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<p>DaÃŸ Erasmus bei der Herausgabe der ersten Ausgabe des Textus Receptus unter Zeitdruck stand, ist unbestritten, und er hat es auch nicht beschÃ¶nigt. Dennoch ist mit nichts bewiesen, daÃŸ dies auch seine Textentscheidungen selbst betroffen hÃ¤tte. Diese Textentscheidungen sind ja mit groÃŸer Wahrscheinlichkeit, wie oben erwÃ¤hnt, groÃŸenteils schon Jahre vorher bei der Arbeit an seiner lateinischen Ãœbersetzung gefallen.</p>
<p>Objektiv beweisbar ist die Tatsache einer groÃŸen Zahl von Druckfehlern. Wenn man die damals verwendete griechische Schrifttype kennt und berÃ¼cksichtigt, daÃŸ die Schriftsetzer selbst wahrscheinlich kein Griechisch konnten, darf man annehmen, daÃŸ diese Fehler in erster Linie auf den Schriftsatz zurÃ¼ckgehen und aus Zeitnot nicht mehr ausreichend korrigiert werden konnten (Korrektor war Ã¼brigens laut Scrivener Oekolampatius und nicht Erasmus selbst).</p>
<p>DaÃŸ Erasmus, wie man in jeder Darstellung lesen kann, die letzten Verse der Offenbarung fÃ¼r seine Erstausgabe vom Lateinischen rÃ¼ckÃ¼bersetzt hat, ist fÃ¼r die VerhÃ¤ltnisse der damaligen Zeit nicht so ungeheuerlich, wie es heute hochgespielt wird. Es wÃ¤re sicherlich nicht einfach und sehr zeitraubend gewesen, eine andere Handschrift der Offenbarung zu bekommen (sie sind auch heute recht selten und wurden damals nicht ohne weiteres von den Besitzern verliehen). Erasmus hat diesen Notbehelf offen zugegeben (ob das jeder heutige Wissenschaftler machen wÃ¼rde?) und spÃ¤ter den Abschnitt entsprechend Ã¼berarbeitet.</p>
<p>Es ist unredlich, wenn man die QualitÃ¤t der ganzen, fÃ¼nf Auflagen umfassenden Pionier-Textausgabe unter Hinweis auf die Fehler und SchwÃ¤chen der Erstausgabe herabsetzen will. Dahinter steckt die parteiische Absicht der Textkritik, die Notwenigkeit ihrer kritischen Gegenausgaben zu â€žbeweisenâ€œ!</p>
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<h4>
d) Ist der Textus Receptus unglaubwÃ¼rdig, weil Erasmus rationalistische und textkritische EinwÃ¤nde gegen seinen Text hatte?</h4>
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<p>Erasmus hat in einigen seiner Anmerkungen zum Text des NT bestimmte umstrittene Lesarten, die er im Text brachte, in Zweifel gezogen und verstandesmÃ¤ÃŸig darÃ¼ber spekuliert, ob sie echt sein kÃ¶nnten. In eine Ã¤hnliche Richtung weisen auch seine Zweifel bezÃ¼glich der Echtheit der Offenbarung. Dazu muÃŸ man sagen, daÃŸ in dieser ersten Umbruchszeit solche Unklarheiten und Neigungen zum Spekulieren auch bei glÃ¤ubigen Reformatoren wie Luther, Calvin und Beza vorkamen.</p>
<p>Erasmus war, wie viele andere in seiner Zeit, nicht unbeeinfluÃŸt von humanistischer Skepsis und den philosophischen Spekulationen der â€žKirchenvÃ¤terâ€œ (wieviele heutige Evangelikale sind beeinfluÃŸt von ZeitgeiststrÃ¶mungen der heutigen Zeit?). Dennoch erlaubte er es sich nicht, aufgrund dieser Spekulationen in den Ã¼berlieferten byzantinischen Text seiner Ausgabe einzugreifen, sondern gab den Text so wieder, wie es die bewahrte Ãœberlieferung bezeugte.</p>
<p>Die Zweifel und Ãœberlegungen des Erasmus stellen den Textus Receptus als bewahrten Text keineswegs in Frage â€“ im Gegenteil, sie zeigt uns, wie Gottes Vorsehung Ã¼ber diesem Text gewacht hat! Gott leitete Erasmus und spÃ¤ter auch Beza so, die entsprechenden Stellen dennoch unverÃ¤ndert im Textus Receptus zu belassen, obgleich diese MÃ¤nner in ihren Anmerkungen z. T. Zweifel Ã¤uÃŸerten. Dieser Text war nicht ihr Text, sondern der von Gott gegebene Text, und Gott lenkte in Seiner SouverÃ¤nitÃ¤t ihre Textentscheidungen selbst gegen ihre eigenen VernunftschlÃ¼sse.</p>
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<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Gottes bewahrtes Wort</strong></em>.</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Der Standpunkt des Glaubens an die bewahrte TextÃ¼berlieferung der Heiligen Schrift</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/der-standpunkt-des-glaubens-an-die-bewahrte-textueberlieferung-der-heiligen-schrift/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 11:10:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  1. Die Wichtigkeit eines zuverlÃ¤ssigen, bewahrten Bibeltextes fÃ¼r die glÃ¤ubige Gemeinde &#160; FÃ¼r jeden wahren GlÃ¤ubigen ist die Heilige Schrift, Gottes inspiriertes Wort, ein Schatz von unermeÃŸlichem Wert. Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens, das Wort, in dem Gott sich selbst geoffenbart hat, Seinen Weg der Errettung, Seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, den [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Â </h2>
<h2>1. Die Wichtigkeit eines zuverlÃ¤ssigen, bewahrten Bibeltextes fÃ¼r die glÃ¤ubige Gemeinde</h2>
<p>&nbsp;</p>
<p>FÃ¼r jeden wahren GlÃ¤ubigen ist die Heilige Schrift, Gottes inspiriertes Wort, ein Schatz von unermeÃŸlichem Wert. Die Bibel ist die Grundlage unseres Glaubens, das Wort, in dem Gott sich selbst geoffenbart hat, Seinen Weg der Errettung, Seinen geliebten Sohn, Jesus Christus, den gekreuzigten und auferstandenen Retter, und den Weg des Glaubensgehorsams fÃ¼r alle Gotteskinder. Auf diesem festen, zuverlÃ¤ssigen Gotteswort ruht unser ganzer Glaube, die GewiÃŸheit unseres Heils in Christus, unsere Hoffnung auf die zukÃ¼nftige Herrlichkeit. Dieses Wort ist uns aber auch als untrÃ¼glicher MaÃŸstab gegeben, um uns selbst und die Welt um uns klar zu erkennen und aus Gottes Sicht zu beurteilen, um den Weg zu finden, den wir in der Nachfolge Jesu Christi gehen sollen.</p>
<p>Das Wort der Schrift dient zu unserer Erbauung und GlaubensstÃ¤rkung genauso wie zu unserer Belehrung und Unterweisung. Es ist das Licht, das unseren Weg erleuchtet und uns den Blick auf unseren Herrn Jesus Christus erÃ¶ffnet. Es ist unsere Waffe, mit der wir die Angriffe des Satans abwehren sollen, das â€žSchwert des Geistesâ€œ, das die LÃ¼gen und VerfÃ¼hrungen des Teufels zunichtemacht, auch die falschen Lehren, die er immer wieder ausstreut. Wir wissen aus der Bibel selbst, daÃŸ â€žalle Schriftâ€œ, d. h. die ganze Heilige Schrift in allen ihren Bestandteilen, bis hin zum einzelnen Wort, von Gott durch Seinen Geist eingegeben und damit gÃ¶ttlich vollkommen und irrtumslos ist (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+3%2C16%3B+2Pt+1%2C19-21&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 3,16; 2Pt 1,19-21</a>). <strong>â€žDas Gesetz des HERRN ist vollkommen und erquickt die Seele; das Zeugnis des HERRN ist zuverlÃ¤ssig und macht die Unerfahrenen weiseâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+19%2C8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 19,8</a>).</p>
<p>Diese VerheiÃŸung der Inspiration gilt zunÃ¤chst einmal und unmittelbar fÃ¼r die Worte und Schriften jener heiligen Menschen Gottes, die von Gottes Geist getrieben die Weissagungen der Schrift geredet und niedergeschrieben haben. Die Urschriften oder Originale der biblischen BÃ¼cher sind also von Gottes Geist eingegeben und damit voll und ganz Gottes Wort â€“ Worte, die vom Heiligen Geist gelehrt sind (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+2%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 2,13</a>). Kein irrtÃ¼mliches Menschenwort ist darunter, kein Wort zuviel und kein Wort zuwenig. Das ist eine Wahrheit, die der Heilige Geist jedem wahren GlÃ¤ubigen bezeugt, wenn er wiedergeboren wird. Die Bibel wird fÃ¼r ihn zum unfehlbaren Gotteswort voller Geist und Leben.</p>
<p>Aber darin sollten sich auch alle GlÃ¤ubigen einig sein: Die Inspiration und Vollkommenheit der Originale wÃ¼rde uns wenig helfen, wenn wir nicht eine bewahrte Ãœberlieferung oder Weitergabe dieser ursprÃ¼nglichen Schriften durch alle Jahrhunderte hindurch hÃ¤tten, so daÃŸ ein GlÃ¤ubiger des 21. Jahrhunderts mit derselben GewiÃŸheit sagen kann, daÃŸ er Gottes inspiriertes Offenbarungswort in HÃ¤nden hÃ¤lt, wie ein GlÃ¤ubiger zur Zeit Davids oder in der apostolischen Zeit der Gemeinde.</p>
<p>Wenn Gott uns Sein Wort als Seine Selbstoffenbarung und als Richtschnur unseres Lebens gibt und uns im AT wie im NT auffordert, es zu bewahren und zu befolgen, es zu erforschen und zu studieren, dann setzt das voraus, daÃŸ Gott sein Wort intakt bewahrt und dem GlÃ¤ubigen auch an die Hand gibt. TatsÃ¤chlich finden wir im AT wie im NT immer wieder, daÃŸ diese Bewahrung vorausgesetzt wird und die GlÃ¤ubigen Abschriften der heiligen Schriften als das klare Wort Gottes behandeln. So steht in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=5Mo+17%2C18-19&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">5Mo 17,18-19</a> das Gebot fÃ¼r den kÃ¼nftigen KÃ¶nig Israels, eine Abschrift des Gesetzes in ein Buch schreiben zu lassen und darin alle Tage seines Lebens zu lesen, <strong>â€ždamit er alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen bewahrt und sie tutâ€œ</strong>. Die Urschrift wurde von den Priestern im Heiligtum aufbewahrt. Dieses Gebot setzt voraus, daÃŸ der KÃ¶nig Ã¼ber bewahrte Abschriften verfÃ¼gen kann, in denen alle Worte genauso stehen wie im Urtext.</p>
<p>Als etwa 900 Jahre spÃ¤ter der KÃ¶nig Josia regierte, fand man im Tempel das Buch des Gesetzes des HERRN, das durch Mose gegeben worden war (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Chr+34%2C14-31&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Chr 34,14-31</a>). Wir mÃ¼ssen davon ausgehen, daÃŸ es sich hierbei um eine zuverlÃ¤ssige Abschrift des Originals gehandelt hat, es sei denn, der HERR habe die Urschriften durch ein Wunder so lange bewahrt. In jedem Fall geht Josia selbstverstÃ¤ndlich davon aus, daÃŸ er die Worte des HERRN vor sich hat (vgl. V. 21). Nicht nur das, der HERR selbst bestÃ¤tigt diesen Glauben, als er durch einen Propheten zu Josia spricht. Er geht davon aus, daÃŸ die FlÃ¼che, die in dem Buch stehen, das man vor dem KÃ¶nig von Juda gelesen hat, mit den ursprÃ¼nglich von Ihm gesprochenen Worten identisch sind (V. 24), und redet davon, daÃŸ Josia auf Seine Worte hÃ¶rte, als er auf die Worte dieses Buch hÃ¶rte (V. 27).</p>
<p>Sehr bedeutsam ist auch das Zeugnis unseres Herrn Jesus Christus, der noch einmal 600 Jahre spÃ¤ter in eine Synagoge in Nazareth ging, dort die Buchrolle des Propheten Jesaja nahm â€“ unzweifelhaft eine spÃ¤te Abschrift des Originals â€“, daraus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jes+61%2C1-2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jes 61,1-2</a> vorlas und mit Vollmacht erklÃ¤rte: <strong>â€žHeute ist diese Schrift erfÃ¼llt vor euren Ohren!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+4%2C16-22&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 4,16-22</a>). Immer wieder in seiner VerkÃ¼ndigung ging Er davon aus, daÃŸ die Juden zu seiner Zeit das Wort Gottes zuverlÃ¤ssig besaÃŸen.</p>
<p>So brauchen wir auch heute in unserem Glaubensleben wie in der VerkÃ¼ndigung des Wortes Gottes die GewiÃŸheit, das zuverlÃ¤ssig bewahrte Wort Gottes bei uns zu haben. Eine â€žBewahrungâ€œ, die so aussÃ¤he, daÃŸ der tatsÃ¤chliche Wortlaut der Schrift nur verstreut in irgendwelchen Handschriften in HÃ¶hlen, im WÃ¼stensand oder auf verstaubten Bibliotheksregalen (oder auch in den FuÃŸnoten kritischer Textausgaben zum NT) zu finden ist, aber nicht in den Bibeln der glÃ¤ubigen Christen, eine solche â€žBewahrungâ€œ wÃ¼rde uns nicht viel nutzen; sie entsprÃ¤che auch nicht dem Willen und den VerheiÃŸungen Gottes.</p>
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<h2>
2. Gottes VerheiÃŸungen fÃ¼r die Bewahrung Seines Wortes</h2>
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<p>In der Tat finden wir in Gottes Wort nicht nur die klaren Aussagen darÃ¼ber, daÃŸ die heiligen Schriften von Gott inspiriert und zuverlÃ¤ssig sind. Wir finden auch VerheiÃŸungen, daÃŸ Gott sein Wort vor allen AnschlÃ¤gen der Menschen und des Satans bewahrt.</p>
<p>Im AT lesen wir: <strong>â€žDie Worte des HERRN sind reine Worte, in irdenem Tiegel geschmolzenes Silber, siebenmal gelÃ¤utert. Du, o HERR, wirst sie bewahren, sie behÃ¼ten vor diesem Geschlecht ewiglich!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+12%2C7-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 12,7-8</a>). <strong>â€žLÃ¤ngst weiÃŸ ich aus deinen Zeugnissen, daÃŸ du sie auf ewig gegrÃ¼ndet hastâ€œ </strong>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+119%2C152&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 119,152</a>).<strong> â€žDie Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jede Bestimmung deiner Gerechtigkeit bleibt ewiglich.â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Ps+119%2C160&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Ps 119,160</a>).</p>
<p>Im NT finden wir ebenfalls die ausdrÃ¼ckliche Zusicherung, daÃŸ die Worte Gottes, die Worte des Christus auf ewig bewahrt werden und Bestand haben. So sagt unser Herr Jesus in bezug auf die alttestamentliche Schriftoffenbarung: <strong>â€žDenn wahrlich, ich sage euch: Bis daÃŸ Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Jota noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+5%2C18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 5,18</a>). In bezug auf die neutestamentliche Schriftoffenbarung spricht der Herr dieselbe VerheiÃŸung aus: <strong>â€žHimmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C35&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,35</a>). Das dÃ¼rfen wir nicht allein auf die Worte des Christus in den Evangelien beziehen, sondern auch auf das Wort des Christus durch seine Apostel und Propheten im ganzen NT.</p>
<p>Der Apostel Petrus schreibt: <strong>â€ždenn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergÃ¤nglichem, sondern aus unvergÃ¤nglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt.â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Pt+1%2C23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Pt 1,23</a>), und danach fÃ¼hrt er die alttestamentliche VerheiÃŸung aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jes+40%2C6-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jes 40,6-8</a> an: <strong>â€ž&#8230; aber das Wort des HERRN bleibt in Ewigkeit.â€œ</strong> Auch der Apostel Paulus spricht in seinem letzten Brief die gÃ¶ttliche Bewahrung der Schriftoffenbarung an. Im Hinblick auf seine Gefangenschaft und sein bevorstehendes Ende sagt der Apostel: <strong>â€žDenn ich weiÃŸ, wem ich mein Vertrauen geschenkt habe, und ich bin Ã¼berzeugt, daÃŸ er mÃ¤chtig ist, das mir anvertraute Gut zu bewahren bis zu jenem Tag. Halte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehÃ¶rt hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C12-14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,12-14</a>).</p>
<p>Wie aus V. 14 deutlich wird, ist mit dem Paulus anvertrauten Gut die neutestamentliche Apostellehre, d.h. die biblische Schriftoffenbarung gemeint. Auch wenn Paulus als das Werkzeug dieser Offenbarung sterben wird, so wird doch Gott dieses fÃ¼r die Gemeinde so kostbare Gut bewahren bis zum Tag Jesu Christi.</p>
<p>Wir dÃ¼rfen also darauf vertrauen, daÃŸ auch im Zeitalter der Gemeinde Gott Ã¼ber der Ãœberlieferung Seines Wortes wacht und dafÃ¼r sorgt, daÃŸ das Wort des Christus, das NT in einer zuverlÃ¤ssigen, bewahrten Form besteht und Ã¼berliefert wird. Der allmÃ¤chtige Gott, der dieses ewige Wort gegeben hat, ist auch in der Lage, es zu bewahren und dafÃ¼r zu sorgen, daÃŸ die GlÃ¤ubigen, die von ganzem Herzen nach diesem Wort leben wollen, es in unverfÃ¤lschter Form haben dÃ¼rfen. Wir dÃ¼rfen es auch in dieser Frage wie Abraham halten, unser Vorbild im Glauben, der <strong>â€žvÃ¶llig Ã¼berzeugt war, daÃŸ [Gott] das, was Er verheiÃŸen hat, auch zu tun vermagâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+4%2C21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶m 4,21</a>).</p>
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<h2>
3. Die Ãœberlieferung des Textes der Heiligen Schrift aus der Sicht des Glaubens an Gottes Bewahrung</h2>
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<p>Es ist fÃ¼r uns sehr wichtig, zu erkennen, daÃŸ die Ãœberlieferung der Heiligen Schrift Ã¼ber die Jahrhunderte ein geistlicher Vorgang, eine Frucht des Wirkens Gottes in Seiner Gemeinde ist. Uns sollte klar sein, daÃŸ die Weitergabe der inspirierten Worte des Alten und Neuen Testaments an die GlÃ¤ubigen kein zufÃ¤lliger, innerweltlicher geschichtlicher Vorgang ist, sondern unter der bestÃ¤ndigen FÃ¼hrung und Bewahrung des lebendigen Gottes erfolgt ist, der diese Worte auch gegeben hat. Gott hat darÃ¼ber gewacht, daÃŸ Seine Kinder Sein Wort zuverlÃ¤ssig zur VerfÃ¼gung haben kÃ¶nnen.</p>
<p>Damit ist die Ãœberlieferung des Textes des AT wie auch des NT ein Gegenstand der geistlichen Beurteilung und Betrachtung und nicht etwa ein â€žneutralerâ€œ Gegenstand weltlich-wissenschaftlicher Analyse. FÃ¼r uns GlÃ¤ubige kÃ¶nnen auf diesem Gebiet nicht weltliche Geschichtsforschung und rationalistische (d. h. rein auf VernunftschlÃ¼ssen beruhende, den Glauben methodisch ausschlieÃŸende) Textkritik maÃŸgebend sein. Da die Ãœberlieferung des wahren und getreuen Bibeltextes ein Wirken Gottes durch Seinen Geist ist (vgl. auch <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,14</a>), gehÃ¶rt sie zu den heiligen, geistlichen Dingen, die geistlich beurteilt werden mÃ¼ssen. Auch fÃ¼r dieses Thema gilt das Wort aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+2%2C12-14%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 2,12-14:</a></p>
<p><strong>â€žWir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, so daÃŸ wir wissen kÃ¶nnen, was uns von Gott gegeben ist; (&#8230;) Der natÃ¼rliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muÃŸ.â€œ</strong></p>
<p>Hier sind viele GlÃ¤ubige irregefÃ¼hrt worden, so daÃŸ sie diesen heiligen und geistlich hoch bedeutsamen Bereich nicht geistlich beurteilen, sondern in ihrem Urteil allein den weltlich geprÃ¤gten VernunftschlÃ¼ssen der wissenschaftlichen Textkritik folgen. Deshalb wissen sie auch nicht mehr, welcher Text ihnen von Gott gegeben ist, sondern meinen, die Frage nach dem zuverlÃ¤ssigen Text der Bibel dem Urteil der rationalistischen Textkritik Ã¼berlassen zu mÃ¼ssen.</p>
<p>Dieses Urteil ist jedoch verfÃ¤lscht und letztlich zwangslÃ¤ufig falsch, weil es den Glauben an das bewahrende Wirken Gottes ausschlieÃŸt und so tut, als kÃ¶nne man die Ãœberlieferung des NT so deuten wie die der Werke Homers oder Platos. Wer den Glauben an den allmÃ¤chtigen Gott, an Seine Vorsehung und Sein allgegenwÃ¤rtiges Wirken in Seiner Gemeinde wie auch in der Welt aus der Beurteilung der biblischen TextÃ¼berlieferung ausschlieÃŸt, der begeht damit eine ernstzunehmende SÃ¼nde, denn <strong>â€žalles, was nicht aus Glauben geschieht, ist SÃ¼ndeâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+14%2C23&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶m 14,23</a>). Glauben wir, daÃŸ Gott Ã¼ber seinem Wort gewacht hat durch all die Jahrhunderte der BibelÃ¼berlieferung? Der HERR selbst verheiÃŸt es ausdrÃ¼cklich in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jer+1%2C12%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jer 1,12:</a><strong> â€žich werde wachen Ã¼ber meinem Wort, um es auszufÃ¼hrenâ€œ</strong>.</p>
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<h4>
a) Die zuverlÃ¤ssige Ãœberlieferung des Textes des AT</h4>
<p>Im AT war die getreue Weitergabe der heiligen Schriften nach Gottes eigener Anweisung in erster Linie den Priestern anvertraut. Sie selbst oder Schreiber unter ihrer Anleitung besorgten die getreue Abschrift der heiligen Schriften und wachten darÃ¼ber, daÃŸ keine verderbte, verstÃ¼mmelte oder gefÃ¤lschte Abschrift angefertigt wurde. Sie hatten auch zusammen mit den Leviten den Auftrag, die Schrift fÃ¼r das Volk zu lehren und auszulegen. Damit hatte Gott die Bewahrung Seines Wortes an einem zentralen Ort (Jerusalem) und durch einen eindeutig bestimmten Kreis Seiner geheiligten Knechte verfÃ¼gt. Durch die sehr gewissenhafte Abschrift wurde der alttestamentliche Bibeltext mit einer bewundernswerten Genauigkeit und Treue Ã¼ber Jahrhunderte weitergegeben; diese bewahrte Ãœberlieferung haben wir im hebrÃ¤ischen Masoretischen Text des AT.</p>
<p>Nach dem Versagen der Priesterschaft in der Zeit Jesu Christi und nach dem Fall Jerusalems wurde die Ãœberlieferung des AT auf der Grundlage des bewahrten Priestertextes getreu weitergegeben durch die jÃ¼dischen Schriftgelehrten und Rabbiner. Obwohl sie unglÃ¤ubig und christusfeindlich waren, gebrauchte Gott sie in Seiner souverÃ¤nen Vorsehung, um den Text des AT zuverlÃ¤ssig zu Ã¼berliefern, getreu dem Wort aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+3%2C2%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶m 3,2:</a><strong> â€žDenn vor allem sind ihnen die AussprÃ¼che Gottes anvertraut worden.â€œ</strong> Die heute zugÃ¤nglichen Handschriften des Masoretischen Textes sind im Mittelalter entstanden, fast 2.500 Jahre nach der Entstehung des mosaischen Gesetzes. Der Masoretische Text beruht somit (Ã¤hnlich wie der Textus Receptus des NT) auf â€žspÃ¤ten Textzeugenâ€œ, die dennoch zuverlÃ¤ssig sind. Er geht auf die uralte, von Gott bewahrte priesterliche Ãœberlieferungslinie zurÃ¼ck und ist weitaus zuverlÃ¤ssiger als selbst viele Jahrhunderte Ã¤ltere Handschriften etwa aus Qumran. Das wird heute selbst in der wissenschaftlichen Textkritik des AT zugegeben.</p>
<p>In der Niedergangsphase des Judentums nach 400 v. Chr. gab es auch andere Ãœberlieferungslinien der alttestamentlichen heiligen Schriften, die durch Auslassungen, willkÃ¼rliche VerÃ¤nderungen und Vereinfachungen gekennzeichnet sind. Dazu zÃ¤hlen gewisse Qumran-Handschriften, aber auch Targume (aramÃ¤ische freie Wiedergaben der Schriften des AT mit ErklÃ¤rungen). Sie waren jedoch meist auf Sekten und Abspaltungen des Judentums wie die Qumran-Sekte beschrÃ¤nkt bzw. erhielten keine offizielle Anerkennung im Judentum. Bis heute ist der Masoretische Text der allgemein verbindliche Text des orthodoxen Judentums. Er wurde auch von den Reformatoren und den allermeisten bibeltreuen GlÃ¤ubigen nach ihnen als der zuverlÃ¤ssige Text des AT anerkannt.</p>
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<h4>
b) Die Ãœberlieferung des Textes des NT</h4>
<p>Bei der Ãœberlieferungsgeschichte des NT finden wir eine etwas anders gelagerte Entwicklung vor. Sie wird von zwei grundlegenden Tatsachen geprÃ¤gt:</p>
<p>* Die zu Pfingsten neu entstandene Gemeinde war von vornherein in gewaltige geistliche KÃ¤mpfe mit den MÃ¤chten der Finsternis verwickelt, die durch Irrlehren, falsche Apostel und Propheten versuchten, das Werk Gottes zu beeintrÃ¤chtigen und zu zerstÃ¶ren. Satan versuchte sofort, dem echten Wort Gottes gefÃ¤lschte Worte entgegenzusetzen bzw. dieses Wort zu verfÃ¤lschen: <strong>â€žDenn wir sind nicht wie so viele, die das Wort Gottes verfÃ¤lschenâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+2%2C17%3B+vgl.+auch+2Kor+4%2C2&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 2,17; vgl. auch 2Kor 4,2</a>) betont der Apostel Paulus und zeigt damit, daÃŸ dies damals viele VerfÃ¼hrer taten. Paulus selbst warnt die Thessalonicher davor, sich durch gefÃ¤lschte Briefe, die angeblich von ihm stammten, verunsichern zu lassen (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Th+2%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Th 2,2</a>).</p>
<p>* Die Ãœberlieferung der heiligen Schriften des NT war nicht mehr einer institutionalisierten Priesterschaft anvertraut, sondern der allgemeinen Priesterschaft der GlÃ¤ubigen. Getreu dem allgemeinen Priestertum in der Gemeinde Gottes gab Gott den gottesfÃ¼rchtigen GlÃ¤ubigen, insbesondere den Lehrern und Hirten, den Auftrag:<strong> â€žDieses edle anvertraute Gut [d. h. die neutestamentliche Schriftoffenbarung] bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,14</a>), verbunden mit der Ermahnung, <strong>â€ždaÃŸ ihr fÃ¼r den Glauben kÃ¤mpft, der den Heiligen ein fÃ¼r allemal Ã¼berliefert worden istâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Jud+3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Jud 3</a>). Paulus gibt in seinen VermÃ¤chtnisbriefen an Timotheus (der stellvertretend fÃ¼r die treuen GlÃ¤ubigen der kÃ¼nftigen Generationen steht), den ernsten Auftrag, <strong>â€ždaÃŸ du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christusâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+6%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 6,14</a>). Er mahnt ihn:<strong> â€žO Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, meide das unheilige, nichtige GeschwÃ¤tz und die WidersprÃ¼che der fÃ¤lschlich so genannten â€šErkenntnisâ€™ [gr. Gnosis]!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+6%2C20&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 6,20</a>).</p>
<p>Diese Situation mÃ¼ssen wir richtig verstehen und geistlich beurteilen, wenn wir die TextÃ¼berlieferung des NT verstehen wollen. Die scharfen geistlichen Auseinandersetzungen um Gottes Wort in der Apostelzeit zeigen klar, daÃŸ wir die TextÃ¼berlieferung des NT niemals vom â€žneutralenâ€œ menschlichen Vernunftstandpunkt aus beurteilen dÃ¼rfen, denn hier spielte der Kampf zwischen Licht und Finsternis, der verfÃ¼hrerische EinfluÃŸ Satans und seiner Werkzeuge in der Gemeinde eine wichtige Rolle. Wenn â€žwissenschaftliche Expertenâ€œ behaupten, es habe in der frÃ¼hen Ãœberlieferung des NT keine TextverÃ¤nderungen aus LehrgrÃ¼nden bzw. hÃ¤retischen (von Irrlehren stammenden) Quellen gegeben, so ist das geistlich-biblisch gesehen und auch geschichtlich-faktisch unzutreffend und Ausdruck der geistlichen Blindheit unglÃ¤ubiger Leute.</p>
<p>Auf der anderen Seite wird aus den angefÃ¼hrten Bibelworten deutlich, daÃŸ bei der Bewahrung des Wortes Gottes auch die Treue und geistlichen Haltung der GlÃ¤ubigen eine gewisse Rolle spielt und daher der geistliche Zustand der Gemeinde einen EinfluÃŸ auf die TextÃ¼berlieferung hat. In der nachapostolischen Zeit des Niedergangs und der Herausbildung der abgefallenen katholischen Kirche war das Eindringen von VerÃ¤nderungen (und u. U. auch der Ausfall vereinzelter Passagen) in Teilen der TextÃ¼berlieferung mÃ¶glich. Gottes Bewahrung wirkte nicht so, daÃŸ jeder Fehler und jede VerfÃ¤lschung in der TextÃ¼berlieferung ausgeschlossen war, sondern so, daÃŸ die VerfÃ¤lschungen begrenzt wurden und fÃ¼r den geistlichen GlÃ¤ubigen klar erkennbar waren. Gott lieÃŸ VerfÃ¤lschungen und VerstÃ¼mmelungen der TextÃ¼berlieferung in Teilbereichen und gewissen Regionen zu, sorgte aber dafÃ¼r, daÃŸ die von Ihm bewahrte Ãœberlieferung klar erkennbar und davon abgegrenzt rein erhalten blieb.</p>
<p>Vor den Werkzeugen Satans, die schon zu apostolischen Zeiten in die Gemeinden eindrangen und ihnen ein anderes Evangelium, einen anderen Jesus verkÃ¼ndigten (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+11%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 11,4</a>) warnt der Apostel Paulus ausdrÃ¼cklich in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+11%2C13-15%3A&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 11,13-15:</a></p>
<p><strong>â€žDenn solche sind falsche Apostel, betrÃ¼gerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden. Und das ist nicht verwunderlich, denn der Satan selbst verkleidet sich als ein Engel des Lichts. Es ist also nichts besonderes, wenn auch seine Diener sich verkleiden als Diener der Gerechtigkeit; aber ihr Ende wird ihren Werken gemÃ¤ÃŸ sein.â€œ</strong></p>
<p>Warnungen vor solchen nicht wiedergeborenen VerfÃ¼hrern, falschen Propheten und Irrlehrern in der Gemeinde finden wir an vielen Stellen im NT (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=R%C3%B6m+16%2C17-18%3B+2Kor+11%3B+Gal+1%2C6-10%3B+3%2C1%3B+5%2C7-12%3B+Eph+4%2C14%3B+5%2C6%3B+Phil+3%2C2.17-19%3B+Kol+2%2C4-8.18-23%3B+2Th+2%2C1-3%3B+1Tim+13-4%3B+4%2C1-3%3B+6%2C3-5%3B+2Tim+2%2C16-18%3B+3%2C6-9.13%3B+Tit+1%2C10-16%3B+3%2C9-11%3B+Hebr+13%2C9%3B+2Pt+2%3B+3%2C15-17%3B+1.Joh%3B+2Joh%3B+3Joh%3B+Jud%3B+Offb+2-3&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">RÃ¶m 16,17-18; 2Kor 11; Gal 1,6-10; 3,1; 5,7-12; Eph 4,14; 5,6; Phil 3,2.17-19; Kol 2,4-8.18-23; 2Th 2,1-3; 1Tim 13-4; 4,1-3; 6,3-5; 2Tim 2,16-18; 3,6-9.13; Tit 1,10-16; 3,9-11; Hebr 13,9; 2Pt 2; 3,15-17; 1.Joh; 2Joh; 3Joh; Jud; Offb 2-3</a>).</p>
<p>Es ist also durchaus folgerichtig, wenn wir schon sehr frÃ¼h in der Textgeschichte des NT ausgesprochene VerfÃ¤lschungen der heiligen Schriften finden, die eindeutig auf den Kampf von Irrlehrern gegen den ein fÃ¼r allemal den Heiligen Ã¼berlieferten Glauben zurÃ¼ckzufÃ¼hren ist. Das bekannteste Beispiel hierfÃ¼r sind die VerkÃ¼rzungen und VerfÃ¤lschungen Marcions (2. Jh.). Dieser Kampf wurde auf mehreren Ebenen gefÃ¼hrt:</p>
<p>* Der Kanon der Schrift wurde verfÃ¤lscht, d. h. die Auswahl der als inspirierte heilige Schriften geltenden BÃ¼cher der Bibel. Dies geschah einerseits durch Streichung echter BÃ¼cher; Marcion etwa verÃ¶ffentlichte eine verstÃ¼mmelte und stark verkÃ¼rzte Liste neutestamentlicher BÃ¼cher, die er als echt gelten lieÃŸ. Andererseits wurden von den Irrlehrern gefÃ¤lschte â€žheilige Schriftenâ€œ in Umlauf gebracht, die nach ihrer Meinung ebenfalls in das NT aufgenommen werden sollten. Dazu zÃ¤hlen neben einigen gnostisch verfÃ¤lschten Evangelien auch der Clemens- und Barnabasbrief sowie der â€žHirte des Hermasâ€œ (vgl. dazu die ErwÃ¤hnung eines gefÃ¤lschten Apostelbriefes in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Th+2%2C2&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Th 2,2</a>).</p>
<p>* In den biblischen Schriften wurden Worte oder ganze Abschnitte weggelassen, vielfach solche, die mit den falschen Lehren der VerfÃ¼hrer nicht Ã¼bereinstimmten bzw. die diese bloÃŸstellten. Es kam auch zu HinzufÃ¼gungen von unechten Aussagen, allerdings seltener, vielleicht weil diese fÃ¼r die GlÃ¤ubigen als Eingriff leichter zu erkennen waren als Weglassungen. (Vgl. dazu <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=5Mo+12%2C32%3B+Offb+22%2C18-19.&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">5Mo 12,32; Offb 22,18-19.</a>)</p>
<p>* An einigen Stellen wurden die echten Schriftworte verÃ¤ndert und verfÃ¤lscht, um sie fÃ¼r die falschen Lehren passend bzw. unschÃ¤dlich zu machen. (Vgl. dazu <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Kor+2%2C17%3B+4%2C2.&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Kor 2,17; 4,2.</a>)</p>
<p>In der apostolischen Zeit wurden diese VerfÃ¤lschungen durch die Wachsamkeit der wahren GlÃ¤ubigen und den Dienst der Apostel abgewehrt. Die Gemeinden besaÃŸen noch die Urschriften und treue Abschriften der BÃ¼cher des NT, die von den Aposteln selbst (Johannes lebte ja bis ca. 100 n. Chr. und wirkte wohl am Ende seines Lebens hauptsÃ¤chlich in Ephesus) bzw. ihren vertrauten Mitarbeitern wie Timotheus, Markus oder Lukas bestÃ¤tigt werden konnten. Die apostolisch gegrÃ¼ndeten und belehrten Gemeinden, die sich vor allem in Kleinasien (Antiochia, Ephesus, KolossÃ¤) und Griechenland (Thessalonich, Philippi, Korinth) befanden, konnten deshalb eine gesicherte und bewahrte TextÃ¼berlieferung der verschiedenen BÃ¼cher des NT entwickeln.</p>
<p>Mit dem Beginn des 2. Jh. jedoch trat ein schreckenerregend schneller Umschwung ein. Sehr bald nach dem Tod des letzten Apostels entwickelten sich in der Gemeinde schwerwiegende Abweichungen von Gottes Wort. Heidnisch-aberglÃ¤ubische IrrtÃ¼mer, falschprophetische Bewegungen wie der Montanismus und die Herrschaft einer Schicht von â€žKlerikernâ€œ (gelehrten FÃ¼hrern, die eine FÃ¼hrungsrolle als â€žBischÃ¶feâ€œ und Priesterkaste Ã¼ber den einfachen GlÃ¤ubigen beanspruchten) kamen in der frÃ¼hen Kirche auf. Die wahre Gemeinde der GlÃ¤ubigen wurde mehr und mehr durchsetzt und gelÃ¤hmt von diesen EinflÃ¼ssen; es kam zu einer Vermischung von Richtig und Falsch, wobei die VerfÃ¤lschungen von Lehre und Praxis immer mehr zunahmen: Askese und MÃ¶nchtum (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Tim+4%2C3&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Tim 4,3</a>); Vermischung mit griechischer Philosophie und heidnischen Mysterienkulten (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+2%2C4%2B8%2B16-23&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 2,4+8+16-23</a>), Klerikalismus (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=3Joh+9-11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">3Joh 9-11</a>). Diese Entwicklung war im Wort Gottes immer wieder vorhergesagt worden (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Apg+20%2C29-30%3B+1Tim+4%2C1-3%3B+1Tim+6%2C3-5%3B+2Tim+3%2C13%3B+2Pt+2%3B+1Joh+2%2C18-19%3B+4%2C1-6%3B+2Joh+7-11%3B+Jud+3-19%3B+Offb+2+u.+3&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Apg 20,29-30; 1Tim 4,1-3; 1Tim 6,3-5; 2Tim 3,13; 2Pt 2; 1Joh 2,18-19; 4,1-6; 2Joh 7-11; Jud 3-19; Offb 2 u. 3</a>).</p>
<p>Von der raschen DurchsÃ¤uerung der Gemeinde mit Irrlehrern und falschen FÃ¼hrern wurde auch die TextÃ¼berlieferung des NT beeinfluÃŸt. Das sich nun entwickelnde unbiblische Gebilde der â€žkatholischen Kircheâ€œ konnte nicht mehr, wie zur Anfangszeit, hÃ¤retische VerfÃ¤lschungen der Schrift ganz und gar abwehren und ausscheiden. Zwar wurden die offensichtlichen VerfÃ¤lschungen wie die Marcions entlarvt und zurÃ¼ckgewiesen, aber die im Rahmen der neu entstandenen Kirche geduldeten oder gar offiziell Ã¼bernommenen IrrstrÃ¶mungen konnten ihr Werk relativ ungehindert betreiben.</p>
<p>Deshalb entstanden die meisten abweichenden Textformen (â€žLesartenâ€œ) des NT im 2. &#8211; 3. Jh. n. Chr. Das bezeugen auch grÃ¼ndliche Kenner der Textgeschichte wie der englische Gelehrte Scrivener: â€žEs entspricht den Tatsachen, auch wenn es paradox klingt, daÃŸ die schlimmsten Verderbnisse, denen das Neue Testament je ausgeliefert war, in den ersten hundert Jahren nach seiner Abfassung ihren Ursprung hatten, und daÃŸ IrenÃ¤us und die afrikanischen KirchenvÃ¤ter und die ganze westliche Kirche zusammen mit einem Teil der syrischen Kirche weitaus schlechtere Handschriften benutzten als die, welche Stunica oder Erasmus oder Stephanus 13 Jahrhunderte spÃ¤ter zugrundelegten, als sie den Textus Receptus formten.â€œ</p>
<p>Es gab in der Gemeinde ja keine offiziell von Gott eingesetzte Einrichtung, die diese Entwicklung hÃ¤tte verhindern kÃ¶nnen; in der Zeit des Glaubensabfalls wÃ¤re eine solche Institution, wie alle FÃ¼hrungspositionen in der Kirche, auch rasch von den Irrlehrern Ã¼bernommen und miÃŸbraucht worden. Das Gegengewicht zu der Ausbreitung von unzuverlÃ¤ssigen, z. T. hÃ¤retisch verÃ¤nderten Bibelhandschriften war allein die Masse der einfachen GlÃ¤ubigen, die durch den in ihnen wohnenden Heiligen Geist geleitet (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,14</a>!) die wahre, aus der Apostelzeit weitergegebene TextÃ¼berlieferung annahmen und die verfÃ¤lschten Texte zurÃ¼ckwiesen.</p>
<p>Wir mÃ¶chten noch einmal festhalten: Wir mÃ¼ssen in der TextÃ¼berlieferung des NT einen Widerhall dieser schweren und groÃŸangelegten geistlichen KÃ¤mpfe und UmwÃ¤lzungen erwarten. Der Feind wuÃŸte genau um die erleuchtende, bewahrende, erbauende Kraft des Wortes Gottes, und er nutzte die MÃ¶glichkeit, durch seine Diener in kirchlichen Machtstellungen dieses Wort zu beeintrÃ¤chtigen und abzuschwÃ¤chen, wo dies mÃ¶glich war.</p>
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<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <strong>Gottes bewahrtes Wort</strong>.</p>
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<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/gottes-bewahrtes-wort-warum-wir-den-textus-receptus-als-grundtext-des-neuen-testaments-annehmen-duerfen/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/der-standpunkt-des-glaubens-an-die-bewahrte-textueberlieferung-der-heiligen-schrift/">Der Standpunkt des Glaubens an die bewahrte TextÃ¼berlieferung der Heiligen Schrift</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Ã¶kumenische Welteinheitstext des NT und die Bedeutung des Textus Receptus heute</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/der-oekumenische-welteinheitstext-des-nt-und-die-bedeutung-des-textus-receptus-heute/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:56:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BibelÃ¼bersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ã–kumenische Verstrickungen]]></category>
		<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Als GlÃ¤ubige, die in der letzten Zeit vor der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus leben, mÃ¼ssen wir besonders wachsam gegen VerfÃ¼hrungen jeglicher Art sein. Unser treuer Herr hat seine JÃ¼nger gewarnt: â€žHabt acht, daÃŸ euch niemand verfÃ¼hrt!â€œ (Mt 24,4). Wir leben in schlimmen Zeiten (vgl. 2Tim 3,1) und sind in ernste geistliche KÃ¤mpfe hineingestellt. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/der-oekumenische-welteinheitstext-des-nt-und-die-bedeutung-des-textus-receptus-heute/">Der Ã¶kumenische Welteinheitstext des NT und die Bedeutung des Textus Receptus heute</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Â </h1>
<p>Als GlÃ¤ubige, die in der letzten Zeit vor der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus leben, mÃ¼ssen wir besonders wachsam gegen VerfÃ¼hrungen jeglicher Art sein. Unser treuer Herr hat seine JÃ¼nger gewarnt: <strong>â€žHabt acht, daÃŸ euch niemand verfÃ¼hrt!â€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+24%2C4&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 24,4</a>). Wir leben in schlimmen Zeiten (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+3%2C1&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 3,1</a>) und sind in ernste geistliche KÃ¤mpfe hineingestellt.</p>
<p>Diese Zeit ist besonders gekennzeichnet von einer immer stÃ¤rker werdenden Tendenz zum Abfall vom biblischen Glauben, zur Relativierung und AuflÃ¶sung von Gottes Wort. Sie bringt immer lautere Lippenbekenntnisse zu Christus und einem falschen Christentum mit sich (â€žVerliebt in Jesusâ€œ, â€žLeidenschaft fÃ¼r Jesusâ€œ), gepaart mit einer Verleugnung des biblischen Herrn Jesus Christus und des echten Glaubenslebens in Gehorsam und Kreuzesnachfolge. Bibelkritik und Mystik, LÃ¼gen-Offenbarungen falscher Propheten und die MiÃŸachtung des inspirierten Schriftwortes gehen Hand in Hand.</p>
<p>All diese widergÃ¶ttlichen Entwicklungen drÃ¤ngen mit zunehmender Kraft auf die ZerstÃ¶rung der Fundamente des biblischen Glaubens, auf die AuflÃ¶sung evangelisch-bibeltreuer Glaubenspositionen zugunsten eines breiten, vermischten Stroms Ã¶kumenischer Einheit. Das wahre biblische Evangelium wird zunehmend verwÃ¤ssert und verfÃ¤lscht, so daÃŸ der Unterschied zu dem anderen, falschen Evangelium der rÃ¶misch-katholischen Kirche (oder auch dem falschen â€žGlaubensâ€œ- und â€žWohlstandsâ€œevangelium vieler Charismatiker) nicht mehr erkennbar ist.</p>
<p>Die Lehre und das Zeugnis der Reformation, der biblischen TÃ¤ufer und der anderen evangelischen treuen GlÃ¤ubigen soll untergraben, verfÃ¤lscht und umgedeutet werden, um der groÃŸen, antichristlichen Einheit willen, die zwischen Namenschristen und echten Christen, zwischen Katholischer Kirche und Protestanten, zwischen biblischen Gemeinden und unbiblischen Kirchen und Sekten geschmiedet werden soll. Das groÃŸe Ziel dieser Entwicklung ist uns in der Bibel geoffenbart: BABYLON, DIE GROSSE, die Hure, die antichristliche Welteinheitskirche (vgl. <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Offb+17+und+18&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Offb 17 und 18</a>).</p>
<p>In diese geistliche Sicht der Endzeit und ihrer Herausforderungen fÃ¼r den treuen Ãœberrest der GlÃ¤ubigen mÃ¼ssen wir auch den verÃ¤nderten Grundtext der modernen Theologie und der modernen BibelÃ¼bersetzungen einordnen. Es muÃŸ doch jedem nÃ¼chternen, treuen GlÃ¤ubigen zu denken geben, daÃŸ der heute Ã¼berall gÃ¼ltige â€žNestle-Alandâ€œ-Text von einer Handvoll unglÃ¤ubiger Wissenschaftler herausgegeben wird, die einen bibelkritischen, Ã¶kumenischen Standpunkt haben, darunter einem Kardinal der Katholischen Kirche. Diese MÃ¤nner entscheiden per Mehrheitsabstimmung (!), was in den modernen Bibeln stehen soll und was nicht.</p>
<p>KÃ¶nnen wir als GlÃ¤ubige der Entscheidung solcher Leute das Wort Gottes anvertrauen? Der von ihnen herausgegebene Text stÃ¼tzt sich ganz in Ãœbereinstimmung mit seinen VorgÃ¤ngern einseitig und willkÃ¼rlich auf die gnostisch verfÃ¤lschten alexandrinischen Handschriften und verwirft den zuverlÃ¤ssigen byzantinischen Mehrheitstext an fast allen Stellen. Er bedeutet eine verhÃ¤ngnisvolle Abkehr von dem bewÃ¤hrten Text der Reformation und eine Hinwendung zu der von der Katholischen Kirche vertretenen TextÃ¼berlieferung. Es ist deshalb bezeichnend, daÃŸ die Katholische Kirche den Nestle-Aland-Text offiziell anerkannt und Ã¼bernommen hat!</p>
<p>Der â€žNestle-Alandâ€œ-Text wurde, wie schon erwÃ¤hnt, durch ein Abkommen zwischen dem Vatikan und den liberal-bibelkritischen Weltbibelgesellschaften im Jahr 1968 zum allein verbindlichen Text fÃ¼r alle BibelÃ¼bersetzungen weltweit, ob katholisch oder evangelisch, erklÃ¤rt. (Der Wortlaut der Vereinbarung ist inzwischen auf <strong>Das-Wort-der-Wahrheit.de</strong> nachzulesen, siehe unten.) Auch in Forschung, Lehre und kirchlicher Praxis nimmt er eine international beherrschende Stellung ein. Damit ist der Text der Gnostiker und Irrlehrer der frÃ¼hen Jahrhunderte zum Ã¶kumenische Welteinheitstext der endzeitlichen Namenschristenheit geworden! Der zuverlÃ¤ssige Text der Reformation dagegen wird beiseitegedrÃ¤ngt, verÃ¤chtlich gemacht und soll in Vergessenheit geraten.</p>
<p>Diese Entwicklungen sind fÃ¼r den geistlich wachsamen GlÃ¤ubigen nicht zufÃ¤llig oder unwichtig. Sie gehÃ¶ren in den Rahmen der oben beschriebenen endzeitlichen VerfÃ¼hrungs- und AuflÃ¶sungstendenzen. Den treuen GlÃ¤ubigen soll ihr zuverlÃ¤ssiger, untrÃ¼glicher MaÃŸstab genommen werden und durch einen ungenauen, verkÃ¼rzten MaÃŸstab ersetzt werden. Das scharf geschliffene Schwert des Geistes, das die Bibeln der Reformations- und Erweckungslinie noch darstellten, soll durch ein schartiges, mit Bruchstellen durchsetztes Schwert ersetzt werden, das im Kampf nicht recht taugt. Das ist besonders ernst im Hinblick auf die schwerer werdenden KÃ¤mpfe, die aufgrund der zugespitzten endzeitlichen Entwicklung vor uns stehen.</p>
<p>Wir dÃ¼rfen dankbar sein, daÃŸ durch Gottes Gnade doch einige bibeltreue Christen sich von diesen verfÃ¼hrerischen Tendenzen ferngehalten haben. Viele treue GlÃ¤ubige haben an den altbewÃ¤hrten BibelÃ¼bersetzungen wie der Luther 1912, der King-James-Bibel, der Reina-Valera usw. festgehalten. Das Wissen um den geistlichen Hintergrund der neuen, verÃ¤nderten Bibeln fehlt zwar vielfach, aber das geistliche GespÃ¼r vieler GlÃ¤ubiger leitete sie, an dem BewÃ¤hrten festzuhalten.</p>
<p>Was wir heute brauchen, ist darÃ¼ber hinaus eine klare Erkenntnis der geistlichen HintergrÃ¼nde der Textkritik und der modernen Bibeln, und ein ganz nÃ¼chternes, waches, bewuÃŸtes Festhalten am Ã¼berlieferten Text der Reformation.</p>
<p>Es ist sehr bedauerlich, daÃŸ die unterschiedlichen Auffassungen Ã¼ber den Grundtext des NT heute immer wieder zu polemischen Auseinandersetzungen fÃ¼hren. Auch aufrichtige, bibeltreue VerkÃ¼ndiger des Wortes Gottes verteidigen heute den Nestle-Aland-Text und sprechen sich gegen den Textus Receptus aus.</p>
<p>Die PrÃ¤gung durch Traditionen (z. B. in der â€žBrÃ¼derbewegungâ€œ) oder der EinfluÃŸ der akademischen Theologie spielen dabei oft eine traurige Rolle und trÃ¼ben das geistliche Urteil von BrÃ¼dern, die in anderen Fragen noch klar sehen. Wir sollten solchen BrÃ¼dern in Liebe begegnen und sie nicht verurteilen, aber wir mÃ¼ssen uns ihren fehlgeleiteten Ansichten nicht unterwerfen.</p>
<p>Die nÃ¶tige AufklÃ¤rung Ã¼ber die modernen BibelÃ¼bersetzungen sollte auf jeden Fall nicht zu Spaltungen und ungeistlichen Auseinandersetzungen unter bibeltreuen Christen fÃ¼hren. Deshalb braucht es heute viel Gebet fÃ¼r die verantwortlichen BrÃ¼der und fÃ¼r bibeltreue Gemeinden, daÃŸ die schÃ¤dlichen EinflÃ¼sse der Textkritik doch noch erkannt werden, und daÃŸ der Herr Gnade schenkt, damit diese Fragen von allen Verantwortlichen in einer geistlichen Weise behandelt werden.</p>
<p>Dazu ist auch Besonnenheit und geistliche Gesinnung der BefÃ¼rworter des Textus Receptus vonnÃ¶ten. Jede wilde, Ã¼berzogene Polemik, wie sie etwa manche AnhÃ¤nger der â€žKing-James-Onlyâ€œ-Bewegung Ã¼ben, kann in einer solchen Frage nur Schaden anrichten. Es bedarf einer geduldigen geistlichen Ãœberzeugungsarbeit, um die Einheit des Geistes auch bei unterschiedlichen Auffassungen zu bewahren.</p>
<p>Heute ist es wichtiger denn je, gesunde, nach bibeltreuen GrundsÃ¤tzen und dem bewÃ¤hrten Grundtext Ã¼bersetzte BibelÃ¼bersetzungen zu bewahren und zu fÃ¶rdern. Dazu gehÃ¶rt im deutschsprachigen Raum neben der Lutherbibel 1912 auch die revidierte Schlachterbibel.</p>
<p>Das ist mit eingeschlossen in den Auftrag, den wir alle gemÃ¤ÃŸ dem Wort aus <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=2Tim+1%2C13-14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">2Tim 1,13-14</a> haben: <strong>â€žHalte dich an das Muster der gesunden Worte, die du von mir gehÃ¶rt hast, im Glauben und in der Liebe, die in Christus Jesus ist! Dieses edle anvertraute Gut bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt.â€œ</strong></p>
<p>Wir mÃ¼ssen Ã¼ber unseren Bibeln wachen und den hohen Wert einer geistlich gesunden Ãœbersetzung erkennen. MÃ¶ge der Herr selbst noch vielen GlÃ¤ubigen in diesen ernsten Tagen die Augen Ã¶ffnen, damit sie die Bedeutung der Bibelfrage in der letzten Zeit erkennen!</p>
<p style="padding-left: 30px;">
<strong>Das Gesetz des HERRN ist vollkommen,</strong><br />
<strong> es erquickt die Seele;</strong><br />
<strong> das Zeugnis des HERRN ist zuverlÃ¤ssig,</strong><br />
<strong> es macht die UnverstÃ¤ndigen weise.</strong><br />
<strong> Die Befehle des HERRN sind richtig,</strong><br />
<strong> sie erfreuen das Herz;</strong><br />
<strong> das Gebot des HERRN ist lauter,</strong><br />
<strong> es erleuchtet die Augen.</strong><br />
<strong> Die Furcht des HERRN ist rein,</strong><br />
<strong> sie bleibt in Ewigkeit;</strong><br />
<strong> die Bestimmungen des HERRN sind Wahrheit,</strong><br />
<strong> sie sind allesamt gerecht.</strong><br />
<strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Psalm+119%2C8-10&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Psalm 119,8-10</a>)</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong></em>.</p>
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<p>
<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #800000; font-size: 14pt;">Das Originaldokument der hier erwÃ¤hnten Vereinbarung zwischen dem Vatikan und den Weltbibelgesellschaften ist auf dieser Webseite auf englisch mit deutsch Ã¼bersetzten Abschnitten verÃ¶ffentlicht:</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a class="package-title" href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/vereinbarung-zwischen-dem-vatikan-und-den-internationalen-bibelgesellschaften-von-1987/"><strong>Vereinbarung zwischen dem Vatikan und den Internationalen Bibelgesellschaften von 1987</strong></a></p>
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		<title>Die ZuverlÃ¤ssigkeit des Textus Receptus</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-zuverlaessigkeit-des-textus-receptus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:53:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Seit den AnfÃ¤ngen der â€žTextkritikâ€œ betrieben ihre BefÃ¼rworter eine gezielte Herabsetzung des Textus Receptus als des zuverlÃ¤ssigen, von allen GlÃ¤ubigen angenommenen Textes des griechischen NT. Ganz offen sprechen Kurt und Barbara Aland von einer â€žSchlachtâ€œ gegen den TR, von den â€žBemÃ¼hungen, von der Vorherrschaft des Textus receptus loszukommenâ€œ. Der von den GlÃ¤ubigen angenommene Text [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h1>Â </h1>
<p>Seit den AnfÃ¤ngen der â€žTextkritikâ€œ betrieben ihre BefÃ¼rworter eine gezielte Herabsetzung des Textus Receptus als des zuverlÃ¤ssigen, von allen GlÃ¤ubigen angenommenen Textes des griechischen NT. Ganz offen sprechen Kurt und Barbara Aland von einer â€žSchlachtâ€œ gegen den TR, von den â€žBemÃ¼hungen, von der Vorherrschaft des Textus receptus loszukommenâ€œ. Der von den GlÃ¤ubigen angenommene Text muÃŸte in Zweifel gezogen werden, das Vertrauen der GlÃ¤ubigen in ihn muÃŸte zerstÃ¶rt werden, damit die andersartigen alexandrinischen Textformen EinfluÃŸ gewinnen konnten, die die moderne Textkritik als die â€žbesserenâ€œ und â€ždem Urtext nÃ¤chstenâ€œ anpries.</p>
<p>Die Angriffe der unglÃ¤ubigen Textkritiker verliefen auf zwei Ebenen: einerseits wurde die Herausgeberarbeit von Erasmus, dem ersten Herausgeber des Textus Receptus, in ein schiefes Licht gestellt, und andererseits wurde die byzantinische MehrheitstextÃ¼berlieferung, die dem TR zugrundeliegt, als unzuverlÃ¤ssig dargestellt. Beide Argumentationslinien werden heute von den evangelikalen Verteidigern des â€žNestle-Alandâ€œ-Textes getreulich nachvollzogen. Dabei ist ihnen nicht bewuÃŸt, daÃŸ sie hier die GlaubensÃ¼berzeugung ihrer bibeltreuen â€žVorvÃ¤terâ€œ mit den vergifteten und verkehrten Waffen der Gegner des Glaubens attackieren.</p>
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<h2>
Erasmus â€“ der erste Herausgeber des Textus Receptus</h2>
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<p>Von den glÃ¤ubigen Verteidigern der â€žTextkritikâ€œ wird viel Aufhebens gemacht von den angeblichen â€žSchlampereienâ€œ, â€žFehlernâ€œ und â€žÃœbersetzungen aus der Vulgataâ€œ, die sich Erasmus zuschulden habe kommen lassen. Was ist an diesen VorwÃ¼rfen dran? Sie enthalten, was die erste Ausgabe des griechischen NT von Erasmus betrifft, einen Wahrheitskern.</p>
<p>TatsÃ¤chlich war Erasmus 1516 unter Zeitdruck, und ihm wie den Schriftsetzern unterliefen einige Fehler. Er selbst gab auch offen zu, daÃŸ er am SchluÃŸ der Offenbarung einige Verse, die in der von ihm benutzten griechischen Handschrift fehlten, aus dem Lateinischen rÃ¼ckÃ¼bersetzt hatte, weil er so schnell keine andere Handschrift dafÃ¼r beschaffen konnte (dies war damals auch viel schwerer als heute, und es gab weder Telefax noch Fotokopierer oder Ã¤hnliche Erleichterungen fÃ¼r Herausgeberarbeit).</p>
<p>Dennoch enthalten die Darstellungen des Erasmus, die ein Gegner des Textus Receptus zumeist vom anderen abschreibt, zumeist viele fahrlÃ¤ssige oder sogar bewuÃŸte Entstellungen der Wahrheit. Die Wahrheit ist, daÃŸ Erasmus die Fehler, die sich in seiner 1. Auflage fanden, in den folgenden Ausgaben korrigiert hat. Er arbeitete seine insgesamt fÃ¼nf Auflagen immer wieder sorgfÃ¤ltig durch, verglich den Text mit weiteren Handschriften und verbesserte ihn.</p>
<p>An einigen Stellen behaupten seine Kritiker, er habe Fehler stehen gelassen, aber dies ist vÃ¶llig unbewiesen, weil wir das Handschriftenmaterial, nach dem Erasmus arbeitete, heute gar nicht mehr in vollem Umfang kennen. Auf jeden Fall kannte Erasmus sehr viel mehr griechische Handschriften des NT (bzw. AuszÃ¼ge davon), als nur die vier oder fÃ¼nf aus der Bibliothek in Basel, von denen die Kritiker immer sprechen.</p>
<p>Insgesamt wird Erasmus (auch von den glÃ¤ubigen Verteidigern der Textkritik) in ein mÃ¶glichst schlechtes Licht gestellt. Man bezeichnet ihn z. B. als â€žkatholischen Theologenâ€œ und verdeckt damit die Tatsache, daÃŸ Erasmus, auch wenn er nie offen fÃ¼r die Reformation Partei ergriff, doch einer der schÃ¤rfsten nichtreformatorischen Kritiker der katholischen Kirche war, so daÃŸ das Lesen seiner Schriften lÃ¤ngere Zeit von der Kirche verboten wurde.</p>
<p>Wir kÃ¶nnen nicht mit Sicherheit sagen, ob er glÃ¤ubig war, aber er ist trotz mancher ZwiespÃ¤ltigkeiten innerlich den Evangelischen nÃ¤her gestanden als dem Papsttum. Erasmus trat zwar nie Ã¶ffentlich aus der katholischen Kirche aus und war kein Reformator im eigentlichen Sinn, aber er geiÃŸelte die Abweichungen der Kirche von der Schrift; er war wesentlich gottesfÃ¼rchtiger als die allermeisten modernen Textkritiker und achtete im Gegensatz zu ihnen die Bibel als Wort Gottes.</p>
<p>Erasmus hatte, als er 1516 den Textus Receptus herausgab, schon Griechisch an einer UniversitÃ¤t unterrichtet, schon zahlreiche griechische Handschriften des NT studiert und eine lateinische Ãœbersetzung des NT aus griechischen Quellen verfaÃŸt. Er hatte auch schon mehrere Ausgaben antiker Kirchenschriftsteller herausgegeben und war insoweit bestimmt der beste Fachmann fÃ¼r eine Ausgabe des NT, der damals lebte. Es war sicherlich auch Gottes Weisheit, daÃŸ er keiner der rasch verfeindeten Parteien der Reformation angehÃ¶rte, so daÃŸ der von ihm herausgegebene Text von Lutheranern, Calvinisten und TÃ¤ufern gleichermaÃŸen akzeptiert werden konnte.</p>
<p>Was auch zumeist verschwiegen wird, ist die Tatsache, daÃŸ sein Text von zwei erwiesenermaÃŸen glÃ¤ubigen evangelischen Gelehrten weitergefÃ¼hrt wurde (Stephanus und Beza), die ihn mit noch mehr griechischen Handschriften verglichen und weiter verbesserten. In dieser ausgereiften Form bildete er den zuverlÃ¤ssigen, von allen wahren GlÃ¤ubigen anerkannten Text der Reformation, den auch wir GlÃ¤ubige der Endzeit in der GewiÃŸheit annehmen dÃ¼rfen, daÃŸ er durch Gottes Bewahrung getreulich den Urtext wiedergibt.</p>
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<h2>
Das Fundament des Textus Receptus â€“ der byzantinische Mehrheitstext</h2>
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<p>Der Hauptangriffspunkt der unglÃ¤ubigen Textkritiker gegen den Textus Receptus war seine GrÃ¼ndung auf den byzantinischen Text. Im Ã¼berlieferten Text der Reformation findet sich keine einzige der gnostisch beeinfluÃŸten VerstÃ¼mmelungen, die die alexandrinischen Handschriften durchziehen. Er gibt ein geschlossenes, strahlendes Zeugnis von der Gottheit und Herrlichkeit und dem ErlÃ¶sungswerk des Herrn Jesus Christus. Er ist in sich stimmig und klar.</p>
<p>Genau das erregte die Feindschaft der Gnostiker des 18. und 19. Jahrhunderts, die in ihrer Ablehnung der Gottheit Jesu Christi, des vollkommenen SÃ¼hnopfers und der gÃ¶ttlichen AutoritÃ¤t und Inspiration der Bibel sich ganz eins waren mit den Gnostikern der ersten nachchristlichen Jahrhunderte.</p>
<p>Dabei nutzten die Textkritiker die Tatsache aus, daÃŸ im feuchtwarmen Klima des Mittelmeeres so gut wie keine ganz alten Handschriften aus der byzantinischen Ãœberlieferung Ã¼berlebt haben (die damals alle auf Papyrus geschrieben waren), sondern nur spÃ¤tere zuverlÃ¤ssige Abschriften der frÃ¼hen byzantinischen Textzeugen. Die Ã¤ltesten erhaltenen byzantinischen Textzeugen gehen auf das 5. Jh. zurÃ¼ck (wobei sich typisch byzantinische Textformen auch schon in einigen sehr alten Ã¤gyptischen Papyri finden).</p>
<p>Ab dem 5. Jh. hat die groÃŸe Mehrzahl der erhalten gebliebenen Handschriften den byzantinischen Text, wÃ¤hrend der alexandrinische Text kaum noch eine Rolle spielt. Diesen Umstand schrieben die Textkritiker einem von ihnen frei erfundenen bewuÃŸten harmonisierenden redaktionellen Eingriff im 4. Jahrhundert zu, der sogenannten â€žLukianischen Rezensionâ€œ.</p>
<p>Damals seien die ursprÃ¼nglichen widersprÃ¼chlichen, unorthodoxen Stellen aus der OriginalÃ¼berlieferung von orthodoxen Kirchenleuten unter FÃ¼hrung des Lukian von Antiochien geglÃ¤ttet worden. Deshalb sei das gesamte Textzeugnis der byzantinischen Handschriften wertlos und zu verwerfen.</p>
<p>Diese Unterstellung ist zwar sehr listig und raffiniert ausgedacht, aber es fehlt jeglicher faktische Beweis fÃ¼r einen solchen bewuÃŸten Eingriff in den byzantinischen Text. Eine solche massive VerÃ¤nderung des Bibeltextes wÃ¤re aus mehreren GrÃ¼nden gar nicht mÃ¶glich gewesen: Der zuvor Ã¼berlieferte Text war ja im Kernland der apostolischen Gemeinden schon seit Generationen den GlÃ¤ubigen eingeprÃ¤gt und hÃ¤tte durch einen BeschluÃŸ eines Konzils nicht ohne weiteres verÃ¤ndert werden kÃ¶nnen.</p>
<p>Eine einheitliche Durchsetzung eines neuen Textes wÃ¤re schon aufgrund der Zerrissenheit der Kirche in verschiedene LehrstrÃ¶mungen und Fraktionen nicht mÃ¶glich gewesen.</p>
<p>SchlieÃŸlich hÃ¤tte ein solches Treffen von autoritativen BischÃ¶fen mit allen einhergehenden Debatten um den richtigen Text niemals ohne Spuren in der Kirchengeschichte geschehen kÃ¶nnen. Die alten Kirchenschriftsteller nahmen ja oft zu Fragen der TextÃ¼berlieferung Stellung (die meisten von ihnen zitieren Ã¼brigens Ã¼berwiegend byzantinische Textformen); ein solches Konzil wÃ¤re von ihnen auf alle FÃ¤lle in ihrer Argumentation zum FÃ¼r und Wider einer Textform angefÃ¼hrt worden.</p>
<p>SchlieÃŸlich ist es absurd, eine angebliche orthodoxe Ãœberarbeitung des NT gerade Lukian zuzuschreiben, einem Leugner der Gottheit Jesu Christi, dem Lehrer des Arius, der ja alles Interesse daran gehabt hÃ¤tte, den alexandrinischen Text zur Norm zu machen, wenn er gekonnt hÃ¤tte.</p>
<p>Die Theorie der â€žLukianischen Rezensionâ€œ wird heute selbst von vielen Textkritikern verworfen. Dazu haben auch die Papyrusfunde mit beigetragen, die zeigten, daÃŸ typische â€žbyzantinischeâ€œ Textformen auch schon im 2. und 3. Jahrhundert verbreitet waren und nicht erst im 4. Jh. kÃ¼nstlich erfunden worden sein konnten.</p>
<p>Die evangelikalen Gegner des Textus Receptus jedoch berufen sich fast alle heute noch auf diese falsche Theorie. Sie kommen ohne eine solche Unterstellung nicht ohne weiteres aus, weil es sonst keine fÃ¼r sie befriedigende ErklÃ¤rung fÃ¼r die Einheitlichkeit und den weiten EinfluÃŸ des byzantinischen Textes gibt â€“ auÃŸer der naheliegenden und offenkundig richtigen, daÃŸ dieser Text nÃ¤mlich die zuverlÃ¤ssige Ãœberlieferung der apostolischen Kerngemeinden darstellt, die bis ins 1. Jh. zurÃ¼ckreicht.</p>
<p>Der byzantinische Mehrheitstext war seit dem 1. Jahrhundert der Ã¼berlieferte Text der GlÃ¤ubigen in den Kerngebieten der apostolischen Urgemeinde â€“ der von allen angenommene Text, so wie es in den Jahrhunderten nach der Reformation auch der Fall war! Das ist die einzige ErklÃ¤rung dafÃ¼r, weshalb dieser Text schon im 4./5. Jahrhundert eine solche AutoritÃ¤t und Verbreitung genoÃŸ.</p>
<p>Dies war nur mÃ¶glich, weil er ein alter, ein bis zu den UrsprÃ¼ngen gehender Text ist. Die GlÃ¤ubigen hÃ¤tten niemals einen â€žneuenâ€œ, frisierten Text angenommen. Nur ein alter, bewÃ¤hrter Text, der den Originalen und beglaubigten Abschriften entsprach, mit dem man ihn verglich, hatte das Vertrauen der GlÃ¤ubigen. Deshalb muÃŸten ja auch AnhÃ¤nger von gnostischen und arianischen Irrlehren im byzantinischen Raum den alten byzantinischen Text benutzen, weil ein â€žneuerâ€œ nicht akzeptiert worden wÃ¤re.</p>
<p>Der byzantinische Mehrheitstext, das dÃ¼rfen die wahren GlÃ¤ubigen festhalten, ist die von Gott bewahrte Ãœberlieferungslinie, in der der wahre, unverfÃ¤lschte Urtext den GlÃ¤ubigen erhalten geblieben ist. Seine Geschlossenheit ist die Folge der gÃ¶ttlichen Inspiration, und seine Verbreitung die Folge der gÃ¶ttlichen Bewahrung fÃ¼r das Wort Gottes.</p>
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<h2>
Der Textus Receptus ist die zuverlÃ¤ssige Wiedergabe von Gottes Wort!</h2>
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<p>Es ist daher in keinster Weise ein Irrtum von Erasmus, wenn er in seiner weltweit verbreiteten Ausgabe des griechischen NT am Vorabend der Reformation ausgerechnet den byzantinischen Mehrheitstext zur Grundlage nimmt. Er knÃ¼pft damit an die 1.500 Jahre lange Ãœberlieferung des wahren apostolischen Textes an. Dabei wurde er, so dÃ¼rfen wir GlÃ¤ubige es erkennen, nicht von seinem begrenzten Menschenverstand geleitet, sondern von Gott selbst, der es auch so fÃ¼hrte, daÃŸ ausgerechnet dieser Text zum weltweit von allen wahren GlÃ¤ubigen anerkannten Text des NT wurde.</p>
<p>Wir GlÃ¤ubigen dÃ¼rfen Gottes Hand auch in der Reformation selbst sehen, bei allem Menschenwerk und UngÃ¶ttlichen, das mit darunter gemischt war. DaÃŸ das biblische Evangelium und die Heilige Schrift selbst klar auf den Leuchter gestellt und zu den VÃ¶lkern gebracht wurde, sind die zwei wichtigsten Errungenschaften dieser Gnadenstunde im Handeln Gottes mit den HeidenvÃ¶lkern.</p>
<p>Deshalb ist es nur folgerichtig, im Glauben damit zu rechnen, daÃŸ der lebendige, allmÃ¤chtige Gott dafÃ¼r gesorgt hat, daÃŸ die Reformatoren, die nun die Bibel in alle Sprachen des Abendlandes Ã¼bersetzten, den zuverlÃ¤ssigen, bewahrten Text des AT und NT an die Hand bekamen.</p>
<p>Wenn die VerheiÃŸung Gottes, Sein Wort unverfÃ¤lscht zu bewahren, von hÃ¶chster Bedeutung war, dann zu jener bedeutsamen Zeit, als es erstmals wieder in Dutzenden von Sprachen unter Millionen von Menschen verbreitet wurde â€“ nach Jahrhunderten der Finsternis und des Bibelverbots.</p>
<p>Gott hat Sein bewahrtes Wort nicht erst in der Zeit des Abfalls und der Bibelkritik ans Licht gebracht, durch Leute, die groÃŸenteils Seinen Sohn und Sein Heil leugneten und Feinde Gottes waren. Gott hat Sein wahres Wort nicht in der BÃ¼cherei des Vatikans versteckt (Codex Vaticanus) und schon gar nicht im Abfallkorb eines Klosters (Codex Sinaiticus).</p>
<p>Wir kÃ¶nnen auch nicht glauben, daÃŸ Gott sein Wort erst im 21. Jahrhundert durch BemÃ¼hungen um eine neue Ausgabe des Mehrheitstextes ans Licht bringt. Vom Standpunkt des Glaubens her ist der Textus Receptus die beste und einzig bewÃ¤hrte Ausgabe des Ã¼berlieferten neutestamentlichen Textes.</p>
<p>Das gilt auch fÃ¼r die wenigen Stellen, an denen Erasmus, Stephanus und Beza unter Gottes Leitung einen Text verÃ¶ffentlicht haben, der nicht von der Mehrheit der heute erhalten gebliebenen Handschriften bezeugt wird. Sie taten es auf das Zeugnis von damals verfÃ¼gbaren griechischen Handschriften hin (und nicht aufgrund einer Ãœbersetzung aus der lateinischen Vulgata, wie immer wieder ohne echten Beweis behauptet wird).</p>
<p>Solche Stellen, wie das berÃ¼hmte <em>Comma Johanneum</em> in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+5%2C7-8%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 5,7-8,</a> sind fast durchweg durch alte Kirchenschriftsteller und Ãœbersetzungen als alte Textformen bezeugt und kÃ¶nnen durchaus in einer Mehrzahl frÃ¼her byzantinischer Handschriften enthalten gewesen sein.</p>
<p>Die bibeltreuen GlÃ¤ubigen in der letzten Zeit sollten sich deshalb von den listigen VernunftschlÃ¼ssen und Verleumdungen der unglÃ¤ubigen Textkritik nicht verunsichern und beeinflussen lassen â€“ auch nicht von der traurigen Tatsache, daÃŸ es viele Gebildete und Prediger in ihren eigenen Reihen gibt, die solche Angriffe auf den Ã¼berlieferten Text der Reformation Ã¼bernehmen und die BefÃ¼rworter des Textus Receptus z. T. scharf angreifen.</p>
<p>Wir dÃ¼rfen auch und gerade heute im Glauben an Gottes Treue und Seine stets wirksame Bewahrung fÃ¼r Sein Wort den Masoretischen Text des AT und den Textus Receptus des NT als zuverlÃ¤ssige, von Gott bestÃ¤tigte Grundtextbasis unserer Bibeln annehmen und jedes dagegen gerichtete â€žSollte Gott gesagt haben?â€œ entschlossen zurÃ¼ckweisen.</p>
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<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong></em>.</p>
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<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument </strong><strong>herunterladen</strong></a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-zuverlaessigkeit-des-textus-receptus/">Die ZuverlÃ¤ssigkeit des Textus Receptus</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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			</item>
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		<title>Die TrugschlÃ¼sse der Textkritik und ihre Auswirkungen in unseren Bibeln</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-trugschluesse-der-textkritik-und-ihre-auswirkungen-in-unseren-bibeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:45:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Die Gefahr eines Vertrauens auf die â€žobjektive Wissenschaftâ€œ Â  Â  Wir haben schon im ersten Abschnitt erwÃ¤hnt, daÃŸ das 19. Jahrhundert ein folgenschwerer geistlicher Wendepunkt in der Geschichte der Gemeinde war. Es war eine Zeit des immer offeneren Glaubensabfalls, der sich im 20. Jh. noch verstÃ¤rkte. Es war das Jahrhundert des Durchbruchs der â€žBibelkritikâ€œ [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-trugschluesse-der-textkritik-und-ihre-auswirkungen-in-unseren-bibeln/">Die TrugschlÃ¼sse der Textkritik und ihre Auswirkungen in unseren Bibeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Â </h1>
<h2>Die Gefahr eines Vertrauens auf die â€žobjektive Wissenschaftâ€œ</h2>
<div>Â </div>
<div>Â </div>
<div>Wir haben schon im ersten Abschnitt erwÃ¤hnt, daÃŸ das 19. Jahrhundert ein folgenschwerer geistlicher Wendepunkt in der Geschichte der Gemeinde war. Es war eine Zeit des immer offeneren Glaubensabfalls, der sich im 20. Jh. noch verstÃ¤rkte. Es war das Jahrhundert des Durchbruchs der â€žBibelkritikâ€œ in Theologie und protestantischen Kirchen. In diesem Jahrhundert reifte die Saat der antichristlichen â€žAufklÃ¤rungâ€œ mit ihrer weltlich-vernunftorientierten Philosophie aus.</p>
<p>Der Mensch mit seinem armseligen, verfinsterten Verstand wurde zum MaÃŸstab aller Dinge erklÃ¤rt; er stellte sich Ã¼ber das gÃ¶ttliche Offenbarungswort. Die â€žBibelkritikâ€œ, die den gÃ¶ttlichen Offenbarungscharakter der Heiligen Schrift leugnete und sich anmaÃŸte, die Bibel mit menschlicher Vernunft und Philosophie zu richten und zu zerlegen, durchdrang die Theologie der protestantischen Kirchen immer tiefer. Parallel dazu wurde auch die â€žTextkritikâ€œ in der Christenheit immer mehr anerkannt.</p>
<p>Die â€žTextkritikâ€œ ist mit der Bibelkritik darin eins, daÃŸ sie die Bibel nur als ein menschliches Buch wie jede andere antike Literatur sieht und die Tatsache der gÃ¶ttlichen Offenbarung wie auch der gÃ¶ttlichen Bewahrung bewuÃŸt auÃŸer Acht lÃ¤ÃŸt. Wo die â€žBibelkritikâ€œ sich dazu verstieg, groÃŸe Teile der heiligen Schriften nach angeblichen literarisch-stilistischen MaÃŸstÃ¤ben als gefÃ¤lschte spÃ¤tere ZusÃ¤tze und menschliche Mythen hinzustellen, da unternahm es die â€žTextkritikâ€œ in demselben kritisch-philosophischen Geist, Teile der Heiligen Schriften mithilfe einer â€žwissenschaftlichenâ€œ Bewertung von Textunterschieden als unecht, als spÃ¤tere HinzufÃ¼gungen auszuscheiden.</p>
<p>Das Ergebnis ist beidesmal dasselbe: Inspirierte Gottesworte, die jahrhundertelang von den GlÃ¤ubigen geglaubt und angenommen worden waren, werden aufgrund angeblicher â€žwissenschaftlicher Forschungâ€œ als unecht, als FÃ¤lschungen hingestellt. Zweifel an der AutoritÃ¤t und Vollkommenheit des Gotteswortes wird geweckt; das Wort der Schlange klingt zwischen den Zeilen der gelehrten â€žBibelkritikerâ€œ und â€žTextkritikerâ€œ hindurch: â€žSollte Gott wirklich gesagt haben?â€œ</p>
<p>Als GlÃ¤ubige mÃ¼ssen wir der menschlich-weltlichen Wissenschaft gegenÃ¼ber einen klaren geistlichen Stand einnehmen, sonst werden wir verfÃ¼hrt und beraubt. Leider ist dieser klare Stand in den letzten zweihundert Jahren immer mehr aufgegeben worden. Viele GlÃ¤ubige sind heutzutage â€žwissenschaftsglÃ¤ubigâ€œ, statt einfÃ¤ltig bibelglÃ¤ubig zu sein. Sie lassen sich von der AnmaÃŸung der Menschenweisheit blenden, die beansprucht, mithilfe des armseligen, verfinsterten Menschenverstandes â€ždie Wahrheitâ€œ Ã¼ber alles und jedes herausfinden zu kÃ¶nnen. Sie meinen tatsÃ¤chlich, â€ždie Wissenschaftenâ€œ, auch die Geisteswissenschaften wie Geschichte, Theologie oder â€žTextkritikâ€œ, seien â€žobjektivâ€œ, â€žneutralâ€œ und nur der Wahrheit verpflichtet.</p>
<p>Wir mÃ¼ssen uns bewuÃŸt machen, daÃŸ die Methoden der heutigen Wissenschaft im wesentlichen der heidnischen Denkweise der griechischen Philosophie entspringen. Zu ihren Grundvoraussetzungen gehÃ¶ren viele Dinge, die fÃ¼r den wahren GlÃ¤ubigen als ungÃ¶ttlich und mit dem Glauben unvereinbar abzulehnen sind. So etwa die skeptische Infragestellung aller Dinge; die Annahme, daÃŸ alles durch Vernunft- und VerstandesschlÃ¼sse erforscht werden kÃ¶nne, die Begrenzung der Wahrheit auf das mit den Sinnen Wahrnehmbare und der bewuÃŸte AusschluÃŸ des lebendigen Gottes und Seiner Macht aus allen Ãœberlegungen.</p>
<p>Die rationalistische (auf die Vernunft gegrÃ¼ndete) Wissenschaft kann nur relative Erkenntnisse und Wahrheiten hervorbringen und lehnt jede absolute, von Gott geoffenbarte Wahrheit ab. Sie baut dagegen auf menschliche Spekulation, auf Hilfsannahmen (â€žHypothesenâ€œ), mit deren Hilfe man die Fakten zu erklÃ¤ren sucht, die aber immer vorlÃ¤ufig sind, auf VernunftschlÃ¼sse gegrÃ¼ndete AnnÃ¤herungsversuche an die Wahrheit.</p>
<p>Das mag fÃ¼r die Naturforschung in begrenztem MaÃŸ auch zu richtigen Ergebnissen fÃ¼hren; in den â€žGeisteswissenschaftenâ€œ aber (zu denen die Textkritik zÃ¤hlt) sind die Forschungsergebnisse sehr subjektiv gefÃ¤rbt, stark abhÃ¤ngig von der Weltanschauung und den Denkvoraussetzungen der Forschenden.</p>
<p>Wir GlÃ¤ubigen mÃ¼ssen uns vor jeder falschen Verehrung â€žder Wissenschaftâ€œ hÃ¼ten; sie wird buchstÃ¤blich zum GÃ¶tzendienst, wenn wir sie Ã¼ber Gott und Sein Wort stellen. Gottes Wort warnt uns im Gegenteil vor der Weisheit dieser Welt in klaren, ernsten Worten:</p>
<p><strong>â€žDenn es steht geschrieben: â€šIch will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der VerstÃ¤ndigen will ich verwerfenâ€™. Wo ist der Weise, wo der Schriftgelehrte, wo der Wortgewaltige dieser Weltzeit? Hat nicht Gott die Weisheit dieser Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt in ihrer Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott, durch die Torheit der VerkÃ¼ndigung diejenigen zu retten, die glaubenâ€œ</strong> <strong>(<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+2%2C19-21&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 2,19-21</a>)</strong></p>
<p>FÃ¼r die glÃ¤ubige Gemeinde ist es von entscheidender Bedeutung, jegliche als â€žWissenschaftâ€œ getarnte Weltweisheit entschlossen zurÃ¼ckzuweisen und ihr keinen Raum zu geben. Wohl kÃ¶nnen wir einzelne Ergebnisse auch der Geschichtsforschung oder verwandten Zweigen nach grÃ¼ndlicher PrÃ¼fung Ã¼bernehmen, aber wir mÃ¼ssen uns immer bewuÃŸt machen, daÃŸ sie einem letztlich falschen, ungeistlichen Denkansatz entspringen, der die RealitÃ¤t des lebendigen Gottes und Seines Offenbarungswortes verleugnet. Nicht umsonst steht fÃ¼r uns die Warnung geschrieben: â€žHabt acht, daÃŸ euch niemand beraubt (od. einfÃ¤ngt) durch die Philosophie und leeren Betrug, gemÃ¤ÃŸ der Ãœberlieferung der Menschen, gemÃ¤ÃŸ den GrundsÃ¤tzen der Welt und nicht Christus gemÃ¤ÃŸâ€œ (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Kol+2%2C8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Kol 2,8</a>).</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<h2>
Die falschen Voraussetzungen und Ergebnisse der â€žTextkritikâ€œ</h2>
<div>Â </div>
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<div>Nach dem geistlichen Urteil der Schrift kÃ¶nnen unglÃ¤ubige Forscher in geistlichen Dingen (und dazu gehÃ¶rt die Bibel und ihre Ãœberlieferung) gar nicht die Wahrheit erkennen: <strong>â€žDer natÃ¼rliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muÃŸâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Kor+2%2C14&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Kor 2,14</a>).</p>
<p>Auch die klÃ¼gsten und gelehrtesten unglÃ¤ubigen Textkritiker leben nach dem unbestechlichen Wort Gottes<strong> â€žin der Nichtigkeit ihres Sinnes; deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der VerhÃ¤rtung ihres Herzensâ€œ</strong> (<a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Eph+4%2C17-18&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Eph 4,17-18</a>). Wie kÃ¶nnen sie uns sagen, was der richtige Wortlaut der Heiligen Schriften ist? Wie kann ein GlÃ¤ubiger ihrem verfinsterten Urteil vertrauen? Und wie kann selbst ein glÃ¤ubiger Textkritiker glaubwÃ¼rdig sein, wenn er die Denkvoraussetzungen und SchluÃŸfolgerungen seiner verfinsterten unglÃ¤ubigen Kollegen Ã¼bernimmt und nachahmt?</p>
<p>Die â€žWissenschaftâ€œ der Textkritik beansprucht, durch VernunftschlÃ¼sse unterscheiden zu kÃ¶nnen, welche Textformen und Ãœberlieferungen â€žechtâ€œ und welche â€žunechtâ€œ seien. Dazu beurteilt sie die verschiedenen Textformen nach MaÃŸstÃ¤ben, die sehr willkÃ¼rlich und oft widersinnig sind. So ist es ein Prinzip der â€žTextkritikâ€œ, daÃŸ die dunklere, unverstÃ¤ndlichere, widersprÃ¼chliche Textfassung als die ursprÃ¼ngliche gilt.</p>
<p>Das trifft schon bei weltlichen Texten so nicht zu; wie aber kann man das von Gottes inspiriertem Wort sagen? Genauso willkÃ¼rlich ist die Regel, daÃŸ im Zweifelfall die kÃ¼rzere Textform die ursprÃ¼ngliche sei; als ob nicht die Gefahr einer versehentlichen Auslassung beim Abschreiben viel hÃ¶her wÃ¤re als ein bewuÃŸter Eingriff zur Erweiterung des Textes, und das besonders bei der Bibel, die doch fÃ¼r die glÃ¤ubigen Abschreiber als Gottes Wort unantastbar war!</p>
<p>In allen solchen Werturteilen ist die â€žTextkritikâ€œ Ã¤uÃŸerst subjektiv und von den Vorurteilen und Neigungen der Forscher geprÃ¤gt. Es gibt keine ausreichenden â€žobjektivenâ€œ Anhaltspunkte, um auf wissenschaftliche Weise mit Sicherheit den ursprÃ¼nglichen Text herauszufinden. Das wissen die Textkritiker im Grunde auch und sagen selbst, daÃŸ ihr Text nur vorlÃ¤ufig und fÃ¼r VerÃ¤nderungen offen ist.</p>
<p>Das Grunddogma aller etablierten â€žTextkritikâ€œ ist nun die Behauptung, daÃŸ der byzantinische Text, der in ca. 95% aller Textzeugen zu finden ist, eine wertlose spÃ¤te Ãœberarbeitung des ursprÃ¼nglichen Textes darstelle. Den ursprÃ¼nglichen Text suchen praktisch alle Textkritiker in den alexandrinischen Handschriften, deren hohes Alter der Garant dafÃ¼r sei, daÃŸ sie dem Original am nÃ¤chsten stÃ¼nden. Diese Vorentscheidung ist selbst von einem â€žwissenschaftlichenâ€œ Gesichtspunkt her gesehen alles andere als â€žobjektivâ€œ. Von einer â€žWissenschaftâ€œ, die Ã¼ber 95% des ihr vorliegenden Faktenmaterials einfach ignoriert und ihre Thesen allein auf 5% aufbaut, kann man gar keine wahrhaftigen Ergebnisse erwarten.</p>
<p>FÃ¼r uns stellt sich nun die geistliche Frage: Woher kommt denn die Vorliebe der â€žTextkritikâ€œ fÃ¼r den alexandrinischen Text? Wenn wir uns die geistlichen Wurzeln dieser â€žWissenschaftâ€œ im Unglauben der AufklÃ¤rung, in Vernunftverherrlichung und griechischer Philosophie verdeutlichen, mÃ¼ssen wir klar sagen: Die Bevorzugung des gnostisch beeinfluÃŸten alexandrinischen Texts lÃ¤ÃŸt sich nur aus der Geistesverwandtschaft beider StrÃ¶mungen erklÃ¤ren! In der ausreifenden Endzeit mit ihrem Abfall vom Ã¼berlieferten Glauben paÃŸten diese verstÃ¼mmelten Texte mit ihrer AbschwÃ¤chung des biblischen Zeugnisses von Christus, Seiner GÃ¶ttlichkeit und Seines ErlÃ¶sungswerkes genau in den Zeitgeist und die ZeitstrÃ¶mung. Wie die Bibelkritik trug die Textkritik dazu bei, das offensive, freudige Zeugnis der glÃ¤ubigen Gemeinde von Gottes inspiriertem Wort zu dÃ¤mpfen, Zweifel zu sÃ¤en, den einfÃ¤ltigen Glauben an Gottes Wahrheit zu beschÃ¤digen.</p></div>
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<h2>Die Auswirkungen der Textkritik in den modernen Bibeln</h2>
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<div>Das Ergebnis des vorherrschenden Einflusses der Textkritik ist die ernste Tatsache, daÃŸ die allermeisten heute erhÃ¤ltlichen BibelÃ¼bersetzungen nicht mehr, wie in den 350 Jahren nach der Reformation, dem bewÃ¤hrten Textus Receptus folgen, sondern ihren Lesern die VerkÃ¼rzungen und VerfÃ¤lschungen der Ã¤gyptischen Handschriften als den echten, zuverlÃ¤ssigen Bibeltext vorsetzen.</p>
<p>Wie weit die Abweichung vom Ã¼berlieferten Text des NT im einzelnen geht, kann jeder interessierte Bibelleser in der Schrift Dreihundert wichtige VerÃ¤nderungen im Text des NT. Ein Vergleich zwischen Textus-Receptus-Bibeln und textkritischen Bibeln nachlesen. Von den 300 wichtigsten Bibelstellen, an denen sich Textus Receptus und Nestle-Aland unterscheiden, Ã¼bersetzt die Schlachterbibel 2000ÒBB % nach dem TR; in der Luther 1912 sind es 98% nach TR und 2% textkritische Abweichungen. Die Lutherbibel von 1984 Ã¼bersetzt nur noch 10% nach dem TR und 90% aller Stellen mit textkritischem EinfluÃŸ, die ZÃ¼rcher Bibel von 1931 gibt nur 6% der Stellen nach dem TR wieder und 94% textkritisch.</p>
<p>WÃ¤hrend in der <em>Alten Elberfelder Bibel</em> immerhin noch 24% der Stellen nach dem TR Ã¼bersetzt werden und 76% Abweichungen davon darstellen (entweder NA-Text oder TR mit textkritischen FuÃŸnoten oder Klammern), weicht die <em>Revidierte Elberfelder Bibel</em> in 97% aller Stellen vom TR ab bzw. stellt ihn durch Klammern oder FuÃŸnoten in Frage. Darin wird sie nur noch von der <em>Ã–kumenischen EinheitsÃ¼bersetzung</em> Ã¼bertroffen, die dies in 98% aller Stellen tut (Vgl. Tabelle auf S. 47 in dieser Schrift).</p>
<p>Damit sind mindestens 15 ganze Verse und viele hundert inspirierte Worte der Schrift aus den modernen Bibeln verschwunden; etwa 30 Verse werden in den meisten modernen Bibeln zwar abgedruckt, aber als wahrscheinlich nicht ursprÃ¼nglich in Zweifel gezogen (je 12 Verse in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mk+16%2C9-20+und+&Plugin=Stellenabfolge&Kommentare=Nein" title="Bibelstellen aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mk 16,9-20 und </a><a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Joh+7%2C53-8%2C11&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Joh 7,53-8,11</a>). Der geistliche Schaden, der dadurch entsteht, lÃ¤ÃŸt sich schon an den in dieser BroschÃ¼re angefÃ¼hrten Beispielen etwas ermessen; wer alle 300 wichtigeren Stellen studiert, kann kaum mehr zustimmen, wenn die BefÃ¼rworter der Textkritik behaupten, die Weglassungen und Ã„nderungen wÃ¼rden geistlich keine Rolle spielen.</p>
<p>Eine weitere ernstzunehmende Auswirkung der Textkritik in den modernen Bibeln sind die Zweifel erweckenden FuÃŸnoten, die zahlreiche noch im Text stehende Bibelworte in Frage stellen. Am SchluÃŸ des Markusevangeliums etwa vermerkt die<em> Lutherbibel 1984</em>: â€žNach den Ã¤ltesten Textzeugen endet das Markusevangelium mit Vers 8. Die Verse 9-20 sind im 2. Jahrhundert hinzugefÃ¼gt worden, vermutlich um dem Markusevangelium einen den anderen Evangelien entsprechenden AbschluÃŸ zu geben.â€œ Damit wird dem Bibelleser nahegelegt, dieser wichtige und unzweifelhaft echte Bestandteil des Markusevangeliums sei eine menschliche HinzufÃ¼gung!</p>
<p>Immer wieder finden sich z.B. in der <em>revidierten Elberfelder Bibel</em> Bemerkungen wie bei <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+20%2C16%2C&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 20,16,</a> wo zu dem Ausspruch des Herrn: <strong>â€žDenn viele sind Berufene, wenige aber AuserwÃ¤hlteâ€œ</strong> in der FuÃŸnote steht: â€žin den wichtigsten alten Handschr. nicht enthaltenâ€œ (Die â€žwichtigsten alten Handschriftenâ€œ sind hier Sinaiticus, Vaticanus und 6 weitere Unzialhandschriften). Kann der Leser diese Worte nun als echte Worte des Herrn annehmen? Wenn sie in den angeblich wichtigsten Handschriften fehlen, weshalb haben die Ãœbersetzer sie dann in den Text aufgenommen? Wenn sie aber in den Bibeltext gehÃ¶ren (und das ist unzweifelhaft der Fall), weshalb dann die FuÃŸnote?</p>
<p>In <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Lk+23%2C34&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Lk 23,34</a> kommentiert die revidierte Elberfelder Bibel die berÃ¼hmten Worte des Herrn Jesus<strong> â€žVater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tunâ€œ</strong> folgendermaÃŸen: â€žin alten und wichtigen Handschr. nicht enthalten.â€œ Sie fehlen in einigen (NA nennt 8) alexandrinischen Handschriften, wobei sie im Codex Sinaiticus ursprÃ¼nglich enthalten waren (!), von einem Korrektor gestrichen wurden und von einem weiteren wieder eingesetzt wurden. Sie sind nicht nur in den mehreren tausend byzantinischen Handschriften enthalten, sondern auch in den Unzialhandschriften A und C aus dem 5. Jh.! Dennoch markiert die Nestle-Aland-Ausgabe diese wunderbaren Worte unseres Herrn als eine â€žmit Sicherheit spÃ¤tere HinzufÃ¼gungâ€œ, behauptet also, sie seien unecht!</p>
<p>Das AusmaÃŸ solcher glaubenszersetzender EinwÃ¤nde gegen die ZuverlÃ¤ssigkeit des neutestamentlichen Textes sollte nicht unterschÃ¤tzt werden: Die revidierte Elberfelder Bibel 2000 hat im NT 176 solche textkritische FuÃŸnoten (im AT sind es Ã¼brigens 1.768!); die Ã–kumenische EinheitsÃ¼bersetzung 131, die Lutherbibel 1984 immerhin auch 41.</p>
<p>Es bleibt anzumerken, daÃŸ der Wahrheitsgehalt dieser textkritischen FuÃŸnoten oft recht fragwÃ¼rdig ist. So gut wie nie wird das tatsÃ¤chliche ZahlenverhÃ¤ltnis der Textzeugen erwÃ¤hnt; das Zeugnis des Mehrheitstextes wird oft regelrecht verschleiert. Wenn z.B. in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+5%2C44&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 5,44</a> die revidierte Elberfelder anmerkt: â€žEinige spÃ¤tere Handschr. fÃ¼gen hinzu: segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen â€¦â€œ, so stehen hinter diesem Text nicht nur die 3-4.000 Textzeugen des byzantinischen Mehrheitstextes (dafÃ¼r ist â€žeinigeâ€œ wohl nicht der Wahrheit entsprechend), sondern auch die zwei alten Unzialhandschriften D und W aus dem 5. Jh. (!).</p>
<p>Was fÃ¼r Folgen hat es, wenn wir solche Bibeln, die das in ihnen geschriebene Wort in der FuÃŸnote wieder in Frage stellen, an junge GlÃ¤ubige oder suchende Menschen weitergeben? KÃ¶nnen solche Bibeln das Wohlgefallen des Herrn finden, die hinter viele Seiner kostbaren Worte ein Fragezeichen machen? Kann Gott den vollen Segen Seines Wortes durch Bibeln schenken, die an einigen Stellen verstÃ¼mmelt und verÃ¤ndert worden sind?</p>
<p>Wir wollen nicht bestreiten, daÃŸ viele aufrichtige GlÃ¤ubige auch durch das Lesen textkritischer Ãœbersetzungen einen gewissen Segen empfangen. Diese Bibeln enthalten ja zu 90% Gottes gutes Wort. Aber auf der anderen Seite sollte es jedem geistlich prÃ¼fenden Christen deutlich geworden sein, daÃŸ die VerÃ¤nderungen durch die Textkritik nicht einfach als harmlos und unwichtig weggeschoben werden kÃ¶nnen.</p></div>
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<div>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong>.</div>
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<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/die-trugschluesse-der-textkritik-und-ihre-auswirkungen-in-unseren-bibeln/">Die TrugschlÃ¼sse der Textkritik und ihre Auswirkungen in unseren Bibeln</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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		<title>Das Aufkommen der Textkritik des Neuen Testaments im 18./19. Jahrhundert</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/das-aufkommen-der-textkritik-des-neuen-testaments-im-18-19-jahrhundert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:40:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Wenn auch die glÃ¤ubige Gemeinde im Ã¼berlieferten Text der Reformation einen festen Felsengrund ihres Glaubens gefunden hatte, so blieb diese von Gott bewahrte TextÃ¼berlieferung doch nicht unangefochten. Die Reformatoren hatten mit ihrem biblischen Grundsatz â€žSola Scriptura â€“ Allein die Schrift!â€œ den Machtanspruch der rÃ¶mischen PÃ¤pste und das Diktat ihrer MenschenÃ¼berlieferungen Ã¼berwunden. Die Taktik der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/das-aufkommen-der-textkritik-des-neuen-testaments-im-18-19-jahrhundert/">Das Aufkommen der Textkritik des Neuen Testaments im 18./19. Jahrhundert</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>Â </h1>
<div>Wenn auch die glÃ¤ubige Gemeinde im Ã¼berlieferten Text der Reformation einen festen Felsengrund ihres Glaubens gefunden hatte, so blieb diese von Gott bewahrte TextÃ¼berlieferung doch nicht unangefochten. Die Reformatoren hatten mit ihrem biblischen Grundsatz â€žSola Scriptura â€“ Allein die Schrift!â€œ den Machtanspruch der rÃ¶mischen PÃ¤pste und das Diktat ihrer MenschenÃ¼berlieferungen Ã¼berwunden.</p>
<p>Die Taktik der Verteidiger der rÃ¶mischen Kirche im 16. und 17. Jh. bestand u. a. darin, daÃŸ sie mit den abweichenden Textformen der alexandrinischen Handschriften argumentierten, um den Reformatoren zu sagen: â€žIhr habt doch gar keine zuverlÃ¤ssige Grundlage fÃ¼r Eure Lehre; es gibt ja so viele unterschiedliche Textformen â€“ Ihr braucht die Tradition und das Lehramt der Kirche, um eine feste Grundlage zu bekommen!â€œ Die Antwort der evangelischen GlÃ¤ubigen war ihr Glaube an die Bewahrung Gottes â€“ sie vertrauten darauf, daÃŸ Gott ihnen fÃ¼r ihre Lehre und ihren Glauben den zuverlÃ¤ssigen, bewahrten Text an die Hand gegeben hatte, wÃ¤hrend sie die abweichenden Textformen etwa der Vulgata oder des Codex Vaticanus als unzuverlÃ¤ssig zurÃ¼ckwiesen.</p>
<p>Im 17. und 18. Jahrhundert, dem Zeitalter der AufklÃ¤rung und des Rationalismus, begannen einzelne Gelehrte, den Textus Receptus in Frage zu stellen und ihm abweichende Textformen vorwiegend aus alexandrinischen Handschriften entgegenzustellen. Sie bestritten die ZuverlÃ¤ssigkeit des Ã¼berlieferten Textes der Reformation und brachten zahlreiche auf die alexandrinischen Handschriften gestÃ¼tzte â€žVerbesserungenâ€œ zur Sprache. Unter ihnen war ein bekannter Pietist, Johann Albrecht Bengel.</p>
<p>Das fÃ¼hren heute noch manche Evangelikale zugunsten der Textkritik an. Sie erwÃ¤hnen aber nicht, daÃŸ Bengel wie andere Pietisten seiner Zeit vom verfÃ¼hrerischen Geist der AufklÃ¤rung nicht unbeeinfluÃŸt war und mit seinen unbiblischen Spekulationen Ã¼ber den Anbruch des TausendjÃ¤hrigen Reiches und mit seiner BefÃ¼rwortung der AllversÃ¶hnung kein vertrauenswÃ¼rdiger Zeuge ist.</p>
<p>Die anderen Pioniere der Textkritik kommen direkt aus dem finsteren Lager der aufklÃ¤rerischen Verleugner des Glaubens und der Heiligen Schrift. Der katholische Gelehrte Richard Simon (1638-1712) wird von manchen als der BegrÃ¼nder der wissenschaftlichen Textkritik angesehen, weil er die Bibel lediglich als literarisches Werk ansah und sie seinen VernunftschlÃ¼ssen unterwarf. Einer der ersten Vertreter der Textkritik, J. J. Wettstein, war nicht nur Gegner der Verbalinspiration, sondern wurde wegen seiner Verleugnung der Gottheit und des rettenden SÃ¼hnopfers Jesu Christi (Socinianismus) aus dem Pfarramt gejagt!</p>
<p>Der andere groÃŸe Textkritiker des 18. Jahrhunderts, J. J. Griesbach, war SchÃ¼ler und AnhÃ¤nger von J. S. Semler, eines Wegbereiters der heutigen Bibelkritik und liberalen Theologie. Hier zeigt sich schon, worauf wir spÃ¤ter noch einmal zurÃ¼ckkommen werden, daÃŸ nÃ¤mlich die Bibelkritik und die Textkritik eine innere Verwandtschaft haben in der Infragestellung von Gottes Offenbarungswort. Es bleibt zu ergÃ¤nzen, daÃŸ auch ein Ã¶sterreichischer Jesuit, F. K. Alter, zu den bahnbrechenden VÃ¤tern der modernen Textkritik im 18. Jh. zÃ¤hlt.</p>
<p>Das 19. Jahrhundert war eine spannungsreiche Zeit des geistlichen Umschwungs und in vieler Hinsicht eine Zeit des beginnenden geistlichen Niedergangs. Im 19. Jh. gingen die groÃŸen Erweckungsbewegungen zu Ende, auch wenn es weiterhin erweckliche AufbrÃ¼che und segensreiche Entwicklungen gab. Es war die Zeit, in der Ã¼berall in der Christenheit diejenigen an EinfluÃŸ gewannen, die die Bibel als Gottes Wort und den Herrn Jesus Christus als Sohn Gottes verleugneten. Der Abfall vom biblischen Glauben griff immer mehr um sich; die AnfÃ¤nge vieler verfÃ¼hrerischen IrrstrÃ¶mungen (Irvingianer / Neuapostolische, Adventisten, Zeugen Jehovas, Mormonen, Christliche Wissenschaft, Pfingstbewegung) regten sich. In vielen Bereichen wurden im 19. Jh. die Grundlagen fÃ¼r einen offenen Glaubensabfall und Niedergang im folgenden Jahrhundert gelegt.</p>
<p>In dieser Zeit kam â€“ nicht Ã¼berraschend â€“ der Durchbruch fÃ¼r die Textkritik. Unter ihren fÃ¼hrenden Vertretern waren K. Lachmann (unglÃ¤ubiger Philologe), J. Scholz (katholischer Theologe), C. v. Tischendorf (von dem manche annehmen, daÃŸ er glÃ¤ubig war), S. P. Tregelles (von dem dasselbe angenommen wird), B. F. Westcott und F. J. Hort (unglÃ¤ubige, bibelkritische Anglikaner mit prokatholischen Neigungen) C. R. Gregory (der enge Verbindung zu unitarischen Leugnern der Gottheit Christi hatte) sowie Eberhard Nestle. Sie erklÃ¤rten die alexandrinischen Handschriften, besonders den Codex Vaticanus und den Codex Sinaiticus, zu den besten Zeugen des ursprÃ¼nglichen Textes und taten die gesamte byzantinische MehrheitstextÃ¼berlieferung als unbrauchbar ab. Besonders der Textus Receptus wurde als â€žunwissenschaftlichâ€œ und unzuverlÃ¤ssig verleumdet. Ihre Texte sind in vielem eine RÃ¼ckkehr zu den Textverderbnissen der katholischen Vulgata, von denen die Reformatoren sich abgewandt hatten; sie wurden dann auch von der Katholischen Kirche als BestÃ¤tigung ihres Standpunktes gewertet.</p>
<p>Der Textus Receptus wurde zunÃ¤chst in der akademischen Theologie verdrÃ¤ngt, dann auch in den BibelÃ¼bersetzungen. Die englische Revised Version von 1881 war die erste groÃŸe BibelÃ¼bersetzung, die auf textkritischen GrundsÃ¤tzen beruhte. Das Ziel der Revisoren, die beliebte King-James-Bibel zu ersetzen, wurde jedoch nie erreicht; die King-James-Bibel bleibt bis heute im englischen Sprachraum die am weitesten verbreitete und geschÃ¤tzteste BibelÃ¼bersetzung.</p>
<p>Aber in der Folge wurden immer mehr reformatorische BibelÃ¼bersetzungen durch textkritische Revisionen verÃ¤ndert und auf den alexandrinischen Text umgestellt. Dem entsprachen im AT z. T. schwerwiegende Abweichungen vom Masoretischen Text. In Deutschland geschah dies erst 1956 in grÃ¶ÃŸerem Umfang; die Lutherbibel von 1912 beruht noch fast vollstÃ¤ndig auf dem Textus Receptus. Die Revision der ZÃ¼rcher Bibel erfolgte 1931; 1986 wurde die Elberfelder Bibel revidiert und fast komplett auf den Nestle-Aland-Text umgestellt. Die im Lauf des 20. Jh. immer zahlreicheren erscheinenden NeuÃ¼bersetzungen hatten dann von vorneherein fast ausschlieÃŸlich den kritischen Text.</p>
<p>Nachdem es im 19. Jahrhundert und in der ersten HÃ¤lfte des 20. Jahrhunderts mehrere textkritische Ausgaben des NT gegeben hatte, die sich untereinander an zahllosen Stellen widersprachen, kam es Mitte des 20. Jh. auf Betreiben der theologisch liberalen United Bible Societies zu einer weltweit einheitlichen Textausgabe, die seither die Grundlage fast aller neuen BibelÃ¼bersetzungen bzw. Bibelrevisionen ist: der sogenannte â€žNestle-Alandâ€œ-Text (NA abgekÃ¼rzt; im Englischen <em>The Greek New Testament</em> / UBS-Text).</p>
<p>Dieser Text wird seit 1966 von einem Gremium von unglÃ¤ubigen, liberaltheologischen Textkritikern per Mehrheitsabstimmung festgelegt; darunter befindet sich ein Kardinal der Katholischen Kirche. Durch ein Abkommen des Vatikan mit den Weltbibelgesellschaften wurden 1968 Leitlinien festgelegt, die vorsehen, daÃŸ in sÃ¤mtlichen BibelÃ¼bersetzungen, in der akademischen Lehre und in den Kirchen ausschlieÃŸlich dieser NA-Text verwendet werden soll. Damit ist dieser Text, der immer noch die gnostisch-alexandrinischen Handschriften zur Hauptgrundlage hat, der Ã¶kumenische Welteinheitstext geworden!</p>
<p>Im englischen Sprachraum stieÃŸ die Umstellung auf den alexandrinischen Text bei vielen GlÃ¤ubigen auf Widerstand, und eine relativ groÃŸe Zahl ernsthafter GlÃ¤ubiger hÃ¤lt bis heute bewuÃŸt an der King-James-Bibel und dem Textus Receptus fest. Dort gab es auch namhafte Gelehrte wie Burgon und Scrivener, die die unsauberen Methoden der alexandrinischen Textkritiker aufdeckten und die byzantinische Textgrundlage verteidigten. Dagegen erfolgte die Durchsetzung der kritischen Texte im deutschen Sprachraum, ohne daÃŸ es zunÃ¤chst im grÃ¶ÃŸeren MaÃŸ bewuÃŸten Widerstand von GlÃ¤ubigen gab. Wohl erkannten viele Ã¤ltere Bibelleser, daÃŸ mit den Revisionen der Lutherbibel auch altvertraute und kostbare Bibelworte verschwanden bzw. verÃ¤ndert wurden, und viele ernsthafte GlÃ¤ubige zogen die Luther 1912 den spÃ¤teren Revisionen vor. Die geistlichen HintergrÃ¼nde des Textus Receptus und der alexandrinischen Texte sind jedoch viel zu wenig bekannt.</p>
<p>Leider werden auch an Bibelschulen und unter bibeltreuen GlÃ¤ubigen die Lehren der unglÃ¤ubigen Textkritik vielfach als â€žneutralâ€œ und wahr angenommen, ohne daÃŸ deren fragwÃ¼rdiger geistlicher Hintergrund durchschaut worden wÃ¤re. Aber heute, in der ausreifenden Endzeit, wachen manche GlÃ¤ubige auf und erkennen, daÃŸ unter dem harmlosen Etikett des â€žwissenschaftlichen Fortschrittsâ€œ VerfÃ¤lschungen und Entstellungen in den Text der modernen Bibeln eingefÃ¼hrt wurden. Das BewuÃŸtsein wÃ¤chst auch bei uns, daÃŸ die modernen Bibeln nicht besser und zuverlÃ¤ssiger sind, sondern in vieler Hinsicht einen RÃ¼ckschritt hinter die reformatorischen Ãœbersetzungen darstellen, eine heimliche Umstellung der evangelischen Bibel auf den Text der Irrlehrer des 2. Jahrhunderts und der katholischen Kirche des Mittelalters.</p></div>
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<div>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong></em>.</div>
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<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/das-aufkommen-der-textkritik-des-neuen-testaments-im-18-19-jahrhundert/">Das Aufkommen der Textkritik des Neuen Testaments im 18./19. Jahrhundert</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Der Textus Receptus und die reformatorischen BibelÃ¼bersetzungen</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/1469/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:38:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#160; Durch das ganze Mittelalter war im Raum der katholischen Kirche die lateinische Vulgata-Ãœbersetzung im Gebrauch, im griechischsprachigen Raum dagegen der griechische â€žbyzantinischeâ€œ Text. Durch die Entartung der katholischen Kirche waren BibelÃ¼bersetzungen in die Volkssprachen verboten und unterdrÃ¼ckt worden, und so konnte das kostbare Evangelium nicht weit verbreitet werden; nur kleinere, verfolgte Gruppen von wahren [&#8230;]</p>
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Durch das ganze Mittelalter war im Raum der katholischen Kirche die lateinische Vulgata-Ãœbersetzung im Gebrauch, im griechischsprachigen Raum dagegen der griechische â€žbyzantinischeâ€œ Text. Durch die Entartung der katholischen Kirche waren BibelÃ¼bersetzungen in die Volkssprachen verboten und unterdrÃ¼ckt worden, und so konnte das kostbare Evangelium nicht weit verbreitet werden; nur kleinere, verfolgte Gruppen von wahren GlÃ¤ubigen wie die Waldenser hielten das Zeugnis des Evangeliums noch unverfÃ¤lscht aufrecht und hatten auch eine eigene, von der katholischen Kirche unabhÃ¤ngige BibelÃ¼bersetzung (es gibt einige Anhaltspunkte dafÃ¼r, daÃŸ sie dem Mehrheitstext folgte). Die Vulgata war so beherrschend in der Christenheit, daÃŸ noch Wycliff sich bei der Ãœbersetzung seiner berÃ¼hmten englischen Bibel weitgehend an sie hielt.</p>
<p>Doch mit der Reformation kam durch Gottes mÃ¤chtiges Wirken eine gewaltige Wende. Gott stellte in Seiner Gnade Sein kostbares, unverfÃ¤lschtes Wort wieder auf den Leuchter und bewirkte, daÃŸ die BibelÃ¼bersetzung in die Sprachen der VÃ¶lker einen gewaltigen Auftrieb bekam. Viele bibeltreue GlÃ¤ubige von heute achten diesen bedeutsamen Wendepunkt in Gottes Wegen mit seiner Gemeinde gering und erkennen nicht die Bedeutung dieser Stunde.</p>
<p>Sie sehen die SchwÃ¤chen und Fehler der Reformatoren, den Mangel an Licht und Glaubengehorsam in der Tauf- und Gemeindefrage, aber sie erkennen nicht, wie gewaltig und wunderbar es war, daÃŸ Gott nach Jahrhunderten der Finsternis und des Mangels Seinem WORT wieder freie Bahn verschaffte. Die GlÃ¤ubigen der damaligen Zeit erkannten das wohl, und fÃ¼r sie waren diese Bibeln in ihrer Sprache ein kostbares Gottesgeschenk, fÃ¼r das sie oft ihr Leben riskierten. Wie beschÃ¤mend ist dies fÃ¼r uns heute, die wir so reich an Bibeln sind, und oft so arm an wirklicher Liebe zum Wort und an Gottesfurcht!</p>
<p>Gott sorgte in der Reformation dafÃ¼r, daÃŸ Sein Wort unverfÃ¤lscht und zuverlÃ¤ssig an die Millionen von Menschen hinausgehen konnte, die nun erstmals das Licht des Evangeliums sahen. Die Reformatoren hatten durchschaut, daÃŸ die katholische Vulgata nicht das ursprÃ¼ngliche Wort Gottes war, sondern daÃŸ die inspirierten Worte Gottes in den hebrÃ¤ischen und griechischen Handschriften des AT bzw. NT zu finden waren. Und Gott stellte den reformatorischen BibelÃ¼bersetzern diese von Ihm bewahrten Texte genau zur rechten Zeit zur VerfÃ¼gung.</p>
<p>Ende des 15. Jh. erschienen die ersten gedruckten Ausgaben des hebrÃ¤ischen Masoretischen Textes, so daÃŸ erstmals der zuverlÃ¤ssige Text des AT auch fÃ¼r Nichtjuden frei zur VerfÃ¼gung stand. Und 1516, ein Jahr vor dem Beginn der Reformation, sorgte Gott dafÃ¼r, daÃŸ der Text des Neuen Testaments auf Griechisch als Buch verÃ¶ffentlicht wurde. Das war die Geburtsstunde des â€žTextus Receptusâ€œ, des von allen GlÃ¤ubigen anerkannten griechischen Textes des NT, der Ã¼ber 350 Jahre lang der Grundtext aller reformatorischen Bibeln bleiben sollte.</p>
<p>Der Textus Receptus kam durch drei menschliche Werkzeuge zustande, die als sachkundige Herausgeber aus verschiedenen griechischen Handschriften des NT eine zuverlÃ¤ssige Textausgabe schufen: Erasmus von Rotterdam, Stephanus (Robert Estienne) und Theodor Beza. Erasmus war einer der fÃ¤higsten Gelehrten der damaligen Zeit, ein grÃ¼ndlicher Kenner der BibelÃ¼berlieferung, dem es ein Anliegen war, gegen die nach seiner Ãœberzeugung verdorbene katholische Vulgata den wahren Text des NT aus den griechischen Handschriften zu verÃ¶ffentlichen. Er verÃ¶ffentlichte selbst fÃ¼nf Auflagen des griechischen NT (1516, 1519, 1522, 1527, 1535).</p>
<p>Der von Erasmus herausgegebene Text wurde ab 1546 weiter bearbeitet und vervollkommnet von einem fÃ¤higen franzÃ¶sischen Gelehrten und Drucker, der zum evangelischen Glauben kam und um seines Glaubens willen in die Schweiz auswanderte: Robert Estienne, genannt Stephanus. Wie Erasmus erforschte er zahlreiche griechische Handschriften des NT und zog sie fÃ¼r seine Ausgaben des Textus Receptus hinzu. Seine Textausgabe von 1550 und die Ausgaben des Reformators Theodor Beza, der ebenfalls ein grÃ¼ndlicher Kenner des Griechischen und der Handschriften des NT war, sind die ausgereifte Form des Textus Receptus und bildeten die Grundlage fÃ¼r fast alle reformatorischen BibelÃ¼bersetzungen. Luther und Zwingli hatten fÃ¼r ihre BibelÃ¼bersetzungen die zweite Auflage von Erasmus (1519) zugrundegelegt.</p>
<p>Zwischen all diesen Ausgaben des Textus Receptus gab es nur verschwindend geringfÃ¼gige Unterschiede. Einzelne Fehler wurden verbessert, aber die Grundgestalt des Textes blieb seit der letzten Ausgabe von Erasmus im wesentlichen unverÃ¤ndert. Was heute nur selten erwÃ¤hnt wird, ist die erweckliche, lichtbringende Segenswirkung, die von dieser Ausgabe des NT in alle Lande ging. Immer wieder muÃŸte sie nachgedruckt werden. Viele Menschen waren hungrig danach, zu erfahren, was wirklich in Gottes Wort stand â€“ darunter auch viele, die in der Reformation eine entscheidende Rolle spielen sollten.</p>
<p>FÃ¼r unser geistliches Urteil Ã¼ber den Textus Receptus ist es nun wichtig, daÃŸ Erasmus, Stephanus und Beza als Grundlage fÃ¼r ihre Textausgabe den byzantinischen Text, also das Zeugnis von mehr als 90% aller Handschriften, auswÃ¤hlten. Das geschah keinesfalls â€žzufÃ¤lligâ€œ oder aus Unkenntnis, wie die unglÃ¤ubigen Textkritiker es oft darstellen. Viele von der katholischen Kirche unabhÃ¤ngige Gelehrte jener Zeit waren zu der Ãœberzeugung gekommen, daÃŸ der wahre Text der Bibel nicht in der katholischen Vulgata-Ãœbersetzung zu finden war, sondern im hebrÃ¤ischen Masoretischen Text und in der griechischen TextÃ¼berlieferung der byzantinischen Ostkirche.</p>
<p>Schon vor Erasmus hatten Gelehrte wie Valla darauf hingewiesen, daÃŸ die Vulgata den wahren Bibeltext an zahlreichen Stellen verdorben hatte. Deshalb wÃ¤hlte Erasmus bewuÃŸt den byzantinischen Text fÃ¼r seine Ausgabe des griechischen NT, und nicht die alexandrinischen Textformen, die er zum groÃŸen Teil schon kannte.</p>
<p>Wir GlÃ¤ubige dÃ¼rfen damit rechnen, daÃŸ Gott aufgrund Seiner Bewahrung des Wortes darÃ¼ber gewacht hat, welche Handschriften Sein menschliches Werkzeug zugrundelegte, um den GlÃ¤ubigen in aller Welt den Text des griechischen NT zur VerfÃ¼gung zu stellen. Er sorgte dafÃ¼r, daÃŸ keine der gnostisch beeinfluÃŸten Auslassungen und VerfÃ¤lschungen im Text des Erasmus stand, sondern die gesunde byzantinische TextÃ¼berlieferung. Und an den wenigen Stellen, wo Erasmus, Stephanus und Beza Ã¼bereinstimmend Textformen in ihren Text aufnahmen, die nicht von der Mehrzahl der heute erhalten gebliebenen Handschriften gestÃ¼tzt werden, taten sie es aufgrund des Zeugnisses von uns heute nicht mehr bekannten Handschriften und unter der FÃ¼hrung und FÃ¼gung Gottes â€“ so dÃ¼rfen wir GlÃ¤ubige es annehmen. Dazu gehÃ¶ren z. B. das â€žComma Johanneumâ€œ in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=1Joh+5%2C7-8&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">1Joh 5,7-8</a> oder die SchluÃŸsÃ¤tze der Offenbarung.</p>
<p>Es war auch eine deutliche FÃ¼hrung Gottes, daÃŸ praktisch alle wahren GlÃ¤ubigen in den Jahrhunderten nach der Reformation genau diesen Ã¼berlieferten Text der Reformation zur Grundlage ihrer BibelÃ¼bersetzungen, ihrer Lehre und ihres Glaubens machten. Das gilt nicht nur fÃ¼r die Reformatoren in aller Welt, sondern auch fÃ¼r die Waldenser und die TÃ¤ufer. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts gab es praktisch keine evangelische BibelÃ¼bersetzung, die nicht den Textus Receptus im NT bezeugt hÃ¤tte. Es ist beeindruckend, unterschiedliche BibelÃ¼bersetzungen wie die spanische <em>Reina-Valera</em>, die franzÃ¶sische <em>Ostervald</em>, die hollÃ¤ndische <em>Statenvertaling</em> und die englische <em>King James Version</em> an verschiedenen Stellen zu vergleichen und festzustellen, daÃŸ sie alle einheitlich dasselbe bezeugen.</p>
<p>Die Bibeln der Reformation, die den Textus Receptus und den Masoretischen Text zur Grundlage haben, waren gewaltige Werkzeuge des Segens und der Erweckung. Aus diesen Bibeln predigten alle die gesegneten Diener des Wortes vom 16. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts â€“ ob es nun Harms oder Krummacher waren, Hofacker oder Engels, ob Wesley oder Whitefield, Jonathan Edwards oder Spurgeon. Durch diese getreuen BibelÃ¼bersetzungen wirkte der Geist Gottes mit groÃŸer Kraft und bezeugte ungezÃ¤hlten Menschen das Heil in Christus. Gott selbst hat fÃ¼r den, der geistlich urteilt, sichtbar das Siegel Seines Wohlgefallens und Seine BestÃ¤tigung auf diese Bibeln gesetzt.</p></div>
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<div>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong></em>.</div>
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<a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
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		<title>Verwirrende Unterschiede zwischen BibelÃ¼bersetzungen â€“ was steckt dahinter?</title>
		<link>https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/verwirrende-unterschiede-zwischen-bibeluebersetzungen-was-steckt-dahinter/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Rudolf EbertshÃ¤user]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Mar 2017 10:32:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[BibelÃ¼bersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Textus Receptus]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Â  Der glÃ¤ubige Bibelleser, der verschiedene BibelÃ¼bersetzungen vergleicht, stÃ¶ÃŸt an manchen Stellen auf Unterschiede, die ihn befremden und stutzig machen. Besonders im Neuen Testament (NT) kann es vorkommen, daÃŸ in der einen BibelÃ¼bersetzung Verse oder Versteile stehen, die in einer anderen Bibel einfach fehlen. In manchen Bibeln findet er dann FuÃŸnoten, die diese Weglassungen mit [&#8230;]</p>
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<p>Der glÃ¤ubige Bibelleser, der verschiedene BibelÃ¼bersetzungen vergleicht, stÃ¶ÃŸt an manchen Stellen auf Unterschiede, die ihn befremden und stutzig machen. Besonders im Neuen Testament (NT) kann es vorkommen, daÃŸ in der einen BibelÃ¼bersetzung Verse oder Versteile stehen, die in einer anderen Bibel einfach fehlen. In manchen Bibeln findet er dann FuÃŸnoten, die diese Weglassungen mit Formulierungen begrÃ¼nden wie z. B.: â€žIn spÃ¤teren Handschriften finden sich noch die Worte â€¦; die Ã¤ltesten und besten Handschriften lassen diese Worte wegâ€œ. Auch bei Versen, die im Text abgedruckt sind, stÃ¶ÃŸt der Leser manchmal auf Anmerkungen, die die Echtheit des Bibelwortes in Zweifel ziehen: â€žDieser Vers findet sich nicht in den Ã¤ltesten Handschriftenâ€œ o. Ã¤.</p>
<p>Normalerweise gehen nur wenige Bibelleser diesen Dingen grÃ¼ndlicher nach. Sie lesen vielleicht im Vorwort ihrer neueren Bibel eine ErklÃ¤rung, daÃŸ diese Bibel dem â€žNestle-Alandâ€œ-Grundtext (NA) folgt. Dieser Text sei aufgrund der Fortschritte der wissenschaftlichen â€žTextkritikâ€œ viel besser und zuverlÃ¤ssiger als der â€žTextus Receptusâ€œ (TR), dem Ã¤ltere Bibelausgaben folgten. Nachdem man ja in anderen Bereichen auch davon Ã¼berzeugt ist, daÃŸ der wissenschaftliche Fortschritt immer bessere, zuverlÃ¤ssigere Ergebnisse hervorbringt, geben sich manche schnell mit solchen ErklÃ¤rungen zufrieden.</p>
<p>Dennoch sollten gereiftere, im Wort gegrÃ¼ndete GlÃ¤ubige sich einmal nÃ¤her mit diesen VerÃ¤nderungen im Bibeltext beschÃ¤ftigen. Zwar reden viele BefÃ¼rworter der modernen wissenschaftlichen Textausgaben des NT davon, daÃŸ die Unterschiede zwischen denn modernen und klassischen Bibeln nur geringfÃ¼gig seien und keine wichtige Lehre der Bibel von ihnen betroffen sei.</p>
<p>Bei nÃ¤herem Hinsehen muÃŸ man jedoch feststellen, daÃŸ dies eine Verharmlosung der Tatsachen ist. (Die Dokumentation der wichtigsten Unterschiede zwischen NA und TR findet sich in der BroschÃ¼re des ESRA-Schriftendienstes <em>Dreihundert wichtige VerÃ¤nderungen im Text des NT. Ein Vergleich zwischen Textus-Receptus-Bibeln und textkritischen Bibeln</em>). Eine ganze Reihe von textlichen VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln, die auf dem â€žtextkritischenâ€œ Grundtext beruhen, ist fÃ¼r die biblische Lehre und unser geistliches Leben recht bedeutsam. Als bibeltreue GlÃ¤ubige mÃ¼ssen wir uns fragen, wie es zu diesen Unterschieden im Text kommt.</p>
<p>Was ist zum Beispiel mit dem SchluÃŸ des Gebetes des Herrn in <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Mt+6%2C13&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Mt 6,13</a>? Sind die gewichtigen Worte â€žDenn dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amenâ€œ Bestandteil des Wortes Gottes oder nicht? Hat der Herr Jesus sie gesprochen, oder wurden sie (wie die textkritischen FuÃŸnoten in modernen Bibeln es behaupten) von spÃ¤teren Abschreibern nachtrÃ¤glich hinzugefÃ¼gt? Der glÃ¤ubige Bibelleser, der an die Inspiration der ganzen Heiligen Schrift glaubt, wird durch solche textkritischen Bemerkungen verunsichert: Sind diese Worte inspiriert, d. h. von Gott durch Seinen Geist wÃ¶rtlich eingegeben? Darf ich sie als Wort Gottes annehmen und auslegen, oder muÃŸ ich sie als Menschenwort weglassen?</p>
<p>Wie sieht es mit dem SchluÃŸ von <a target="popup" onclick="window.open(`about:blank`, `popup`, `scrollbars=yes, toolbar=no,status=no,resizable=yes,menubar=no,location=no,directories=no,top=10,left=3000,width=600,height=800`)" href="https://www.gratia-mira.ch/j3/?Stichwort=Markus+16&Plugin=Bibelstelle&Kommentare=Nein" title="Bibelstelle aufschlagen" style="color:currentcolor;text-decoration:underline;" target="_blank">Markus 16</a> aus, wo die modernen Bibeln ganze 12 Verse des NT als eine spÃ¤tere HinzufÃ¼gung bezeichnen? In ihnen findet sich u. a. eine fÃ¼r die Lehre von Christus wichtige Aussage in V. 19: <strong>â€žDer Herr nun wurde, nachdem er mit ihnen geredet hatte, aufgenommen in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.â€œ</strong> Ist das nun ein inspiriertes Zeugnis von der Himmelfahrt und Verherrlichung des Herrn? Oder muÃŸ ich diese Verse gedanklich aus meiner Bibel streichen? Sicherlich wird durch die Tilgung dieser 12 Verse keine biblische Lehre direkt umgeworfen; aber daÃŸ das Fehlen eines so gewichtigen Zeugnisses nichts ausmachen wÃ¼rde, kann eigentlich niemand behaupten, der die Bibel liebt und ernst nimmt.</p>
<p>Wir sehen, daÃŸ die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln ernste Fragen aufwerfen, Ã¼ber die man nicht leichtfertig hinweggehen sollte. Das Unbehagen verstÃ¤rkt sich, wenn der GlÃ¤ubige sich nÃ¤her mit diesen Fragen beschÃ¤ftigt und herausfindet, was ihm in den modernen Bibeln durchweg verschwiegen wird: daÃŸ nÃ¤mlich die Weglassungen und VerÃ¤nderungen von bekannten Bibelworten sich nur auf ganz wenige Handschriften aus einem ganz bestimmten Randgebiet der frÃ¼hen Christenheit stÃ¼tzen, wÃ¤hrend sich die vertrauten Worte in mehr als 95%, oft mehr als 99% aller Handschriften aus dem ganzen Bereich der Christenheit finden! Der MarkusschluÃŸ etwa wird als â€žunechtâ€œ in Zweifel gezogen, weil er in ganzen drei (tatsÃ¤chlich: DREI!) von wahrscheinlich 3 &#8211; 4.000 Handschriften des NT weggelassen wurde!</p>
<p>Wer legt eigentlich fest, daÃŸ gerade diese verschwindende Minderheit von Handschriften den ursprÃ¼nglichen Text bietet und nicht die groÃŸe Mehrheit? Wie kommt die wissenschaftliche â€žTextkritikâ€œ zu dem Urteil, diese drei Handschriften seien die â€žbestenâ€œ? Weshalb findet man in so vielen modernen Bibeln Zweifel erweckende FuÃŸnoten an dieser Stelle, aber keine zeigt das tatsÃ¤chliche ZahlenverhÃ¤ltnis der Textzeugen an? Warum setzen die modernen BibelÃ¼bersetzer den MarkusschluÃŸ Ã¼berhaupt noch in den Bibeltext, obgleich sie der Ãœberzeugung sind, daÃŸ er eine spÃ¤tere HinzufÃ¼gung sei? Vielleicht, weil sonst viel mehr Bibelleser aufwachen und Zweifel an der ZuverlÃ¤ssigkeit ihrer modernen Ãœbersetzung bekommen wÃ¼rden?</p>
<p>Diese Schrift wurde geschrieben, um die geistlichen HintergrÃ¼nde fÃ¼r die VerÃ¤nderungen in den Bibelausgaben des 19. und 20. Jahrhunderts gegenÃ¼ber dem vorher geltenden reformatorischen Grundtext deutlich zu machen. Sie will dem glÃ¤ubigen Bibelleser eine Hilfe geben, damit er geistlich prÃ¼fen und beurteilen kann, welchem Grundtext er sein Vertrauen schenken kann und soll.</p>
<p>Wir finden heute zwei verschiedene Arten von Bibeln mit unterschiedlicher Textgrundlage: auf der einen Seite die Bibeln mit dem Ã¼berlieferten Text, die Bibeln der Reformation, der TÃ¤ufer und der Erweckungsbewegung, die im AT auf dem hebrÃ¤ischen Masoretischen Text und im NT auf dem griechischen Textus Receptus beruhen. Dazu zÃ¤hlen die berÃ¼hmte King-James-Bibel, die spanische Reina-Valera, die italienische Diodati, die hollÃ¤ndische Statenvertaling und viele andere mehr; im deutschen Sprachraum sind dies vor allem die Luther-Bibel bis 1912, die alte ZÃ¼rcher Bibel vor 1931 und die neu revidierte Schlachterbibel 2000.</p>
<p>Auf der anderen Seite finden sich die â€žtextkritischenâ€œ Bibeln. Sie beruhen auf einem Grundtext, der von der wissenschaftlichen â€žTextkritikâ€œ zusammengestellt wurde und sich im AT wie im NT von den reformatorischen Texten unterscheidet. Dazu zÃ¤hlen die Lutherrevisionen 1956 und 1984, die ZÃ¼rcher Bibel 1931, die Menge-Bibel, die Revidierte Elberfelder Bibel, die Ã–kumenische EinheitsÃ¼bersetzung, Gute Nachricht und Hoffnung fÃ¼r alle, die Neue Genfer Ãœbersetzung, Neues Leben u. a. Eine Zwischenstellung nehmen die Schlachterbibel 1905/51 und die unrevidierte Elberfelder Bibel 1871/1905 ein.</p>
<p>Manche meinen, diese Fragen seien nicht so wichtig, weil ja etwa 90% des Textes des NT ohnehin nicht von den Textunterschieden betroffen sind und keine wichtige Lehre des NT durch sie in Frage gestellt wird. Nun dÃ¼rfen wir dankbar dafÃ¼r sein, daÃŸ die Unterschiede tatsÃ¤chlich nur begrenzt sind und der allergrÃ¶ÃŸte Teil des NT einheitlich bezeugt ist. Darin zeigt sich die Bewahrung Gottes; Gott hat nur eine begrenzte Anzahl von Textunterschieden in der Ãœberlieferung Seines Wortes zugelassen und dafÃ¼r gesorgt, daÃŸ es zu 90% vÃ¶llig einheitlich von allen noch bestehenden Handschriften bezeugt wird. Auf der anderen Seite ist es fÃ¼r den bibeltreuen GlÃ¤ubigen, der das Wort Gottes liebt und es mit ihm genau nimmt, dennoch wichtig, auch in bezug auf die Stellen, in denen moderne Bibeln gegenÃ¼ber den Ã¤lteren abweichen, Klarheit zu bekommen.</p>
<p>Immerhin sind mindestens 15 ganze Verse, die im Textus Receptus bezeugt sind, in modernen Grundtextausgaben und den meisten ihnen folgenden Bibeln weggelassen, an 185 Stellen wurden wichtigere Versteile gestrichen; in 212 FÃ¤llen wurden Namen und Titel Gottes und des Herrn Jesus Christus wie â€žHerrâ€œ, â€žJesusâ€œ, â€žChristusâ€œ oder â€žGottâ€œ gestrichen. Dazu kommen mehr als 280 TextverÃ¤nderungen, die auf den Inhalt der biblischen Aussage EinfluÃŸ haben. Ãœber 2.000 Unterschiede zwischen dem NA-Text und dem TR haben einen EinfluÃŸ auf die Ãœbersetzung. Laut E. Fowler (<em>Evaluating Versions of the New Testament</em>) wurden 3.602 WÃ¶rter aus dem TR bei NA (genauer: Nestle 23. Aufl.) weggelassen, 3.146 verÃ¤ndert, 976 hinzugefÃ¼gt (der Textus Receptus umfaÃŸt etwa 140.000 griechische WÃ¶rter).</p>
<p>Insgesamt ist der NA-Text um 2.886 WÃ¶rter kÃ¼rzer als der TR. Das wÃ¼rde einer Bibel entsprechen, bei der der 1. und der 2. Petrusbief fehlt. (Zahlenangaben nach D. A. Waite, <em>Defending the King James Bible</em>, Bible for Today, Collingswood, N.J. 2. Aufl. 1996, S. 41-42). Solche VerÃ¤nderungen sind bestimmt nicht als â€žunwichtigâ€œ oder â€žuntergeordnetâ€œ zu bezeichnen. Die Frage ist berechtigt: Woher kommen sie?</p>
<p>Wir wollen in dieser Schrift mÃ¶glichst kurz und einfach erklÃ¤ren, wie die Unterschiede im NT der verschiedenen Bibeln zustandegekommen sind und was geistlich hinter den textkritischen VerÃ¤nderungen des Ã¼berlieferten Textes der Reformation steckt. Wir mÃ¶chten begrÃ¼nden, weshalb der Ã¼ber Jahrhunderte bewÃ¤hrte Text der reformatorischen Bibeln (der auch der Text der TÃ¤ufergemeinde, der Waldenser sowie der von Gott gesegneten Erweckungsbewegungen im 17. und 18. Jahrhundert war) auch heute noch der vertrauenswÃ¼rdige, zuverlÃ¤ssige Text ist, den bibeltreue GlÃ¤ubige annehmen kÃ¶nnen und sollen.</p>
<p>Es ist nicht mÃ¶glich, in dieser kurzen AufklÃ¤rungsschrift auf alle z. T. komplizierten Einzelheiten dieses Themas einzugehen. Wir haben bewuÃŸt im Rahmen dieser EinfÃ¼hrung auf ergÃ¤nzende Zitate, FuÃŸnoten usw. verzichtet. Viele Informationen finden sich nur in englischsprachigen VerÃ¶ffentlichungen, wÃ¤hrend es im Deutschen leider wenig Schriften gibt. Der Verfasser, der selbst sieben Jahre lang an der Revision der Schlachterbibel mitarbeitete, hat sich Ã¼ber mehrere Jahre mit diesem Thema beschÃ¤ftigt und einige weitere BroschÃ¼ren geschrieben, die dem interessierten Leser empfohlen seien. In ihnen findet der Leser auch ausfÃ¼hrliche Belege fÃ¼r die hier gemachten Angaben sowie Literaturhinweise (vgl. die Texte zum Download auf unserer Themenseite <strong>Textus Receptus</strong>).</p>
<p>Im Gegensatz zu manchen extremen BefÃ¼rwortern des Textus Receptus aus den USA, die manchmal auch als â€žKing-James-Onlyâ€œ-AnhÃ¤nger bezeichnet werden, ist es ein Anliegen des Verfassers, daÃŸ die geistliche PrÃ¼fung der Frage, welches der bewahrte und zuverlÃ¤ssige Grundtext des Neuen Testaments ist, nicht zu Parteistreit, Verleumdungen und Spaltungen unter bibeltreuen GlÃ¤ubigen fÃ¼hrt.</p>
<p>Hier geht es um ernste Dinge, die eigentlich nur von geistlich mÃ¼ndigen GlÃ¤ubigen richtig beurteilt werden kÃ¶nnen. Unterschiedliche Auffassungen in der Grundtextfrage dÃ¼rfen nicht zu Meinungsstreit, Besserwisserei oder Trennungen miÃŸbraucht werden, wie es z. T. geschieht. Ein geistlicher Umgang mit diesen Dingen schlieÃŸt ein, daÃŸ man die Ãœberzeugung anderer GlÃ¤ubiger respektiert; das gilt allerdings fÃ¼r beide Seiten.</p>
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<p>Dieser Beitrag ist ein gekÃ¼rzter Auszug aus der ausfÃ¼hrlicheren Schrift von Rudolf EbertshÃ¤user <em><strong>Der zuverlÃ¤ssige Text des Neuen Testaments. Der Textus Receptus und die VerÃ¤nderungen in den modernen Bibeln</strong></em>.</p>
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<p><a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/download/der-zuverlaessige-text-des-neuen-testaments-der-textus-receptus-und-die-veraenderungen-in-den-modernen-bibeln-2/"><strong>Hier kÃ¶nnen Sie das vollstÃ¤ndige PDF-Dokument herunterladen</strong></a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de/2017/03/verwirrende-unterschiede-zwischen-bibeluebersetzungen-was-steckt-dahinter/">Verwirrende Unterschiede zwischen BibelÃ¼bersetzungen â€“ was steckt dahinter?</a> erschien zuerst auf <a href="https://das-wort-der-wahrheit.de">Das Wort der Wahrheit</a>.</p>
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